Adolf-Munkel-Weg, Dolomiten: 10 Tipps, was du sehen und erleben kannst

Wenn man an die italienischen Dolomiten denkt, haben die meisten sofort das ikonische Bild vor Augen: satte grüne Wiesen, ein kleines Kirchlein und dahinter die schroffen, kaum glaublich vertikalen Felstürme. Willkommen im Val di Funes, der Heimat der Odle-Gruppe. Und genau unter diesen majestätischen Wänden verläuft der Adolf-Munkel-Weg – einer der schönsten Wege fürs Dolomiten Wandern überhaupt.

Die Route ist schlicht ideal: maximale Aussichten bei minimalem Höhenunterschied – in den Dolomiten eine echte Seltenheit 😅. Der Adolf-Munkel-Weg ist zwar flacher und weniger anspruchsvoll, aber der Untergrund ist sehr steinig, sodass ein Kinderwagen leider nicht funktioniert. Dafür lässt sich die Tour wunderbar mit größeren Kindern planen, sobald diese für längere Wanderungen bereit sind.

Wer eine Route sucht, die angenehme drei bis vier Stunden dauert, hundefreundlich ist und die fotogenischsten Landschaften ganz Südtirols bietet, ist hier genau richtig. Also los – ich zeige euch alles, was ihr über diesen Trek wissen müsst.

Almwiese mit weidenden Kühen unter dem Odle-Massiv
Almwiese mit weidenden Kühen unter dem Odle-Massiv

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben den ganzen Artikel zu lesen

  • Wo: Val di Funes, Südtirol (Italien).
  • Länge und Zeit: Die Rundtour misst je nach gewählter Variante etwa 5 bis 7 Kilometer und dauert 3 bis 4 Stunden gemütlicher Wanderung.
  • Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittel. Der Höhenunterschied beträgt nur ca. 200 bis 400 Meter, aber das Gelände ist stellenweise steinig – festes Schuhwerk ist ein Muss.
  • Mit Kinderwagen und Kindern: Ein Kinderwagen ist wegen der Steine und Wurzeln wirklich nicht möglich. Für Babys braucht ihr eine Kraxe; ältere Kinder (ab ca. 5 Jahren) schaffen die Strecke problemlos selbst.
  • Mit Hund: Hunde sind erlaubt, müssen aber strikt an der Leine geführt werden. Auf den Weiden grasen frei Kühe, und Almkühe mögen frei laufende Hunde überhaupt nicht – glaubt mir 😅.
  • Parken: Zanser Alm am Ende des Tals. In der Saison kostet ein Tagesticket 8 €, und ich empfehle, früh morgens zu kommen – sonst wird man weiter unten im Tal bereits an einer Schranke aufgehalten.
  • Drohnenverbot: Ihr befindet euch im Naturpark Puez-Geisler. Das Fliegen mit Drohnen ist hier streng verboten und wird mit einer Geldstrafe von bis zu 3.000 € geahndet.
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Was steckt eigentlich hinter dem Adolf-Munkel-Weg?

Ich muss zugeben, dass ich die Geschichte dahinter erst nachrecherchieren musste – mich hat schlicht interessiert, nach wem dieser Weg benannt ist. Adolf Munkel war ein begeisterter deutscher Alpinist, und der Weg entstand auf seine Initiative hin im Jahr 1894. Mehr als 130 Jahre alt – und trotzdem stehen wir noch immer Schlange für das perfekte Foto (das sagt doch alles, oder?). Der Weg schlängelt sich direkt unter der Odle-Gruppe (ladinisch Odle, deutsch Geisler) entlang, über Waldpfade und Almwiesen, begleitet von den riesigen weiß-grauen Kalksteinnadeln auf der einen Seite.

Wann hinfahren und wie kommt man hin

Das Timing ist in den Dolomiten generell – und hier im Besonderen – wirklich entscheidend. An der Schranke kann man leicht kalt erwischt werden, daher hier meine Tipps, wie ihr das vermeidet.

Die beste Jahreszeit

Die Hauptsaison in den Dolomiten läuft von Mai bis September. In dieser Zeit sind alle Berghütten (Rifugien) geöffnet, das Wetter ist am stabilsten und der Schnee in höheren Lagen längst geschmolzen. Man muss jedoch damit rechnen, dass man auf dem Weg nicht allein ist. Besonders im August, wenn ganz Italien Urlaub macht (Ferragosto), kann es hier richtig voll werden. Falls es sich einrichten lässt, empfehle ich den Herbst – am liebsten Oktober. Die Lärchen im Tal färben sich in unglaubliche Goldtöne, und der Kontrast mit den verschneiten Odle-Gipfeln ist schlicht magisch. Im Frühling blühen hingegen tausende Krokusse, was ebenfalls wunderschön ist. Im Winter ist der Weg wegen Schnee und Lawinengefahr offiziell gesperrt – das sollte man also besser nicht einplanen.

Anreise mit dem Auto zur Zanser Alm

Ausgangspunkt der Tour ist der Parkplatz Zanser Alm (Zannes) auf 1.685 Metern Höhe, am Ende des Val di Funes. Ihr fahrt durch das malerische Dörfchen Santa Maddalena und weiter bergauf, bis euch die Schranke stoppt. In der Hauptsaison fallen 8 € Parkgebühr pro Tag an – für Dolomitenverhältnisse ein fairer Preis. Es gibt aber einen großen Haken: Die Kapazität des Tals ist begrenzt, und sobald der Parkplatz voll ist, wird die Straße weiter unten gesperrt. Aus eigener Erfahrung empfehle ich, spätestens um 8:00 Uhr an der Schranke zu sein.

Von Deutschland aus erreicht ihr das Val di Funes am bequemsten über Innsbruck und den Brenner (A13/A22) in Richtung Brixen/Bressanone – von München sind es etwa 2,5 Stunden Fahrt, von Stuttgart oder Frankfurt entsprechend mehr. Wer ein Mietauto braucht, findet gute Angebote über DiscoverCars.

Entspannt und umweltfreundlich mit dem Bus

Wer den morgendlichen Parkplatzstress vermeiden möchte oder ohne Auto unterwegs ist, dem bietet der öffentliche Nahverkehr eine tolle Alternative. Vom nahegelegenen Städtchen Brixen (Bressanone) fahren die Linien 330 und 335 regelmäßig (mehr Infos auf den offiziellen Seiten des Südtirol-ÖPNV) direkt bis zum Parkplatz Zanser Alm. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde und man kann dabei entspannt die Tallandschaft genießen. Gerade im Sommer ist das nach meiner Meinung deutlich angenehmer als die Sorge, ob noch ein Parkplatz frei ist. Und die Natur freut sich auch.

Wo man in der Nähe des Val di Funes übernachtet und was es kostet

Wer morgens als Erster auf dem Weg sein möchte und am liebsten gleich mit Bergblick aufwacht, für den ist die Wahl des richtigen Quartiers entscheidend. Die Preise in der Region liegen in der Saison im Schnitt zwischen 100 und 200 € pro Nacht für zwei Personen – je nachdem, ob man ein Luxushotel mit Wellness oder einen traditionellen Bauernhof wählt.

Direkt im Herzen des Tals liegt das Dörfchen Santa Maddalena – die wohl ideale Lage. Hier findet man viele traditionelle Agriturismo-Unterkünfte (Bauernhofurlaub) und gemütliche B&Bs. Die Preise sind etwas höher, aber man spart sich die Anfahrt und die Atmosphäre des abendlich stillen Tals ist unbezahlbar. Eine gute Wahl sind Familienpensionen wie das Hotel Ranuimüllerhof, wo zum Frühstück Käse vom Nachbarbauern serviert wird. Oder der beliebt bewertete Proihof mit fantastischen Gästebewertungen.

Wer eine etwas günstigere oder lebendigere Basis bevorzugt, ist im historischen Brixen gut aufgehoben (mehr Infos auf Dolomiti.org). Die Stadt liegt nur etwa 15 bis 20 Fahrminuten vom Taleingang entfernt und bietet ein deutlich größeres Angebot an Restaurants und Abendprogramm – bei tendenziell günstigeren Übernachtungspreisen. Eine weitere beliebte, wenn auch etwas weiter entfernte Option (ca. 30 Minuten über den Bergpass) ist das bekannte Zentrum Ortisei im benachbarten Val Gardena. Hier findet man alles von Luxusresorts bis hin zu einfachen Ferienwohnungen, muss jedoch längere Anfahrten zum Ausgangspunkt einplanen.

Konkrete Empfehlungen? Unterkünfte buchen wir immer über Booking.com – dort gibt es tolle Angebote, und mit dem Genius-Status bekommt man auch in der Hochsaison sehr attraktive Preise.

Adolf-Munkel-Weg: 10 Tipps für Orte und Erlebnisse unterwegs

Kommen wir zum Wesentlichen. Der Adolf-Munkel-Weg ist nicht einfach ein Weg von A nach B – er ist eine Abfolge von kleinen Erlebnissen, Aussichtspunkten und Abzweigungen. Die meisten Wanderer wählen die klassische Rundtour ab der Zanser Alm, die auf den Weg Nr. 35 führt und über Almwiesen zurückkommt. Hier sind 10 Dinge, die ihr nicht verpassen solltet.

1. Die klassische Rundtour Geisler Alm und Zanser Alm

Berghütte Gschnagenhardt Alm auf dem Munkel-Weg
Foto: Camilla De Bernardinis / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Die Basis für die meisten Wanderer ist eine Rundtour von etwa 5 bis 6 Kilometern. Los geht es am Parkplatz Zanser Alm auf dem Weg Nr. 6, der nach kurzer Zeit auf den eigentlichen Adolf-Munkel-Weg (als Route 35 ausgeschildert) trifft. Dieser führt direkt unter den Felsmassiven entlang bis zur Abzweigung zur populären Geisler Alm, von wo aus man über blühende Wiesen und Waldwege sanft zurück zum Ausgangspunkt absteigt. Die Rundtour ist ideal, weil man nicht den gleichen Weg zurückläuft und ständig neue Aussichten vor sich hat.

Diese Runde ist eine goldene Mitte: das Beste sehen, ohne sich völlig zu verausgaben. Am schönsten ist es, sie auf einen ganzen Nachmittag auszudehnen, damit man sich Zeit für ein paar Pausen nehmen kann.

2. Die vertikalen Wände der Odle bewundern

Vertikale Felswände der Geisler / Odle über dem Munkel-Weg
Foto: Stiftung Südtiroler Sparkasse and 3D Pixel / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Die Odle-Gruppe ist ein gewaltiges Ensemble vertikaler Nadeln, die sich auf über dreitausend Meter erheben. Wenn man von unten zu ihnen aufschaut, macht das Herz einen seltsamen Sprung. Eine schonungslos große Schönheit, die einen die eigene Winzigkeit spüren lässt 😅. Besonders am Nachmittag, wenn sich die Felsen in warmes Orange tauchen, entstehen Aufnahmen, die man nicht so schnell vergisst.

Dazu wechseln diese Ansichten ständig – je nachdem, wie die Wolken gerade ziehen. Mal sind die Gipfel strahlend beleuchtet, mal verschwinden sie in dramatischen Schatten. Man drückt immer wieder auf den Auslöser, auch wenn man sich sagt, dass man eigentlich genug Fotos hat.

3. Rast auf dem Rifugio Geisler Alm

Odle und Sass Rigais über dem Rifugio Geisler Alm
Foto: This Photo was taken by Wolfgang Moroder. Feel free to use my photos, but ple / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Das Rifugio Geisler Alm (knapp 2.000 m ü. M.) ist keine gewöhnliche Berghütte – es ist eine Institution. Sobald man aus dem Wald tritt, öffnet sich eine riesige, perfekt gepflegte Wiese mit hölzernen Liegestühlen, die die Einheimischen scherzhaft „Kino“ nennen. Und der Film, der läuft, sind die Odle-Gipfel direkt vor euch. Wir machen hier immer eine längere Pause. Die Kinder haben einen tollen Spielplatz, die Erwachsenen können ein kühles Bier oder einen Aperol Spritz genießen und den weidenden Kühen nebenan zusehen. Es kann voll sein, aber der Platz ist so weitläufig, dass man immer ein schönes Fleckchen findet.

Wer in der Hauptsaison ein richtiges Mittagessen am Tisch möchte, schaut am besten vorher auf die offizielle Website, um die Öffnungszeiten zu prüfen. Ein Picknick auf der Wiese mit der besten Aussicht der Welt ist aber genauso schön.

4. Rifugio Zanser Alm – Start und Ziel in einem

Hof Plawatsch in Sankt Magdalena nahe der Zanser Alm
Foto: This Photo was taken by Wolfgang Moroder. Feel free to use my photos, but ple / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Direkt am Parkplatz Zanser Alm liegt die gleichnamige Hütte auf 1.685 Metern (sie hat auch eine eigene Website mit aktuellen Infos). Sie eignet sich hervorragend als erster Anlaufpunkt am Morgen: ein kräftiger italienischer Espresso und ein Stück Strudel zur Stärkung, bevor es losgeht. Der große Vorteil: Die Hütte ist auch nach der Wanderung eine ausgezeichnete Restauration. Müde vom Trek zurückgekehrt, muss man nirgendwo mehr hinfahren – einfach auf der Terrasse Platz nehmen und ein spätes Mittagessen oder frühes Abendessen genießen, bevor man ins Tal zurückfährt.

Das Sitzen auf der Terrasse am späten Nachmittag, wenn sich die Touristenströme langsam auflösen, hat eine ganz besondere Atmosphäre. Man kann sich richtig satt essen und dabei einfach die Bergstille in sich aufnehmen.

5. Die besten Fotospots unter den Felswänden

Wer gern fotografiert, wird auf diesem Weg im absoluten Paradies sein. Die besten Fotospots findet man ungefähr in der Mitte des Weges Nr. 35, wo der Wald etwas zurückweicht und die Lärchen und Kiefern natürliche Rahmen mit den scharfen Gipfeln im Hintergrund bilden. Wer die ikonischen hellen Geröllfelder und Schutthalden im Bild haben möchte, sieht einige kleine ausgetretene Pfade (meist von Wasser geformt), die direkt zu den Felsen führen. Bitte respektiert aber die Natur und entfernt euch nicht zu weit von den markierten Wegen – die Bodenerosion ist ein ernstes Problem.

Jeder Schritt abseits des Weges kann seltene Almblumen beschädigen, die unter diesen harten Bedingungen Jahre brauchen, um zu wachsen. Von den ausgetretenen Stellen aus entstehen ohnehin Aufnahmen, für die man auf Instagram begeisterte Kommentare ernten wird.

6. Verlängerung zur Roanergola (Forcella Roa) für Fortgeschrittene

Wer die klassische Fünfkilometerrunde als zu kurz empfindet und ein bisschen ins Schwitzen kommen möchte, kann die Tour verlängern. Statt zur Geisler Alm abzubiegen, geht man weiter unter den Wänden entlang in Richtung Forcella Roa (Roanergola). Hier endet der Schatten des Waldes und man tritt in eine rauere, von Geröll geprägte Hochgebirgslandschaft ein. Die Aussichten von diesem Sattel in die umliegenden Täler sind atemberaubend – man muss aber mit einem anspruchsvolleren Aufstieg rechnen, der mindestens zwei weitere Stunden hinzufügt.

Das ist ordentlich Cardio, also ausreichend Wasser und Snacks einpacken. Als Belohnung winkt ein Weg, auf dem man manchmal eine Stunde lang keiner Menschenseele begegnet.

7. Abstecher ins Tschantschenon-Tal

Ein weiterer schöner und deutlich ruhigerer Abstecher führt zu den Weiden und dem Bach Tschantschenon. Das ist der östliche Teil des Weges, gleich zu Beginn, wenn man ab der Zanser Alm gegen den Uhrzeigersinn läuft. Hier entdeckt man wunderschöne kleine Wasserfälle und Kaskaden des Gebirgsbachs. An heißen Sommertagen ist das der perfekte Ort, um müde Füße im eiskalten Wasser zu kühlen – ein Genuss für euch und eure Vierbeiner. Es sind hier deutlich weniger Menschen unterwegs als bei der Haupthütte Geisler Alm.

Dieses kleine Tal ist ein verborgener Schatz – ideal zum Untertauchen, wenn der Hauptweg zu voll ist. Selbst ein simples Pausenbrot schmeckt hier wie im Sternerestaurant, wenn man dabei dem Rauschen des Wassers lauscht.

8. Der Tannen- und Lärchenwald Cuecenes

Herbstliche Lärchenfarben im Val di Funes
Foto: Eric Kilby / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

Ein Großteil des Adolf-Munkel-Weges führt durch die gewachsenen Wälder des Gebiets Cuecenes. Auch wenn ein Waldweg in den Bergen auf den ersten Blick wenig spektakulär klingt, ist das Gegenteil der Fall: Diese Wälder spenden in den heißen Sommermonaten dringend benötigten Schatten. Und im Herbst verwandeln sich die Lärchen, die hier vorherrschen, in ein unvergessliches Meer aus Orange und Gelb. Durch diesen goldenen Tunnel zu wandern, durch den das Bergsonnen-Licht fällt, gehört wohl zu den romantischsten Erlebnissen, die die Dolomiten zu bieten haben.

9. Das Kirchlein in Sankt Magdalena auf dem Weg hinauf

Herbstpanorama von Sankt Magdalena im Val di Funes mit Kirchlein
Foto: This Photo was taken by Wolfgang Moroder. Feel free to use my photos, but ple / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Dieser Tipp liegt zwar nicht direkt auf dem Höhenweg, aber daran vorbeizufahren wäre wirklich schade. Auf dem Weg morgens mit dem Auto hinauf zum Parkplatz Zanser Alm kommt man durch das Dorf Sankt Magdalena (Santa Maddalena). Haltet unbedingt am Aussichtspunkt über dem Dorf an. Von hier aus entsteht das weltberühmte Bild des einsamen kleinen Kirchleins vor dem Odle-Massiv – ein Motiv, das man aus jedem Reiseführer und Kalender zu Südtirol kennt.

Rechnet aber damit, dass an den besten Fotostellen schon früh am Morgen viel Betrieb herrscht. Manchmal braucht man etwas Geduld, um keinen fremden Rucksack oder kein Handy im Bild zu haben – aber das Warten lohnt sich wirklich.

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10. Die Variante über den oberen Weg zur Brogleshütte

Für wirklich ausdauernde Wanderer gibt es noch eine deutlich längere Variante: Vom Adolf-Munkel-Weg kann man auf Wege abzweigen, die zur Brogleshütte führen. Diese Hütte liegt am westlichen Ende der Odle-Gruppe (in Richtung des Seceda-Kamms). Der Weg dorthin ist ein ganztägiges Unternehmen mit beträchtlichem Höhenunterschied – die Belohnung sind aber Bergpanoramen aus einem völlig anderen, unverbrauchten Blickwinkel. Man trifft auf die wildere Seite der Dolomiten und begegnet nur einem Bruchteil der üblichen Touristenmassen.

Die Westseite des Massivs hat einen ganz eigenen Reiz und ist definitiv einen separaten Ausflug wert. Wer mehr Zeit und die nötige Kondition mitbringt, sollte das auf jeden Fall in die Reiseplanung aufnehmen.

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Kann man den Adolf-Munkel-Weg mit Kindern und Hunden machen?

Das ist eine Frage, die uns sehr häufig gestellt wird. Mit kleinen Kindern und Hunden ist die Zugänglichkeit von Wegen ein zentrales Thema. Wie sieht es bei diesem Trek konkret aus?

💡 Tipp: In fast allen Seilbahnen und auch in Bussen verlangen sie für Hunde einen Maulkorb (den bekommt man praktisch überall, auch direkt an den Talstationen). Das ist manchmal lästig – sie fordern ihn auch dann, wenn man allein in der Kabine ist. Wer mehrere Seilbahnen hintereinander plant, lässt die Hunde oft lieber in der Unterkunft ausruhen.

Wandern mit kleinen und größeren Kindern

Wie ich schon in der Einleitung erwähnt habe, ist der Adolf-Munkel-Weg definitiv nicht für Kinderwagen geeignet – auch nicht für Geländemodelle. Der Weg führt über schmale Waldpfade mit herausstehenden Wurzeln, großen Steinen und gelegentlichen Stufen oder ausgewaschenen Rinnen. Mit einem Kinderwagen käme man keine 100 Meter weit.

Für Babys und Kleinkinder (etwa bis 2–4 Jahre) ist eine gute Trekking-Kraxe die ideale Lösung. Der Höhenunterschied ist nicht dramatisch, sodass man das mit der Kraxe auf dem Rücken gut durchhält. Für ältere Kinder (ab etwa 5 Jahren) ist diese Tour absolut wunderbar: abwechslungsreich, mal durch den Wald, mal über Steine springen, Kühe beobachten – und am Ziel auf der Geisler Alm wartet ein riesiger Spielplatz. Langeweile ist hier ausgeschlossen.

Mit dem Hund auf dem Weg

Die Dolomiten gehören zu den besten Reisezielen für Hundebesitzer, und der Adolf-Munkel-Weg ist eine der hundefreundlichen Routen. Das Gelände ist für Hundepfoten mehr als angenehm – kein exponiertes Klettern an Leitern und kein scharfes Geröll, das die Pfoten aufschürft. Wasser muss man auch nicht in großen Mengen schleppen, denn unterwegs findet man mehrere Bäche und Kaskaden, wo sich die Vierbeiner problemlos laben können.

Eine Regel muss jedoch strikt eingehalten werden: Hunde müssen durchgehend an der Leine geführt werden. Der Weg führt über Almweiden mit frei weidendem Vieh. Almkühe können durchaus territorial sein, und wenn ein Hund frei auf sie zuläuft, kann das böse enden. In den Sommermonaten sollte man zudem auf Zeckenprophylaxe achten – auch in diesen Höhen kann man sich Zecken einfangen.

Was man in den Berghütten (Rifugien) probieren sollte

Das Essen in den italienischen Dolomiten ist meiner Meinung nach das Beste ganz Italiens – und wer dem widerspricht, hat noch nie nach einer vierstündigen Wanderung richtige Knödel gegessen 😄. Hier verbindet sich die Leichtigkeit der italienischen Küche mit der Deftigkeit der österreichisch-tirolerischen Tradition – und genau das ist nach ein paar Stunden Bergauf das, was der Körper braucht. Auf der Terrasse des Rifugio Geisler Alm oder der Zanser Alm sollte man unbedingt die regionalen Spezialitäten probieren.

Ein absoluter Klassiker sind die Knödel – neben Speckknödeln gibt es hier auch Käse- und Spinatknödel, serviert entweder in kräftiger Brühe oder einfach mit zerlassener Butter und Schnittlauch. Kalorienreich, aber unglaublich gut. Wer lieber etwas Italienisches möchte, bestellt Schlutzkrapfen – gefüllte Teigtaschen (ähnlich wie Ravioli), meistens mit Spinat und Ricotta, überbacken mit Butter und Parmesan.

Ein regionaler Klassiker ist außerdem die herzhafte Mais-Polenta mit Pilzragout und geschmolzenem Bergkäse. Und weil wir uns in Südtirol befinden, das für seine Äpfel berühmt ist, darf zum Abschluss ein warmer Apfelstrudel mit Vanillesauce nicht fehlen. Übrigens: Viele Betriebe im Tal gehören zum Verband Roter Hahn, was garantiert, dass aus lokalen, hochwertigen und handwerklichen Zutaten gekocht wird.

Praktische Tipps, bevor ihr die Wanderschuhe schnürt

Ein paar Dinge, die man in den Dolomiten besser vorher weiß (oder zumindest nicht auf die harte Tour lernen sollte):

  • Teures Drohnenverbot: Wer gern Luftaufnahmen macht, lässt die Drohne am besten tief im Rucksack. Das Val di Funes liegt im Naturschutzgebiet Puez-Geisler, und das Drohnenverbot wird aktiv kontrolliert. Wer erwischt wird, riskiert eine Strafe von bis zu 3.000 €. Für ein Instagram-Bild lohnt sich das wirklich nicht.
  • Festes Schuhwerk: Auch wenn die Route relativ leicht ist, läuft man oft über Steine, die morgens oder nach Regen sehr rutschig sein können. Turnschuhe aus der Stadt gehören nicht hierher – nehmt feste Wanderschuhe mit guter Sohle mit.
  • Wanderstöcke: Wir nennen sie liebevoll „Hockeystöcke“ und benutzen sie in den Dolomiten fast überall. Beim Überqueren der unebenen Passagen auf dem Adolf-Munkel-Weg entlasten sie die Knie erheblich.
  • Trinkwasser: Am Parkplatz am Ausgangspunkt kann man die Flasche auffüllen, und auch in den Berghütten gibt es frisches Wasser. Ihr müsst keine schweren Wasservorräte für den ganzen Tag schleppen.

Hilfreiche Tipps für eine reibungslose Anreise

Bevor man überhaupt am Ausgangspunkt steht, sollten Anreise, Auto und all der organisatorische Kram geklärt sein. Hier sind unsere bewährten Dienste, auf die wir nicht verzichten möchten.

Flüge nach Italien finden

Wer nicht mit dem Auto fährt: Die nächsten großen Flughäfen sind Venedig und Bergamo. Von Deutschland aus fliegen unter anderem Eurowings und Lufthansa nach Venedig. Günstige Flüge suchen wir auf Kiwi – unser Lieblingsportal für Preisvergleiche.

Mietwagen in Italien

Für Touren in den Dolomiten ist ein Auto praktisch unverzichtbar (außer man möchte ausschließlich auf lokale Busse angewiesen sein). Wir machen seit Langem gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir weltweit nutzen.

Reiseversicherung nicht vergessen

Die Berge sind unberechenbar, und eine gute Reiseversicherung ist das A und O. Wir setzen seit Langem auf SafetyWing.

Internet im Ausland

Innerhalb der EU gilt zwar EU-Roaming, aber eine Backup-Lösung schadet nie. Schaut euch unsere Erfahrungen mit Holafly an – praktische eSIM-Karten für unterwegs.

Wohin sonst noch in den Dolomiten

Wer mehrere Tage im Val di Funes verbringt, sollte unbedingt unseren ausführlichen Reiseführer zu Val di Funes und Santa Maddalena lesen – mit weiteren Aussichtspunkten und Geheimtipps im Tal.

Vom benachbarten Val Gardena aus kann man die wohl berühmteste Grattour der Alpen unternehmen – schaut in unseren Seceda-Reiseführer.

Wer einen Gesamtüberblick über die Region sucht, findet ihn in unserem Artikel Was man in den Dolomiten unternehmen kann mit unseren liebsten Seen, Pässen und Städtchen. Und für weitere Wanderinspirationen empfehlen wir unsere 5 Wandertipps in den italienischen Dolomiten für jeden.

FAQ (Häufig gestellte Fragen)

Wie lang ist die Strecke des Adolf Munkel Weg?

Die klassische und beliebteste Rundtour misst etwa 5 bis 6 Kilometer, je nachdem, bei welcher Hütte ihr startet und welchen Weg ihr für den Rückweg wählt. Ihr solltet mit etwa 3 bis 4 Stunden reiner Gehzeit ohne längere Pausen rechnen.

Wie viele Höhenmeter hat die Strecke?

Die Höhenmeter sind für Dolomiten-Verhältnisse sehr moderat, insgesamt überwindet ihr nur etwa 200 bis 400 Meter im Auf- und Abstieg. Der Weg verläuft größtenteils höhenlinienparallel entlang des Bergfußes.

Kann man die Strecke mit Kinderwagen gehen?

Nein, die Strecke ist für Kinderwagen absolut ungeeignet. Der Weg ist voller Steine, hervorstehender Wurzeln und Stufen. Für die Kleinsten empfehlen wir eine Babytrage oder Kraxe.

Was kostet das Parken bei der Zanser Alm?

In der Hauptsaison im Sommer müsst ihr mit einer Gebühr von 8 EUR pro Tag für einen PKW rechnen. Es ist ratsam, Bargeld dabeizuhaben, auch wenn die Automaten mittlerweile meist Karten akzeptieren.

Sind Hunde auf der Strecke erlaubt?

Ja, Hunde sind auf der Strecke willkommen, müssen aber zum Schutz der Natur und des weidenden Viehs während des gesamten Aufenthalts im Naturpark strikt an der Leine geführt werden.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Für klassisches Wandern sind die Monate von Juli bis September ideal. Für Fotografiebegeisterte empfehle ich den Oktober, wenn sich die hiesigen Lärchenwälder in wunderschöne Goldtöne verfärben. Im Winter ist der Weg wegen Schnee meist gesperrt.

Kann man auf der Strecke übernachten?

Wildes Campen ist im Naturpark streng verboten. Übernachten könnt ihr jedoch in einer der Unterkünfte unten im Tal oder nach vorheriger Absprache in einer der Berghütten in der Nähe der Strecke.

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