Die französischen Alpen sind nicht bloß eine gewöhnliche Kulisse für winterliches Vergnügen, sondern eine eigenständige, etwas raue Welt, die dich mit ihrer kompromisslosen Schönheit vollkommen in den Bann zieht. Hier stehst du an der Schwelle zu den höchsten Bergen Westeuropas, wo du morgens auf einer Felsnadel in fast viertausend Metern Höhe balancieren und nachmittags fasziniert den schwindenden Gletschern beim Abstieg ins Tal zusehen kannst.
Das hier ist schlicht eine Region der Extreme, und die Franzosen gehen die Berge mit ihrer ganz eigenen ingenieurhaften Dreistigkeit an. Wo man anderswo eine kleine Holzhütte bauen würde, errichten sie hier ein gigantisches Seilbahnnetz, das ganze Täler miteinander verbindet. Das Ergebnis ist das größte Skigebiet der Welt, legendäre Weitwanderwege und Straßen, auf denen jeden Sommer Geschichte des Radsports geschrieben wird. Ich habe für dich 12 Tipps zusammengestellt, was man in den französischen Alpen sehen und erleben sollte, damit du diese majestätische Region zu hundert Prozent genießen kannst. Du erfährst, wo du dich strategisch am besten einquartierst, wie hoch die Skipass-Preise für 2026 sind und worauf du bei der Reiseplanung besonders achten musst.
Zusammenfassung für alle, die keine Zeit für den ganzen Artikel haben
- Größtes Skigebiet der Welt: Die Region Les Trois Vallées bietet unglaubliche 600 Kilometer verbundene Pisten auf einem einzigen Skipass.
- Höchstgelegener Ort Europas: In Val Thorens liegt von November bis Mai Schnee – ein echter Hit für das Frühjahrsskifahren.
- Mekka des Alpinismus: Chamonix ist kein typisches Skigebiet, sondern ein pulsierendes Basislager für Bergsteiger direkt unterhalb des Mont Blanc.
- Ausflug in die Stratosphäre: Die Seilbahn auf die Aiguille du Midi bringt dich auf 3842 Meter – im Mai und Juni 2026 wird die Hauptterrasse jedoch saniert.
- Sommer-Extrem: Wenn du Radsport liebst, trag dir den Juli 2026 ein: Das Peloton der Tour de France bezwingt gleich zweimal die legendären 21 Kehren nach Alpe d’Huez.
- Königs-Trek: Der Tour du Mont Blanc misst 170 Kilometer, und die Betten in den Berghütten musst du schon ein Jahr im Voraus reservieren.

Wann du in die französischen Alpen reisen solltest
Die Alpen verzeihen keine Planungsfehler, und die Wahl des richtigen Termins ist absolut entscheidend. Die Skisaison beginnt im Dezember, doch die allerbesten Schneebedingungen und längeren, sonnigen Tage erwarten dich erst im März. Den Februar solltest du dagegen weiträumig meiden, denn in ganz Frankreich sind nach und nach Winterferien und die Skigebiete platzen förmlich aus allen Nähten. Für Liebhaber des Frühjahrsfirns ist der April ideal, wenn in den höher gelegenen Resorts noch prima Bedingungen herrschen, die Übernachtungspreise aber schon merklich sinken.
Wenn du im Sommer zum Bergwandern herkommst, ist das Zeitfenster relativ eng. Die meisten Berghütten öffnen erst Mitte Juni und schließen Ende September. Noch im Juni kann auf den hohen Pässen viel gefährlicher Schnee liegen, während der August überlaufen und voller nachmittäglicher Hitzegewitter ist. Der allerbeste Monat für die Sommerberge ist der September mit stabilem Wetter, klarem Herbstlicht und deutlich weniger Wanderern auf den Wegen.
Wenn du mit dem Auto anreist, stell dich auf eine lange Fahrt ein. Von München führt die klassische Route über Zürich und Genf in die Savoyer Alpen, die reine Fahrzeit liegt je nach Startpunkt bei sechs bis acht Stunden. Rechne unbedingt mit reichlich Budget für die teuren französischen Autobahnmauts, die je nach gefahrener Strecke schnell mehrere Dutzend Euro ausmachen. Vorsicht auch bei der Durchfahrt großer Talstädte wie Lyon oder Grenoble, denn Frankreich hat strenge Umweltzonen. Du brauchst die Crit’Air-Plakette für rund 5 Euro, sonst riskierst du ein saftiges Bußgeld von 68 Euro. Wer sich die lange Fahrt sparen möchte, fliegt am schnellsten ins schweizerische Genf mit Billigfliegern wie easyJet oder Eurowings – von dort pendeln zuverlässige Shuttle-Busse ununterbrochen zu Skiorten wie Chamonix.
Wo du in den französischen Alpen übernachten solltest
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unsere Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Der französische Umgang mit Bergarchitektur aus den Sechziger- und Siebzigerjahren ist oft ziemlich brutal. Such hier keine romantischen Holzhäuschen, die wie im benachbarten Österreich im Wald versteckt liegen. Die Franzosen bauten im Rahmen des sogenannten „Plan Neige“ rein zweckmäßig und wollten so viele Menschen wie möglich so nah wie möglich an den Pisten unterbringen. Das Ski-in-Ski-out-Konzept gilt hier buchstäblich: In der Regel schnallst du die Ski direkt am Aufzug eines riesigen Betonkomplexes an und fährst gleich auf die Piste. Bei der Unterkunftssuche lohnt es sich, die Angebote auf Booking.com zu durchstöbern, wo du alles findest – vom schlichten Apartment bis zum luxuriösen Berghotel.
Für das Skifahren im riesigen Gebiet der Drei Täler ist der Ort Les Menuires ein prima Kompromiss: Von hier kommst du schnell in alle Richtungen, und die Preise liegen deutlich unter denen des benachbarten, luxuriösen Courchevel. Wenn du Pulverschnee-Garantie willst und dir die dünnere Luft nichts ausmacht, wähl das höchstgelegene Val Thorens. Für die Erkundung der Mont-Blanc-Region musst du überhaupt nicht direkt im überteuerten Chamonix wohnen – deutlich mehr Ruhe und annehmbarere Preise findest du in den Dörfern Les Houches oder Argentière. Diese kleineren Orte sind zudem per kostenlosem Zug bestens mit dem Zentrum verbunden, wenn du die Gästekarte deiner Unterkunft besitzt.
Für konkrete Tipps kannst du dir zum Beispiel das hervorragend bewertete Hotel Le Chablis in Les Houches ansehen, das gemütliche Zimmer, ein fantastisches Frühstück und eine Lage nur einen Steinwurf von der Hauptseilbahn entfernt bietet. Wenn du absoluten Luxus direkt an der Piste in Val Thorens suchst, reservier ein Zimmer im Hotel Pashmina Le Refuge mit herrlichem Wellnessbereich und atemberaubenden Ausblicken auf die verschneiten Gipfel. Im Chamonix-Tal wiederum ist das designstarke Héliopic Hotel & Spa sehr beliebt, das strategisch günstig direkt an der Talstation der Seilbahn zur Aiguille du Midi liegt. Nach einem anstrengenden Tag kannst du dann gleich im Hotel oder in den umliegenden Lokalen ein herrliches Käsefondue probieren, das zuverlässig auch jeden Vegetarier glücklich macht.
12 Tipps, was man in den französischen Alpen sehen und erleben sollte
Werfen wir einen Blick auf das Beste, was dir die französischen Berge zu bieten haben. Es erwarten dich unglaubliche Skigelände, Aussichten aus der Vogelperspektive und riesige Gletscher, die leider langsam vor unseren Augen verschwinden.

1. Val Thorens als höchstgelegenes Skigebiet Europas
Die Franzosen hatten nie Angst vor extremen Projekten, und Val Thorens ist der beste Beweis dafür. Es ist das höchstgelegene Skigebiet Europas überhaupt, wobei das eigentliche Dorf auf stolzen 2300 Metern Höhe liegt. Das gibt dir eine hundertprozentige Garantie für tollen Schnee von Ende November bis tief in den Mai hinein – in der Saison 2025/2026 wird hier vom 6. Dezember bis zum 17. April gefahren. Krönung des lokalen Gebiets ist der Gipfel Cime de Caron auf 3195 Metern, von dem sich ein atemberaubender Rundblick auf mehr als tausend Alpengipfel öffnet.
Dieser Ort hat unter Skifahrern nachgerade Kultstatus, und jeden Winter trifft man hier Tausende von ihnen. Die Autofahrt von München über Genf, Albertville und Moûtiers dauert zwar unangenehme sieben bis acht Stunden, und die letzten dreißig Kilometer über wilde Serpentinen können die Kupplung deines Autos ordentlich strapazieren, doch das Ergebnis lohnt sich definitiv. Die Skigelände sind riesig, und der sportliche Anspruch der Pisten befriedigt selbst die anspruchsvollsten Fahrer – egal, ob du morgendlichen Cordschnee oder tiefen Pulverschnee bevorzugst.
💡 Tipp: Wenn du sparen und den Menschenmassen entgehen willst, komm in den Randzeiten der Saison wie im Dezember oder April. Du kannst auch einen günstigeren Skipass nur für das lokale Tal Val Thorens und Orelle kaufen, auch wenn ich für das volle Erlebnis empfehle, für das gesamte verbundene Gebiet der Drei Täler etwas draufzulegen.

2. Les Trois Vallées – befahre das größte Skigebiet der Welt
Die Drei Täler bilden zusammen die absolute Ski-Superliga, die in Europa nur sehr schwer Konkurrenz findet. Sie bieten unglaubliche 600 Kilometer verbundener Pisten, was sie offiziell zum größten Skigebiet der Welt macht. Du kannst hier eine ganze Woche lang von morgens bis abends Ski fahren und nie zweimal dieselbe Piste hinunterfahren. Das Seilbahnsystem ist so durchdacht und schnell, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Bergen völlig reibungslos verlaufen und du maximal viel Zeit im Schnee statt in endlosen Warteschlangen verbringst.
Für diesen endlosen Luxus lassen sich die Franzosen aber ordentlich bezahlen, und die Skipässe reißen ein spürbares Loch ins Budget. In der Saison 2025/2026 kostet dich der Sechs-Tages-Skipass für das gesamte verbundene Gebiet 368 Euro, ein Tagesticket schlägt mit 73,60 Euro zu Buche. Gefahren wird hier ab Anfang Dezember, und die Lifte stellen endgültig erst Mitte April ihren Betrieb ein – du hast also reichlich Zeit, deinen Winterurlaub zu planen und die besten Schneebedingungen abzupassen.
💡 Tipp: Beim Wechseln zwischen den Tälern behalte immer sorgfältig die Rückkehrzeit im Blick. Verpasst du die letzte Verbindungsseilbahn über den Grat, erwartet dich eine wahnsinnig teure Taxifahrt auf Umwegen durch das untere Tal, die schnell mehrere Hundert Euro kosten kann.

3. Courchevel und ein Blick in die Welt des absoluten Luxus
Am äußersten Rand der Drei Täler liegt Courchevel, ein exklusiver Spielplatz für Milliardäre, Weltstars und die reiche Elite. Der Ort gliedert sich in mehrere Höhenstufen, und die höchste davon, das ikonische Courchevel 1850, ist eine Parade der luxuriösesten Berghütten und Fünf-Sterne-Hotels der Welt. Du findest hier teure Boutiquen internationaler Modemarken direkt im Schnee und opulente Restaurants, die mit gleich mehreren Michelin-Sternen dekoriert sind und bei denen du auf eine Reservierung mehrere Monate wartest.
Auch wenn du hier wahrscheinlich nicht gleich wohnen wirst, solltest du dich im Rahmen deines erweiterten Skipasses zumindest für einen Skitag hierher wagen. Es lohnt sich, denn die Pisten hier sind perfekt präpariert und oft völlig leer. Die betuchte Klientel verbringt nämlich viel mehr Zeit bei nachmittäglichen Partys mit einer Flasche Champagner als beim morgendlichen Carven auf dem Cordschnee. Bei einem Kaffeestopp solltest du dich allerdings besser vorab auf einen ordentlichen Preisschock einstellen, denn selbst ein einfacher Espresso kann dich hier locker zehn Euro kosten.
💡 Tipp: Wag dich unbedingt auf die wunderschöne rote Piste Combe de la Saulire, die auf dem gleichnamigen Gipfel beginnt. Sie bietet eine herrliche, unglaublich flüssige, sportliche Abfahrt mit fast tausend Metern Höhenunterschied bis hinunter ins Tal.

4. Méribel bietet Holzromantik im Herzen der Berge
Mitten im gigantischen Komplex der Drei Täler liegt Méribel, das den perfekten Gegensatz zu den Betonblöcken anderer französischer Skigebiete bildet. Der Bau unterlag hier sehr strengen Regeln, sodass alle Gebäude den traditionellen Alpenstil respektieren müssen und verpflichtend mit Holz und lokalem Stein verkleidet sind. Dadurch hat sich der Ort eine wunderbar romantische und warme Atmosphäre bewahrt, die man in Frankreich sonst oft vermisst – du fühlst dich hier eher wie im benachbarten Österreich oder in der Schweiz.
Neben der schönen und geschmackvollen Architektur ist der riesige Vorteil von Méribel seine absolut konkurrenzlose strategische Lage auf der Skikarte. Es liegt genau in der Mitte des gesamten Pistennetzes, sodass du dich jeden Morgen frei entscheiden kannst, ob du das luxuriöse Courchevel auf der einen Seite oder das sportliche, höher gelegene Val Thorens auf der anderen Seite erkunden willst. Aus logistischer Sicht ist es schlicht der beste Ausgangspunkt für die Erkundung der gesamten Region.
💡 Tipp: Wenn du lange und abwechslungsreiche Pisten liebst, fahr gleich mit der ersten Morgenseilbahn auf den Gipfel Mont Vallon auf 2952 Metern. Von dort führt eine der schönsten roten Pisten des gesamten Gebiets hinunter, die zudem von völlig wilder hochalpiner Natur ohne weitere Infrastruktur umgeben ist.

5. Tignes und Val d’Isère verbergen das Freeride-Paradies Espace Killy
Wenn dir die Drei Täler zu mainstream und zu glattgebügelt vorkommen, brauchst du dich nur ein Tal weiter in die atemberaubende Region Espace Killy zu begeben, die nach dem legendären französischen Abfahrtsläufer benannt ist. Sie verbindet die Orte Tignes und Val d’Isère und bietet insgesamt 300 Kilometer erstklassiger Pisten. Die Gelände sind hier aber merklich sportlicher, deutlich steiler und die Freeride-Möglichkeiten praktisch unendlich. Es ist ein berühmter Ort, an den man für wirklich ehrliches, körperlich anspruchsvolles Skifahren und perfekten Pulverschnee fährt.
Tignes ist zudem einer der wenigen Orte in Frankreich, wo du problemlos auch während der Sommerferien Ski fahren kannst. Dank des Grande-Motte-Gletschers endet die Wintersaison hier erst am 3. Mai, und anschließend nehmen die Seilbahnen im Juni und Juli erneut den Betrieb für Sommer-Trainingscamps auf. Im Juli im kurzen Ärmel auf dem angefeuchteten Schnee zu fahren und sich nachmittags unten im Tal in einem glasklaren Bergsee zu baden, ist ein unglaublich skurriles, aber absolut großartiges Erlebnis, das du lieben wirst.
💡 Tipp: Nach einem anstrengenden Tag an den Hängen des Espace Killy gönn dir unbedingt einen verdienten Abend in den lokalen Restaurants. Ich empfehle wärmstens, das traditionelle Käsefondue oder das duftende Raclette zu probieren – eine perfekte vegetarische Köstlichkeit, die dich nach einem eisigen Tag garantiert aufwärmt und dir verlorene Energie zurückgibt.

6. Alpe d’Huez und die legendären 21 Rad-Kehren
Alpe d’Huez ist ein fantastisches Wintersportgebiet, das sich mit der längsten schwarzen Piste Europas rühmt, bekannt als La Sarenne, die unglaubliche 16 Kilometer misst. Ganz ehrlich muss ich aber sagen, dass dieser Name in der Sportwelt weitaus stärker wegen des sommerlich glühenden Asphalts nachhallt. Die Straße, die vom Talstädtchen Bourg d’Oisans hinauf ins Skigebiet führt, misst knapp 14 Kilometer und hat eine durchschnittliche, sehr saftige Steigung von über acht Prozent.
Das absolut Wichtigste sind aber genau 21 nummerierte Serpentinen, die einen der ikonischsten Anstiege der Welt bilden. Jeden Sommertag triffst du hier Hunderte Amateurradler, die sich im Schweiße ihres Angesichts bemühen, sich selbst zu übertreffen und ganz nach oben zu strampeln. Jede Kehre trägt zudem den Namen eines historischen Etappensiegers der berühmten Tour de France. Besonders berühmt ist die siebte Kehre, die niederländische genannt wird, wo sich während der Rennen die Fans in Orange zusammenrotten und die reinste Hölle veranstalten.
💡 Tipp: Das Jahr 2026 wird in dieser Hinsicht absolut extrem, denn das Peloton der Tour de France kommt gleich zweimal hierher. Wenn du das Ziel der 19. und 20. Etappe am 24. und 25. Juli 2026 live sehen willst, musst du mit riesigem Vorlauf anreisen, denn am Renntag wird die Straße kompromisslos gesperrt.

7. Les Deux Alpes und sein auf den Kopf gestellter Gletscher
Der Ort Les Deux Alpes ist in vielerlei Hinsicht ein absolutes Unikat und widerspricht ein wenig den physikalischen Gesetzen gewöhnlicher Berge. Er hat nämlich eine völlig umgekehrte Topografie als die meisten anderen Skigebiete in Europa. Die steilsten und anspruchsvollsten schwarzen Pisten findest du ganz unten dicht über dem Dorf, während die Hänge umso flacher und insgesamt sanfter werden, je höher du mit der Seilbahn fährst. Die Krönung des gesamten Gebiets bildet nämlich der riesige, sanfte Mantel-Gletscher, auf dem sich die allerleichtesten blauen Autobahnen für Anfänger befinden.
Dieser weitläufige Gletscher, der auf stolzen 3600 Metern Höhe liegt, ist zudem eine riesige Attraktion für Liebhaber des Freestyle-Skifahrens und begeisterte Snowboarder. Jeden Sommer wird hier nämlich einer der größten und bestbewerteten Snowparks Europas gebaut, in den Profis aus der ganzen Welt kommen, um anspruchsvolle Sprünge in riesige Luftkissen und Fahrten in perfekt gefrästen Halfpipes unter der Sommersonne zu trainieren.
💡 Tipp: Sei bei der Abfahrt vom Gletscher zurück ins Tal in den Nachmittagsstunden immer sehr vorsichtig. Aufgrund der umgekehrten Topografie musst du am absoluten Tagesende sehr steile und oft unangenehm vereiste Abschnitte überwinden, wo sich in engen Engstellen Hunderte müder Skifahrer auf dem Weg zu ihren Hotels drängen.

8. La Plagne und Les Arcs vereint im riesigen Paradiski
Die zwei riesigen und sehr beliebten Skigebiete La Plagne und Les Arcs beschlossen zu Beginn des Jahrtausends, ihre Kräfte zu bündeln, und schufen das gigantische Gebiet namens Paradiski, das den Skifahrern glatte 425 Kilometer prächtiger Pisten bietet. Für ihre Verbindung mussten die Franzosen ein echtes ingenieurtechnisches Wunder bauen. Die Seilbahn Vanoise Express ist eine riesige doppelstöckige Kabine, die stolze 200 Menschen auf einmal fasst und ein tiefes, steiles Tal völlig ohne einen einzigen Stützpfeiler überquert – ein Erlebnis für sich.
Während La Plagne von seinem Charakter her eher sanfter und auf gemütliches Familienskifahren mit sehr breiten blauen Autobahnen ausgerichtet ist, bietet Les Arcs deutlich sportlichere und steilere Gelände, geschickt im Wald versteckt. Beide Orte setzen wieder kompromisslos auf die beliebte Ski-in-Ski-out-Philosophie, sodass du hier eine Menge riesiger Apartmentkomplexe findest, die architektonisch zwar keinen Schönheitspreis gewinnen, für den Winterurlaub aber ungemein praktisch sind.
💡 Tipp: Wenn du nach Les Arcs kommst, lass dir auf keinen Fall die legendäre Piste Aiguille Rouge entgehen, die kompromisslos von über dreitausend Metern Höhe bis hinunter ins malerische Dörfchen Villaroger stürzt. Diese endlose Abfahrt hat über zwei Kilometer Höhenunterschied und verbrennt zuverlässig deine Oberschenkel.

9. Chamonix-Mont-Blanc als pulsierendes Mekka des Alpinismus
Chamonix ist definitiv kein gewöhnliches, ruhiges Bergstädtchen mit gemütlichen Apartments für Familien mit Kindern – es ist ein echtes hochalpines Mekka. Dieses pulsierende Basislager des europäischen Alpinismus hat eine schier unglaubliche Atmosphäre, wo du in den Straßen ein seltsames Gemisch aus japanischen Touristen mit riesigen Kameras, bronzegebräunten Bergsteigern voller Karabiner und harten Freeridern triffst, die schon vom frühen Morgen an ungeduldig auf den ersten tiefen Pulverschnee warten.
Die Stadt liegt fest eingezwängt in einem tiefen Tal, und direkt darüber ragt wie eine undurchdringliche, majestätische weiße Mauer das Mont-Blanc-Massiv empor. Wann immer du den Kopf zum Himmel hebst, siehst du zerklüftete Gletscher, die sich wie endlose gefrorene Flüsse die steilen Hänge hinunter zur Stadt schieben. Chamonix hat insgesamt eine viel rauere und sportlichere Stimmung als die glattgebügelten österreichischen Orte, und in den lokalen Bars geht es abends statt um luxuriöse Mode eher um Lawinengefahr und aktuelle Bedingungen in den Gletscherspalten.
💡 Tipp: Wenn du aus den Bergen etwas wirklich Unvergessliches mitnehmen willst, halt Ausschau nach Tandem-Gleitschirmflügen. Diese atemberaubenden Aussichtsflüge im Paragliding über dem Chamonix-Tal kannst du ganz einfach vorab, zum Beispiel über die Plattform GetYourGuide, reservieren – es ist ein absolut fantastisches Erlebnis fürs ganze Leben.

10. Aiguille du Midi – die Eintrittskarte in die Stratosphäre
Wenn du in Chamonix nur Zeit für eine einzige große Attraktion hast, muss es ohne Diskussion diese unglaubliche Seilbahn sein. Die Aiguille du Midi mit Gipfel auf 3842 Metern ist eine zerklüftete Felsnadel, auf deren Spitze ein komplexer Komplex aus Terrassen und Aussichtsplattformen balanciert, der auf den ersten Blick wie eine geheime Basis aus einem Bond-Film wirkt. Der Weg nach oben ist an sich schon ein starkes körperliches Erlebnis, denn die Seilbahn überwindet einen riesigen Höhenunterschied ohne einen einzigen Stützpfeiler, und beim Schwung über die Felskante über einem kilometertiefen Abgrund bleibt den Menschen in der Kabine garantiert die Luft weg.
Oben erwartet dich eine derbe Ohrfeige in Form sehr dünner Luft, wo etwa 40 Prozent weniger Sauerstoff als auf Meereshöhe vorhanden ist. Zur Belohnung erwartet dich aber ein absoluter, konkurrenzloser Blick auf das Mont-Blanc-Massiv sowie die Möglichkeit, den sogenannten Schritt ins Leere auszuprobieren – eine verglaste Kabine, die direkt über dem Abgrund hängt. Das Rückfahrticket kostet dich in der Winter- und Frühjahrssaison 81 Euro, ab Juni steigt der Preis auf 83 Euro, wobei die Reservierung einer konkreten Uhrzeit absolut unerlässlich ist.
💡 Tipp: Ich habe eine sehr kritische Warnung für dich für das Jahr 2026. Ab dem 25. Mai wird hier nämlich für vier bis fünf Wochen die Hauptaussichtsterrasse komplett gesperrt wegen einer aufwendigen Sanierung. Der Komplex bleibt teilweise zugänglich, doch der ikonischste Ausblick wird leider deutlich eingeschränkt sein.

11. Mer de Glace erzählt die traurige Geschichte eines schwindenden Gletschers
Die zweite tragende Säule des Chamonix-Tourismus ist das faszinierende Mer de Glace, was übersetzt passenderweise Eismeer bedeutet. Zu ihm bringt dich allerdings keine klassische Seilbahn, sondern die historische Zahnradbahn Tramway de Montenvers, die sich schon seit 1908 unermüdlich durch dichte Kiefernwälder von Chamonix auf knapp zweitausend Meter Höhe hinaufschraubt. Die Fahrt in den ikonischen roten historischen Waggons ist unglaublich romantisch und bietet auf dem ganzen Weg nach oben schöne Ausblicke ins grüne Tal.
Am Ort selbst erwartet dich aber eher eine harte, greifbare Lektion über den laufenden Klimawandel, denn dieser einst mächtige Gletscher zieht sich in wirklich erschreckendem Tempo zurück. Einst reichte er bis zur Bahnstation selbst, heute musst du zu ihm tief hinunter ins Tal. Seit 2024 gibt es hier glücklicherweise eine völlig neue, moderne Gondel, die die alte Seilbahn ersetzt hat und den Touristen den Weg zum weichenden Eis und zur künstlich in den Gletscher gehauenen Eishöhle, in die du hineinschauen kannst, deutlich verkürzt hat.
💡 Tipp: Kauf gleich ein Kombiticket für die Zahnradbahn und die neue Gondel, es lohnt sich viel mehr – sofern du natürlich nicht mit dem günstigen Mont-Blanc-Natural-Resort-Pass unterwegs bist. Die Besichtigung des Inneren der Eishöhle mit ihrem herrlichen blauen Licht ist ein Erlebnis, das du dir während deines Besuchs auf keinen Fall entgehen lassen solltest.

12. Tour du Mont Blanc – der ultimative König der Fernwanderwege
Kehr den Seilbahnen den Rücken, zieh gute Bergschuhe an und mach dich zu Fuß auf in die Berge. Der Tour du Mont Blanc ist buchstäblich der Heilige Gral aller Weitwanderer und stellt einen 170 Kilometer langen Rundweg dar, der nacheinander Frankreich, Italien und die Schweiz durchquert. Während der üblichen sieben bis zehn Wandertage serviert dir diese Route rund 10 600 Meter kumulierten Höhenunterschied, was so viel ist, als würdest du vom Meer bis auf den Gipfel des Mount Everest steigen und noch ein Stück draufpacken. Die Route führt dich über herrliche Alpenwiesen und bietet den Blick auf den weißen Berg aus allen Blickwinkeln.
Der Knackpunkt des gesamten Unterfangens ist aber nicht der brutale körperliche Höhenunterschied, sondern die recht komplizierte Logistik. Der Trek ist Opfer seines eigenen riesigen Erfolgs, und die Kapazität der Berghütten, der sogenannten Refugien, ist streng begrenzt. Wildes Zelten ist entlang der Route unter Androhung saftiger Bußgelder verboten, sodass du vollständig auf offizielle Unterkünfte angewiesen bist, wo dich eine Nacht mit obligatorischer Halbpension rund 80 bis 90 Euro pro Person kostet.
💡 Tipp: Merk dir gut, dass die Reservierungen in den Berghütten jedes Jahr schon am 15. Oktober für den gesamten nächsten Sommer im Voraus öffnen. Wenn du diesen Trek im August gehen willst, musst du schon im Herbst des Vorjahres am Computer sitzen und wild auf dem offiziellen Portal klicken, denn die besten Plätze sind sofort weg.
Wohin es dich von den französischen Alpen weiterzieht
Wenn dich die Alpengipfel gepackt haben und du diese Region weiter erkunden möchtest, hast du gleich mehrere tolle Möglichkeiten. Mach einen Halt in der Stadt Annecy, die dank ihrer eindrucksvollen Wasserkanäle das französische Venedig genannt wird und wo du einen der saubersten Seen ganz Europas findest.
Wenn du noch tiefer in die Geheimnisse des europäischen Alpinismus eindringen und mehr über die Geschichte der Bezwingung des höchsten Berges des alten Kontinents erfahren willst, lies unbedingt unseren ausführlichen Reiseführer zu Chamonix und dem Mont Blanc, wo du jede Menge weiterer praktischer Tipps für diesen konkreten Winkel Frankreichs findest.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet ein Skipass in den Französischen Alpen?
In großen verbundenen Skigebieten sind die Skipässe relativ teuer. Zum Beispiel kostet ein Sechstagespass für das gesamte Gebiet der Trois Vallées (Les Trois Vallées) in der Saison 2025/2026 etwa 368 Euro. Sie können aber deutlich sparen, wenn Sie sich einen Skipass nur für das lokale Tal kaufen, in dem Sie wohnen.
Wie kommt man am besten mit dem Auto aus Tschechien hierher?
Die schnellste und bequemste Route zu den Skigebieten in Nordsavoyen führt von Prag über das deutsche Nürnberg, das schweizerische Genf und das französische Annecy. Die reine Fahrzeit liegt zwischen 10 und 12 Stunden. Bereiten Sie aber Geld für die Schweizer Autobahnvignette und die ziemlich teuren französischen Mautgebühren vor.
Wann gibt es den besten Schnee zum Skifahren?
Ganz die besten Skibedingungen herrschen in den französischen Skigebieten im März, wenn schon viel Schnee vom ganzen Winter liegt, aber die Tage länger sind und die Sonne häufiger scheint. Sehr gut ist auch der Januar, hingegen ist der Februar unglaublich überlaufen wegen der stattfindenden französischen Frühlingsferien.
Wann öffnen die Reservierungen für die Sommertrekkingtour Tour du Mont Blanc?
Das ist eine absolut entscheidende Information, denn die Reservierungen für die Berghütten (Rifugios) öffnen immer bereits am 15. Oktober des Vorjahres. Wenn ihr im Sommer auf Trek gehen möchtet, müsst ihr eure Unterkunft auf dem offiziellen Portal fast drei Viertel eines Jahres im Voraus buchen. Die Kapazitäten auf der beliebten Route sind nämlich streng begrenzt und die allerbesten Plätze sind normalerweise in Windeseile innerhalb der ersten paar Tage vergeben.
Brauche ich für die französischen Berge eine Umweltplakette fürs Auto?
Direkt in die Hochgebirgsskigebiete benötigt man die Umweltplakette Crit’Air normalerweise nicht, aber Vorsicht ist geboten bei der Durchfahrt durch große Städte im Tal, wie zum Beispiel Grenoble oder Lyon. Diese Umweltzonen sind auch im Jahr 2026 in Betrieb und bei der Einfahrt ohne Plakette, die nur etwas über 5 Euro kostet und online im Voraus gekauft wird, droht ein saftiges Bußgeld von 68 Euro.
Wird die Aussichtsplattform Aiguille du Midi das ganze Jahr 2026 geöffnet sein?
Leider nein, und darauf solltet ihr bei der Planung eures Urlaubs wirklich besonders achten. Ab dem 25. Mai 2026 wird die Hauptaussichtsterrasse ganz oben für vier bis fünf Wochen komplett geschlossen – wegen umfangreicher und aufwendiger Renovierungsarbeiten. Die Seilbahn fährt zwar weiter und ein Teil des gesamten Komplexes bleibt zugänglich, aber die allerbeste Aussicht wird vorübergehend deutlich eingeschränkt sein.
Wann fährt die Tour de France 2026 über die Alpen?
Wenn ihr leidenschaftliche Radsport-Fans seid, tragt euch die dritte Juliwoche 2026 im Kalender ein. Das gesamte Rennen kommt für die 15. Etappe in die Alpen, die am 19. Juli gefahren wird. Anschließend wird das Peloton die legendäre Steigung nach Alpe d’Huez gleich zweimal hintereinander während der 19. und 20. Etappe bewältigen, und zwar konkret am 24. und 25. Juli.
Kann man in Frankreich auch im Sommer Ski fahren?
Ja, Sommerskifahren ist glücklicherweise immer noch auf den großen Gletschern in den Skigebieten von Tignes möglich, wo ihr den weitläufigen Gletscher Grande Motte findet, und auch in Les Deux Alpes. Die Lifte starten hier nach einer kurzen Frühjahrspause normalerweise Ende Juni/Anfang Juli wieder. Allerdings wird aufgrund der hohen Temperaturen meist nur vormittags Ski gefahren, bevor der Schnee in der intensiven Sommersonne zu weich wird.
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