Zuerst hörst du nur das aufgeregte Bellen von zwölf Hunden, die es kaum erwarten können. Dann löst der Guide den Anker, der Schlitten ruckt an und plötzlich… Stille. Nur das Zischen der Kufen, das Schnaufen des Gespanns und der verschneite Wald, der an dir vorbeizieht. Ein Husky-Safari ist ein Erlebnis, das man nicht beschreiben kann, man muss es erleben. Und sein ruhigeres Geschwister, die Fahrt im Rentierschlitten, gehört zum Märchenhaftesten, was Lappland in Finnland zu bieten hat.
In diesem Guide erfährst du alles über Husky-Safaris und Rentierschlitten in Finnisch-Lappland: wie beide Fahrten ablaufen, was sie kosten, ob du dein eigenes Gespann lenken kannst, was du anziehen solltest, wie du eine faire Farm auswählst, die sich gut um die Tiere kümmert, und was Kinder mitmachen können.
Wenn du gerade erst deine ganze Reise planst, fang bei meinem großen Guide was man in Lappland sehen sollte oder beim Artikel was man in Rovaniemi sehen sollte an.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Saison: etwa Dezember bis Anfang April, je nach Schnee. Buche frühzeitig, in der Hochsaison ist oft ausgebucht.
- Husky-Preise: kurze Fahrt ab ~65 €, vollwertiges Safari mit eigenem Gespann ~95–200 € je nach Dauer.
- Rentier-Preise: Farmbesuch mit Fahrt und „Rentier-Führerschein“ etwa 80–120 €.
- Husky = Adrenalin und Tempo, Rentier = Ruhe und Märchen. Am besten erlebst du beides, es gibt auch kombinierte Safaris.
- Thermoanzug, Stiefel und Handschuhe leiht man dir vor Ort, auch in Kindergrößen. Du brauchst nur gute Schichten darunter.
Wann losfahren und wie buchen
Die Saison für Hundeschlitten und Rentierschlitten läuft etwa von Dezember bis Anfang April, je nachdem, wann der Schnee fällt und wie lange er liegen bleibt. Die sichersten Bedingungen findest du von Januar bis März, wenn am meisten Schnee liegt und die Tage schon länger werden. Einen detaillierten Vergleich der Monate findest du im Artikel wann man nach Lappland reisen sollte.
Ein wichtiger Hinweis: die beliebtesten Termine sind oft schon Wochen bis Monate im Voraus ausgebucht, vor allem um Weihnachten und in den Ferienzeiten. Buche daher gleich, sobald du deine Flüge hast. Die Ausflüge lassen sich bequem vorab online reservieren, etwa über GetYourGuide, oder direkt bei den lappländischen Farmen. Im Preis enthalten sind meist der Transfer vom Hotel, Thermokleidung und ein warmes Getränk am Feuer.
Wo du für Husky und Rentier übernachtest
Die meisten Farmen und Anbieter findest du rund um Rovaniemi, das eine ideale Basis ist. Im Zentrum ist die zuverlässige Wahl das Santa’s Hotel Santa Claus mit gelobtem Frühstück, wo dich der Safari-Transfer direkt vor dem Eingang abholt. Erlebnisluxus der Extraklasse ist das Apukka Resort, das eigene Huskys und Rentiere direkt auf dem Gelände hat, sodass du zu den Tieren einfach vom Frühstück aus zu Fuß gehst. Und ganz im hohen Norden bei Saariselkä kombiniert das legendäre Kakslauttanen Arctic Resort Glas-Iglus mit eigenen Tierprogrammen.
Husky-Safari: die Fahrt, die du nie vergisst
Kommen wir zur Hauptsache. Ein Husky-Safari beginnt auf der Farm, wo dich ein Chor aus aufgeregtem Gebell begrüßt, die Hunde wetteifern darum, wer laufen darf. Nach der Einweisung geht’s los: entweder als Beifahrer, eingemummelt im Schlitten, oder, und das empfehle ich dir, als Fahrer deines eigenen Gespanns. Du stehst auf den Kufen, bremst mit deinem eigenen Gewicht, und das Gespann gehorcht besser, als du erwarten würdest.

Sobald die Hunde loslaufen, weicht das Gebell der vollkommenen Stille des Winterwaldes. Es ist Meditation bei 20 km/h. Kurze Runden (2 km, etwa 20 Minuten) bekommst du ab ~65 €, und auch kleine Kinder schaffen sie als Beifahrer. Vollwertige Safaris mit eigenem Lenken gehen 5 bis 10 km und kosten 95–200 € (2 400–5 000 Kč). Es gibt auch Ganztagestouren für Hartgesottene.
💡 Tipp: Die Fahrt ist oft kürzer, als man sich vorstellt, die Hunde können nicht endlos laufen. Rechne damit, dass ein großer Teil des Programms aus dem Farmbesuch, dem Schmusen mit den Hunden und den Erzählungen der Musher über das Leben des Rudels besteht, was aber mindestens genauso schön ist wie die Fahrt selbst.
Wie du eine faire Husky-Farm auswählst

Ein Husky-Safari steht und fällt damit, wie die Farm mit den Hunden umgeht. Die gute Nachricht: nordische Zughunde lieben es zu laufen, es ist für sie natürlich, kein Drill. Trotzdem lohnt es sich, Farmen auszuwählen, die ihr Gelände zeigen, die Zahl der Fahrten pro Hund begrenzen und sich nachweislich auch im Sommer um das Rudel kümmern (Trekking, Ausläufe).
Erkennungszeichen einer fairen Farm: sie lässt dich bereitwillig zu den Hunden, die Musher kennen jeden Hund beim Namen und schreiben auf ihrer Website offen über das Tierwohl. Wenn eine Farm wie ein anonymes Fließband für Touristen wirkt, wähle eine andere. Bewertungen auf Google und TripAdvisor sagen viel aus.
Rentierschlitten: ein Märchen im Schritttempo
Wenn das Husky-Safari Adrenalin ist, dann ist die Fahrt im Rentierschlitten das reinste Märchen. Das Rentier geht im Schritt, der Schlitten gleitet leise durch den verschneiten Wald, und du sitzt eingewickelt in Felle und saugst nur die Stille auf. Es ist das ruhigste Erlebnis in ganz Lappland und ideal auch für ganz kleine Kinder oder Großeltern.

Ein Besuch einer traditionellen Rentierfarm umfasst meist das Füttern der Rentiere, Erzählungen über ihre Zucht und eine Schlittenfahrt, nach der du einen scherzhaften „Rentier-Führerschein“ bekommst. Selbst lenken darfst du die Rentiere nur auf einer kurzen Runde, es sind halbwilde Tiere, längere Strecken führt ein Hirte. Das ganze Programm kostet etwa 80–120 € (2 000–3 000 Kč), der Eintritt auf die Farm allein ist günstiger.
Rentiere und Samen: mehr als eine Attraktion

Rentierfarmen in Lappland werden oft seit Generationen von Hirtenfamilien geführt, und die Rentierzucht ist bis heute die Grundlage für Lebensunterhalt und Kultur der Samen, dem einzigen indigenen Volk der Europäischen Union. Ein Farmbesuch ist so die natürlichste Art, die samische Kultur aus erster Hand kennenzulernen, am Feuer statt in der Museumsvitrine.
Frag ruhig nach, die Hirten erzählen gern über ihre Rentiere: warum ein Rentier sein Geweih abwirft, wie man die Herde in der Tundra mit GPS und traditionellen Markierungen findet, was das Rentierjahr bedeutet. Für einen tieferen Einblick in die samische Kultur empfehle ich dir einen Ausflug in den Norden nach Inari mit dem Museum Siida, über das ich im Lappland-Guide schreibe.
Husky oder Rentier? Ein ehrlicher Vergleich
Die häufigste Frage lautet: Wenn die Zeit (oder das Budget) nur für eines reicht, was soll man wählen? Hier ist mein ehrlicher Vergleich.

- Ein Husky-Safari wähle, wenn du Action, Tempo und ein aktives Erlebnis willst (das Lenken des eigenen Gespanns). Am besten für Paare, Freundesgruppen und Kinder ab ~6 Jahren.
- Den Rentierschlitten wähle, wenn du Ruhe, Romantik und eine kulturelle Dimension suchst. Ideal für Familien mit kleinen Kindern, Großeltern und alle, die Lappland gemächlich genießen wollen.
- Kannst du dich nicht entscheiden? Es gibt kombinierte Safaris (Husky + Rentier an einem Tag, etwa 3–3,5 Stunden, rund 180–230 €), die beides samt Transfer und warmem Getränk am Feuer vereinen.
💡 Tipp: Was auch immer du wählst, Thermoanzug, Winterstiefel und Fäustlinge leiht man dir vor Ort (auch für Kinder). Unter den Anzug reichen gute Thermowäsche und ein Fleece. Was du alles einpacken solltest, findest du in meinem Packguide.
Wohin als Nächstes: Tipps für weitere Artikel
Wenn du dein Lappland-Programm zusammenstellst, sind dir diese Artikel nützlich:
- Lappland: 20 Tipps, was man sehen und erleben sollte
- Lappland mit Kindern: Tipps für den Familien-Winterurlaub
- Polarlichter in Lappland: wann, wo und wie du sie siehst
Häufig gestellte Fragen zu Husky-Safari und Rentierschlitten
Wie viel kostet eine Husky-Safari in Lappland?
Eine kurze Fahrt (ca. 2 km, 20 Minuten) kostet ab 65 €, eine vollwertige Safari mit eigenem Gespann über 5 bis 10 km kostet je nach Länge etwa 95 bis 200 €. Die Preise gelten pro Person und beinhalten normalerweise Thermokleidung, Transfer und ein warmes Getränk.
Kann ich ein eigenes Husky-Gespann lenken?
Ja, und das ist der beste Teil des Erlebnisses. Nach einer kurzen Einweisung stehen Sie auf den Kufen Ihres eigenen Schlittens, bremsen mit Ihrem eigenen Gewicht und lenken das Gespann. Normalerweise fährt man zu zweit (einer lenkt, der andere sitzt im Schlitten) und zur Hälfte wird gewechselt. Jeder gesunde Erwachsene schafft das.
Wann ist die Saison für Husky-Safaris und Rentierschlitten?
Ungefähr von Dezember bis Anfang April, je nach Schneelage, die sichersten Bedingungen herrschen von Januar bis März. Die gefragtesten Termine (Weihnachten, Winterferien) sind oft Wochen im Voraus ausgebucht – reservieren Sie gleich nach dem Kauf der Flugtickets.
Was ist besser: Huskys oder Rentierschlitten?
Eine Husky-Safari ist schnell, aktiv und adrenalintreibend, Rentierschlitten sind langsam, ruhig und märchenhaft, mit Bezug zur samischen Kultur. Für Action wählen Sie Huskys, für Ruhe und kleine Kinder Rentiere. Kombinierte Safaris (Huskys + Rentiere an einem Tag, ca. 180 bis 230 €) ermöglichen beides.
Können Kinder Husky-Safaris und Rentierschlitten bewältigen?
Ja. Als Mitfahrer im Schlitten schaffen selbst Kleinkinder kurze Fahrten, Rentierschlitten sind die ruhigste Aktivität in ganz Lappland. Das eigene Gespann dürfen nur Erwachsene lenken, Kinder fahren im Schlitten mit. Thermooveralls verleihen die Farmen auch in Kindergrößen.
Leiden die Hunde und Rentiere bei Safaris?
Nordische Schlittenhunde lieben es zu laufen, es liegt in ihrer Natur. Wählen Sie aber faire Farmen: Sie lassen Sie gerne zu den Hunden, begrenzen die Anzahl der Fahrten, kennen die Hunde beim Namen und schreiben offen über die Pflege. Rentierfarmen werden oft von Hirten-Familien über Generationen geführt, und die Zucht ist die Grundlage ihres Lebensunterhalts.
Was soll ich zur Safari anziehen?
Thermooverall, Winterstiefel und Fäustlinge werden Ihnen vor Ort geliehen, auch für Kinder. Unter den Overall ziehen Sie hochwertige Thermounterwäsche (idealerweise Merino), Fleece und warme Socken an. Eigene Mütze und Halswärmer mitbringen. Zum Fotografieren sind dünne Handschuhe unter den Fäustlingen praktisch, damit Ihre Finger nicht einfrieren.
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