Fast jeder trägt die Provence als Traumbild im Kopf – violette Lavendelfelder bis zum Horizont, der Duft von Kräutern, sonnenwarme kleine Plätze und eine Karaffe Roséwein. Doch sobald es ans Planen geht, tauchen die Fragen auf: Was kostet das Ganze, wann genau sollte man fahren, damit der Lavendel wirklich blüht, und lohnt sich eine Pauschalreise oder organisiert man lieber alles auf eigene Faust? Wir beide haben die Provence kreuz und quer bereist, und diese Seite fasst dir alles an einem Ort zusammen.
Du findest hier drei Dinge: aktuelle Preise für Pauschalreisen und Flüge, die wir jeden Morgen aktualisieren, damit du echte Zahlen siehst und keine Schätzungen; unsere Tipps aus eigenen Reisen und Artikeln – von Marseille bis zu den versteckten Buchten der Calanques; und einen Plan, wann und was du buchen solltest, damit du weder für den Flug noch für die Unterkunft unnötig draufzahlst.

Was man in Provence sehen und erleben kann
Die Provence ist nicht ein einzelner Ort, sondern eine ganze Region voller Kontraste – vom belebten Hafen bis zu stillen Dörfern im Hinterland. Hier sind die Orte, für die sich die Reise wirklich lohnt:
- Lavendelfelder – die Ikone der Provence, aber sie blühen nur ein paar Wochen im Jahr. Die Hochebene von Valensole und die Umgebung der Abtei Sénanque sind am fotogensten, doch das richtige Timing ist entscheidend.
- Marseille – die größte und lebendigste Stadt der Region, rau und schön zugleich. Der Alte Hafen, die Basilika Notre-Dame de la Garde, das Viertel Le Panier und die beste Bouillabaisse.
- Cassis und die Calanques – ein malerisches Hafenstädtchen und Kalksteinbuchten mit türkisblauem Wasser, die man zu Fuß erreicht oder per Boot. Unser Favorit für einen ganzen Tag am Meer.
- Avignon – die Stadt der Päpste mit dem mächtigen Papstpalast und der berühmten Brücke. Ein perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Hinterland.
- Die Dörfer des Luberon (Gordes, Roussillon, Ménerbes) – Steinhäuser, ockerfarbene Felsen und Märkte, ganz so, wie man sich das „provenzalische Idyll“ vorstellt.
Einen umfassenden Überblick darüber, was sich in der Region erleben lässt, haben wir in unserem Provence-Reiseführer mit 14 Tipps zusammengestellt – ein guter Einstieg, wenn du deine Route gerade erst zusammenstellst.
Wann ist die beste Reisezeit für Provence
Die zentrale Frage bei der Provence lautet: Reist du vor allem wegen des Lavendels oder wegen allem anderen? Der Lavendel blüht etwa von Mitte Juni bis Mitte Juli, auf der höher gelegenen Hochebene von Valensole eher bis Ende Juli. Wenn das violette Meer dein Hauptziel ist, plane deine Reise genau in dieses Zeitfenster – mehr dazu findest du in unserem Artikel über die Lavendelfelder.
Ansonsten ist die angenehmste Reisezeit der Mai, Juni und September – warm genug zum Baden und Wandern, aber noch ohne drückende Hitze und die größten Menschenmassen. Juli und August sind am heißesten (locker über 30 °C), Strände und Calanques platzen aus allen Nähten und die Unterkunftspreise schießen in die Höhe. Frühling und Herbst belohnen mit Ruhe und niedrigeren Preisen, nur das Meer ist im April und Oktober zum Baden schon eher kühl.
Im Winter ist die Provence still und günstig, viele kleinere Lokale und Hotels in den Dörfern schließen, aber Marseille und Avignon sind ganzjährig geöffnet und haben auch außerhalb der Saison ihren Reiz. Rechne außerdem mit dem Mistral – dem kalten Nordwind, der auch außerhalb der Saison ordentlich unangenehm sein kann.
Anreise nach Provence
Am schnellsten erreichst du die Provence mit dem Flugzeug. Das wichtigste Eingangstor ist der Flughafen Marseille (MRS), in der Nähe liegen auch Nizza oder Nîmes. Direktverbindungen sind meist saisonal, sodass man am häufigsten umsteigt (typischerweise über Paris). Vom Flughafen ins Zentrum von Marseille und weiter in die Region kommst du bequem mit dem Bus oder dem Zug.
Mit dem Auto sind es aus dem deutschsprachigen Raum je nach Startpunkt rund 1.000–1.300 km, also etwa 10–13 Stunden reine Fahrtzeit, etwa über die Schweiz (denk an die Vignette und das Schweizer Maut) oder über Italien. Das Auto lohnt sich, wenn du die Dörfer des Luberon und die Lavendelfelder erkunden willst, wohin öffentliche Verkehrsmittel praktisch nicht fahren. Geht es dir vor allem um die Städte, schaffst du das mit Zug und Bus und mietest dir das Auto nur für ein paar Tage.
Mietwagen vor Ort
Ein Auto lohnt sich in der Provence, wenn du die Lavendelfelder und die Dörfer des Luberon erkunden willst – wohin öffentliche Verkehrsmittel praktisch nicht oder nur sporadisch fahren. Für einen Aufenthalt mit Fokus auf Marseille, Avignon oder Cassis ist ein Auto dagegen oft eher hinderlich: Parken in den Städten ist teuer und kompliziert, und die Züge zwischen den großen Städten fahren gut. Ein praktischer Kompromiss ist, das Auto nur für die Tage zu mieten, an denen du aufs Land willst.
- Im Voraus buchen über Vergleichsportale – vor Ort ist es in der Saison teurer und kann ausverkauft sein.
- Achtung bei Versicherung und Kaution: Der Grundpreis enthält oft keinen vollen Schutz; die Kautionssperre auf der Karte fällt meist hoch aus.
- Maut (péage): Französische Autobahnen sind gebührenpflichtig, kalkuliere das ins Budget ein.
- Die Abholung am Flughafen ist meist wegen der Flughafengebühr teurer – vergleiche das mit einer Filiale in der Stadt.
Unterkünfte in Provence
Wo du dein Quartier aufschlägst, hängt davon ab, was du sehen willst. Für Städte und Kultur ist Avignon (hervorragende Verbindungen in der Region) oder Marseille (Meer, Trubel, Gastronomie) ein idealer Ausgangspunkt. Für Natur und dörfliche Idylle übernachtest du direkt im Luberon, fürs Meer in Cassis.
- Pensionen und Apartments in den Dörfern – das beste Verhältnis von Atmosphäre und Preis, aber du brauchst ein Auto.
- Hotels in Avignon und Marseille – praktisch, gut angebunden, ganzjährig geöffnet.
- Provenzalische „chambres d’hôtes“ (so etwas wie eine Pension mit Frühstück) – persönlicher Service, oft mit Pool und Garten.
- Campingplätze und Mobilheime an der Küste – die günstigere Variante im Sommer, aber in der Hochsaison weit im Voraus buchen.

Pauschalreise oder auf eigene Faust?
Die Provence lässt sich auf beide Arten erkunden – es kommt darauf an, wie viel du selbst organisieren willst und was du von der Reise erwartest.
- Eine Pauschalreise lohnt sich, wenn du dich nicht um Transport und Route kümmern willst, zum ersten Mal fährst und in wenigen Tagen das Wichtigste sehen willst, dich die Sprachbarriere stört oder du ohne Auto reist und trotzdem zum Lavendel und in die Dörfer kommen möchtest.
- Auf eigene Faust solltest du fahren, wenn du dein eigenes Tempo und eine flexible Route willst, gerne Auto fährst, einen längeren Aufenthalt an einem Ort planst oder genau auf die Lavendelsaison zielst und im Morgengrauen ohne Menschenmassen fotografieren willst.
Wir beide lieben die Freiheit auf eigene Faust – wegen der Dörfer, der Märkte und der frühen Morgen auf den Feldern wäre uns ein organisiertes Programm zu eng. Aber ehrlich gesagt: Wenn du zum ersten Mal, nur kurz und ohne Auto fährst, erspart dir eine gut zusammengestellte Pauschalreise jede Menge Planung und Stress. Entscheide selbst und vergleiche die aktuellen Angebote weiter unten.
Budget: Tageskosten in Provence
| Niveau | Unterkunft | Essen | Transport & Aktivitäten | Gesamt/Tag |
|---|---|---|---|---|
| Rucksacktourist | 30 €–45 € (Hostel, Camping) | 14 €–20 € (Märkte, Bäckereien, Selbstkochen) | 10 €–20 € (ÖPNV, Zug, Eintritte) | ca. 50 €–85 € |
| Standard | 60 €–110 € (Pension, Apartment) | 30 €–45 € (Mittagsmenü, Abendessen im Bistro) | 30 €–45 € (Auto, Bootsausflüge, Eintritte) | ca. 115 €–200 € |
| Komfort | 140 €+ (Hotel, chambres d’hôtes mit Pool) | 60 €+ (Restaurant, Wein) | 60 €+ (eigenes Auto, Führungen, Verkostungen) | ca. 260 €+ |
Die Preise sind Richtwerte und gelten pro Person. Zu zweit spart ihr immer bei Unterkunft und Auto. Den größten Unterschied macht die Saison – im Juli und August liegen die Unterkunftspreise um zig Prozent höher als im Frühling und Herbst.
Sparen bei der Planung
- Flüge 2–4 Monate im Voraus buchen. Für den Sommer und vor allem die Lavendelsaison (Juni–Juli) steigen die Preise, je näher der Termin rückt. Behalte auch Umsteigeverbindungen über Paris im Blick, sie sind oft günstiger als saisonale Direktflüge. Flüge findest du in unserer Suche.
- Unterkunft in der Saison früh buchen – Pensionen und Apartments in den Dörfern und am Meer füllen sich im Sommer schnell, und die letzten freien Plätze sind meist die teuersten. Außerhalb der Saison kannst du dagegen ruhig abwarten. Schau dir unsere Unterkunftstipps an.
- Aktivitäten und Bootsausflüge zu den Calanques solltest du vor allem im Juli und August vorab buchen – vor Ort ist oft ausverkauft oder du stößt auf lange Warteschlangen. Sieh dir an, was du rechtzeitig buchen solltest.
- Wo man draufzahlt: Restaurants direkt am Alten Hafen in Marseille und in den touristischsten Dörfern. Geh eine Straße weiter oder kauf auf dem Markt ein – das spart Geld und du erlebst mehr.
- Wenn du eine organisierte Pauschalreise erwägst, vergleiche Frühbucher- (günstiger, gesicherter Termin) und Last-Minute-Angebote im Bereich der aktuellen Pauschalreisen auf dieser Seite.
Praktische Informationen
- Sprache und Bezahlen: Gesprochen wird Französisch, mit Englisch kommt man hier schlechter durch als anderswo. Bezahlt wird in Euro, mit Karte zahlst du fast überall, aber auf Märkten und in kleinen Dörfern solltest du auch Bargeld dabeihaben.
- Konnektivität: Am einfachsten ist eine eSIM – du aktivierst sie noch vor dem Abflug und hast direkt nach der Landung Daten für Navigation, Karten und die Restaurantsuche. In einer Region mit verstreuten Dörfern zahlt sich das doppelt aus.
- Sicherheit: Die Provence ist entspannt, nur in Marseille rund um den Bahnhof und in Touristenmengen solltest du auf Taschendiebe achten. Lass nie Wertsachen sichtbar im Auto liegen.
- Praktische Tipps: Die Dorfmärkte finden meist vormittags statt – komm früh. Viele Geschäfte haben Mittagspause (etwa 12–14 Uhr). Für die Calanques gilt im Sommer wegen der Waldbrandgefahr eine Zugangsbeschränkung, informiere dich vorab.
