Vignette Österreich 2026: Preise, wo kaufen und das Ende der Klebevignette

Wenn du mit dem Auto in den Urlaub zu unseren südlichen Nachbarn fährst oder Österreich nur auf dem Weg ans Meer durchquerst, ist die Vignette Österreich das absolute Basiswissen, das du noch vor dem Grenzübertritt klären musst. Egal ob es dich im Winter zum Skifahren in die Alpen zieht oder im Sommer auf einen Roadtrip nach Kroatien oder Italien – die österreichischen Autobahnen sind mautpflichtig, und die österreichische Polizei kennt kein Erbarmen. Das System ist zwar hervorragend durchdacht und die Autobahnen sind in tadellosem Zustand, doch es stecken einige Tücken darin, die dich ganz schön teuer zu stehen kommen können.

Für 2026 haben sich die Regeln zudem wieder leicht geändert, und es steht ein riesiger Meilenstein bevor: Die Klebevignetten werden endgültig abgeschafft. Ab 2027 klebst du gar nichts mehr auf die Scheibe – alles läuft dann rein digital. In diesem Ratgeber schauen wir uns im Detail an, was die österreichische Vignette kostet, wo du sie sicher und ohne unnötige Aufschläge kaufst und auf welche Fallen du achten solltest.

Ein riesiges Thema ist vor allem die 18-Tage-Frist beim Online-Kauf, wegen der deine neue Vignette nicht sofort gültig sein muss, und dann noch die streckenbezogene Maut. Österreich hat nämlich viele Tunnel und Bergpässe, für die dir die klassische Vignette schlichtweg nicht reicht und du erneut den Geldbeutel zücken musst. Geh das lieber jetzt in Ruhe zu Hause durch, statt später nervös an der Grenze. 😉

Zusammenfassung

  • Grundpreise für 2026: Die Jahresvignette für den Pkw kostet 106,80 €, die Zwei-Monats-Vignette 32 €, die 10-Tages-Vignette 12,80 € und die Tagesvignette schlägt mit 9,60 € zu Buche.
  • Tagesvignette: Sie ist ausschließlich digital erhältlich, einen physischen Aufkleber für einen einzigen Tag gibt es gar nicht.
  • Ende der Klebevignette: 2026 ist das absolut letzte Jahr für die klassische Klebevignette, ab dem 1. Februar 2027 ist das System zu hundert Prozent digital.
  • Achtung, 18-Tage-Frist: Wenn du als normaler Verbraucher online eine Jahres- oder Zwei-Monats-Vignette kaufst, gilt sie erst nach 18 Tagen. Man kann das aber legal umgehen.
  • Drakonische Strafen: Wenn du ohne gültige Vignette erwischt wirst, zahlst du vor Ort die sogenannte Ersatzmaut in Höhe von 200 € (dieser Betrag wurde 2026 erhöht).
  • Streckenmaut: Für die Durchfahrt großer Tunnel (Tauern, Brenner, Arlberg, Karawanken) fallen zusätzliche Gebühren über die normale Vignette hinaus an.
  • Winterreifen: Sie sind vom 1. November bis 15. April immer dann Pflicht, wenn winterliche Verhältnisse herrschen (Schnee, Eis), und müssen eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern haben.

12 Dinge, die du über die Vignette in Österreich wissen musst

Bevor du losfährst, solltest du ein paar Grundregeln kennen. Das österreichische System ist zwar erstklassig, hat aber seine Besonderheiten, die dich unnötig Geld kosten können. Wir haben das Wichtigste für dich zusammengestellt, worauf du achten solltest.

1. Komplette Preisliste der Vignette für 2026

Österreich bietet für Pkw bis 3,5 Tonnen vier zeitliche Gültigkeitsvarianten an. Die am häufigsten gekaufte 10-Tages-Vignette kostet dich 12,80 €. Wenn du länger in den Urlaub fährst und erst nach etwa zwei Wochen zurückkommst, lohnt sich schon die Zwei-Monats-Vignette für 32 €. Die Jahresvignette kostet 106,80 € und hat einen riesigen Vorteil: Sie gilt ganze 14 Monate (vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres).

Eine tolle Neuerung aus jüngerer Zeit ist die Tagesvignette für 9,60 €. Die weißt du vor allem dann zu schätzen, wenn du Österreich auf dem Weg in den Süden nur durchquerst und über eine andere Route zurückfährst, oder wenn du nur für einen Tag nach Wien fährst. Bei der Tagesvignette musst du aber daran denken, dass sie nur in digitaler Form existiert – an der Tankstelle bekommst du sie also nicht als Aufkleber. Motorradfahrer haben natürlich niedrigere Preise: Für zehn Tage zahlen sie 5,10 € und für die Jahresvignette 42,70 €.

Die Preise für 2026 sind gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent gestiegen, aufgrund der Anpassung an den Verbraucherpreisindex. Die gute Nachricht: Die digitale und die klassische Klebevignette kosten auf den Cent genau gleich viel. Falls dich interessiert, was die Vignette 2027 kosten wird, musst du dich bis zum Herbst gedulden. Die ASFINAG veröffentlicht diese Beträge meist im November, es ist aber wieder mit einer leichten Erhöhung im einstelligen Prozentbereich zu rechnen.

💡 Tipp: Die komplette und aktuelle Preisliste schaust du dir vor der Reise am besten immer auf der offiziellen ASFINAG-Website an, wo du auch die genauen Beträge für Motorräder findest.

2. Das endgültige Ende der Klebevignette naht

Wenn du zu den Fahrern gehörst, die gerne Vignetten als Trophäen von ihren Reisen an der Windschutzscheibe sammeln, ist 2026 deine letzte Chance. Österreich schafft die Klebevignette ab und stellt ab dem 1. Februar 2027 auf ein rein digitales System um. Die diesjährige physische Vignette (für 2026 in feurigem Rot) ist bis Ende Januar 2027 im Verkauf und ihre Gültigkeit läuft genau am 31. Januar 2027 ab.

Das ergibt Sinn, denn die digitale Vignette ist einfach praktischer. Sie ist an das Kennzeichen gebunden, sodass das lästige Abkratzen der alten Vignette mit einer Rasierklinge und das Entfernen von Kleberesten wegfällt. Außerdem musst du dir keine Sorgen mehr um Schäden an der Windschutzscheibe machen (wenn dir zum Beispiel ein Steinchen hineinfliegt), durch die du die physische Vignette unwiederbringlich verlieren würdest.

Lass dich aber vom Begriff „digital“ nicht verwirren. Dass die Vignette ab 2027 nur noch elektronisch ist, bedeutet nicht, dass du für den Kauf Internet brauchst. Genau wie heute kannst du sie problemlos physisch an der Kasse der Tankstelle oder im Trafik kaufen. Der Verkäufer gibt einfach nur dein Kennzeichen ins System ein und du bekommst einen Papierbeleg als Bestätigung.

💡 Tipp: Wenn du in der Familie Autos mit sogenannten Wechselkennzeichen hast (in Deutschland gibt es diese ebenfalls), deckt eine digitale Vignette bis zu drei Fahrzeuge ab. Praktisch ist auch, dass sich die Vignette bei einer formalen Kennzeichenänderung in manchen Fällen im Kundenkonto umschreiben lässt.

3. Die größte Touristenfalle: die 18-Tage-Frist

Das ist wohl der wichtigste Punkt des ganzen Artikels, an dem sich unzählige Menschen die Finger verbrennen. Wenn du die digitale Vignette online kaufst, gelten die Zwei-Monats- und Jahresvarianten nicht sofort. Aufgrund der europäischen Verbraucherschutzgesetze treten sie erst am achtzehnten Tag nach dem Kauf in Kraft. Du hast nämlich vierzehn Tage Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen, und dazu kommen noch drei Tage für die Postzustellung.

Würdest du also am 1. Juli online vom Sofa aus eine Zwei-Monats-Vignette kaufen und gleich am 2. Juli in den Urlaub aufbrechen, fährst du ohne gültige Vignette und riskierst eine saftige Strafe. Zum Glück gilt diese gesetzliche Falle bei der Tages- und der 10-Tages-Vignette nicht. Bei diesen kurzfristigen Varianten kannst du im Warenkorb die sofortige Gültigkeit wählen und schon in fünf Minuten losfahren.

Was aber tun, wenn du dringend eine Jahres- oder Zwei-Monats-Vignette mit sofortiger Gültigkeit brauchst? Du hast zwei legale Möglichkeiten. Die erste ist, an einer Tankstelle oder an einem speziellen Automaten anzuhalten und sie physisch zu kaufen. Der physische Kauf unterliegt nämlich nicht den Regeln des Online-Verkaufs, und die Vignette gilt sofort. Die zweite Möglichkeit ist, beim Online-Kauf das Kästchen anzukreuzen, dass du als Unternehmer kaufst. Firmen haben kein Widerrufsrecht, sodass die Vignette sofort aktiv ist.

💡 Tipp: Wenn du online eine Jahresvignette fürs nächste Jahr kaufst und möchtest, dass sie nahtlos anschließt, musst du den Kauf spätestens bis zum 14. Januar erledigen. Nur so verstreicht die 18-Tage-Frist bis zum 31. Januar, an dem die alte Vignette abläuft.

4. Wo du die Vignette für Österreich sicher kaufst und Zwischenhändler meidest

Der beste und absolut sicherste Ort für den Kauf ist der offizielle ASFINAG-Onlineshop (shop.asfinag.at). Die Seite ist komplett ins Deutsche übersetzt, du musst also keine Angst haben, etwas nicht zu verstehen. Der ganze Vorgang dauert etwa zwei Minuten. Du gibst das Zulassungsland des Fahrzeugs an, dein Kennzeichen, wählst den Vignettentyp, gibst deine E-Mail für die Bestätigung an und zahlst per Karte.

Im Internet stößt du aber auf eine riesige Menge an inoffiziellen Anbietern. Wenn du „Vignette Österreich kaufen“ in die Suchmaschine eingibst, tauchen oft Seiten auf, die sehr professionell aussehen und so tun, als wären sie offiziell. Das Problem: Sie schlagen auf den Grundpreis der Vignette eine versteckte Vermittlungsgebühr drauf. Die 10-Tages-Vignette kann dich statt knapp 13 Euro so locker ein paar Euro mehr kosten.

Wenn du dir unsicher bist, prüfe immer, ob du wirklich auf einer Seite mit der Endung asfinag.at bist. Eine tolle Alternative ist auch die offizielle ASFINAG-App, die du unbedingt aufs Handy laden solltest. Damit kaufst du nicht nur bequem die Vignette, sondern findest darin auch aktuelle Verkehrsinformationen, Sperren und Aufnahmen von Autobahnkameras.

💡 Tipp: Prüfe nach dem Kauf immer gründlich das eingegebene Kennzeichen in der Bestätigungs-E-Mail. Machst du einen Tippfehler, wertet dich das System als Auto ohne Vignette und eine etwaige Strafe geht auf deine Kappe.

5. Physischer Kauf der Vignette unterwegs

Wenn du dich nicht mit Online-Käufen herumschlagen willst, enttäuscht dich Österreich nicht: Es gibt über sechstausend Verkaufsstellen, sodass es fast schwieriger ist, auf keine zu stoßen. Dazu gehören praktisch alle Tankstellen in Österreich, Trafiken, Filialen der österreichischen Autoclubs ÖAMTC und ARBÖ und sogar spezielle Selbstbedienungsautomaten an Rastplätzen.

Ein großer Vorteil ist, dass du die Vignette problemlos auch kurz vor der Grenze bekommst. Die meisten großen Tankstellen auf deutscher und tschechischer Seite verkaufen österreichische Vignetten ganz normal. Achte hier aber darauf, welchen Kurs der Verkäufer verwendet, falls du in einer anderen Währung zahlst. Es ist immer günstiger, mit Karte zu einem guten Kurs zu zahlen, als Bargeld zu geben.

Wenn du auf einen gelben ASFINAG-Selbstbedienungsautomaten triffst, ist der Kauf sehr intuitiv. Du stellst das Menü auf Deutsch um, tippst auf dem Touchscreen dein Kennzeichen ein, zahlst kontaktlos per Karte und der Automat druckt dir eine Papierbestätigung aus. Das schafft wirklich jeder und dauert nicht länger als eine Minute.

💡 Tipp: Die Papierbestätigung des Kaufs der digitalen Vignette oder den Abschnitt der Klebevignette bewahre immer sorgfältig auf, mindestens bis zum Ende der Gültigkeit. Das ist dein einziger Nachweis für den Fall, dass es einen Fehler im Kamerasystem gibt.

6. Streckenmaut: Wo die Vignette nicht ausreicht

Das ist etwas, das viele Reisende unangenehm überrascht. Du kaufst dir eine Vignette, fährst gemütlich über die Autobahn und plötzlich tauchen vor dir Mautstationen mit Schranke auf. Österreich hat nämlich mehrere finanziell extrem heftige Abschnitte (vor allem lange Alpentunnel), für die die normale Vignette nicht gilt und für die du die sogenannte Streckenmaut zahlen musst.

Das betrifft die meistbefahrenen Routen. Wenn du nach Kroatien oder ins Salzburger Land zum Skifahren fährst, kommst du an der Autobahn A10 und damit an den mautpflichtigen Tunneln Tauern und Katschberg nicht vorbei. Die Durchfahrt dieses Abschnitts kostet dich 15 €. Fährst du über Innsbruck nach Italien, zahlst du auf der Autobahn A13 für den Brennerpass 12,50 €. Die Durchfahrt über den Arlberg auf der S16 kostet 13 € und der Karawankentunnel an der Grenze zu Slowenien (Autobahn A11) schlägt mit 9 € zu Buche.

Diese Gebühren kannst du bar oder mit Karte direkt vor Ort an der Mautstation zahlen. Wenn du aber den Sommerstaus entgehen willst, empfehle ich dir die digitale Streckenmaut. Du zahlst die Durchfahrt vorab online auf dein Kennzeichen und fährst dann einfach durch die spezielle (grün markierte) Spur, wo die Kamera dein Kennzeichen liest und die Schranke sich automatisch öffnet.

💡 Tipp: Für Vielfahrer gibt es den Dienst FLEX. Du registrierst dein Kennzeichen und verknüpfst es mit einer Zahlungskarte. Dann fährst du einfach durch die grünen Spuren ohne anzuhalten, und der Mautbetrag wird nach der Durchfahrt automatisch von der Karte abgebucht.

7. Erhöhte Strafen und Ersatzmaut

Das österreichische Kontrollsystem ist gnadenlos. Die Mautgesellschaft ASFINAG setzt automatische Kameras ein, die ständig ihre Positionen wechseln, und dazu sind Dutzende mobile Streifen im Einsatz. Wenn du ohne gültige Vignette auf einen mautpflichtigen Abschnitt fährst, erwischt dich das System früher oder später. Es einfach schwarz zu versuchen, lohnt sich hier wirklich überhaupt nicht.

Seit dem 1. Januar 2026 wurden die Strafen zudem kräftig verschärft. Ohne gültige Vignette erwartet dich die sogenannte Ersatzmaut, und Achtung: Sie ist ab 2026 auf 200 € für Pkw geklettert (die 120 €, die auf älteren Seiten stehen, gelten längst nicht mehr). Mit der Zahlung ist die Sache erledigt und du entgehst weiterem Ärger.

Würdest du die Ersatzmaut aber nicht zahlen (weder vor Ort der Streife noch nach Zustellung des Briefes aus Österreich), geht die ganze Sache ins Verwaltungsverfahren. Und da hört der Spaß dann wirklich auf – die Strafe im Verwaltungsverfahren kann auf bis zu 3.000 € klettern, was ein stolzer Preis für die gesparten 13 Euro der 10-Tages-Vignette ist. Achte auch darauf: Wenn du die Klebevignette falsch angebracht hast (etwa auf dem getönten Streifen der Scheibe oder nur mit Klebeband befestigt), wirst du behandelt, als hättest du gar keine.

💡 Tipp: Die österreichischen Behörden haben dank europäischer Abkommen Zugang zum deutschen Fahrzeugregister. Der Zahlungsaufforderungsbrief kommt dir nach Hause und ihn zu ignorieren ist das Schlimmste, was du tun kannst.

8. Vier Abschnitte, auf denen du gar keine Vignette brauchst

Vielleicht überrascht es dich, aber in Österreich gibt es vier konkrete Autobahnabschnitte, die komplett von der Maut befreit sind. Normalerweise gilt nämlich: Du brauchst die Vignette auf allen Autobahnen (gekennzeichnet mit A) und Schnellstraßen (gekennzeichnet mit S). Diese Befreiung entstand vor allem, um zu verhindern, dass Fahrer kurz hinter der Grenze in kleine Dörfer abfahren und die örtlichen Straßen verstopfen.

Der erste kostenlose Abschnitt ist ein Stück der A1 Westautobahn von der deutschen Grenze (Walserberg) bis zur Ausfahrt Salzburg-Nord. Der zweite ist der sehr beliebte Abschnitt der A12 Inntalautobahn von der Grenze (Kiefersfelden) bis zur Ausfahrt Kufstein-Süd. Die dritte Ausnahme findest du auf der A14 Rheintal/Walgau von der Grenze (Hörbranz) bis Hohenems. Die letzte Ausnahme ist die im Bau befindliche A26 in Linz.

Auf allen anderen Landesstraßen zahlst du überhaupt nichts und theoretisch könntest du ganz Österreich darauf gratis durchqueren. In der Praxis hat das aber keinen Sinn: Du verlierst enorm viel Zeit, musst durch Dutzende Dörfer mit Blitzern fahren und im Winter erwarten dich zudem Bergpässe, die gefährlich oder komplett gesperrt sein können.

💡 Tipp: Auch wenn du auf diesen vier Abschnitten keine Vignette haben musst, achte sehr genau auf die Ausfahrten. Wenn du das Schild überfährst, das das Ende des kostenlosen Abschnitts kennzeichnet, und dich eine Kamera erwischt, entgehst du der Strafe nicht.

9. Winterreifen und Regeln für die Wintersaison

Wenn es dich zum Skifahren oder etwa auf die Adventmärkte nach Österreich zieht, muss dein Auto absolut tadellos vorbereitet sein. Die österreichischen Gesetze zur Winterausrüstung sind streng. Winterreifen sind vom 1. November bis 15. April Pflicht, aber Achtung, das gilt situativ. Du musst sie immer dann aufgezogen haben, wenn auf der Straße winterliche Verhältnisse herrschen – also Schnee, Eis, Matsch oder Glätte.

Hier verbirgt sich eine wesentliche Falle. In Österreich gilt nur ein Reifen als Winterreifen, der eine Mindestprofiltiefe von 4 Millimetern hat. Wenn dein Reifen zwar die M+S-Kennzeichnung oder das Schneeflockensymbol trägt, aber etwa auf 3 Millimeter abgefahren ist, betrachtet ihn die österreichische Polizei als Sommerreifen. Und Fahren mit Sommerreifen bei winterlichen Verhältnissen bedeutet eine Strafe von mindestens 35 €, bei einer Verkehrsbehinderung oder einem Unfall auch Tausende Euro.

Eine Alternative sind Schneeketten auf der Antriebsachse, aber du darfst sie nur dort verwenden, wo die Fahrbahn durchgehend mit Schnee oder Eis bedeckt ist – sonst würdest du den Asphalt beschädigen. In Bergregionen triffst du zudem auf runde blaue Schilder, die Ketten für absolut alle vorschreiben, egal wie gut deine Reifen sind.

💡 Tipp: Die Polizei in Alpengebieten hält häufig Autos an und misst das Reifenprofil. Erfüllst du das Limit von 4 Millimetern nicht, können sie dir die Weiterfahrt untersagen, bis die Verhältnisse vorbei sind – das versaut dir zuverlässig den ganzen Urlaub.

10. Pflichtausrüstung und Tempolimits (Achtung IG-L)

Beim Packen des Autos darfst du die Pflichtausrüstung nicht vergessen, denn auch die kontrollieren die Österreicher gerne. Selbstverständlich sind Warndreieck und Verbandskasten. Ein wesentlicher Punkt ist die Warnweste. In Österreich muss die Warnweste vom Fahrerplatz aus griffbereit sein, du darfst sie nicht irgendwo tief im Kofferraum unter den Koffern vergraben haben. Beim Nothalt auf der Autobahn musst du sie nämlich anziehen, bevor du überhaupt aussteigst.

Was den Alkohol angeht, ist Österreich etwas nachsichtiger und toleriert 0,5 Promille im Blut. Bist du aber Führerscheinneuling und hast den Führerschein kürzer als zwei Jahre, gilt für dich das strenge Limit von 0,1 Promille. Die allgemeinen Tempolimits sind die üblichen: 130 km/h auf der Autobahn, 100 km/h außerorts und 50 km/h innerorts.

Auf den Autobahnen musst du aber besonders auf die elektronischen Schilder mit der Aufschrift IG-L achten. Du findest sie sehr oft auf den Autobahnen A12 und A13 in Tirol oder rund um Salzburg. Sie bedeuten „Immissionsschutzgesetz-Luft“. Wenn darauf eine Hundert leuchtet, musst du auf 100 km/h abbremsen, und zwar wegen der Emissionen. Die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen in der IG-L-Zone sind extrem hoch – sie werden nämlich nicht nur als Verkehrsdelikt geahndet, sondern als Umweltdelikt. Mit anderen Worten: Hier solltest du wirklich nicht dein Glück versuchen.

💡 Tipp: Moderne Navis wie Waze oder Google Maps warnen dich meist vor IG-L-Zonen, aber achte lieber immer auf die Leuchttafeln über der Autobahn. Die Geschwindigkeit wird in diesen Abschnitten von einem dichten Netz stationärer Blitzer gemessen.

11. Wie viel du auf dem Weg zum Skifahren oder ans Meer zahlst

Um es dir in der Praxis zu zeigen, rechnen wir mal aus, wie viel dich die Gebühren auf den gängigsten Routen kosten. Wenn du im Winter in die beliebte Region Ski amadé, nach Obertauern oder Katschberg fährst, geht es über die Autobahn A10. In diesem Fall zahlst du 12,80 € für die 10-Tages-Vignette und dazu 15 € für die Durchfahrt der Tauerntunnel. Insgesamt kostet dich die Hinfahrt an Mautgebühren also rund 28 € (die Tauernmaut plus Vignette), auf der Rückfahrt zahlst du weitere 15 € für den Tunnel, sofern du nicht am selben Tag zurückfährst.

Wenn du zum Skifahren in die Region Zell am See oder nach Kaprun fährst, lässt sich der mautpflichtige Tauern-Abschnitt umgehen. Du musst nur bei der Stadt Bischofshofen von der A10 abfahren. Diese Umfahrung ist aber deutlich langsamer und führt über normale Straßen, was bei starkem Schneefall unangenehm sein kann. Es liegt also an dir, ob du lieber fünfzehn Euro sparst oder für Komfort und Tempo auf der Autobahn draufzahlst.

Im Sommer beim Autourlaub nach Italien ans Meer über den Brenner musst du dich darauf einstellen, dass du den Gebühren gar nicht entgehst. Zur 10-Tages-Vignette für 12,80 € musst du 12,50 € für den Brennerpass hinzurechnen (Autobahn A13). Fährst du über Slowenien (Richtung Ljubljana) nach Kroatien, erwartet dich zusätzlich zur österreichischen Vignette noch eine Gebühr von 9 € für den Karawankentunnel.

💡 Tipp: Wenn du für die klassischen 7 Nächte (etwa von Samstag bis Samstag) nach Kroatien in den Urlaub fährst, deckt dir die 10-Tages-Vignette locker Hin- und Rückfahrt ab.

12. Wie du die Gültigkeit prüfst und was bei Kennzeichenwechsel zu tun ist

Oft passiert es, dass du dir nicht sicher bist, ob deine digitale Vignette noch gilt oder ob du beim Kauf einen Fehler im Kennzeichen gemacht hast. Die ASFINAG bietet dafür ein sehr praktisches Tool. Direkt auf ihrer Website findest du den Reiter „Gültigkeitsabfrage“. Dort gibst du einfach dein Kennzeichen ein und das System zeigt dir sofort, ob du eine gültige Vignette hast und gegebenenfalls bis wann sie gilt. Das ist anonym und schnell.

Wenn du ein Gebrauchtauto kaufst und der Vorbesitzer eine österreichische Jahresvignette darauf gekauft hat, haben wir eine gute Nachricht für dich: Die digitale Vignette ist an das Kennzeichen gebunden, sie geht also nahtlos mit dem Auto auf dich über und du musst nichts extra regeln. Problematisch wird es in dem Moment, wenn du beim Ummelden des Autos ein neues Kennzeichen bekommst.

Falls sich dein Kennzeichen ändert (zum Beispiel wegen Kennzeichendiebstahls, Verlusts oder weil du das Auto in einen anderen Bezirk ummeldest), lässt sich die Jahresvignette auf das neue Kennzeichen umschreiben. Du musst das aber über das Kundenkonto auf der ASFINAG-Website beantragen und die nötigen Dokumente von der Polizei oder der Behörde vorlegen. Bei Kurzzeitvignetten (10-Tages, Zwei-Monats) ist eine Umschreibung leider nicht möglich.

💡 Tipp: Wenn du die digitale Vignette im Voraus kaufst, dir die Reise dann aber anders überlegst oder das Auto wechselst, kannst du das Kennzeichen vor Beginn der Gültigkeit kostenlos im System ändern. Sobald die Vignette aber gilt, geht das nicht mehr.

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Praktische Zusammenfassung und Richtpreise

Für den schnellen Überblick vor der Reise fassen wir die wichtigsten Beträge für 2026 zusammen (die Preise gelten für Pkw bis 3,5 Tonnen und für die digitale wie die physische Form). Wenn du in den Urlaub fährst, plane im Budget lieber immer ein paar Euro extra für die Streckenmaut ein.

  • Tagesvignette: 9,60 € (ausschließlich digital, ideal für den Transit)
  • 10-Tages-Vignette: 12,80 € (die gängigste Variante für den klassischen Urlaub)
  • Zwei-Monats-Vignette: 32,00 € (lohnt sich bei Reisen länger als 14 Tage)
  • Jahresvignette: 106,80 € (gilt ganze 14 Monate von Dezember bis Januar)
  • Ersatzmaut (Strafe vor Ort): 200,00 € (gilt ab 1. Januar 2026)
  • A10 Tauerntunnel: 15,00 € (Extra-Gebühr auf dem Weg ins Salzburger Land/nach Kroatien)
  • A13 Brennerpass: 12,50 € (Extra-Gebühr auf dem Weg nach Italien)
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Wohin als Nächstes

Wenn du die Vignette schon geregelt hast und dich auf die Reise vorbereitest, schau unbedingt in weitere praktische Artikel bei uns auf dem Blog. Wir zeigen dir, wie du deine Reise planst und was du nicht vergessen solltest.

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Häufig gestellte Fragen

Wir haben für dich Antworten auf die häufigsten Fragen vorbereitet, die uns zur Vignette in Österreich erreichen.

Wo kann ich die österreichische Vignette ohne Aufpreis kaufen?

Am günstigsten und völlig ohne versteckte Gebühren kaufst du sie im offiziellen E-Shop shop.asfinag.at, in der mobilen App, an österreichischen Tankstellen, an ASFINAG-Automaten oder in den Filialen des Autoclubs ÖAMTC. Vermeide inoffizielle Wiederverkäufer im Internet, die unnötige Bearbeitungsgebühren verlangen.

Von wann bis wann gilt die Winterreifenpflicht in Österreich?

Die Pflicht, Winterreifen montiert zu haben, gilt vom 1. November bis 15. April, allerdings nur bei winterlichen Straßenverhältnissen (Schnee, Eis, Matsch). Entscheidend ist, dass Winterreifen in Österreich eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern haben müssen, sonst gelten sie als Sommerreifen.

Warum gilt meine online gekaufte Jahresvignette nicht sofort?

Das liegt am europäischen Verbraucherschutzgesetz, das dir bei Fernabsatzgeschäften 14 Tage Widerrufsrecht einräumt (plus 3 Tage Zustellfrist). Wenn du möchtest, dass die Jahres- oder Zweimonatsvignette sofort gilt, musst du sie physisch an der Tankstelle kaufen oder beim Online-Kauf angeben, dass du als Unternehmer (mit Steuernummer) kaufst.

Was kostet die österreichische Vignette im Jahr 2026?

Die Grundpreise für PKW bis 3,5 Tonnen sind: 10-Tages-Vignette für 12,80 €, 2-Monats-Vignette für 32 €, Jahresvignette für 106,80 € und die neue digitale 1-Tages-Vignette für 9,60 €. Die Preise für 2027 wird die ASFINAG erst im Herbst veröffentlichen.

Gibt es noch die klassische Klebevignette?

Für das Jahr 2026 kannst du sie noch kaufen (sie hat die Farbe Rot), aber das ist absolut das letzte Mal. Ab 1. Februar 2027 schafft Österreich die Klebevignetten endgültig ab und geht ausschließlich zum digitalen System über, das an das Kennzeichen gebunden ist.

Wie hoch ist die Strafe für Fahren ohne Vignette in Österreich?

Wenn du von einer mobilen Kontrolle angehalten oder von einer Kamera ohne gültige Vignette erfasst wirst, musst du eine sogenannte Ersatzmaut in Höhe von 200 € zahlen (ab 2026 wurde der Betrag von ursprünglich 120 € erhöht). Wenn du diese Ersatzmaut nicht zahlst, wird der Fall ins Verwaltungsverfahren übergeben, wo die Strafe bis zu 3.000 € betragen kann.

Gilt die Vignette auch für die Tunnel Tauern und Brenner?

Nein, für die größten Alpentunnel reicht die normale Vignette nicht aus. Österreich hat für diese eine Streckenmaut (Sondermaut) eingeführt. Für die Durchfahrt durch den Tauerntunnel auf der Autobahn A10 zahlst du zusätzlich 15 € und für den Brenner auf der Autobahn A13 sind 12,50 € fällig.

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