Schloss Neuschwanstein in Deutschland ist genau der Ort, der aussieht, als hätte ihn jemand direkt aus dem zauberhaftesten Märchenbuch ausgeschnitten. Kein Wunder, dass sich sogar Walt Disney davon inspirieren ließ, als er ein Vorbild für sein berühmtes Dornröschenschloss suchte. Auch wenn es wohl das meistbesuchte Bauwerk in ganz Bayern ist, lohnt sich der Ausflug hierher in jedem Fall – diese atemberaubende Schönheit muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben.
In diesem Artikel findest du 14 Tipps, was du am Neuschwanstein und in der Umgebung sehen und erleben kannst, damit du deinen Ausflug in vollen Zügen genießt und unnötigen Stress vermeidest. Das Schloss zieht jährlich Millionen Touristen an – ohne gute Planung verlierst du dich hier schnell in endlosen Menschenmengen. Ich verrate dir, wie und wo du rechtzeitig Tickets bekommst, damit du überhaupt die Chance hast, einen Blick in die prachtvollen Innenräume zu werfen.
Wir schauen uns außerdem an, wann die beste Reisezeit ist, wie du vom nahen München zum Schloss kommst und wo du dich strategisch klug einquartierst. Dazu gibt es Empfehlungen für weitere sehenswerte Orte in der Umgebung – denn die bayerische Natur und das nahe gelegene historische Städtchen Füssen solltest du auf deiner Reise auf keinen Fall verpassen.

Zusammenfassung
- Vorabreservierung ist Pflicht: Kaufe deine Tickets online Wochen im Voraus, vor Ort sind sie oft ausverkauft.
- Eintrittspreis: Das Basisticket kostet etwa 21 Euro plus Reservierungsgebühr.
- Audioguide: Es steht ein Audioguide in mehreren Sprachen zur Verfügung, was ein großer Vorteil ist.
- Die besten Fotos: Für den ikonischen Blick geh zur nahe gelegenen Marienbrücke.
- Strategisch übernachten: Quartiere dich direkt unterhalb des Schlosses ein und sei den morgendlichen Menschenmassen aus München voraus.
- Mit der Umgebung verbinden: Verpasse auch nicht das benachbarte Schloss Hohenschwangau und den glasklaren Alpsee.

Wann du nach Neuschwanstein fahren solltest
Die bayerischen Alpen haben das ganze Jahr über ihren unverwechselbaren Charme, aber jede Jahreszeit bietet ein völlig anderes Erlebnis. Die schönsten Farben siehst du im Herbst, wenn sich die umliegenden Wälder golden und rot färben. Der Winter wiederum verwandelt das Schloss in eine magische Eisfestung – allerdings musst du damit rechnen, dass einige Wege und Aussichtspunkte wegen Schnee gesperrt sein können. Pro Tag besuchen sechs- bis achttausend Menschen das Schloss, stell dich also auf Trubel ein.
Wenn du den größten Andrang vermeiden willst, komm entweder früh am Morgen vor acht Uhr oder am späten Nachmittag nach fünfzehn Uhr. Die meisten Touristen kommen nämlich auf einem Tagesausflug aus München, und ab zehn Uhr füllt sich die Umgebung des Schlosses gefährlich. Das Wetter im Alpenvorland kann zudem sehr schnell umschlagen, und die Vormittage sind meist am klarsten.
Die Anreise aus München ist recht einfach und bietet gleich mehrere Varianten. Mit dem Auto dauert die Fahrt knapp zwei Stunden, und parken kannst du auf den Parkplätzen P1 bis P4 in Hohenschwangau, wo das Ganztagesticket etwa sieben bis acht Euro kostet. Wenn du die Bahn bevorzugst, kauf dir das günstige Bayern-Ticket und fahr bis zum Bahnhof Füssen – von dort bringt dich der Bus Nummer 73 oder 78 in nur zehn Minuten direkt unter das Schloss. Wer ohnehin mit dem eigenen Wagen kommt: Eine Vignette brauchst du in Deutschland nicht, anders als etwa in Österreich.

Wo du in der Umgebung von Neuschwanstein übernachtest
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt es sich dagegen über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Die beste Strategie für einen entspannten Besuch ist, schon einen Tag früher in die Region zu kommen. Wenn du direkt unterhalb des Schlosses übernachtest, kannst du gleich am Morgen losziehen und es in relativer Ruhe genießen, bevor die vollen Reisebusse aus München eintreffen. Die Region bietet Unterkünfte von Luxusresorts bis zu gemütlichen Familienpensionen.
Direkt im Dörfchen Hohenschwangau findest du das Hotel Müller Hohenschwangau, das mit einer absolut perfekten Lage mit Blick auf beide Schlösser punktet. Es ist der ideale Ausgangspunkt, denn die Kassen erreichst du bequem zu Fuß, und direkt vor dem Hotel halten zudem die romantischen Pferdekutschen. Eine weitere tolle Wahl in Schlossnähe ist die Villa Ludwig Suite Hotel, wo die Gäste das großartige Frühstück und die geräumigen Apartments loben.
Wenn du eher Erholung und ein Wellness-Erlebnis suchst, wirf einen Blick auf das AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa in Schwangau. Dieses wunderschöne Resort liegt direkt am Ufer des Alpsees und bietet ein riesiges Spa-Center, in dem du dich nach einem Tag voller Besichtigungen perfekt erholst. Eine etwas günstigere Alternative ist das Hotel Alpenstuben, das sehr gemütlich und preislich etwas erschwinglicher ist.

14 Tipps, was du am Schloss Neuschwanstein und in der Umgebung erleben kannst
Schauen wir uns die konkreten Tipps und Sehenswürdigkeiten an, die du bei einem Besuch dieses zauberhaften Winkels Bayerns nicht verpassen solltest. Schloss Neuschwanstein ist zwar der Hauptmagnet, aber die ganze Region bietet so viele Aktivitäten, dass du hier problemlos mehrere Tage voller Entdeckungen verbringst.

1. Tickets und Vorabreservierung
Das ist wohl der wichtigste Rat aus dem ganzen Artikel. Du musst deine Tickets mit großem Vorlauf online kaufen, denn vor Ort sind sie oft schon Wochen im Voraus hoffnungslos ausverkauft. Die Reservierung läuft über die offizielle Website des Ticketcenters Hohenschwangau, und ein Erwachsenenticket kostet etwa 21 Euro plus eine Gebühr von 2,50 Euro für die Online-Abwicklung.
Beim Kauf wählst du einen konkreten Zeitslot, und es ist extrem wichtig, pünktlich zu sein, denn die Gruppen starten auf die Minute genau und Nachzügler werden nicht mehr eingelassen. Kinder und Jugendliche bis achtzehn Jahre haben zwar freien Eintritt, aber auch für sie musst du im System einen Platz reservieren und die Reservierungsgebühr zahlen. Falls die offiziellen Tickets vergriffen sind, kannst du dein Glück bei GetYourGuide versuchen, wo du Tickets im Rahmen organisierter Touren aus München bekommst.
💡 Tipp: Ein großer Vorteil ist, dass der Audioguide durch das Schloss in zahlreichen Sprachen verfügbar ist. Frag einfach beim Eintritt danach, dann hörst du die gesamte Geschichte in deiner Muttersprache.

2. Was du im Inneren siehst
In die Innenräume selbst kommst du nur im Rahmen einer geführten Tour, die etwa dreißig Minuten dauert. Du durchläufst rund vierzehn fertiggestellte Räume im dritten und vierten Stock, denn ein großer Teil des Schlosses wurde wegen des frühen Todes des Königs nie fertig gebaut. Die Führung ist recht zügig und stark durchgetaktet, du musst dich also dem Tempo deiner Gruppe anpassen.
Gleich zu Beginn beeindruckt dich der majestätische Thronsaal, inspiriert von byzantinischen Kirchen. Das Paradoxe daran: Dieser berühmte Saal hat eigentlich gar keinen Thron, denn König Ludwig II. starb, bevor man den Thron anfertigen konnte. Weiter siehst du den riesigen Sängersaal mit Motiven aus der Oper Parsifal und das unglaublich detailreiche königliche Schlafgemach, an dessen Holzvertäfelung Schnitzer ganze vier Jahre gearbeitet haben.
💡 Tipp: Im gesamten Schloss gilt ein absolutes Foto- und Filmverbot. Die Aufseher achten sehr genau darauf, also genieß die Anblicke lieber mit eigenen Augen und lass die Kamera im Rucksack.

3. Wie du hinauf zum Schloss kommst
Von den Kassen im Tal bis zum Schloss selbst führt der Weg einen recht steilen Berg hinauf, und nach oben dürfen keine normalen Autos fahren. Die günstigste Variante ist, zu Fuß zu gehen, was dich bei zügigem Tempo dreißig bis vierzig Minuten auf der asphaltierten Straße kostet. Der Weg führt durch den Wald, und zwischen den Bäumen ergeben sich immer wieder schöne Ausblicke ins Tal.
Wenn du dir die Kräfte sparen willst, kannst du den Pendelbus nutzen, der vom Parkplatz P4 abfährt. Das Ticket nach oben kostet etwa dreieinhalb Euro, und der Bus bringt dich nahe an die Aussicht Marienbrücke, von wo es zum Schloss nur noch zehn Minuten bergab sind. In den Wintermonaten fährt der Bus allerdings nur bei sehr gutem Wetter und ohne Schnee auf der Straße.
💡 Tipp: Die dritte und wohl romantischste Möglichkeit ist die Fahrt mit der Pferdekutsche. Die Kutschen fahren vom Hotel Müller ab und bringen dich ein Stück unter das Schloss – rechne aber damit, dass sie keinem festen Zeitplan folgen und sich Warteschlangen bilden.

4. Die Marienbrücke als bester Fotospot
Wenn du im Internet die schönsten Fotos von Schloss Neuschwanstein mit dem ganzen Tal im Hintergrund siehst, sind sie fast sicher von der Marienbrücke aus aufgenommen. Diese Hängebrücke überspannt eine tiefe Schlucht und bietet einen absolut fantastischen Panoramablick auf das gesamte Bauwerk. Der Zugang zur Brücke ist völlig kostenlos, und du erreichst sie in etwa fünfzehn Minuten vom Schloss aus.
Da die Brücke recht schmal ist und nur eine begrenzte Anzahl Menschen darauf passt, bilden sich hier in der Hauptsaison lange Schlangen. Das beste Licht und die wenigsten Menschen erlebst du früh am Morgen oder am späten Nachmittag gegen fünf Uhr. Im Winter oder bei Glatteis ist die Brücke aus Sicherheitsgründen oft komplett gesperrt.
💡 Tipp: Prüfe die Öffnung der Brücke sicherheitshalber einen Tag vorher auf der offiziellen Website des Ticketcenters Hohenschwangau, damit du nach dem Aufstieg nicht unnötig enttäuscht wirst.

5. Schloss Hohenschwangau
Nur einen Steinwurf vom berühmten Neuschwanstein entfernt liegt das etwas kleinere und oft zu Unrecht übersehene Schloss Hohenschwangau. Dieses auffällig gelbe Bauwerk diente als Sommerresidenz der bayerischen Königsfamilie, und genau hier verbrachte König Ludwig II. seine Kindheit. Anders als sein berühmterer Nachbar ist dieses Schloss vollständig fertiggestellt und mit dem originalen Mobiliar eingerichtet.
Wenn dich Geschichte interessiert und du sehen willst, in welchem Umfeld der exzentrische König aufwuchs, solltest du hier unbedingt vorbeischauen. Du kannst das sogenannte Königsticket kaufen, ein Kombiticket für beide Schlösser zum Richtpreis von 31 Euro. Plan zwischen den Besuchen beider Sehenswürdigkeiten mindestens zwei Stunden für den bequemen Wechsel und eine kleine Pause ein.
💡 Tipp: Vom Innenhof des Schlosses Hohenschwangau hast du einen wunderschönen Blick direkt auf das gegenüberliegende Neuschwanstein und auf die Wasseroberfläche des Alpsees – eine tolle Gelegenheit für schöne Fotos.

6. Der Alpsee
Direkt unterhalb beider Schlösser erstreckt sich der atemberaubende Gletschersee Alpsee, der zu den allersaubersten in ganz Deutschland zählt. Der See ist von dichten Wäldern und hohen Bergen umrahmt und wirkt dadurch unglaublich ruhig und majestätisch. Nach den anstrengenden Schlossbesichtigungen ist das der ideale Ort, um sich auszuruhen und all die Eindrücke zu verarbeiten.
Rund um den See führt ein gepflegter Weg, und ein gemütlicher Spaziergang dauert knapp eine Stunde. In den heißen Sommermonaten kannst du hier sogar baden, auch wenn das Wasser im Bergsee angenehm erfrischend bis leicht kühl ist. Von einigen Stellen am Ufer siehst du zudem perfekt beide Schlösser, die sich hoch oben auf den Hügeln erheben.
💡 Tipp: Wenn dich der Hunger packt, findest du rund um den Alpsee mehrere Restaurants. Vegetarier kommen hier bei den traditionellen Käsespätzle mit knusprigen Röstzwiebeln oder beim süßen Kaiserschmarrn auf ihre Kosten. Über die heimischen Würste und Schweinebraten wird zwar viel geredet, aber die bayerische Küche hat zum Glück auch Liebhabern fleischloser Gerichte einiges zu bieten.

7. Der Gipfel Tegelberg und die Seilbahn
Wenn du Ausblicke aus der Vogelperspektive liebst, mach dich auf zur nahen Tegelbergbahn. In nur zehn Minuten bringt sie dich auf 1881 Meter Höhe, von wo sich dir ein absolut atemberaubendes Panorama eröffnet. Von oben siehst du nicht nur die Alpen selbst, sondern auch den riesigen Forggensee und beide Schlösser, die aus dieser Höhe wie winziges Spielzeug wirken.
Das Rückfahrticket für die Seilbahn kostet etwa 22 Euro, und oben findest du ein gemütliches Restaurant und jede Menge markierter Wanderwege. Der Tegelberg ist außerdem ein riesiges Mekka für Paraglider, sodass du bei schönem Wetter Dutzende bunte Schirme am Himmel siehst. Im Winter verwandeln sich die Hänge hier in ein beliebtes Skigebiet.
💡 Tipp: Unten an der Talstation der Seilbahn befindet sich eine unterhaltsame Sommerrodelbahn, die nicht nur Kinder erfreut, sondern auch erwachsene Besucher zuverlässig auf Trab hält.

8. Die historische Stadt Füssen
Nur etwa vier Kilometer vom Schloss entfernt liegt das malerische Städtchen Füssen, das sich definitiv für einen längeren Halt lohnt. Die Stadt bildet das südliche Ende der berühmten Romantischen Straße, und ihr historisches Zentrum ist voller wunderschön gefärbter Häuser, schmaler Gassen und kleiner Cafés. Ein Bummel durch die Altstadt wirkt sehr beruhigend und bietet einen tollen Kontrast zum überfüllten Schlossdorf.
Hier findest du viele kleine Läden mit traditionellen Produkten und gemütliche Lokale, in denen du einen Kaffee und warmen Apfelstrudel genießen kannst. Füssen ist außerdem eine tolle und preislich erschwinglichere Basis für die Übernachtung, falls du nicht direkt am Schloss schlafen willst. Vom örtlichen Bahnhof fahren zudem direkte Busse bis unter das Neuschwanstein.
💡 Tipp: Die abendliche Atmosphäre der Stadt mit ihren beleuchteten Gassen ist sehr romantisch. Such dir hier einen kleinen Biergarten, bestell dir eine frische Brezel und genieß einfach die lokale Gemütlichkeit.

9. Hohes Schloss und Lechfall
Direkt über dem Zentrum von Füssen erhebt sich majestätisch das spätgotische Hohe Schloss, das einst als Sommerresidenz der Augsburger Bischöfe diente. Eine Besonderheit dieses Schlosses sind seine illusionistischen Fassadenmalereien, die so kunstvoll sind, dass sie aus der Ferne wie echte plastische Erker und Fenster wirken. Im Inneren befindet sich eine schöne Staatsgalerie mit historischen Gemälden.
Gleich neben dem Schloss findest du das barocke Kloster St. Mang, das reich verzierte Innenräume und eine der ältesten erhaltenen Darstellungen des Totentanzes in Bayern beherbergt. Schau dir unbedingt auch den nahen Wasserfall Lechfall an, den du bequem zu Fuß in etwa zwanzig Minuten erreichst. Der Lech überwindet hier eine künstliche Felsstufe und schafft ein wunderschönes türkisfarbenes Schauspiel.
💡 Tipp: Von der Brücke direkt über dem Lechfall lassen sich tolle Fotos des wilden Flusses machen, der sich in die enge Felsschlucht gräbt.

10. Die Wallfahrtskirche Wieskirche
Etwa fünfundzwanzig Autominuten vom Schloss entfernt liegt ein Ort, der alle Architekturliebhaber begeistert. Die Wallfahrtskirche Wieskirche steht auf der UNESCO-Liste und stellt den absoluten Höhepunkt des bayerischen Rokoko dar. Von außen wirkt die Kirche, die mitten auf einer grünen Wiese steht, recht unscheinbar – doch sobald du eintrittst, fällt dir buchstäblich die Kinnlade herunter.
Das Innere ist unglaublich reich mit Stuck, Gold und wunderschönen Deckenfresken verziert, die die Illusion eines offenen Himmels erzeugen. Die Kirche wurde Mitte des achtzehnten Jahrhunderts erbaut und zieht bis heute Pilger aus aller Welt an. Der Eintritt ist völlig kostenlos, und es ist ein idealer Halt auf dem Weg von München.
💡 Tipp: Auch wenn der Eintritt frei ist, finden in der Kirche regelmäßig Messen statt, während derer die touristische Besichtigung eingeschränkt ist. Prüfe deshalb die Gottesdienstzeiten auf der Website.

11. Schiffsfahrten auf dem Forggensee
Das größte Gewässer in der ganzen Umgebung ist der Stausee Forggensee, der im Sommer großartige Erholungsmöglichkeiten bietet. Von Juni bis Oktober gibt es hier regelmäßige Rundfahrten, die eine völlig neue Perspektive auf die ganze Region eröffnen. Vom Deck des Schiffes siehst du nicht nur die Alpengipfel, sondern in der Ferne auch beide berühmten Schlösser.
Der See ist auch ein Paradies für Radfahrer, denn ihn umgibt ein perfekt gepflegter Radweg. Die gesamte Runde misst etwa dreißig Kilometer und ist recht flach, sodass du sie problemlos auch mit Kindern schaffst. In den Sommermonaten findest du hier viele Strände und ideale Plätze zum erfrischenden Baden.
💡 Tipp: Während der Wintermonate wird der Wasserspiegel des Sees aus Sicherheitsgründen deutlich abgesenkt, sodass du über den teilweise freigelegten Grund spazieren kannst, wo manchmal Reste einer alten Römerstraße zu sehen sind.

12. Die dramatische Pöllatschlucht
Direkt unter der berühmten Marienbrücke befindet sich eine tiefe Schlucht namens Pöllatschlucht. Diese dramatische Schlucht verbirgt einen wilden Fluss und kaskadenartige Wasserfälle, die über die steilen Felsen hinab ins Tal stürzen. Der markierte Weg führt teilweise über eiserne Stege, die direkt am Felsen befestigt sind, und bietet einen sehr ungewöhnlichen Blick auf das Schloss von unten.
Ein Spaziergang durch die Schlucht ist ungemein erfrischend, besonders an heißen Sommertagen, wenn hier angenehme Kühle herrscht. Leider ist der Weg recht häufig gesperrt, wegen der Gefahr von Steinschlag oder laufender Instandhaltung. Wenn er aber offen ist, empfehle ich dir unbedingt, ihn als alternativen Abstieg vom Schloss in deine Planung aufzunehmen.
💡 Tipp: Nimm für den Weg durch die Schlucht festes Schuhwerk mit, denn die feuchten eisernen Stege und Steine können sehr rutschig und unangenehm tückisch sein.
13. Die Geschichte von König Ludwig II.
Ein Schlossbesuch wäre nicht komplett, ohne die faszinierende und etwas traurige Geschichte seines Schöpfers zu verstehen. König Ludwig II. von Bayern, oft als Märchenkönig oder Schwanenkönig bezeichnet, war ein exzentrischer Einzelgänger mit einer riesigen Leidenschaft für die Kunst und die Musik Richard Wagners. Statt zu regieren, floh er lieber in seine Traumwelt und verschuldete den Staat mit dem Bau seiner Märchenschlösser.
Seine Besessenheit kostete ihn schließlich den Thron, als er 1886 für unzurechnungsfähig erklärt und abgesetzt wurde. Wenige Tage später ertrank er rätselhaft im nahen Starnberger See zusammen mit seinem Psychiater, und die Umstände dieser Tragödie sind bis heute nicht zuverlässig geklärt. Schloss Neuschwanstein wurde nur wenige Wochen nach seinem Tod der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, damit aus den Eintrittsgeldern die riesigen königlichen Schulden getilgt werden konnten.
💡 Tipp: Schau dir das Museum der bayerischen Könige an, das am Ufer des Alpsees liegt. Der Eintritt kostet etwa zwölf Euro, und du erfährst hier viele Details aus der Geschichte des gesamten Hauses Wittelsbach.

14. Weitere Schlösser und die Romantische Straße
Wenn dich die bayerische Architektur begeistert hat, mach dich auf, weitere Projekte von König Ludwig zu entdecken. Etwa anderthalb Autostunden von hier liegt das wunderschöne Schloss Linderhof, das als einziges aller Königsprojekte vollständig fertiggestellt ist und mit einem großartigen Park glänzt. Sehenswert ist auch das majestätische Herrenchiemsee, das als bayerische Kopie des französischen Versailles dienen sollte.
Die gesamte Region Füssen und Schwangau liegt am südlichen Ende der sogenannten Romantischen Straße, einer beliebten Touristenroute, die die schönsten bayerischen Städte verbindet. Unweit von hier befindet sich außerdem der berühmte Skiort Garmisch-Partenkirchen und der höchste Berg Deutschlands, die Zugspitze. So lässt sich ein Ausflug nach Neuschwanstein leicht mit einer ordentlichen Bergwanderung oder Skifahren im Winter verbinden.
💡 Tipp: Wenn du mehrere bayerische staatliche Sehenswürdigkeiten besuchen möchtest, erwäge den Kauf des vierzehntägigen Mehrtagestickets, das dir viel Geld bei den Einzeleintritten in Schlösser in ganz Bayern spart.
Wohin als Nächstes vom Schloss Neuschwanstein
Wenn du schon die Schönheiten Süddeutschlands entdeckst, solltest du unbedingt einen Halt in der bayerischen Metropole einplanen. München bietet faszinierende Geschichte, großartige Museen und eine legendäre Bierkultur, die dich garantiert begeistert. Wirf einen Blick in den Artikel Wetter in München: wann reisen, um deinen Besuch auf die bestmöglichen Tage zu legen und verregneten Nachmittagen zu entgehen.
Wenn du nach langen Ausflügen lieber Entspannung und Erholung bevorzugst, ist Deutschland für seine erstklassige Wellnesskultur bekannt. Schöne Wellnesszentren findest du über die gesamten Alpen verteilt und auch tiefer im Landesinneren. Inspiration für den perfekten Erholungsaufenthalt findest du in unserer Übersicht zu Wellnesshotels in Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich die Tickets im Voraus kaufen?
Ja, ich empfehle auf jeden Fall, die Tickets online über Ticketcenter Hohenschwangau mehrere Wochen im Voraus zu reservieren. Vor Ort sind die Eintrittskarten nämlich innerhalb weniger Minuten nach Öffnung der Kassen ausverkauft und ihr riskiert, dass ihr überhaupt nicht ins Innere gelangt.
Spricht der Audioguide Tschechisch?
Ja, ein Audioguide ist in vielen Sprachen verfügbar, darunter auch Deutsch. Ihr müsst einfach nur am Eingang danach fragen und könnt euch dann ganz entspannt die reichhaltige Geschichte des Schlosses in eurer Muttersprache anhören, ohne mühsam übersetzen zu müssen.
Kann man mit dem Auto bis zum Schloss fahren?
Leider nein, die Straße hinauf ist für normale Autos gesperrt. Ihr müsst unten im Dorf auf den ausgewiesenen Parkplätzen P1 bis P4 parken und zu Fuß, mit dem Pendelbus oder einer romantischen Pferdekutsche hinauffahren.
Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?
Rechnen Sie mit mindestens drei Stunden Zeit. Die Fahrt bergauf dauert etwa vierzig Minuten, die Besichtigung selbst dauert circa eine halbe Stunde und weitere Zeit verbringen Sie mit dem Spaziergang zur Aussichtsplattform Marienbrücke und dem Rückweg zum Parkplatz.
Darf ich im Schloss fotografieren?
Im Schloss gilt ein striktes Foto- und Filmverbot. Die Wächter kontrollieren dieses Verbot sehr streng, also lasst eure Kameras und Handys am besten die ganze Zeit im Rucksack verstaut und genießt die Details mit eigenen Augen.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Marienbrücke?
Das beste Licht und die wenigsten Touristen erlebt ihr früh morgens vor acht Uhr oder spät nachmittags nach fünfzehn Uhr. Tagsüber ist die schmale Brücke zum Bersten voll und es bilden sich davor lange Schlangen wartender Menschen.
Ist es empfehlenswert, im Winter nach Neuschwanstein zu fahren?
Der Winter hat einen enormen Zauber und das verschneite Schloss sieht aus wie aus einem Märchen, aber ihr müsst mit Einschränkungen rechnen. Die Pendelbusse fahren oft nicht und der Weg zur beliebten Aussichtsbrücke Marienbrücke ist aus Sicherheitsgründen wegen Glatteis häufig gesperrt.
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