Urlaub in Bulgarien 2026: Die 30 schönsten Orte + praktische Tipps

Viele Deutsche haben Bulgarien noch immer als klassisches Retro-Katalogziel im Kopf, wohin man in riesige Resorts am Sonnenstrand fährt. Doch dieses Balkanland hat weit mehr zu bieten: von einer völlig wilden Küste im Süden über wunderschöne Berge mit Gletscherseen bis hin zu antiken Städten, die älter sind als Rom selbst. Wenn du Bulgarien und Orte entdecken willst, an denen die Zeit ein wenig stehengeblieben ist, und dir gelegentlicher Verzicht auf westlichen Luxus nichts ausmacht, wird das eine riesige Überraschung für dich.

Eine weitere große Neuigkeit für Reisende ist die Tatsache, dass seit dem 1. Januar 2026 in Bulgarien mit dem Euro bezahlt wird. Das ewige Umrechnen von Lew und die Suche nach seriösen Wechselstuben fallen damit weg. Auch wenn es wegen der höheren Mehrwertsteuer in der Gastronomie etwas teurer geworden ist, handelt es sich weiterhin um den preiswertesten Strandurlaub in der gesamten EU. Für eine Liege zahlst du hier nur einen Bruchteil dessen, was in Griechenland fällig wird, und das Essen in lokalen Tavernen ist wirklich günstig.

Warum sich eine Reise Anfang September lohnt, wohin du mit Kindern fahren solltest und wo du dagegen absolute Ruhe fernab der Pauschalhotels findest? Das alles findest du weiter unten, samt vieler praktischer Tipps für Reisende.

Artikelinhalt

Zusammenfassung

Wenn du keine Zeit hast, den ganzen Reiseführer zu lesen, habe ich für dich eine schnelle Übersicht der wichtigsten Informationen vorbereitet. So bekommst du eine grundlegende Vorstellung davon, wie du deinen Urlaub am besten planst.

Hier findest du in Kürze alles, was du vor der Reise wissen musst. Du kannst es dir auch als schnellen Spickzettel im Handy abspeichern.

  • Wann fahren: Zum Baden sind Juli und August am besten, aber der absolute Geheimtipp für Kenner ist der frühe September mit warmem Meer und halbierten Preisen.
  • Womit bezahlen: Seit 2026 ist der Euro die einzige offizielle Währung, Karten werden in größeren Städten und Hotels akzeptiert, Bargeld ist auf dem Land praktisch.
  • Budget: Bulgarien bleibt günstig, eine Woche am Meer im Apartment gibt es für etwa 300 bis 500 Euro pro Person.
  • Wie kommst du hin: Mit dem Flugzeug nach Burgas, Warna oder Sofia (von Berlin fliegen Lufthansa, Eurowings und Ryanair), mit dem Auto ohne Wartezeiten dank des Schengen-Beitritts.
  • Top-Ikonen zum Sehen: das Kloster Rila, das antike Plowdiw, die Sieben Rila-Seen und das altehrwürdige Nessebar.
  • Norden vs. Süden: Die Nordküste rund um Warna bietet großartige Familienresorts, während der Süden hinter Burgas mit wilder Natur und einer authentischeren Atmosphäre lockt.
OrtAm besten fürWann hinfahren
1. WarnaStadtbummel, Parks, Geschichte und MuseenMai bis September
2. GoldstrandFamilienurlaub im Grünen nahe dem FlughafenJuni bis September
3. AlbenaBreite Strände, Aquaparks und Sicherheit für KinderJuni bis September
4. BaltschikRomantik, Palast und riesiger botanischer GartenMai bis Oktober
5. Kap KaliakraDramatische Klippen, Aussichten und GeschichteGanzjährig
6. SonnenstrandNachtleben, Partys und große HotelresortsJuli und August
7. NessebarUNESCO-Geschichte und SehenswürdigkeitenMai, Juni, September
8. Sweti WlasRuhigerer Urlaub und moderne HafenpromenadeJuni bis September
9. PomorieWellness, Heilschlamm und RuheJuni bis September
10. BurgasVerkehrsknotenpunkt mit schönen Parks und SalzseenGanzjährig
11. SosopolAuthentische Altstadt und HolzarchitekturJuni bis September
12. Ropotamo und ArkutinoNaturbeobachtung, Bootsfahrten und SanddünenMai bis September
13. Primorsko und KitenGünstiger Urlaub in PinienwäldernJuni und September
14. Sinemorez und WelekaBaden am ikonischen Wildstrand an der FlussmündungJuli und August
15. SilistarFlucht aus der Zivilisation, Natur an der türkischen GrenzeJuli und August
16. SofiaGünstiges Städtewochenende, Sehenswürdigkeiten, BergblickGanzjährig
17. WitoschaBergwandern mit Blick direkt auf die HauptstadtGanzjährig
18. Kloster RilaSpirituelle Atmosphäre und Bewunderung der FreskenMai bis Oktober
19. Sieben Rila-SeenUnvergessliche Hochgebirgswanderung und NaturJuli bis September
20. Borowez und MusalaAufstieg auf den höchsten Berg des BalkansJuli bis September
21. PlowdiwRömische Denkmäler, Kreativviertel Kapana und CafésGanzjährig
22. KoprivschtizaNationalgeschichte in bunten FachwerkhäusernMai bis Oktober
23. Kasanlak und RosentalDuft von Rosenöl und traditionelle BlumenfesteMai und Juni
24. Busludscha und SchipkaGeheimnisvolle Architektur und BergdenkmälerMai bis Oktober
25. Weliko TarnowoMittelalterliche Festung Zarevez und fotogene GassenMai bis Oktober
26. Etara und BoschenziZeitreise ins Freilichtmuseum bulgarischer HandwerkskunstMai bis Oktober
27. Bansko und NP PirinSommerwanderungen im Gebirge zu Top-PreisenJuli bis September
28. MelnikWeinverkostungen zwischen SandsteinpyramidenApril bis Oktober
29. Trigrad und Jagodina-HöhleDramatische Schluchten und geheimnisvolle HöhlensystemeMai bis Oktober
30. Belogradschik-FelsenRote Felstürme und alte Festung bewundernMai bis Oktober

Bevor du losfährst: Euro, Anreise und Einreise – die bulgarische Währung

Die größte Änderung für Touristen ist eindeutig die Einführung des Euro am 1. Januar 2026. Die Frage „Bulgarien – welche Währung?“ ist damit endgültig beantwortet: Der offizielle Umrechnungskurs wurde auf 1,95583 Lew pro Euro festgelegt, und mit der bulgarischen Währung konnte man zuletzt Ende Januar bezahlen. Falls du zu Hause noch alte Scheine liegen hast, kannst du sie ohne zeitliche Begrenzung kostenlos bei der Bulgarischen Nationalbank umtauschen – für einen normalen Urlaub kommst du aber mit reinem Euro aus.

Die Einführung der neuen Währung brachte verständlicherweise auch Preisanpassungen mit sich. Restaurants und Hotels sind im Jahresvergleich um rund zehn Prozent teurer geworden (und laut Statistikern um 20 bis 30 Prozent in den letzten zwei Jahren), was aber nicht in erster Linie am Euro liegt. Der Hauptgrund ist die sprunghafte Erhöhung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie von 9 auf 20 Prozent, die schon seit Januar 2025 gilt, sowie die europaweite Inflation. Trotz dieser Verteuerung behauptet Bulgarien seine Position als günstigstes Sommerreiseziel der EU. Die extremen Rechnungen für einen Kaffee, über die manchmal berichtet wird, stammen ausschließlich aus luxuriösen Strandclubs.

Was das Reisen angeht, bist du in knapp drei Stunden am Meer. Von Berlin, München und Frankfurt fliegen Lufthansa, Eurowings, Condor und Ryanair nach Burgas und Warna, für Flüge nach Sofia stehen ebenfalls mehrere Verbindungen zur Auswahl. Wenn du das Auto bevorzugst, ist die Fahrt über Rumänien oder Serbien viel flüssiger als früher. Bulgarien und Rumänien sind nämlich vollwertige Mitglieder des Schengen-Raums, sodass dich an ihren gemeinsamen Grenzen keine langwierigen Kontrollen erwarten. Zur Einreise reicht der gültige Personalausweis, die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt hier und für mobile Daten zahlst du keine Roaming-Gebühren.

Wann du nach Bulgarien reisen solltest

Die ideale Reisezeit hängt vor allem davon ab, was du im Urlaub machen möchtest. Zum klassischen Baden und Sonnen sind natürlich die beliebten Sommermonate Juli und August am besten. Das Wasser hat dann herrliche 24 bis 26 Grad, aber du musst mit den höchsten Übernachtungspreisen und riesigen Touristenmassen in den Badeorten rechnen.

Wenn du Ruhe magst und sparen willst, ist der absolute Insidertipp der September. Kenner sind sich einig: Drei Nächte im September kosten dich so viel wie zwei im August. Das Meer ist noch schön aufgewärmt auf 20 bis 22 Grad, die Außentemperaturen halten sich bei angenehmen 25 Grad und die Strandmassen sind garantiert verschwunden. Der Juni ist wiederum bei den Bulgaren selbst beliebt, weil die Tage lang und die Luft schon heiß ist, auch wenn sich das Meer erst langsam erwärmt.

Für Bergwanderungen im Rila- oder Pirin-Gebirge empfehle ich, die Reise auf den Zeitraum von Juli bis September zu legen. Bis Juni kann nämlich in den höchsten Lagen noch Schnee liegen. Städtereisen nach Sofia oder Plowdiw genießt du am besten im Frühling und Herbst. Eine Besonderheit ist das Rosental, wohin sich eine Fahrt von Mitte Mai bis Mitte Juni lohnt, wenn dort die traditionellen Feste und die Blütenernte stattfinden.

UrlaubsartBeste MonateWas du meiden solltest
Baden im MeerJuli, August und vor allem SeptemberWintermonate und früher Frühling
BergwandernJuli bis September (nach der Schneeschmelze)Mai und Juni wegen Schneeresten
Städte und DenkmälerMai, Juni, September und OktoberAugusthitze im Landesinneren
Skifahren im WinterDezember bis MärzApril, wenn der Schnee schnell taut
Blühende RosenMitte Mai bis Mitte JuniRest des Jahres, dann keine Rosen mehr

Wo du in Bulgarien übernachtest

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten vergleichst und buchst du am besten über GetYourGuide.

Die Auswahl an Unterkünften ist riesig und hängt nur von deinem Budget und deinem Reisestil ab. Es lohnt sich auf jeden Fall, geprüfte Adressen auf Booking zu suchen, wo du ehrliche Bewertungen findest. Familien mit Kindern steuern am häufigsten organisierte Resorts an der Nordküste an, wo es eine perfekte Infrastruktur, Aquaparks und einen sanften Einstieg ins Meer gibt.

Der Goldstrand bietet einen guten Kompromiss zwischen Natur und Unterhaltung, denn die Hotels stehen hier direkt im Wald und nicht auf freier Fläche. Bei Familien bewährt hat sich etwa das HVD Viva Club Ultra All Inclusive mit eigenem Privatstrand, oder das günstigere Hotel Continental, falls du nicht für All Inclusive draufzahlen willst. Für einen luxuriöseren Familienaufenthalt mit perfektem Service kannst du das Flamingo Grand Hotel & Spa im ruhigen Resort Albena wählen. Wenn du Premium-Service und grenzenlosen Spaß am Wasser suchst, schau dir das Wave Resort mit riesigem Aquapark und Infinity-Pools zwischen Burgas und dem Sonnenstrand an.

Für alle, die Ruhe und Romantik in alten Gassen suchen, sind Nessebar oder Sosopol im Süden ideal. In Nessebar bezaubert dich das Boutique-Hotel Castro Mesembria Boutique Hotel direkt im historischen Zentrum, oder das günstigere Family Hotel Saint Nikola. In Sosopol loben Reisende sehr das Art Complex Anel für seinen erstklassigen Standard.

Beim Städtebummel empfehle ich eine Unterkunft direkt im Zentrum. In Sofia ist das Design-Hotel Sentro Boutique Hotel ein riesiger Hit, ebenso das günstigere Aurora Sofia Hotel. Im antiken Plowdiw begeistert dich die wunderschöne Villa Flavia Heritage Boutique Hotel. Wenn du in die Berge fährst, ist in Bansko das Kempinski Hotel Grand Arena Bansko die absolute Spitze, direkt an der Seilbahn gelegen, oder das beliebte familienfreundliche Lucky Bansko Aparthotel SPA & Relax.

Nordküste: Warna und Umgebung

Die Nordküste hat den Ruf des touristischeren Teils mit großen Resorts, Aquaparks und einem Flughafen gleich um die Ecke. Und doch findest du hier zum Beispiel das älteste verarbeitete Gold der Welt oder einen versteinerten Wald. Ganz schön überraschend, oder?

Dieser Küstenabschnitt ist auch ideal für alle, die eine perfekte touristische Infrastruktur mit fesselnder Geschichte und guten Verkehrsverbindungen in die Umgebung verbinden wollen.

1. Warna

Warna ist mit über siebzigtausend Einwohnern eine echte Meeresmetropole. Man lobt hier vor allem den riesigen Meeresgarten (Morska gradina), wo du selbst bei größter Hitze im Schatten der Bäume entspannen kannst. Direkt in der Stadt findest du die schöne Mariä-Entschlafens-Kathedrale mit ihren unübersehbaren goldenen Kuppeln und einen langen Sandstrand, der das Zentrum säumt.

Ein absolutes Unikat ist das örtliche Archäologische Museum. Wusstest du, dass sich hier das älteste verarbeitete Gold der Welt verbirgt? Der Goldschatz von Warna stammt aus der Zeit um etwa 4.600 bis 4.200 v. Chr. und ist für Geschichtsfans ein absolutes Muss. Ein Stück außerhalb der Stadt kannst du außerdem das Naturphänomen Pobiti kamani bewundern, einen faszinierenden versteinerten Wald.

💡 Tipp: Wenn du nicht direkt in Warna wohnst, komm auf jeden Fall wenigstens für einen Tag her. Die Busfahrt vom Goldstrand dauert nur zwanzig Minuten und das Ticket kostet nur ein paar Cent.

2. Goldstrand

Dieses Resort wird oft als das grüne Herz der Küste bezeichnet. Die Hotels stehen hier nämlich nicht auf freier Fläche, sondern direkt im Wald eines geschützten Naturparks. Der Strand ist über drei Kilometer lang und bietet hervorragende Badebedingungen. Er wird oft mit dem Sonnenstrand verglichen, aber der Goldstrand ist deutlich ruhiger und bei Familien mit Kindern beliebter.

Für die Miete einer Liege mit Sonnenschirm zahlst du hier in der Saison 2026 etwa fünf bis sechs Euro pro Tag. Das bulgarische Gesetz garantiert außerdem, dass mindestens die Hälfte der aktiven Strandfläche als freie Zone belassen werden muss. Du kannst also problemlos deine eigene Decke und deinen Sonnenschirm mitbringen, ohne teure Gebühren an Strandclubs zahlen zu müssen.

3. Albena

Albena ist ein geschlossenes und sorgfältig gepflegtes Familienresort, das wie ein eigenständiges Städtchen funktioniert. Hauptattraktion ist der unglaubliche sieben Kilometer lange und stellenweise bis zu hundert Meter breite Strand. Der Einstieg ins Meer ist hier sehr sanft, was für Familien mit kleinen Kindern absolut ideal ist. In der Hauptsaison ist außerdem ein großer Teil des Resorts für Autos gesperrt, sodass du hier sicher spazieren gehen kannst.

Für Freunde der aktiven Erholung stehen hier über fünfzig verschiedene Sportanlagen bereit, und ein großer Hit ist der örtliche Aquapark Aquamania. Der Tageseintritt kostet einen Erwachsenen zwar etwa 25 Euro, aber laut den Rückmeldungen der Eltern lohnt sich diese Investition auf jeden Fall, denn die Kinder sind hier den ganzen Tag beschäftigt.

4. Baltschik

Das Städtchen Baltschik lockt mit einer etwas anderen Atmosphäre. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts verliebte sich die rumänische Königin Marie in diesen Ort und ließ sich hier eine Sommerresidenz namens „Stiller Winkel“ errichten. Der Palast ist ein wunderschönes Beispiel für die Verbindung orientalischer und balkanischer Architektur und wirkt bis heute ungemein romantisch.

Rund um den Palast erstreckt sich ein bezaubernder botanischer Garten, der sich mit der zweitgrößten Kaktussammlung Europas gleich nach Monaco rühmt. Der Garten ist riesig und bietet herrliche Ausblicke aufs Meer. Der Eintritt wird getrennt für Palast und Garten erhoben, insgesamt solltest du etwa 20 Euro einplanen. Baltschik ist außerdem mit dem nahen Albena durch eine großartige acht Kilometer lange Promenade verbunden, die sich ideal zum Radfahren eignet.

5. Kap Kaliakra

Wenn du dramatische Landschaften magst, wird dich das Kap Kaliakra sicher packen. Diese zwei Kilometer lange Landzunge, die ins Meer hinausragt, ist von bis zu siebzig Meter hohen Klippen gesäumt. Du siehst hier die Reste einer alten thrakischen Festung und erfährst die bekannte Legende von vierzig Mädchen, die lieber ins Meer sprangen, als in osmanische Gefangenschaft zu geraten.

Der Eintritt ins Gelände kostet symbolische 2,50 Euro, Familientickets liegen bei etwa 3,50 Euro. Die Klippen sind auch ein hervorragender Ort zur Delfinbeobachtung, da die Tiere hier oft in kleineren Gruppen umherziehen. In der Nähe des Kaps findest du zudem bekannte Golfresorts, sodass die Umgebung sehr gepflegt und luxuriös wirkt.

Sonnenstrand und Umgebung

Diese Region ist wohl der bekannteste Winkel ganz Bulgariens. Es ist ein Ort der Extreme, wo du auf der einen Seite die größte sommerliche Partyzone Europas findest und auf der anderen atemberaubende historische UNESCO-Denkmäler.

6. Sonnenstrand

Das größte bulgarische Resort bietet acht Kilometer Sandstrand und zwei völlig unterschiedliche Welten. Während die Randbereiche in Richtung Nessebar und Sweti Wlas voller ruhiger Familienhotels mit Animation sind, ist das Zentrum selbst eine der berühmtesten Partyzonen Europas. Die bekannten Clubs laufen hier bis zum Morgen auf Hochtouren und du triffst Scharen junger Leute auf Junggesellenabschieden oder Abschlussreisen.

Einen ausführlichen Guide zum Resort inklusive Preisen, Zonen und Fallen findest du im Artikel Sonnenstrand: 15 Tipps und worauf du achten solltest.

Beim Besuch des Zentrums solltest du dich aber vor klassischen Touristenfallen in Acht nehmen. Ein typisches Ärgernis sind Restaurants ohne sichtbar ausgehängte Preislisten, wo dich die Rechnung dann böse überraschen kann, oder betrügerische Jetski-Verleihe. Hinterlege niemals, aber wirklich niemals, deinen Reisepass als Pfand für irgendeine Ausleihe. Behalte während der nächtlichen Feierei in den Clubs auch dein Getränk gut im Auge.

💡 Tipp: Die Gastronomie direkt am Sonnenstrand ist eher durchschnittlich und zielt auf die schnelle Sättigung der Pauschalgäste ab. Wenn du etwas Gutes probieren willst, geh morgens in die örtlichen Bäckereien und hol dir traditionelle Banica mit Käse.

7. Nessebar

Die Altstadt von Nessebar liegt auf einer kleinen felsigen Halbinsel, die über eine schmale Landenge mit dem Festland verbunden ist – auf ihr empfängt dich eine ikonische hölzerne Windmühle. Dieser Ort steht bereits seit 1983 auf der UNESCO-Liste und gilt bei Reisenden als absolutes Kleinod. Du schlenderst hier durch verwinkelte Gassen zwischen traditionellen Holzhäusern und siehst die Überreste von mehr als vierzig mittelalterlichen Kirchen.

Weil Nessebar so schön ist, wird es tagsüber von Busreisen aus dem benachbarten Sonnenstrand belagert. Wenn du seine magische Atmosphäre in Ruhe genießen willst, komm entweder früh am Morgen oder erst am Abend, wenn die meisten Touristen abgereist sind. Der Eintritt ins archäologische Hauptmuseum kostet knapp fünf Euro, ein Kombiticket für alle Denkmäler liegt bei knapp achtzehn Euro.

8. Sweti Wlas

Gleich nördlich über dem Sonnenstrand findest du den Badeort Sweti Wlas. Er ist viel neuer, sauberer und wirkt insgesamt deutlich ruhiger und luxuriöser. Diesen Ort haben Touristen liebgewonnen, die alles an Unterhaltung und Service eines großen Resorts in der Nähe haben wollen, aber gleichzeitig ruhigere Abende ohne dröhnende Musik bevorzugen.

Hauptschauplatz des Geschehens ist die moderne Marina Dinevi, rund um die du eine angenehme Promenade voller Cafés und Restaurants findest. Es ist ein idealer Ort für einen Spaziergang am frühen Abend und zum Beobachten der über dem Meer untergehenden Sonne.

9. Pomorie

Pomorie ist vor allem für seine lange Kurtradition bekannt. Hier befindet sich ein flacher Salzsee, aus dem Heilschlamm mit wohltuender Wirkung auf Haut und Gelenke gewonnen wird. Viele Touristen kommen gerade wegen der Anwendungen hierher oder reiben sich den Schlamm direkt an den ausgewiesenen Stränden am See auf.

Pomorie haben vor allem ältere Paare und Familien liebgewonnen, die Erholung ohne großen Trubel suchen. Und weil der örtliche See ein Schutzgebiet voller seltener Vögel ist, zögere nicht, ein Fernglas in den Rucksack zu packen.

Der wilde Süden: die Küste hinter Burgas

Während der Norden voller großer Hotelkomplexe ist, ist der Süden hinter Burgas einfach eine andere Welt: wilder, ruhiger und die Natur spielt hier die Hauptrolle. Kurzum ein Kroatien, wie es vor zwanzig Jahren aussah.

Du findest hier die schönsten Strände und bezaubernde historische Städtchen, gesäumt von klarem, türkisfarbenem Meer.

10. Burgas

Burgas fungiert vor allem als Hauptverkehrsknotenpunkt für die gesamte Südküste, da die meisten Charterflüge hierher gehen. Die Stadt hat aber auch für sich genommen einiges zu bieten. Du findest hier einen schönen und weitläufigen Meeresgarten, und eine Besonderheit sind die nahen rosafarbenen Salzseen (Atanassowsko-See), die auf Fotos absolut unwirklich aussehen.

Außerdem bereitet sich Burgas auf einen historischen Moment vor: Im Mai 2027 findet hier zum ersten Mal in der bulgarischen Geschichte das Finale des Eurovision Song Contest statt. Wenn du also für das Frühjahr planst, buche deine Unterkunft lieber weit im Voraus.

11. Sosopol

Sosopol ist die älteste Stadt an der Küste, deren Geschichte bis zur antiken griechischen Siedlung Apollonia zurückreicht. Ähnlich wie Nessebar liegt auch das alte Sosopol auf einer kleinen Halbinsel und rühmt sich wunderschöner verwinkelter Gassen mit typischen Holzhäusern, die über dem Meer hängen. Es ist aber viel kultivierter und weniger überlaufen als Nessebar.

In der Umgebung findest du schöne Strände wie Harmani oder den zentralen Stadtstrand; für eine Liege zahlst du hier sehr angenehme vier Euro. Ein Stück südlicher liegen dann die berühmten Strände Smokinja und Gradina, die bei jungen Reisenden enorm beliebt sind und eine entspannte Camping-Atmosphäre bieten.

💡 Tipp: Wenn du Anfang September nach Sosopol fährst, erlebst du das großartige Kunstfestival Apollonia. Die ganze Stadt lebt auf mit Konzerten, Theater und Ausstellungen.

12. Ropotamo und Arkutino

Ein Stück unterhalb von Sosopol mündet der Fluss Ropotamo ins Meer und bildet ein wunderschönes Naturschutzgebiet. Sehr beliebt sind hier gemächliche Flussfahrten zwischen riesigen Seerosenfeldern und dichten Wäldern, die an einen Urwald erinnern. Es ist eine großartige Erholung vom Sonnenbaden am Strand.

Gleich daneben findest du den Strand Arkutino, der für seine hohen Sanddünen berühmt ist. Hier wächst die geschützte und sehr seltene Sandlilie, die bis Ende August blüht. Dieser Ort ist eine Oase der Ruhe und wird von jedem Liebhaber unberührter Natur geschätzt.

13. Primorsko und Kiten

Diese beiden Badeorte sind für viele mitteleuropäische Touristen ein absoluter Klassiker, wohin man schon vor Jahrzehnten fuhr. Sie zeichnen sich durch schöne Pinienwälder aus, die bis ans Meer reichen, und durch flaches Wasser, das ideal für Familien mit kleineren Kindern ist. Die Atmosphäre ist hier sehr familiär und du triffst überwiegend bulgarische und mitteleuropäische Familien.

Die Verpflegung in den örtlichen Tavernen (Mehanas) ist hier unglaublich günstig und einfach. Primorsko und Kiten sind ideale Ziele, wenn du den preiswertesten Strandurlaub ohne unnötigen Luxus suchst. Die beste Reisezeit ist Ende Juni oder Anfang September, wenn es hier nicht mehr so heiß und die Strände nicht überfüllt sind.

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14. Sinemorez und der Strand Weleka

Sinemorez war bis 1989 eine geschlossene Grenzzone, was es vor massiver Hotelbebauung bewahrt hat. Heute ist es ein verstecktes Kleinod der Südküste. Größte Attraktion ist der ikonische Strand Weleka, wo der gleichnamige Fluss über eine schmale Sandbank ins Meer mündet. Diesen fotogenen Anblick findest du wohl auf jeder bulgarischen Postkarte.

Wenn dir ein etwa vierzigminütiger Waldspaziergang nichts ausmacht, mach dich auf den Weg zum Strand Listi. Er ist ein absolutes Unikat ohne jegliche Infrastruktur, wo du herrlichen Sand und türkisfarbenes Wasser fast für dich allein hast. Beim Baden an diesen Wildstränden solltest du aber sehr auf die Rückströmungen (Rip Currents) achten, die sich hier in der Saison bilden. Bade immer nur an Stellen, an denen ein Rettungsschwimmer aufpasst, und überschätze deine Kräfte nicht.

15. Silistar

Die allerletzte Bucht vor der türkischen Grenze ist Silistar. Nach Meinung der Bulgaren selbst ist es die absolut schönste Bucht der gesamten Küste. Es ist ein Schutzgebiet, in dem du keine riesigen Hotels findest, nur einen etwa einen Kilometer langen Streifen goldenen Sandes, umrahmt von Felsen und Wäldern.

Das Wasser ist hier herrlich klar und dank der Form der Bucht auch sehr ruhig. Der Weg hierher führt zwar über eine etwas schlechtere Straße, aber das Ergebnis ist es wert. Wenn du der Zivilisation entfliehen und ein Gefühl völliger Freiheit erleben willst, ist Silistar genau der richtige Ort.

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Sofia und das Rila-Gebirge

Bulgarien sind nicht nur Strände. Die Hauptstadt Sofia und das nahe majestätische Rila-Gebirge bieten einen faszinierenden Mix aus byzantinischen Denkmälern, modernem Stadtleben und den besten Hochgebirgswanderungen auf dem Balkan.

16. Sofia

Sofia ist eine großartige und sehr günstige Wahl für ein Städtewochenende. Wahrzeichen der Stadt ist die riesige Alexander-Newski-Kathedrale mit ihren typischen goldenen Kuppeln, in die der Eintritt völlig kostenlos ist (nur für die Krypta wird gezahlt). Eine Besonderheit ist auch die Georgs-Rotunde aus dem vierten Jahrhundert, die sich paradoxerweise direkt im Innenhof des modernen Präsidentenpalastes verbirgt.

Die Stadt ist lebendig und voller großartiger Cafés, vor allem rund um den Witoscha-Boulevard, von dem aus du einen herrlichen Blick auf die nahen Berge hast. Aufpassen solltest du nur auf die Taxifahrer am Flughafen. Dringend empfohlen wird, ausschließlich die App TaxiMe zu nutzen, die du dir vorab herunterladen solltest, oder die offiziellen Flughafenschalter. Diverse falsche Taxifahrer berechnen dir nämlich problemlos das Zwanzigfache des üblichen Preises. Apps wie Uber oder Bolt funktionieren hier gar nicht.

17. Witoscha

Nur zwanzig Minuten Fahrt vom Zentrum Sofias erhebt sich das Witoscha-Massiv, das eine Höhe von 2.290 Metern erreicht. Es ist eine absolut einzigartige Verbindung von Großstadt und wilder Natur. Im Sommer ist es ein Paradies für Wanderer und Läufer, im Winter kannst du hier direkt über der Stadt Ski fahren.

An den Hängen der Witoscha kannst du die sogenannten Steinflüsse (Moränen) bewundern, riesige Felsbrocken, die in den Tälern aufgeschichtet sind und wie aus einer anderen Welt aussehen. Ein Ausflug hierher ist eine perfekte Flucht vor der Sommerhitze, die im aufgeheizten Sofia manchmal herrscht.

18. Kloster Rila

Das Kloster Rila ist das spirituelle Herz ganz Bulgariens und ein UNESCO-Denkmal, das du nicht auslassen darfst. Es liegt etwa 120 Kilometer südlich von Sofia tief in einem Bergtal, und seine gestreiften Arkaden und farbenfrohen Fresken wirken absolut monumental. Der Zugang zum weitläufigen Gelände und zur Hauptkirche ist kostenlos, kostenpflichtig ist nur das Museum (5 Euro).

Zwischen elf und dreizehn Uhr treffen hier Dutzende Reisebusse aus Sofia ein, versuche daher, schon vor zehn Uhr da zu sein. Ein absoluter Insidertipp ist die Möglichkeit, direkt in den Mönchszellen für etwa 15 Euro pro Person zu übernachten. Die Reservierung musst du aber ausschließlich telefonisch direkt bei der Bruderschaft zu genau festgelegten Nachmittagsstunden vornehmen. Nach der Abfahrt der Touristen hast du den stillen Innenhof dann fast für dich allein.

💡 Tipp: Verlass dich nicht auf den öffentlichen Verkehr. Der Direktbus aus Sofia fährt oft nicht, auch wenn ältere Webseiten ihn erwähnen. Am besten mietest du ein Auto, nutzt geteilte Shuttles oder einen organisierten Ausflug.

19. Sieben Rila-Seen

Das ist ohne Diskussion das ikonischste Naturziel im ganzen Land. Die Kaskade der sieben Gletscherseen liegt in einer Höhe von über zweitausend Metern und bietet atemberaubende Ausblicke. Der klarste See heißt „Die Träne“, der tiefste „Das Auge“. Zum Beginn der Wanderroute bringt dich eine Sessellift für 16 Euro hin und zurück (vergiss nicht, Bargeld mitzunehmen, die Terminals oben haben oft keinen Empfang).

Die Route rund um alle Seen dauert etwa vier bis fünf Stunden. Es wird empfohlen, im Uhrzeigersinn gegen den Strom der Menge zu gehen, und vor allem gleich um halb neun morgens an der Seilbahn zu sein. Vor allem an den Wochenenden im August bilden sich hier riesige Schlangen, und am Nachmittag drohen in den Bergen Sommergewitter.

20. Borowez und Musala

Borowez ist das älteste Bergresort Bulgariens, das schon seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts existiert. Während im Winter Skifahrer herkommen, ist es im Sommer der Hauptausgangspunkt für den Aufstieg auf die Musala, die mit 2.925 Metern der höchste Berg des gesamten Balkans ist.

Um Zeit und Kräfte zu sparen, kannst du dich mit der Seilbahn Jastrebez hinaufbringen lassen, von wo aus es zum Gipfel eine angenehme Tageswanderung mit knapp sechshundert Höhenmetern ist. Vom Gipfel öffnet sich der Blick auf das gesamte Rila-Massiv, an klaren Tagen siehst du bis zur Ägäis.

Plowdiw und Zentralbulgarien

Der zentrale Teil des Landes ist das Herz der bulgarischen Geschichte. Du findest hier uralte antike Theater, Denkmäler zur Erinnerung an die Unabhängigkeitskämpfe sowie von Rosen durchzogene Täler, aus denen das kostbarste Öl der Welt hergestellt wird.

21. Plowdiw

Plowdiw ist eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte Europas, mit einer unglaublich langen Geschichte von achttausend Jahren. Größter Anziehungspunkt ist das erhaltene antike römische Theater, das über der Stadt thront und in dem bis heute Vorstellungen gespielt werden. Der Eintritt kostet etwa fünf Euro und der Blick ins Tal ist fantastisch. Unter der Fußgängerzone im Zentrum entdeckst du zudem ein riesiges römisches Stadion.

Neben den antiken Denkmälern hat Plowdiw auch ein sehr modernes Gesicht. Das Kreativviertel Kapana (übersetzt „die Falle“) ist ein Labyrinth aus engen Gassen voller großartiger Cafés, Galerien und Bistros. Die Stadt war 2019 Europäische Kulturhauptstadt, und ihre entspannte künstlerische Atmosphäre ist bis heute geblieben.

22. Koprivschtiza

Dieses Bergdorf ist für die Bulgaren ungemein wichtig. Genau hier fiel nämlich 1876 der erste Schuss des sogenannten Aprilaufstands gegen die osmanische Herrschaft. Heute ist es ein bekanntes Architekturreservat, wo du zwischen schönen, bunten Fachwerkhäusern mit massiven Steinmauern spazieren kannst.

Einige der Häuser (zum Beispiel das Oslekow- oder das Kableschkow-Haus) funktionieren als hervorragend erhaltene Museen und zeigen, wie die reichen Kaufleute im neunzehnten Jahrhundert lebten. Der Ort hat eine wunderbar friedliche Atmosphäre und liegt etwas abseits der Hauptrouten, sodass du hier keine Touristenmassen triffst.

23. Kasanlak und das Rosental

Bulgarien ist einer der größten Rosenölproduzenten der Welt, und das Zentrum dieser Industrie ist die Stadt Kasanlak. Wenn du von Mitte Mai bis Mitte Juni herkommst, erlebst du das berühmte Rosenfest. Morgens kannst du die traditionelle Ernte der Blütenblätter auf den Feldern verfolgen und anschließend an prächtigen Umzügen teilnehmen, bei denen die Rosenkönigin gewählt wird.

Außerhalb der Festivalsaison kannst du im Rosenölmuseum vorbeischauen oder funktionierende Destillerien besuchen. Direkt in Kasanlak findest du auch das berühmte thrakische Grab, das zum UNESCO-Erbe zählt. Das Original ist zwar zum Schutz der Fresken geschlossen, aber gleich daneben wurde eine perfekte Replik errichtet, die du besichtigen kannst.

24. Busludscha und Schipka

Busludscha ist wohl das seltsamste Bauwerk auf dem gesamten Balkan. Dieses riesige Betonmonument in UFO-Form ließ das kommunistische Regime 1981 auf einem Berggipfel in über vierzehnhundert Metern Höhe errichten. Obwohl im Internet alte Anleitungen kursieren, wie man durch irgendein Loch hineinkommt, ist das Innere derzeit streng verschlossen und wird von Sicherheitspersonal bewacht. Es läuft nämlich eine aufwendige Rettung wertvoller Mosaike mithilfe internationaler Fonds.

Trotz des Betretungsverbots im Inneren lohnt es sich, mit dem Auto bis zum Denkmal hinaufzufahren. Schon allein das Äußere dieses gigantischen Bauwerks inmitten öder Berge und die Ausblicke in die Umgebung sind ein riesiges Erlebnis. Ein Stück von hier befindet sich auch der Schipka-Pass mit einem Denkmal aus dem Russisch-Osmanischen Krieg und einer wunderschönen Kirche mit goldenen Kuppeln.

25. Weliko Tarnowo und Arbanassi

Weliko Tarnowo war einst die mittelalterliche Hauptstadt des bulgarischen Zarenreichs. Die Häuser kleben hier fotogen an steilen Felsen über einer riesigen Flussschleife. Hauptsehenswürdigkeit ist die weitläufige Festung Zarevez, für die du knapp acht Euro Eintritt zahlst. Lass auf keinen Fall die Handwerksgasse Samowodska Tscharschija aus, wo du handgetriebenes Kupfer oder traditionelle Keramik kaufen kannst.

Nur ein Stück außerhalb der Stadt liegt das Dorf Arbanassi, ein weiteres bekanntes Architekturreservat. Die von außen unscheinbare Geburtskirche verbirgt unglaubliche 3.500 erhaltene Fresken, die dir absolut den Atem rauben.

26. Etara und Boschenzi

Wenn dich interessiert, wie man in Bulgarien vor zweihundert Jahren lebte und arbeitete, fahr in die Nähe der Stadt Gabrowo ins Freilichtmuseum Etara. Es ist keine bloße Sammlung leerer Häuser, sondern ein lebendiges Museum voller funktionierender Wassermechanismen. Du siehst hier mit eigenen Augen, wie früher Sägen, Mühlen oder Walkmaschinen mit der Kraft eines Gebirgsbachs angetrieben wurden. Der Eintritt kostet angenehme sieben Euro, das Familienticket sechzehn.

Den Ausflug empfehle ich mit dem nahen Dorf Boschenzi zu verbinden, das für seine erhaltenen Häuser mit massiven Steindächern berühmt ist. Das ganze Dorf steht unter Denkmalschutz und atmet eine vollkommene mittelalterliche Ruhe.

Südwesten und die Rhodopen

Diese Region an der Grenze zu Griechenland rühmt sich nicht nur des besten Skigebiets, sondern auch bezaubernder Schluchten, riesiger Höhlen und wunderlicher Felsformationen, bei denen der beste bulgarische Wein reift.

27. Bansko und der NP Pirin

Bansko ist im Winter unangefochten das größte und modernste Skigebiet des Landes, wo der Tagesskipass in der Hauptsaison vernünftige 59 Euro kostet (lass dich nicht von alten Geschichten über extrem billiges Skifahren für 30 Euro täuschen, die Preise sind gestiegen, aber im Vergleich zu den Alpen ist es immer noch eine riesige Ersparnis). Im Sommer verwandelt sich die Stadt aber in ein beliebtes Zentrum für digitale Nomaden und einen Ausgangspunkt für Wanderungen im Nationalpark Pirin.

Im Sommer (von Ende Juni bis Anfang September) läuft hier eine Seilbahn, die dich für 27 Euro näher zu den Gipfeln hinaufbringt. Das alte Zentrum von Bansko selbst ist voller traditioneller Steinhäuser und gemütlicher Mehanas, wo du hervorragend und günstig isst.

28. Melnik

Melnik hat offiziell nur etwa zweihundert Einwohner, was es zur kleinsten Stadt des Landes macht. Es liegt eingebettet zwischen faszinierenden Erdpyramiden, Sandsteinformationen, die das gesamte Tal umgeben. Das Städtchen liegt nahe der griechischen Grenze und rühmt sich der höchsten Anzahl an Sonnentagen im Jahr.

Die Region ist berühmt für ihre Weintradition; hier wird eine spezielle lokale Sorte namens Schiroka Melnischka Losa angebaut. Ich empfehle auf jeden Fall, einen Blick in die alten Weinkeller zu werfen, die direkt in die weichen Sandsteinfelsen gehauen sind. Nur zehn Minuten Fahrt von hier liegt das wunderschöne Kloster Roschen, das definitiv einen kurzen Halt wert ist.

💡 Tipp: Melnik ist ein idealer Zwischenstopp, falls du von Bulgarien mit dem Auto weiter in den Urlaub nach Griechenland fährst.

29. Trigrad-Schlucht und Jagodina-Höhle

Die Rhodopen lieben die Bulgaren über alles. Einer der größten Anziehungspunkte ist die bezaubernde Trigrad-Schlucht, wo sich die Straße zwischen über dreihundert Meter hohen Felsen hindurchschlängelt. In der Schlucht verbirgt sich die Höhle Teufelsschlund, in der ein unterirdischer Fluss in einen riesigen Abgrund stürzt. Alten Sagen zufolge stieg genau hier der mythische Orpheus in die Unterwelt hinab.

In der Nähe findest du auch die Jagodina-Höhle, die zu den längsten in ganz Bulgarien gehört und mit ihrem wunderschönen Tropfsteinschmuck besticht. Die Eintritte in die Höhlen liegen bei etwa fünf bis sechs Euro und im heißen Sommer ist das eine absolut fantastische Abkühlung.

30. Belogradschik-Felsen und die Magura-Höhle

Ganz im Nordwesten des Landes, weit weg von allen touristischen Hauptrouten, erheben sich die Belogradschik-Felsen. Es handelt sich um riesige rote Sandsteintürme, in die unglaublich raffiniert die alte Festung Kaleto eingebaut ist. Weil es von überall weit hierher ist, ist es selbst in der Hauptsaison halbleer. Die schönsten Fotos machst du am späten Nachmittag, wenn die untergehende Sonne die Felsen in feurige Töne taucht.

Für den Ausflug bietet sich ein Kombiticket (etwa 12 Euro) mit der nahen Magura-Höhle an. Diese ist für ihre prähistorischen Malereien berühmt, aber Vorsicht – der Saal mit den Originalmalereien ist derzeit aus Schutzgründen geschlossen, und die Besucher können nur eine digitale Projektion sehen. In die Höhle geht man nur mit einem Führer, jeweils zur vollen Stunde.

Was ein Urlaub in Bulgarien kostet

Trotz des Übergangs zum Euro und der Verteuerung durch die höhere Mehrwertsteuer in Restaurants bleibt Bulgarien ein budgetfreundliches Reiseziel. Wenn du auf eigene Faust anreist und in einem Apartment am Meer unterkommst, kann dich ein einwöchiger Aufenthalt für zwei Personen inklusive Verpflegung in lokalen Tavernen etwa 700 bis 900 Euro für beide zusammen kosten. Einwöchige Aufenthalte mit All Inclusive in besseren Hotels (zum Beispiel am Goldstrand) bewegen sich zwischen 600 und 1.100 Euro pro Person. Im Vergleich zu den Badeorten in Griechenland oder Kroatien ist das immer noch merklich günstiger.

Konkrete Preise für Essen, Liegen, Verkehr sowie Musterbudgets für eine Woche behandeln wir in einem eigenen Artikel Preise in Bulgarien nach dem Übergang zum Euro.

Posten (Richtpreise Sommer 2026)Preis in Euro
Liege mit Sonnenschirm (1 Tag)4 bis 6 € (je nach Strand)
Mittagessen in einer traditionellen Mehana8 bis 12 €
Bier im Restaurant2 bis 3 €
Kaffee im Café2 bis 4 €
Ticket für den ÖPNVca. 1 €
Eintritt in die wichtigsten Sehenswürdigkeiten5 bis 10 €

Wie sparst du? Die Grundregel ist, den August zu meiden und im September zu fahren. Außerdem gilt, dass an jedem Strand laut Gesetz 50 % sogenannte freie Zone sein müssen, du kannst also problemlos deinen eigenen Sonnenschirm mitbringen. Kaufe in Bäckereien ein (großartiges Frühstück für zwei Euro) und meide die überteuerten Strandclubs am Sonnenstrand.

Vegetarier sparen hier beim Essen ganz automatisch, denn die bulgarische Küche ist dank der orthodoxen Fastentradition ein absolutes Paradies für fleischlose Ernährung. Ich empfehle wärmstens, den legendären Schopska-Salat mit geriebenem Sirene-Käse zu probieren, die kalte Joghurtsuppe Tarator, die überbackenen Paprika Tschuschki Bjurek oder die vorzügliche Bohnensuppe Bob Tschorba. Traditionelle Fleischgerichte wie Kebaptsche oder Kjufte siehst du zwar an jeder Ecke, aber es gibt hier so viele großartige vegetarische Alternativen, dass dir Fleisch garantiert nicht fehlen wird.

Bulgarien mit Kindern

Warum ist Bulgarien bei Familien mit Kindern so beliebt? Der Hauptgrund ist das sehr flache und warme Wasser an den meisten Stränden und das breite Angebot an Resorts mit perfektem Animationsprogramm. Die örtlichen Aquaparks gehören zu den besten auf dem Balkan. Die Nordküste (Albena, Goldstrand) ist für kleine Kinder dank der geschlossenen Komplexe sicherer, während der Süden (Primorsko, Kiten) eine freiere Atmosphäre in Pinienwäldern bietet.

Womit du beim Reisen mit Kindern aber rechnen musst, ist die Augusthitze, die im Landesinneren und bei Sehenswürdigkeiten ziemlich anstrengend sein kann. Am Meer an der Südküste solltest du außerdem auf die Rückströmungen (Rip Currents) achten, die selbst starke Schwimmer überraschen können. Bade mit Kindern daher grundsätzlich nur an bewachten Stränden direkt vor den Augen der Rettungsschwimmer.

Wie du deine Route planst: eine Woche, 10 Tage oder 2 Wochen

Bulgarien ist riesig und es hat keinen Sinn, alles auf einmal sehen zu wollen. Es kommt darauf an, wie viel Zeit du hast:

  • Eine Woche am Meer: Wenn du nur für eine Woche fliegst, wähle eine Basis (zum Beispiel Sosopol oder Goldstrand). Widme zwei Tage der Erholung am Strand und mach höchstens zwei Tagesausflüge in die Umgebung (etwa nach Nessebar oder zu den Klippen von Kaliakra).
  • 10 Tage Kombination: Flieg nach Sofia, erkunde die Stadt und mach einen Ausflug zu den Sieben Rila-Seen. Fahr dann mit dem Schnellzug oder Auto nach Plowdiw zu den antiken Denkmälern und verbring den Rest des Urlaubs mit Entspannung an der Südküste bei Burgas.
  • 2 Wochen große Rundreise: Das ist ideal für einen Roadtrip. Beginne in Sofia, fahr zum Kloster Rila hinunter, weiter über Bansko nach Plowdiw. Halte im Rosental, erkunde Weliko Tarnowo und gönn dir zum Schluss ein paar wohlverdiente Tage Erholung an den Wildstränden rund um Sinemorez.

Wohin als Nächstes

Häufig gestellte Fragen

Hast du vor deiner Reise nach Bulgarien noch Zweifel? Ich habe für dich Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt, die mich von euch erreichen.

Von praktischen Dingen rund um Geld und Sicherheit bis hin zu der Frage, was du vom Aufenthalt eigentlich erwarten kannst, findest du hier alles schön beisammen.

Wird in Bulgarien mit dem Euro bezahlt?

Ja, seit dem 1. Januar 2026 ist der Euro die einzige offizielle Währung. Die alten Lew werden in Geschäften nicht mehr akzeptiert, Sie können sie nur noch kostenlos bei der Nationalbank umtauschen.

Ist Bulgarien sicher?

Bulgarien ist ein sehr sicheres Reiseziel mit minimaler Gewaltkriminalität. Achten Sie lediglich auf die üblichen Taschendiebe in Touristenmassen und auf unehrliche Taxifahrer in Sofia, weshalb es am besten ist, die empfohlene App zu verwenden.

Wie viel kostet ein Urlaub?

Eine Woche am Meer in einem Apartment bekommen Sie ab 300 bis 500 Euro pro Person. Für eine Liege zahlen Sie etwa 5 Euro pro Tag und Essen in Tavernen ist günstiger als bei uns in Deutschland. Im Vergleich zu Griechenland oder Kroatien sparen Sie vor Ort also wirklich deutlich.

Wann ist die beste Reisezeit?

Für klassisches Baden sind Juli und August am besten, aber ein absoluter Tipp ist Anfang September, wenn das Wasser noch über 20 Grad warm ist und die Preise deutlich fallen. In die Berge lohnt es sich hingegen idealerweise von Juli bis September zu fahren.

Wie lange dauert der Flug nach Bulgarien?

Von Berlin nach Burgas oder Varna dauert ein Direktflug etwa zwei Stunden. Die Flughäfen liegen zudem relativ nah an den Ferienorten, sodass der Transfer ans Meer nur weitere eine halbe Stunde dauert.

Ist der Norden oder der Süden der Küste besser?

Der Norden (um Varna) ist voll von großen, hervorragend ausgestatteten Resorts mit Aquaparks, was Familien mit Kindern entgegenkommt. Der Süden (hinter Burgas) ist viel wilder, insgesamt ruhiger und hier finden Sie die natürlichsten Strände.

Soll ich Sonnenstrand oder Sozopol wählen?

Wenn Sie ein lebhaftes Nachtleben lieben, Partys bis zum Morgengrauen und Ihnen die Sommermassen nichts ausmachen, wählen Sie Sonnenstrand. Wenn Sie hingegen eher ruhige Spaziergänge durch die Altstadt, Romantik und Authentizität suchen, ist Sozopol die eindeutige Wahl.

Was ist mit den Gerüchten über streunende Hunde?

Das ist eine ziemlich überschätzte Sorge. Streunende Hunde leben zwar in den Städten, aber meistens beachten sie die Menschen überhaupt nicht und leben ihr eigenes Leben. Es reicht völlig aus, sie zu ignorieren, sie nicht zu füttern und nachts lieber gezielt frei herumlaufenden Rudeln in ärmeren Vororten auszuweichen.

Komme ich in Bulgarien mit Englisch zurecht?

In touristischen Ferienorten, großen Hotels und bei der jüngeren Generation in großen Städten kommen Sie mit Englisch absolut problemlos zurecht. Auf dem Land und in den Bergen sind dagegen manchmal eher Russischkenntnisse oder zumindest sehr gute Pantomime hilfreich.

Kann man Leitungswasser trinken?

In großen Städten und wichtigen touristischen Ferienorten ist Leitungswasser üblicherweise trinkbar und völlig sicher. In den Bergen stoßen Sie zudem auf viele saubere Quellen mit dem besten natürlichen eiskalten Wasser.

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