In den meisten chinesischen Großstädten wird gehetzt, in Chengdu trinkt man Tee. Im Volkspark bestellst du dir am See eine Tasse für ein paar Dutzend Yuan, bekommst eine Thermoskanne mit heißem Wasser zum Nachfüllen dazu und am Nebentisch lässt sich jemand die Ohren reinigen. In der Zuchtstation wühlen sich die Großen Pandas beim morgendlichen Füttern durch Bambus. Und abends wechseln die Darsteller der Sichuan-Oper auf der Bühne ihre Masken schneller, als du mit den Augen zwinkern kannst. Die Hauptstadt der Provinz Sichuan gilt als langsamste Großstadt Chinas – und nach ein paar Tagen wirst du wahrscheinlich verstehen, warum.
Entspannung darfst du allerdings nicht bei der Beantragung von Eintrittskarten und Visa erwarten. Zu den Pandas kommst du 2026 nur mit einer Reservierung auf deinen Namen und deine Passnummer (ausgenommen sind Personen über 60 Jahre und kleine Kinder). Reservieren kannst du frühestens 14 Tage im Voraus (früher sind die Tickets nicht verfügbar), und zwar für einen Vormittags- oder Nachmittagsslot. Montags ist außerdem der Pavilion Nr. 6 geschlossen, wo laut Besuchern der berühmteste Panda zu Hause ist. Die Tickets zum Großen Buddha in Leshan werden laut chinesischen Medien nur online verkauft. Und Tschechen haben im Gegensatz zu Slowaken keine Visafreiheit für China. Im Artikel findest du 22 Tipps, was du in Chengdu und Umgebung sehen und unternehmen kannst, von Pandas und dem buddhistischen Wenshu-Kloster über Teehäuser bis zur Oper mit Gesichtswechsel. Dazu gehören auch Ausflüge zum Großen Buddha, zum heiligen Berg Emei Shan und zum über 2.200 Jahre alten Bewässerungssystem.

Zusammenfassung
- Einreise: Tschechen haben 2026 keine Visafreiheit für China. Entweder besorgst du dir ein Visum oder nutzt den 240-Stunden-Visumsfreien Transit. Dieser gilt jedoch nur bei Weiterreise in ein Drittland oder eine Drittregion (nicht bei Reise von Berlin nach Chengdu und zurück) und nur im erlaubten Gebiet – Jiuzhaigou gehört nicht dazu.
- Pandas: Das Ticket für die Zuchtstation für 55 CNY (chinesische Yuan, 7 €) musst du online auf deinen Namen und Pass reservieren, frühestens 14 Tage im Voraus. Komm zur Öffnung und geh nicht montags, da ist der Pavilion Nr. 6 geschlossen, wo laut Besuchern der berühmteste Panda lebt.
- Flüge und Flughäfen: Direktflüge aus Berlin gibt es nicht. Chengdu hat zwei internationale Flughäfen etwa 50 km voneinander entfernt: Tianfu (TFU) und Shuangliu (CTU). Flüge nach Hongkong wurden laut Wikipedia seit Sommer 2026 nach CTU verlegt.
- Bezahlen und Metro: In der Metro kannst du direkt mit kontaktloser Visa-, Mastercard- oder Amex-Karte zahlen, ansonsten über Alipay oder WeChat Pay, die mit deiner Karte verknüpft sind.
- Beste Reisezeit: Am angenehmsten ist es im Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November). Im Juli regnet es am meisten. Meide den Nationalfeiertag vom 1. bis 7. Oktober (Goldene Woche), wenn die Sehenswürdigkeiten überfüllt sind.
- Ausflüge mit dem Zug: Mit dem Schnellzug bist du in etwa einer Stunde in Leshan (zum Großen Buddha dann noch mit dem Bus) und vom Bahnhof Xipu in einer halben Stunde in Dujiangyan oder am Fuß des Qingcheng Shan.
- Vegetarisch: Am sichersten sind buddhistische Restaurants, etwa das Buffet am Wenshu-Kloster für rund 35 CNY (5 €), sowie das vegetarische Restaurant und Teehaus Mi Xun Teahouse mit Michelin-Stern.
Der komplette Reiseführer: Asien — Reiseführer und Highlights
Wann nach Chengdu reisen und praktische Informationen
Bevor du Pandas und Teehäuser planst, lohnt es sich, Klarheit über Visum, Flugtickets, Bezahlung und Internet zu haben. China hat da seine eigenen Regeln, und in Chengdu kommen zwei Flughäfen und eine ordentlich scharfe Küche hinzu.
Wetter und beste Reisezeit: Als angenehmste Zeit gelten der Frühling von März bis Mai und der Herbst von September bis November, wenn die Tageshöchstwerte zwischen etwa 17 und 27 °C liegen. Der Sommer ist heiß und schwül. Im Juli und August zeigen die Thermometer über 30 °C und im Juli fallen rund 238 mm Niederschlag, am meisten im ganzen Jahr. Der Winter ist grau, aber mild (im Januar tagsüber um 10 °C) und Schnee fällt nur selten. Chengdu gehört zu den Großstädten mit den wenigsten Sonnenstunden, im Dezember und Januar sind es nur etwa 38 pro Monat. Ein chinesisches Sprichwort kennt das: Hunde in Sichuan bellen die Sonne an, weil sie sie so selten sehen.
Feiertage und Menschenmassen: Das größte Risiko einer Reise nach Chengdu sind nicht Betrüger, sondern Menschenmassen zu chinesischen Feiertagen. Die Goldene Woche vom 1. bis 7. Oktober, der Tag der Arbeit Anfang Mai und das chinesische Neujahrsfest (2027 fällt es auf den 6. Februar) bedeuten volle Sehenswürdigkeiten und bei manchen Hotels im Zentrum deutlich höhere Preise. Im Wuhou-Tempel findet zum Neujahr eine große Tempelmesse statt, die 2026 am 3. März mit dem Laternenfest endete.
Flüge aus Deutschland: Eine Direktverbindung von Berlin nach Chengdu gibt es derzeit für Passagiere nicht. Sichuan Airlines flog seit 2016 von Berlin hierher, jetzt fliegt auf dieser Strecke laut Wikipedia nur noch ein Frachtflugzeug. Von Berlin fliegst du also mit Umstieg. Zum Flughafen Tianfu fliegt Air China dreimal wöchentlich ab Brüssel (ab 26. März 2026) und laut Wikipedia-Übersicht auch ab Mailand und Paris. Sichuan Airlines soll ab Madrid und Athen fliegen. Turkish Airlines will die Strecke ab Istanbul am 11. November 2026 aufnehmen und Etihad ab Abu Dhabi am 6. März 2027. Du kannst auch in Peking oder Shanghai auf einen Inlandsflug umsteigen.
Zwei Flughäfen: Die meisten internationalen Flüge landen auf dem neuen Flughafen Tianfu (TFU), der im Juni 2021 eröffnet wurde. Er liegt etwa 51 km südöstlich des Zentrums. Der ältere Shuangliu (CTU) liegt näher, südwestlich der Stadt. Seit Ende Juli 2026 wurden laut Wikipedia die Flüge nach Hongkong, Macau und Taipeh von Tianfu hierher verlegt. Wenn du also nach Hongkong weiterfliegst, startest du wahrscheinlich von CTU. Zwischen den Flughäfen fährt eine direkte Metro-Linie 19 etwa 30 Minuten, trotzdem solltest du auf deinem Ticket immer den Flughafencode prüfen.
Vom Flughafen ins Zentrum: Von Tianfu fährt die Metro-Express-Linie 18 zum Bahnhof Chengdu South, von dort geht’s mit Linie 1 weiter. Zum Bahnhof kommst du in 45 bis 55 Minuten, zum Tianfu-Platz im Zentrum (Tianfu Square) in etwa einer Stunde und Viertelstunde. Das Ticket ins Zentrum kostet rund 10 CNY (1,30 €). Taxi oder Didi (das chinesische Pendant zu Uber) kosten etwa 150 bis 260 CNY (20 bis 34 €). Vom Flughafen Shuangliu kommst du mit der Metro-Linie 10 ins Zentrum, mit Umstieg auf die Linien 3 oder 7.
Metro und Taxi: Die Metro in Chengdu hat 17 Linien und 447 Stationen, du kommst also fast überall hin. Seit 28. Juli 2025 kannst du am Drehkreuz direkt mit kontaktloser Visa-, Mastercard- oder Amex-Karte zahlen, die Karte muss aber Zahlungen ohne PIN unterstützen. Der Fahrpreis wird nach Entfernung berechnet, alternativ geht’s per QR-Code in der Alipay-App. Für kürzere Strecken eignet sich Didi, das auch auf Englisch funktioniert.
Mit dem Zug auf Ausflüge: Die meisten Ausflüge von Chengdu aus lassen sich mit dem Schnellzug bewältigen. Zum Großen Buddha in Leshan kommst du vom Bahnhof Chengdu East oder South in 55 bis 65 Minuten. Nach Dujiangyan und zum Qingcheng Shan fährst du vom Bahnhof Xipu etwa eine halbe Stunde, vom Bahnhof Chengdu East oder South in 18 bis 20 Minuten zur Station Guanghan North, von dort zum Sanxingdui-Museum weiter mit dem Taxi. Tickets kaufst du in der App 12306 (Registrierung mit Pass) oder auf Trip.com gegen eine kleine Gebühr. Am Bahnhof wird der Pass gescannt, hab ihn also immer dabei.
Visum für Tschechen: Achtung, hier irren sich viele Websites. Tschechen haben 2026 keine Visafreiheit für China. Die 30-tägige visumfreie Einreise, verlängert bis 31. Dezember 2026, gilt für die Slowakei, Polen, Ungarn, Österreich, Deutschland und weitere Länder, Tschechien steht aber nicht auf der Liste. Das Außenministerium sagt es klar: Für China brauchst du ein Visum, wenn du nicht den 240-Stunden-Visumsfreien Transit nutzt. Das Touristenvisum L wird über das Chinesische Visa Application Service Center in Prag (Futurama, Sokolovská 663/136 A, Praha 8) mit Online-Formular auf visaforchina.cn beantragt. Die Konsulargebühr ist bis 31. Dezember 2026 auf 1.100 CZK (45 €) reduziert, die Bearbeitung dauert vier Arbeitstage und für Express zahlst du 600 CZK (25 €) extra.
240-Stunden-Transit: Ohne Visum kannst du bis zu 10 Tage in China verbringen, wenn du in ein Drittland oder eine Drittregion weiterreist. Du musst ein Flugticket oder Ticket mit konkretem Datum und Ziel außerhalb Festlandchinas haben, etwa nach Seoul, Bangkok oder Hongkong (das zählt als Drittregion). Die Reise von Berlin nach Chengdu und zurück erfüllt die Bedingungen nicht. Einreisen kannst du über beide Flughäfen in Chengdu und darfst dich nur im erlaubten Gebiet bewegen. In der Provinz Sichuan gehören laut Tabelle des Außenministeriums 11 Städte dazu, darunter Leshan (mit dem Emei Shan) und Deyang, zu dem auch das Sanxingdui-Museum gehört. Jiuzhaigou liegt außerhalb, dorthin darfst du mit Transit nicht reisen. Die aktuellen Bedingungen überprüfst du vor der Reise in der Transit-Tabelle auf der Website des Außenministeriums.
Weitere Pflichten: Die Ankunftskarte füllst du online über die Website oder App des chinesischen Einwanderungsdienstes aus. Einreichen kannst du sie frühestens 72 Stunden vor Ankunft. Der Aufenthalt wird innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei gemeldet, im Hotel erledigt das die Rezeption für dich. Seit 15. September 2026 gilt eine neue Vorschrift für Ein- und Ausreise. Danach können chinesische Visa- und Einwanderungsbehörden bei der Überprüfung von Identität und Reisezweck auch elektronische Daten verlangen. Was das für Touristen in der Praxis bedeutet, verfolgst du auf der Website des Außenministeriums.
Bezahlen: Bargeld wird in China eher selten verwendet und das Außenministerium warnt vor Fälschungen. Fast alles wird über Alipay oder WeChat Pay bezahlt, wo du deine Visa- oder Mastercard-Karte hinzufügst. WeChat ist eine chinesische App für Nachrichten und Zahlungen, in der auch Mini-Apps von Behörden und Sehenswürdigkeiten laufen, sogenannte Mini-Programme. Alipay ist eine ähnliche Bezahl-App. Ein Yuan (CNY) entspricht etwa 0,13 €. Zahlungen bis 200 CNY (26 €) sind gebührenfrei, über dieser Grenze zahlst du 3 % vom Gesamtbetrag. Hotel oder Oper bezahlst du daher lieber direkt per Karte oder im Voraus über die Buchungsplattform. Tickets auf Trip.com kaufst du mit ausländischer Karte, während die offiziellen Mini-Programme in WeChat oft eine chinesische Zahlungsmethode verlangen. Ausländer kaufen Tickets daher am sichersten über Trip.com.
Internet und Karten: Google, Facebook, YouTube und WhatsApp sind in China gesperrt und die Nutzung von VPN ohne Genehmigung ist laut Außenministerium strafbar. Bevor du abfliegst, lade dir Karten herunter, die in China funktionieren, etwa Amap (Gaode) oder Apple Maps, denn Google Maps sind hier oft ungenau. Nützlich ist auch ein Übersetzer mit Offline-Chinesisch.
Schärfe: Die Sichuan-Küche basiert auf dem Geschmack ma-la. „Ma“ ist das Kribbeln und leichte Taubheitsgefühl der Zunge durch Sichuan-Pfeffer, „la“ die Schärfe von Chili. Wenn du nicht bei jedem Gericht weinen willst, sag „wei la“ (nur ein bisschen scharf) oder „bu yao la“ (ohne Chili). Wenn du das Essen ohne Sichuan-Pfeffer möchtest, sag „bu yao huajiao“. Rechne aber damit, dass das örtliche „ein bisschen“ für eine europäische Zunge immer noch eine ordentliche Dosis ist.
Sicherheit und Gesundheit: Das Außenministerium gibt für China keine Risikostufe heraus, warnt hauptsächlich vor Betrug, gefälschten Banknoten und dem Verbot, militärische Objekte zu fotografieren. Medizinische Versorgung wird im Voraus bezahlt, schließ daher eine Versicherung mit Rücktransport ab. Leitungswasser nicht trinken. Die Notrufnummern sind 110 Polizei, 120 Rettungsdienst und 119 Feuerwehr. Tschechien hat in Chengdu keine Vertretung. Im Notfall ruf die Nonstop-Hotline des Außenministeriums +420 222 420 222 an.
Zeit, Steckdosen und Trinkgeld: China hat keine Sommerzeit, daher ist Chengdu Deutschland im Winter 7 Stunden und im Sommer 6 Stunden voraus. Trinkgeld gibt man nicht. Laut Reiseführern rechne mit Steckdosen Typ A, C und I und 220 V Spannung.
Wie viele Tage und was kostet der Eintritt: Für Chengdu plane drei bis vier Tage ein. Einen für Pandas und die Altstadt, einen für Tempel, Teehaus und Abendoper und einen oder zwei für Ausflüge nach Leshan, Dujiangyan und zum Qingcheng Shan. Der Emei Shan braucht einen weiteren Tag, idealerweise zwei. Eintritt für Pandas mit Bähnchen, Wuhou-Tempel, Du-Fu-Strohhütte (Du Fu Caotang), Oper, Leshan mit Boot, Dujiangyan, Qingcheng Shan und Sanxingdui kostet zusammen etwa 720 CNY (93 €) pro Erwachsenem. In der Summe ist die Oper für rund 150 CNY (20 €), Transport und Emei Shan sind nicht eingerechnet.
Wo in Chengdu übernachten
Das Zentrum von Chengdu ist riesig, aber das dichte U-Bahn-Netz bringt dich fast überall hin. Bei der Hotelwahl solltest du eine chinesische Besonderheit im Hinterkopf behalten: In der Praxis kann nicht jedes kleinere Hotel, jede Pension oder jedes Apartment ausländische Gäste beherben, weil das Personal nicht weiß, wie man den Pass ins Polizeisystem eingibt. Greif daher zu einer internationalen Hotelkette oder einem Hotel mit aktuellen Bewertungen ausländischer Gäste.
Chunxi Road und Taikoo Li bilden das Herz der Stadt und sind die praktischste Wahl für den ersten Besuch. Die Fußgängerzone, Geschäfte, der Daci-Tempel und die U-Bahn liegen gleich um die Ecke. Ein erfüllter Luxustraum ist das Upper House Chengdu (früher The Temple House) beim Daci-Tempel. Im Hotel befinden sich auch ein vegetarisches Restaurant und das Mi Xun Teahouse. Im Turm des IFS-Einkaufszentrums mit der Panda-Fassade findest du das Niccolo Chengdu.
Am Tianfu-Platz kreuzen sich U-Bahn-Linien in alle Richtungen, und zu Fuß erreichst du den Volkspark und die Chunxi Road. Einen vernünftigen Preis bietet hier das Holiday Inn Express Chengdu Tianfu Square. Von der Breiten und Schmalen Gasse (Kuanzhai Xiangzi) aus hast du es nicht weit zum Volkspark mit seinen Teehäusern. Wohnen kannst du dort zum Beispiel im Wenjun Courtyard Hotel Chengdu. Es ist ein Hotel im chinesischen Stil mit englischsprachigem Personal, hat aber keinen Aufzug.
Ruhe und ein vegetarisches Restaurant gleich um die Ecke bietet das Viertel rund um das Wenshu-Kloster. Hier steht das buddhistisch angehauchte Buddha Zen Hotel Chengdu, und Backpacker und Alleinreisende finden hier das Hostel Chengdu Mix Hostel. Für Nachtleben und Bars am Fluss begib dich ans Jinjiang-Ufer, wo das große Shangri-La Hotel, Chengdu steht. Für Geschäftsreisen eignet sich die Hi-Tech Zone, ein Geschäfts- und Technologieviertel mit Business-Hotels 8 bis 12 km südlich vom Zentrum. Vor einem frühen Abflug lohnt sich ein Hotel in Flughafennähe. Prüf aber vorher, von welchem der beiden Flughäfen du abfliegst.
Eine detaillierte Übersicht der Viertel, Preise und 18 konkreter Hotels findest du im Artikel Kde bydlet v Čcheng-tu.
💡 Auf dieser Karte vergleichst du, was gerade verfügbar ist — du siehst sofort, wie sich der Preis ein paar Blocks weiter ändert.
22 Tipps, was du in Chengdu und Umgebung sehen und unternehmen kannst
Die Tipps beginnen bei den Pandas, führen weiter durch die Altstadt mit Tempeln und Teehäusern, zum abendlichen Chengdu und den Museen und enden mit Ausflügen in die Umgebung. Die meisten davon erreichst du mit dem Schnellzug in etwa einer Stunde, Emei und Jiuzhaigou brauchen mehr Zeit. Fast überall in China werden Tickets auf Namen und Passnummer reserviert, und beim Eingang wird der Pass gescannt – trag also dein Original-Reisepass immer bei dir. Preise für Ausflüge außerhalb der Stadt sind zur groben Orientierung gedacht. Öffnungszeiten und Preise ändern sich, prüf sie vor dem Besuch.

1. Aufzuchtstation für Große Pandas
Wegen diesem Ort reisen Menschen aus der ganzen Welt nach Chengdu. Die Aufzucht- und Forschungsstation für Große Pandas (Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding) ist ein großes Gelände mit Gehegen, wo die Pandas morgens bei der Fütterung Bambus knabbern und sich bei Hitze in klimatisierte Pavillons zurückziehen. Die berühmteste Bewohnerin ist die Panda-Dame Hua Hua, für die sich Schlangen bilden. Laut Besuchern hält sie sich meist in Pavillon Nr. 6 auf, der montags geschlossen ist (außer an Feiertagen), damit die Tiere sich ausruhen können. Montags ist auch das Panda Art Museum geschlossen, der Rest des Geländes ist geöffnet. Rote Pandas leben in begehbaren Gehegen, und die Station bittet darum, 3 Meter Abstand zu ihnen zu halten.
Ein Erwachsener zahlt 55 CNY (ca. 7 €), ein Student 27 CNY (ca. 3,50 €), und Personen über 60 Jahre sowie Kinder bis 6 Jahre oder bis 1,3 m haben freien Eintritt ohne Reservierung. Alle anderen müssen das Ticket online auf Namen und Pass reservieren. Reservieren kannst du frühestens 14 Tage im Voraus, am besten über Trip.com oder über den offiziellen WeChat-Account. Das Ticket gilt nur für das gewählte Zeitfenster. Von März bis Oktober beträgt der Vormittagsslot 7:30 bis 12:00 Uhr, der Nachmittagsslot 12:00 bis 17:00 Uhr. Von November bis Februar ist es 8:00 bis 12:00 Uhr und 12:00 bis 16:30 Uhr. Die Bimmelbahn über das Gelände kostet 30 CNY (ca. 4 €) für den ganzen Tag. Für den Besuch solltest du drei bis vier Stunden einplanen.
Fahr mit der U-Bahn-Linie 3 zur Station Panda Avenue und von dort mit Bus 408 zum Südtor, oder zur Station Junqu General Hospital und mit Bus 409 zum Westtor. Ohne Umsteigen bringen dich touristische Pendelbusse von der Chunxi Road und von der Breiten und Schmalen Gasse zur Station. Ein Taxi von der Chunxi Road kostet laut Station etwa 40 CNY (ca. 5 €) und dauert 25 bis 35 Minuten. Wenn du Pandas ohne Massen möchtest, lockt das Panda Valley in Dujiangyan (Tipp 17).
💡 Tipp: Ein Reddit-Nutzer rät, durch das Westtor einzutreten und das Gelände Richtung Südtor zu durchqueren, wo die Reisegruppen hinströmen. So gehst du gegen den Strom. Zahl nicht für „schnellen Eintritt ohne Schlange“ bei Wiederverkäufern – die Station warnt selbst davor.

2. Wenshu-Kloster
Das buddhistische Wenshu-Kloster ist kein Museum, sondern ein aktives Kloster, wo noch heute gebetet wird. Chinesischen Quellen zufolge entstand das Kloster unter der Sui-Dynastie und wurde unter Kaiser Kangxi restauriert. Der Eintritt ist kostenlos und ohne Reservierung, geöffnet ist meist von 8:00 bis 17:00 Uhr mit letztem Einlass um 16:30 Uhr. Am Eingang werden angeblich kostenlos Räucherstäbchen verteilt.
Für Vegetarier ist Wenshu wohl die wichtigste Adresse in der Stadt. Direkt beim Kloster kocht das buddhistische vegetarische Restaurant Xiangyuan in der 6 Wenshuyuan Jie. Das Buffet kostet um die 35 CNY (ca. 4,50 €), und wenn du deinen Teller leer isst, bekommst du angeblich 5 CNY (ca. 0,65 €) zurück. Pilzreis kostet etwa 18 CNY (ca. 2,30 €). Die buddhistische Küche kommt ohne Fleisch und ohne Knoblauch und Zwiebeln aus. Vegan ist sie aber nicht immer – Eier oder Milch können zum Beispiel im Gebäck auftauchen.
Rund um das Kloster erstreckt sich das Fußgängerviertel Wenshufang mit Imbissen und kleinen Läden. Du erreichst es mit der U-Bahn-Linie 1 zur Station Wenshu Monastery.
💡 Tipp: Laut einer Bewertung von 2023 wird im Restaurant montags nicht gekocht – brich zum Mittagessen daher lieber an einem anderen Tag auf.

3. Breite und Schmale Gasse
Drei parallele Gassen – die Breite, die Schmale und die dritte namens Brunnen – sind laut Reiseführern von Häusern mit Innenhöfen im Stil der Qing-Dynastie gesäumt. Heute befinden sich darin kleine Läden mit Souvenirs, Volkskunst, Cafés und Restaurants. Der Eintritt ist kostenlos, und abends sind die Gassen beleuchtet.
Betrachte sie als hübschen, aber sehr touristischen Spaziergang. An Wochenenden drängen sich hier die Menschen Schulter an Schulter – wenn du Fotos ohne Massen willst, komm an einem Wochentag. Die Gassen liegen nahe dem Volkspark, sodass sich beide Orte zu einem Nachmittag verbinden lassen.

4. Wuhou-Schrein und Jinli-Straße
Der Wuhou-Schrein ist zwei Gestalten aus der Zeit der Drei Reiche gewidmet. Hier werden der Staatsmann Zhuge Liang und der Herrscher Liu Bei aus dem Staat Shu Han, kurz Shu, verehrt. Im Gelände befindet sich auch das Grab von Liu Bei. Falls du die Drei Reiche aus Spielen wie Total War oder Dynasty Warriors kennst, kommst du hier auf deine Kosten. Für den Eintritt in den Schrein zahlst du 50 CNY (ca. 6,50 €), mit Ermäßigung die Hälfte. Fahr mit der U-Bahn-Linie 3 zur Station Gaoshengqiao.
Gleich nebenan beginnt die Jinli-Straße, eine Einkaufsgasse im alten Stil mit Souvenirs und Straßenessen. Der Eintritt ist kostenlos, und abends leuchten Laternen. Beim Straßenessen lohnt es sich aber zu fragen, was drin ist, denn die Sichuan-Küche arbeitet gern mit Schweineschmalz und Fleischbrühe.
Wer länger bei den Drei Reichen und dem Staat Shu bleiben möchte, kann zu Wuhou noch das Shu-Brokat- und Stickerei-Museum hinzufügen.

5. Du Fus Strohhütte
Der Dichter Du Fu aus der Tang-Dynastie lebte von 759 bis 763 in Chengdu. Heute findest du hier einen etwa 20 Hektar großen Park mit einer Nachbildung seiner Hütte und Kopien seiner Werke. Im Oktober und November verfärben sich hier, wie auch im Wenshu-Kloster, die Ginkgobäume gelb.
Das volle Ticket für die Strohhütte kostet ebenfalls 50 CNY (ca. 6,50 €), das halbe 25 CNY (ca. 3,25 €), und außerhalb der Saison kann es günstiger sein. Geöffnet ist meist von 9:00 bis 18:00 Uhr, die Kasse schließt um 17:00 Uhr. Du kannst das Ticket über WeChat reservieren, Reservierungen sind frühestens 14 Tage im Voraus möglich.
Ein Stück weiter liegt das Sichuan-Museum (Tipp 13) und der Kulturpark mit dem Opernhaus Shufeng Yayun (Tipp 10), sodass sich daraus ein angenehmer Tag machen lässt. Vormittags Museum, nachmittags Du Fus Strohhütte und abends Oper. Nur plan das nicht auf einen Montag, wenn das Museum geschlossen hat.

6. Volkspark und Heming-Teehaus
Wenn du irgendwo verstehst, warum Chengdu die langsame Stadt genannt wird, dann hier. Der Volkspark (People’s Park) ist kostenlos und laut Reiseberichten wird dort gesungen, getanzt und Eltern hängen auf dem „Heiratsmarkt“ Anzeigen für ihre erwachsenen Kinder aus. Im Park steht auch ein Denkmal für die Helden der Eisenbahnschutzbewegung.
Das Wichtigste ist aber das Heming-Teehaus am kleinen See, das seit über 120 Jahren hier existieren soll. Normaler Tee kostet dort 16 bis 35 CNY (2 bis 5 €), Premium-Tee 58 bis 68 CNY (8 bis 9 €). Zur Tasse bekommst du eine Thermoskanne mit heißem Wasser und gießt den Tee selbst nach. Angeboten wird auch Ohrenreinigung für 30 bis 50 CNY (4 bis 7 €), den Preis solltest du aber vorher aushandeln.
Zum Park fährst du mit der U-Bahn-Linie 2 bis zur Station People’s Park. Tee trinken und die Menschen um dich herum beobachten können hier locker einen ganzen Nachmittag in Anspruch nehmen.

7. Daci-Tempel, Taikoo Li und Chunxi Road
Das ist Chengdu in Kurzform. Inmitten niedriger Gebäude des luxuriösen Einkaufsviertels Sino-Ocean Taikoo Li, im traditionellen Stil erbaut, steht der buddhistische Daci-Tempel. Luxusboutiquen und buddhistischer Tempel trennen hier nur wenige Schritte.
Direkt daneben verläuft die Chunxi Road, die wichtigste Einkaufsstraße der Stadt mit Fußgängerzone, Geschäften und Restaurants. Ein beliebtes Fotomotiv ist hier der riesige Panda, der an der Fassade des Einkaufszentrums IFS hochklettert.
💡 Tipp: Gib in die Navigation „Chengdu IFS“ ein, bei der Suche nach „Panda“ werden dir die Karten eher die Zuchtstation anzeigen.

8. Qingyang-Palast
Während Wenshu und Daci dem Buddhismus angehören, ist der Qingyang-Palast (Qingyang Gong) ein taoistischer Tempel. In Chengdu siehst du also Buddhismus und Taoismus nebeneinander. Der Palast ist bekannt für zwei schwarze Bronzestatuen von Ziegen.
Geöffnet ist von 8:00 bis 18:00 Uhr und der Eintritt kostet rund 10 CNY (1,50 €).
💡 Tipp: Der Palast, der Kulturpark und die Shufeng-Yayun-Oper liegen nah beieinander, du kannst Nachmittag und Abend hier also ohne weiteres Umsteigen verbringen.

9. Anshun-Brücke und Jinjiang-Uferpromenade
Die überdachte Anshun-Brücke (Anshun Bridge) über den Jinjiang-Fluss gehört zu den berühmten Wahrzeichen der Stadt und ist nach Einbruch der Dunkelheit beleuchtet. Im Inneren der Brücke befindet sich ein gehobenes Restaurant. Eine antike Brücke ist es allerdings nicht. Die ursprüngliche Brücke wurde wiederholt von Fluten weggerissen und mehrfach umgebaut. Die 1978 fertiggestellte Brücke stürzte bei einem Hochwasser 1981 ein und die Stadt baute dann eine neue. Der heutige Bau ist also modern.
Von der Brücke aus kannst du entlang der Uferpromenade bis zum Barviertel Jiuyanqiao spazieren.
Auf dem Fluss fahren auch Ausflugsboote, Preise und Abfahrtszeiten erfährst du direkt an der Uferpromenade. Wer Bars vor der Tür haben möchte, kann auch direkt am Jinjiang-Ufer übernachten (siehe Wo übernachten).

10. Sichuan-Oper und Gesichtswechsel
Der Schauspieler schwenkt seinen Ärmel und hat im Nu ein völlig anderes Gesicht auf. Der Gesichtswechsel (pien-lien) ist die berühmte Nummer der Sichuan-Oper und es heißt, die Technik gehöre zu den staatlich geschützten Geheimnissen. Die abendlichen Aufführungen für Besucher dauern etwa 90 Minuten. Neben dem Gesichtswechsel gibt es meist Feuerspucken, Schattentheater, Puppen, eine komische Szene und Spiel auf der Erhu (zweisaitigen chinesischen Geige).
Für Besucher spielt zum Beispiel das Theater Shufeng Yayun in der 132 Qintai Lu im Kulturpark, neben dem Qingyang-Palast. Die Aufführungen beginnen normalerweise um 20:00 Uhr, an manchen Tagen auch um 18:00 Uhr. Tickets kosten je nach Platz etwa 120 bis 320 CNY (16 bis 43 €).
Günstiger sind kleinere Theater, wo du ab etwa 30 bis 80 CNY (4 bis 11 €) sitzen kannst. Das Shuyi Theater bietet zum Beispiel Gesichtswechsel mit Tee für 54 bis 73 CNY (7 bis 10 €). Falls dich eine abendfüllende Oper statt eines Programms für Touristen reizt, spielt sie das staatliche Ensemble im Sichuan Opera Theater in der 27 Hongzhaobi Jie. Das Programm findest du auf der Website sc-opera.com.

11. Sichuan-Küche vegetarisch
Chengdu ist laut Reiseführern eine kreative UNESCO-Gastronomiestadtund Essen ist hier ein großes Thema. Für Vegetarier ist das aber auch eine kleine Herausforderung. Die berühmten lokalen Spezialitäten sind fleischhaltig. Hot Pot (huo guo) wird mit Rindertalg gekocht, Ma-Po-Tofu enthält ursprünglich Hackfleisch, Kung-Pao wird mit Hühnchen gemacht und Dan-Dan-Nudeln mit Schweinefleisch. Zu den lokalen Kuriositäten gehören angeblich Kaninchenköpfe. Auch „Gemüse“-Gerichte in normalen Restaurants enthalten oft Schmalz, Hühnerbrühe oder Austernsauce.
Am sichersten isst du in buddhistischen und vegetarischen Restaurants. Neben der Speisehalle beim Wenshu-Kloster (Tipp 2) gibt es das Mi Xun Teahouse im Hotel Upper House Chengdu (81 Bitieshi Jie). Dieses vegetarische Restaurant und Teehaus hat einen Michelin-Stern, auch in der neuesten Ausgabe 2027, und ist von 12:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Eine weitere Adresse ist Zaozishu (Jujube Tree) im Viertel Luomashi, das Fleischimitationen aus Seitan und Tofu zubereitet und von 10:00 bis 22:00 Uhr geöffnet hat. Ein Reddit-Nutzer bezeichnete es als Klassiker unter den vegetarischen Lokalen. Yiyeyi World in der 46 Nankangshi Jie bei der Chunxi Road bietet laut eigener Beschreibung rein veganen Sichuan Hot Pot. Ein weiteres vegetarisches Restaurant ist Wuxiang Zenjoy in der 6 Changshou Lu.
Wenn du lokale Gerichte woanders probieren möchtest, bestelle sie mit dem Zusatz „pu yao rou“ (ohne Fleisch). Trocken gebratene grüne Bohnen und Aubergine Yu-Xiang (sogenannte „Fisch“-Aubergine, obwohl sie keinen Fisch enthält) werden nämlich üblicherweise mit Schweinehackfleisch zubereitet. Probieren kannst du auch kalte Nudeln, Buchweizennudeln oder süße Reiskuchen mit braunem Zucker.
💡 Tipp: Speichere dir im Übersetzer vorab den Satz „Ich esse vegetarisch, ich esse kein Fleisch, keine Meeresfrüchte und kein tierisches Fett“ auf Chinesisch und zeige ihn in jedem Restaurant.

12. Yulin und Dongjiao Memory
Wenn es dich nach Tempeln und Pandas danach reizt, wie man heute in Chengdu lebt, geh ins Viertel Yulin. Es ist voller Bars und Cafés und wurde durch ein Lied des Sängers Zhao Lei berühmt, das einfach „Chengdu“ heißt und 2016 erschien.
Ein zweiter Tipp für das heutige Chengdu ist Dongjiao Memory, ein Kulturareal in einer ehemaligen Fabrik.
Beide Orte sind eher für den Abend und für diejenigen, die mehr Tage in Chengdu haben und die Hauptsehenswürdigkeiten schon gesehen haben.
💡 Tipp: Gib Dongjiao Memory in der chinesischen App Amap ein, Google findet unter diesem Namen eine völlig andere Bar in einem anderen Stadtteil.

13. Sichuan-Museum
Die Geschichte der Provinz präsentiert das Sichuan-Museum (Sichuan Museum) in der 251 Huanhua Nanlu, nicht weit von Du Fus Strohhütte. Der Eintritt ist kostenlos mit Reservierung auf Namen, Ausländer reservieren mit Pass. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 9:00 bis 17:00 Uhr mit letztem Einlass um 16:00 Uhr, montags ist geschlossen (außer an Feiertagen).
In den Sammlungen findest du Bronzen, buddhistische Statuen und eine Galerie des Malers Zhang Daqian mit seinen Kopien der Fresken aus den Dunhuang-Höhlen. Im Jahr 2026 läuft dort eine Ausstellung über die Architektur des Yongle-Gong-Palastes.
Falls du das Jinsha-Museum (Jinsha Site Museum) besuchen wolltest, beachte, dass es vom 5. Dezember 2025 bis 30. April 2027 wegen Renovierung geschlossen ist, auch wenn Google Maps es weiterhin als geöffnet anzeigt. Bronzen der antiken Kultur aus dieser Region siehst du aber im Sanxingdui-Museum (Tipp 19).
💡 Tipp: Falls du die Reservierung nicht schaffst, lassen sie dich laut einer Reise-Website auch mit Pass am Eingang ins Sichuan-Museum. Sicherer ist es aber, im Voraus zu reservieren.

14. Chengdu-Museum
Das Chengdu-Museum (Chengdu Museum) steht am Tianfu-Platz, wo sich die U-Bahn-Linien 1 und 2 kreuzen. Der Eintritt ist kostenlos mit Reservierung, geöffnet ist normalerweise dienstags bis sonntags von neun bis fünf. Das Museum ist bekannt für seine Sammlung von Schattentheater und Puppen, falls dich also bei der Oper die Puppen beeindruckt haben, siehst du hier mehr davon.
Am Tianfu-Platz steht eine Statue von Mao Zedong und von dort gehst du zu Fuß zum Volkspark.
Für Familien mit Kindern eignet sich auch das Chengdu Natural History Museum. Der Eintritt ist kostenlos und seit 1. September 2026 gelten die Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag, jeweils von 9:00 bis 17:00 Uhr.
💡 Tipp: Google Maps zeigt beim Chengdu-Museum eine andere Adresse an, gib daher in die Navigation den Tianfu Square ein und gehe zum Museum zu Fuß.

15. Der Große Buddha von Leshan
Der Große Buddha von Leshan misst 71 Meter und wurde zwischen 713 und 803 während der Tang-Dynastie in den Fels gehauen. Seit 1996 steht er zusammen mit dem Berg Emei auf der UNESCO-Liste.
Laut chinesischen Berichten von Oktober 2026 werden die Tickets nur online verkauft, vor Ort kannst du sie nicht kaufen. Die Reservierung erfolgt auf Namen in Stundenfenstern, buchen kannst du frühestens 7 Tage im Voraus. Ausländer kaufen sie am einfachsten über Trip.com, der offizielle Kanal ist das Mini-Programm „Dafo Lüyou“ in WeChat oder Alipay. Die Besichtigung von oben mit Abstieg zu Buddhas Füßen kostet etwa 80 CNY (ca. 11 €), das Aussichtsboot, von dem aus du die gesamte Statue vom Fluss aus siehst, 70 CNY (ca. 9 €). Menschen über 65 Jahre haben freien Eintritt.
Der Hochgeschwindigkeitszug vom Bahnhof Chengdu East oder South fährt 55 bis 65 Minuten nach Leshan und kostet 28 bis 55 CNY (4 bis 7 €). Vom Bahnhof fährst du mit Bus Nr. 3 weiter (etwa 40 Minuten, 1 CNY, also ca. 0,15 €) oder nimmst ein Taxi.
💡 Tipp: Auf den Treppen entlang der Statue wartest du an Wochenenden und in der Hochsaison ein bis drei Stunden. Komm gleich am Morgen oder wähle das Boot.

16. Der Berg Emei
Der Berg Emei ist einer der vier heiligen Berge des chinesischen Buddhismus und kam zusammen mit dem Großen Buddha (Tipp 15) auf die UNESCO-Liste. Der höchste Punkt ist der Goldene Gipfel (Jinding) auf 3.099 Metern Höhe, wo laut Reiseführern eine vergoldete Statue des Bodhisattva Samantabhadra steht. Zum Berg gehören auch die Tempel Baoguo und Wannian. Auf den Wegen leben Makaken, die angeblich Essen stehlen, also zeig deine Snacks nicht offen.
Der Eintritt kostet in der Hauptsaison (vom 16. Januar bis 14. Dezember) etwa 160 CNY (ca. 21 €), außerhalb davon 110 CNY (ca. 15 €). Der Hin- und Rückfahrt-Bus in die Berge zur Haltestelle Leidongping kostet 90 CNY (ca. 12 €). Die Seilbahn zum Goldenen Gipfel kostet 65 CNY (ca. 9 €) hinauf und 55 CNY (ca. 7 €) hinunter. Ein Tag am Berg kostet ohne Zugticket also etwa 370 CNY (ca. 49 €). Ab dem 10. März 2026 musst du für die Busse in den Hochgebirgsbereich Stundenfenster auf Namen reservieren, und zum Goldenen Gipfel werden täglich höchstens 8.000 Menschen zugelassen.
Der Hochgeschwindigkeitszug zum Bahnhof Emeishan fährt von Chengdu etwa 70 Minuten und kostet rund 65 CNY (ca. 9 €). Der Bus vom Bahnhof in die Berge fährt dann weitere etwa 1 Stunde 40 Minuten. Für einen Tag ist das ziemlich viel, deshalb ist es besser, am Berg zu übernachten und den Ausflug auf zwei Tage zu verteilen.
💡 Tipp: Leshan liegt etwa 30 km von Emei entfernt, beide Ziele lassen sich daher zu einem zweitägigen Ausflug verbinden.

17. Dujiangyan
Das Bewässerungssystem Dujiangyan wurde um 250 vor Christus gebaut und funktioniert bis heute. Es ist also über 2.200 Jahre alt und wurde der Tradition nach von Li Ping entworfen. Seit 2000 steht es zusammen mit dem Berg Qingcheng auf der UNESCO-Liste.
In der Hauptsaison zahlst du hier etwa 80 CNY (ca. 11 €), außerhalb der Saison 60 CNY (ca. 8 €), das ermäßigte Ticket kostet 40 CNY (ca. 5 €) und Menschen über 65 Jahre haben mit Reservierung freien Eintritt. Ausländer kaufen eine separate Ticketvariante für Besucher ohne Staatsbürgerschaft des chinesischen Festlands, die der chinesische Verkäufer Qunar für 80 CNY (ca. 11 €) anbietet. Die Reservierung erfolgt auf Namen in Zeitfenstern.
Vom Bahnhof Xipu (Metro-Linien 2 und 6) fährt ein Vorortzug zur Station Liduigongyuan beim Gelände 26 bis 30 Minuten, das Ticket kostet ab 10 CNY (ca. 1,30 €). In Dujiangyan liegt auch Panda Valley, wo es laut einem Reiseblog bei den Pandas viel weniger Menschen gibt als in Chengdu. Tickets für Panda Valley werden nur online verkauft, reservieren kannst du frühestens 7 Tage im Voraus, und vor Ort gibt es keine Kasse. Panda Valley hat von Mai bis Oktober von 7:50 bis 17:30 Uhr geöffnet, von November bis April von 8:10 bis 17:00 Uhr.
💡 Tipp: Dujiangyan und den Berg Qingcheng (Tipp 18) schaffst du an einem Tag, ein Kombiticket für beides verkauft auch GetYourGuide.

18. Der Berg Qingcheng
Der Berg Qingcheng ist eine der Wiegen des Taoismus und gehört zusammen mit dem System Dujiangyan (Tipp 17) zur UNESCO-Liste. Er teilt sich in den Vorderen Berg mit Tempeln und den Hinteren Berg mit Natur und Wasserfällen.
Der Vordere Berg kostet etwa 80 CNY (ca. 11 €), der Hintere Berg 20 CNY (ca. 3 €). Die Seilbahn am Vorderen Berg kostet 30 bis 35 CNY (4 bis 5 €) hinauf oder 55 bis 60 CNY (7 bis 8 €) hin und zurück.
Vom Bahnhof Xipu fährt der Hochgeschwindigkeitszug zur Station Qingchengshan 27 bis 30 Minuten, das Ticket kostet ab 10 CNY (ca. 1,30 €). Vom Bahnhof zum Tor kommst du mit Bus 101 oder 102 für 2 CNY (ca. 0,25 €).
💡 Tipp: Laut Reisewebsites fahren von Xipu zur Station Qingchengshan über 30 Züge täglich, etwa von sechs Uhr morgens bis abends, sodass du früh losfahren kannst. Die konkrete Verbindung hin und zurück prüfst du in der App 12306.

19. Sanxingdui-Museum
Bronzeköpfe mit hervorquellenden Augen sehen aus, als wären sie von woanders hergeflogen, und das Internet nennt sie deshalb „Außerirdische“. Eine der Theorien verbindet sie mit dem legendären König Cancong. Das Sanxingdui-Museum liegt in Guanghan, einer Stadt in der Präfektur Deyang, etwa 40 km von Chengdu entfernt. Die ersten Funde stammen aus dem Jahr 1927, die Hauptentdeckung kam 1986, und in den Jahren 2020 bis 2022 öffneten Archäologen sechs neue Opfergruben. Allein im März 2021 hoben sie über 500 Objekte daraus, darunter eine goldene Maske.
Das Ticket kostet etwa 72 CNY (ca. 10 €), und du kommst nur mit Reservierung in ein Vormittags- oder Nachmittagsfenster rein, zum Beispiel über den offiziellen WeChat-Account. Gib die Passnummer genau ein, am Eingang lässt sie sich angeblich nicht mehr korrigieren. Die Website Wander in China rät, am Eingang das Tor zu nehmen, wo Personal den Pass kontrolliert.
Der Hochgeschwindigkeitszug vom Bahnhof Chengdu East oder South fährt 18 bis 20 Minuten zur Station Guanghan North und kostet 18 bis 25 CNY (2,50 bis 3,50 €). Von dort nimmst du ein Taxi für 15 bis 20 CNY (2 bis 3 €). Der Touristenbus vom Zentrum fährt 70 bis 90 Minuten und kostet etwa 30 CNY (ca. 4 €).
💡 Tipp: Ältere Reiseführer erwähnen ein gemeinsames Ticket für Sanxingdui und das Jinsha-Museum. Das gilt nicht mehr, Jinsha ist geschlossen (siehe Tipp 13).

20. Die Altstädte Huanglongxi und Luodai
Wenn du einen freien Tag hast und sehen möchtest, wie chinesische Altstädte aussahen, fahr nach Huanglongxi, etwa 40 km südlich von Chengdu. Es hat gepflasterte Gassen, Pfahlhäuser aus der Zeit der Ming- und Qing-Dynastien, alte Tempel und eine Wassermühle.
Die zweite Möglichkeit ist Luodai im Bezirk Longquanyi, eine alte Stadt des Hakka-Volkes.
Der Eintritt in die Gassen beider Städte ist angeblich kostenlos. Rechne aber damit, dass sie sehr kommerziell sind, also erwarte keine abgelegene Idylle.
💡 Tipp: Huanglongxi liegt im selben Bezirk Shuangliu wie der ältere Flughafen CTU und eignet sich daher für den letzten Tag vor dem Abflug von CTU.

21. Jianchuan-Museumskomplex
Im Städtchen Anren im Bezirk Dayi steht der private Jianchuan-Museumskomplex. Er besteht aus Dutzenden von Museen, die sich hauptsächlich dem Krieg gegen Japan und der Kulturrevolution widmen.
Anren selbst ist eine Altstadt mit historischen Residenzen, sodass sich ein Spaziergang mit den Museen verbinden lässt. Eintritt und Öffnungszeiten findest du auf der Website jc-museum.cn.
Der Komplex eignet sich für diejenigen, die sich mehr für die chinesische Geschichte des 20. Jahrhunderts als für uralte Tempel interessieren.

22. Jiuzhaigou
Das Tal Jiuzhaigou in der Präfektur Ngawa ist ein Ziel für eine längere Reise, nicht für einen Tagesausflug von Chengdu. Du kommst mit dem Flugzeug oder Hochgeschwindigkeitszug zur Station Huanglong Jiuzhai hierher. Der Park hat von 7:30 bis 18:00 Uhr geöffnet, den aktuellen Betrieb und Tickets findest du auf der offiziellen Website jiuzhai.com.
Achtung: Jiuzhaigou liegt außerhalb der erlaubten Zone des 240-Stunden-Transits. Wenn du ohne Visum im Transitregime nach China fliegst, fahr nicht hierher. Du brauchst ein Touristenvisum L.
Falls du ein Visum hast, reserviere Transport und Tickets im Voraus und meide chinesische Feiertage.
Wohin als Nächstes von Chengdu
Wenn du mehr Zeit in China hast, kannst du von Chengdu mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Chongqing weiterfahren, die Fahrt dauert etwa ein bis eineinhalb Stunden. Reizt dich eher eine Großstadt an der Küste? Schau dir den Artikel Was du in Shanghai sehen kannst an.
Wenn du über den 240-Stunden-Transit reist, ist Hongkong eine praktische „dritte Region“, in die du von Chengdu weiterfliegen kannst. Flüge nach Hongkong starten laut Wikipedia seit Ende Juli 2026 vom Flughafen Shuangliu (CTU), überprüfe den Flughafen aber auf deinem Ticket. Was du in Hongkong sehen kannst, findest du im Artikel Was du in Hongkong sehen kannst. Und für Unterkünfte direkt in Chengdu schau dir den Führer Wo du in Chengdu übernachten kannst an.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich für Chengdu ein Visum?
Ja. Anders als Slowaken oder Polen sind Deutsche im Oktober 2026 nicht im 30-tägigen visumfreien Regime Chinas enthalten. Du kannst entweder ein Touristenvisum L über das Chinesische Visazentrum in Berlin (bis Ende 2026 für ca. 45 €) beantragen oder die 240-stündige visumfreie Durchreise nutzen. Diese gilt aber nur bei einer Weiterreise in ein drittes Land oder eine dritte Region, nicht auf dem Rückweg nach Hause, und nur im genehmigten Gebiet – Jiuzhaigou gehört nicht dazu.
Wie viele Tage reichen für Chengdu?
Drei bis vier Tage. Einen für die Pandas und die Altstadt, einen für Tempel, ein Teehaus und die Abendoper und einen bis zwei für Ausflüge nach Leshan, Dujiangyan und auf den Berg Qingcheng. Für den Berg Emei solltest du noch einen bis zwei Tage einplanen.
Wie kaufe ich Tickets für die Pandas?
Online mit Name und Passnummer, am besten über Trip.com oder über das offizielle WeChat-Konto. Reservieren kannst du frühestens 14 Tage im Voraus. Das Ticket gilt für einen Vormittags- oder Nachmittagsslot und kostet für Erwachsene 55 CNY (ca. 7 €). Komm zur Öffnung um 7:30 Uhr (im Winter um 8:00 Uhr) und geh nicht montags, da ist Pavillon Nr. 6 geschlossen, wo laut Besuchern der berühmteste Panda zu sehen ist.
Wie komme ich vom Flughafen ins Zentrum?
Die meisten internationalen Flüge landen am Flughafen Tianfu (TFU), etwa 51 km vom Zentrum entfernt. Von dort fährt die Express-Metro-Linie 18, die in 45 bis 55 Minuten am Bahnhof Chengdu South ankommt. Dort steigst du in die Linie 1 um und bist insgesamt in etwa eineinviertel Stunden am Tianfu-Platz, die Fahrt kostet etwa 10 CNY (ca. 1,30 €). Flüge nach Hongkong, Macau und Taipeh gehen laut Wikipedia seit Sommer 2026 vom näheren Flughafen Shuangliu (CTU) ab.
Kann man in Chengdu vegetarisch essen?
Ja, man muss nur wissen, wo. Am sichersten sind buddhistische Restaurants wie das Buffet beim Wenshu-Kloster für etwa 35 CNY (ca. 4,50 €) und das vegetarische Restaurant und Teehaus Mi Xun Teahouse mit Michelin-Stern. In normalen Restaurants wird auch Gemüse oft mit Schmalz oder auf Brühe zubereitet – hilft ein auf Chinesisch gespeicherter Satz im Übersetzer.
Wann ist die beste Zeit für Chengdu?
Im Frühling von März bis Mai und im Herbst von September bis November. Der Sommer ist heiß und regnerisch, im Juli fallen etwa 238 mm Niederschlag. Der Winter ist grau mit minimalem Sonnenschein. Meide die chinesischen Feiertage, vor allem die Nationalwoche vom 1. bis 7. Oktober.
Wie scharf ist das Essen in Chengdu?
Sehr, und dazu noch „prickelnd“ durch Sichuanpfeffer. Sag „wei la“ (nur ein bisschen scharf) oder „bu yao la“ (ohne Chili). Aber auch „ein bisschen scharf“ ist für europäische Zungen oft sehr intensiv.
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