Als Lukáš und ich zum ersten Mal die winterliche Schönheit Budapests entdeckten, erinnere ich mich noch genau an den Moment, als wir ins heiße Wasser stiegen: Draußen herrschte klirrender Frost, und um uns herum stiegen Wolken aus dichtem, weißem Dampf auf. Denn die Thermalbäder in Budapest sind einzigartig auf der Welt – die ungarische Hauptstadt liegt buchstäblich auf einem brodelnden Thermalkessel, und einen Besuch der Bäder auszulassen wäre schlichtweg eine Sünde. Direkt unter der Stadt sprudeln unglaubliche 123 natürliche Quellen, aus denen täglich zig Millionen Liter Heilwasser hervortreten.
Es ist ein unwirkliches Erlebnis, das die Romantik historischer Paläste mit dem ganz alltäglichen Lebensstil der Einheimischen verbindet. In diesem Guide zeige ich dir 8 Tipps für die besten Bäder, verrate dir, wohin du für die perfekte Entspannung gehst, und warne dich vor allem davor, welche berühmten Orte derzeit hinter Gerüsten verschwinden. Außerdem erfährst du, warum dir nirgendwo mehr ein Handtuch geliehen wird und wie du den endlosen Warteschlangen entkommst.
Auch wenn oft behauptet wird, die Budapester Bäder seien selbst ein UNESCO-Weltkulturerbe, stimmt das in Wirklichkeit nicht – wobei einige von ihnen in der Schutzzone der Andrássy-Allee oder des Burgbergs liegen. Tauchen wir gemeinsam ein in die Geheimnisse osmanischer Hamams, prächtiger Jugendstilpaläste und versteckter Becken, wo die Zeit irgendwie langsamer und angenehmer vergeht. ☺️

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Das Flaggschiff: Das Széchenyi ist das größte und bekannteste Thermalbad Europas, mit seinen ikonischen gelben Gebäuden und den Außenbecken, in denen Einheimische Schach spielen.
- Beste Aussicht: Das Rudas bietet einen traumhaften Dachpool mit Blick auf die Donau – aber Achtung vor den nach Geschlecht getrennten Tagen im historischen Teil.
- Geschlossene Ikonen: Das berühmte Gellért und das historische Király sind wegen einer riesigen Renovierung 2026 komplett geschlossen (das Gellért sogar bis 2028).
- Wo die Einheimischen hingehen: Das Lukács ist günstiger, weniger touristisch und rühmt sich des hochwertigsten Heilwassers der Stadt.
- Geheimtipp: Das Veli Bej ist ein wunderschönes, stilles türkisches Bad aus dem 16. Jahrhundert, das sich clever im Areal eines modernen Krankenhauses versteckt.
- Eigenes Handtuch nötig: Nach der Pandemie haben die meisten Bäder ihre Verleihe abgeschafft, du musst also dein eigenes Handtuch mitbringen – und saubere Badeschlappen sind Pflicht.
- Kinderverbot: Seit August 2025 gilt ein striktes staatliches Verbot: Kinder unter 14 Jahren dürfen nicht in die Thermalbecken, Familien müssen eher ins Freibad Palatinus.
- Ticketkauf: Kaufe die Tickets für die bekanntesten Bäder (vor allem Széchenyi) immer vorab online, so ersparst du dir stundenlanges Anstehen.
Wann du am besten in die Budapester Thermalbäder fährst

Wenn du mich nach dem absolut besten Zeitpunkt fragst, um die Thermalquellen zu genießen, ist meine Antwort ganz eindeutig. Am zauberhaftesten ist es im Winter oder im Spätherbst. Denn es gibt nichts Schöneres, als sich nach einem Tag voller Sightseeing in der eiskalten Stadt in ein 38 °C warmes Außenbecken zu legen, während dir Schneeflocken auf den Kopf fallen. Der Kontrast zwischen der frostigen Luft und dem heißen Wasser ist unglaublich erfrischend und schafft eine absolut unvergessliche Atmosphäre.
Andererseits sind Frühling und Herbst ideal für alle, die Sightseeing mit Entspannung bei wärmerem, aber noch erträglichem Wetter kombinieren möchten. In den Sommermonaten sind die Bäder ebenfalls voll, denn Ungarn und Touristen nutzen sie als riesige Freibäder. Du musst dich allerdings darauf einstellen, dass es nicht jedermanns Sache ist, in 40 Grad warmem Wasser zu sitzen, wenn draußen 35 Grad im Schatten herrschen – das schlaucht den Körper ziemlich. Im Sommer empfehle ich deshalb eher die kühleren Schwimmbecken oder die Familienareale.
Was die einzelnen Wochentage betrifft, solltest du Wochenenden und Feiertage unbedingt meiden. Nicht nur sind die Bäder von Freitag bis Sonntag hoffnungslos überfüllt, auch der Eintritt ist an diesen Tagen deutlich teurer. Die Preise werden übrigens jedes Jahr im Januar an die Inflation angepasst, das solltest du bei der Budgetplanung bedenken. Wenn du unbedingt am Wochenende gehen musst, steh früh auf.
Die beste Strategie für ein entspanntes Erlebnis ist es, gleich zur Öffnungszeit dazusein, die meistens zwischen sieben und acht Uhr morgens liegt. Die meisten Touristen frühstücken nach dem Aufwachen erst einmal, und du hast die schönsten Becken ganz für dich allein. Außerdem bieten manche Komplexe für den frühen Eintritt vergünstigte Preise. Gegen Mittag füllen sich die Bäder, und am Nachmittag geht es dann, wie man so schön sagt, Kopf an Kopf zu.
Wo du in Budapest übernachtest

Die Auswahl an Unterkünften in Budapest ist riesig, aber wenn dein Hauptziel die Entspannung im warmen Wasser ist, lohnt es sich, strategisch zu wohnen. Die Stadt wird vom Fluss in das hügelige Buda und das flache Pest geteilt. Wenn du das größte Bad, das Széchenyi, in der Nähe haben möchtest, suche dir eine Unterkunft auf der Pester Seite in der Nähe der Andrássy-Allee oder des Stadtwäldchens. Von dieser Gegend aus erreichst du außerdem zu Fuß die meisten Sehenswürdigkeiten sowie tolle vegetarische Bistros und Cafés.
Wenn du dir puren Luxus gönnen und das Spa-Erlebnis direkt im Gebäude haben möchtest, empfehle ich dir eindeutig das wunderschöne Corinthia Budapest. Dieses historische Hotel verfügt über sein eigenes, unglaublich fotogenes Royal Spa, das aussieht wie aus einem Märchen. So musst du dich gar nicht unter die Touristenmassen mischen und läufst im Bademantel direkt vom Zimmer zum Becken. Es ist zwar eine teurere Angelegenheit, aber für ein romantisches verlängertes Wochenende definitiv eine Überlegung wert.
Für alle, die auf der Budaer Seite wohnen und nur ein paar Schritte zum osmanischen Rudas-Bad haben möchten, ist das Hotel Clark Budapest eine hervorragende Wahl. Es liegt direkt an der berühmten Kettenbrücke unterhalb der Budaer Burg, hat ein großartiges Design und bietet atemberaubende Ausblicke. Ins Zentrum von Pest ist es von hier nur ein angenehmer Spaziergang über den Fluss. Alle Unterkünfte buchen wir ganz normal über unser Lieblingsportal Booking.com, wo man auch schöne Rabatte ergattern kann.
Als dritten Tipp, falls du moderne Eleganz etwas abseits des größten Touristentrubels suchst, empfehle ich das Kozmo Hotel Suites & Spa. Es liegt in einem ruhigeren Teil des achten Bezirks, bietet riesige und wunderschön eingerichtete Zimmer und einen absolut erstklassigen Service. Sie haben zudem ihr eigenes luxuriöses Wellness, sodass du direkt vor Ort entspannen kannst, wenn du keine Lust auf die überfüllten öffentlichen Bäder hast.
Die 8 besten Thermalbäder in Budapest
Werfen wir einen Blick auf konkrete Tipps, wohin du in Budapest für die Thermalquellen fahren kannst. Ich habe für dich die bekanntesten Ikonen, versteckten lokalen Schätze und auch die Orte ausgewählt, die du derzeit meiden solltest. Du erfährst außerdem, was was kostet und welche aktuellen Regeln für 2026 gelten.
1. Széchenyi-Thermalbad: Die gelbe Ikone und die Schachspieler

Das ist der absolute Klassiker, den ein Budapest-Besuch eigentlich nicht auslassen kann. Der leuchtend gelbe neobarocke Palast aus dem Jahr 1913 liegt im Stadtwäldchen auf der Pester Seite und ist der größte Heilbad-Komplex Europas. Drinnen und draußen findest du insgesamt 18 Becken mit Wassertemperaturen von 26 bis 40 °C. Es ist genau der Ort von den Postkarten und aus Instagram, also stell dich darauf ein, dass du hier nie allein sein wirst.
Die größte Attraktion sind die drei riesigen Außenbecken. Das mittlere dient zum Schwimmen (dort wird man nur mit Badekappe hineingelassen), aber die beiden seitlichen sind rein zur Entspannung und haben herrliche 37 bis 38 °C. Genau dort siehst du die legendäre Szene älterer ungarischer Herren, die bis zu den Schultern im Wasser stehen und auf schwimmenden Brettern Schach spielen. Das ist wunderbar authentisch – diese Tradition hält sich hier schon seit den Zeiten des Kalten Krieges.
💡 Tipp: Wie ist das mit Schließfächern und Kabinen? Beim Ticketkauf musst du dich entscheiden. Das Schließfach ist eine klassische Blechnische, in die du deinen Rucksack legst. Die Kabine ist dagegen ein kleiner, privater, abschließbarer Raum, in dem du dich bequem umziehen kannst und in den sogar ein kleiner Koffer passt. Wenn ihr zu zweit unterwegs seid, reicht es völlig, eine Kabine und einen günstigeren Eintritt mit Schließfach zu nehmen.
Was die Preise für 2026 betrifft, rechne mit rund 13.200 HUF (ca. 33 €) für ein Schließfach unter der Woche und bis zu 15.800 HUF (knapp 40 €) für eine Wochenendkabine. Die Tickets empfehle ich dir eindeutig vorab online zu kaufen, zum Beispiel über GetYourGuide – du zeigst sie einfach am Handy vor und überspringst die verrückten Schlangen an den Kassen. Nur eines solltest du beachten: Vom 20. April bis zum 3. Juni 2026 ist das mittlere Außenschwimmbecken wegen Wartungsarbeiten geschlossen, die Thermalbecken laufen aber ganz normal weiter.
2. Rudas-Bad: Osmanische Mystik und Dachpool

Das ist wohl unser Lieblingskomplex, der eine ganz andere Atmosphäre als das pompöse Széchenyi bietet. Das Rudas liegt direkt unter dem Felsen des Gellértbergs am Budaer Donauufer, und sein Herzstück ist das originale türkische Bad aus dem Jahr 1550. Wenn du den alten Hamam betrittst, umfängt dich Dämmerlicht, dichter Dampf und eine wunderschöne, jahrhundertealte Steinkuppel, durch deren kleine bunte Glasscheiben Lichtstrahlen dringen.
Neben dem historischen Teil findest du hier aber auch einen modernen Wellness-Anbau, der den größten Schatz beherbergt. Auf dem Dach befindet sich ein Panorama-Whirlpool mit 36 °C warmem Wasser, aus dem du einen atemberaubenden Blick direkt auf die Donau, die Brücken und ganz Pest hast. Als Lukáš und ich uns bei Sonnenuntergang in diesen Dachpool legten, war das wohl das romantischste Erlebnis des ganzen Ausflugs. Der Eintritt kostet unter der Woche rund 12.000 HUF und am Wochenende 15.000 HUF (etwa 38 €).
⚠️ Wichtige Warnung für Paare: Der historische türkische Teil hält sich an alte Regeln und hat nach Geschlecht getrennte Tage! Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitagvormittag dürfen dort nur Männer hinein, dienstags nur Frauen. Wenn du an diesen Tagen mit deinem Partner kommst, werdet ihr nicht gemeinsam in den alten Hamam gelassen. Für gemischtes Baden (koedukativ) müsst ihr am Wochenende kommen, dann dürfen Männer und Frauen überall zusammen sein.
3. Gellért- und Király-Bad: Die harte Realität 2026

Dieser Abschnitt wird dich wohl nicht erfreuen, ist aber absolut entscheidend für deine Planung. Wenn du dich auf das berühmte Jugendstilbad Gellért mit seinen ikonischen türkisen Mosaiken und dem verglasten Dach gefreut hast, muss ich dich enttäuschen. Das Gellért-Bad wurde am 1. Oktober 2025 komplett geschlossen und steht vor einer massiven, mehrjährigen Renovierung für riesige Summen – das Gebäude war nach einem halben Jahrhundert ohne größere Reparaturen schlichtweg am Ende.
Die Wiedereröffnung dieses wunderschönen Palasts ist frühestens für 2028 geplant. 2026 kommst du einfach nicht in die Becken, du kannst höchstens außen herumspazieren und die schöne Fassade des Hotels von außen bewundern. Lass dich also nicht von alten Reiseführern oder Artikeln im Internet täuschen, die es noch immer als Programmhöhepunkt empfehlen.
Genau dasselbe Schicksal teilt derzeit auch das kleine historische Király-Bad, das langfristig geschlossen ist, weil es restauriert wird. Wenn du also eine türkische Alternative suchst, steuere lieber das oben erwähnte Rudas-Bad an oder das versteckte Juwel Veli Bej, von dem ich dir gleich erzähle. So ersparst du dir eine unnötige Enttäuschung vor verschlossenen Türen.
4. Lukács-Bad: Wo die echten Einheimischen baden

Während das Széchenyi unter dem Ansturm von Touristen mit Handys in der Hand aus allen Nähten platzt, gehen die Budapester schon seit Generationen ins Lukács-Bad im zweiten Budaer Bezirk. Dieser Komplex wirkt nicht so aufpoliert und erinnert manchmal an ein kleines Labyrinth, hat aber eine absolut unverwechselbare, ruhige und authentische Atmosphäre. Meistens hörst du hier nur Ungarisch und erlebst die echte Bäder-Routine.
Die Hauptattraktion ist das hiesige Wasser. Die Quellen unter dem Lukács-Bad sind berühmt für ihre besonders starke Heilwirkung auf den Bewegungsapparat, und die Wasserqualität gilt als absolute Spitze in der Stadt. Ein enormer Vorteil ist außerdem der Preis, denn das Lukács gehört zu den günstigsten der großen historischen Bäder. Ein Schließfach kostet dich unter der Woche rund 7.000 HUF (ca. 18 €), was im Vergleich zum Széchenyi ein riesiger Unterschied ist.
💡 Tipp zu Einschränkungen: Geöffnet ist täglich von 7:00 bis 19:00 Uhr, dienstags sogar bis 22 Uhr. Pass nur auf, falls du im Frühjahr 2026 anreist. Ab dem 18. Mai wird hier die Herrenumkleide renoviert und das Erlebnisbecken für ein paar Tage geschlossen. Ansonsten ist es aber ein perfektes Versteck vor den Massen.
5. Veli Bej-Bad: Der versteckte türkische Geheimtipp ohne Massen

Wenn du überfüllte Orte wirklich nicht magst und absolute Ruhe suchst, musst du ins Irgalmasok Veli Bej-Bad fahren. Dieses Bad aus dem 16. Jahrhundert ist geschickt im Inneren eines modernen Krankenhauskomplexes versteckt, sodass die meisten gewöhnlichen Touristen keine Ahnung davon haben. Es ist ein kleiner, aber wunderschön restaurierter Raum – ein echter Geheimtipp unter den Budapester Thermen.
Ihr größter Vorteil, neben dem völligen Zen und der Stille, ist die Tatsache, dass es jeden Tag der Woche voll koedukativ ist. Du musst dich also nicht wie im nahen Rudas mit getrennten Tagen für Herren und Damen herumschlagen, sondern kommst mit deinem Partner einfach jederzeit hierher. Der Eintritt ist sehr freundlich und liegt bei rund 5.700 bis 7.200 HUF (etwa 14–18 €) für einen angenehmen Dreistundenblock.
Sie haben allerdings recht spezielle Öffnungszeiten. Zwischen Mittag und 15 Uhr ist immer geschlossen, vermutlich wegen der Reinigung und des Krankenhausbetriebs. Montags und dienstags öffnen sie nur nachmittags von 15:00 bis 21:00 Uhr, den Rest der Woche kannst du auch morgens von sechs bis zwölf kommen. Für ein bisschen zusätzliche Planung lohnt es sich auf jeden Fall.
6. SPArty: Wilde Nächte im heißen Becken (Techno Party)

Das ist definitiv kein Tipp für Liebhaber der Stille und der Heilbehandlungen. Das Konzept SPArty (Spa Party) ist ein riesiges nächtliches Event, das jeden Samstag von Februar bis Dezember in den Außenbecken des Széchenyi-Bades stattfindet. Von halb zehn abends bis zwei Uhr morgens verwandeln sich die Becken in einen der verrücktesten Clubs Europas, mit lauter EDM-Musik, Lasern und Schaumkanonen.
Es ist eine riesige Attraktion für junge Leute und Junggesellenabschiede aus aller Welt. Der Zutritt ist kompromisslos ab 18 Jahren, und der Sicherheitsdienst kontrolliert streng die Ausweise. Es ist allerdings kein günstiger Spaß: Das Basis-Ticket mit Schließfach kostet dich stattliche 65 €, und die Premium-Pakete mit Drinks klettern locker über 100 €.
⚠️ Warnung zur Bezahlung: Die größte Kontroverse dieser Partys ist das SpartyPay-System. Drinnen kannst du weder mit Karte noch bar etwas zu trinken kaufen. Du musst ein spezielles Armband aufladen, an dem sich Schlangen bilden, die Drinks sind teuer, und ein nicht aufgebrauchtes Guthaben wird laut Bewertungen recht kompliziert zurückerstattet. Wenn du Entspannung suchst, mach am Samstagabend einen riesigen Bogen um diesen Ort.
7. Bierbad (Beer Spa): Hopfen-Bad zu zweit

Das ist eine großartige Erlebnisattraktion, die du direkt in den Arealen des Széchenyi und des Lukács findest. Du reservierst einen großen Holzbottich für zwei, in den 36 °C warmes Thermalwasser eingelassen wird und dem das Personal natürliche Bierzutaten beimischt – also Malz, Hopfen und Bierhefe. Angeblich wirkt das Wunder für die Haut und lockert die Muskeln perfekt.
Das beste Detail? Aus dem Zapfhahn, der direkt an der Seite deines Bottichs befestigt ist, kannst du dir 45 Minuten lang unbegrenzt helles Lagerbier zapfen. Lukáš und ich trinken nicht viel Bier, aber für eine Gruppe Freunde oder als lustiges Geschenk für den Partner nach einem Tag voller Sightseeing ist es absolut ideal.
Preislich kommst du auf rund 69 € für die Basisbehandlung im Széchenyi. Du kannst aber auch ein vorteilhaftes Paket kaufen, das Bierbad und Schnelleintritt (Fast Track) mit Kabine ins gesamte Széchenyi-Areal kombiniert – das kostet etwa 111 €. Im Lukács-Bad ist es etwas günstiger. Es ist zwar keine ernsthafte Heilbehandlung, aber jede Menge Spaß ist garantiert.
8. Palatinus-Freibad und das staatliche Kinderverbot

Dieser letzte Tipp ist für alle Eltern extrem wichtig. Seit dem 1. August 2025 gilt in Ungarn nämlich eine staatliche Verordnung, nach der Kinder unter 14 Jahren ein striktes Zutrittsverbot zu den Heil- und Thermalbecken haben. Der Grund ist die zu hohe Temperatur und die starke Mineralzusammensetzung, die laut Ärzten das kindliche Herz-Kreislauf- und Hormonsystem negativ beeinflussen könnten.
Berühmte Komplexe wie das Széchenyi, das Rudas oder das Veli Bej halten dieses flächendeckende Verbot strikt ein und lassen Kinder einfach nicht hinein (eine Ausnahme bildet nur ein ärztliches Attest). Bedeutet das, dass ein Familienurlaub in Budapest gestorben ist? Ganz und gar nicht, du musst nur das Ziel ändern und zur Margareteninsel ins Palatinus-Areal fahren.
Das Freibad Palatinus funktioniert eher wie ein modernes Erlebnisbad, umgeben von Grün. Hier findest du sichere Becken mit milderer Temperatur, Rutschen, ein Wellenbecken und jede Menge Attraktionen, die Kinder einen ganzen Tag lang beschäftigen. Eine weitere Familienalternative ist das kleinere Dandár-Bad. Schau dir aber vor der Anreise immer sorgfältig die aktuellen Altersgrenzen auf den offiziellen Seiten an.
Praktischer Leitfaden: Etikette, Handtücher und Schließfächer

Ein Besuch der Budapester Bäder hat seine eigenen Regeln und Rituale. Damit du an den Drehkreuzen nicht ins Stolpern gerätst und unangenehme Überraschungen vermeidest, habe ich für dich eine kurze praktische Checkliste zusammengestellt. Eine der größten Änderungen gegenüber früheren Jahren ist die Handtuch-Politik. Nach der Pandemie haben nämlich die meisten Bäder aus Hygiene- und Kapazitätsgründen ihre Verleihe komplett abgeschafft.
Wenn du dir kein überteuertes VIP-Paket kaufst, musst du unbedingt dein eigenes Handtuch aus dem Hotel mitbringen. Ebenso sind praktisch überall (auf jeden Fall im Rudas und Lukács) saubere Badeschlappen oder Gummipantoffeln Pflicht. Die Böden rund um die Becken sind unglaublich rutschig, und aus Hygienegründen kann dich der Sicherheitsdienst ohne sie sogar ermahnen. Badebekleidung ist natürlich überall Pflicht, Nacktheit wird nur in wenigen getrennten Hotelsaunen toleriert.
💡 Tipp zur Orientierung: An der Kasse bekommst du ein Silikonarmband mit Chip. Das behältst du auch im Wasser am Arm. Es dient zum Piepen am Drehkreuz und funktioniert als Schlüssel zu deinem Schließfach. Eine Badekappe brauchst du nur, wenn du in den kühleren Schwimmbecken sportlich schwimmen willst, in allen anderen entspannenden Warmbecken ist sie nicht nötig. Vor dem Betreten des Wassers ist Duschen absolute Pflicht, und vergiss nicht, dass in den Saunen und Ruhezonen leise gesprochen wird.
Wohin von Budapest aus weiter

Budapest bietet viel mehr als nur heißes Wasser. Sobald du dich ausreichend entspannt hast, solltest du unbedingt die Gassen, Cafés und Sehenswürdigkeiten erkunden. Wir haben für dich einen umfangreichen Artikel voller Inspiration geschrieben: Schau dir 66 Tipps an, was du in Budapest sehen kannst, wo du eine detaillierte Route und unsere Lieblingswege durch die Stadt findest, inklusive der traumhaften Aussichten von der Fischerbastei oder tollen vegetarischen Bistros, in die wir gerne zurückkehren.
Wenn du im Winter für die verschneite Romantik nach Ungarn kommst, darfst du die adventliche Fröhlichkeit nicht verpassen. Lies unseren Artikel darüber, wie die Weihnachtsmärkte in Budapest aussehen. Sie gelten als einige der schönsten Europas, auf dem Platz vor der St.-Stephans-Basilika duftet es nach Zimt und Baumkuchen, und die Atmosphäre ist einfach magisch. Es ist das ideale Abendprogramm, nachdem du aus dem Bad gestiegen bist.
Und wenn dich die Bäderkultur so begeistert hat, dass du auch die Quellen außerhalb der Hauptstadt erkunden möchtest, haben wir weitere Tipps für dich. Ungarn ist von Norden bis Süden mit Thermalquellen übersät. Deshalb haben wir eine Übersicht für Thermalbäder in ganz Ungarn zusammengestellt, wo du Tipps für die Höhlenbäder in Miskolctapolca oder den legendären Thermalsee in Hévíz findest.
Wohin noch für Wasserspaß
Häufig gestellte Fragen
Sind Heilbäder für schwangere Frauen geeignet?
Ärzte empfehlen Schwangeren generell keinen Aufenthalt in heißem Thermalwasser (über 36 °C), da dies zu einer Überhitzung des Körpers führen kann. Es ist besser, dies mit dem eigenen Arzt abzuklären und gegebenenfalls nur kühlere Schwimmbecken zu nutzen.
Kann man im Kurort mit Karte bezahlen?
Ja, an den Kassen und in den meisten Innenbuffets kannst du problemlos mit gängiger Bankkarte bezahlen. Eine Ausnahme bilden die Nacht-SPArties, wo ein spezielles System mit aufladbaren Armbändern funktioniert.
Muss ich Ungarisch können, um mich zu verständigen?
Überhaupt nicht. In allen großen Bädern wie Széchenyi, Rudas oder Lukács spricht das Personal üblicherweise Englisch. Informationstafeln und Preislisten sind immer auf Ungarisch und Englisch verfasst.
Kann man das Wasser direkt aus den Quellen trinken?
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Trinkt auf keinen Fall aus den Becken, aber in einigen Bädern (zum Beispiel im Lukács oder Széchenyi) findet ihr spezielle Trinkbrunnen mit heilendem Mineralwasser. Es hat einen spezifischen Geschmack, oft recht schwefelig, und wird in kleinen Schlucken zur Förderung der Verdauung getrunken.
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Darf ich in den Schwimmbädern mit dem Handy fotografieren?
In den großen Außenbecken (z.B. im Széchenyi) ist das Fotografieren völlig üblich und toleriert. Drinnen in den ruhigen türkischen Bädern, in den Umkleidekabinen und Saunen solltet ihr euer Handy aber lieber wegpacken, aus Rücksicht auf die anderen.
Was ist der Dresscode für die Therme?
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Völlig normal. Pflicht sind klassische Badehosen (Damen und Herren) und saubere Gummilatschen. Badeshorts mit Taschen sehen die Bademeister manchmal nicht so gerne, aber klassische eng anliegende Badehosen oder Bikinis sind überhaupt kein Problem.
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Kann ich in die Therme gehen, wenn es regnet?
Auf jeden Fall! Das Baden im heißen Wasser während es regnet oder schneit gehört zu den besten Erlebnissen. Alle großen Anlagen verfügen zudem über eine riesige Anzahl an überdachten Innenbecken, sodass ihr euch jederzeit unterstellen könnt.
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