Drumheller und das Royal Tyrrell Museum: Dinosaurier-Badlands in Alberta

Alberta hat so viel mehr zu bieten als majestätische Rocky Mountains und endlose Prärien. Nur etwa eineinhalb Stunden östlich von Calgary liegt ein Ort, der wirkt, als käme er von einem anderen Stern. Plötzlich öffnet sich die Erde vor dir, und du tauchst in einen tiefen Canyon voller seltsamer Sandsteintürme, gestreifter Felsen und ausgedörrter Erde ein. Drumheller Kanada ist die Dinosaurier-Hauptstadt des Landes – und das Herzstück der kanadischen Badlands.

Willkommen in den kanadischen Badlands, wo einst Dinosaurier umherwanderten und wo heute eines der zehn bedeutendsten Paläontologie-Museen der Welt steht. Drumheller ist ein absolutes Muss, wenn du in Calgary bist oder einen Roadtrip durch Alberta planst – erst recht, wenn du mit Kindern reist oder einfach diesen kleinen Jurassic-Park-Fan in dir nie ganz losgeworden bist. 😁

Was erwartet dich hier? Wir schauen uns das Royal Tyrrell Museum mit seinen Dinosaurierskeletten und echten Wissenschaftlern hinter Glasscheiben an, erklimmen die Hoodoos, kehren in eine Kneipe am Ende der Welt ein – und ich verrate dir, wo du den besten Rindfleisch-Burger Albertas bekommst. Los geht’s.

World's Largest Dinosaur – riesige T-Rex-Statue im Zentrum von Drumheller
Foto: Ymblanter / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben den ganzen Artikel zu lesen

Wenn du gerade deinen Koffer packst und nur einen schnellen Überblick brauchst, hier sind die wichtigsten Punkte für deinen Besuch:

  • Lage: Drumheller liegt in der Provinz Alberta, etwa eineinhalb Stunden Fahrt nordöstlich von Calgary.
  • Hauptattraktion: Das Royal Tyrrell Museum of Palaeontology ist eines der zehn größten und besten Dinosauriermuseen der Welt. Plane mindestens vier Stunden für den Besuch ein.
  • Landschaft: Die gesamte Region liegt in den sogenannten Badlands – einer kargen, von Erosion geprägten Landschaft voller Canyons und Felsformationen (Hoodoos).
  • Zeitaufwand: Ab Calgary lässt sich Drumheller gut als Tagesausflug bewältigen. Wer aber auch den weiter entfernten Dinosaur Provincial Park (UNESCO-Welterbe) sehen möchte, braucht zwei Tage.
  • Beste Reisezeit: Das schönste Wetter herrscht von Mai bis September. Im Hochsommer ist das Museum allerdings sehr voll.
  • Anreise: Ohne Mietwagen geht hier gar nichts – der öffentliche Nahverkehr ist in diesem Teil Kanadas sehr eingeschränkt.
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Was ist Drumheller eigentlich – und wann am besten hinfahren?

Bevor wir zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten kommen, ein kurzer Überblick. Drumheller ist ein kleines, etwas skurriles Städtchen im Südosten Albertas mit rund 8.000 Einwohnern. Seinen Namen verdankt es dem Pionier Sam Drumheller, der Anfang des 20. Jahrhunderts hier Land kaufte und den Kohleabbau ankurbelte. Heute interessiert sich kaum noch jemand für die Kohle – die ganze Stadt lebt vom Tourismus und von Dinosauriern. Buchstäblich: Sie sind auf der Straße, auf Schildern, vor jedem zweiten Laden – einfach überall. 😅

Klimatisch befinden wir uns in einer Wüsten- und Halbwüstenregion: Sommer sind heiß und trocken, die Temperaturen klettern regelmäßig auf über 30 Grad. Gleichzeitig ist das die Hochsaison – das Royal Tyrrell Museum platzt dann buchstäblich aus allen Nähten. Die ideale Reisezeit ist daher Spätsommer (Mai–Juni) oder früher Herbst (September), wenn die Farben im Canyon wunderschön sind, die Menschenmassen nachlassen und das Wetter angenehm zum Wandern ist. Im Winter hat das Museum zwar geöffnet und ist fast menschenleer, doch die Hoodoos und Aussichtspunkte liegen oft unter Schnee und Eis – was den Eindruck der ausgedörrten Felslandschaft doch erheblich trübt.

Wie kommt man nach Drumheller?

Wie bereits erwähnt: Ohne Auto läuft in Kanada generell wenig – in Drumheller erst recht. Vom Stadtzentrum Calgary aus sind es rund 135 Kilometer, was ungefähr eineinhalb Stunden Fahrzeit entspricht. Am einfachsten fährst du von Calgary nach Norden und biegst dann auf den Highway 9 East ab, der dich direkt an den Rand des berühmten Canyons führt.

Die Strecke ist unkompliziert und schnurgerade – die erste Stunde siehst du ehrlich gesagt nichts als endlose Felder und Rinderweiden. Umso größer ist dann der Wow-Moment, wenn der Highway plötzlich ins Tal des Red Deer River abfällt und du dich in einer völlig anderen Welt befindest. Falls du nach Calgary fliegst und kein eigenes Auto hast, empfehle ich einen Preisvergleich auf DiscoverCars.com – dort findest du auf einen Blick alle großen Mietwagenunternehmen.

Wo übernachten – und was kostet das?

Die meisten Besucher nehmen Drumheller als Tagesausflug ab Calgary mit, was logistisch naheliegend ist – Calgary bietet schließlich eine viel größere Auswahl an schönen Hotels und Restaurants. Wer aber die echte Badlands-Atmosphäre früh morgens oder beim Sonnenuntergang erleben möchte, dem sei eine Übernachtung vor Ort empfohlen.

Die Stadt hat ein ganz eigenes, leicht retro anmutendes Flair. Erwarte keine Luxusresorts – eher klassische nordamerikanische Motels und kleinere Hotels. Die Übernachtungspreise in Drumheller liegen in der Regel zwischen 80 und 130 € pro Nacht für zwei Personen; in der Hochsaison kann es auch etwas mehr sein.

Wer direkt im Ort übernachtet, liegt mit dem SureStay Plus Hotel by Best Western gut. Es bietet ein ordentliches Frühstück und einen überdachten Pool – nach einem langen Tag in der Hitze Gold wert. Eine weitere sympathische Option ist das Heartwood Inn, ein kleines Familienhotel mit persönlicherem Charakter als die großen Ketten.

Das Budget für den Ausflug setzt sich vor allem aus Benzin, Mietwagenkosten und Eintrittsgeldern zusammen. Alberta gehört generell nicht zu den günstigen Reisezielen, aber für Museum und Parks lohnt sich jeder ausgegebene Euro.

Drumheller: 10 Tipps – Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Kommen wir zum Herzstück dieses Guides. Ich habe zehn Orte ausgewählt, die Urzeit, Industriegeschichte und einzigartige Naturphänomene wunderbar miteinander verbinden. Am besten planst du sie logisch entlang der Route – damit du nicht unnötig hin- und herfährst.

1. Royal Tyrrell Museum of Palaeontology: der Hauptgrund für die Reise

Anomalocaris canadensis im Royal Tyrrell Museum
Foto: Chris Woodrich / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Das hier ist das absolute Zentrum des gesamten Tals – und wahrscheinlich der Hauptgrund, warum du überhaupt nach Drumheller gefahren bist. Das Royal Tyrrell Museum ist keine provinzielle Knochenausstellung, sondern ein riesiges Forschungszentrum und eines der besten Museen seiner Art auf der ganzen Welt. Die meisten Besucher kommen mit dem Plan, zwei Stunden zu bleiben – und verbringen dann den halben Tag dort. ☺️

Du findest hier über 40 vollständige Dinosaurierskelette – und zwar echte Fossilien, keine Kunststoffkopien. Die gesamte Ausstellung ist chronologisch aufgebaut: Du reist durch Millionen Jahre Erdgeschichte, von den ersten Mikroorganismen bis zur Eiszeit. Atemberaubend ist vor allem die Dinosaur Hall, wo ein majestätisches Tyrannosaurus-rex-Skelett über dir aufragt und riesige Pflanzenfresser die Halle bevölkern.

Der Eintritt kostet rund 25 CAD (ca. 17 €) für Erwachsene; im Sommer hat das Museum täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Ich empfehle dringend, direkt zur Öffnung da zu sein – dann hast du die wichtigsten Hallen noch für dich, bevor Schulklassen und Touristengruppen eintreffen.

2. Drumheller Hoodoos: ikonische Sandstein-Pilze

Drumheller Badlands und Hoodoos
Foto: Chris Woodrich / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Etwa 15 Minuten außerhalb des Stadtzentrums auf dem Highway 10 stößt du auf eines der bekanntesten Naturphänomene Albertas. Hoodoos sind seltsame Steintürme oder Pilzfelsen, die über Millionen von Jahren entstanden, weil weicherer Sandstein weggespült wurde, während eine härtere Gesteinskappe obendrauf erhalten blieb. Das sieht wirklich bizarr aus – als hätte jemand die Steine kunstvoll in der Landschaft arrangiert.

Hier muss ich aber ehrlich eine kleine Warnung aussprechen. Tourismusfotos erwecken oft den Eindruck, es handele sich um eine riesige Felsstadt à la Bryce Canyon in Utah. In Wirklichkeit ist es ein recht überschaubarer, eingezäunter Bereich mit einigen Dutzend dieser Gebilde. Ein wunderschöner Fotospot ist es allemal – besonders im Nachmittagslicht – aber für die Besichtigung brauchst du maximal 20 Minuten. Der Parkplatz an der Straße kostet 5 CAD (ca. 3,50 €) pro Fahrzeug.

3. Atlas Coal Mine: ein Blick in die Industriegeschichte

Atlas Coal Mine in Drumheller
Foto: Willem van Valkenburg from Delft, Netherlands / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Rund 30 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt ein Ort, der einen großartigen Kontrast zur Urzeit bietet. Die Atlas Coal Mine ist ein großes Freilichtmuseum, das an die Zeit erinnert, als im Tal Kohle abgebaut wurde und das Leben hier unglaublich hart war. Das heutige Alberta ist im Grunde auf dem Bergbau aufgebaut – und dieser Ort gibt einen faszinierenden Einblick in diese Vergangenheit.

Das Herzstück des Geländes ist ein erhaltener hölzerner Förderturm – der letzte seiner Art in ganz Kanada. Du kannst das Gelände auf eigene Faust erkunden, aber ich empfehle unbedingt, für eine Führung etwas draufzuzahlen. Die Guides sind oft in historischen Kostümen gekleidet und erzählen unglaubliche Geschichten über das Leben der Bergleute, die Arbeitsbedingungen und die häufigen Grubenunglücke. Leicht gruselig, aber äußerst fesselnd.

4. Horseshoe Canyon Aussichtspunkt

Edmontosaurus regalis – Dinosaurierfund bei Drumheller
Foto: Daderot / CC0 / Wikimedia Commons

Dies wird wahrscheinlich dein allererster Stopp sein, denn der Canyon liegt direkt am Highway 9, nur 15 Minuten vor Drumheller. Wie der Name schon sagt, hat das Tal die Form eines riesigen Hufeisens und bietet den besten Panoramablick auf die gesamten Badlands.

Von der oberen Kante des Canyons siehst du die einzelnen geologischen Schichten in Ocker-, Braun- und Rottönen. Du kannst dich einfach am Aussichtspunkt umsehen oder über Treppen bis auf den Canyonboden hinabsteigen und dort spazieren gehen. Wenn du die zweite Option wählst, nimm unbedingt genug Wasser mit. Zwischen den Felsen staut sich die Hitze, kein Lüftchen weht – du wirst ordentlich ins Schwitzen kommen.

5. World’s Largest Dinosaur: amüsanter Kitsch im Stadtzentrum

World's Largest Dinosaur – riesige T-Rex-Statue im Zentrum von Drumheller
Foto: Ymblanter / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Über Drumheller zu schreiben, ohne diese Kuriosität zu erwähnen, geht einfach nicht. Mitten im Stadtzentrum steht eine 25 Meter hohe Tyrannosaurus-rex-Statue aus Fiberglas, von der die Einheimischen stolz behaupten, sie sei der größte Dinosaurier der Welt. Sie ist riesig, bunt und absoluter Kitsch – aber das Foto davor ist einfach Pflicht. 😁

Gegen eine kleine Gebühr von etwa 4–5 CAD (ca. 3 €) kannst du die Wendeltreppe im Inneren der Statue bis ins Maul des Dinosauriers hinaufsteigen – von dort hat man einen netten Blick über das Städtchen und das Flusstal. Kein tiefgründiges Kulturerlebnis, aber genau die Art von touristischer Attraktion, über die man beim Durchblättern der Fotos herzlich lachen kann.

6. Last Chance Saloon im Weiler Wayne

Last Chance Saloon im Dorf Wayne
Foto: dvs from Vermont, USA / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Wer echtes Wild-West-Flair schnuppern möchte, sollte von der Hauptstraße abbiegen und den Weiler Wayne ansteuern. Schon die Anfahrt ist ein Erlebnis für sich: Auf gerade mal sechs Kilometern überquerst du elf hölzerne Brücken über einen mäandernden Fluss. Einst war das hier eine pulsierende Bergarbeiterstadt, heute wohnen nur noch eine Handvoll Menschen dort.

Der Hauptanziehungspunkt ist der historische Last Chance Saloon. Er sieht exakt so aus, wie man sich eine Kneipe am Ende der Welt vorstellt. Die Wände sind mit alten Fotos tapeziert, ausgestopfte Tiere hängen an den Wänden, und angeblich sollen noch Einschusslöcher aus alten Schlägereien zu finden sein. Ein großartiger Ort für ein Mittagessen – die Ribs und Burger sind hervorragend, und du saugst die besondere Lokalatmosphäre wie von selbst auf.

7. Dinosaur Provincial Park (UNESCO): ein Umweg, der sich lohnt

Dinosaur Provincial Park – UNESCO-Welterbe
Foto: Daderot / CC0 / Wikimedia Commons

Hier ist etwas, das leicht zu Verwechslungen führt – also aufgepasst: Der Dinosaur Provincial Park liegt nicht in Drumheller. Er befindet sich rund eineinhalb bis zwei Stunden Fahrt südöstlich, in der Nähe der Stadt Brooks. Dennoch muss ich ihn hier erwähnen, denn für alle, die sich für Dinosaurier begeistern, ist er absolutes Pflichtprogramm.

Während Drumheller das Museum hat, ist der Dinosaur Provincial Park die eigentliche Fundstätte – geschützt als UNESCO-Welterbe. Genau von hier stammt ein Großteil der Skelette, die du im Royal Tyrrell Museum siehst. Die Landschaft ist noch weitläufiger und wilder als rund ums Städtchen. Wichtiger Hinweis: In die besten Teile des Parks kommst du nicht alleine. Du musst dir im Voraus einen Platz bei einer kommentierten Führung reservieren, bei der ein echter Paläontologe mitgeht und dir Knochen zeigt, die direkt aus dem Fels ragen.

8. Stausee und Erholung am Wasser

Nach einem langen Tag in der kargen Felslandschaft kommt vielleicht die Lust auf etwas Ruhe am Wasser. Auch wenn die Badlands-Region sehr trocken ist, fließt der Red Deer River durch das Tal – an seinen Ufern gibt es mehrere Erholungszonen und Stauseen. Einheimische kommen hier an Wochenenden gerne mit Wohnmobilen, stellen Campingstühle auf und gehen angeln.

Du kannst dir ein Kajak oder Kanu leihen und die Badlands aus einer ganz anderen Perspektive erleben – nämlich direkt von der Wasseroberfläche aus. Das ist pure Entspannung, und an den Ufern begegnet man oft Rehen oder Greifvögeln, die in den Thermiken über dem Canyon kreisen.

9. Hand Hills und Rattlesnake Lake

Wer Orte abseits der Touristenpfade liebt, sollte einen kleinen Abstecher zu den Hand Hills und zum Rattlesnake Lake in Betracht ziehen. Das ist kanadische Weite im allerbesten Sinne. Du findest hier wunderschöne, offene Ausblicke auf die Prärie und kannst seltene heimische Vogelarten beobachten.

Der See selbst gehört zwar nicht zu den kristallklaren Gletscherseen, wie man sie aus dem Banff-Nationalpark kennt, aber er hat einen ganz eigenen, leicht melancholischen Charme. Achtung: Wie der Name Rattlesnake (Klapperschlange) schon andeutet, solltest du im Sommer sehr genau schauen, wohin du trittst – Schlangen kommen in dieser warmen, trockenen Region ganz natürlich vor und sonnen sich gerne auf Steinen.

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10. Hängebrücke Rosedale Suspension Bridge

Der letzte Tipp auf meiner Liste ist besonders für alle, die einen kleinen Adrenalinkick suchen. Etwa zehn Minuten vom Museum entfernt spannt sich eine lange hölzerne Hängebrücke für Fußgänger über den Red Deer River. Ursprünglich wurde sie in den 1920er-Jahren von Bergleuten gebaut, um den Fluss zum Kohlebergwerk auf der anderen Seite zu überqueren.

Heute ist die Brücke renoviert und absolut sicher – aber wenn du drüberläufst und der Wind ein bisschen auffrischt, schaukelt es dich ordentlich durch. Auf der anderen Flussseite erwarten dich außerdem die Überreste alter Minen und einige Wanderwege, die sich durch die Hügel über dem Fluss schlängeln.

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Drumheller mit Kindern: Kleine Paläontologen im Paradies

Wer mit Kindern im Schulalter reist, dem sei gesagt: Drumheller ist wohl der beste Ort in ganz Alberta für Familien. Für jeden kleinen Dinosaurier-Fan ist das hier ein echtes Paradies.

Das Royal Tyrrell Museum ist für Kinder fantastisch aufbereitet. Die Ausstellung ist visuell beeindruckend, arbeitet viel mit Licht und Klang – kein langweiliges Starren in Vitrinen also. Kinder können durch Glasscheiben echten Wissenschaftlern in den Labors zuschauen, die mit winzigen Werkzeugen Knochen aus dem Gestein freilegen. Bei den Hoodoos macht es ihnen Spaß, zwischen den seltsamen Felsformationen herumzulaufen und das Gelände zu erkunden. Wichtig: Ausreichend Wasser und eine Kopfbedeckung sind absolute Pflicht – die Sonne in den Badlands ist gnadenlos und Schatten gibt es kaum.

Idealer Plan für einen Tagesausflug ab Calgary

Wenn du nur einen Tag hast, würde ich den Ausflug ungefähr so zusammenstellen – damit alles schön fließt:

Steh früh auf und fahre von Calgary spätestens um 7:30 Uhr los. Gegen 8:45 Uhr erreichst du den Horseshoe Canyon Aussichtspunkt – dort herrscht noch herrliches Morgenlicht für Fotos und keine Reisebusse weit und breit. Ab neun Uhr parkst du am Royal Tyrrell Museum. Plane dafür ruhig vier Stunden ein – du wirst es nicht bereuen.

Nach dem Mittagessen, wenn der Kopf mit Dinosaurierwissen vollgestopft ist, geht es ins Stadtzentrum. Mach das Pflichtfoto beim riesigen T-Rex und iss irgendwo in der Nähe zu Mittag. Den Nachmittag widmest du der Strecke Richtung Südosten: Spaziergang über die Rosedale-Hängebrücke, Fahrt durch die elf Brücken zum Last Chance Saloon, Stopp bei den Hoodoos und zum Abschluss der alten Kohlemine Atlas Coal Mine. Die Rückfahrt nach Calgary beschert dir einen wunderschönen Sonnenuntergang über der flachen Prärie.

Was essen – und wo?

Beim Thema Essen darf eine albertische Spezialität nicht fehlen. Alberta ist weltweit für sein Rindfleisch (Alberta Beef) berühmt, und die Einheimischen sind unglaublich stolz darauf. Wenn du darauf setzt, schickt man dich zu Bernis & The Boys Bistro direkt in Drumheller – einer der besten Burgerläden der Gegend.

Von außen wirkt es völlig unscheinbar, aber die Bewertungen sprechen für sich. Gigantische Burger aus lokalem Fleisch und – für alle Milkshake-Liebhaber – an die 80 verschiedene Shake-Sorten. Vegetarier finden ebenfalls fleischlose Optionen und Salate. Es ist oft voll, aber das Warten lohnt sich absolut.

Praktische Infos, Preise und Regeln

Zum Abschluss noch ein paar Zahlen und praktische Details, die du kennen solltest. Der kanadische Dollar (CAD) entspricht aktuell etwa 0,65 €.

  • Eintritt Royal Tyrrell Museum: Erwachsene zahlen rund 25 CAD (ca. 17 €), Kinder von 7 bis 17 Jahren rund 15 CAD (ca. 10 €). Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Der Parkplatz am Museum ist großzügig und kostenlos.
  • Eintritt Hoodoos: Es wird eine Erhaltungsgebühr von 5 CAD (ca. 3,50 €) pro Fahrzeug erhoben.
  • Wichtige Drohnenregel: Wer eine Drohne dabei hat, sollte in Kanada äußerst vorsichtig sein. In Provincial und National Parks (das betrifft den Dinosaur Provincial Park ebenso wie den Midland Provincial Park, in dem das Museum liegt) ist das Fliegen mit Drohnen absolut verboten, und die Strafen sind enorm hoch.

Reisetipps für Kanada

Bevor ich den Artikel abschließe, teile ich noch ein paar bewährte Reise-Tricks, die uns seit Jahren das Leben unterwegs erleichtern – nicht nur in Alberta.

Flüge finden

Günstige Flüge nach Calgary suchst du am besten auf Kiwi.com – unser bevorzugter Preisvergleich, bei dem du verschiedene Filter setzen und die besten Flugkombinationen aus Frankfurt, München oder Wien herausfiltern kannst.

Wir beobachten Angebote gerne mit Vorlauf, denn Flüge nach Kanada können im Sommer astronomisch teuer werden. Auf jeden Fall lohnt es sich, Flüge mit einem vernünftigen Zwischenstopp zu prüfen – das spart oft erheblich und das eingesparte Geld steckt man lieber in weitere Ausflüge.

Mietwagen

Ohne Auto ist man in Kanada verloren. Wir nutzen seit Jahren den Vergleichsdienst DiscoverCars.com, wo alle großen Anbieter auf einen Blick zu finden sind – oft auch mit besserem Versicherungsschutz als direkt am Schalter.

Lass die Buchung auf keinen Fall auf den letzten Drücker. Gerade in der Sommersaison sind die günstigsten Modelle schnell ausgebucht. Zur Abholung reichen ein normaler internationaler Führerschein und eine Kreditkarte auf den Namen des Fahrers.

Unterkunft buchen

Booking.com ist unsere erste Anlaufstelle – vor allem wegen der detaillierten Bewertungen. Bevor wir eine Unterkunft buchen, lesen wir die Kommentare mit derselben Sorgfalt wie ein Gutachter. 😄

In Alberta gilt: In kleineren Städtchen wie Drumheller sind die schönen Unterkünfte schnell weg. Wenn der Reisetermin feststeht, am besten ein halbes Jahr im Voraus buchen – am liebsten mit kostenloser Stornooption.

Reiseversicherung nicht vergessen

Kanada hat ein erstklassiges Gesundheitssystem – aber es ist unglaublich teuer. Jedes Problem ohne Versicherung kann dich die Ersparnisse deines Lebens kosten. Für kürzere Reisen nutzen wir oft etablierte deutsche Anbieter wie ADAC Reiseversicherung oder HanseMerkur, für Langzeitreisende und digitale Nomaden schwören wir auf SafetyWing.

Aus eigener Erfahrung: Verlasse dich nicht allein auf die Reiseversicherung deiner Kreditkarte – die reicht für nordamerikanische Preise oft bei Weitem nicht aus. Investiere lieber ein paar Euro mehr in ordentliche Deckungssummen, damit du Canyons und Felsen mit wirklich gutem Gefühl genießen kannst.

Wohin sonst in Kanada

Wenn du die Urzeit der Badlands entdeckt hast, hat Alberta und Westkanada noch jede Menge mehr zu bieten. Unten findest du Links zu weiteren Artikeln von uns über Orte, die einen Besuch absolut wert sind.

Wer Stadtleben und guten Kaffee sucht, sollte unseren Guide über Edmonton in Kanada lesen – die Provinzhauptstadt mit beeindruckendem Einkaufszentrum und schönen Parks. Wer es lieber naturnah mag, darf den wunderschönen Waterton-Lakes-Nationalpark im Süden an der US-Grenze nicht verpassen – deutlich ruhiger als das von Touristen überlaufene Banff.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

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