Island im Oktober: Wetter, Kleidung und Kosten

Frau in einem Thermalpool auf Island

Ende September sind wir zu viert für zwei Wochen nach Island aufgebrochen – mit etwas mulmigem Gefühl, denn am ersten Oktober beginnt auf Island offiziell der Winter. Nein, das ist kein Scherz: An vielen Geschäften und Restaurants findet man das Schild „Wegen Winter geschlossen, wir öffnen wieder im April.“ Wie ist also Island im Oktober wirklich? Was sollte man an Kleidung einpacken und wie viel hat uns der Roadtrip zu viert gekostet, obwohl wir nicht gezeltet haben?

Wusstet ihr, dass wir Reiserouten von unseren Roadtrips erstellen, die wir selbst gemacht haben? Inklusive aller Kosten! Angefangen haben wir mit Kanada und den USA, Uganda, ihr könnt uns auch in die Tatra oder nach Australien begleiten.

Welche Temperaturen erwarten euch?

Gleich am Flughafen in Reykjavík nahm ich mir eine Zeitung mit der riesigen Überschrift „Gott sei Dank, der Sommer ist vorbei.“ Ich musste ein wenig schmunzeln, war aber gleichzeitig etwas beunruhigt und setzte mir meine Mütze auf. Als ich den Artikel genauer las, stellte sich heraus, dass es nur Sarkasmus war. Der Isländer schrieb, er sei froh, dass endlich Winter sei, weil es im Sommer ohnehin keinen Sommer gegeben hatte.

Typisches Wetter auf Island
Die Gletscher schmelzen zwar, aber auf Island gibt es sie immer noch – es ist also kalt!

Was euch vielleicht überrascht: Auf Island gibt es im Winter keine extremen Temperaturen, dank des warmen Golfstroms. Die Durchschnittstemperaturen liegen zwischen -10° und 0°, je nachdem, ob man sich im Lowland oder Highland befindet.

Im Oktober zeigte das Thermometer als niedrigsten Wert -1 Grad, aber trotzdem war es bitterkalt. Warum? Es ist eigentlich egal, was das Thermometer anzeigt – auf Island weht das ganze Jahr über ein derart eisiger Wind, dass die gefühlte Temperatur bis auf -30° sinken kann.

Welche Kleidung einpacken

Denkt gar nicht erst daran, die Winterjacke zu Hause zu lassen. Mit wasserdichter Kleidung macht ihr auf Island nichts falsch. Jeder Euro, den ihr in eine gute Regenjacke, wasserdichte Hosen und Stiefel investiert, wird euch auf Island buchstäblich das Herz wärmen. Vergesst den Regenschirm – es hat einen Grund, warum man ihn in keinem Laden auf Island findet. Ja, ihr ahnt es richtig: der Wind. Mütze und Handschuhe werden eure besten Freunde sein.

Welche Kleidung für Island einpacken
Badeanzug und Mütze sind auf Island ein Muss

Jeder rät zum Zwiebelprinzip. Statt dicker, warmer Kleidung greift lieber zu mehreren Schichten Thermounterwäsche. Ihr werdet es nicht bereuen. Und vergesst die Badekleidung nicht, denn Island ist das Land der heißen Quellen. Mindestens in eine davon einzutauchen, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Zelten oder nicht zelten

Ja, es gibt Leute, die im Oktober oder sogar November zum Zelten nach Island fahren. Wer allerdings nicht die passende Ausrüstung hat, erzählt danach von schlaflosen Nächten in unglaublicher Kälte und vom Übernachten auf beheizten Toiletten. Wenn ihr zu zweit reist und ein Auto habt, ist das Schlafen im Auto eine Option – es wird kalt, aber eine Woche übersteht man so. Für mehr Tage würde ich das nicht empfehlen. Zum Zelt würde ich wirklich nur mit guter Ausrüstung und Erfahrung im Wintercamping unter extremen Bedingungen greifen. Und nehmt keinen Schlafsack mit einer Komforttemperatur von -10° mit. Der wird nämlich trotzdem nicht reichen. Wenn ihr euch fürs Zelten entscheidet, lest unbedingt den Artikel von Radka und Ivar darüber, welche Regeln für das Schlafen im Auto und Camping auf Island gelten.

Das Wetter auf Island ist unberechenbar
Im Zelt kann es passieren, dass man morgens unter Schnee aufwacht wie dieser Bagger

Wie „teuer“ ist die Unterkunft?

Unterkünfte für vier Personen bekommt man ab ca. 28–40 € pro Person und Nacht. Uns hat die Unterkunft für vier Personen für 14 Tage rund 1.900 € gekostet, also etwa 475 € pro Person. Man schläft in Hütten, günstigen Hotels oder Hostels. Vor Hostels auf Island muss man keine Angst haben – die meisten davon waren richtig luxuriös.

Unterkunft auf Island
So eine kleine Hütte mitten im Nirgendwo bekommt man für ca. 100 € pro Nacht

Warum Lunchpakete machen, auch wenn man nicht sparen will

Auf Island ist das Essen in Restaurants mindestens dreimal so teuer wie in Deutschland. Selbst wenn euch das nichts ausmacht, solltet ihr immer genügend Lebensmittel im Auto haben. Restaurants gibt es bei Weitem nicht an jeder Ecke (und auch nicht an jeder zweiten), und im Winter sind sie an den weniger touristischen Orten – also dem Großteil Islands – geschlossen (ja, der Winter beginnt am 1. Oktober).

Was kostet Essen im Supermarkt

Wenn ihr selbst kocht und Lunchpakete vorbereitet, könnt ihr beim Essen einiges sparen. Es lohnt sich nicht, zu viel von zu Hause mitzuschleppen. Die Supermarktpreise sind den deutschen ziemlich ähnlich, nur frische Lebensmittel sind deutlich teurer – die bringt man im Koffer aber ohnehin nicht mit.

Wir waren nur einmal im Restaurant, das hat uns zu viert ca. 48 € gekostet. Den Rest der Zeit haben wir selbst gekocht und Lunchpakete gemacht, und die Gesamtkosten fürs Essen lagen bei nur 264 €. Das sind 66 € pro Person (für 14 Tage), also rund 4,70 € pro Person und Tag!

Was haben wir gekocht?

Wir haben mexikanische Tacos mit Avocado, Linsensuppe, Kichererbsen mit Paprika, aber auch klassische Pasta mit Pesto oder Tomatensoße zubereitet. Zum Frühstück gab es Brot mit Hummus, Marmelade, Joghurt mit Müsli, oder wir haben Rührei und Pfannkuchen gemacht.

Was ist auf Island am teuersten

Benzin und der Mietwagen. Auf Island solltet ihr unbedingt einen Allradwagen nehmen, besonders wenn ihr nicht im Sommer reist und auch abseits der Ringstraße fahren wollt. Ja, man hört von Leuten, die auch mit einem Kleinwagen unterwegs waren, aber glaubt uns: Manche Straßen haben eine ähnliche Qualität wie die in Uganda, und das Risiko lohnt sich nicht. Die Miete für einen Suzuki Grand Vitara XL hat uns rund 615 € gekostet.

Mietwagen auf Island Suzuki Grand Vitara
Mietwagen auf Island: Suzuki Grand Vitara

Benzin kostet auf Island etwa 1,70–1,80 € pro Liter. Wenn ihr die Insel komplett umrunden wollt, rechnet mit ca. 3.500 km. Unsere Benzinkosten beliefen sich insgesamt auf ca. 800 €.

Was hat es insgesamt gekostet?

Island hat uns für zwei Wochen zu viert insgesamt rund 4.430 € gekostet, das sind etwa 1.108 € pro Person. Wenn ihr nach Island reist und überlegt, wie ihr sparen könnt, empfehlen wir, mit möglichst vielen Leuten zu fahren. Wir haben uns das Budget von Gabiinwanderland angeschaut, die zu zweit für 9 Tage unterwegs waren (größtenteils im Zelt) und Island hat sie ca. 1.230 € gekostet! Zu viert kann man also bequem in Hotels, Hostels und Airbnb schlafen und Island sogar günstiger erleben. Benzin und Mietwagen sind die größten Kostenpunkte.

Aufschlüsselung der Ausgaben für den Island-Roadtrip

 

Tipps und Tricks für Reisen auf Island

Was einpacken

Schaut euch unsere Packanleitung für Reisen an, die euch bei der Vorbereitung hilft. Wählt den richtigen Reiserucksack, entdeckt praktische Reisegadgets und vergesst nichts Wichtiges zu Hause.

Wo Flüge finden

Günstige Flüge suchen wir auf Kiwi, unserem Lieblingsportal. Lest unbedingt auch unsere Anleitung für günstige Flüge. Von Deutschland aus fliegen unter anderem Icelandair, PLAY und Eurowings direkt nach Reykjavík.

Mietwagen

Wir nutzen regelmäßig den Vergleich RentalCars.com, der uns bei der Auswahl des Mietwagenanbieters hilft.

Unterkunft buchen

Booking.com ist unsere Lieblings-Hotelsuchmaschine. Wir vergleichen Hotels immer mit dem Angebot lokaler Wohnungen und Zimmer auf Airbnb. Lest auch, wie wir günstige Unterkünfte finden.

Reiseversicherung nicht vergessen

Eine Reiseversicherung ist ein absolutes Muss. Für kürzere Reisen wählen wir AXA (50 % Rabatt) und für längere Reisen den britischen Versicherer True Traveller. Schaut euch unseren Vergleich aller Versicherungen an und wählt die, die am besten zu euch passt.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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