Wenn du überlegst, diesen Sommer nach Griechenland zu fahren, habe ich einen fantastischen Tipp für dich. Naxos gilt unter vielen Reisenden als klarer Favorit unter den griechischen Inseln für Familien — und ehrlich gesagt: Wer einmal hier war, versteht sofort warum. Während die Nachbarinseln unter dem Ansturm der Touristen stöhnen und die Preise ins Unermessliche steigen, findest du hier echte kykladische Ruhe zu deutlich vernünftigeren Preisen. Naxos Griechenland ist die größte und grünste Insel der Kykladen, lebt in ihrem eigenen Rhythmus und ist nicht allein vom Tourismus abhängig.
Was erwartet dich also auf Naxos? Ich habe 15 Tipps für dich zusammengestellt – von den schönsten Stränden über antike Skulpturen bis hin zu Bergdörfern, in denen du an einem ganzen Nachmittag keinem einzigen Touristen begegnest. Du findest hier endlose Sandstrände mit sehr flachem Einstieg ins Wasser, die wie geschaffen für kleine Schwimmer sind. Neben dem Baden empfehle ich dir unbedingt, ein Auto zu mieten und ins Inselinnere aufzubrechen, wo sich traditionelle Bergdörfer aus weißem Marmor und fruchtbare Täler voller Olivenbäume verstecken. Naxos belohnt die Besucher, die es nicht eilig haben und verborgene Winkel entdecken wollen.

Zusammenfassung
- Die besten Strände: Die Westküste bietet kilometerlangen feinen Sand – Strände wie Plaka oder Agios Prokopios zählen zu den schönsten in ganz Griechenland.
- Geschichte und Sehenswürdigkeiten: Direkt am Hafen empfängt dich das antike Tor Portara, und in der Hauptstadt kannst du dich in den Gassen der venezianischen Burg Kastro verlieren.
- Aktiver Urlaub: Die Insel beherbergt den höchsten Berg der Kykladen (Zas, 1.004 m) mit einer tollen Wanderroute, und Mikri Vigla ist weltweit bekannt für Kitesurfen.
- Ausgezeichnetes Essen: Die Insel ist weitgehend selbstversorgend – probiere unbedingt die berühmten Naxos-Kartoffeln, die lokalen Käsesorten Graviera und Arseniko sowie den Insellikör Kitron.
- Anreise: Von Athen (Hafen Piräus) kommst du mit der Fähre in 3 bis 6 Stunden dorthin, Tickets kosten je nach Schiffsgeschwindigkeit etwa 50 bis 95 Euro.
- Preise und Budget: Im Vergleich zu den bekannteren Nachbarinseln sparst du bei Unterkunft und Taverne locker 30 bis 40 Prozent.

Wann nach Naxos reisen
Der ideale Reisezeitraum für Naxos hängt davon ab, was du dir von deinem Urlaub erhoffst – generell gilt jedoch: Die besten Monate sind Juni und September. Das Meer ist dann bereits angenehm warm, die Tage lang und sonnig, und du umgehst die größten Sommermengen. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 25 bis 28 Grad, was nicht nur zum Baden, sondern auch zum Wandern in den Bergen und zum Erkunden antiker Stätten ideal ist. Die meisten Restaurants und Hotels sind voll geöffnet, und die Unterkunftspreise sind günstiger als im Hochsommer.
Wer im Juli oder August reist, sollte sich auf sehr hohe Temperaturen und den starken Sommerwind namens Meltemi einstellen. Dieser Nordwind kann nachmittags das Meer ordentlich aufwühlen und Sand an den Stränden aufwirbeln – größere Strandtage plant man daher besser für den frühen Morgen. Glücklicherweise hat die Insel viele geschützte Buchten, etwa den Zedernwald Alyko oder den südlichen Teil des Strandes Agios Georgios, wo das Wasser auch bei starkem Wind ruhig bleibt. Für Windsurfer und Kitesurfer ist der August dagegen das reinste Paradies.
Um die ganze Insel zu erkunden, empfehle ich mindestens 5 bis 7 Tage einzuplanen, damit kein Stress aufkommt. Naxos ist wirklich weitläufig, und die kurvenreichen Bergstraßen machen jeden Transfer zeitintensiv. Wer weniger Zeit hat, muss sich zwischen Strandurlaub und der Erkundung des Inselinneren entscheiden – beides an einem verlängerten Wochenende zu schaffen ist kaum möglich. Ende Oktober schließen viele Betriebe, und Fähren fahren seltener, sodass Herbstreisen eine sorgfältigere Planung erfordern.

Wo auf Naxos übernachten
💡 Unterkunfts- und Aktivitäten-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es in der Regel die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Die Wahl des richtigen Standorts ist auf Naxos entscheidend, denn die Insel ist groß und jede Gegend hat eine völlig andere Atmosphäre. Die beste Ausgangsbasis für den ersten Besuch ist die Hauptstadt Chora (Naxos Town) mit dem angrenzenden Strand Agios Georgios. Du bist nah an der Fähre, kannst abends zu Fuß Dutzende ausgezeichnete Tavernen erkunden und brauchst nicht zwingend ein Auto für die gesamte Zeit, da von hier die meisten Buslinien abfahren. Sehr beliebt in dieser Gegend ist das Hotel Katerina, das ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, oder die etwas luxuriöseren Apartments Phoenicia Naxos mit herrlichem Ausblick.
Wer lieber klassischen Strandurlaub macht und direkt aus dem Zimmer in den Sand will, sollte sich auf die Ferienorte Agios Prokopios und Agia Anna konzentrieren. Diese Orte liegen etwa fünf Kilometer südlich der Hauptstadt und bieten die schönsten Strände mit türkisfarbenem Wasser. Hier findet man alles von Strandclubs mit Liegen bis hin zu ruhigeren Familienpensionen. Eine tolle Wahl direkt am Strand ist Margaret of Naxos, wo es fantastische Frühstücke gibt, oder das sehr elegante Melidron Hotel mit hellen Zimmern und großem Außenpool. Die Nachtpreise in diesen Hotels liegen in der Saison bei etwa 60 bis 120 Euro.
Wer absolute Ruhe und Romantik sucht, ist an den südlicheren Stränden wie Plaka oder Pyrgaki goldrichtig – hier hast du deutlich mehr Privatsphäre. Bedenke aber, dass ein Mietwagen in diesen abgelegeneren Teilen praktisch unverzichtbar ist, da Busse nur selten fahren und das Restaurantangebot in Gehdistanz recht begrenzt ist. Egal für welche Unterkunft du dich entscheidest: Reserviere rechtzeitig über Booking.com, denn die besten Familienhotels sind für die Sommersaison oft schon im zeitigen Frühjahr ausgebucht.

15 Tipps, was man auf Naxos sehen und tun kann
Und jetzt zum Wesentlichen – hier sind die Orte, die du auf Naxos unbedingt auf deiner Liste haben solltest. Ich habe sowohl die bekanntesten Sehenswürdigkeiten als auch ein paar versteckte Schätze im Inselinneren aufgenommen.

1. Portara (Tor des Apollon-Tempels)
Schon bei der Ankunft mit der Fähre im Hafen empfängt dich das majestätische Wahrzeichen der Insel: das riesige Marmortor Portara. Es ist der einzige vollendete Teil des antiken Apollon-Tempels aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Der Tempel selbst wurde nie fertiggestellt – ein Großteil seiner Steine diente später als Baumaterial für die venezianische Burg – doch dieses fast sechs Meter hohe Tor steht noch immer stolz an seinem Platz.
Das Tor befindet sich auf dem kleinen Inselchen Palatia, das über einen kurzen und äußerst fotogenen Fußdamm mit der Hauptstadt verbunden ist. Der Eintritt ist völlig kostenlos und rund um die Uhr zugänglich, du kannst also jederzeit vorbeischauen. Manchmal schlagen Wellen über den Weg – pass also auf, dass du dir die Schuhe nicht nass machst.
Das schönste Erlebnis wartet am späten Nachmittag, denn die Portara ist der beliebteste Sonnenuntergangsplatz der ganzen Insel. Die Sonne geht oft genau durch die Mitte des Marmorrahmens unter und schafft eine magische Szenerie, die sogar die NASA einmal als ihr Bild des Tages ausgewählt hat. In der Hochsaison ist es hier voll – komm daher mindestens eine Stunde früher und such dir einen guten Platz auf den umliegenden Klippen.

2. Chora (Naxos Town) und die venezianische Burg Kastro
Die Inselhauptstadt, die die Einheimischen schlicht Chora nennen, ist ein absolut perfektes Beispiel für kykladische Architektur, vermischt mit mittelalterlicher Geschichte. Sobald du dich von der belebten Hafenpromenade entfernst, entdeckst du ein wunderschönes Labyrinth enger weißgetünchter Gassen und steinerner Treppen, die am Hang emporsteigen. Dieser Teil heißt Alter Markt und beherbergt Dutzende kleiner Boutiquen mit hübschen Leinenkleidern, handgefertigten Ledersandalen und lokalem Schmuck – zu deutlich besseren Preisen als auf Mykonos.
Ganz oben auf dem Hügel thront die venezianische Burg Kastro aus dem 13. Jahrhundert, die an die dreihundertjährige venezianische Herrschaft über die Insel erinnert. Innerhalb der alten Burgmauern herrscht eine erstaunliche Ruhe; hier findest du alte katholische Kirchen, Museen und uralte Adelshäuser mit Wappen über den Türen. Das ist ein gewaltiger Kontrast zum typisch griechischen Trubel nur ein paar Gassen weiter unten.
Interessant: Der für den Burgbau verwendete Marmor stammt aus dem abgebrochenen Apollon-Tempel, sodass hier Antike und Mittelalter wunderbar ineinander übergehen. Ein Stadtbummel inklusive Kastro-Besuch dauert etwa einen halben Tag – ich empfehle, ihn mit einem ausgezeichneten Abendessen in einer der traditionellen Tavernen in den Seitengassen abzurunden, wo man die besten lokalen Käsesorten bekommt.

3. Strand Agios Prokopios und Agia Anna
Wer echtes Strandurlaubsgefühl sucht, sollte unbedingt an die Westküste fahren, wo die Orte Agios Prokopios und Agia Anna liegen. Diese beiden Strände gehen nahtlos ineinander über und gehören zu den beliebtesten in ganz Griechenland. Agios Prokopios bietet rund eineinhalb Kilometer groben weißen Sand und unglaublich klares, türkisfarbenes Wasser, das eher an die Karibik als ans Mittelmeer erinnert.
Der Strand ist dank des nahen Kaps Stelida gut vor Nordwinden geschützt, sodass das Wasser herrlich ruhig und ideal für Familien mit kleinen Kindern ist. Es gibt jeden erdenklichen Komfort, von Liegen- und Sonnenschirmverleih bis hin zu Wassersportangeboten. Von der Hauptstadt fahren in der Saison alle zwanzig Minuten Busse hierher – eine Einzelfahrkarte kostet nur 2,10 Euro, also ist kein Auto nötig.
Das benachbarte Agia Anna ist etwas kleiner und wirkt viel gemütlicher. Hier gibt es einen kleinen Fischerhafen mit bunten Booten und fantastische Tavernen, deren Tische direkt im Sand stehen, nur ein paar Schritte vom Wasser entfernt. Der ideale Ort für einen trägen Nachmittag mit einem Eiskaffee Frappé in der Hand und entspanntem, kosmopolitischem Abendleben.

4. Strand Plaka
Direkt hinter dem Ort Agia Anna beginnt ein weiteres Naturjuwel: der beeindruckende Strand Plaka. Mit einer Länge von fast vier Kilometern ist er einer der längsten ununterbrochenen Sandstreifen auf den gesamten Kykladen. Der Sand ist unglaublich fein, goldfarben und formt an vielen Stellen schöne natürliche Dünen mit niedrigem Trockenvegetation, was dem Ort einen wilden und ungezähmten Charakter verleiht.
Der Einstieg ins Wasser ist extrem flach und der Meeresgrund fällt nur ganz langsam ab – perfekt für ein sicheres Bad auch mit kleinen Kindern. Je weiter man südlich am Strand entlanggeht, desto weniger Menschen trifft man und desto mehr Privatsphäre gewinnt man. In den südlichen Abschnitten ohne organisierte Liegestühle wird FKK-Baden allgemein toleriert – hier findet also jeder sein eigenes Stück Freiheit.
Entlang des Strandes führt ein Schotterweg, an dem ein paar ausgezeichnete Tavernen und kleine Pensionen stehen, aber kein einziger riesiger Hotelkomplex. Plaka bewahrt dadurch die richtige entspannte, leicht bohémische Stimmung (du weißt schon, der Ort, an dem man die Uhr ablegt und vergisst, welcher Wochentag ist 😁).

5. Kitesurfen und Windsurfen bei Mikri Vigla
Adrenalinjunkies und Wassersportfans sollten unbedingt in die Gegend von Mikri Vigla im Südwesten der Insel fahren. Dieses Kap teilt die Küste in zwei wunderschöne Buchten mit weißem Sand. Die Nordseite des Kaps, die Bucht Orkos, ist weltweit bekannt als eines der besten und windigsten Kitesurfrevier im gesamten Mittelmeer.
Durch die spezifische Form der umliegenden Inseln entsteht ein sogenannter Venturi-Effekt, der den Sommermeltemi im Kanal zwischen Naxos und Paros noch verstärkt. Die Bedingungen für Kiteboarder sind im Juli und August schlichtweg perfekt. Direkt am Strand befindet sich das renommierte Flisvos Kitecentre, wo du komplettes RRD-Equipment leihen oder einen Kurs bei zertifizierten IKO-Instruktoren buchen kannst.
💡 Tipp: Private Kitesurfstunden beginnen hier bei etwa 70 Euro pro Tag. Wenn du den Sport erst erlernst, empfehle ich, die Lektionen gleich zu Beginn des Urlaubs zu buchen, da ein Grundkurs üblicherweise zehn Stunden über mehrere Tage umfasst. Die Südseite des Kaps Mikri Vigla ist dagegen windgeschützt und bietet traumhaft ruhiges Badewasser für alle, die lieber am Strand bleiben.

6. Zedernwald und versteckte Strände von Alyko
Wer völlig aus der Zivilisation entfliehen möchte, fährt noch weiter südlich in das geschützte Naturschutzgebiet Alyko. Dieser Ort ist absolut einzigartig: Hier wächst ein weitläufiger Wald aus seltenen Zedern und Wacholderbäumen direkt auf Sanddünen und reicht bis an den Rand der Klippen. Zwischen den Bäumen verstecken sich vier wunderschöne Buchten mit weißem Sand, die oft auch „Hawaii Beach“ genannt werden.
Der größte Vorteil dieser Gegend ist ihre Lage, die die Strände perfekt vor Nordwinden schützt. Selbst wenn anderswo auf der Insel der Meltemi tobt, bleibt das Wasser in den Buchten von Alyko spiegelglatt. Es gibt hier keine Stände, Liegestühle oder Strandbars – bring also unbedingt ausreichend Trinkwasser, Snacks und einen eigenen Sonnenschirm mit, auch wenn man im Schatten überhängender Äste Schutz findet.
Das ganze Areal hat ein traumhaftes tropisches Flair, das Wasser schimmert in unglaublichen Blau- und Grüntönen. Auf dem Felsen über dem Strand stehen zudem Ruinen eines nie fertiggestellten Hotelkomplexes, dessen Betonwände heute beeindruckende Street-Art-Werke internationaler Künstler zieren. Ein faszinierender Kontrast zwischen wilder Natur und moderner Straßenkunst.

7. Bergstädtchen Halki und die Brennerei Vallindras
Um die wahre Seele der Insel kennenzulernen, muss man die Strände hinter sich lassen und ins grüne Inselinnere aufbrechen. Im Herzen des fruchtbaren Tragea-Tals liegt das zauberhafte Städtchen Halki (auch Chalki), das früher das wichtigste Handelszentrum von Naxos war. Noch heute kann man hier wunderschöne neoklassizistische Villen mit bunten Fensterläden und alte venezianische Turmhäuser bewundern, die vom einstigen Reichtum der hiesigen Kaufleute zeugen.
Das Hauptattraktion des Städtchens ist die historische Brennerei Vallindras, die 1896 gegründet wurde und als älteste Destillerie der Insel noch heute den berühmten lokalen Likör Kitron herstellt. Dieser süße und sehr aromatische Likör wird aus Blättern und Früchten der Zitronatzitrone destilliert, einem uralten Vorfahren der heutigen Zitrone. Der Besuch der Brennerei mit kleinem Familienmuseum ist kostenlos und ohne Reservierung möglich.
Am Ende der Führung wartet eine kostenlose Verkostung dreier Kitron-Sorten, die sich in Farbe und Alkoholgehalt unterscheiden – vom milden Grünen bis zum kräftigen klaren Destillat. Kurz hinter dem Städtchen empfehle ich außerdem einen Besuch des kleinen Kirchleins Panagia Drosiani aus dem 6. Jahrhundert, das einige der ältesten byzantinischen Fresken auf der gesamten Balkanhalbinsel birgt.

8. Das Marmordorf Apiranthos
Noch weiter oben in den Bergen, auf etwa sechshundert Metern Höhe, stößt man auf das wohl fotogenischste Dorf der ganzen Insel. Apiranthos ist ein architektonisches Meisterwerk, denn fast alle Häuser, engen Gassen und Treppenwege sind aus dem strahlend weißen lokalen Marmor gebaut. Das Dorf wurde einst von kretischen Flüchtlingen gegründet und bewahrt bis heute einen ganz eigenen Dialekt und kulturelle Traditionen, die sich vom Rest von Naxos deutlich unterscheiden.
Ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Man kann hier gleich fünf verschiedene kleine Museen besuchen, darunter ein sehr interessantes geologisches und archäologisches Museum. Auf dem Hauptplatz findet man mehrere ausgezeichnete traditionelle Tavernen – sehr beliebt ist die Rotonda mit ihrem atemberaubenden Panoramablick ins Tal, wo fantastische fleischlose Gerichte mit frischem Gemüse und lokalen Käsesorten serviert werden.
💡 Tipp: Fahre nie zur Mittagszeit nach Apiranthos. Der weiße Marmor wirkt wie ein riesiger Spiegel und heizt sich unglaublich schnell auf – im Sommer ist hier die Luft zum Schneiden. Die ideale Besuchszeit ist früh morgens oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne nachlässt und der Marmor einen wunderschönen goldenen Schimmer bekommt.

9. Wanderung auf den Berg Zas (Zeus)
Wer gerne aktiv Urlaub macht, sollte den Aufstieg auf den höchsten Punkt der gesamten Kykladen nicht verpassen. Der Berg Zas, oft auch Zeus genannt, ragt 1.004 Meter in die Höhe und ist laut altgriechischer Mythologie genau der Ort, wo der Göttervater in einer geheimen Höhle aufgewachsen sein soll. Vom Gipfel aus bietet sich ein unbeschreibliches Panorama über die gesamte Ägäis und die umliegenden Inseln.
Die klassische Wanderroute bildet eine rund fünf Kilometer lange Runde mit etwa fünfhundert Höhenmetern. Der Weg beginnt nahe dem Bergdorf Filoti an einer kleinen Quelle namens Aria, wo man sich die Trinkflasche mit eiskaltem Bergquellwasser füllen kann. Der Pfad ist ziemlich steil, sehr steinig und erfordert festes Schuhwerk – in zwei bis drei Stunden ist er aber gut zu schaffen.
Unterwegs ist die berühmte Zeushöhle (Cave of Zeus) nicht zu übersehen: riesig und voller beeindruckender Stalaktiten. Die wichtigste Regel? Nimm wirklich viel Wasser mit und starte in der Früh, denn auf der gesamten Route gibt es keinen einzigen Schattenplatz, und die ägäische Mittagssonne auf blankem Fels ist keine zu unterschätzende Gegner.

10. Kolossale Kouros-Statuen (Apollonas und Melanes)
Naxos war in der Antike eines der wichtigsten Bildhauerzentren, dank riesiger Vorräte an erstklassigem Marmor. Auf der Insel befinden sich noch heute drei faszinierende unvollendete Statuen, die sogenannten Kuroi. Die bekannteste ist der riesige Kouros beim Fischerdorf Apollonas an der Nordküste, der stolze 10,7 Meter misst und unglaubliche achtzig Tonnen wiegt.
Die Statue – wahrscheinlich der Gott Dionysos oder Apollon – stammt aus dem 7. Jahrhundert vor Christus und liegt seit fast dreitausend Jahren im antiken Steinbruch, gestoppt durch einen tiefen Riss im Stein, der die Bildhauer letztlich zur Aufgabe zwang. Entweder war der Riss das Problem, oder der damalige Auftraggeber war schlicht bankrott und konnte das gewaltige Werk nicht mehr bezahlen.
Zwei weitere ähnliche, wenn auch etwas kleinere unvollendete Statuen liegen im Schatten alter Obstgärten nahe dem Dörfchen Melanes in der Gegend Flerio. Der Weg dorthin führt durch schöne grüne Landschaft entlang eines antiken Aquädukts, der einst die Hauptstadt mit Wasser versorgte. Der Besuch dieser Orte ist magisch – man sieht antike Kunst in ihrer rohen Form, genau dort, wo die Meister von einst sie unfreiwillig zurücklassen mussten.

11. Antiker Demeter-Tempel bei Sangri
Geschichtsbegeisterte kommen auf Naxos voll auf ihre Kosten: Rund zehn Kilometer von der Hauptstadt entfernt, beim Dorf Sangri, steht ein wunderschön rekonstruierter antiker Tempel aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Das Heiligtum war der Göttin des Ackerbaus und der Ernte, Demeter, geweiht – was absolut Sinn ergibt, da es inmitten des fruchtbarsten Agrartals der ganzen Insel liegt.
Dieser Marmortempel ist architektonisch von enormer Bedeutung: Er wurde ein ganzes Jahrhundert früher als der berühmte Parthenon in Athen erbaut und gilt als eines der ersten Beispiele für die Verwendung von Marmorabdeckungen. Jahrhundertelang war er unter Erdschichten und einer christlichen Basilika verborgen, bis Archäologen ihn 1949 wieder entdeckten und sorgfältig aus den in der Umgebung verstreuten Originalsteinen zusammensetzten.
Heute ist die Anlage wunderschön gepflegt und wirkt unglaublich friedvoll. Besonders im Frühling, wenn die Landschaft leuchtend grün und voller wilder Blumen ist, ist der Tempelbesuch eine echte Wohltat für die Seele. In der Nähe der Ruinen befindet sich auch ein sehr gelungenes modernes Museum, das viele Details über die aufwendige archäologische Rekonstruktion veranschaulicht.

12. Wasserfall Routsouna und das grüne Inselinnere
Wer an eine griechische Insel denkt, stellt sich meist trockene, karge Landschaft vor – doch Naxos widerlegt dieses Klischee eindrucksvoll. Zwischen den Dörfern Keramoti und Kinidaros verbirgt sich nämlich ein seltener zwanzig Meter hoher Wasserfall namens Routsouna, auf den Kykladen ein echtes Naturwunder. Er entsteht am Zusammenfluss zweier Gebirgsbäche und seine Umgebung erinnert eher an einen üppigen tropischen Dschungel.
Zum Wasserfall führt eine etwa vierzigminütige Wanderung vom Dorf Keramoti aus, auf der man alte Steinbrücken, Ruinen uralter Wassermühlen und mit dichtem Efeu bewachsene Bäume passiert. Der Wasserfall selbst stürzt in ein kleines Naturbecken, in dem man sich nach der Wanderung herrlich erfrischen kann.
Das schönste Schauspiel erwartet einen im Frühling oder Frühsommer, wenn die Bäche durch Schneeschmelze in den Bergen genug Wasser führen. Im sehr trockenen August kann der Hauptstrom merklich nachlassen oder sogar ganz versiegen – doch allein der Spaziergang durch dieses ungewöhnlich grüne Tal voller Schmetterlinge und Platanen lohnt den Ausflug allemal.

13. Schmirgelbergwerke und die Seilbahn nach Moutsouna
Naxos hat neben der Antike auch eine sehr reiche Industriegeschichte, die in Europa ihresgleichen sucht. Die Insel war jahrhundertelang die einzige europäische Region, wo im großen Stil Schmirgel (Emery) abgebaut wurde – ein unglaublich hartes Mineral, das in der Industrie zum Schleifen und Polieren von Metallen verwendet wird. Der Abbau fand unter harten Bedingungen tief in den Bergen beim Dorf Koronos statt.
Das interessanteste technische Denkmal ist eine gewaltige Luftseilbahn aus den Jahren 1926–1929, die dazu diente, schwere Schmirgel-Loren von den Bergwerken hinunter zum Hafen Moutsouna ans Meer zu transportieren. Diese neun Kilometer lange Industrietrasse war bis 1978 in Betrieb, und noch heute hängen ihre Masten und verrosteten Loren hoch über tiefen Tälern – wie ein Mahnmal für die schwere Arbeit der hiesigen Bergleute.
Das abgelegene Moutsouna an der Ostküste hat sich vom einst regen Industriehafen in ein unglaublich ruhiges Fischerdorf verwandelt. Die hiesigen Strände sind fast menschenleer, und in den Tavernen direkt am Pier scheint die Zeit stillzustehen – ein perfekter Rückzugsort vor dem Sommertrubel der Westküste.

14. Abgelegene Südstrände (Kalados und Pyrgaki)
Wer ein zuverlässiges Mietauto hat und kein Problem mit etwas Abenteuer auf schlechteren Wegen hat, sollte die südlichsten Strände der Insel entdecken. Die Gegend um die Buchten Pyrgaki und Kalados ist absolut abgelegen und bietet vollkommene Stille und Ruhe. Pyrgaki ist eine wunderschöne Bucht mit feinem Sand und sehr flachem Wasser, nach Süden ausgerichtet und dadurch perfekt vor dem nördlichen Sommerwind geschützt.
Noch wilder ist der Strand Kalados ganz im Süden von Naxos. Der Weg dorthin führt tief aus den Bergen vom Dorf Filoti und ist rund 24 Kilometer lang – die letzten Abschnitte sind oft unbefestigt, weshalb man hier eher mit einem Allradantrieb unterwegs sein sollte. Die Belohnung ist unberührte Natur, in der man kaum einem einzigen Touristen begegnet.
Im Sommer legen gelegentlich kleinere Ausflugsboote aus der Hauptstadt in Kalados an, aber für den Großteil des Jahres ist dieser Ort menschenleer und atmet eine gewaltige Ruhe. Denk daran, alle Vorräte an Essen und Trinken mitzubringen – hier gibt es keine Supermärkte und keine Strandbars.

15. Gastronomie und lokale Produkte
Griechisches Essen ist überall gut – aber Naxos spielt in einer eigenen Liga, und das liegt daran, dass die Insel fast vollständig selbstversorgend ist. Alles, was auf dem Teller landet, wuchs meist nur ein paar Kilometer von der Taverne entfernt. Die bekannteste Zutat sind die lokalen Naxos-Kartoffeln, die dank des besonderen Bodens eine geschützte Herkunftsbezeichnung tragen und so gut sind, dass Luxusrestaurants in Athen sie eigens bestellen.
Ein weiteres Pfund sind die einheimischen Käsesorten. Unbedingt probieren solltest du den milden Butterkäse Graviera aus Kuhmilch mit leicht süßlichem Geschmack und den deutlich kräftigeren, harten und würzigen Schafskäse Arseniko. Vegetarier fühlen sich hier wie im siebten Himmel: Die Tavernen zaubern fantastische Fava (cremiges Erbsenpüree), Gemista (mit Reis und Kräutern gefülltes Gemüse) oder Dolmadakia (gefüllte Weinblätter). Lokale Spezialitäten sind außerdem langsam geschmortes Ziegenfleisch oder Schweinefleisch mit Zitrone – wer kein Fleisch isst, kommt hier aber genauso auf seine Kosten.
💡 Tipp: Das authentischste Essen findest du in Tavernen im Inselinneren. Sehr empfehlenswert ist die Familientaverne Axiotissa nahe Kastraki, wo es ausgezeichnete fleischlose Gemüsepastetchen, gebratene grüne Tomaten und knuspriges Dakos mit Xinomyzithra-Käse gibt. Direkt in der Hauptstadt solltest du außerdem das traditionelle Lokal To Elliniko nicht verpassen – es versteckt sich in einem gemütlichen schattigen Innenhof und serviert die besten hausgemachten Spezialitäten.
Wohin weiter von Naxos
Naxos ist dank seiner zentralen Lage ein perfekter Ausgangspunkt für die Erkundung weiterer Teile der Kykladen. Vom hiesigen Hafen fahren täglich Fähren in nahezu alle Ecken der Ägäis.
- Ausflug zu den Kleinen Kykladen: Wer Inselchen liebt, auf denen kaum Autos fahren, nimmt die lokale Fähre Express Skopelitis und macht einen Tagesausflug nach Koufonisia oder zur Insel Iraklia. Dort erwarten dich Strände, die an die Malediven erinnern.
- Paros: Die Nachbarinsel liegt so nah, dass die direkte Fähre nur 40 Minuten braucht. Paros ist deutlich kosmopolitischer, mit eleganten Boutiquen und großartigem Nachtleben – ein perfekter Kontrast zum rustikalen Naxos.
- Santorini: Auch das berühmte Santorini ist von hier gut erreichbar. Mit dem Schnellkatamaran dauert die Fahrt ein bis zweieinhalb Stunden, Tickets kosten etwa 31 bis 60 Euro – also auch als intensiver Tagesausflug zu den berühmten Sonnenuntergängen machbar.
Für weitere Inspiration und praktische Reisetipps zu den griechischen Inseln empfehle ich unsere weiteren Reiseführer:
- Wohin in Griechenland in den Urlaub
- Die schönsten Inseln Griechenlands
- Urlaub auf Santorini
- Urlaub auf Mykonos
- Urlaub auf Kreta
- Was packt man für den Griechenland-Urlaub ein
Häufig gestellte Fragen
Vor der Abreise nach Naxos sind die Antworten auf diese häufigsten Fragen bestimmt hilfreich. Ich hoffe, sie erleichtern dir die Planung. 😉
Jak se dopravit na Naxos?
Nejčastější cestou je let do Athén a následný přesun do přístavu Pireus. Odtud jezdí na ostrov klasické trajekty společnosti Blue Star (cesta trvá 5 až 6 hodin a lístek stojí 50 až 60 eur) nebo rychlejší katamarány SeaJets, které trasu zvládnou za 3 až 4 hodiny za zhruba 85 až 95 eur. Lístky kupujte vždy s předstihem.
Jaký ostrov v Řecku je nejhezčí?
Záleží na vašich preferencích, ale Naxos je často označován za nejkrásnější díky své rozmanitosti. Na rozdíl od vyprahlých ostrovů je velmi zelený, má obrovské úrodné nížiny, majestátní hory a nabízí nejdelší a nejjemnější písečné pláže v celém regionu, které navíc netrpí masovým turismem.
Který řecký ostrov je nejlepší na dovolenou?
Pokud hledáte dokonalý poměr mezi cenou a kvalitou, Naxos je jasným vítězem. Oproti předraženému Mykonosu nebo Santorini tu ušetříte desítky procent za ubytování i jídlo. Ostrov navíc nabízí jak lenošení na pláži, tak i aktivní turistiku, antické památky a špičkovou lokální gastronomii.
Je Naxos vhodný pro rodiny s dětmi?
Naprosto! Zahraniční průvodci ho pravidelně hodnotí jako vůbec nejlepší řecký ostrov pro rodiny. Pláže na západním pobřeží, jako jsou Agios Prokopios nebo Plaka, mají jemný písek a velmi mělký, bezpečný vstup do vody. Panuje tu navíc klidná, uvolněná atmosféra bez divokých nočních večírků.
Kolik dní na Naxos?
Vzhledem k rozloze ostrova a množství aktivit vám doporučuji naplánovat si pobyt na minimálně 5 až 7 dní. Za kratší dobu nestihnete zkombinovat relaxaci na plážích s objevováním horských vesniček, výletem k antickým sochám Kouros a návštěvou historického centra Chory.
Co se nesmí vozit do Řecka?
Řecko je v EU, takže platí standardní evropská pravidla. Prakticky: do kufru nepatří maso ani mléčné výrobky ze zemí mimo unii, drogy, zbraně bez povolení a ani chráněná zvířata nebo rostliny. Nic dramatického, prostě zdravý selský rozum. 😉
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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