Wer sich fragt, was man in Paris Frankreich essen soll, bekommt die Antwort schon am frühen Morgen. Wenn die Stadt langsam erwacht und sich der unverwechselbare, süßlich-karamellige Duft von geklärter Butter aus den Bäckereien an jeder Ecke in die kühle Morgenluft mischt, ist das ein Gefühl, das man einfach nicht satt wird. Man sitzt an einem kleinen runden Tischchen auf dem Bürgersteig, bricht mit den Händen das noch warme, knusprige Ende eines frischen Baguettes ab und beobachtet, wie die Stadt in ihren Alltagsrhythmus findet. Kellner in langen weißen Schürzen rücken Rattanstühle genau in Richtung der Straße zurecht, Menschen mit Kaffeebecher in der Hand eilen zur Arbeit – und ihr habt einen ganzen Tag voller Entdeckungen vor euch. Lukas und ich haben dieses gastronomische Spiel schon unzählige Male gespielt und stellen jedes Mal aufs Neue fest, dass die Suche nach den besten Restaurants in Paris einen ganz eigenen, leicht adrenalingeladenen Zauber hat.
Paris hat sich seit unserem ersten Besuch gastronomisch vollständig verändert – und das zum Besseren. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich als Vegetarierin einen traurigen Salat ohne Dressing und einen Berg Käse bekam, während der Rest des Tisches üppige Fleischgänge genoss. Nach dem olympischen Rausch hat die Stadt eine große grüne Revolution eingeläutet, und das Jahr 2026 ist in dieser Hinsicht wirklich ein Wendepunkt. Als das berühmte Drei-Sterne-Restaurant Arpège den Wechsel zu einem rein pflanzlichen Menü ankündigte, erschütterte das die gesamte Kulinarikwelt. Dazu kommt eine neue Generation junger Köche, die in versteckten Gässchen entspannte Bistros eröffnen, naturtrübe Weine einschenken und die steifen Regeln der alten Schule ignorieren.
Einen Pariser Food-Guide zu schreiben bedeutet, zwischen Luxuspalästen und lauten Märkten hindurchzusteuern. Ihr braucht etwas Taktik, denn Pariser Cafés und Weinbars sind selten besonders geräumig. Lasst euch aber nicht von den Gerüchten über arrogante Kellner abschrecken. Sobald ihr ein paar Grundregeln versteht, das magische Begrüßungswort lernt und euch auf ihren Rhythmus einlasst, werden euch die Franzosen mit offenen Armen empfangen. Ihr werdet feststellen, dass ein fantastisches Mittagessen möglich ist, ohne dabei Abstriche bei der Qualität machen zu müssen.
Also, hier ist alles, was wir über die Jahre in Paris am eigenen Gaumen erprobt haben.
Zusammenfassung

- Beste Essenszeit: Das Mittagsmenü (formule midi) wird strikt zwischen 12:00 und 14:30 Uhr serviert. Es ist der beste Weg, Spitzengastronomie zu einem Bruchteil des Abendpreises zu genießen (in der Regel 18 bis 28 €).
- Die goldene Höflichkeitsregel: Jeden Eintritt in eine Bäckerei, ein Restaurant oder ein Café müsst ihr mit einem lauten Bonjour beginnen (nach 18 Uhr Bonsoir). Ohne diesen Gruß wird euch das Personal ignorieren.
- Vegetarische Revolution 2026: Das Drei-Sterne-Restaurant Arpège ist vollständig vegan (Mittagessen ab 260 €). Für erschwinglichere pflanzliche Gerichte geht ins Le Potager du Marais oder ins Raw-Bistro 42 Degrés.
- Wo es das beste Gebäck gibt: Bestellt immer eine baguette tradition (nie die gewöhnliche) und ein gerader croissant au beurre (der gebogene ist aus Margarine). Für die legendären Pistazien-Schnecken geht zu Du Pain et des Idées.
- Streetfood-Tipp: L’As du Fallafel in der Rue des Rosiers macht das beste Falafel in Europa. Achtung: Samstags ist wegen des Schabbats strikt geschlossen.
- Wasser ist kostenlos: Statt teurem Flaschenwasser bestellt zum Essen immer une carafe d’eau (eine Karaffe Leitungswasser). Das ist euer gutes Recht und völlig gratis.
- Tisch reservieren: In den besten Bistros (wie Septime oder Pink Mamma) sind die Plätze bis zu einem Monat im Voraus ausgebucht. Reservierungen laufen online, oft über die App The Fork. Ohne Reservierung habt ihr kaum eine Chance.
- Achtung August-Falle: Im August verlassen die Pariser scharenweise die Stadt in den Urlaub. Viele Familienbistros und berühmte Bäckereien haben für mehrere Wochen geschlossen (sog. fermeture annuelle).
- Naturwein: Macht es wie die Einheimischen. Sucht euch eine kleine Bar (cave à manger) wie Le Verre Volé, bestellt ein Glas ungefiltertem Wein und dazu kleine Tellerchen mit Essen.
- Trinkgeld: Die Rechnung im Restaurant enthält bereits gesetzlich einen Serviceaufschlag (service compris). Trinkgeld ist nicht Pflicht, aber für exzellenten Service lässt man gerne ein paar Euro in bar auf dem Tisch.

Wann nach Paris Frankreich reisen: Jahreszeiten und Veranstaltungskalender 2026
Den richtigen Monat für euren kulinarischen Ausflug zu wählen ist entscheidend. Das Pariser Menü verändert sich nämlich mit dem Wetter – was im Mai ein leichtes Gemüsegedicht ist, wird im November zu kräftigen, wärmenden Saucen. Wir mögen am liebsten die Monate, in denen man draußen auf den Terrassen sitzen kann, denn das ist einfach die schönste Art, die Atmosphäre der Stadt aufzusaugen.
Frühling und Herbst: Die goldene Mitte

Mai und Juni sind wie geschaffen für einen Foodie-Ausflug. Die Märkte quellen über vor Spargel, Erdbeeren und frischen Erbsen. Die Temperaturen sind ideal für Picknicks am Canal Saint-Martin oder in den Luxemburger Gärten. Genauso zauberhaft ist September bis Oktober. Die Zeit, die man als la rentrée (Rückkehr nach den Sommerferien) kennt, bringt enorme Energie in die Straßen. Chefköche eröffnen neue Lokale, präsentieren Herbstmenüs voller Kürbis, Pilze und Wurzelgemüse – und ihr könnt eine Stadt genießen, die nach dem Sommer wieder auf Hochtouren läuft.
💡 Tipp: Wenn ihr einen Frühjahrsausflug plant, aufgepasst zu Ostern. Viele kleine Familienbistros haben über die Feiertage geschlossen, während Schokoladengeschäfte (wie Pierre Hermé) aus allen Nähten platzen, weil die Pariser Ostereier kaufen.
Sommermonate und der tückische August

Der Juli ist in der Stadt noch voller Leben – außerdem öffnen im Sommer 2026 nach hundert Jahren endlich Teile der Seine für öffentliches Baden, ein riesiges Ereignis. So kann man ein tolles Mittagessen genießen und danach direkt im Fluss abkühlen. Das eigentliche Problem entsteht jedoch im August. Wenn ihr könnt, meidet den August. Die Stadt leert sich, der Asphalt schmilzt und an den Türen der besten unabhängigen Restaurants, Bäckereien und Käseläden hängen Schilder mit fermeture annuelle. Die Einheimischen sind ans Meer gefahren, und ihr seid oft auf überteuerte Touristenfallen angewiesen, die das ganze Jahr über geöffnet haben.
💡 Tipp: Falls ihr im August unbedingt nach Paris müsst, verlasst euch auf Hotelrestaurants und große Brasserien (zum Beispiel Bouillon Chartier) – die schließen nie. Auch internationale und asiatische Lokale im 13. Arrondissement haben in der Regel geöffnet.
Wintergemütlichkeit und Weihnachtsmärkte

Januar und Februar können in Paris ungemütlich und grau sein, aber gastronomisch ist es eigentlich eine großartige Zeit. Die besten Zitrusfrüchte reifen, kräftige Zwiebelsuppen werden gekocht, und die Restaurants sind voller Einheimischer, weil kaum Touristen da sind. Das Jahresende gehört den Weihnachtsmärkten. Die sind zwar oft recht kommerziell, aber heißer Glühwein (vin chaud) und der Duft von gerösteten Kastanien in den Straßen haben einfach etwas Besonderes. Im Winter bekommt man auch am leichtesten einen Tisch in den begehrtesten Michelin-Restaurants.
💡 Tipp: Fahrt wenn möglich nicht zum Valentinstag nach Paris. Die Restaurants bieten an diesem Tag nur Fixmenüs an, die oft überteuert sind, die Atmosphäre wirkt aufgesetzt und die normale À-la-carte-Karte ist gestrichen.

Wo übernachten in Paris – auch für Essensliebhaber
Die Wahl des Viertels bestimmt den gesamten Charakter eures Urlaubs. Paris besteht aus zwanzig Arrondissements, die sich wie eine Schneckenhülle vom Zentrum nach außen winden. Jedes Arrondissement hat eine völlig andere Atmosphäre – und vor allem ein ganz anderes Essensangebot. Da wir Kaffee und Gemüse lieben, haben Lukas und ich konkrete Zonen ins Herz geschlossen, in denen alles nah beieinander liegt und wir keine Stunden in der U-Bahn verbringen müssen.
6. Arrondissement (Saint-Germain-des-Prés)

Absolute Spitzenklasse für einen entspannten Aufenthalt: Die Bürgersteige sind angenehm breit, gleich um die Ecke liegt der Jardin du Luxembourg für lange Spaziergänge, und außerdem findet ihr hier fantastische Bio-Märkte sowie historische Cafés. Ja, es ist eine teurere Gegend, aber die Ruhe ist es wirklich wert.
Wir haben hier einige Unterkünfte ausprobiert, auf die wir nichts kommen lassen. Das klassische Pariser Hotel des Grands Hommes bietet Blick auf das Pantheon, hat einen Aufzug (in Paris keine Selbstverständlichkeit) und kostet pro Nacht rund 220 €. Etwas näher am Fluss liegt das Hotel Britannique mit wunderschön sauberen Zimmern und sehr zuvorkommendem Personal – der Preis liegt meist bei rund 180 € pro Nacht.
3. Arrondissement (Nördliches Marais)

Das historische Herz der Stadt, das die große Pariser Stadtumgestaltung überlebt hat. Enge Gassen, aber der nördliche Teil (Haut Marais) ist ruhiger. Hier findet ihr das beste Falafel, den wunderbaren überdachten Markt Marché des Enfants Rouges und jede Menge Specialty-Coffee-Cafés.
Unsere klare Wahl hier ist das Hotel Les Tournelles. Ein wunderschönes, designbewusstes Hotel mit Familienzimmern und perfekter Erreichbarkeit aller hippen Bistros in der Umgebung. Pro Nacht zahlt ihr rund 200 € – und der Komfort mitten im Geschehen ist das definitiv wert.
11. Arrondissement (Popincourt / Bastille)

Wenn ihr primär wegen des Essens und der modernen Bistronomie kommt, ist das euer Basislager. Ein lebendigeres, junges Viertel voller Naturweinbars und unabhängiger Köche. Abends pulsiert es hier richtig, und gastronomisch ist es erste Sahne.
In diesem Viertel hat uns das Le Général Hôtel am besten gefallen. Ein sehr modernes Hotel nahe dem Place de la République, mit zuvorkommendem Personal und zum Frühstück ausgezeichnetem lokalem Gebäck. Eine Nacht gibt es ab 150 €.
💡 Tipp: Stellt beim Hotelbooking immer sicher, dass es einen Aufzug (ascenseur) gibt. Viele alte Pariser Gebäude haben nur enge Wendeltreppenhäuser – mit Koffern in den vierten Stock schleppen will wirklich niemand.
Wer wegen des guten Essens nach Frankreich fährt, betrachtet den Morgenkaffee und das frische Gebäck schon am Abend zuvor als Ritual, auf das man sich freut. Das Frühstück im Boutique-Hotel Hôbou hat uns große Freude bereitet, ebenso wie ihr nachmittägliches Angebot von hausgemachten Desserts aus der Küche lokaler Bäckerinnen. Mehr zu diesem Gasterlebnis steht in meiner Hotelrezension, die Reservierung könnt ihr ganz einfach hier buchen.

Wo essen gehen: Pariser Bistros und die Revolution namens Bistronomie
Vergesst für einen Moment die gestärkten weißen Tischdecken und die Stille, die nur vom Klirren des Silberbestecks unterbrochen wird. Die spannendsten Dinge passieren in Paris gerade in abgewetzten Bistros mit freiliegenden Ziegelwänden, wo leiser Hip-Hop aus den Lautsprechern kommt und Chefköche in Turnschuhen kochen. Die Bewegung namens Bistronomie nahm die Techniken der hohen Michelin-Küche und bettete sie in ein entspanntes Umfeld ein. Das Epizentrum liegt im Osten von Paris – für uns eine riesige Freude, denn die neue Kochgeneration liebt die Arbeit mit Gemüse.
Das Phänomen Septime und seine Schwestern

Hier hat alles angefangen. Chefkoch Bertrand Grébaut eröffnete Septime im 11. Arrondissement (Rue de Charonne) und änderte damit die Spielregeln von Grund auf. Das Restaurant hat heute einen Michelin-Stern, bewahrt sich aber seinen informellen Charakter. Einen Tisch zu ergattern ist zwar ein kleines Abenteuer, aber wenn es gelingt, erwartet euch ein unvergessliches Erlebnis. Rein pflanzlich kochen sie selbstverständlich – ihr müsst das allerdings bereits bei der Reservierung angeben. Erwartet keine Fleischersatzprodukte, sondern Meisterwerke aus Wurzelgemüse und Kräutern. Gleich nebenan befindet sich ihr Schwesterlokal Clamato, das auf Meeresfrüchte spezialisiert ist.
💡 Tipp: Wenn ihr Septime in Ruhe genießen möchtet, schnappt euch einen Mittagstisch (Öffnung ab 12:00 Uhr). Die Atmosphäre ist entspannter, das Tageslicht verleiht dem Ort ein gemütlicheres Flair, und das Mittagsmenü ist deutlich günstiger als das abendliche Degustationsmenü.
- Adresse: 80 Rue de Charonne, 11. Arrondissement (Métro Charonne, Linie 9)
- Preis: Mittagsmenü ca. 65 €, Abend-Degustation 110 €
- Geöffnet: Mo–Fr 12:00–14:00 und 19:30–22:00 Uhr (Wochenende geschlossen)
Frenchie und das Imperium in der Rue du Nil

Chefkoch Greg Marchand hat sich im 2. Arrondissement praktisch eine kleine gepflasterte Gasse privatisiert. Sein Flaggschiff Frenchie ist eine weltweite Sensation. Rund herum hat er nach und nach ein kleines Imperium aufgebaut, zu dem eine Weinbar gegenüber und das Schnell-Bistro Frenchie To Go gehören. Einen Tisch zu bekommen ist zwar ein kleines Abenteuer, aber es lohnt sich – das Essen ist verspielt, präzise und unglaublich fotogen.

💡 Tipp: Die Weinbar Frenchie Bar à Vins nimmt keine Reservierungen an. Wenn ihr dort essen wollt, müsst ihr etwa 15 Minuten vor der Öffnung erscheinen (Öffnung um 18:30 Uhr) und euch einfach in die Schlange stellen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
- Adresse: 5 Rue du Nil, 2. Arrondissement (Métro Sentier, Linie 3)
- Preis: Abendmenü im Frenchie ca. 140 €, kleine Teller in der Weinbar 15–25 €
- Geöffnet: Mo–Fr abends (Hauptrestaurant), Weinbar täglich ab 18:30 Uhr
Asiatischer Twist bei den Schwestern Levha

Tatiana und Katia Levha sind so etwas wie die Rockstars der Pariser Gastronomie. Ihr erstes Lokal Le Servan im 11. Arrondissement ist die Definition des modernen französischen Bistros mit feinen asiatischen Einflüssen. Helles Interieur, eine wunderschöne Messingbar und Essen mit unglaublichem Feuer. Ein Stück weiter haben sie Double Dragon eröffnet – ein noch wilderes Konzept voller scharfer Saucen und funky Naturweine. Für mich als Vegetarierin ist der asiatische Einfluss absolut großartig, denn sie können mit Tofu und fermentiertem Gemüse eine unglaubliche Geschmackstiefe zaubern.

💡 Tipp: Le Servan erlebt man am besten beim Mittagessen – das Personal ist jung und freundlich, die Atmosphäre entspannt. Double Dragon ist dagegen eher ein Abendprogramm und deutlich lauter.
- Adresse: 32 Rue Saint-Maur, 11. Arrondissement (Métro Voltaire, Linie 9)
- Preis: Vorspeisen ca. 14 €, Hauptgerichte 25–30 €
- Geöffnet: Di–Sa Mittag und Abend (So und Mo geschlossen)
Instagram-Hits und die Big Mamma Group

Soziale Medien haben manche Lokale zu regelrechten Wallfahrtsorten gemacht. Oft stehen Schlangen nur wegen eines Fotos, aber die Big Mamma Group verdient ihren riesigen Hype auch gastronomisch. Ihre italienischen Restaurants sind opulent, bunt und wirken von innen wie eine Filmkulisse. Ihr Flaggschiff Pink Mamma in Pigalle sieht aus wie ein Gewächshaus, das sich mit einem Palast gekreuzt hat. Hausgemachte Pasta, Trüffelpizzen und cremige Burrata machen diese Orte zu einer sicheren und unglaublich leckeren Zone für jeden Vegetarier.

💡 Tipp: Ohne Reservierung kommt ihr hier praktisch nicht rein, die Walk-in-Schlangen sind endlos. Setzt auf die Mittagsöffnung – dann ist die Chance am größten, einen Tisch im unteren Gewächshaus-Bereich zu ergattern, der schönsten Ecke des ganzen Lokals.
- Adresse: Pink Mamma, 20bis Rue de Douai, 9. Arrondissement (Métro Blanche, Linie 2)
- Preis: Pizza und Pasta 15–22 €
- Geöffnet: Täglich Mittag und Abend
Michelin-Szene 2026: Gemüse auf dem Gipfel
Paris und Michelin gehören zusammen wie ein frisches Baguette und gesalzene Butter. Genau hier wurden die Regeln der Haute Gastronomie erfunden. Vielleicht denkt ihr, die Welt der gestärkten Tischdecken und stillen Speisesäle sei ein unerschwinglicher Luxus nur für Auserwählte – das stimmt so nicht. Die Pariser Haute Cuisine durchläuft außerdem eine enorme Transformation, und Gemüse hat den absoluten Spitzenplatz erobert. Wer sich etwas Besonderes gönnen möchte, hat die Wahl – ohne dafür eine Niere verkaufen zu müssen.
Arpège: Der vegetarische Heilige Gral

Alain Passard ist für mich persönlich so etwas wie ein Kochgott. Sein Arpège hält seit 1996 ununterbrochen drei Michelin-Sterne, aber das allein wäre nicht genug. Und jetzt das Wichtigste: Seit 2026 ist Arpège vollständig plant-based (rein pflanzlich). Die einzige Ausnahme bildet Honig aus Passards eigenem Bienenvolk. Es ist das einzige Drei-Sterne-Restaurant in Frankreich, das diesen radikalen Schritt gegangen ist – für mich ein erfüllter Traum. Ikonische Gerichte wie flambierte Aubergine mit Melonenkonfitüre bringen einem schlicht die Tränen in die Augen. Das Gemüse stammt von Passards eigenen biodynamischen Höfen.

💡 Tipp: Falls das Abend-Degustationsmenü für 420 € zu viel ist, nutzt das Mittagsmenü. Ihr bekommt dieselbe Passard-Küche, nur in einer intimeren Mittagsatmosphäre und zu einem deutlich freundlicheren Preis.
- Adresse: 84 Rue de Varenne, 7. Arrondissement (Métro Varenne, Linie 13)
- Preis: Mittagsmenü 260 €, Abend-Degustation 420 €
- Geöffnet: Mo–Fr Mittag und Abend (Wochenende geschlossen)
Vivide und Étude: Intime Erlebnisse ohne Fleisch

Falls Arpège gerade außerhalb eures Budgets liegt – kein Problem, Paris hat ein paar großartige Alternativen auf höchstem Niveau. Kompromisslose vegane Haute Cuisine erlebt ihr im Vivide. Es gibt dort ein sogenanntes Blind-Degustationsmenü, bei dem Textur und unerwartete Kombinationen im Mittelpunkt stehen. Eine weitere Adresse für Anspruchsvolle ist Étude im ruhigen 16. Arrondissement. Dieses Ein-Stern-Restaurant bereitet auf Vorbestellung ein phänomenales veganes Degustationsmenü. Es ist ein sehr ruhiger und eleganter Ort.

💡 Tipp: Ein Blind-Tasting-Menü bedeutet, ihr wisst vorher nicht, was ihr bekommt. Der Koch kocht mit dem, was er morgens vom Markt mitgebracht hat. Gebt daher bei der Reservierung unbedingt alle Allergien sehr genau an.
- Preis: Vivide Degustationsmenü 75 €, Étude ca. 120 €
Guy Savoy und das klassische Schwergewicht
Wenn euer Partner auch nicht-pflanzliche Küche schätzt und ihr die echte, schwere französische Klassik in atemberaubenden historischen Räumlichkeiten sucht, besucht das Restaurant Guy Savoy. Es residiert in einem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert und serviert Vollkommenheit. Die Köche schwitzen Blut und Wasser für jede Portion, und der Service läuft wie ein perfekt justiertes Schweizer Uhrwerk. Lukas schwärmt noch heute von seiner berühmten Artischockensuppe mit Trüffeln.

💡 Tipp: In diesen Drei-Sterne-Palästen gilt ein strenger Dresscode. Turnschuhe sind tabu (auch die schicken neuen), Herren müssen ein Sakko tragen und Damen elegante Kleidung.
- Adresse: Monnaie de Paris, 11 Quai de Conti, 6. Arrondissement (Métro Pont Neuf, Linie 7)
- Preis: À-la-carte-Positionen 100–250 €, Degustation über 400 €
- Geöffnet: Di–Sa Mittag und Abend
Bib Gourmand: Spitzenküche zum kleinen Preis
Michelin bedeutet nicht nur Sterne. Für Einheimische ist das Gesicht des Bibendum-Männchens, der sogenannte Bib Gourmand, sogar wertvoller. Diese Auszeichnung erhalten Restaurants, die außergewöhnlich gutes Essen zu vernünftigen Preisen bieten. Probiert zum Beispiel die tollen Lokale Le Coucou oder Adami im 9. Arrondissement. Das sind ideale Orte für einen entspannten Abend – lauter, Tische enger beieinander und eine viel lebendigere Atmosphäre als in den stillen Michelin-Heiligtümern.
💡 Tipp: Der beste kulinarische Trick in ganz Paris heißt formule midi (Mittagsmenü). Auch in den besten Häusern bekommt ihr mittags Vorspeise und Hauptgang für unglaubliche 18 bis 28 €.
- Preis: Drei-Gang-Menü immer unter 45 €
Die komplette vegetarische und vegane Karte von Paris Frankreich
Vegetarier in Paris zu sein bedeutet längst keine Verurteilung zu einer Diät aus trockenem Baguette und Käse, aus dem man verzweifelt Speckstücke herausfischen muss. Ganz im Gegenteil. Die Stadt an der Seine ist heute einer der kreativsten Orte für fleischlose Gastronomie in Europa. Hier sind unsere bewährten Adressen, bei denen ihr so gut esst, dass selbst eingefleischte Fleischesser vergessen, dass kein Steak auf dem Teller liegt.
Traditionelle französische Küche ohne Fleisch
In Frankreich zu sein und keine Zwiebelsuppe oder herzhafte Schmorgerichte zu kosten wäre wirklich schade. Unweit des Centre Pompidou (das übrigens bis 2030 wegen Renovierung geschlossen ist) findet ihr Le Potager du Marais. Genau das Richtige. Sie machen fleischlose Varianten traditioneller französischer Gerichte, oft auch in rein veganer Ausführung. Einen moderneren Ansatz wählt Le Potager de Charlotte im 9. Arrondissement, wo alte Techniken spielerisch und rein pflanzlich neu interpretiert werden.
💡 Tipp: Wenn ihr als Vegetarier in einer normalen Eckbrasserie landet, aufgepasst: Die meisten klassischen Gerichte basieren auf Schweineschmalz (saindoux) oder Speckwürfeln (lardons). Sogar ein einfacher Salat kann mit Speck bestreut sein. Fragt immer nach: „Il y a des lardons dedans?“ (Ist da Speck drin?)
- Adresse: Le Potager du Marais, 26 Rue Saint-Paul, 4. Arrondissement (Métro Saint-Paul, Linie 1)
- Preis: Hauptgerichte 18–22 €
- Geöffnet: Mi–So Mittag und Abend
Raw Food und die gesunde Welle
Manchmal schreit der Körper nach all den buttrigen Croissants einfach nach Vitaminen. Ein absolutes Unikat ist das Bistro 42 Degrés im 11. Arrondissement – das einzige Raw-Food-Bistro in Frankreich. In der Küche wird nichts über 42 °C erhitzt, damit die Zutaten alle Nährstoffe behalten. Die Präsentation der Gerichte steht der Haute Cuisine aber in nichts nach. Wer unterwegs schnell eine gesunde Dosis Frische braucht, wird bei Wild & The Moon gerettet – kaltgepresste Säfte und köstliche Bowls.

💡 Tipp: Wild & The Moon hat eine Filiale direkt im Marais. Eine tolle Nachmittagspause, wenn nach einem ganzen Tag auf dem Pflaster die Energie nachlässt. Die Raw-Desserts sind ebenfalls hervorragend.
- Adresse: 42 Degrés, 109 Rue du Faubourg Poissonnière, 9. Arrondissement (Métro Poissonnière, Linie 7)
- Preis: 42 Degrés Hauptgerichte ca. 20 €, Wild & The Moon Säfte ab 6 €
Exotik und afrikanische Rhythmen
Wenn euch europäische Aromen langweilen, zieht es euch ins 10. Arrondissement nahe dem Canal Saint-Martin. Hier sitzt Jah Jah by Le Tricycle – ein Lokal mit jamaikanisch-afrikanischer Atmosphäre und Rastafari-Flair. Der absolute Hit ist Mafé: Reis mit kräftiger Sauce, Avocado, Bananen und gegrilltem Gemüse. Wer asiatische Küche liebt, dem ist Tien Hiang eine Institution. Hier ist alles vegan, und die Köche arbeiten so meisterhaft mit pflanzlichen Zutaten, dass ihr „falsches Entenfleisch“ selbst eingefleischte Asiaten täuscht.

💡 Tipp: Bei Jah Jah könnt ihr euren Kaffee mit so ziemlich jeder Pflanzenmilch bestellen, die ihr euch vorstellt – von Kokos über Hanf bis Hafer.
- Adresse: Jah Jah, 11 Rue des Petites Écuries, 10. Arrondissement (Métro Château d’Eau, Linie 4)
- Preis: Riesige Bowls ca. 15 €
Was essen in Paris Frankreich: Märkte, Streetfood und Naturwein
Das echte Paris, das die Einheimischen lieben und täglich leben, duftet nach frischem Koriander auf dem Markt und tropft einem in Form von heißer Soße an der Straßenecke auf die Finger. Diese Seite der Pariser Gastronomie ist das Entspannteste, was ihr erleben könnt. Kein stressiges Warten auf den nächsten Gang, keine steife Etikette – nur Essen, Düfte und das Leben auf der Straße. Hier herrschen Freude und angenehmes Chaos.
Marché des Enfants Rouges: Der älteste Markt
Das ist unser heiliger Gral. Der älteste überdachte Markt in Paris existiert seit 1615 und liegt im Herzen des nördlichen Marais. Heute ist er ein pulsierendes gastronomisches Labyrinth voller fantastischer Stände mit fertigen Speisen. Während Lukas hier ein japanisches Bento isst, greife ich zum perfekten marokkanischen Gemüse-Tagine. Wir suchen uns einen Platz an den Holztischen draußen und essen direkt aus der Hand. Die Atmosphäre ist absolut ungezwungen – niemand schaut den anderen schief an. Unbedingt: den Sandwich-Stand des legendären Chez Alain Miam Miam ansteuern.

💡 Tipp: Kommt lieber unter der Woche gegen Mittag. Am Wochenende ist es so voll, dass man sich zwischen Ständen und Tischen kaum hindurchquetschen kann.
- Adresse: 39 Rue de Bretagne, 3. Arrondissement (Métro Arts et Métiers, Linien 3 und 11)
- Preis: Fertige Gerichte an den Ständen 10–15 €
- Geöffnet: Di–Sa 8:30–20:30 Uhr, So 8:30–17:00 Uhr (Mo geschlossen)
L’As du Fallafel und der Krieg im Marais
Absolute Pflichtstation. In der Rue des Rosiers im 4. Arrondissement findet täglich ein erbitterter Kampf um das beste Falafel statt. Die grüne Fassade mit der Aufschrift L’As du Fallafel zieht Menschenmassen wie ein Magnet an. In die Hand bekommt ihr ein luftiges Fladenbrot, prallvoll mit knusprigem Falafel, frittierter Aubergine und Tahini. Lasst euch nicht von der langen Schlange abschrecken – das System ist unglaublich schnell, die Mitarbeiter gehen durch die Reihe und kassieren im Voraus.

💡 Tipp: L’As du Fallafel ist ein streng koscheres Lokal. Von Freitagnachmittag bis Sonntagmorgen ist es wegen des Schabbats absolut GESCHLOSSEN. Wenn ihr auf geschlossene Türen stoßt, gibt es direkt gegenüber die hervorragende Alternative Mi-Va-Mi.
- Adresse: 34 Rue des Rosiers, 4. Arrondissement (Métro Saint-Paul, Linie 1)
- Preis: Falafel zum Mitnehmen ca. 8 €
- Geöffnet: So–Do 12:00–24:00 Uhr, Fr bis 17:00 Uhr, Sa geschlossen
Breizh Café und die Kunst der echten Galette
Pfannkuchen kennt natürlich jeder, aber vergesst die gummiartigen Teigfladen von den Warmhalteplatten unterm Eiffelturm. Das echte Streetfood sind bretonische Galettes – herzhafte Buchweizenpfannkuchen, die hervorragend mit fleischlosen Füllungen wie Käse, Ei und Spinat funktionieren und dabei von Natur aus glutenfrei sind. Die Meister des Fachs sind das Breizh Café. Sie verwenden Top-Zutaten, und ihr Lokal im Marais ist wirklich einladend. Mit einer knusprigen Galette in der Hand fühlt man sich wie im siebten Himmel.

💡 Tipp: Zur echten bretonischen Galette trinkt man traditionell keinen Wein, sondern trockenen Apfelcider (cidre brut), der in kleinen Keramikschalen (bolée) serviert wird.
- Adresse: 109 Rue Vieille du Temple, 3. Arrondissement (und weitere Filialen)
- Preis: Galettes 10–16 €
- Geöffnet: Täglich Mittag und Abend
Caves à Manger und Naturwein
Naturwein habe ich in Paris zum ersten Mal mit großer Skepsis probiert – was soll das denn sein, dieses trübe Getränk, das nach Hühnerhof riecht? Inzwischen bin ich hoffnungslos verloren. Er wird mit minimalem Eingriff hergestellt, oft ungefiltert und ohne zugesetzten Schwefel. Das Ergebnis kann trüb sein und nach dem Bauernhof duften. Getrunken wird er in sogenannten caves à manger (Weinläden mit kleiner Küche). Unbedingt probieren: das kultische Le Verre Volé nahe dem Canal Saint-Martin. Der Schlüssel für ein entspanntes Erlebnis ist das Timing. Die Pariser lieben ihr Apéro von 17 bis 20 Uhr. In dieser Zeit sind die Bars noch ruhig, es gibt genug Platz, und das Personal hat Zeit für euch.
💡 Tipp: Vom Canal Saint-Martin aus könnt ihr im Le Verre Volé eine Flasche Wein zum Mitnehmen kaufen (ihr zahlt einen kleinen Korkenzieheraufschlag) und euch direkt ans Ufer setzen. Für einen entspannten Sommerabend ist das die perfekte Lösung.
- Adresse: Le Verre Volé, 67 Rue de Lancry, 10. Arrondissement (Métro Jacques Bonsergent, Linie 5)
- Preis: Glas Wein 6–10 €, kleine Teller 8–15 €
Morgens in Paris: Bäckereien, Süßes und die dritte Kaffeewelle
Der Pariser Morgen duftet nach Butter. Für uns, die wir auf Reisen nie viel schlafen, sind früh öffnende Bäckereien ein Geschenk des Himmels. Französisches Bäckerhandwerk ist Nationalsport, und die Kaffeekultur hat endlich Weltklasseniveau erreicht. Ihr könnt wählen: entweder Geschichte aufsaugen in der Gesellschaft der Geister von Hemingway, oder einen perfekten Flat White aus äthiopischen Bohnen in einem minimalistischen Lokal trinken.
Das Gesetz der perfekten Baguette und Croissants
Wenn ihr eine Boulangerie betretet, bestellt nie einfach „une baguette“ – ihr würdet ein gewöhnliches Weißbrot bekommen. Was ihr wollt, ist eine baguette tradition, die nach strengem Gesetz nur aus Mehl, Wasser, Salz und Hefe gebacken werden darf. Und bei Croissants gibt es eine große Falle: Das gebogene Croissant (Halbmondform) ist aus Margarine. Das gerade ist ein croissant au beurre – voller echter Butter. Für absolute Perfektion geht zur historischen Bäckerei Du Pain et des Idées im 10. Arrondissement und kauft ihre legendäre Pistazien-Schokoladen-Schnecke (escargot pistache-chocolat).

💡 Tipp: Ein Baguette wird niemals mit dem Messer geschnitten! Man bricht es mit den Händen. Die Pariser brechen sich das knusprigste Ende (le quignon) ganz selbstverständlich schon auf der Straße nach Hause ab. Machen wir auch so.
- Adresse: Du Pain et des Idées, 34 Rue Yves Toudic, 10. Arrondissement (Métro République, Linien 3, 5, 8, 9, 11)
- Preis: Baguette tradition ca. 1,30 €, süßes Gebäck 3–4 €
- Geöffnet: Mo–Fr 6:45–20:00 Uhr (Wochenende geschlossen!)
Haute Pâtisserie und visuelle Augenweide
Während die Bäckerei für das tägliche Brot zuständig ist, gleicht die Pâtisserie einem Juweliergeschäft. Das absolute Phänomen ist Cédric Grolet. Seine hyperrealistischen Desserts (trompe-l’œil), die exakt wie echtes Obst aussehen, sind zwar das meistfotografierte Objekt auf Pariser Instagram, schmecken aber noch besser, als sie aussehen. Unter der dünnen Schokoladenhülle verbirgt sich ein luftiges Mousse mit explosivem Kern. Der stille Herrscher daneben ist Pierre Hermé mit seinen perfekten Macarons in der Geschmacksrichtung Ispahan (Rose, Himbeere, Litschi).

💡 Tipp: Vor den Boutiquen von Cédric Grolet (an der Opéra und am Louvre) bilden sich schon eine Stunde vor der Öffnung riesige Schlangen. Wenn ihr nicht warten wollt, teilt die Kräfte auf: Einer stellt sich an, während der andere in Ruhe einen Kaffee im nahen Park genießt.
- Adresse: Cédric Grolet Opéra, 35 Avenue de l’Opéra, 2. Arrondissement
- Preis: Ein Dessert von Grolet ab ca. 17 €, Macaron von Hermé ca. 3 €
Eiscreme-Legende Berthillon
Ein gutes Eis kann auch den müdesten Tag retten – und in Paris müsst ihr dabei keinerlei Kompromisse machen. Das Eis von Berthillon auf der Île Saint-Louis ist eine Institution, die die Familie Chauvin seit 1954 betreibt. Sie haben unglaubliche acht verschiedene Schokoladeneissorten. Ihr Sorbet aus dunkler Schokolade (chocolat amer) ist vegan, kommt ohne einen Tropfen Milch aus und ist trotzdem cremiger als die meisten klassischen Eissorten.
💡 Tipp: Das Hauptlokal von Berthillon hat montags und dienstags strikt geschlossen. Im Sommer gibt es außerdem oft Betriebsferien. Aber kein Grund zur Panik: Viele umliegende Cafés auf der Insel haben eine Lizenz und verkaufen das original Berthillon-Eis aus ihren Kühltheken.
- Adresse: 29-31 Rue Saint-Louis en l’Île, 4. Arrondissement (Métro Pont Marie, Linie 7)
- Preis: Eine Kugel Eis ca. 3,50 €
Die dritte Kaffeewelle
Die dritte Kaffeewelle hat Paris erfasst und Dutzende unabhängige Röstereien hervorgebracht. Hier bekommt ihr einen perfekten Flat White. Pionier ist das Café Ten Belles am Canal Saint-Martin. Eine tolle Lage hat KB Coffee Roasters nahe Pigalle – mit großer Außenterrasse als idealer Rückzugsort abseits des Straßenlärms. Besonders fotogen ist das Café Kitsuné in den Gärten des Palais-Royal.

💡 Tipp: Wenn ihr in einer traditionellen Brasserie nach dem Mittagessen einen Cappuccino bestellt, bringt der Kellner ihn euch zwar, sortiert euch aber innerlich als „Tourist“ ein. In modernen Specialty-Cafés (wie Ten Belles) gilt das nicht – dort ist ein Flat White den ganzen Tag Standard, und Hafermilch ist selbstverständlich.
- Adresse: Ten Belles, 10 Rue de la Grange aux Belles, 10. Arrondissement
- Preis: Flat White 5 €, Espresso 2,50 €
Historische Cafés in Saint-Germain
Hier zahlt ihr für Aura und Geschichte. Am Boulevard Saint-Germain stehen die zwei größten Legenden: Café de Flore und Les Deux Magots. Hier wurde der Existenzialismus geboren, hier schrieben Sartre und Hemingway. Der Kaffee hinkt kulinarisch den modernen Röstereien etwas hinterher und ist sündhaft teuer – aber das Erlebnis ist einzigartig. Kellner in klassischen schwarzweißen Uniformen mit langen Schürzen huschen zwischen den Tischen hin und her. Sich auf die Terrasse zu setzen und das Treiben der Straße zu beobachten ist ein Programmpunkt für sich.

💡 Tipp: Drinnen in den historischen Cafés stehen die Tische fünf Zentimeter voneinander entfernt und es ist ziemlich dunkel. Bittet immer um einen Tisch draußen auf der Terrasse (en terrasse) – dort ist mehr Platz, und dort spielt sich das echte Pariser Straßenleben ab.
- Adresse: 172 Boulevard Saint-Germain, 6. Arrondissement (Métro Saint-Germain-des-Prés, Linie 4)
- Preis: Espresso auf der Terrasse ca. 5 €, heiße Schokolade 9 €
Praktische Infos: Etikette, Reservierungen und wie ihr Touristenfallen vermeidet
Paris hat seine ungeschriebenen Regeln, und wer sie kennt, wird als willkommener Gast behandelt. Wer sie ignoriert, fährt mit dem Gefühl nach Hause, die Franzosen seien arrogant. Die Serie Emily in Paris übertreibt es zwar, aber ein grundlegender Respekt vor der Kultur wird hier schlicht erwartet.
Die goldene Bonjour-Regel und Leitungswasser
Das ist absolut entscheidend, und wir haben es am eigenen Leib erfahren: Jeden Eintritt in ein Lokal beginnt ihr mit einem lauten Bonjour. Ohne Gruß seid ihr für das Personal schlicht Luft. Am Tisch gilt dann eine weitere wunderbare Pariser Gewohnheit: Ihr müsst kein teures Flaschenwasser kaufen. Bittet um „une carafe d’eau“ (eine Karaffe Leitungswasser). Das ist euer Recht, das Restaurant muss es per Gesetz kostenlos bereitstellen, und das Pariser Leitungswasser ist von sehr guter Qualität. Was das Trinkgeld betrifft: Die Rechnung enthält bereits den Serviceaufschlag (service compris). Trinkgeld ist nicht erwartet, aber für außergewöhnlichen Service lässt man gerne ein paar Euro in bar auf dem Tisch.
Wie und wann einen Tisch reservieren
Die Pariser essen auf die Minute genau. Mittagsküchen sind strikt von 12:00 bis 14:30 Uhr geöffnet. Nach halb drei helfen nur noch Bäckereien oder Touristenfallen. Das Abendessen beginnt frühestens um 19:30 Uhr, aber die Restaurants füllen sich erst so gegen 20:30 Uhr. Reservierungen in den besten Bistros laufen online (oft über die App The Fork), und für die begehrtesten (wie Septime oder Pink Mamma) müsst ihr den Wecker auf genau den Tag und die Uhrzeit stellen, wann die Plätze freigegeben werden – oft einen Monat im Voraus.
Touristenfallen und Essensbetrug
Esst niemals, aber auch wirklich niemals, in Restaurants direkt auf dem Place du Tertre in Montmartre. Das ist die traurigste Touristenfalle der ganzen Stadt – überteuert und lieblos. Passt auch beim Picknick unter dem Eiffelturm auf den Champs de Mars auf. Dort sind häufig Trickbetrüger mit falschen Petitionen (die sich als taubstumm ausgeben) unterwegs, oder Menschen, die vor euch angeblich einen Goldring vom Boden „finden“ und ihn euch verkaufen wollen. Einfach ignorieren und Taschen festhalten.
Weiterlesen
Wenn ihr jetzt schon eine klare Vorstellung davon habt, was ihr in Paris essen wollt, ist es Zeit, den Rest der Reise zu planen. Erfahrt, was man in Paris sehen muss und welche Sehenswürdigkeiten ihr getrost überspringen könnt. Wenn die Zeit knapp ist, haben wir für euch einen detaillierten Reiseplan Paris in 3 Tagen zusammengestellt. Und wer mit den Kleinsten reist, dem zeigt unser Guide Paris mit Kindern die Tücken des Kinderwagenalltags und die besten Spielplätze.
Häufig gestellte Fragen
Kolik stojí běžné jídlo v Paříži?
V roce 2026 pořídíte skvělé polední menu (formule midi) v dobrém bistru mezi 18 a 28 € (450–700 Kč). Večerní jídlo v běžné restauraci vyjde na 35–60 € (875–1 500 Kč) na osobu. Street food (falafel, crêpes) stojí kolem 8–12 € (200–300 Kč).
Je těžké se v Paříži stravovat jako vegetarián?
Vůbec ne! Paříž prošla obrovskou zelenou revolucí. Najdete tu špičková čistě veganská bistra i michelinské restaurace (jako nově plně veganská Arpège). V klasických brasseriích si ale vždy hlídejte, zda vám do jídla nepřidali slaninu (lardons).
Kdy mají restaurace otevřeno?
Obědy se podávají striktně mezi 12:00 a 14:30. Poté se kuchyně zavírají a otevírají se znovu až na večeři kolem 19:30. Mezi tímto časem vás zachrání jen pekárny, street food nebo velké brasserie s celodenním provozem (service continu).
Vyplatí se v Paříži rezervovat stůl dopředu?
Do nejžádanějších bister (jako Septime nebo Pink Mamma) rozhodně ano, volná místa mizí klidně měsíc předem. Rezervace se dělají online, často přes aplikaci The Fork. Do běžných brasserií, pekáren a na street food ale rezervaci nepotřebujete.
Musím v restauraci nechávat spropitné?
Ze zákona je poplatek za obsluhu (zhruba 15 %) už započítán v cenách na jídelním lístku. Na účtu uvidíte nápis „service compris“. Dýško tedy není povinné, ale za dobrý servis je slušností nechat na stole 1 až 3 eura v hotovosti.
Jak je to v Paříži s vodou v restauracích?
Nemusíte si kupovat drahou balenou vodu. Stačí obsluhu požádat o „une carafe d’eau“ (karafu vody). Restaurace je povinna vám natočit vodu z kohoutku zdarma. Pařížská voda je výborná a bezpečná k pití.
Kde najdu nejlepší bagetu?
Nikdy si v pekárně nekupujte obyčejnou bagetu (une baguette). Vždy žádejte „une baguette tradition“. Ta je podle zákona pečena bez umělých přísad, má křupavější kůrku a nádherně vláčný střed. Nejlepší pečivo najdete v řemeslných pekárnách (boulangerie artisanale).
Kde se najím mezi obědem a večeří?
Klasické kuchyně mají mezi 14:30 a 19:30 zavřeno. Hlad v tuto dobu zaženete v pekárnách, u street foodu nebo ve velkých brasseriích s celodenním provozem (service continu), jako je Bouillon Chartier. Otevřeno mívají i mezinárodní a asijské podniky.
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