Fès, Marokko: 22 Tipps, was du 2026 sehen und erleben solltest

Das Klopfen von gehämmertem Kupfer mischt sich mit dem Duft von Gewürzen, während du dich an die Wand drückst, um einem vorbeiziehenden Esel auszuweichen. Laut Reiseführern ist die Medina von Fès, die Altstadt, die älteste und authentischste der großen marokkanischen Medinas. Sie verschlingt dich sofort mit ihren Farben und ihrem Trubel. Die Medina ist UNESCO-Weltkulturerbe und bildet angeblich die größte autofreie Stadtzone der Welt. Hier verlierst du dich mühelos in der Zeit und in den Gassen.

Bei der Reiseplanung wirst du dich wahrscheinlich fragen, ob du für deinen ersten Besuch gerade diese Stadt wählen sollst. Laut Reiseführern und Erfahrungen von Besuchern ist Fès im Vergleich zu Marrakesch authentischer und günstiger. Allerdings ist die Orientierung hier auch deutlich anspruchsvoller. Wer vergleichen möchte, findet bei uns auch Marrakesch und Casablanca.

Die Stadt erwacht nach jahrelangen umfangreichen Restaurierungen wieder zum Leben. Ende Februar 2025 wurde nach langer Renovierung der Palast Dar Batha wiedereröffnet. Auch die historischen Medersas, ehemalige islamische Schulen, sind zugänglich. Wir stellen dir 22 Tipps vor, was du in Fès sehen und erleben kannst. Außerdem geben wir dir alle wichtigen praktischen Informationen zur idealen Reisezeit, Anreise, Sicherheit und Unterkunft.

Aus Deutschland gibt es keine Direktflüge nach Fès. Die nächste Direktverbindung bietet München. Von dort fliegt Discover Airlines jeden Sonntag ab dem 25. Oktober 2026 bis Ende März 2027. Der Flug dauert etwa vier Stunden. Eine weitere Möglichkeit ist Ryanair von Flughäfen wie Karlsruhe/Baden-Baden, Frankfurt-Hahn, Weeze oder Bergamo. Alternativ kannst du über Casablanca oder Marrakesch fliegen und mit dem Zug weiterreisen.

Für einen touristischen Aufenthalt bis zu 90 Tagen benötigst du kein Visum. Es reicht ein Reisepass, der mindestens drei Monate über die Einreise hinaus gültig ist. Beachte, dass marokkanische Dirham nur bis maximal 2.000 MAD (etwa 180 €) eingeführt werden dürfen. Eine Drohne lässt du am besten gleich zu Hause. Für ihre Einfuhr benötigst du eine Sondergenehmigung, die praktisch nur an Firmen erteilt wird. Wenn du die Drohne bei der Zollkontrolle nicht deklarierst, drohen Beschlagnahmung und Geldstrafe.

Zusammenfassung

  • Wie viele Tage: Für die Medina allein plane zwei volle Tage ein und nutze den dritten Tag für einen Ausflug in die Umgebung.
  • Wann reisen: Das beste Wetter mit Temperaturen um 22 bis 26 °C bieten April, Mai, Ende September und Oktober.
  • Anreise aus Deutschland: Direktflüge gibt es aus München sonntags, ansonsten kannst du Ryanair-Verbindungen von deutschen Flughäfen nutzen.
  • Flughafen und Medina: Vom Flughafen fährst du mit dem Taxi für 120 bis 150 MAD (11 bis 14 €) tagsüber, zu deinem Hotel in der Medina musst du dann zu Fuß gehen.
  • Guides und Betrug: Das historische Zentrum ist ein Labyrinth, in dem du auf falsche Führer und die bekannte Ausrede triffst, dass eine Straße angeblich gesperrt sei.
  • Sicherheit nachts: Tagsüber ist es in den touristischen Bereichen sicher, aber achte wegen Kleinkriminalität auf deine Sachen. Nach Einbruch der Dunkelheit empfiehlt das deutsche Auswärtige Amt erhöhte Vorsicht.
  • Eintritt und Bargeld: In der Medina rechne mit Bargeld, Kartenzahlung an Kassen ist nicht zuverlässig.

Wann nach Fès reisen und praktische Informationen

Die ideale Reisezeit fällt auf die Frühlings- und Herbstmonate, wenn dich ein sehr angenehmes Klima erwartet. Im April, Mai, Ende September und Oktober liegen die Temperaturen bei etwa 22 bis 26 °C. Am trockensten ist es Ende September und im Mai, im April und Oktober regnet es gelegentlich. So kannst du die Spaziergänge durch die Altstadt am besten genießen, ohne in deinem eigenen Schweiß zu baden.

Der Sommer im Landesinneren ist gnadenlos und heißer als an der Küste. Die durchschnittlichen Julihöchstwerte klettern auf 35 °C und Hitzewellen übersteigen regelmäßig die 40-Grad-Marke. Die höchste gemessene Temperatur betrug 46,7 °C. Der Winter hingegen überrascht mit Kälte – im Januar bewegen sich die durchschnittlichen Tageshöchstwerte um 16 °C und nachts sinken die Temperaturen auf 4 °C. Einige traditionelle Riads, also Häuser mit Innenhof, sind laut Gästebewertungen im Winter kalt. Frage daher bei der Buchung nach einer Heizung oder packe einen warmen Pullover zum Schlafen ein.

Eine interessante Bereicherung deiner Reise kann das Festival der heiligen Weltmusiken (Festival de Fès des Musiques Sacrées du Monde) sein. Die 29. Ausgabe fand Anfang Juni 2026 statt. Der Termin für 2027 wurde noch nicht bekannt gegeben, daher prüfe das aktuelle Datum auf fesfestival.com. Die Planung kann auch der Fastenmonat Ramadan beeinflussen, der im Jahr 2027 etwa vom 8. Februar bis 9. März dauert, mit einer möglichen Abweichung von einem Tag. Während des Ramadan rechne damit, dass tagsüber weniger Lokale in der Medina geöffnet haben und sich die Öffnungszeiten einiger Sehenswürdigkeiten verschieben können.

Wenn du überlegst, wie viel Zeit du für die Stadt einplanen solltest, werden für die Medina zwei volle Tage empfohlen. Den dritten Tag kannst du dann für einen Ausflug zur antiken Stadt Volubilis oder ins benachbarte Meknès nutzen. In zwei Tagen kannst du die Atmosphäre aufsaugen und die Hauptattraktionen ohne unnötige Hektik besuchen.

Die lokale Währung ist der marokkanische Dirham und auf den Märkten sowie bei Sehenswürdigkeiten kommst du ohne Bargeld nicht aus. Geldautomaten findest du in der Stadt reichlich, aber rechne laut Reiseführern mit einer Abhebungsgebühr von etwa 30 MAD (3 €). Feilschen gehört zur lokalen Kultur, bei normalen Waren unterscheidet sich laut Auswärtigem Amt der Endpreis vom ersten Angebot aber meist nur um 20 bis 30 %. Bei Lebensmitteln wird überhaupt nicht gefeilscht. Trinkgeld ist in Marokko üblich, orientierungsweise 5 bis 10 % im Restaurant und 10 bis 20 MAD (1 bis 2 €) für kleine Dienstleistungen. Die Datenverbindung regelst du mit einer lokalen SIM-Karte von Anbietern wie Orange, Maroc Telecom oder inwi, alternativ besorgst du dir eine eSIM. Du verständigst dich hier auf marokkanischem Arabisch (Darija) oder Französisch, bei der jüngeren Generation kommst du gelegentlich auch mit Englisch weiter.

Beim Kofferpacken denke an Kleidung, die die lokalen Gepflogenheiten respektiert. Das Auswärtige Amt empfiehlt außerhalb von Ferienorten dezente Kleidung, in der Praxis bedeutet das bedeckte Schultern und Knie. Feste und bequeme Schuhe wirst du auf glattem Pflaster, steilen Treppen und beim Ausweichen von Eselkot zu schätzen wissen. Aus hygienischen Gründen trinke ausschließlich Wasser aus Flaschen und wasche Obst von Ständen vor dem Verzehr immer gründlich ab.

Sicherheit, Betrugsmaschen und Verkehr

Tagsüber ist es in den touristischen Bereichen sicher, achte aber wegen Kleinkriminalität auf deine Sachen. Nachts empfiehlt das Auswärtige Amt erhöhte Vorsicht. Fès erscheint direkt auf der Liste der Städte, für die diese Warnung gilt. Nach Einbruch der Dunkelheit halte dich daher an Hauptstraßen und begib dich nicht in leere Ecken. Das Ministerium rät auch dringend, die Dienste offizieller Guides zu nutzen und sich vor inoffiziellen in Acht zu nehmen, die ihre Dienste zu unverhältnismäßigen Preisen anbieten.

Eine Besonderheit der lokalen Medina ist die riesige Anzahl selbsternannter Führer. Der Klassiker ist die Behauptung, dass eine Straße gesperrt sei oder dass du in diese Richtung nicht gehen könntest. Ziel ist es, dich in ein Geschäft zu führen, das mit solchen selbsternannten Führern zusammenarbeitet. Ähnlich wirst du auf Beteuerungen stoßen, dass die berühmte Gerberei heute geschlossen habe, aber der hilfsbereite Helfer dir eine andere Terrasse zeigen könne. Auf den Aussichtsplattformen über den Becken können sie dann einen falschen Eintritt oder übertriebenes Trinkgeld von bis zu 50 MAD (5 €) verlangen, verbunden mit Druck, Lederwaren zu kaufen.

Ungebetene Begleitung strapaziert die Geduld der Touristen ziemlich häufig. Jemand kann dich sogar alle zehn Minuten ansprechen. Selbst ein bezahlter Guide, der von deiner Unterkunft empfohlen wurde, kann dich unerwartet in Teppich- und Keramikgeschäfte zerren, wo er eine Provision vereinbart hat. Vorsicht lohnt sich auch in Restaurants. Laut Gästebewertungen tauchte eine unerwartete Küchengebühr von 50 MAD (5 €) auf und als Bier wurde ein alkoholfreies Bier für 70 MAD (6 €) abgerechnet. Verlange daher immer eine Speisekarte mit Preisen und kontrolliere die Endrechnung sorgfältig.

Die beste Abwehr gegen Schlepper ist ein höfliches, aber bestimmtes „la, shukran“ (arabisch „nein, danke“) und zügiges Weitergehen. Wenn du einen offiziellen lizenzierten Guide engagieren möchtest, lass dir immer die Karte des Tourismusministeriums zeigen. Laut Reiseforen rechne mit etwa 300 MAD (25 €) für einen halben Tag und 400 bis 600 MAD (35 bis 55 €) für einen ganzen Tag. Preis, Route und die klare Regel „keine Geschäfte“ vereinbare im Voraus und zahle erst ganz am Ende der Führung.

Die Orientierung in der Medina fordert selbst erfahrene Reisende heraus. Google Maps führt in der Medina laut Reisebewertungen oft in die Irre. Lade dir unbedingt zuverlässigere Offline-Karten herunter. Versuche, dich an den beiden Hauptstraßen Talaa Kebira und Talaa Sghira zu orientieren, die vom Tor Bab Boujloud hinunter zur Moschee Al-Karaouine führen. Die goldene Regel lautet einfach: Vermeide leere Sackgassen und halte dich an belebtere Straßen, wo Einheimische unterwegs sind.

Der internationale Flughafen Fès-Saïs liegt etwa 13 Kilometer vom Zentrum entfernt. Ein Grand Taxi bringt dich laut Reisewebsites tagsüber für 120 bis 150 MAD (11 bis 14 €) in die Stadt. Nachts steigt der Tarif auf 200 bis 250 MAD (18 bis 23 €). Auf ein Taxameter kannst du auf dieser Strecke nicht zählen, vereinbare den Preis im Voraus. Das Taxi fährt nicht in die Medina hinein und setzt dich normalerweise am Blauen Tor Bab Boujloud oder am Platz Bab Rcif ab, von wo dir Gepäckträger mit Wagen helfen. Günstiger ist der Bus Nummer 16 für 4 bis 5 MAD (weniger als 1 €). Er fährt etwa 40 Minuten und endet am Bahnhof. Die Uber-App würdest du hier vergeblich suchen, in der Stadt funktioniert sie nicht. In der Ville Nouvelle und zu den Stadtmauern bewegst du dich dann einfach mit kleinen roten Taxis namens Petit Taxi fort, bei denen du auf das Einschalten des Taxameters bestehen solltest.

Mit dem Zug dauert es von Casablanca etwa 3 Stunden und 50 Minuten und ein Ticket in der zweiten Klasse kostet 130 bis 180 MAD (12 bis 16 €). Die Fahrt von Marrakesch dauert 6,5 bis 7 Stunden, alternativ kannst du einen einstündigen Inlandsflug wählen. Von Tanger kommst du mit der Direktverbindung Al Atlas in 4 Stunden und 13 Minuten an. Schneller ist es, den Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq nach Kénitra zu nehmen und dort auf Al Atlas umzusteigen, was etwa 3 Stunden und 25 Minuten dauert. Bis nach Fès fährt Al Boraq nämlich nicht. Die Ticketpreise sind dynamisch, die Platzreservierung ist obligatorisch und der Kauf über oncf-voyages.ma ist bis zu drei Monate im Voraus möglich. Falsche Führer stiegen laut älteren Reiseerfahrungen schon eine Station früher in den Zug ein, um Touristen bereits unterwegs anzusprechen.

Für Drogenbesitz drohen in Marokko sehr harte Strafen und Alkohol darf nur in lizenzierten Lokalen konsumiert werden. In der Öffentlichkeit ist es verboten. Fotografiere Einheimische ausschließlich mit ihrer Zustimmung. Im Notfall kannst du dich an die tschechische Botschaft in Rabat unter den Nummern +212 537 755 420 oder +212 537 755 421 wenden. Außerhalb der Geschäftszeiten funktioniert die Leitung +420 222 420 222. Vor der Reise empfiehlt das tschechische Außenministerium die Registrierung im DROZD-System (Register tschechischer Staatsbürger im Ausland).

Wo du in Fès übernachten solltest

Für den ersten Besuch bietet sich eine Unterkunft am Rand der Medina in der Nähe des Tores Bab Boujloud oder am Place Batha an. Ein Taxi setzt dich am Tor ab. Mit schwerem Gepäck musst du dann zu Fuß weitergehen. Oder das Hotel schickt dir einen Träger mit einem Karren entgegen. Diese Gegend ist voller Restaurants und ein guter Ausgangspunkt für morgendliche Streifzüge durch die Stadt.

Wem etwas logistischer Aufwand nichts ausmacht, kann ein Riad tief im Labyrinth der Altstadt wählen. Dort weckst du vielleicht morgens vom Ruf zum Gebet geweckt. Ein anderes Erlebnis bietet das moderne Viertel Ville Nouvelle, die Neustadt. Sie eignet sich vor allem, wenn du mit einem Mietwagen unterwegs bist oder nach Einbruch der Dunkelheit Ruhe bevorzugst.

In der Medina sind besonders erwähnenswert: Riad Fès – Relais & Châteaux, Riad Laaroussa (fünf Minuten vom Tor Batha, mit eigenem Spa), Dar Hafsa und Riad Verus. Ein klassisches Hotel bietet das Barceló Fès Medina. Das steht allerdings in der Ville Nouvelle, nicht in der Medina.

Einen detaillierteren Vergleich der Viertel und Hotels findest du im Artikel Kde bydlet ve Fèsu.

💡 Auf dieser Karte vergleichst du, was gerade verfügbar ist – du siehst sofort, wie stark sich der Preis ein paar Blocks weiter ändert.

📶 DATEN FÜR DIE REISE · Marokko
Mobiles Internet im Urlaub — per eSIM
⚡ QR-Aktivierung in 2 Min. · 📱 keine physische SIM · 🌍 103 Länder · ab 9 €
eSIM für weltweit holen →
✅ Vom Team des Reiseblogs Loudavým krokem · Unser eigenes Projekt — lk-sim.com

22 Tipps, was du in Fès sehen und erleben solltest

Wenn du diese altehrwürdige marokkanische Perle entdecken willst, helfen dir die folgenden Zeilen, deine Tage in der Stadt und ihrer Umgebung zu strukturieren. Die ersten fünfzehn Punkte widmen sich Sehenswürdigkeiten direkt in der Stadt. Die nächsten vier sind Erlebnisse (Hammam, Kochkurs, Sonnenuntergang, Keramikwerkstätten) und die letzten drei sind Ausflüge außerhalb der Stadtmauern. Öffnungszeiten und Preise ändern sich. Überprüfe sie vor deinem Besuch.

1. Medina Fès el-Bali

Fès hat etwa 1,26 Millionen Einwohner und sein historisches Herz wurde bereits 1981 in die UNESCO-Liste aufgenommen. Die Stadt wurde von der Idrisiden-Dynastie zwischen 789 und 808 gegründet. Ihren Höhepunkt erreichte sie unter der Herrschaft der Meriniden im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert.

Dieses verwinkelte Labyrinth besteht laut Reiseführern aus etwa 9.000 Gassen. Waren werden hier bis heute von Eseln und Handkarren transportiert. Vor ihnen musst du oft ausweichen. Die lokale Atmosphäre aufzusaugen ergibt nur zu Fuß Sinn. Rechne aber damit, dass du dich hier früher oder später verirren wirst.

2013 kamen in der Medina 308 Schilder hinzu (228 Orientierungsschilder, 70 bei Sehenswürdigkeiten, 10 Informationstafeln) sowie sechs farblich unterschiedene thematische Routen. Sich allein darauf zu verlassen ist jedoch nicht möglich. Lade dir vorher eine Offline-Karte herunter. Eine bewährte Taktik ist auch, sich an die zwei Hauptachsen zu halten. Das sind die belebteren Straßen Talaa Kebira und Talaa Sghira.

💡 Tipp: Beide Hauptadern Talaa Kebira und Talaa Sghira führen vom Tor Bab Boujloud hinunter zur Moschee Al-Karaouine. Falls dich jemand mit der Behauptung ablenken will, deine Straße sei gesperrt, lass dich nicht verunsichern. Die Straße ist fast nie gesperrt.

2. Bab Boujloud

Der heutige westliche Haupteingang zur Medina stammt aus dem Jahr 1913. Damals wurde er als repräsentatives Tor von der französischen Kolonialverwaltung errichtet. Das monumentale Bauwerk ist unübersehbar. Von außen ist es mit blauen Fliesen geschmückt, von innen grün verkleidet. Für viele Besucher ist genau dieser Ort der erste Kontakt mit der pulsierenden Altstadt.

Rund um das Tor herrscht ununterbrochen Trubel. Leider konzentrieren sich hier auch massenhaft falsche Guides. Laut Reiseerfahrungen sind diese selbsternannten Helfer sehr hartnäckig. Oft werden sie versuchen, dir ihre Dienste aufzudrängen oder dich direkt in überteuerte Teppichläden zu führen. Die beste Verteidigung ist eine höfliche, aber bestimmte Ablehnung und ein schneller Schritt in Richtung des Zentrums.

Gleich hinter dem Tor triffst du auf unzählige Restaurants und Bistros. Dort kannst du Kraft sammeln, bevor du ins Gassengewirr eintauchst. Besonders Vegetarier loben den Laden Veggie Pause. Der liegt nur etwa hundert Meter vom Tor entfernt und bietet fleischlose Spezialitäten.

💡 Tipp: Zum Tor Bab Boujloud bringt dich bequem ein klassisches rotes Petit Taxi aus der Ville Nouvelle. Direkt in die historische Medina dürfen nämlich keine Autos mehr fahren.

3. Gerberei Chouara und Aussichtsterrassen

Die Gerberei gehört zu den bekanntesten Orten von Fès. Chouara ist die größte der drei Gerbereien in Fès. Im Herbst 2015 wurde die erste Etappe ihrer umfassenden Sanierung abgeschlossen. Die Lederverarbeitung kannst du von oben beobachten. Das bietet einen Blick auf das alltägliche Treiben rund um die bunten Bottiche.

Der Zugang zu den Aussichtsterrassen ist kostenlos. Du musst aber durch die verwinkelten Gänge von Ledergeschäften dorthin gelangen. Am Eingang bekommst du wahrscheinlich einen Zweig frischer Minze gegen den allgegenwärtigen Geruch. Den kannst du laut Reiseführern einfach an die Nase halten. Wenn du nichts kaufst, ist ein Trinkgeld von 20 MAD (2 €) üblich. Verkäufer verlangen laut Bewertungen manchmal auch 50 MAD (2 €). Das ist schon zu viel.

Achtung vor Schleppern, die behaupten, die Gerberei sei heute geschlossen. Sie führen dich auf eine andere Terrasse, wo der Druck zum Kauf von Lederjacken viel größer ist. Laut Reiseerfahrungen sind die Lederpreise dort fünf- bis zehnmal höher als anderswo in der Medina.

💡 Tipp: Laut Reise-Tipps sind die Farben in den steinernen Bottichen am Vormittag am leuchtendsten.

4. Medersa Bou Inania

Das historische Bauwerk ließ der Meriniden-Sultan Abū ʿInān Fāris zwischen 1350 und 1355 errichten. Es ist die einzige Medersa in Marokko, die gleichzeitig als Freitagsmoschee diente.

Der Eintritt beträgt 20 MAD (2 €). Für diesen Preis kannst du in Ruhe den Haupthof besichtigen. Ins Obergeschoss darf man leider nicht mehr. Laut Reiseführern kann die Medersa während der Gebetszeiten kurz geschlossen sein. Direkt gegenüber dem Eingang zur Medersa stehen die Überreste der Wasseruhr Dar al-Magana. Eine Erklärung dazu findest du im Inneren.

Nach der Besichtigung bietet sich das bekannte Kulturcafé Cafe Clock an, nur zwei Gehminuten entfernt. Vegetarier finden in seinem Angebot auch fleischlose Varianten. Du kannst auf der Dachterrasse mit Blick auf die Stadt entspannen.

💡 Tipp: Kartenzahlung an den Kassen von Medersen und Museen ist nicht immer zuverlässig. Hab daher lieber immer genug Bargeld in Dirham dabei.

5. Medersa Al-Attarine

Die Medersa wurde von Sultan Uthman II. zwischen 1323 und 1325 erbaut. Sie gilt als Höhepunkt der Meriniden-Architektur. Du findest sie beim Souk al-Attarine, dem Gewürz- und Parfümmarkt, an der Straße Talaa Kebira.

Der Eintritt kostet 20 MAD (2 €). Nach der Renovierung ab 2013 ist die Medersa geöffnet.

Die Öffnungszeiten sind etwa von 9 bis 17 Uhr. Mittags und während der Gebetszeiten kann geschlossen sein. Komm am besten vormittags und überprüfe die Zeit vorher.

💡 Tipp: Gruppen ab zehn Personen bekommen angeblich ermäßigten Eintritt von 15 MAD (1,50 €).

6. Al-Karaouine

Die Moschee wurde von Fatima al-Fihri zwischen 857 und 859 gegründet. Im Laufe der Zeit wuchs die Institution zu einer Universität heran. Laut UNESCO und Guinness-Buch der Rekorde trägt sie heute den Titel der ältesten kontinuierlich betriebenen Universität der Welt.

Wenn du kein Muslim bist, darfst du nicht hinein. Laut Auswärtigem Amt sind nämlich alle marokkanischen Moscheen für Touristen unzugänglich, mit Ausnahme der Hassan-II.-Moschee in Casablanca und einigen wenigen anderen. Du kannst dich aber an eines der Tore stellen und durch die offenen Türen zumindest einen Blick auf den Innenhof werfen.

Zur Universität gehört auch die historische Bibliothek, an deren Restaurierung die Architektin Aziza Chaouni beteiligt war. Die Bibliothek war seit 2012 geschlossen und wurde im Mai 2016 feierlich wiedereröffnet.

💡 Tipp: Die Hassan-II.-Moschee in Casablanca kannst du auch als Nicht-Muslim besichtigen, siehe Casablanca: co vidět.

7. Place Seffarine und Medersa Cherratine

Der Place Seffarine ist der traditionelle Platz der Kupferschmiede und Kesselflicker. Das rhythmische Hämmern auf Metall ist schon von weitem zu hören. Geschickte Handwerker treiben hier direkt vor deinen Augen aus Messing und Kupfer die unterschiedlichsten Gefäße.

Der Platz liegt direkt bei der Moschee Al-Karaouine und bildet einen der lebendigsten Punkte der gesamten Medina. Du kannst dir hier direkt ein glänzendes Souvenir kaufen, vergiss nur nicht, über den Preis zu verhandeln.

Nicht weit entfernt liegt die Medersa Cherratine, die Sultan Moulay ar-Raschid aus der Alaouiten-Dynastie erbauen ließ. Der Bau begann am 17. Dezember 1670. Im Vergleich zu den bekannteren Medersen ist diese Schule eine viel weniger besuchte Alternative. Du kannst sie in relativer Ruhe besichtigen. Die Öffnungszeiten sind etwa von 9 bis 15 Uhr. Überprüfe sie am besten vorher.

💡 Tipp: In der Rue Jotuya loben Bewertungen den günstigen Mister Falafel mit Falafel Tacos (der Laden verkauft auch Fleisch). Vom Tor Bab Boujloud sind es etwa 900 m Luftlinie.

8. Nejjarine-Museum

Auf dem Nejjarine-Platz steht ein Fonduk (Karawanserei für Händler) aus dem Jahr 1711. Heute befindet sich in diesem Gebäude das private Museum für Holzkunst und Handwerk. Der Eintritt kostet 20 MAD (circa 2 €). Das Museum hat drei Stockwerke und auf dem Dach ein Café mit Aussicht.

Geöffnet ist etwa von 10 bis 17 Uhr. Direkt neben dem Museumseingang steht der Nejjarine-Brunnen, verziert mit Zellige-Mosaiken aus glasierten Fliesen.

💡 Tipp: Der Eintritt wird bar bezahlt und das Dachcafé solltest du dir als Belohnung nach der Besichtigung aufheben.

9. Zaouia Moulay Idriss II

Das Grabmal des Stadtgründers, der Schrein Zaouia Moulay Idriss II, war einst so streng geschützt, dass bis 1912 niemand außer Muslimen die angrenzenden Gassen betreten durfte. Heute kannst du dich deutlich freier in der Umgebung bewegen und das Monument zumindest von außen besichtigen.

Nichtmuslimen ist der Zutritt bis heute verboten, aber bis zur Tür selbst darfst du gehen. Der Besuch dauert nur kurz und bei deinem Streifzug durch die Medina wäre es schade, ihn auszulassen.

Den Schrein findest du im Bereich des Marktes Souk Sebbat. Die Orientierung in diesem Stadtteil kann knifflig sein, deshalb lohnt es sich, der Beschilderung zu folgen oder eine heruntergeladene Offline-Karte dabei zu haben.

💡 Tipp: Im günstigen Restaurant Chez Rachid in der Talaa Sghira lobte ein Gast das Käseomelett und den Auberginensalat.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo du in Fès übernachten kannst
6 Unterkünfte — Wellnesshotels, Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

10. Musée Al Batha und Dar Batha

Der Palast Dar Batha, den Ende des neunzehnten Jahrhunderts Sultan Hassan I. errichten ließ und Sultan Abdelaziz fertigstellte, erwachte zu neuem Leben. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten, die 2019 begannen, öffneten sich seine Tore am 26. Februar 2025 erneut. Darin entstand das Musée Al Batha des arts de l’Islam, das Museum für islamische Kunst.

Das Areal umfasst 7.500 Quadratmeter, zehn thematische Säle widmen sich dem Islam in Marokko und mehr als die Hälfte der Fläche nimmt der andalusische Garten ein. In seiner Mitte steht eine alte, mächtige Eiche. Unter ihren Ästen findest du Schatten.

Der Eintritt für Ausländer beträgt 60 MAD (circa 6 €) und das Museum hat von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Achtung, dienstags ist das gesamte Areal für die Öffentlichkeit geschlossen.

💡 Tipp: Am Tor Bab Boujloud gibt es das komplett vegetarische Restaurant Veggie Pause (siehe Tipp 2), wo du Halloumi-Spieße, Lasagne, Pizza, Buddha Bowl oder Minzlimonade probieren kannst.

11. Jnan-Sbil-Gärten

Direkt zwischen der alten Medina Fès el-Bali und dem Viertel Fès el-Jdid entdeckst du Gärten, die unter der Herrschaft von Sultan Hassan I. (1873–1894) entstanden. Sie erstrecken sich über eine Fläche von 7,5 Hektar und bieten einen angenehmen Ort zum Ausruhen. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten zwischen 2006 und 2010 öffnete der Park 2011 wieder.

Der Eintritt zum Areal ist kostenlos (überprüfe das vor deiner Reise). Geöffnet ist etwa von 8 bis 19 Uhr. Die Gärten waren einer der Austragungsorte des Festival of World Sacred Music (4. bis 7. Juni 2026), weshalb sie gelegentlich auch als Kulturkulisse dienen.

Nicht alles im Park muss aber in perfektem Zustand sein. Kleinere Parkabschnitte werden laut Bewertungen gerade renoviert. Trotzdem kannst du hier entspannen.

💡 Tipp: In den Gärten gibt es laut Bewertungen saubere kostenlose Toiletten, was bei langen Stadtspaziergängen immer praktisch ist.

12. Königspalast Dar al-Makhzen

Auch wenn du das Innere des Palastes am Place des Alaouites nicht betreten darfst, weil er bis heute von der marokkanischen Königsfamilie genutzt wird, kannst du ihn dir zumindest von außen ansehen. Die Hauptattraktion sind hier die vergoldeten Messingtore, verziert mit Zellige-Mosaiken. Sie bilden eine schöne Kulisse für Fotos.

Der Palastkomplex liegt im Viertel Fès el-Jdid. Das Viertel Fès el-Jdid (wörtlich Neues Fès) gründeten die Meriniden 1276 als ihre Zitadelle. Verwechsle es nicht mit der modernen Neustadt Ville Nouvelle. Die Tore selbst stammen allerdings erst aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Der Platz vor dem Palast ist jederzeit zugänglich, du kannst also ruhig schon morgens vorbeischauen.

Das Viertel Fès el-Jdid wirkt laut Bewertungen deutlich ruhiger als Fès el-Bali. Es eignet sich als unkomplizierter erster Halt, bevor du ins pulsierende Chaos der alten Medina eintauchst.

💡 Tipp: Nach den Palasttoren bietet sich das benachbarte jüdische Viertel, die Mellah, an, die ebenfalls im Viertel Fès el-Jdid liegt und noch einmal einen anderen Blick auf die Stadtgeschichte ermöglicht.

13. Mellah und Aben-Danan-Synagoge

Das jüdische Viertel oder Mellah entstand im Viertel Fès el-Jdid vermutlich Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts. Du wirst hier Balkone zur Straße hin bemerken, die typisch dafür sind.

In diesem Bereich findest du auch die Aben-Danan-Synagoge, deren ursprüngliches Gebäude aus dem siebzehnten Jahrhundert stammt. Das Monument wurde gründlich restauriert und 1999 wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Innen kannst du das erhaltene rituelle Tauchbad Mikwe besichtigen.

Falls du hierher kommst, steig aufs Dach des Gebäudes. Laut Bewertungen eröffnet sich von dort die Aussicht auf den jüdischen Friedhof. Der Eintrittspreis kann variieren, frag am Eingang danach.

💡 Tipp: Wenn du hungrig wirst, kannst du zum Tor Bab Boujloud zurückkehren. Dort findest du das Restaurant The Seventh Art, das Halloumi-Curry und Risotto anbietet.

14. Meriniden-Gräber

Hoch oben auf einem Hügel über der alten Medina Fès el-Bali ragen die Ruinen der Meriniden-Gräber aus dem vierzehnten Jahrhundert empor. Sie werden gerade restauriert, weshalb du vielleicht nicht ganz nah herankommst.

Der Ausblick auf die Stadt von dort ist laut Bewertungen zugänglich und wird besonders zum Sonnenuntergang gelobt. Auf dem Weg hinunter kannst du dir das historische Tor Bab Guissa ansehen, das direkt unterhalb der Stadtmauer steht.

Trotz aller Romantik vergiss die Sicherheit nicht. Das Außenministerium empfiehlt in Fès erhöhte Vorsicht. Geh deshalb nachts nicht allein auf den Hügel und kehre nach Sonnenuntergang noch bei Tageslicht oder in einer Gruppe zurück.

💡 Tipp: Google führt die Gräber als vorübergehend geschlossen, aber man kann wohl um sie herum spazieren. Überprüf den aktuellen Status vor deiner Reise.

15. Borj Nord und Waffenmuseum

Die Militärfestung Borj Nord blickt seit 1582 auf die Stadt herab, als sie der saadische Sultan Ahmad al-Mansur errichten ließ. Heute verbirgt sich in ihren massiven Mauern das Waffenmuseum. Das Museum verwaltet laut Presseberichten von 2022 eine Sammlung von 6.245 Stücken, von denen damals 775 Exponate ausgestellt waren.

Die Besichtigung wird dadurch erleichtert, dass du die Informationstafeln auf Arabisch, Französisch und auch Englisch lesen kannst. Der Eintritt beträgt etwa 50 MAD (circa 5 €). Überprüf ihn vorab ebenso wie die Öffnungszeiten: montags ist der Komplex geschlossen.

Neben historischen Kanonen und Gewehren lockt die Besucher auch der Ausblick vom Dach auf die Medina. Zur nördlichen Festung gelangst du zu Fuß vom Tor Bab Boujloud in zwanzig bis dreißig Minuten bergauf. Auf dem gegenüberliegenden südlichen Hügel steht dann das Schwestergebäude Borj Sud.

💡 Tipp: Der Weg von Bab Boujloud führt bergauf, ein Petit Taxi kostet laut Bewertungen knapp 10 MAD (circa 1 €).

16. Traditionelles Hammam und Bäder im Riad

Ein Hammam ist ein traditionelles marokkanisches Dampfbad mit Waschung und Massage. Für einen ersten Kontakt eignen sich eher Bäder direkt im Riad. Dazu gehören etwa das Spa Laaroussa im Riad Laaroussa, laut Bewertungen eine luxuriöse Hammam-Version, oder Hammam Mernissi & Spa beim Tor Bab Boujloud.

Für eine private Behandlung zahlst du mehr. Laut einem Besucher kosten fünfundvierzig Minuten im Hammam und dreißig Minuten Massage rund 600 MAD (circa 60 €) pro Person.

Wenn du abenteuerlustiger bist, kannst du öffentliche Hammams ausprobieren, die deutlich günstiger sind. Männer und Frauen haben dort getrennte Zeiten oder Räume und du bringst normalerweise deine eigene Matte und Seife mit.

💡 Tipp: Lass dir ein konkretes funktionierendes öffentliches Hammam für Touristen in deiner Unterkunft empfehlen und frag nach dem genauen Preis noch vor dem Eintritt.

17. Kurs in marokkanischer Küche

Die traditionellen Aromen der marokkanischen Küche lernst du bei einem Kochkurs kennen. Angeboten wird er zum Beispiel vom Restaurant Palais Bab Sahra in der Gasse Derb Tariana, die von der Straße Talaa Kebira abzweigt. Das Erlebnis beginnt mit einem gemeinsamen Einkauf der Zutaten auf dem lokalen Markt und geht mit der Zubereitung einer Tajine weiter. Dein kulinarisches Werk genießt du dann auf der Dachterrasse mit Blick auf die Medina.

Im Kurs wird laut Rezensionen Hühnchen-Tajine zubereitet. Wenn du kein Fleisch isst, solltest du die vegetarische Version am besten schon bei der Reservierung vereinbaren. Zu den typischen fleischlosen Gerichten gehören Auberginen-Zaalouk, Paprika-Taktouka, Bohnenpüree Bissara oder die Fladen Msemen. Die beliebte Suppe Harira basiert wiederum oft auf Fleischbrühe, frag daher immer nach den Zutaten.

Eine Spezialität aus Fès ist Pastilla, traditionell mit Tauben- oder Hühnerfleisch gefüllt. Vegetarier loben aber die fleischlose Version aus dem Lokal El Forno.

💡 Tipp: Vegetarische Pastilla verkauft laut Rezensionen Le Tarbouche auch zum Mitnehmen für unterwegs.

18. Sonnenuntergang auf der Dachterrasse

Die untergehende Sonne über dem Labyrinth der Medina zu beobachten, gehört zu den schönen Tagesabschlüssen. Das Cafe Clock hat drei Etagen und ein Dach mit Aussicht. Das Café ist etwas schwerer zu finden, halt Ausschau nach dem roten Schild. Von der Medersa Bou Inania sind es etwa zwei Minuten zu Fuß.

Weitere Aussichtspunkte findest du am Place Iscesco in der Nähe des Blauen Tors. Dort befinden sich das Fez Medina Rooftop Restaurant & Lounge und La Casa Nagham Rooftop. Von oben siehst du, wie die Stadt in die Abendschatten taucht.

Wenn du zum Sonnenuntergang gern ein Glas trinkst, denk daran, dass du Alkohol nur in lizenzierten Lokalen bekommst. Dazu gehört zum Beispiel das Fez Café, wo laut einem Besucher ein Bier 60 bis 70 MAD (5 bis 6 €) kostet.

💡 Tipp: Auf dem Rückweg von der Terrasse halte dich nach Einbruch der Dunkelheit an die belebten Straßen Talaa Kebira und Talaa Sghira. Nachts empfiehlt das Auswärtige Amt in Fès erhöhte Vorsicht.

19. Töpfer von Aïn Nokbi

Außerhalb der Stadtmauern liegt das Viertel Aïn Nokbi, wo sich traditionelle Keramikwerkstätten konzentrieren. Genau hier werden Keramik und handgeschlagene Mosaikfliesen Zellige hergestellt. Du kannst so die geschickten Handwerker direkt bei der Arbeit beobachten.

Eine der Werkstätten hat ungefähr von 8:00 bis 19:30 Uhr geöffnet, bei den übrigen solltest du die Zeiten überprüfen.

Pass auf verschiedene Vermittler und Taxifahrer auf, die dir eine Fahrt zu den Werkstätten anbieten. Vermittler können zum Keramikpreis eine versteckte Provision aufschlagen. Wähle die Werkstatt selbst aus und lass dich nicht von einem Vermittler dorthin bringen.

💡 Tipp: Lass dir in deiner Unterkunft eine konkrete Werkstatt empfehlen und vereinbare den Preis für die Fahrt mit dem Taxifahrer klar im Voraus.

20. Volubilis und Moulay Idriss Zerhoun

Etwa achtzig Kilometer von Fès entfernt liegt die gut erhaltene römische Stadt Volubilis, die seit 1997 auf der UNESCO-Liste steht. In den Jahren 2024 bis 2026 wurden der Portikus des Decumanus Maximus und das Mosaik der Herkules-Taten restauriert. Prüf vor der Reise, ob alles zugänglich ist.

Ausländer zahlen für den Eintritt 100 MAD (9 €), das Ticket für Kinder von 7 bis 13 Jahren kostet 50 MAD (5 €). An der Kasse solltest du mit Bargeld rechnen, Zahlungskarten sind hier oft unzuverlässig.

Der Ausflug wird üblicherweise mit einem Besuch der heiligen Stadt Moulay Idriss Zerhoun kombiniert. Nicht-Muslims dürfen in dieser Stadt laut Reiseführern erst seit 2005 übernachten. Das Mausoleum von Idris I., dem Gründer der Idrisiden-Dynastie, dürfen Menschen anderen Glaubens jedoch nicht betreten.

💡 Tipp: Am Eingang zu Volubilis warten offizielle Führer, deren Dienste orientierungsweise 120 bis 300 MAD (11 bis 27 €) kosten, je nach Gruppengröße.

21. Meknès

Nur dreißig Kilometer vom antiken Volubilis entfernt liegt die Stadt Meknès. Die hiesige Medina ist laut Reisenden etwas übersichtlicher als die in Fès. Bewundern kannst du hier das berühmte Tor Bab Mansour.

Sehenswert ist auch das Mausoleum von Sultan Moulay Ismail, das von 9:00 bis 12:30 Uhr und anschließend von 15:00 bis 18:00 Uhr geöffnet hat. Laut Reiseführern ist es eine der wenigen heiligen Stätten in Marokko, die auch Nicht-Muslims zugänglich sind – prüf das aber besser vor der Reise. Die historischen Getreidespeicher Heri es-Souani werden bei Google als vorübergehend geschlossen geführt und das angrenzende Wasserbecken Sahrij Souani wird rekonstruiert.

Im Palast Dar Jamaï ist das Nationale Musikmuseum untergebracht. Das Ticket für Erwachsene kostet 30 MAD (3 €). Der Palast öffnet täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr, außer dienstags, wenn er geschlossen bleibt.

💡 Tipp: Nach Meknès kommst du von Fès sehr bequem mit dem Direktzug, der weiter nach Rabat und Casablanca fährt.

22. Ifrane, Zedern und Makaken bei Azrou

Etwa 65 Kilometer südlich von Fès liegt das Bergstädtchen Ifrane. Dank seiner ungewöhnlichen alpinen Architektur und der bekannten Statue eines steinernen Löwen wird es oft als Schweiz Marokkos bezeichnet. In der Nähe von Azrou erstreckt sich der Zedernwald Cèdre Gouraud.

An dem Ort namens Moudmame ist laut Reiseführern ziemlich zuverlässig eine wild lebende Gruppe von Berberaffen zu sehen. Diese Affenart wird seit 2009 als gefährdet geführt. Sie in natürlicher Umgebung zu beobachten ist eine interessante Erfahrung, Rücksichtnahme ist aber angebracht.

Eine Studie der britischen Universitäten Lincoln und Durham aus dem Jahr 2016 im Nationalpark Ifrane zeigte, dass Makaken, die von Touristen gefüttert werden, unter höherem Stress leiden und nur ein Drittel der Weibchen in diesen Gruppen Junge haben. Füttere die Tiere daher auf keinen Fall, damit sie sich nicht unnötig stressen.

💡 Tipp: Den Ausflug nach Ifrane kannst du leicht mit einem Besuch in Azrou verbinden. Plan dafür idealerweise einen ganzen Tag ein.

✈️ Günstige Flüge
Marokko: günstigste Flüge ab 94 €
Vergleichen Sie alle Airlines und finden Sie die günstigsten Termine. · Mehr günstige Flüge →
Flüge finden →

Wohin weiter von Fès

  • Die blaue Stadt Chefchaouen ist eher ein logischer Zwischenstopp als ein entspannter Tagesausflug. Die CTM-Busse fahren laut Vergleichsportal Rome2Rio etwa 4 Stunden und 10 Minuten dorthin, wobei das Ticket 80 bis 140 MAD (7 bis 13 €) kostet. So viel Zeit während eines einzigen Tages auf der Strecke zu verbringen, wäre ziemlich ermüdend, daher lohnt es sich, vor Ort zu übernachten. In Chefchaouen solltest du den Besuch der örtlichen Kasbah (Festung) nicht verpassen, wo Ausländer 80 MAD (7 €) Eintritt zahlen und Kinder 40 MAD (4 €).
  • Etwa 30 Kilometer südlich von Fès findest du die kleinere und ruhigere Stadt Sefrou mit angenehmer Medina. In der Nähe liegt auch das Dorf Bhalil, das für seine direkt in den Fels gehauenen Häuser berühmt ist.
  • Am rechten Ufer des Flusses Oued Fès erstreckt sich das historische Viertel Andalous, das von Flüchtlingen aus Andalusien gegründet wurde. Sein Wahrzeichen ist die Andalusische Moschee, die Nicht-Muslims jedoch laut den Regeln nicht betreten dürfen.

Deine marokkanische Reise kannst du auch mit weiteren Städten verbinden, siehe unsere Tipps für Marrakesch und Casablanca. Von Marrakesch nach Fès fliegt das Flugzeug etwa eine Stunde, mit dem Zug dauert es 6,5 bis 7 Stunden.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage reichen für Fès?

Für die Medina selbst und ihre wichtigsten Sehenswürdigkeiten solltest du zwei volle Tage einplanen. So schaffst du in Ruhe die Gerbereien, die historischen Medresen, den Dar-Batha-Palast, das Nejjarine-Museum, die Jnan-Sbil-Gärten und den Königspalast. Ein dritter Tag eignet sich für einen Ausflug vor die Tore der Stadt, typischerweise zum antiken Volubilis, nach Meknès und zur heiligen Stadt Moulay Idriss Zerhoun.

Brauche ich in Fès einen Führer?

Für den ersten halben Tag lohnen sich die Dienste eines Führers. Die Medina gleicht einem riesigen Labyrinth und falsche Führer können sehr ausdauernd sein. Ein offizieller lizenzierter Führer weist sich mit einer Karte des Ministeriums aus. Laut Reisenden-Diskussionen rechne mit etwa 300 MAD (27 €) für einen halben Tag und 400 bis 600 MAD (35 bis 55 €) für einen ganzen Tag. Preis, Route und die Regel „keine Geschäfte“ solltest du vorher vereinbaren. Einen offiziellen Führer empfiehlt auch das Auswärtige Amt ausdrücklich.

Ist Fès sicher?

Tagsüber ist es in den touristischen Teilen sicher, achte aber wegen Kleinkriminalität auf deine Sachen. Nachts empfiehlt das Auswärtige Amt erhöhte Vorsicht. Bleib abends daher auf den Hauptstraßen und belebten Straßen wie Talaa Kebira oder Talaa Sghira. Biege nicht in leere Gassen ab und ignoriere gelassen den beliebten Trick örtlicher Schlepper, die dir weismachen wollen, dass deine Straße geschlossen ist.

Wie viel kostet der Eintritt?

Die Medresen Bou Inania und Al-Attarine kosten 20 MAD (2 €), genauso wie das Nejjarine-Museum. Für den Eintritt ins Musée Al Batha zahlst du 60 MAD (5 €), wobei dienstags geschlossen ist. Der Besuch der Festung Borj Nord kostet etwa 50 MAD (5 €) und ein Ticket für Volubilis kostet 100 MAD (9 €). Der Zugang zu den Terrassen der Gerberei Chouara ist kostenlos, aber es wird ein Trinkgeld von etwa 20 MAD (2 €) erwartet. Vor Ort brauchst du Bargeld, Tickets für Volubilis kannst du auch online über den E-Shop des Kulturministeriums kaufen.

Wie komme ich vom Flughafen zur Medina?

Eine Taxifahrt kostet laut Reise-Webseiten etwa 120 bis 150 MAD (11 bis 13 €) tagsüber und 200 bis 250 MAD (18 bis 22 €) nachts. Den Preis solltest du mit dem Fahrer vor dem Einsteigen vereinbaren. Das Auto setzt dich am Tor Bab Boujloud oder am Platz Bab Rcif ab, von wo aus du zu Fuß in die Medina musst. Eine günstigere Alternative ist der Bus Nummer 16 für 4 bis 5 MAD (0,40 bis 0,45 €). Dieser fährt zum Bahnhof, von wo aus du ein Petit Taxi nimmst. Uber funktioniert in Fès nicht.

Gibt es Flüge von Deutschland nach Fès?

Ja, von München gibt es Direktflüge mit Discover Airlines, die jeden Sonntag ab dem 25. Oktober 2026 fliegen. Weitere Optionen sind Flüge mit Ryanair von Flughäfen wie Karlsruhe, Frankfurt-Hahn, Weeze oder Bergamo. Alternativ kannst du nach Marrakesch fliegen und von dort mit einem Inlandsflug in einer Stunde oder mit dem Zug weiterfliegen, der 6,5 bis 7 Stunden braucht.

Fès oder Marrakesch?

Erfahrungsgemäß ist Marrakesch lebendiger und einfacher zu navigieren. Es wirkt auch touristischer. Fès hingegen bewahrt ein älteres und authentischeres Gesicht und ist etwas günstiger, aber die Orientierung in seiner riesigen Medina ist eine echte Herausforderung. Wenn du genug Zeit hast, besuche beide Städte. Sie sind durch einen Inlandsflug verbunden, der eine Stunde dauert, sowie durch die Eisenbahn mit einer Fahrtzeit zwischen 6,5 und 7 Stunden.

Geprüfte Mietwagen in Marokko🚗 Mietwagen auf ReisenGeprüfte Mietwagen in Marokko

Suchen Sie über den DiscoverCars-Vergleich — er vergleicht Preise von Dutzenden lokalen und internationalen Vermietern, und die meisten Buchungen sind kostenlos stornierbar.

Autopreise in Marokko vergleichen →
✓ DiscoverCars-Vergleich✓ kostenlose Stornierung bei den meisten Buchungen✓ keine versteckten Gebühren

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (einfaches Monatsabo) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Verwandte Artikel

ANTWORT SCHREIBEN

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Sie sind hier:

ReisezieleMarokkoFès, Marokko: 22 Tipps, was du 2026 sehen und erleben solltest

Aktuelle Blogbeiträge