Bucht von Kotor und Perast: 12 Tipps für die schönste Bucht der Adria

Kotor in Montenegro gehört zu jenen Orten, die dich auf Fotos völlig in den Bann ziehen – in Wirklichkeit sind sie aber noch ein gutes Stück majestätischer. Stell dir steile Kalksteingipfel vor, die direkt in das tiefblaue Meer abfallen, und dazwischen schmiegen sich winzige Steinstädtchen mit perfekter venezianischer Architektur. Obwohl die Bucht gern als südlichster Fjord Europas bezeichnet wird, handelt es sich geologisch eigentlich um ein überflutetes Flusstal, eine sogenannte Ria. Ihrer dramatischen Schönheit tut das aber keinen Abbruch – du wirst dich hier wie in einem romantischen historischen Film fühlen.

Die strahlende Perle der gesamten Bucht ist zweifellos Perast, ein winziges barockes Städtchen, das sich bis heute seine alte maritime Atmosphäre und den Zauber vergangener Zeiten bewahrt hat. In diesem Artikel gebe ich dir einen Guide mit Tipps zur Bucht, den Inselchen und der legendären Gospa od Škrpjela, damit du deinen Urlaub in Montenegro in vollen Zügen genießt. Ich verrate dir, wo du den besten Ausblick erwischst, wie du den Sommermassen entgehst und wohin du für echte lokale Atmosphäre ohne touristischen Glanz aufbrechen solltest.

Neben den Sehenswürdigkeiten und Ausflügen schauen wir uns auch ganz praktische Infos zu Anreise und Unterkunft an, denn das Parken in Perast kann in der Sommersaison eine ziemliche Herausforderung sein. Pack bequeme Schuhe für die Erkundung der alten Eselspfade ein und vergiss die Badesachen nicht – auch wenn ich dich gleich darauf hinweise, dass du hier keine klassischen Sandstrände erwarten solltest. Die Bucht von Kotor ist eben ganz eigen, unglaublich einzigartig und wird sich garantiert tief in dein Gedächtnis einprägen.

Zusammenfassung
Foto: Julien Goettelmann / Pexels

Zusammenfassung

  • Die künstliche Insel Gospa od Škrpjela ist die Hauptattraktion der Region, das Boot von Perast kostet etwa 5 € für die Hin- und Rückfahrt.
  • Das Parken in Perast ist in der Saison kostenpflichtig (rund 8 bis 15 €) und die Plätze sind schnell weg, also komm idealerweise vor acht Uhr morgens.
  • Den besten Blick auf Stadt und Bucht bietet der Glockenturm der Nikolauskirche, den du für symbolische 2 € erklimmst.
  • Das Baden in der Bucht von Kotor findet überwiegend an Betonmolen und kleinen Kieselstränden statt, das Wasser ist wegen der Quellen oft kühler.
  • Das historische Städtchen Risan birgt einzigartige antike römische Mosaike, zu denen die Massen aus den Kreuzfahrtschiffen meist nicht finden.
  • Adrenalin und die schönsten Panoramen erlebst du auf der alten Serpentinenstraße P1, die von Kotor hinauf zum Lovćen führt.
Küstenstraße entlang der Bucht von Kotor
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Wann nach Kotor und Perast in Montenegro reisen

Wenn du die Bucht in ihrer besten Form erleben willst, komm im Juni oder Mitte September, wenn das Meer bereits angenehm auf 22 bis 25 Grad aufgeheizt ist. In diesen Monaten genießt du herrliches Sommerwetter und entgehst gleichzeitig den schlimmsten Preisspitzen und den unkontrollierbaren Touristenmassen. Mai und Oktober empfehle ich allen, die vor allem zum Fotografieren und Wandern hierherkommen, denn angenehme Temperaturen ohne brütende Hitze sind für die Aufstiege in die Berge absolut ideal.

Während der Hauptsaison im Juli und August musst du damit rechnen, dass die Bucht von Kotor unter dem Ansturm der Passagiere von riesigen Kreuzfahrtschiffen aus allen Nähten platzt – diese ankern überwiegend im nahen Kotor. In dieser Zeit bilden sich lange Staus auf der Küstenstraße und die Übernachtungspreise klettern auf ihre Jahreshöchstwerte. Eine interessante Ausnahme für einen Sommerbesuch ist allerdings das traditionelle Fest Fašinada, das regelmäßig am 22. Juli stattfindet und einen völlig einzigartigen Einblick in die lokale Kultur bietet.

Perast selbst ist am zauberhaftesten am frühen Morgen oder am Abend nach 17 Uhr, wenn die Tagesausflügler abgereist sind und das Städtchen zur Ruhe kommt. Ein Besuch am Morgen hat zudem einen riesigen Vorteil: die Verfügbarkeit von Parkplätzen an den Stadteinfahrten – nach neun Uhr findest du oft keinen freien Platz mehr. Außerhalb der Saison von November bis April sind die Parkschranken meist geöffnet und das Parken ist kostenlos, dafür haben viele Betriebe in dieser Zeit geschlossen.

Wo in Perast und Umgebung übernachten
Foto: Took A Snap / Pexels

Hotels in Kotor, Montenegro: Wo in Perast und Umgebung übernachten

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten vergleicht und bucht man am besten über GetYourGuide.

Perast ist wirklich ein winziges Städtchen, daher ist das Angebot an guten Unterkünften begrenzt – dafür umso boutiquiger und romantischer. Die absolute Spitze ist das Heritage Grand Perast, ein großzügiges Fünf-Sterne-Hotel im sorgfältig restaurierten Palast Smekja aus dem 18. Jahrhundert direkt am Wasser. Wenn du perfekte Romantik mit Blick auf die Inselchen und erstklassigem Spa suchst, ist dieses historische Juwel die beste Wahl, die du über Booking reservieren kannst.

Eine weitere großartige Option direkt im Herzen des Städtchens ist das Hotel Conte, das Hunderte begeisterter Bewertungen gesammelt hat und Apartments in historischen Gebäuden über ganz Perast verstreut anbietet. Dieses Vier-Sterne-Hotel hat ein eigenes Restaurant direkt am Wasser, wo du hervorragende Pasta oder Gemüsesalate mit unvergesslichem Ausblick genießen kannst. Etwas günstiger, aber dennoch wunderbar stilvoll ist die Vila Perast Boutique Hotel, die unweit der orthodoxen Kirche liegt und mit einem hervorragenden Preis-Lage-Verhältnis punktet.

Wenn du mehr Ruhe bevorzugst und es dir nichts ausmacht, fünf bis fünfzehn Minuten mit dem Auto zu fahren, schau dich nach einer Unterkunft im weiteren Gebiet von Dobrota nahe Kotor um. Wunderschön ist das luxuriöse Boutique-Hotel Forza Mare, das einen privaten Strand und eine intime Atmosphäre abseits des größten Trubels bietet. Geschichtsliebhaber werden das Palazzo Radomiri Heritage Boutique Hotel zu schätzen wissen, einen barocken Palast mit eigenem Steg, oder das bezaubernde steinerne Casa del Mare Pietra, das sich mit einem sehr persönlichen Service auszeichnet.

12 Tipps, was man in der Bucht von Kotor sehen und tun kann
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12 Tipps, was man in der Bucht von Kotor sehen und erleben kann

Die Bucht von Kotor bietet eine riesige Vielfalt an Erlebnissen, von der Erkundung alter Paläste bis zu anspruchsvollen Bergtouren. Ich habe für dich zwölf konkrete Tipps vorbereitet, die dir helfen, deine perfekte Reiseroute zu planen und auch jene Orte zu entdecken, zu denen die gewöhnlichen Touristen aus den Kreuzfahrtschiffen meist gar nicht gelangen.

Perast: Autofreies Städtchen und barocke Paläste
Foto: Maria Marselle / Pexels

1. Perast: Autofreies Städtchen und barocke Paläste

Perast war einst eine bedeutende Seemacht, und der Überlieferung nach schickte sogar der russische Zar Peter der Große seine Kadetten in die hiesige Marineakademie. Auf gerade einmal vierhundert Metern Uferpromenade drängen sich 16 Kirchen und 17 prächtige Paläste, weshalb der ganze Ort wie ein Miniatur-Venedig wirkt. Ein entscheidender Vorteil ist, dass die Hauptstraße nicht durch das Zentrum führt – die Autos bleiben auf den Parkplätzen, und der Stadtkern bewahrt sich so eine herrlich ruhige Fußgängeratmosphäre.

Beim Spaziergang übersiehst du bestimmt nicht den majestätischen Palast Smekja, erbaut aus weißem Stein von der kroatischen Insel Korčula, oder den Palast Zmajević mit seinem seltenen achteckigen Glockentürmchen bei der Privatkapelle. Die meisten dieser Gebäude sind leider von innen nicht zugänglich, eine Ausnahme bildet jedoch der schöne Palast Bujović, in dem heute das Museum von Perast mit einem Eintritt von etwa 2 bis 3 € untergebracht ist. Drinnen findest du faszinierende Sammlungen, die an die reiche maritime Geschichte dieses unscheinbaren montenegrinischen Juwels erinnern.

💡 Tipp: Wenn dich beim Erkunden der Gassen der Hunger packt, kehre in einem der Uferrestaurants ein. Auch wenn die lokalen Konobas vor allem für ihre Fischspezialitäten berühmt sind, kommen Vegetarier hier problemlos auf ihre Kosten – mit toller Pizza Margherita, Käse-Pasta oder frisch gegrilltem Gemüse mit lokalem Käse.

Glockenturm der Nikolauskirche: Der beste Ausblick
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2. Glockenturm der Nikolauskirche: Der beste Ausblick

Am Hauptplatz von Perast steht die Nikolauskirche, die zwar historisch unvollendet blieb, sich aber eines herrlichen, 55 Meter hohen Glockenturms rühmt. Während die Touristenmassen unten auf der Promenade flanieren, kannst du für symbolische 2 € die enge Wendeltreppe bis ganz nach oben zu diesem Wahrzeichen erklimmen. Der Weg hinauf ist etwas beengt, aber der Blick, der sich dir oben bietet, ist die kleine Anstrengung allemal wert.

Vom Umgang des Glockenturms breitet sich vor dir ein perfektes 360-Grad-Panorama über die gesamte innere Bucht von Kotor, die Meerenge Verige und die bewaldeten Hänge der umliegenden Berge aus. Am wichtigsten ist aber: Von hier hast du den besten Vogelperspektiv-Blick auf beide berühmten Inselchen von Perast, den die Leute vom Schiffsdeck aus nie sehen werden. Die leuchtend blaue Kuppel der Kirche auf der Insel Gospa od Škrpjela im Kontrast zum dunklen Meer sieht aus dieser Höhe absolut fantastisch aus.

Gospa od Škrpjela: Künstliche Insel mit Legende
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3. Gospa od Škrpjela: Künstliche Insel mit Legende

Gospa od Škrpjela, übersetzt „Madonna auf dem Felsen“, ist eine absolute Weltrarität, denn es handelt sich um die einzige künstlich geschaffene Insel in der gesamten Adria. Einer alten Legende nach fanden hiesige Seeleute am 22. Juli 1452 auf einem einsamen Felsen eine Marienikone, und nach der wundersamen Genesung eines von ihnen begannen sie aus Dankbarkeit, Steine ins Meer zu werfen. Der Bau der Insel dauerte lange Jahrhunderte, und die Einheimischen versenkten neben Steinen auch alte ausgediente, mit Schotter gefüllte Schiffe.

Die heutige barocke Kirche mit ihrer ikonischen blauen Kuppel birgt ein überaus reiches Interieur, das von fast siebzig Gemälden des Malers Tripo Kokolja dominiert wird. Absolut atemberaubend ist die Sammlung von über 2.500 silbernen Votivtafeln, die Seeleute als Dank für die Rettung vor Stürmen und Piraten hierherbrachten. Der Eintritt in die Kirche und das angeschlossene kleine Museum kostet etwa 2 bis 3 €, geöffnet ist meist täglich von neun Uhr morgens bis sechs Uhr abends.

💡 Tipp: Lass dir im Museum auf keinen Fall den Blick auf die berühmte gestickte Ikone entgehen, an der eine der einheimischen Frauen der Legende nach ganze 25 Jahre arbeitete, während sie auf die Rückkehr ihres Mannes vom Meer wartete – und nach und nach auch ihre eigenen ergrauenden Haare in die Stickerei einarbeitete.

Bootsfahrt zur Gospa: Tickets und Preise
Foto: Julien Goettelmann / Pexels

4. Bootsfahrt zur Gospa: Tickets und Preise

Auf die Insel Gospa od Škrpjela zu gelangen ist ganz einfach, und von Perast aus kommt es dich viel günstiger als die überteuerten, von Kotor organisierten Ausflüge. Direkt an der Hauptpromenade pendeln ständig kleine Taxi-Boote, die dich zum Richtpreis von 5 € pro Person hin und zurück bringen. Die Fahrt selbst dauert etwa fünf Minuten, und die Tickets kaufst du einfach bar direkt bei den Bootsbetreibern am Steg, sodass du dich nicht mit komplizierten Online-Buchungen herumschlagen musst.

Erfahrene Reisende empfehlen, sich nicht zu Komplettpaketen verleiten zu lassen und lieber genau diese lokalen Bootsführer zu nutzen, denn sie warten bereitwillig auf dich, bis du die ganze Insel in Ruhe besichtigt hast. Der Preis kann bei manchen Anbietern in der Sommerhochsaison leicht auf bis zu 10 € steigen, bleibt aber ein sehr erschwingliches Erlebnis. Vergiss nicht, ausreichend Kleingeld mitzunehmen, denn Kartenzahlung ist bei diesen kleinen Booten meist nicht möglich.

Sveti Đorđe: Natürliche Toteninsel
Foto: Julien Goettelmann / Pexels

5. Sveti Đorđe: Die natürliche Toteninsel

Gleich neben der künstlichen Gospa liegt ihr natürliches Gegenstück, die geheimnisvolle Insel Sveti Đorđe, also Sankt Georg, die auf den ersten Blick an ihren hochgewachsenen Zypressen zu erkennen ist. Auf der Insel steht ein altes Benediktinerkloster, dessen Anfänge bis ins frühe Mittelalter zurückreichen, sowie ein uralter Friedhof, auf dem über Jahrhunderte der Adel von Perast bestattet wurde. Mit ihr verbindet sich eine melancholische Sage über den französischen Soldaten Anto und das einheimische Mädchen Katica aus den harten Zeiten der Napoleonischen Kriege.

Im Gegensatz zur Nachbarinsel ist Sveti Đorđe für die breite Öffentlichkeit streng unzugänglich, da es sich um einen funktionierenden Klosterkomplex und einen Pietätsort handelt. Bewundern kannst du sie also nur von außen vom Deck eines vorbeifahrenden Bootes oder aus der Höhe des Glockenturms von Perast. Der Kontrast zwischen der dunkelgrünen, stillen Toteninsel und der leuchtend blauen, von Touristen belebten Gospa-Insel schafft ein absolut faszinierendes visuelles und emotionales Erlebnis.

Bootsrundfahrt durch die gesamte Bucht und Blaue Grotte
Foto: Boris Hamer / Pexels

6. Bootsrundfahrt durch die Bucht und die Blaue Grotte

Wenn du die enorme Ausdehnung und Schönheit der gesamten Bucht begreifen willst, ist eine Rundfahrt mit dem Boot über die ganze Bucht von Kotor die beste Möglichkeit. Gruppenausflüge beginnen bei Preisen um 25 bis 30 € pro Person, während du ein privates Schnellboot für eine kleinere Gruppe etwa ab 80 bis 90 € pro Boot mieten kannst. Diese Fahrten dauern in der Regel zwei bis drei Stunden, und die meisten starten bequem vom großen Yachthafen in Kotor, aber kürzere Varianten findest du auch in Perast.

Auf der klassischen Runde siehst du die Gospa od Škrpjela, fährst an alten U-Boot-Tunneln aus jugoslawischen Zeiten vorbei und schaust dir die Inselfestung Mamula an, aus der heute ein Luxushotel geworden ist. Das Highlight des Programms ist meist der Besuch der wunderschönen Blauen Grotte (Plava špilja) auf der Halbinsel Luštica, wo die Sonnenstrahlen unter Wasser einen unglaublich leuchtend blauen Effekt erzeugen und wo oft auch Zeit für ein kurzes, sehr erfrischendes Bad eingeplant ist.

Risan: Älteste Siedlung und römische Mosaike
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
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Wo man in der Bucht von Kotor und Perast übernachten kann
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Stilvolles Boutique-Hotel in der Nähe der orthodoxen Kirche, das mit einem ausgezeichneten Preis-Lage-Verhältnis im Zentrum von Perast überzeugt.
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Luxuriöses Boutique-Hotel in der Gegend von Dobrota mit Privatstrand und intimer Atmosphäre abseits des größten Trubels. Ideal für mehr Ruhe, ca. 5-15 Minuten mit dem Auto von Perast entfernt.
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Palazzo Radomiri Heritage Boutique Hotel
Barocker Palast mit eigenem Pier in Dobrota, ideal für Geschichtsliebhaber. Liegt in der weiteren Umgebung von Kotor, ein ruhigerer Ort als das belebte Perast.
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Casa del Mare Pietra
Beeindruckendes steinernes Boutique-Hotel in Dobrota, das sich durch einen sehr persönlichen Service auszeichnet. Liegt in der Nähe von Kotor, ca. 5-15 Minuten mit dem Auto von Perast entfernt.
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7. Risan: Älteste Siedlung und römische Mosaike

Nur fünf Autominuten von Perast entfernt liegt das unscheinbare Städtchen Risan, das nachweislich die älteste Siedlung in der gesamten Bucht von Kotor ist. Einst residierte hier die berühmte illyrische Königin Teuta, doch der Hauptgrund, heute hierherzukommen, sind die fantastisch erhaltenen Bodenmosaike aus der antiken römischen Villa Urbana aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Es ist das einzige erhaltene römische Denkmal dieser Art in ganz Montenegro, und die Touristenmassen ahnen oft nichts davon.

Das größte Juwel der gesamten Fundstätte ist das einzigartige farbige Mosaik des Schlafgottes Hypnos, das zu den absoluten Weltraritäten gehört, denn von ähnlichen Darstellungen ist nur ein verschwindend geringer Teil erhalten geblieben. Der Eintritt in das Areal beträgt sehr angenehme 5 € für Erwachsene, Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt. Beachte aber, dass das Areal etwa von April bis Oktober geöffnet ist, und passe auf, dass montags und im gesamten Januar der Komplex geschlossen ist.

Morinj: Klein-Venedig und kalte Quellen
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8. Morinj: Klein-Venedig und kalte Quellen

Auf halbem Weg zwischen Kotor und Herceg Novi verbirgt sich das malerische Dörfchen Morinj, das für sein dichtes Netz aus Karstquellen, Bächlein und historischen Wassermühlen berühmt ist. Diese grüne und schattige Gegend wird oft Mala Venecija, also Klein-Venedig genannt, und bietet dank ihrer hohen Kastanienwälder einen perfekten Zufluchtsort vor der Sommerhitze. Es ist eine Oase der Ruhe inmitten eines ansonsten recht belebten und heißen Touristenziels.

Der lokale Kieselstrand im Ortsteil Donji Morinj ist teilweise von hohen Kastanien beschattet, aber du musst damit rechnen, dass das Wasser hier selbst im heißen August ungewöhnlich kalt ist – eben wegen der Vielzahl unterseeischer Süßwasserquellen. Wenn du im Frühling oder nach ergiebigeren Regenfällen hierherkommst, kannst du über dem Dorf auch den kaskadenförmigen Wasserfall Sopot bewundern, der nach einem heißen, trockenen Sommer allerdings oft völlig austrocknet.

💡 Tipp: In Morinj befindet sich das berühmte Restaurant Ćatovića Mlini in einer alten Olivenmühle. Der Betrieb ist zwar vor allem für seine Fischspezialitäten bekannt, aber das Ambiente selbst mit Teichen und alter Architektur ist einen kurzen Spaziergang wert, selbst wenn du nicht zum opulenten Mittagessen hineingehst.

Gornji Stoliv: Wanderung zum verlassenen Dorf
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9. Gornji Stoliv: Wanderung zum verlassenen Dorf

Während das küstennahe Donji Stoliv mit seiner barocken Kirche direkt am Wasser liegt, beginnt das wahre Abenteuer erst beim Aufstieg zum alten verlassenen Dorf Gornji Stoliv, das sich hoch oben in den Bergen über der Bucht zusammenkauert. Der Weg nach oben dauert etwa 30 bis 45 Minuten über einen alten steinernen Eselspfad, der sich durch Terrassengärten und uralten Kastanienwald schlängelt. Die Strecke ist zwar technisch anspruchslos und gut markiert, aber sei darauf gefasst, dass es ständig steil bergauf geht.

Wenn du auf 260 Metern Höhe ankommst, begrüßen dich die steinernen Ruinen verlassener Häuser und die schöne, bis heute gepflegte Eliaskirche, deren Anfänge bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Die Einheimischen sagen, sie sei eine der schönsten Kirchen der Bucht, und außerdem eröffnet sich von hier ein absolut atemberaubender Panoramablick über die gesamte Bucht. Vergiss nicht, ausreichend Trinkwasser und festes Schuhwerk mitzunehmen, denn der Pfad kann nach Regen ziemlich rutschig sein.

Meerenge Verige: Die engste Stelle der Bucht
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10. Meerenge Verige: Die engste Stelle der Bucht

Wenn du durch die Bucht reist, fällt dir bestimmt die Stelle auf, an der sich die Bucht dramatisch verengt und die Ufer sich auf nur etwa 350 Meter annähern. Diese Meerenge heißt Verige, was die alte Bezeichnung für massive Eisenketten ist, die hier in Zeiten größter Bedrohung von Ufer zu Ufer gespannt wurden. Ihre Hauptaufgabe war es, die reiche innere Bucht nachts hermetisch abzuriegeln und Städte wie Kotor und Perast vor unerwarteten Überfällen gefürchteter Piraten und feindlicher Flotten zu schützen.

Historisch fungierte dieser Ort auch als angespannte Grenze zwischen den christlichen Städten der inneren Bucht und dem osmanischen Gebiet um Herceg Novi. Heute ist es vor allem ein fantastischer Fotopunkt, der wunderbar erklärt, warum die Bucht so sehr an einen nordischen Fjord erinnert – denn genau hier schnürt sich die Wasserfläche zusammen und öffnet sich anschließend wieder weit in die nächste versteckte Bucht. Die besten Blicke auf die Meerenge bietet die Hauptstraße, die Kotor und Risan verbindet.

Serpentinen P1 zum Lovćen: Epische Ausblicke
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11. Serpentinen P1 zum Lovćen: Epische Ausblicke

Wenn du schwindelfrei und nicht zimperlich bist, mach dich von Kotor aus auf der alten historischen Straße P1 nach oben, die über die steilen Hänge in Richtung Nationalpark Lovćen klettert. Diese ingenieurtechnische Rarität überwindet auf knapp acht Kilometern einen enormen Höhenunterschied und besteht aus 25 scharf geknickten, nummerierten Haarnadelkurven. Das Fahren erfordert hier große Vorsicht, denn die Straße ist eng und du musst dem entgegenkommenden Touristenbussen oft ausweichen.

Das bisschen Adrenalin am Steuer zahlt sich aber hundertfach aus, denn die besten Aussichtspunkte beginnen etwa ab der zwanzigsten Kurve, wo du auch offizielle Aussichtsplätze findest. Aus dieser Vogelperspektive siehst du die gesamte innere Bucht von Kotor wie auf dem Handteller, erkennst beide Inselchen von Perast und erblickst in der Ferne auch die glitzernde offene Adria. Ich empfehle, früh morgens oder am Abend hierherzukommen, wenn das Licht am schönsten und der Verkehr auf der schmalen Straße viel erträglicher ist.

Badestege an der Küstenstraße entlang der Bucht von Kotor

12. Baden in der Bucht: Betonmolen und Kiesel

Bei der Planung deines Urlaubs in der Bucht von Kotor solltest du realistische Erwartungen ans hiesige Baden haben. Klassische endlose Sandstrände findest du hier schlicht nicht – die Bucht ist von steilen Bergen gesäumt, und der Zugang zum Wasser erfolgt überwiegend über gebaute Betonmolen, von denen man springt, oder über schmale Streifen aus gröberen Kieseln. Das Wasser in den inneren Teilen der Bucht zirkuliert zudem nicht so stark und ist wegen der erwähnten unterseeischen Quellen merklich kühler als auf offener See.

Wenn du wirklich schönes Baden in natürlicher Umgebung genießen willst, fahre ins schattige Morinj oder begib dich bis zur Ausfahrt aus der Bucht, wo die offeneren Kieselstrände Žanjice und Mirište liegen. Für alle, die sich nach feinem Sand und langen Strandpromenaden mit Liegen sehnen, ist es am besten, die Bucht von Kotor ganz zu verlassen und beispielsweise auf die Halbinsel Luštica, südlich Richtung Budva oder bis zum berühmten Strand Velika Plaža bei Ulcinj zu fahren.

Wohin von der Bucht von Kotor weiter
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Wohin von der Bucht von Kotor weiter

Die Bucht von Kotor hat eine absolut ideale Lage, um Montenegro weiter zu erkunden, denn sie liegt an der Grenze zwischen hohen Bergen und der offenen Adria. Wenn du ein Auto zur Verfügung hast, fahre nach der Serpentinenstrecke unbedingt weiter in die Berge und entdecke das alte Bergdorf Njeguši, oder schau dir das atemberaubende Mausoleum im Nationalpark Lovćen an. Wenn dich eher Baden und Nachtleben locken, mach dich nach Süden in das nahe Budva auf, das als Zentrum des Sommervergnügens gilt.

Für ausführlichere Inspiration, was du in diesem wunderschönen Land sonst noch sehen kannst, wirf unbedingt einen Blick in unseren großen Artikel Urlaub in Montenegro: 15 Tipps für Meer und Berge, wo du viele bewährte und praktische Ratschläge für weitere schöne Ausflüge findest. Die Bucht kannst du als hervorragende Basis nutzen, von der aus du Tagesausflüge zu Nationalparks, Schluchten und weiteren Küstenschätzen unternehmen kannst.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet die Bootsfahrt nach Gospa od Škrpjela und wo kann man die Tickets kaufen?

Die kleinen Taxiboote, die vom Pier in Perast pendeln, kosten ungefähr 5 € pro Person für die Hin- und Rückfahrt, wobei die Fahrt selbst etwa fünf Minuten dauert. Die Tickets kauft man ausschließlich bar direkt bei den Bootsführern am Pier, was deutlich günstiger ist, als für große Online-Touren zu bezahlen. Der Eintritt zur Kirche und zum Museum auf der Insel wird separat bezahlt und kostet etwa 2 bis 3 €.

Kann man auch die zweite Insel Sveti Đorđe besuchen?

Nein, die Insel Sveti Đorđe ist für die breite Öffentlichkeit völlig unzugänglich, da es sich um ein funktionierendes Benediktinerkloster mit einem alten und geschützten Friedhof des Adels von Perast handelt. Die altehrwürdigen Mauern und die typischen hohen Zypressen kann man nur von außen bewundern – entweder von einem vorbeifahrenden Boot aus oder von oben vom Glockenturm des Hl. Nikolaus. Besuchen kann man ausschließlich die benachbarte künstliche Insel Gospa od Škrpjela.

3. Wo und für wie viel kann man in Perast parken?

In der Hauptsaison im Sommer ist das Zentrum für den Durchgangsverkehr gesperrt und man parkt auf zwei gebührenpflichtigen Parkplätzen an beiden Ortseingängen, wofür ihr ungefähr 8 € pro Tag oder 15 € für volle 24 Stunden zahlt, und zwar nur in bar. Außerhalb der Saison sind diese Zonen kostenlos, aber im Sommer empfehle ich euch dringend, vor 8:00 Uhr morgens anzukommen, sonst werdet ihr mit ziemlicher Sicherheit keinen freien Platz mehr finden.

4. Ist die Bucht von Kotor wirklich ein Fjord?

Obwohl die Bucht gerne als „südlichster Fjord Europas“ bezeichnet wird, ist sie aus geologischer Sicht überhaupt kein Fjord. Ein klassischer Fjord wurde immer von einem massiven sich bewegenden Gletscher ausgehöhlt, während die Bucht von Kotor eine sogenannte Ria ist, das ist eine überflutete Mündung eines uralten Flusstals, die vom steigenden Meer überschwemmt wurde. Optisch erinnert sie aber tatsächlich stark an einen nordischen Fjord, dank der steilen Berge, die direkt ins Wasser abfallen.

5. Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Perast und der Bucht von Kotor?

Die Monate Juni und Ende September bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn das Meer herrlich warm ist und sommerliches Wetter herrscht, aber ohne extreme Preise und Touristenmassen. Im Juli und August müssen Sie sich auf den Ansturm von Kreuzfahrtschiffen und häufige Verkehrsstaus einstellen, während Mai und Oktober absolut ideal zum Fotografieren und für Bergwanderungen ohne die erdrückende Hitze sind.

6. Was ist die Fašinada und wann findet sie statt?

Fašinada ist ein wunderschönes traditionelles Fest, das jedes Jahr am 22. Juli am Abend stattfindet, üblicherweise gegen halb sieben. Die einheimischen Männer werfen auf festlich geschmückten Booten gemeinsam Steine ins Meer rund um die Insel Gospa od Škrpjela und setzen damit symbolisch den Aufbau der Insel fort, genau so, wie es seit Jahrhunderten ab dem Jahr 1452 gemacht wurde.

7. Lohnt sich eine Bootsrundfahrt durch die gesamte Bucht von Kotor?

Auf jeden Fall ja, wenn Sie die Bucht aus einer völlig anderen Perspektive sehen und ihre enorme Ausdehnung verstehen möchten. Gruppentouren beginnen ungefähr bei 25 bis 30 € pro Person, dauern zwei bis drei Stunden und beinhalten Gospa, Perast, die alten U-Boot-Tunnel sowie die beliebte Blaue Grotte. Die meisten dieser Fahrten legen bequem von der großen Marina im nahen Kotor ab.

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