Sechs Tage. Genau so lange brauchst du meiner Meinung nach, um aus Lappland in Finnland das Maximum herauszuholen: den Weihnachtsmann und die stille Wildnis, Huskys und Rentiere, Stadt und den fernen Norden – und vor allem mehrere Versuche für die Polarlichter, denn die zeigen sich nicht auf Kommando. ☺️
Diese Reiseroute für einen 6-tägigen Winter-Roadtrip durch Finnisch-Lappland führt dich Tag für Tag von Rovaniemi über gefrorene Wasserfälle bis nach Saariselkä und Inari im hohen Norden. Du findest hier ein konkretes Programm für jeden Tag, empfohlene Unterkünfte mit übersichtlicher Tabelle, die Preise der Aktivitäten sowie praktische Tipps zum Autofahren im Winter.
Die Route ist auf ein Auto ausgelegt, das dir die größte Freiheit gibt (und Flexibilität bei der Polarlichtjagd), lässt sich aber auch mit einer Kombination aus Bussen und geführten Ausflügen bewältigen. Wenn du dir erst noch klar werden willst, was dich in Lappland erwartet, starte mit meinem großen Guide Was man in Lappland sehen kann.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Route: Rovaniemi (3 Nächte) → Saariselkä (2 Nächte) → Inari → Rückflug ab Ivalo oder Rückkehr nach Rovaniemi. Insgesamt rund 350–600 km.
- Programm: Tag 1 Stadt, Tag 2 Santa + Husky, Tag 3 gefrorene Wasserfälle Korouoma (oder Zoo Ranua mit Kindern), Tag 4 Fahrt in den Norden, Tag 5 Rentiere und Sauna in Saariselkä, Tag 6 Inari und samische Kultur.
- Wann: idealerweise Februar oder März (Licht, Schnee, klarerer Himmel), funktioniert aber den ganzen Winter über.
- Auto: Autovermietungen geben automatisch Spike-Winterreifen mit. Achte auf Rentiere auf der Straße und tanke rechtzeitig.
- Budget: ab rund 2.500 € für zwei Personen (Flüge, Auto, Hotels, 2–3 Aktivitäten), mit einer Nacht im Glasiglu mehr.
Wann losfahren und wie ist das mit dem Auto im Winter
Die Route funktioniert von Dezember bis Anfang April, am besten aber im Februar und März: Die Tage sind länger, der Himmel klarer (bessere Chancen auf Polarlichter) und es liegt am meisten Schnee. Einen detaillierten Monatsvergleich findest du im Artikel Wann nach Lappland reisen. Du fliegst nach Rovaniemi (Charter ab Frankfurt oder Direktflüge mit Condor bzw. über Helsinki) und zurück geht es entweder ab Ivalo oder du schließt die Runde mit der Rückkehr nach Rovaniemi.

Vor dem Winterfahren musst du keine Angst haben, die Finnen haben es voll im Griff: Die Autovermietungen geben im Winter automatisch Reifen mit Spikes mit, die Straßen werden geräumt und der Verkehr ist gering. Es gelten drei Regeln: gleichmäßig fahren, rechtzeitig tanken (die Tankstellen liegen weit auseinander) und auf Rentiere auf der Straße achten, besonders in der Dämmerung. Triffst du auf ein Rentier, halte an und warte – sie verhalten sich unberechenbar. Praktische Tipps fasst auch die offizielle Seite Lapland.fi zusammen.
Wo übernachten: Überblick für die ganze Route
Das Grundmodell ist einfach: drei Nächte in Rovaniemi und zwei in Saariselkä. Hier ist eine übersichtliche Tabelle mit meinen Tipps quer durchs Budget – aus jeder Zeile kommst du direkt zur Buchung. Reserviere früh, die Wintertermine sind Monate im Voraus ausgebucht.
| Nächte | Basis | Hoteltipp | Warum gerade hier |
|---|---|---|---|
| 1.–3. Nacht | Rovaniemi | Santa’s Hotel Santa Claus | Zentrum zu Fuß, tolles Frühstück und Sauna |
| 1.–3. Nacht (Erlebnis-Variante) | Rovaniemi | Apukka Resort | Aurora-Kabinen am See, Aktivitäten auf dem Gelände |
| 4.–5. Nacht | Saariselkä | Northern Lights Village Saariselkä | beheiztes Glas über dem Bett, beste Aurora-Chance |
| 4.–5. Nacht (günstiger) | Saariselkä | Star Arctic Hotel | Blick vom Berg Kaunispää, tolle Bewertungen |
| 1 Nacht als Höhepunkt der Reise | Saariselkä | Kakslauttanen Arctic Resort | legendäre Glasiglus |
💡 Tipp: Einen kompletten Vergleich der Glasiglus inklusive Preisen habe ich im Artikel Glasiglus in Lappland zusammengestellt. Auf der 6-Tage-Route ist es ideal, sich eine Iglu-Nacht als Höhepunkt der Reise zu gönnen und den Rest günstiger zu übernachten.
Reiseroute Tag für Tag
Und jetzt zur eigentlichen Route. Das Programm ist vollgepackt, rechnet aber mit den kurzen Wintertagen und damit, dass die Abende der Polarlichtjagd gehören. Passe es ruhig an dich an – die Tage 2 und 3 lassen sich je nach Wetter tauschen.
Tag 1. Ankunft und Rovaniemi: die Stadt der Rentiergeweihe

Du landest, holst das Auto ab (der Flughafen liegt 10 Minuten vom Zentrum) und widmest den ersten Tag Rovaniemi selbst. Schlendere durch das Zentrum, das nach Alvar Aaltos Plan in Form eines Rentiergeweihs angelegt ist, wirf einen Blick in seine Bibliothek und halte am Lordi-Platz an. Den Nachmittag verbringst du im Museum Arktikum, wo du das Polarlicht verstehst, bevor du es am Abend zum ersten Mal suchen gehst.
Nach Einbruch der Dunkelheit spazierst du zur Jätkänkynttilä-Brücke, deren Pylone abends wie riesige Kerzen leuchten. Ist der Himmel klar, versuche die erste Polarlichtjagd direkt vom Arctic Garden beim Arktikum aus. Alle Tipps für die Stadt findest du im Artikel Was man in Rovaniemi sehen kann.
Wo in Rovaniemi übernachten:
Für drei Nächte empfehle ich das Santa’s Hotel Santa Claus im Zentrum oder das erlebnisreichere Apukka Resort am See, ein Stück außerhalb der Stadt.
Tag 2. Santa Claus Village und Husky-Safari

Morgens geht es ins Santa Claus Village (8 km, komm zur Öffnung, dann umgehst du die Schlangen): Überquere den Polarkreis, begrüße den Weihnachtsmann und schicke eine Postkarte mit Stempel aus dem Weihnachtspostamt. Alles, was kostenlos ist und was etwas kostet, habe ich im Guide zum Santa Claus Village zusammengefasst.
Der Nachmittag gehört dem ersten großen Erlebnis: der Husky-Safari. Eine vollwertige Fahrt mit eigenem Gespann kostet 95–200 € und gehört zu den Höhepunkten der ganzen Reise. Am Abend Erholung in der Sauna, denn morgen wartet ein ganzer Tag draußen auf dich.
Tag 3. Gefrorene Wasserfälle Korouoma (oder Ranua mit Kindern)

Heute steht ein Ganztagesausflug in die Korouoma-Schlucht an (110 km südöstlich), wo im Winter die Wasserfälle zu blau-weißen, bis zu 60 Meter hohen Eiswänden erstarren. Die Wanderung zwischen den Eisfällen mit Feuerpause fühlt sich an wie von einem anderen Planeten – mit Guide kostet sie 130–190 € inklusive Transport und Thermoausrüstung.
Mit Kindern fährst du stattdessen in den arktischen Zoo Ranua (80 km), wo der einzige Eisbär Finnlands lebt. Am Abend hast du den dritten Versuch für die Polarlichter – wenn sie sich bisher nicht gezeigt haben, erwäge eine geführte Tour (die Guides fahren dem klaren Himmel hinterher, rund 150 €). Solche Touren lassen sich vorab über GetYourGuide buchen.
Tag 4. Fahrt in den Norden: Rovaniemi → Saariselkä

Pack zusammen, heute geht es 260 km nach Norden (rund 3,5 Stunden) über die Hauptstraße E75 Richtung Sodankylä. Unterwegs empfehle ich zwei Stopps: Mittagessen in Sodankylä und das Golddorf Tankavaara, wo du im Goldmuseum das Goldwaschen ausprobierst – und was du findest, darfst du behalten.
Am Nachmittag erreichst du Saariselkä, den nördlichsten Wintersportort Finnlands am Rand des Nationalparks Urho Kekkonen. Am Abend beginnt das Wichtigste: Hier oben sind die Polarlichter deutlich häufiger zu sehen als bei Rovaniemi, du musst nur ein paar Minuten von den Lichtern des Ortes weggehen. Wie du sie jagst, beschreibe ich im Artikel Polarlichter in Lappland.
Wo in Saariselkä übernachten:
Für zwei Nächte empfehle ich die Aurora-Kabinen im Northern Lights Village mit beheiztem Glas über dem Bett, das aussichtsreiche Star Arctic Hotel auf dem Hügel oder (für eine Nacht als Höhepunkt) die legendären Iglus von Kakslauttanen.
Tag 5. Saariselkä: Rentiere, Pisten und Eisbad

Am Vormittag besuchst du eine Rentierfarm: Schlittenfahrt, Rentiere füttern, Erzählungen der Hirten über die samische Kultur und der scherzhafte „Rentierführerschein“ (80–120 €). Am Nachmittag wählst du je nach Laune: Abfahrts- und Langlaufloipen am Kaunispää, Schneeschuhwandern im stillen Fjäll oder die längste Rodelbahn Finnlands direkt im Ort.
Am Abend empfehle ich einen finnischen Klassiker: Sauna und Avanto, also das Eintauchen in ein ins Eis geschlagenes Loch im zugefrorenen See. Klingt verrückt, macht aber süchtig. 😅 Und dann wieder raus zu den Polarlichtern, denn heute hast du statistisch die beste Nacht der ganzen Reise.
Tag 6. Inari: das samische Herz Lapplands und Abflug

Am letzten Tag fährst du 40 Minuten weiter nach Norden ins Inari, das Herz der samischen Kultur. Das großartige Museum Siida verbindet die Geschichte des einzigen indigenen Volkes der EU mit der Natur des hohen Nordens, und der Inari-See mit seinen dreitausend Inseln ist auch unter dem Eis magisch.
Am Nachmittag ist es zum Flughafen Ivalo nur 35 Minuten (über Helsinki nach Hause), oder du fährst 290 km zurück nach Rovaniemi, falls du von dort fliegst. Und wenn dir noch Energie bleibt, ist unterwegs ein schöner Stopp an den Stromschnellen von Vikaköngäs. Gute Reise!
Was kostet der ganze Roadtrip
Ein grober Budgetrahmen für zwei Personen über 6 Tage: Flüge über Helsinki ~500 €, Auto für 6 Tage mit Winterausrüstung ~330–500 €, Unterkunft (4 Nächte Hotel + 1 Nacht Aurora-Kabine) ~1.400–2.000 €, Aktivitäten (Husky, Rentiere, Korouoma) ~600–800 €, Essen und Sprit ~400 €. Insgesamt also ab rund 3.300 € für zwei Personen, sparsamer geht es ohne Iglu-Nacht und mit Selbstverpflegung, teurer mit Kakslauttanen. Spartipps findest du im Lappland-Guide.
Wohin noch: Tipps für weitere Artikel
Bei der Planung deines Roadtrips werden dir auch diese Artikel weiterhelfen:
- Lappland: 20 Tipps, was man sehen und erleben kann
- Glasiglus in Lappland: die 8 besten
- Polarlichter in Lappland: wann, wo und wie du sie siehst
Häufig gestellte Fragen zur Reiseroute durch Lappland
Wie viele Tage brauche ich für einen Roadtrip durch Lappland?
Ideal sind 6 bis 7 Tage: drei Nächte in Rovaniemi (Stadt, Santa, Huskys, Ausflüge) und zwei bis drei Nächte im Norden in Saariselkä (Rentiere, Sauna, beste Chancen auf Polarlichter, Inari). In 4 Tagen schafft ihr nur Rovaniemi und Umgebung, in einer Woche auch die Nationalparks.
Schaffe ich es, im Winter in Lappland zu fahren?
Ja, finnische Winterstraßen sind gut gewartet und der Verkehr ist gering. Autovermietungen geben im Winter automatisch Spikereifen. Fahrt gleichmäßig, tankt regelmäßig und achtet auf Rentiere auf der Straße, besonders in der Dämmerung: wenn ihr einem Rentier begegnet, haltet an und wartet.
Lässt sich die Route ohne Auto bewältigen?
Ja, nur mit weniger Flexibilität. Zwischen Rovaniemi und Saariselkä fahren Busse entlang der E75, in den Städten funktionieren lokale Verbindungen und für Ausflüge (Korouoma, Ranua) kann man organisierte Touren mit Abholung vom Hotel buchen. Ein Auto hilft aber deutlich bei der nächtlichen Jagd auf Polarlichter.
Was kostet ein 6-tägiger Roadtrip durch Lappland?
Etwa ab 3.200 € für zwei Personen: Flüge ca. 500 €, Auto 350 bis 500 €, Unterkunft 1.450 bis 2.000 € (inklusive einer Nacht in einer Aurora-Kabine), Aktivitäten 600 bis 800 € und Essen mit Benzin ca. 400 €. Ohne Iglu-Nacht und mit Kochmöglichkeit spart ihr Dutzende Prozent.
Wann ist die beste Zeit für diese Route?
Februar und März: Die Tage sind länger, der Himmel klarer (bessere Chancen auf Polarlichter), am meisten Schnee und die Preise niedriger als an Weihnachten. Die Route funktioniert aber den ganzen Winter von Dezember bis Anfang April.
Warum bis nach Saariselkä fahren, wenn Rovaniemi näher ist?
Wegen der Polarlichter und der Ruhe. Saariselkä liegt 260 km nördlicher, hat minimale Lichtverschmutzung und die Polarlichter sind hier deutlich häufiger zu sehen. Dazu das nördlichste Skigebiet Finnlands, Rentierfarmen und in der Nähe liegt Inari mit samischer Kultur. Die Kombination beider Basen gibt Lappland seine ganze Breite.
Woher nach Hause fliegen: von Ivalo oder von Rovaniemi?
Wenn ihr einen Flug von Ivalo bekommt (über Helsinki), spart ihr euch 290 km Rückfahrt, der Flughafen ist nur 35 Minuten von Saariselkä entfernt. Die Rückkehr nach Rovaniemi lohnt sich, wenn ihr einen Charterflug oder einen deutlich günstigeren Flug von dort habt. Autovermietungen können das Auto gegen Aufpreis auch in einer anderen Stadt zurücknehmen.
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