Trondheim, Norwegen: 12 Tipps für die Stadt des Nidarosdoms

Wenn du eine Reise in den hohen Norden planst, fragst du dich vielleicht, wo sich ein strategischer Zwischenstopp lohnt. Trondheim in Norwegen ist das historische Herz des Landes und eine Stadt, die viele Reisende auf der Jagd nach den Fjorden zu Unrecht links liegen lassen. Dabei findest du genau hier eine faszinierende Mischung aus tiefer Geschichte, wunderschöner nordischer Architektur und einer unglaublich entspannten Atmosphäre, die der Stadt vor allem die zahlreichen Studenten verleihen.

Obwohl Trondheim einst als Hauptstadt diente und hier bis heute die norwegischen Könige gekrönt werden, wirkt die Stadt eher wie ein gemütliches, freundliches Städtchen. Die bunten Holzspeicher entlang des Flusses Nidelva bilden einen herrlichen Kontrast zu den majestätischen Türmen des gewaltigen Doms, und überall laden kleine Cafés zum Verweilen bei einem ausgezeichneten Kaffee ein. Kein Wunder, dass dieser Ort regelmäßig zu den lebenswertesten Städten Skandinaviens gezählt wird.

Schauen wir uns gemeinsam die 12 besten Tipps an, was du in Trondheim sehen solltest, damit du das Allerbeste aus deinem Besuch herausholst. Ich verrate dir, wo du den weltweit einzigartigsten Fahrradlift findest, in welchen Vierteln es das beste vegetarische Essen gibt und wie du deine Zugfahrt von Oslo clever planst.

Nidarosdom in Trondheim

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Größtes Wahrzeichen: Der Nidarosdom ist das größte mittelalterliche Bauwerk Skandinaviens und ein absolutes Muss bei einem Besuch der Stadt.
  • Fotogenes Viertel: Bakklandet verzaubert dich mit bunten Holzhäusern auf Pfählen und der alten Brücke Gamle Bybro.
  • Einzigartiges Erlebnis: Am steilen Hang zur Festung Kristiansten findest du den einzigen Fahrradlift der Welt, genannt Trampe.
  • Wohin zum Essen: Die ehemaligen Docks im Viertel Solsiden gelten heute als Zentrum hervorragender Restaurants und Bistros.
  • Bootsausflug: Im Sommer solltest du unbedingt zur kleinen Insel Munkholmen fahren, wo man baden und picknicken kann.
  • Anreise: Am schönsten ist die Zugfahrt von Oslo auf der Strecke Dovrebanen, alternativ kannst du den internationalen Flughafen Værnes nutzen.
Beste Reisezeit für Trondheim
Foto: Susanne Jutzeler, suju-foto / Pexels

Wann nach Trondheim reisen – das Wetter in Norwegen

Das norwegische Wetter kann unberechenbar sein, aber wenn du die Stadt in vollen Zügen genießen möchtest, ist der Sommer eindeutig die beste Wahl. Von Mai bis August werden die Tage unglaublich lang, die Sonne geht erst spät in der Nacht unter und du hast jede Menge Zeit, um die Gassen zu erkunden. Die Einheimischen leben in dieser Zeit richtig auf, füllen die Außenterrassen der Cafés und vom Ufer strahlt eine unbeschreibliche Gelassenheit aus.

Der Sommer ist außerdem die einzige Zeit, in der du bequem mit dem Boot zur beliebten Insel Munkholmen gelangst, wohin man zum Baden und Entspannen fährt. Die Temperaturen liegen im Juli und August meist bei angenehmen 18 bis 22 Grad Celsius, was perfekt zum Wandern ohne drückende Hitze ist. Vergiss aber nicht, eine leichte Regenjacke einzupacken, denn Schauer können hier wirklich jederzeit auftauchen.

Der Winter hat dagegen seinen ganz eigenen, dunkleren, aber sehr romantischen Zauber. Die Weihnachtsmärkte vor dem festlich beleuchteten Nidarosdom gehören zu den schönsten des ganzen Landes. Zwar sind die Tage sehr kurz und die Temperaturen fallen unter den Gefrierpunkt, doch wenn du dich gut anziehst, belohnt dich eine zauberhafte Winteratmosphäre ganz ohne Touristenmassen. Frühling und Herbst sind eher ruhigere Übergangszeiten, in denen du mit häufigerem Regen und Wind rechnen musst.

Unterkunft in Trondheim
Foto: Anton Ovcharov / Pexels

Wo in Trondheim übernachten

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Wahl des richtigen Hotels kann dein Stadterlebnis auf ein ganz anderes Level heben, gerade in Norwegen, wo der Unterkunftsstandard sehr hoch ist. Rechne mit Preisen von etwa 1.400 bis 2.600 NOK (ungefähr 120 bis 225 €) pro Nacht im Doppelzimmer. Die meisten der besten Hotels liegen in Gehweite der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, sodass du dir um umständliche Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr gar keine Gedanken machen musst.

Wenn du dir echten historischen Luxus gönnen möchtest, reserviere ein Zimmer im ikonischen Britannia Hotel. Dieser prachtvolle Fünf-Sterne-Palast mitten im Zentrum bietet erstklassigen Service, ein wunderschönes Spa und ein unglaublich reichhaltiges Frühstück. Es ist die ideale Wahl für besondere Anlässe oder ein romantisches Wochenende, an das du dich noch lange erinnern wirst.

Für Feinschmecker ist das Scandic Nidelven direkt am Fluss eine echte Legende. Dieses Hotel trägt nämlich regelmäßig den Titel für das beste Hotelfrühstück in ganz Norwegen, was in einem Land mit derart hohen kulinarischen Standards eine riesige Auszeichnung ist. Eine tolle und etwas günstigere Variante ist das Clarion Collection Hotel Bakeriet, das in einer historischen ehemaligen Bäckerei untergebracht ist und oft sogar ein leichtes Abendessen im Übernachtungspreis enthält, was dir in Norwegen ordentlich Geld spart.

Anreise nach Trondheim
Foto: Daniel Shipilov / Pexels

Wie du nach Trondheim kommst

Die Anreise in diese nordische Stadt kann schon für sich ein riesiges Erlebnis sein. Am schönsten ist die Zugfahrt von Oslo auf der berühmten Strecke namens Dovrebanen. Die Fahrt dauert rund sechseinhalb Stunden und bietet dir absolut atemberaubende Ausblicke auf die norwegischen Berge, tiefe Täler und die wilde Natur des Nationalparks Dovrefjell. Die Tickets solltest du rechtzeitig im Voraus über die norwegische Bahn kaufen, denn die Preise steigen mit näher rückendem Abfahrtsdatum deutlich an.

Wenn du es eilig hast oder von weiter her anreist, ist das Flugzeug zum internationalen Flughafen Værnes die schnellste Variante. Von Deutschland aus – etwa von Berlin, München oder Frankfurt – gelangst du meist mit einem Umstieg in Oslo, Kopenhagen oder Amsterdam hierher. Der Flughafen selbst liegt rund 35 Kilometer östlich des Zentrums, wohin dich anschließend bequem und schnell die regelmäßigen Flughafenbusse oder lokale Züge bringen.

Trondheim funktioniert außerdem als ideales Tor für die weitere Reise in den hohen Norden. Genau hier beginnt nämlich die nächste berühmte Bahnstrecke, die Nordlandsbanen, die dich bis hinter den Polarkreis in die Stadt Bodø bringt. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung mit der Fähre zu den magischen Lofoten, sodass sich die Stadt hervorragend als mehrtägiger Zwischenstopp auf einem längeren Skandinavien-Roadtrip eignet.

Historisches Zentrum und königliche Sehenswürdigkeiten
Foto: Jonas Bratland / Pexels

Historisches Zentrum und königliche Sehenswürdigkeiten

Das Stadtzentrum ist recht kompakt und alle wichtigen historischen Schätze kannst du problemlos zu Fuß ablaufen. Genau hier spürst du am stärksten das majestätische Erbe der Vergangenheit, als die Stadt als wichtigstes Machtzentrum des ganzen Landes diente. Die Architektur reicht hier nahtlos von mittelalterlichen Steinmauern bis zu prächtigen Holzpalästen, die bis heute ihrem ursprünglichen Zweck dienen.

Wenn du durch die gepflasterten Gassen rund um den Hauptplatz Torvet schlenderst, achte unbedingt auf die Statue des Stadtgründers, des Wikingerkönigs Olav Tryggvason. Von diesem zentralen Punkt aus findest du leicht zu allen drei wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die das Herzstück der norwegischen königlichen und geistlichen Geschichte bilden.

Nidarosdom Kathedrale
Foto: Marian Florinel Condruz / Pexels

1. Der Nidarosdom

Dieses gewaltige Bauwerk ist ein absolutes Juwel und die größte mittelalterliche Kathedrale ganz Skandinaviens. Sie wurde über dem Grab des heiligen Olav, des Schutzpatrons Norwegens, errichtet, und ihre mit dutzenden präzise gemeißelten Skulpturen verzierte Westfassade verschlägt dir schlicht den Atem. Der Überlieferung nach finden hinter diesen Mauern bis heute die Krönungen und Segnungen der norwegischen Herrscher statt, was dem Ort eine enorme Würde verleiht.

Während der Spaziergang um das Äußere des majestätischen Bauwerks völlig kostenlos ist, wird für den Eintritt in die Innenräume und den Aufstieg auf den Turm Eintritt verlangt. Drinnen begeistern dich wunderschöne Buntglasfenster und eine düster-gotische Atmosphäre, die im Kontrast zur typisch nordischen Schlichtheit steht. Wenn du Ausblicke magst, steig unbedingt die schmalen Stufen zum Hauptturm hinauf – von dort hast du einen herrlichen Blick über die ganze Stadt und den Fjord.

💡 Tipp: Tickets für die Besichtigung des Doms, aber auch für verschiedene Fjordfahrten oder geführte Stadtrundgänge kannst du ganz einfach im Voraus über Plattformen wie GetYourGuide reservieren, damit du vor Ort entspannt bleibst und Warteschlangen umgehst.

Historische Holzarchitektur in Trondheim (Stiftsgården)
Foto: op23 / Pexels

2. Der Holzpalast Stiftsgården

Mitten im belebten Zentrum stößt du auf ein riesiges gelbes Gebäude, das auf den ersten Blick wie eine Kulisse aus einem Historienfilm wirkt. Stiftsgården ist das größte hölzerne Palastgebäude Skandinaviens und dient bis heute als offizielle königliche Residenz, wenn die Herrscherfamilie die Stadt besucht. Es wurde Ende des 18. Jahrhunderts ursprünglich für eine wohlhabende und ehrgeizige Kauffrau errichtet, was schon allein den damaligen Reichtum der lokalen Eliten zeigt.

In den Sommermonaten sind für Besucher die wunderschönen historischen Innenräume geöffnet, in die du im Rahmen von Führungen gelangst. Du kannst prunkvolle Möbel und kunstvolle Tapeten bewundern und allerlei Spannendes darüber erfahren, wie man in einem so riesigen Holzgebäude einst lebte und heizte. Selbst wenn du nur vorbeigehst, nimm dir auf jeden Fall Zeit für einen Spaziergang durch den schönen angrenzenden Park, der frei zugänglich ist.

Pilgerweg des heiligen Olav
Foto: Offerdal / Wikimedia Commons, Public domain

3. Der Pilgerweg des heiligen Olav

Vielleicht überrascht es dich, aber Trondheim ist seit Jahrhunderten das Ziel hunderttausender Gläubiger und Abenteurer aus ganz Europa. Der Pilgerweg St. Olavsleden ist eine Art nordisches Pendant zum berühmten Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Die Routen führen über wilde Berge, stille Wälder und malerische Täler und laufen alle symbolisch am Grab des heiligen Olav im Nidarosdom zusammen.

Heute nutzen diese Route längst nicht mehr nur Gläubige, sondern sie lockt immer öfter Wanderfreunde und Anhänger des langsamen Reisens an. Auch wenn du nicht vorhast, hunderte Kilometer zu gehen, kannst du wenigstens die letzten paar Kilometer vor den Toren der Stadt ablaufen und die besondere Atmosphäre dieses Wegs aufsaugen, den Generationen von Pilgern über Jahrtausende ausgetreten haben. Im Informationszentrum nahe des Doms erfährst du faszinierende Geschichten über die Geschichte dieser nordischen Wanderung.

Ikonische Viertel und Ausblicke auf die Stadt
Foto: Gunnar Ridderström / Pexels

Ikonische Viertel und Ausblicke auf die Stadt

Sobald du die Schatten der mittelalterlichen Mauern verlässt, öffnet sich dir ein viel bunteres und verspielteres Gesicht der Stadt. Die Holzarchitektur und die steilen Hügel bieten ein fantastisches Fotopotenzial, das du bei jedem Schritt zu schätzen weißt. Die Stadt ist hervorragend auf Fußgänger ausgelegt, sodass du all diese ikonischen Ausblicke an einem einzigen Nachmittag einsammeln kannst.

Das Wasser spielt hier die Hauptrolle, denn der Fluss Nidelva schlängelt sich träge mitten durch die Stadt und schafft herrliche Spiegelbilder für die umliegenden Häuschen. Der Übergang über die alten Brücken in die Randviertel versetzt dich gefühlt in jene Zeiten zurück, als hier statt Touristen Seeleute, Händler und Hafenarbeiter flanierten, die Stockfisch verluden.

Das zauberhafte Viertel Bakklandet
Foto: Rino Adamo / Pexels

4. Das zauberhafte Viertel Bakklandet

Wenn es einen Ort gibt, in den du dich sofort verliebst, dann ist es Bakklandet. Dieses Viertel ist berühmt für seine alten Holzspeicher auf Pfählen, die die Flussufer säumen und in allen Farben leuchten – von kräftigem Ocker bis zum traditionellen Falunrot. Ursprünglich war es ein ärmliches Arbeiterviertel, doch heute hat es sich in den charmantesten und bohemischsten Ort der weiteren Umgebung verwandelt.

Die schmalen gepflasterten Gassen sind voller unabhängiger Boutiquen, kleiner Galerien und gemütlicher Cafés, in denen sich die Einheimischen bei einer Tasse Filterkaffee und frischen Zimtschnecken treffen. Vergiss nicht, die ganze Szenerie vom gegenüberliegenden Ufer nahe des Doms zu fotografieren, denn von dort kommen die Pfahlhäuser, die sich auf der Wasseroberfläche spiegeln, absolut perfekt zur Geltung. Es ist eine Szenerie wie aus einer Postkarte.

Die alte Brücke Gamle Bybro
Foto: op23 / Pexels
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5. Die alte Brücke Gamle Bybro

Damit dein Übergang ins Viertel Bakklandet stilvoll wird, musst du die berühmteste Brücke der Stadt benutzen. Die Gamle Bybro stammt aus dem 17. Jahrhundert und hat sich dank ihrer ikonischen roten geschnitzten Portale den schönen Spitznamen „Tor des Glücks“ verdient. Die Einheimischen glauben angeblich, dass sich ein Wunsch, den man sich unter ihren Bögen wünscht, mit großer Wahrscheinlichkeit bald erfüllt.

Die Brücke selbst ist ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer, sodass du hier in Ruhe stehen bleiben und die Ausblicke auf beide Flussseiten genießen kannst. Genau von hier machst du die schönsten Fotos der bunten Speicher, und wenn du Glück mit ruhigem Wetter hast, ist die Spiegelung der Häuschen auf der Wasseroberfläche absolut makellos. Die Brücke ist nicht nur tagsüber wunderschön, sondern auch abends, wenn sie behutsam und romantisch beleuchtet wird.

Fahrradlift Trampe
Foto: Clemensfranz / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

6. Der Fahrradlift Trampe

Radfahren ist in Norwegen ungemein beliebt, aber die steilen Hügel können selbst für trainierte Menschen eine echte Herausforderung sein. Deshalb entstand hier ein absolutes Weltunikat namens Trampe, ein spezieller Lift für Radfahrer, der direkt in den Gehweg eingebaut ist. Du findest ihn gleich hinter der Brücke Gamle Bybro, und er erleichtert den Leuten die anstrengende Auffahrt den steilen Hügel Brubakken hinauf.

Er funktioniert überraschend einfach, auch wenn es beim ersten Mal etwas Übung erfordert. Der Radfahrer stützt sich mit dem rechten Fuß auf eine kleine Metallplatte, die aus der Schiene herausfährt, und diese schiebt ihn samt Fahrrad mit der Geschwindigkeit eines flotten Spaziergangs nach oben. Selbst wenn du nicht selbst Fahrrad fährst, halte hier kurz an und beobachte, wie die Einheimischen mit völliger Eleganz und ohne Anstrengung den sonst mörderischen Höhenunterschied bewältigen.

Festung Kristiansten
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

7. Die barocke Festung Kristiansten

Wenn du es auf irgendeine Weise auf den Hügel oberhalb des Viertels Bakklandet geschafft hast, sollten deine Schritte zu den weißen Mauern führen. Die Festung Kristiansten wurde nach einem großen Brand im 17. Jahrhundert erbaut, um die Stadt vor Angriffen aus dem Osten zu schützen, vor allem vor der schwedischen Armee. Ihre massiven Mauern und alten Kanonen erinnern bis heute an die bewegte Militärgeschichte der gesamten Region.

Heute ist sie vor allem ein beliebter Erholungsort mit einem weitläufigen Park, in den Familien zum Wochenend-Picknick kommen. Der Hauptmagnet ist hier aber der fantastische Panoramablick auf die Stadt, das gesamte Viertel Bakklandet, den mächtigen Dom und die tiefblauen Wasser des nahen Fjords. Der Eintritt in den äußeren Festungsbereich ist das ganze Jahr über kostenlos, was sie zum idealen Ziel für einen nachmittäglichen Spaziergang macht.

Musik, Inseln und modernes Leben
Foto: Jędrzej Koralewski / Pexels
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Musik, Inseln und modernes Leben

Trondheim lebt keineswegs nur von seiner berühmten Vergangenheit, im Gegenteil – durch seine Adern pulsiert jede Menge jugendliche Energie. Dank der Präsenz der größten Universität Norwegens ist die Stadt voller Studenten, die den Ton der heutigen Kultur, Café-Szene und des Nachtlebens angeben. Alte Industriezonen verwandeln sich hier ständig in moderne Kulturzentren.

Wenn du Kunst und Musik magst, wirst du absolut begeistert sein. Du findest hier Museen von Weltklasse, die sich sowohl klassischen Instrumenten als auch modernem Pop und Rock widmen. Die Verbindung aus Industriearchitektur, Meeresküste und einem innovativen Umgang mit dem öffentlichen Raum macht diesen Teil der Stadt zu einem ungemein inspirierenden Ort zum Erkunden.

Musikmuseum Rockheim
Foto: Magne Gisvold/Rockheim / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

8. Das nationale Musikmuseum Rockheim

Gleich am Hafen fällt dir ein Gebäude mit einem seltsamen leuchtenden Würfel auf dem Dach auf, der schon von Weitem Besucher anlockt. Rockheim ist ein fantastisches interaktives Museum der Popmusik, das die norwegische Musikszene von den 1950er Jahren bis in die brandheiße Gegenwart abbildet. Vergiss langweilige Vitrinen – hier dreht sich alles ums Erleben und Ausprobieren am eigenen Leib.

Du kannst versuchen, deinen eigenen Hip-Hop-Track zu mixen, in schallisolierten Übungsräumen die Grundlagen der E-Gitarre zu lernen oder originalgetreue Nachbildungen von Teenagerzimmern aus verschiedenen Jahrzehnten durchstreifen. Das macht riesigen Spaß für Erwachsene wie für Familien mit Kindern und du verbringst hier problemlos einen halben Tag. Vom obersten Stockwerk und dem Restaurant hast du außerdem einen tollen Blick auf den Hafen und das umliegende Meer.

Musikmuseum Ringve
Foto: Daderot / Wikimedia Commons, Public domain

9. Das Musikmuseum Ringve

Wenn du klassischere Töne und eine ruhigere Umgebung bevorzugst, musst du ein Stück außerhalb der Stadt auf ein schönes altes Gut fahren. Das Ringve-Museum beherbergt eine riesige Sammlung seltener Musikinstrumente aus aller Welt, untergebracht in herrlichen historischen Innenräumen. Anders als im modernen Rockheim weht dich hier die ruhige Atmosphäre alter Zeiten und adliger Salons an.

Ein großer Mehrwert dieses Ortes ist auch seine Umgebung. Das Gebäude ist nämlich von einem weitläufigen und sorgfältig gepflegten botanischen Garten umgeben, der sich ideal für lange romantische Spaziergänge zwischen blühenden Blumen und seltenen Gehölzen eignet. Die Verbindung aus Geschichte, Musik und schöner Natur macht Ringve zu einem der zauberhaftesten Geheimtipps der ganzen Region.

Die Insel Munkholmen
Foto: Jędrzej Koralewski / Pexels

10. Die Insel Munkholmen

Wenn du vom Hafen aus in Richtung Fjord blickst, fällt dir sicher ein kleines Stück Land auf, das unweit der Küste aus dem Wasser ragt. Die Insel Munkholmen hat eine unglaublich abwechslungsreiche und düstere Geschichte hinter sich, denn sie diente als Richtstätte, Kloster, Militärfestung und bewachtes Gefängnis. Heute warten hier zum Glück keine Schrecken mehr und der Ort hat sich in eine beliebte Erholungszone verwandelt.

Während der Sommersaison fahren vom zentralen Hafen regelmäßig kleine Personenboote voller Einheimischer und Touristen hierher. Es ist einer der besten Orte in der Umgebung zum sommerlichen Baden und Picknicken auf den Grünflächen hinter den alten Mauern. Du findest hier auch ein angenehmes kleines Café und kannst eine geführte Besichtigung der Reste der alten Festung und des Klosters bezahlen, die dich durch die verwickelte Geschichte der Insel führt.

Das Studentenviertel Solsiden
Foto: Gunnar Ridderström / Pexels

11. Studentenatmosphäre und das Viertel Solsiden

Dank der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) machen Studenten fast ein Fünftel aller Einwohner der Stadt aus, was auf den Straßen enorm spürbar ist. Diese junge Energie konzentriert sich am stärksten im Viertel Solsiden, was übersetzt „Sonnenseite“ bedeutet. Es handelt sich um ein ehemaliges Gebiet alter Docks und Werften, das eine fantastische Revitalisierung durchlaufen hat und heute zu den modernsten und lebendigsten Adressen gehört.

Die Backsteinmauern alter Fabriken und die erhaltenen rostigen Kräne schaffen hier einen faszinierenden industriellen Kontrast zu modernem Design und Glasfassaden. Die Promenade ist gesäumt von einer riesigen Anzahl an Bars, Restaurants und Clubs, in denen vom frühen Nachmittag bis in die späten Nachtstunden das Leben tobt. Es ist der ideale Ort für einen abendlichen Drink, um nach einem anstrengenden Tag voller Sehenswürdigkeiten die entspannte nordische Atmosphäre aufzusaugen.

Cafés und Streetfood in Trondheim
Foto: Zak Mogel / Pexels

12. Streetfood, Cafés und vegetarisches Essen

Die norwegische Gastronomie dreht sich längst nicht mehr nur um Stockfisch, im Gegenteil – die moderne nordische Küche legt enormen Wert auf lokale Zutaten und Innovation. Wenn du tolle vegetarische Optionen suchst, steuere die Viertel Bakklandet und Solsiden an, wo du viele progressive Bistros mit köstlichen pflanzlichen Gerichten, hausgemachtem Hummus oder modern interpretierten Gemüsesuppen findest. Wer lokale Fleischspezialitäten probieren möchte, bekommt in traditionellen Lokalen Rentiergulasch oder frischen Lachs als Kostprobe des lokalen Erbes serviert.

Liebhaber von gutem Kaffee fühlen sich hier wie im wahren Paradies, denn die Kultur des Specialty-Coffee ist in Norwegen zur Perfektion gebracht. Vergiss zum Kaffee unbedingt nicht das traditionelle norwegische Gebäck wie Zimtschnecken oder Kardamomzöpfe, die hier unglaublich saftig und duftend gebacken werden. Besonders rund um die Markthalle lassen sich tolle Streetfood-Häppchen ergattern, die dich für einen Bruchteil des Preises klassischer Luxusrestaurants satt machen.

Wohin von Trondheim aus weiter

Sobald du die historischen Gassen und Cafés in vollen Zügen genossen hast, dient dir die Stadt als perfektes Sprungbrett für weitere Abenteuer. Norwegen ist riesig und bietet unzählige Orte, die es zu entdecken lohnt. Wenn du die atemberaubende Natur hinter dem Polarkreis weiter erkunden möchtest, lies unbedingt unseren ausführlichen Reiseführer Was man auf den Lofoten sehen sollte (großer Guide).

Zieht es dich dagegen eher nach Süden oder Westen und sehnst du dich nach den bekanntesten Naturszenerien, hilft dir unser Artikel Norwegische Fjorde — Reiseführer. Für einen kompletten Überblick über das ganze Land und die Planung größerer Roadtrips solltest du die Liste Norwegen: 50 Tipps, was man sehen sollte nicht verpassen. Und wenn du über die Hauptstadt zurückreist oder von dort einfliegst, findest du jede Menge Inspiration im Guide Oslo: was man sehen sollte.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage reichen für Trondheim?

Für die Besichtigung der historischen Altstadt selbst, den Besuch der riesigen Nidaros-Kathedrale und das Schlendern durch die Gassen von Bakklandet reichen dir bequem ein bis zwei volle Tage. Wenn du aber auch mit dem Boot zur Insel Munkholmen fahren oder mehrere Museen besuchen möchtest, lohnt es sich definitiv, noch einen weiteren Tag einzuplanen.

Muss man Eintritt für die Nidaros-Kathedrale bezahlen?

Ja, der Spaziergang durch das wunderschöne Außengelände ist zwar kostenlos, aber für den Eintritt in die Innenräume der Kathedrale selbst und für den Aufstieg auf den hohen Aussichtsturm muss Eintritt bezahlt werden. Tickets kauft man am besten vorab online, um in der Hauptsaison im Sommer lange Warteschlangen an der Kasse zu vermeiden.

Wie kommt man nach Trondheim?

Der bequemste und landschaftlich schönste Weg ist die Zugfahrt von Oslo auf der berühmten Bahnstrecke Dovrebanen, die etwa sechseinhalb Stunden Fahrt durch herrliche Natur dauert. Die Stadt verfügt zudem über den internationalen Flughafen Værnes, den Sie einfach und relativ günstig per Flugzeug von Oslo oder anderen europäischen Metropolen aus erreichen.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Ideale Reisezeit ist von Mai bis August, wenn du unglaublich lange und helle Tage genießen kannst und mit dem Boot zur beliebten Insel Munkholmen fahren kannst. Der Winter ist hier ziemlich dunkel und recht kalt, aber dafür wirst du mit der zauberhaften Atmosphäre der wunderschönen Weihnachtsmärkte ohne Touristenmassen belohnt.

Ist Trondheim ein guter Zwischenstopp auf dem Weg nach Norden?

Auf jeden Fall ja, die Stadt fungiert als absolut perfektes und strategisches Tor für Reisen tiefer in den Norden zum Polarkreis. Hier beginnt die beliebte Bahnstrecke Nordlandsbanen, mit der ihr bequem in die Stadt Bodø gelangt, und von dort aus ist es nur noch ein Katzensprung per Fähre zu den magischen Lofoten-Inseln.

Wo kann man in Trondheim vegetarisch essen?

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Die besten Möglichkeiten für pflanzliche Küche findest du im Studentenviertel Solsiden und in den gemütlichen Cafés rund um Bakklandet. Hier gibt es jede Menge moderne Bistros mit Fokus auf gesundes Streetfood, tolle Cafés mit veganen Desserts sowie Restaurants mit hochwertigen vegetarischen Versionen nordischer Gerichte.
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Was kann man in Trondheim mit Kindern sehen?

Für Familien mit Kindern ist das interaktive Museum für populäre Musik Rockheim ein absoluter Hit, wo sie das Spielen verschiedener Instrumente ausprobieren können. Im Sommer ist eine Bootsfahrt zur Insel Munkholmen in Verbindung mit dem Baden ein tolles Erlebnis, und die Kinder werden sich bestimmt auch beim Beobachten des einzigartigen Fahrrad-Lifts Trampe an einem steilen Hügel amüsieren.

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