Wenn du eine Reise in die argentinische Metropole planst, habe ich gleich zu Beginn eine absolut fantastische Nachricht für dich. Buenos Aires ist zum ersten Mal seit Jahren eine ganz normale Stadt, was das Bezahlen angeht, das heißt, du musst nicht mehr mit einem dicken Umschlag voller US-Dollar reisen und dir Sorgen machen, wo du sie heimlich auf der Straße umtauschen kannst. Im April 2025 nämlich fielen die meisten Devisenkontrollen weg und das Bezahlen wurde für Touristen unglaublich viel einfacher.
Heute rechnet deine ausländische Zahlungskarte die Ausgaben zu einem Kurs ab, der sehr nah am günstigsten liegt, sodass das Bezahlen in Restaurants oder Geschäften absolut sicher und oft auch am sinnvollsten ist. Und noch ein Bonus: Als Ausländer bekommst du automatisch 21 % Mehrwertsteuer vom Unterkunftspreis zurück, wenn du das Hotel mit einer ausländischen Karte bezahlst. Ein Urlaub im Land des Tangos ergibt dadurch plötzlich viel mehr finanziellen Sinn, ohne unnötigen Stress.
Die Stadt selbst ist absolut riesig und liest sich nicht wie ein zusammenhängender Ort, sondern eher wie eine Sammlung völlig unterschiedlicher Viertel. Während dich Recoleta an die elegantesten Straßen von Paris erinnern wird, ist das benachbarte San Telmo wunderschön bohemehaft und leicht verfallen, Palermo strotzt vor Grün und hippen Cafés und Puerto Madero sieht aus wie ein modernes Dubai am Fluss. Schauen wir uns an, was du in Buenos Aires auf keinen Fall verpassen darfst, worauf du achten solltest und wie du diese pulsierende Stadt in vollen Zügen genießen kannst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Geld und Bezahlen: Vergiss den komplizierten Tausch auf dem Schwarzmarkt – 2026 zahlst du ganz normal mit deiner ausländischen Karte zu einem guten Kurs, und Bargeld in Pesos brauchst du nur für kleine Einkäufe.
- Mehrwertsteuer auf Unterkünfte: Wenn du dein Hotel mit einer ausländischen Karte bezahlst, werden dir als Ausländer automatisch 21 % Steuer abgezogen, was eine Menge Geld spart.
- Kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten: Orte, die früher kostenlos waren, verlangen heute oft Eintritt. Der berühmte Recoleta-Friedhof zum Beispiel kostet für Ausländer über 24.000 ARS und wird ausschließlich mit Karte bezahlt.
- Nahverkehr in der Stadt: Für die Metro und Busse brauchst du unbedingt eine SUBE-Karte. Wenn du sie nach der Ankunft auf deinen Reisepass registrierst, fährst du deutlich günstiger.
- Sicherheit: Die Stadt ist für Touristen sicher, aber du musst auf deine Taschen aufpassen und dein Handy nicht lässig in der Hand halten, wenn du an der Straße stehst – Diebe auf Motorrädern könnten es dir entreißen.
- Zeitplanung: Plane für die Stadt selbst mindestens 4 volle Tage ein, und wenn du Ausflüge in die Umgebung machen möchtest, füge noch zwei weitere hinzu.
- Vegetarisches Paradies: Obwohl Argentinien das Land des Rindfleischs ist, findest du hier eine unglaubliche Fülle an großartigen veganen und vegetarischen Restaurants.
Wann du nach Buenos Aires reisen solltest
Die Planung einer Reise nach Südamerika erfordert einen etwas anderen Blick auf den Kalender, denn die Jahreszeiten sind dort genau entgegengesetzt zu unseren in Europa. Am angenehmsten ist es dort im Frühling (Oktober bis November) oder im Herbst (März bis Mai). In diesen Monaten erwartet dich sehr angenehmes Wetter, bei dem du den ganzen Tag Sehenswürdigkeiten besichtigen und abends in Restaurantgärten sitzen kannst, ohne das Gefühl zu haben, dass du lebendig gebacken wirst. Die Temperaturen liegen in dieser Zeit bei angenehmen zwanzig Grad, was für die Erkundung einer so riesigen Stadt absolut ideal ist.
Wenn du über eine Reise Anfang des Jahres nachdenkst, bereite dich darauf vor, dass Januar und Februar in Buenos Aires unglaublich heiß und feucht sind. Andererseits hat diese Zeit einen großen Vorteil, denn die Einheimischen fliehen massenhaft in den Sommerurlaub ans Meer und die Stadt ist daher halbleer. Dadurch sinken die Unterkunftspreise deutlich und du vermeidest die größten Verkehrsstaus, auch wenn du Stadtbesichtigungen wegen der scharfen Sonne eher auf den frühen Morgen und späten Nachmittag verlegen musst.
Umgekehrt stellen Juli und August den argentinischen Winter dar, was zwar die günstigsten Flüge und Hotels bedeutet, aber auch Temperaturen, die auf 8 bis 15 Grad Celsius fallen. Du musst keine harten Fröste oder Schneeverwehungen befürchten, aber eine warme Jacke und einen Pullover musst du auf jeden Fall in den Koffer packen. Der Vorteil eines Besuchs im August ist dann das riesige internationale Tango-Festival, das die ganze Stadt belebt. Anfang August findet die Semana de las Milongas statt und anschließend das Tango BA Festival y Mundial, wo du kostenlos Dutzende fantastischer Konzerte besuchen kannst.
Bei der Planung deiner Zeit denke auch an die lokalen kulturellen Gepflogenheiten. Argentinier essen nämlich normalerweise erst zwischen neun Uhr abends und halb elf, also wundere dich nicht, dass angesagte Restaurants vor acht Uhr oft gar nicht öffnen. Eine weitere wichtige Sache sind die Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten, denn die meisten großen Museen in der Stadt haben montags fest geschlossen. 💡 Tipp: Trinkgeld in Höhe von 10 % ist hier eine ungeschriebene Regel, und da es oft nicht zur Kartenzahlung hinzugefügt werden kann, lohnt es sich, immer ein paar kleinere Scheine in Pesos dabei zu haben.
Wo du in Buenos Aires übernachten solltest
Die Wahl des richtigen Viertels ist für dein Gesamterlebnis der Stadt absolut entscheidend, denn Fahrten zwischen den einzelnen Teilen nehmen viel wertvolle Zeit in Anspruch. Die sicherste und touristisch angenehmste Basis ist das grüne Palermo, das Hunderte großartiger Cafés, Designer-Boutiquen und Restaurants bietet. Eine etwas elegantere und ruhigere Alternative ist dann das aristokratische Recoleta, von wo aus du zu Fuß sehr nah an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Museen bist. Das bohemehafte San Telmo zieht eher Rucksacktouristen und Liebhaber alter Zeiten an, während das moderne Puerto Madero an eine luxuriöse nahöstliche Metropole voller hoher gläserner Wolkenkratzer erinnert.
Wie oben erwähnt, gilt für Ausländer in Argentinien eine absolut grundlegende Regel bezüglich Steuern. Wenn du dein Hotel mit einer ausländischen Zahlungskarte oder internationaler Überweisung bezahlst, werden dir automatisch 21 % Mehrwertsteuer vom Preis abgezogen. Dieses äußerst vorteilhafte System funktioniert völlig ohne Papierkram direkt auf deinem Konto, du musst dich nur an der Hotelrezeption mit deinem ausländischen Reisepass mit Touristenstempel ausweisen. Bezahle daher niemals die Unterkunft in bar, sonst würdest du dir unnötig ein Fünftel deines Geldes entgehen lassen.
Von konkreten Hotels kann ich dir das Mine Hotel Boutique im Herzen von Palermo empfehlen, das schönes modernes Design, unglaublich hilfsbereites Personal und einen ruhigen Innenhof mit Pool bietet, was du nach einem ganzen Tag in der Stadt wirklich schätzen wirst. Wenn du absoluten Luxus im Pariser Stil suchst, schau dir das ikonische Alvear Palace Hotel im Viertel Recoleta an, wo dich die Atmosphäre alter Zeiten anweht und du den absolut besten Service der Stadt bekommst. Für Liebhaber kleinerer und persönlicherer Orte ist das L’Hôtel Palermo eine tolle Wahl, das an einen geheimen Garten mitten im geschäftigen Viertel erinnert und wo hervorragendes hausgemachtes Frühstück serviert wird. Weitere detaillierte Tipps und eine Analyse der einzelnen Stadtteile findest du in unserem separaten Artikel darüber, wo man in der argentinischen Metropole wohnen sollte.
💡 Auf dieser Karte kannst du vergleichen, was gerade verfügbar ist — du siehst sofort, wie viel günstiger Palermo im Vergleich zu Recoleta ist.
22 Tipps, was du in Buenos Aires sehen und erleben solltest
Die Stadt hat so viele Schichten, dass du hier einen Monat verbringen könntest und es immer noch etwas zu entdecken gäbe. Schauen wir uns das Interessanteste an, was auf deiner Reiseroute auf keinen Fall fehlen sollte, damit du die wahre Atmosphäre aufsaugst.

1. Plaza de Mayo und Casa Rosada
Jede Stadterkundung sollte an der Plaza de Mayo beginnen, dem meistbeachteten und historisch wichtigsten Platz des ganzen Landes. Genau hier wurde jahrhundertelang Geschichte geschrieben, hier fanden stürmische Revolutionen statt und noch heute kommen Menschen hierher, um leidenschaftlich zu protestieren oder zu feiern. Der Platz wird vom unübersehbaren Präsidentenpalast Casa Rosada dominiert, dessen typische rosafarbene Farbe angeblich im 19. Jahrhundert durch das Mischen weißer Farbe mit Ochsenblut entstand, was damals als wirksamer Schutz gegen Feuchtigkeit vom nahen Fluss diente.
Bei einem langsamen Spaziergang über den Platz wirst du sicherlich die auf das Pflaster gemalten weißen Kopftücher bemerken. Sie symbolisieren die Bewegung der Mütter der Plaza de Mayo, die sich hier seit den Zeiten der dunklen Militärdiktatur jeden Donnerstagnachmittag regelmäßig treffen und an ihre verschwundenen Kinder erinnern. Ein Stück vom rosa Palast entfernt befindet sich auch die beeindruckende Catedral Metropolitana, die von außen eher an einen riesigen antiken Tempel als an eine klassische christliche Kirche erinnert, und genau in ihr predigte der heutige Papst Franziskus jahrelang.
Wenn du direkt in den berühmten Präsidentenpalast schauen möchtest, komm am Wochenende hierher, wenn kostenlose Führungen durch die reich verzierten Innenräume stattfinden. Vergiss aber nicht, deinen Platz rechtzeitig online auf der offiziellen Website zu reservieren. 💡 Tipp: Auf dem Platz triffst du auf viele Straßenverkäufer, aber halte deine Geldbörse lieber tief in der Tasche, denn der Touristenandrang zieht hier natürlich auch kleine Taschendiebe an.

2. Museo Nacional del Cabildo
Direkt gegenüber dem rosa Palast steht ein wunderschönes Kolonialgebäude aus dem Jahr 1580, das heute als Museo Nacional del Cabildo fungiert. Ursprünglich diente es als repräsentativer Sitz der spanischen Kolonialverwaltung, und genau von hier aus wurde 1810 stolz die Revolution verkündet, die schließlich zur Unabhängigkeit dieses riesigen Landes führte. Das Gebäude selbst ist ein faszinierendes Beispiel alter Kolonialarchitektur, obwohl es aufgrund des Baus der umliegenden breiten Alleen in der Vergangenheit gleich zweimal gnadenlos gekürzt wurde.
Im Inneren findest du sehr schön gestaltete Ausstellungen über die verworrene Geschichte der Stadt und die Kolonialära, aber die Hauptattraktion ist der Blick aus dem Obergeschoss direkt auf den gesamten Plaza de Mayo. Von diesem historischen Balkon aus machst du einige der besten Fotos des gesamten Platzes, und wenn noch Zeit bleibt, lohnt es sich auch, bei den wechselnden Ausstellungen vorbeizuschauen oder dich im Innenhof im Schatten der Bäume niederzulassen.
💡 Tipp: Der Eintritt ins Museum ist meist sehr günstig, und die Ausstellung ist nicht unnötig in die Länge gezogen, sodass die gesamte Besichtigung maximal angenehme eineinhalb Stunden dauert – ideal als Zuflucht vor der Mittagssonne. Wie auch anderswo gilt hier: Das Museum ist montags geschlossen, daher solltest du an einem anderen Tag vorbeikommen.

3. Avenida Corrientes und Nachtleben am Obelisken
Wenn du das echte, niemals schlafende Buenos Aires erleben möchtest, musst du zur Avenida Corrientes aufbrechen, die oft als die Straße bezeichnet wird, die niemals schläft. Diese endlos breite Allee ist voller riesiger Theater, klassischer Pizzerien und vor allem berühmter Buchhandlungen, die hier bis weit nach Mitternacht geöffnet haben. Das ganze abendliche Treiben gipfelt am ikonischen Obelisken an der Kreuzung mit der Avenida 9 de Julio, die als breiteste Avenue der Welt gilt – sie bei einer einzigen Grünphase komplett zu überqueren, ist eine fast übermenschliche Leistung.
Wenn du nach acht Uhr abends herkommst, siehst du die Stadt in ihrer absolut besten Form. Argentinier essen nämlich, wie bereits erwähnt, normalerweise erst zwischen neun und halb zwölf Uhr abends, weshalb viele Restaurants vorher oft gar nicht erst öffnen. Dieses Viertel ist berühmt für seine spezielle Pizza, denn die hiesige Pizza al molde hat einen sehr hohen, luftigen Teig und ist reichlich mit einer unglaublichen Menge an ziehendem Käse bedeckt – eine Tradition, die von italienischen Einwanderern stammt.
💡 Tipp: Halte im legendären Café Café Tortoni aus dem Jahr 1858 an, wo sich früher die lokale High Society und berühmte Künstler trafen. Das Interieur mit dunklem Holz, luxuriösem Marmor und bunten Buntglasfenstern versetzt dich sofort in eine Zeit vor hundert Jahren zurück. Wenn du Lust auf einen klassischen Milchkaffee und traditionelle süße Medialunas (lokale Hörnchen) hast, findest du hier keinen besseren Ort zum Entspannen.

4. Palacio Barolo und Dantes Hölle
Nur einen Katzensprung vom Hauptgeschehen entfernt findest du den Palacio Barolo, einen absolut faszinierenden Wolkenkratzer aus dem Jahr 1923, der als architektonische Hommage an Dantes berühmte Göttliche Komödie erbaut wurde. Jedes Detail dieses einzigartigen Gebäudes hat seine versteckte Bedeutung, und die gesamte Struktur ist in der Höhe in drei symbolische Teile gegliedert. Keller und Erdgeschoss repräsentieren die dunkle und schreckliche Hölle, die mittleren Stockwerke symbolisieren das Fegefeuer, und die Spitze des Turms mit dem Leuchtturm stellt das himmlische Paradies dar.
Heute beherbergt das Gebäude gewöhnliche Büros, aber du kannst an einer organisierten Führung teilnehmen, die dich detailliert durch alle Ebenen bis aufs Dach führt. Der Blick aus den oberen Stockwerken und vom beleuchteten Leuchtturm über die gesamte Stadt ist absolut atemberaubend und jeden ausgegebenen Peso wert. Die Führungen finden auch in den späten Abendstunden statt, wo du dir ein Glas guten Weins mit Blick auf die endlos erleuchtete Stadt gönnen kannst – ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergessen wirst.
💡 Tipp: Kaufe die Tickets für die Führung unbedingt rechtzeitig online, denn besonders an Wochenenden und in den Abendstunden sind die Termine schnell ausverkauft. Für Architekturliebhaber ist dies einer der Stopps, die zu verpassen eine Sünde wäre.

5. Verstecktes San Telmo in El Zanjón de Granados
Das Viertel San Telmo verbirgt einen der bestbewerteten Orte der gesamten Stadt, den die meisten gewöhnlichen Touristen leider verpassen. Er heißt El Zanjón de Granados und ist ein unglaubliches System unterirdischer Tunnel und gewölbter Keller, die in den achtziger Jahren zufällig unter einem alten Bürgerhaus entdeckt wurden. Der Besitzer wollte ursprünglich das ganze Haus nur zu einem Restaurant umbauen, stieß aber stattdessen auf vergessene Entwässerungskanäle aus dem 19. Jahrhundert, die jahrhundertealte Geheimnisse bargen.
Heute ist dieser historische Ort wunderschön restauriert und fungiert als faszinierendes archäologisches Museum, wo du interessante Details darüber erfährst, wie sich die Stadt im Laufe der Jahrhunderte verändert und erhoben hat. Die Führungen finden mit Guides auf Englisch und Spanisch statt, und es ist absolut notwendig, sie im Voraus zu reservieren, da die Kapazität begrenzt ist. Plötzlich in der stillen, gemauerten Unterwelt nur wenige Meter unter den lauten Straßen der Metropole zu stehen, ist ein unglaublich magisches und beruhigendes Erlebnis.
💡 Tipp: Die Führung dauert etwa eineinhalb Stunden, und die Guides hier brennen wirklich für ihre Sache. Nach der Führung solltest du unbedingt auch durch die umliegenden verwinkelten Gässchen von San Telmo schlendern, die ihren leicht verfallenen, böhmischen Charme bewahrt haben und voller kleiner Cafés und verstaubter Antiquitätenläden sind.

6. Mercado de San Telmo
Wenn dich der Hunger überkommt oder du Lust auf einen guten Kaffee hast, steuere den Mercado de San Telmo an, eine wunderschöne historische Markthalle aus dem Jahr 1897. Ihre riesige Stahlkonstruktion mit Glasdach wurde von einem Architekten entworfen, der offensichtlich von den damaligen Bauten in Europa inspiriert war, und heute mischen sich unter ihr klassische Gemüsestände, verstaubte Antiquariate und moderne Bistros mit ausgezeichnetem Essen.
Die Atmosphäre hier ist unglaublich lebendig, überall duftet es nach pikanten Gewürzen, frischem Kaffee und frischem Gebäck. Hier kannst du dich zu sehr vernünftigen Preisen hervorragend satt essen, egal ob du Lust auf traditionelle Empanadas de humita (mit Maisfüllung) hast oder lieber einen großartigen Cappuccino in einer der lokalen Spezialitätenröstereien trinkst. Für Naschkatzen gibt es hier eine riesige Auswahl an Desserts, die natürlich vom allgegenwärtigen Dulce de Leche dominiert werden.
💡 Tipp: An geschäftigen Wochenenden herrscht hier ein riesiger Ansturm, und an den Essensständen findest du kaum einen Sitzplatz. Wenn du die Markthalle in Ruhe fotografieren und komplett besichtigen möchtest, komme lieber an einem Wochentag am Vormittag. Am Sonntag verwandelt sich der gesamte Raum nämlich in einen großen summenden Bienenstock.

7. Sonntägliche Feria de San Telmo und Plaza Dorrego
Wenn dein Reiseprogramm es erlaubt, reserviere unbedingt einen ganzen Sonntag für den Besuch des berühmten Marktes Feria de San Telmo. Dieser erstreckt sich über mehr als zehn Blocks entlang der Straße Defensa, und du findest hier absolut alles – von wertvollen Antiquitäten über handgefertigten Schmuck, Lederprodukte bis hin zu warmen Strickpullovern. Die Straßen sind voller Straßenmusiker, Tänzer und Stände mit kleinen Snacks, sodass es hier wie ein großes fröhliches Festival aussieht.
Das Herz des gesamten Viertels und der Höhepunkt des Marktes ist dann der altehrwürdige Platz Plaza Dorrego, wo sich jeden Sonntag die Verkäufer der interessantesten und bizarrsten Antiquitäten treffen. Genau auf diesem Platz wird dann am späten Nachmittag unter freiem Himmel Milonga getanzt. Die Leute ziehen einfach ihre Tanzschuhe an und legen auf dem Kopfsteinpflaster ein so leidenschaftliches Tango hin, dass du die Augen nicht davon abwenden kannst. Zuerst finden Unterrichtsstunden für absolute Anfänger statt, und dann folgt freies Tanzen für alle.
💡 Tipp: Angesichts der riesigen Menschenmassen, die sich hier sonntags bewegen, gilt eine grundlegende Regel: Passe auf deine persönlichen Sachen auf. San Telmo ist während des Marktes ein häufiges Ziel von Taschendieben, also trage deine Geldbörse lieber nicht in der Gesäßtasche und nimm deinen Rucksack nach vorne.

8. Recoleta-Friedhof (nicht mehr kostenlos!)
Im Stadtteil Recoleta befindet sich einer der ikonischsten Orte ganz Argentiniens: der berühmte Recoleta-Friedhof, der eher an eine luxuriöse Stadt der Toten erinnert. Hier findest du über 4.700 prunkvolle Marmorgrabstätten und Mausoleen, geschmückt mit Engeln, Kreuzen und detailreichen Skulpturen. Der berühmteste Ort ist natürlich das Grabmal von Eva Perón (Evita), vor dem sich ständig Schlangen bilden – Menschen, die ihr auch Jahrzehnte nach ihrem Tod noch frische Blumen bringen.
Während der Eintritt früher völlig kostenlos war und der Friedhof als Symbol für „Schönheit umsonst“ galt, ist das heute nicht mehr der Fall. Für ausländische Besucher wurde der Eintritt deutlich teurer gemacht, und im Juli 2026 kostete ein Ticket 24.030 ARS (umgerechnet etwa 15 EUR). Was aber absolut entscheidend ist: Der Eintritt wird ausschließlich per Karte bezahlt – Bargeld wird hier schlichtweg nicht akzeptiert. Wenn du dir Zeit sparen und Warteschlangen vermeiden möchtest, komm direkt morgens um neun Uhr.
💡 Tipp: Der Friedhof ist riesig, und du kannst dich hier leicht verirren. Deshalb empfehle ich, direkt am Eingang die Orientierungskarte zu fotografieren, damit du das Grabmal der Familie Duarte (wo Evita liegt) nicht mühsam im Labyrinth der Gassen suchen musst. Viele Grabstätten sind auch schon ziemlich verfallen, was dem Ort eine sehr spezielle, fast leicht gruselige Atmosphäre verleiht.

9. Die schönste Buchhandlung El Ateneo Grand Splendid
Wenn du Bücher liebst oder einfach nur schöne historische Architektur, dann wird dich El Ateneo Grand Splendid direkt an der Tür umhauen. Diese atemberaubende Buchhandlung befindet sich nämlich in den Räumen eines ehemaligen Theaters und Kinos aus dem Jahr 1919, und die britische Zeitung The Guardian hat sie zu Recht zur zweitschönsten Buchhandlung der Welt gekürt. Der Eintritt ist völlig kostenlos, und geöffnet ist normalerweise von neun Uhr morgens bis neun Uhr abends – du kannst also praktisch jederzeit vorbeischauen.
Der ursprüngliche riesige Zuschauerraum ist heute vom Boden bis zur Decke mit Bücherregalen gefüllt, während du in den verzierten Logen bequem Platz nehmen und in Ruhe schmökern kannst. Auf der eigentlichen Bühne hinter dem schweren Samtvorhang gibt es dann ein Café, wo du ausgezeichneten Kaffee bestellen, leiser Klaviermusik lauschen und den Blick auf die atemberaubende bemalte Decke genießen kannst. Das Ganze wirkt unglaublich edel und majestätisch.
💡 Tipp: Die Fotos von hier gehören zu den besten, die du aus der Stadt mitbringen wirst – also vergiss nicht, auch in die oberen Stockwerke zu gehen, von wo du den besten Panoramablick auf das ganze Büchermeer unter dir hast. Es ist der ideale Zufluchtsort an Tagen, an denen es draußen zu heiß ist oder es regnet.

10. Museo Nacional de Bellas Artes
Direkt neben dem berühmten Recoleta-Friedhof steht ein auffälliges rosa Gebäude, das das Museo Nacional de Bellas Artes beherbergt – die größte Sammlung europäischer und argentinischer Kunst in ganz Lateinamerika. Auch wenn du kein eingefleischter Galerie-Fan bist, lohnt sich dieser Ort auf jeden Fall, denn in den riesigen Sälen hängen Originale von Rembrandt, Van Gogh, Monet oder Goya. Außerdem ist es eine der wenigen Weltklasse-Institutionen dieser Art, wo der Eintritt zu den Dauerausstellungen immer noch völlig kostenlos ist.
Das Museum bietet auch einen fantastischen Querschnitt durch die argentinische Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, sodass du hier einen großartigen Einblick in die reiche lokale Kultur und Geschichte bekommst. Die Räume sind riesig, luftig und hervorragend beleuchtet, sodass du dich selbst nach mehreren Stunden hier nicht eingeengt fühlst. Die Sammlungen sind chronologisch geordnet, sodass die argentinische Kunst des 19. Jahrhunderts fließend in die zeitgenössische Szene übergeht.
💡 Tipp: Die meisten Museen der Stadt, einschließlich dieses, haben montags fest geschlossen, daher plane deinen Besuch für einen anderen Wochentag. Am Wochenende ist es verständlicherweise geschäftiger, aber die Räume sind so riesig, dass sich die Menschenmassen ziemlich gut verteilen und du die Kunst in Ruhe genießen kannst.

11. Museo Nacional de Arte Decorativo
Wenn du dich jemals gefragt hast, wie die argentinische High Society vor hundert Jahren lebte, musst du dir das Museo Nacional de Arte Decorativo ansehen. Dieses Museum befindet sich nämlich in einem atemberaubenden Palast, den sich 1917 die äußerst einflussreiche und wohlhabende Familie Errázuriz bauen ließ. Das Gebäude ist im perfekten neoklassizistischen Stil entworfen, und die Innenräume sind genau in der prächtigen Form erhalten, wie die Familie sie damals bewohnte.
Bei einem gemütlichen Rundgang durch die riesigen Säle siehst du originale Möbel aus Europa, historische Wandteppiche, Gemälde und unglaublich detailliert verzierte Decken. Das Ganze wirkt eher wie eine Schlossbesichtigung an der Loire als wie ein Museum in Südamerika. Es ist ein wunderbarer Kontrast zu den moderneren Teilen der Stadt und eine schöne Erinnerung an die Zeit, als Buenos Aires zu den reichsten Städten der Welt gehörte.
💡 Tipp: Der Eintritt ist sehr günstig, und oft finden hier auch interessante Wechselausstellungen mit modernem Design statt, die wunderbar mit der historischen Umgebung des Palasts kontrastieren. Auf dem Gelände findest du auch das sehr angenehme Café Croque Madame, wo du im Innenhof einen Kaffee trinken kannst.

12. Blume Floralis Genérica
Bei deinen Streifzügen durch das Viertel Recoleta wirst du eine riesige silberne Skulptur nicht übersehen können, die selbstbewusst auf der Plaza Naciones Unidas thront. Floralis Genérica ist eine zwanzig Meter hohe Blume aus Aluminium und Stahl, die der Stadt großzügig von einem lokalen Architekten geschenkt wurde. Die Skulptur ist so konzipiert, dass sie auf Sonnenlicht reagiert: Ihre riesigen Blütenblätter sollten sich jeden Morgen öffnen und abends mit dem Sonnenuntergang langsam wieder schließen.
Die Wahrheit ist allerdings, dass der komplexe hydraulische Mechanismus oft defekt ist, sodass die Blume manchmal nachts geöffnet bleibt oder sich umgekehrt gar nicht öffnet. Trotzdem ist es eines der meistfotografierten modernen Wahrzeichen der Stadt, und der weitläufige Park drumherum bietet einen großartigen Platz für eine kurze Ruhepause auf dem Rasen mit Blick auf die gläsernen Wolkenkratzer im Hintergrund. Wenn du Glück hast und der Mechanismus gerade funktioniert, ist es wirklich ein beeindruckender Anblick.
💡 Tipp: Der Park um die Skulptur herum ist ideal für ein kleines Picknick. Kauf dir einfach in einer nahegelegenen Bäckerei ein paar süße Medialunas, such dir einen Platz auf dem Rasen und beobachte eine Weile einfach das Treiben um dich herum. Der Eintritt in den Park ist kostenlos, und es sind deutlich weniger Menschen hier als im nahen Palermo.

13. Torre Monumental in Retiro
Direkt am Hauptbahnhof im Viertel Retiro ragt ein unübersehbarer Backsteinturm mit Uhr in die Höhe, der wie eine Kopie des Londoner Big Ben aussieht. Die Torre Monumental wurde der Stadt 1916 von der großen britischen Gemeinde geschenkt, anlässlich der Feierlichkeiten zum hundertsten Jahrestag der argentinischen Unabhängigkeit. Interessant ist, dass sie ursprünglich Torre de los Ingleses (Turm der Engländer) hieß, aber nach dem Falklandkrieg in den 80er Jahren von den Argentiniern lieber schnell umbenannt wurde.
Gegen eine kleine Gebühr kannst du mit dem Aufzug bis zur Aussichtsplattform oben fahren, von wo aus du einen tollen Blick auf den alten Hafen, den geschäftigen Plaza San Martín und den endlosen Strom von Zügen und Bussen am nahegelegenen Hauptterminal hast. Die Turmbesichtigung dauert nicht lange, aber die Aussicht auf diesen Teil der Stadt lohnt sich auf jeden Fall, und du machst von hier aus großartige Fotos.
💡 Tipp: Die Gegend um den riesigen Bahnhof Retiro gehört zu den absolut geschäftigsten der ganzen Stadt, also pass hier besonders auf deine persönlichen Sachen auf und zeig nicht unnötig teure Handys. Genau hier treiben die meisten Kleinkriminellen auf Motorrädern ihr Unwesen, daher ist Vorsicht geboten – besonders wenn du mit großem Gepäck ankommst.

14. Bosques de Palermo und das berühmte Rosarium El Rosedal
Wenn du vom Verkehrslärm und heißem Beton eine Pause brauchst, fahr in den Norden der Stadt zum riesigen Parkkomplex, der als Parque Tres de Febrero bekannt ist, oder häufiger einfach Bosques de Palermo. Diese riesige grüne Lunge der Stadt besteht aus endlosen Rasenflächen, künstlichen Seen und kilometerlangen Wegen. Kurz gesagt, ein Ort, an dem am Wochenende die Zeit stehen bleibt: Die Einheimischen liegen im Gras, trinken Mate und spielen Fußball.
Das absolute Juwel des gesamten Parks ist das Rosarium El Rosedal, wo dich mehr als 18.000 Rosensträucher in allen erdenklichen Farben und Sorten erwarten. In der Mitte des Gartens steht die ikonische weiße Brücke, die auf keinem Buenos-Aires-Foto fehlen darf, umgeben von hölzernen Pergolen mit Kletterpflanzen. Der Eintritt ins Rosarium ist völlig kostenlos, aber pass auf: Es ist oft eingezäunt und die Tore werden nachts aus Sicherheitsgründen verschlossen.
💡 Tipp: Im Park kannst du Tretboote mieten und über die Seen schippern – eine tolle Gelegenheit zum Entspannen. Vergiss nicht, eine Decke und Getränke mitzunehmen, denn genau so verbringen die Einheimischen ihre Wochenenden.

15. Jardín Japonés
Direkt am Rand der weitläufigen Palermo-Parks findest du ein weiteres grünes Wunder. Der Jardín Japonés gehört zu den größten und schönsten japanischen Gärten, die außerhalb Japans angelegt wurden. Du befindest dich hier in einer ganz anderen Welt voller Ruhe, roter Holzbrücken, sorgfältig beschnittener Bonsais und Teichen voller riesiger, bunter Koi-Karpfen, die du mit speziellen Pellets aus einem Automaten vor Ort füttern kannst.
Der Garten wurde bereits 1967 angelegt und wird bis heute von der örtlichen japanischen Gemeinde gepflegt, die auf jedes Detail achtet. Für den Eintritt zahlst du zwar einen kleinen Betrag (nur wenige Euro), aber das gesammelte Geld fließt direkt in die Instandhaltung und die Kulturstiftung. Im Inneren gibt es auch ein traditionelles Teehaus und ein Kulturzentrum, in dem häufig interessante Kalligrafie- oder Origami-Workshops stattfinden. Es ist einfach der ideale Ort, um zu fliehen, wenn dich die riesige Stadt zu überfordern beginnt.
💡 Tipp: Plane für den Besuch des Gartens mindestens anderthalb Stunden ein und lass dir Zeit. Besonders früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne nicht so grell ist, ist die Atmosphäre absolut zauberhaft.

16. Jardín Botánico Carlos Thays
Drittes grünes Highlight in Palermo: Du darfst den historischen Botanischen Garten Jardín Botánico Carlos Thays nicht verpassen, der bereits 1898 für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Er ist nach dem berühmten französischen Landschaftsarchitekten benannt, der die meisten wichtigen Parks der Stadt entworfen und ihr das heutige grüne Gesicht gegeben hat. Heute wachsen hier über fünftausend seltene Pflanzenarten aus aller Welt, aufgeteilt in mehrere thematische Bereiche.
Die größte Aufmerksamkeit zieht das wunderschöne Jugendstil-Gewächshaus aus getriebenem Eisen und Glas auf sich, das ursprünglich für die Pariser Weltausstellung hergestellt und anschließend per Schiff nach Argentinien transportiert wurde. Der Garten ist voller Skulpturen und schattiger Alleen und der Eintritt ist völlig kostenlos. Er war auch als Heimat hunderter streunender Katzen bekannt, aber die Stadt versucht in den letzten Jahren, dieses Problem zu lösen, und die Tiere finden nach und nach neue Zuhause, sodass du nicht mehr so viele davon triffst.
💡 Tipp: Der Botanische Garten ist der ideale Ort für einen ruhigen Spaziergang, wenn du den geschäftigen Einkaufsstraßen Palermos entfliehen möchtest. Im Gegensatz zu den umliegenden Parks ist es hier viel weniger voll und du findest viele Bänke, die im dichten Schatten der Bäume versteckt sind.

17. MALBA und Frida Kahlo
Wenn du moderne Kunst liebst, ist der Besuch der Galerie MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires) absolute Pflicht. Dieses elegante, luftige verglaste Gebäude in Palermo beherbergt die meistbesuchte Sammlung moderner Kunst der Stadt und bietet einen fantastischen Einblick in die lateinamerikanische Kunstszene des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung ist unglaublich reichhaltig und kuratorisch hervorragend aufbereitet.
Der größte Magnet der gesamten riesigen Ausstellung ist natürlich das berühmte Gemälde Diego y yo der mexikanischen Malerin Frida Kahlo, aber du findest hier auch hervorragende Werke von Diego Rivera, Tarsila do Amaral und vielen herausragenden argentinischen Künstlern. In den Räumen des Museums gibt es auch ein ausgezeichnetes Café und einen Designshop mit Souvenirs, wo du wirklich stylische Reisemitbringsel kaufen kannst.
💡 Tipp: MALBA ist eines der wenigen Museen, das auch montags geöffnet ist (im Gegensatz zu den meisten anderen), dafür aber dienstags geschlossen – achte bei der Planung unbedingt darauf, damit du nicht vor verschlossenen Türen stehst.

18. Caminito in La Boca (Farben und Vorsicht)
Die Fotos der bunten Blechhäuschen kennt wohl jeder aus Reisekatalogen. Diese typischen Häuser stehen im Viertel La Boca, konkret in der berühmten Gasse Caminito, die voller Straßenkünstler, Tango-Tänzer und Souvenir-Stände ist. Früher war dies ein sehr armes Arbeiterviertel, in dem sich italienische Einwanderer provisorische Häuser aus Schiffsblechen bauten und sie mit übrig gebliebener Farbe aus dem Hafen bemalten. Heute ist es zwar ein touristisches Freilichtmuseum, hat aber immer noch eine sehr starke Atmosphäre.
Hier sind jedoch Sicherheitsregeln absolut entscheidend (ohne unnötige Panikmache). Das Caminito selbst und ein paar angrenzende Blocks werden von der Touristenpolizei bewacht und sind tagsüber absolut sicher. Zwei Blocks weiter geht man aber nicht mehr zu Fuß, und sobald es dunkel wird, verlässt man das gesamte Viertel einfach mit dem Taxi. Wedel nicht unnötig mit einem teuren Handy über dem Kopf in der Menschenmenge herum und lege den Besuch lieber auf den Vormittag oder frühen Nachmittag.
💡 Tipp: In La Boca findest du auch das interessante Museo Benito Quinquela Martín, das Gemälde des Malers der Hafenarbeiter ausstellt. Genau dieser Mann kam einst auf die Idee mit den bunten Häusern in Caminito und verlieh dem Viertel sein heutiges touristisches Gesicht.

19. Fundación Proa und Kunst im Hafen
Direkt am Rand des lauten touristischen Caminito in La Boca steht ein unauffälliges, aber umso interessanteres Gebäude: die Fundación Proa. Es handelt sich um eine der kuratorisch am besten geführten Galerien für zeitgenössische Kunst der Stadt, die in ihre modernen und luftigen Räume regelmäßig Spitzenausstellungen internationaler und argentinischer Künstler bringt. Sie ist ein toller kultureller Kontrast zur traditionellen, fast kitschigen Folklore, die draußen auf der bunten Straße herrscht.
Der wichtigste Geheimtipp ist hier aber das wunderschöne Café auf dem Dach der Galerie. Von seiner sonnigen Terrasse hast du eine herrliche Aussicht auf den alten Industriehafen mit rostigen Kränen, den schlammigen Fluss Riachuelo und die bunten Dächer des gesamten Viertels. Es ist einfach der ideale Ort, an dem du dir nach dem Durchschlängeln durch die Touristenmassen für einen Moment hinsetzen, einen ausgezeichneten Kaffee trinken und das Treiben unter dir in absoluter Ruhe beobachten kannst.
💡 Tipp: Eintrittskarten zur Galerie kosten nur ein paar Euro und die Ausstellungen wechseln hier sehr häufig. Wenn du also moderne Kunst und ungewöhnliche Installationen magst, wird dich dieser Ort definitiv nicht enttäuschen.

20. La Bombonera und Fußball-Wahnsinn
Fußball in Argentinien ist einfach kein Sport, er ist eine Religion. Und sein wichtigster Tempel ist das berühmte Stadion La Bombonera (Die Pralinenschachtel), das dem legendären Club Boca Juniors gehört und in dem einst der sagenhafte Diego Maradona glänzte. Das Stadion steht nur einen Steinwurf von Caminito entfernt und seine steilen Tribünen sind so nah am Spielfeld gebaut, dass sich bei Spielen angeblich das gesamte riesige Bauwerk unter dem Ansturm der springenden Fans spürbar bewegt.
Ein Ticket für ein Spiel als Tourist zu bekommen, ist ein echtes Abenteuer und kommt teuer, meist über Agenturen mit saftiger Provision. Eine viel einfachere und zuverlässigere Variante ist, eine Stadionführung und das angeschlossene Museum zu buchen, die 2026 rund 30 Euro kostete. In zwei Stunden siehst du die berühmten Tribünen, die Spielerkabinen und verstehst, warum Fußball für die Einheimischen absolut alles bedeutet.
💡 Tipp: Wenn du Fan des Konkurrenzclubs bist, kannst du auch in den Norden der Stadt zum monumentalen Stadion Monumental fahren, wo River Plate spielt. Auch dort findest du das riesige Museo River Plate, das laut Bewertungen das größte Fußballmuseum des Landes ist.

21. Puerto Madero und das ökologische Naturschutzgebiet
Einen völligen Kontrast zum Rest der historischen Stadt bietet Puerto Madero, das teuerste und modernste Viertel von ganz Buenos Aires. Noch vor ein paar Jahrzehnten standen hier nur verlassene Backsteindocks am Fluss, heute beherbergen sie luxuriöse Restaurants, überragt von stolzen Glashochhäusern. Das Viertel wird durch die elegante Fußgängerbrücke Puente de la Mujer (Frauenbrücke) verbunden, die vom berühmten Architekten Santiago Calatrava entworfen wurde und mit etwas Fantasie an ein Tangopaar erinnert.
Das Beste an diesem Viertel versteckt sich jedoch direkt hinter den riesigen Wolkenkratzern. Die Reserva Ecológica Costanera Sur ist ein unglaubliches, 350 Hektar großes Wildnisgebiet voller Lagunen, hohem Schilf und bunter Vogelwelt. Dabei hast du von hier einen direkten Blick auf die moderne Skyline der Stadt. Der Eintritt in das weitläufige Naturschutzgebiet ist kostenlos – leih dir ein Fahrrad oder mach einfach einen langen Spaziergang und du wirst in kürzester Zeit völlig vergessen, dass du dich in einer Metropole mit fünfzehn Millionen Einwohnern befindest.
💡 Tipp: Das Naturschutzgebiet ist absolut ideal für einen Wochenendausflug mit dem Fahrrad, aber vergiss nicht, ausreichend Wasser und Sonnencreme mitzunehmen, denn Schatten findest du hier kaum und die Sonne kann wirklich gnadenlos sein.

22. Tango: Touristen-Show vs. authentische Milonga
In Buenos Aires zu sein und kein Tango zu sehen, wäre die größte Sünde. Du hast im Grunde zwei Möglichkeiten, es zu erleben, und es ist wichtig, den entscheidenden Unterschied zu kennen. Touristen-Shows mit Abendessen (z. B. im Tango Porteño oder Piazzolla Tango) sind absolut professionell, teurer und wunderschöne Theateraufführungen voller Akrobatik, Live-Orchester und Glitzer. Es ist ein fantastisches Spektakel, hat aber mit dem normalen Leben etwa so viel gemeinsam wie ein Musical am Broadway.
Wenn du sehen willst, wie normale Menschen tanzen, musst du zu einer Milonga gehen, einem traditionellen Tanzabend für Einheimische. In Clubs wie dem La Viruta Tango Club in Palermo beginnt es mit öffentlichen Lektionen für Anfänger und dann wird bis tief in die Nacht getanzt. Die Leute trinken Wein, plaudern und die Atmosphäre ist unglaublich entspannt. 💡 Tipp: Wenn du im August in die Stadt kommst, findet das riesige Tango BA Festival y Mundial statt, bei dem es dutzende fantastische Konzerte und Milongas in der ganzen Stadt gibt – völlig kostenlos.

23. Vegetarisches Festmahl: vegane Parrilla und Pizza al molde
Obwohl Argentinien auf der ganzen Welt für sein Rindfleisch (Asado), Würste (Chorizo) und Fleisch-Empanadas berühmt ist, werden wir als Nicht-Fleischesser hier definitiv nicht verhungern. Im Gegenteil, Buenos Aires ist ein absolutes Paradies für Vegetarier und bietet viele großartige Alternativen. Der absolute Hit und beste Höhepunkt deiner Reise wird ein Besuch bei La Reverde (eine rein vegane Parrilla) sein. Hier gibt es einen traditionellen argentinischen Grill, aber alles, was darauf duftet und brutzelt, ist ausschließlich pflanzlichen Ursprungs. Es ist einfach eine großartige Möglichkeit, die lokale Kultur ohne Kompromisse zu erleben.
Außerdem solltest du unbedingt das berühmte Gordo Vegano (eine der bekanntesten veganen Adressen der Stadt) ausprobieren oder ins großartige Bistro Sampa in Palermo gehen. Und falls das nicht reicht, bist du mit der lokalen hervorragenden Pizza immer auf der sicheren Seite. Die traditionelle argentinische Pizza „al molde“ hat einen sehr hohen, luftigen Teig und ist großzügig mit einer unglaublichen Menge Käse bedeckt. Zum Frühstück darfst du die süßen Medialunas (lokale Croissants) und Kaffee nicht verpassen, idealerweise ergänzt mit dem allgegenwärtigen süßen Dulce de Leche.
Wohin von Buenos Aires aus
Wenn du mehr als fünf Tage für Buenos Aires eingeplant hast, empfehle ich dir auf jeden Fall, über die Stadtgrenzen hinaus zu fahren. Hier sind einige großartige Tipps, wohin du interessante Tagesausflüge unternehmen kannst:
- Tigre und das Delta des Río Paraná: Nur etwa eine Stunde mit dem Zug vom Bahnhof Retiro (oder über den Tren de la Costa) liegt das bezaubernde Städtchen Tigre. Dort steigst du in kleine Motorboote um und fährst durch das verwinkelte Netz von Inseln und Kanälen, das bei den Einheimischen als beliebter Wochenend-Rückzugsort dient. Vergiss nicht, den riesigen Markt Puerto de Frutos zu besuchen.
- Colonia del Sacramento (Uruguay): Vom Hafen in Buenos Aires fahren schnelle Fähren der Gesellschaft Buquebus direkt über den breiten Fluss Río de la Plata. Nach etwas mehr als einer Stunde steigst du in der wunderschönen Kolonialstadt aus, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Vergiss deinen Reisepass nicht, denn du überquerst die Staatsgrenze nach Uruguay.
- La Plata: Etwa eine Stunde mit dem Bus nach Süden liegt die Stadt La Plata, die für ihren perfekten quadratischen Stadtplan und die riesige neugotische Kathedrale berühmt ist. Die Hauptattraktion hier ist jedoch das Museo de La Plata, das eine der allerbesten paläontologischen Sammlungen und Dinosaurierskelette in ganz Südamerika beherbergt.
- San Antonio de Areco: Wenn du die echte argentinische Pampa erleben und richtige Gauchos (lokale Cowboys) sehen möchtest, fahr etwa zwei Stunden aus der Stadt hinaus. Du findest hier Lederwerkstätten, alte Kneipen und absolute Ruhe.
Bei der Planung deiner Südamerika-Reise sind vielleicht auch unsere anderen Artikel hilfreich. Lies dir durch, wo du in Buenos Aires übernachten solltest, wo wir die einzelnen Viertel ausführlicher besprechen, oder lass dich von unserem Artikel Argentinien: Reiseführer für das Land des Tangos, der Steaks und Gletscher inspirieren. Und wenn du deine Reise mit dem Besuch anderer Länder verbindest, schau dir unseren Peru 2025: praktischen Reiseführer für das Land der Inka an.
Häufig gestellte Fragen
Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen vor der Reise nach Buenos Aires. Ob du Geld, Sicherheit oder den Transfer vom Flughafen klären musst – diese praktischen Tipps werden dir viele Sorgen ersparen.
Wie sieht es mit Bezahlung und Dollar im Jahr 2026 aus?
Die gute Nachricht ist, dass du keine Bündel von Dollar in bar mitbringen und sie heimlich auf der Straße wechseln musst. Die Devisenkontrollen sind im April 2025 gefallen und ausländische Zahlungskarten rechnen heute mit einem Kurs ab, der dem besten verfügbaren sehr nahe kommt (im August 2026 lag der Kurs bei etwa 1.515 ARS für 1 USD). Die Karte ist also sicher und vorteilhaft, aber habe immer auch einen kleineren Betrag in Pesos für Trinkgeld und Märkte dabei.
Ist Buenos Aires für Touristen sicher?
Ja, die Stadt ist für Touristen sicher, aber du musst grundlegende Vorsichtsregeln beachten. Das Risiko eines Überfalls ist minimal, das größte Problem sind die sogenannten motochorros (Diebe auf Motorrädern), die dir dein Handy aus der Hand reißen können, wenn du damit unvorsichtig an der Straße herumwedelst. In belebten Vierteln wie Retiro, Constitución oder auf Märkten solltest du auf deine Taschen achten und Rucksäcke lieber vorne tragen.
Wie funktioniert der Verkehr und die SUBE-Karte?
Für die Metro (Subte) und die Stadtbusse brauchst du unbedingt die aufladbare SUBE-Karte, denn in den Bussen kann überhaupt nicht bar bezahlt werden. Eine leere Karte kostet etwa 1.000 ARS und du kaufst sie in Kiosken oder an Bahnhöfen. Entscheidend ist, dass du die Karte auf deinen Reisepass registrierst – eine registrierte Fahrt kostete im August 2026 1.684 ARS, während die nicht registrierte über 2.541 ARS kostete.
Wie kommt man am besten vom internationalen Flughafen Ezeiza?
Der Flughafen Ezeiza liegt ziemlich weit vom Zentrum entfernt. Die zuverlässigste Variante ist der Bus Tienda León, der dich für etwa 16.500 ARS (ca. 11 USD) zu ihrem Terminal in Puerto Madero bringt. Eine weitere Möglichkeit ist ein offizielles Taxi vom Schalter in der Halle, das 25–30 USD kostet (nachts ist es 20 % teurer). Nimm niemals Fahrtangebote von Schleppern in der Ankunftshalle an.
Wie viele Tage brauche ich für die Besichtigung der Stadt?
Für Buenos Aires selbst solltest du mindestens 4 volle Tage einplanen, denn die Stadt ist riesig und die Wege zwischen den Vierteln nehmen viel Zeit in Anspruch. Wenn du die Cafés in Palermo genießen, Tango in San Telmo erleben und Ausflüge ins Tigre-Delta oder per Fähre nach Uruguay machen möchtest, plane deinen Aufenthalt für mindestens 5 bis 6 Tage.
Wie viel kostet der Urlaub und die Unterkunft?
Für ein mittelklassiges Hotel in einem guten Viertel zahlst du etwa 80 bis 150 USD pro Nacht, luxuriösere Varianten liegen zwischen 200 und 500 USD. Vergiss aber nicht den fantastischen Vorteil: Bei Zahlung mit ausländischer Karte werden dir automatisch 21 % Mehrwertsteuer vom Hotelpreis abgezogen. Essen in Restaurants ist preislich sehr günstig und ein Mittagessen in einem guten Viertel bekommst du üblicherweise für etwa 10–15 USD.
Brauche ich ein Visum für Argentinien?
Deutsche Staatsbürger benötigen für einen touristischen Aufenthalt bis zu 90 Tagen kein Visum. Du brauchst lediglich einen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate nach der geplanten Rückkehr gültig sein muss. Überprüfe aber vor der Reise immer die aktuellen Bedingungen auf den offiziellen Seiten des Auswärtigen Amtes.
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