Kotor in Montenegro ist zweifellos eine der schönsten und besterhaltenen mittelalterlichen Städte an der gesamten Adria und verzaubert dich auf den ersten Blick mit seiner Lage am äußersten Ende der Bucht von Kotor. Diese tiefe Meeresbucht, die sich in hohe Berge hineinschneidet, wird oft als der südlichste Fjord Europas bezeichnet – auch wenn es geologisch gesehen gar kein Fjord ist. Die Bucht wird von majestätischen Kalksteingipfeln gesäumt, unter denen sich ein venezianisches Labyrinth enger Gassen duckt, voller Geschichte, Katzen und Kaffeeduft.
Wenn du über einen Besuch dieses fotogenen Juwels nachdenkst, muss ich dich gleich zu Beginn auf eine absolut entscheidende Sache hinweisen, die deinen Urlaub entweder retten oder völlig ruinieren kann. Kotor ist nämlich ein Opfer des sogenannten Overtourism, und in den Sommermonaten legen hier bis zu vier riesige Kreuzfahrtschiffe pro Tag an, aus denen sich bis zu zehntausend Tagesgäste in die kleine Stadt mit knapp vierzehntausend Einwohnern ergießen. Glaub mir, sich mittags durch die Menschenmassen in den engen Steingassen zu drängen, ist nichts, was du erleben möchtest.
Der Schlüssel zu einem perfekten Erlebnis liegt deshalb in cleverer Planung und dem richtigen Timing, denn früh am Morgen oder am späten Nachmittag verwandelt sich die Stadt in eine wahre romantische Oase. In diesem Artikel empfehle ich dir die schönsten Orte, gebe Tipps zum Parken und zur Unterkunft und verrate dir geheime Kniffe, wie du die größten Menschenmassen umgehst und sogar den Eintritt auf die Stadtmauern sparst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Die größten Menschenmassen von den Schiffen überfluten die Stadt zwischen 10:00 und 16:00 Uhr. Plane deinen Bummel durch die Altstadt daher idealerweise vor neun Uhr morgens oder nach 17 Uhr.
- Der Zutritt zur Altstadt selbst ist kostenlos und die Tore sind rund um die Uhr geöffnet. Bezahlt wird nur für ausgewählte Sehenswürdigkeiten und den Aufstieg auf die Stadtmauern.
- Den Aufstieg zur Festung San Giovanni solltest du dir nicht entgehen lassen, aber geh gleich bei Sonnenaufgang los, um der brennenden Sonne und eventuell auch dem Eintritt zu entkommen.
- Parken ist in der Saison ein riesiges Problem. Wenn du mit dem Auto anreist, versuche schon vor neun Uhr morgens auf den kostenpflichtigen Parkplätzen nahe dem Zentrum zu parken.
- Wähle deine Unterkunft strategisch: Die Altstadt bietet eine tolle Atmosphäre, die du allerdings mit nächtlichem Lärm aus den Bars erkaufst, während das benachbarte Dobrota völlige Ruhe und Bademöglichkeiten bietet.
- Der schönste Halbtagesausflug ist ein Besuch des nahen barocken Städtchens Perast und eine Bootsfahrt zur künstlichen Insel Gospa od Škrpjela.

Wann nach Kotor reisen
Die Wahl des richtigen Zeitpunkts ist für einen Besuch der Bucht von Kotor absolut entscheidend, denn in der Hochsaison im Juli und August herrscht hier große Hitze, und die Temperaturen klettern regelmäßig auf rund dreißig Grad. Diese Monate bedeuten zudem die höchsten Übernachtungspreise und endlose Staus auf der Küstenstraße, die die umliegenden Badeorte mit dem Zentrum verbindet.
Das beste Verhältnis von angenehmem Wetter und erträglichen Touristenmengen bieten der Juni und vor allem der September, wenn das Meer mit Temperaturen um die 23 bis 25 Grad noch wunderbar warm zum Baden ist. Ende September ist dann die absolut ideale Wahl für alle, die sichergehen wollen, dass alle Sehenswürdigkeiten und Restaurants noch geöffnet haben, die Straßen aber bereits Ruhe ausstrahlen.
Was die Tageszeit angeht, lohnt es sich, vor der Reise den aktuellen Fahrplan der Kreuzfahrtschiffe auf spezialisierten Webseiten wie cruisetimetables.com zu prüfen. Die Schiffe ankern üblicherweise zwischen zehn Uhr morgens und vier Uhr nachmittags im Hafen, also empfehle ich dir, genau in diesem Zeitfenster aus der Stadt zu verschwinden – an den Strand, in die Berge oder auf eine Bootsfahrt über die Bucht.

Wo man in Kotor übernachtet – Hotels in Kotor
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unsere Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Bei der Suche nach einem Hotel in Kotor steht dir eine grundlegende Entscheidung bevor, die den Charakter deines gesamten Urlaubs bestimmt: die Wahl zwischen dem lebhaften historischen Zentrum und den umliegenden ruhigen Dörfern. Wenn du alle Sehenswürdigkeiten und Restaurants in Reichweite haben willst, übernachte direkt innerhalb der Stadtmauern, aber rechne damit, dass du hier nicht mit dem Auto hinkommst und dich nachts die Musik aus den Bars stören kann.
Die benachbarten Gegenden wie Dobrota, Muo oder Prčanj bieten dagegen vollkommene Ruhe, herrliche Blicke auf die beleuchteten Stadtmauern und vor allem die Möglichkeit, direkt vor dem Hotel ins Meer zu springen. Bis ins Zentrum hast du es von hier zwar etwas weiter, aber ein angenehmer Abendspaziergang entlang der Bucht hat seinen ganz eigenen Reiz – und außerdem findest du hier meist problemlos einen Parkplatz.
Ich habe für dich eine Auswahl hervorragend bewerteter Hotels zusammengestellt, die Reisende über verschiedene Preiskategorien hinweg seit Langem empfehlen:
- Old Town Hostel Kotor (günstig): Fantastische Wahl für Backpacker und Alleinreisende, die eine günstige Unterkunft mitten in den Stadtmauern suchen – hier findest du sowohl Mehrbettzimmer als auch saubere private Doppelzimmer.
- Hotel Vardar (Mittelklasse): Zuverlässiges und sehr beliebtes Hotel direkt am Hauptplatz Trg od oružja, das ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis und eine lebhafte Terrasse mitten im Geschehen bietet.
- Guesthouse Palazzo Drusko Deluxe Rooms (Boutique Mittelklasse): Ein bezauberndes, sechshundert Jahre altes Adelshaus aus Stein unweit der Kathedrale, das dich mit historischer Einrichtung und unglaublich zuvorkommendem Personal begeistert.
- Boutique Hotel Hippocampus (Boutique-Hotel): Wunderschön renoviertes Designhotel, versteckt in den Gassen des UNESCO-Zentrums, dessen großer Vorteil eine Dachterrasse mit traumhaftem Blick auf die Stadtmauern ist.
- Boutique Hotel Astoria Kotor (Vier-Sterne-Boutique): Die luxuriösere Variante direkt im Stadtzentrum, die in Bewertungen oft für ihr außergewöhnlich reichhaltiges Frühstück und sehr komfortable Zimmer gelobt wird.
- Palazzo Radomiri Heritage Boutique Hotel (Luxusunterkunft): Restaurierter Kapitänspalast aus dem 18. Jahrhundert im ruhigen Dobrota, der einen Pool im Grünen, Morgenyoga und die perfekte Flucht vor den Touristenmassen bietet.
- Forza Mare Hotel (Fünf-Sterne-Luxus): Ein absolut außergewöhnliches Hotel in Dobrota mit zehn thematisch eingerichteten Zimmern, eigenem Privatstrand und sogar einem privaten Schnellboot für Gäste.
15 Tipps, was man in Kotor sehen und erleben sollte
Schauen wir uns gemeinsam das Beste an, was diese montenegrinische Stadt und ihre unmittelbare Umgebung zu bieten haben. Ich empfehle dir, diese Aktivitäten auf mindestens zwei oder drei Tage zu verteilen, damit du die lokale Atmosphäre wirklich in vollen Zügen und ohne unnötige Hektik genießen kannst.

1. Hauptplatz und Meerestor
Dein Rundgang beginnt wahrscheinlich am Haupteingang zur Altstadt, dem majestätischen Meerestor (Vrata od mora) aus dem Jahr 1555. Achte über dem Durchgang unbedingt auf den interessanten Kontrast: Neben dem historischen venezianischen geflügelten Löwen des heiligen Markus siehst du einen eingemeißelten kommunistischen Spruch, der an die Befreiung der Stadt erinnert.
Gleich hinter dem Tor öffnet sich vor dir der Waffenplatz (Trg od oružja), der größte und lebhafteste Platz der ganzen Stadt. Das Wahrzeichen des Platzes ist ein schöner Uhrturm aus dem 17. Jahrhundert und davor die steinerne Schandsäule, an der früher die örtlichen Übeltäter bestraft wurden.
Da es sich um den ersten Ort handelt, zu dem die Massen von den Kreuzfahrtschiffen strömen, ist es hier tagsüber wirklich gedrängt. Wenn du den Platz menschenleer fotografieren und in Ruhe deinen Morgenkaffee genießen willst, steh unbedingt früh auf und komm vor neun Uhr morgens her.

2. Kathedrale des heiligen Tryphon
Dieser wunderschöne romanisch-gotische Bau ist das absolute Symbol der Stadt, und seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1166 zurück – das bedeutet, er ist älter als viele berühmte europäische Kathedralen. Die Kathedrale erkennst du auf den ersten Blick an ihren zwei asymmetrischen Türmen, die nach einem verheerenden Erdbeben im 17. Jahrhundert umgebaut werden mussten.
Im Inneren beeindruckt vor allem das verzierte Ziborium über dem Hauptaltar, und im oberen Stockwerk findest du eine reiche Schatzkammer. Hier wird das kostbare Reliquiar mit den Gebeinen des heiligen Tryphon aufbewahrt, der Schutzpatron der ganzen Stadt ist.
Der Eintritt in die Kathedrale, der auch die Besichtigung des Museums im Obergeschoss und den Zugang zu einem kleinen Balkon mit Blick auf den Platz umfasst, kostet etwa 3 bis 4 Euro. Vergiss nicht, Bargeld mitzunehmen, denn mit Karte kannst du hier oft nicht zahlen, und beachte die Kleiderordnung, die Schultern und Knie bedeckt verlangt.

3. Kirche des heiligen Lukas
Im ruhigeren Teil der Stadt, am Lukasplatz, entdeckst du eine kleine, aber historisch ungemein interessante romanische Kirche aus dem Jahr 1195. Ihr absolutes Unikum ist die Tatsache, dass sie über viele Jahrhunderte gleichzeitig katholischen und orthodoxen Gläubigen diente, weshalb es im Inneren zwei getrennte Altäre gab.
Wenn du hineingehst, vergiss nicht, unter deine Füße zu schauen, denn der Boden besteht aus alten Grabplatten, die dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre verleihen. Der Eintritt in die Kirche ist kostenlos, du kannst aber gerne einen kleinen freiwilligen Beitrag in die Spendenbox legen.
Gleich nebenan befindet sich die deutlich größere und reicher verzierte orthodoxe Kirche des heiligen Nikolaus, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. Dieser kleine Platz ist generell etwas ruhiger als der Rest des Zentrums, weil große Touristengruppen oft gar nicht bis hierher kommen.

4. Stadtmauern und Festung San Giovanni
Der Aufstieg auf die alten Stadtmauern ist der absolute Höhepunkt eines Besuchs und ein Erlebnis, das du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest. Es erwarten dich rund 1.350 Steinstufen, die sich steil den Hang hinauf bis zur Festung San Giovanni (Heiliger Johannes) winden, die sich in beachtlichen 260 Metern über dem Meer erhebt.
Die Belohnung für dein durchgeschwitztes T-Shirt ist der ikonischste Blick auf die gesamte Bucht und die roten Dächer der Altstadt, den du von allen Postkarten kennst. Der Aufstieg selbst dauert etwa 45 bis 60 Minuten, aber mit häufigen Foto- und Verschnaufpausen solltest du dir mindestens zwei Stunden einplanen.
Der Eintritt liegt in der Hauptsaison bei etwa 8 bis 15 Euro, wobei Kinder bis zwölf Jahre meist freien Eintritt haben. 💡 Tipp: Wenn du früh am Morgen, in der Regel vor sieben Uhr, an den Drehkreuzen ankommst, ist das Tor meist offen und die Kasse unbesetzt – so genießt du den Aufstieg gratis und vor allem im Schatten, ohne die mörderische Mittagshitze.

5. Geheimer Pfad „Ladder of Kotor“
Wenn du ein bisschen Abenteuer magst und den teuren Eintritt auf die Stadtmauern vermeiden willst, empfehlen Reisende den alten Karawanenweg namens „Leiter von Kotor“. Dieser schmale und steinige Serpentinenpfad beginnt unscheinbar hinter dem Nord- bzw. Flusstor und diente ursprünglich der Versorgung der Bergdörfer.
Etwa auf halber Höhe dieses steilen Anstiegs stößt du auf ein kleines Fenster in der Mauer, durch das man kostenlos hindurchklettern kann – direkt zur offiziellen Treppe zur Festung San Giovanni. So umgehst du die Hauptkasse unten in der Stadt und kannst unterwegs auch an der malerischen kleinen Kirche Gospa od Zdravlja Halt machen.
Bedenke aber, dass dieser Pfad wirklich steinig ist, kein Geländer hat und sich in der Sonne in einen Backofen verwandelt. Festes Schuhwerk und ausreichend Trinkwasser sind absolut Pflicht, ebenso wie ein früher Start am Morgen, bevor sich die Sonne in den Hang legt.

6. Schifffahrtsmuseum Montenegros
Für Liebhaber von Geschichte und Schiffen, oder einfach als tolle Zuflucht vor der Mittagshitze oder einem unerwarteten Regen, empfehle ich einen Besuch des Schifffahrtsmuseums (Pomorski muzej). Es residiert im schönen barocken Grgurina-Palast am Platz Boka, und seine Ausstellung ist überraschend reich und sehr fesselnd.
Du findest hier wunderschöne detaillierte Modelle alter Segelschiffe, historische Waffen, alte Seekarten und Porträts berühmter einheimischer Kapitäne. Die ausgestellten silbernen Votivgaben beweisen eindrucksvoll, welch enormer Reichtum in die Stadt floss, als sie eine der stärksten Handelsflotten an der gesamten Adria besaß.
Der Eintritt kostet etwa 6 Euro, und im Preis ist auch ein praktischer Audioguide enthalten, der die gesamte Besichtigung wunderbar lebendig macht. Das Museum hat in der Saison meist von acht Uhr morgens bis sechs Uhr abends geöffnet, sodass du hier leicht während deiner Streifzüge durch die Gassen vorbeischauen kannst.

7. Katzenmuseum und die Straßenraubtiere
Was dir bei einem Bummel durch die Stadt garantiert auffallen wird, sind die allgegenwärtigen Straßenkatzen, die zum absoluten inoffiziellen Symbol des ganzen Ortes geworden sind. Einer alten Legende zufolge brachten Seefahrer aus aller Welt sie hierher, um die Stadt und die Schiffe vor den überhandnehmenden Nagetieren zu schützen.
Die Einheimischen sind auf ihre tierischen Bewohner entsprechend stolz und haben ihnen am kleinen Platz Gospa od Anđela sogar ein kleines und sehr niedliches Katzenmuseum eingerichtet. Drinnen findest du eine Sammlung historischer Postkarten, alter Stiche, Briefmarken und verschiedener Artefakte, auf denen genau diese Vierbeiner zu sehen sind.
Der Eintritt ins Museum ist mehr oder weniger symbolisch, du zahlst lediglich 1 Euro, und der gesamte Erlös fließt direkt in die Fütterung und tierärztliche Versorgung der Straßenkatzen. Ein toller Stopp besonders, wenn du mit Kindern reist, die das Fotografieren der Fellnasen in den Gassen garantiert lieben werden.

8. Bootsausflug über die Bucht von Boka
Ein Aufenthalt am Meer wäre ohne einen ordentlichen Bootsausflug nicht komplett – das ist übrigens die mit Abstand beliebteste Aktivität in der ganzen Region. Direkt von der Mole in Kotor starten täglich Dutzende Schnellboote, die dich zu einer faszinierenden Erkundung der Bucht und der umliegenden Naturschönheiten mitnehmen.
Die klassische mehrstündige Rundfahrt bringt dich zur ikonischen kleinen Insel Gospa od Škrpjela, zur alten Inselfestung Mamula und gipfelt im Baden im neonblauen Wasser der sogenannten Blauen Grotte. Unterwegs siehst du oft auch verlassene U-Boot-Tunnel, die hier die ehemalige jugoslawische Armee hinterlassen hat.
Ein Platz auf einem Gruppen-Schnellboot für rund zwölf Personen kostet dich etwa 30 bis 35 Euro pro Person. Die Ausflüge kannst du bequem online über Plattformen wie GetYourGuide buchen, aber denk daran, dass die Boote nur bei günstigem Wetter und ruhiger See auslaufen.

9. Epische Serpentinenstraße auf den Lovćen
Für Fahrer, die nicht unter Höhenangst leiden, ist es ein absolutes Muss, die alte Panoramastraße mit der Bezeichnung P1 zu befahren, die steil aus der Stadt in den Nationalpark Lovćen hinaufführt. Es erwarten dich unglaubliche 25 in den Fels geschnittene Haarnadelkurven, die eine der dramatischsten Straßen ganz Europas bilden.
Die Belohnung für ein bisschen Stress am Steuer ist der absolut beste Blick auf die gesamte Bucht von Boka, der sich etwa ab der dreizehnten Kurve öffnet und bei der fünfundzwanzigsten seinen Höhepunkt erreicht. In der Sommersaison gibt es am Gipfel oft ein kleines provisorisches Café, wo du dir einen Eiskaffee gönnen und die Aussicht aus über tausend Metern Höhe genießen kannst.
Die Straße ist wirklich schmal, es gibt keine Leitplanken, und das Ausweichen bei Gegenverkehr erfordert eine ruhige Hand und starke Nerven. Fahr auf keinen Fall zwischen zehn und vierzehn Uhr hier hinauf, wenn die großen Busse mit Touristen von den Kreuzfahrtschiffen unterwegs sind und für Verkehrschaos sorgen.

10. Käse-Stopp im Dorf Njeguši
Wenn du die wahnsinnigen Serpentinen erst einmal gemeistert hast, wäre es schade, nicht ein Stück weiter ins Bergdorf Njeguši zu fahren, das in einem malerischen Sattel unterhalb des Lovćen liegt. Von hier stammte der berühmte montenegrinische Herrscher und Dichter Petar II. Petrović-Njegoš, nach dem auch das berühmte Mausoleum auf dem Berggipfel benannt ist.
Berühmt ist das Dorf jedoch vor allem für seine Gastronomie, konkret für die lokale Fleischspezialität Njeguški pršut und fantastische Käsesorten. Wenn du Vegetarier bist oder einfach Käse liebst, bestell in einer der traditionellen Konobas unbedingt einen Teller voll des hervorragenden Hartkäses Njeguški sir, der in der reinen Bergluft reift.
Dieser Käse wird oft mit lokalem Honig beträufelt und in Kombination mit frischen Oliven und hausgemachtem Brot serviert – eine absolut perfekte und leichte Bergmahlzeit. Vom Stadtzentrum erreichst du das Dorf über die erwähnte kurvige Straße mit dem Auto in etwa vierzig Minuten.

11. Römische Mosaike in Risan
Wenn du einen Autoausflug entlang des Buchtufers machst, halte nach etwa fünfzehn Kilometern im Städtchen Risan an, der ältesten nachgewiesenen Siedlung der gesamten Bucht von Boka. Einst war dies eine bedeutende illyrische Hauptstadt der gefürchteten Königin Teuta, heute herrscht hier jedoch viel mehr Ruhe.
Der Hauptmagnet sind hier die Überreste einer römischen Villa aus dem zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, in der sich erstaunliche Bodenmosaike erhalten haben. Das wertvollste ist zweifellos der zentrale Teil, auf dem sich die einzige bisher entdeckte Darstellung von Hypnos, dem griechischen Gott des Schlafes, auf der ganzen Welt befindet.
Der Eintritt in dieses archäologische Areal beträgt vernünftige 5 Euro, und das Gelände hat in der Sommersaison von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends geöffnet. Bedenke aber, dass das Areal im Winter, konkret im Januar, komplett geschlossen ist und in der übrigen Winterzeit auch jeden Montag schließt.

12. Baden und Promenade in Dobrota
Wenn dich das Besichtigen von Sehenswürdigkeiten ermüdet und du Lust auf eine Erfrischung im Meer bekommst, fahr direkt nördlich vom Zentrum ins angrenzende Viertel Dobrota. Erwarte hier zwar keine breiten Sandstrände mit Beachclubs, sondern eher ein System aus Betonmolen, Steinplätzchen und Leitern, die direkt ins glasklare Wasser führen.
Genau hierher kommen die Einheimischen nach der Arbeit zum Baden und Entspannen, sodass eine viel entspanntere Atmosphäre herrscht als im überfüllten Zentrum. Die besten Zugänge zum Wasser findest du zum Beispiel beim bekannten Hotel Vardar Dobrota oder in der Nähe der malerischen kleinen Kirche des heiligen Eustachius.
Entlang des Wassers zieht sich zudem eine lange und ebene Promenade, die absolut ideal für einen Abendspaziergang oder eine Fahrradtour ist. Vergiss aber auf keinen Fall, Badeschuhe einzupacken, denn der Boden der Bucht ist sehr steinig, und manchmal verstecken sich hier auch Seeigel.

13. Ruhige Auszeit in den Dörfern Muo und Prčanj
Wenn du noch mehr Ruhe und Authentizität suchst, mach dich auf den genau entgegengesetzten, also südlichen, Ufer der Bucht auf, wo die verschlafenen Fischerdörfer Muo und Prčanj liegen. Sie befinden sich genau gegenüber der Stadt und bieten den schönsten Blick auf die mittelalterlichen Stadtmauern, die den gegenüberliegenden Hügel hinaufklettern.
Besonders Prčanj lohnt eine genauere Erkundung, denn hier siehst du jede Menge verfallene und renovierte Paläste alter Schiffskapitäne. Das Wahrzeichen des Dorfes ist der riesige barocke Bogorodičin hram (Kirche Mariä Geburt), zu der eine monumentale Treppe hinaufführt und die das größte Gotteshaus der gesamten Bucht ist.
Vom Zentrum erreichst du das Dorf Muo bei einem angenehmen Spaziergang entlang des Wassers in etwa zwanzig Minuten, oder du nutzt die Dienste der kleinen Wassertaxis, die über die Bucht pflügen. Ein perfekter Ort, um zu fliehen, wenn du in Ruhe mit Blick aufs Wasser zu Mittag essen und dem Gedränge entkommen willst.

14. Stadtstrand und klares Wasser in Orahovac
Wenn du dich nicht aus dem Zentrum wegbewegen willst und nur eine schnelle Abkühlung nach dem Aufstieg auf die Stadtmauern brauchst, findest du gleich hinter den nördlichen Mauern einen kleinen Stadtstrand. Er besteht aus feinen Kieseln und bietet einen einzigartigen Blick direkt auf die Befestigung, aber rechne damit, dass er in der Hauptsaison hoffnungslos überfüllt ist.
Ein viel besserer Tipp für einen ganzen Badetag ist das Dorf Orahovac, das etwa zehn Kilometer nördlich entlang der Küstenstraße liegt. Die Einheimischen sind sich einig, dass hier dank besonderer Meeresströmungen und Unterwasserquellen das mit Abstand sauberste Wasser der gesamten Bucht zu finden ist.
Du findest hier auch organisierte Liegen und Sonnenschirme, die du gegen Gebühr mieten kannst, auch wenn die Preise im Sommer ziemlich hoch klettern. Das Wasser in der Bucht ist sehr ruhig, ohne große Wellen, und zum Baden eignet es sich etwa von Mitte Mai bis Ende Oktober.

15. Halbtagesausflug nach Perast
Das Highlight jedes Besuchs in Montenegro ist der kurze Abstecher ins benachbarte barocke Städtchen Perast, das aussieht, als hätte es sich versehentlich aus dem italienischen Venedig hierher verirrt. In diesem winzigen Ort findest du unglaubliche sechzehn Kirchen und siebzehn Adelspaläste, und durch sein Zentrum führt keine einzige befahrene Durchgangsstraße.
Der Hauptgrund, warum alle hierherkommen, ist jedoch die ikonische künstliche Insel Gospa od Škrpjela (Maria vom Felsen), die ein Stück vom Ufer entfernt liegt. Von der örtlichen Mole bringt dich für 3 bis 10 Euro jedes kleine Boot dorthin, und du kannst dir die atemberaubenden barocken Fresken sowie die faszinierende Sammlung silberner Votivtafeln im Inneren der Kapelle ansehen.
💡 Tipp: Das Parken in Perast ist in den Sommermonaten ein absoluter Albtraum, denn die Stadt hat nur zwei begrenzte Parkplätze an ihren Rändern. Ich empfehle dir, spätestens um sieben Uhr morgens hier zu sein, sonst findest du mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Parkplatz und musst unverrichteter Dinge wieder abfahren.

Wohin weiter von Kotor aus
Wenn du die Gassen und die Bucht gründlich erkundet hast, wäre es schade, nicht auch andere Teile dieses fantastischen und vielfältigen Balkanlandes zu besuchen. Montenegro ist zwar klein, bietet aber enorme Kontraste – von den hohen Bergen des Nationalparks Durmitor bis zu den langen Sandstränden im Süden an der albanischen Grenze.
Wenn dich interessiert, was du im Land sonst noch nicht verpassen darfst und welche Orte einen Besuch wert sind, lies unbedingt unseren ausführlichen Artikel: Urlaub in Montenegro: 15 Tipps für Meer und Berge. Dort findest du jede Menge praktische Informationen, die dir helfen, die beste Reiseroute zu planen.
Bei den Streifzügen durch die Altstadt überkommt dich garantiert der Hunger. Aus eigener Recherche und nach den Bewertungen anderer Reisender kann ich dir wärmstens einen Stopp im Restobar Taraca ans Herz legen, das sich am Nordtor befindet und tolle fleischlose Alternativen wie Buddha Bowls oder veganes Curry bietet. Für Liebhaber italienischer Klassiker und fantastischer Pizza ist die beliebte Caffe Pizzeria Mondo ein sicherer Tipp, wo du dich hervorragend stärken kannst, ohne lange suchen zu müssen.

Häufig gestellte Fragen
Wie viele Tage reichen für Kotor?
Für die Besichtigung der Altstadt selbst und den Aufstieg auf die Stadtmauern reichen Ihnen in entspanntem Tempo ein bis zwei Tage. Wenn Sie die Stadt aber als strategischen Stützpunkt für Ausflüge in die gesamte Bucht, einen Besuch in Perast, eine Bootstour und einen Ausflug zum Lovćen nutzen möchten, empfehle ich, sich idealerweise zwei bis drei volle Tage einzuplanen.
Wie viel kostet der Aufstieg auf die Stadtmauer und wann ist er kostenlos?
In der Hauptsaison zahlt ihr für den Aufstieg etwa 8 bis 15 Euro, wobei die Preise variieren können und Kinder unter zwölf Jahren meistens freien Eintritt haben. Wenn ihr aber früh aufsteht und vor sieben Uhr morgens bei den Drehkreuzen ankommt, ist die Kasse oft noch nicht besetzt; in den Wintermonaten wird dann meistens gar nichts kassiert.
Wie viele Stufen sind es zur Festung San Giovanni?
Bis ganz hinauf zur Festung auf 260 Metern über dem Meeresspiegel führen etwa 1.350 Steinstufen. Der Aufstieg dauert durchschnittlich fünfundvierzig bis sechzig Minuten, erfordert festes Schuhwerk, ausreichend Flüssigkeit und man sollte den Aufstieg in der Mittagshitze unbedingt meiden.
Muss man Eintritt für die Altstadt von Kotor bezahlen?
Nein, der Eintritt in die Altstadt selbst und die Spaziergänge durch die Gassen sind völlig kostenlos und die Stadttore stehen vierundzwanzig Stunden am Tag offen. Bezahlt wird ausschließlich für den Eintritt zu bestimmten Sehenswürdigkeiten, wie die Stadtmauer, die Kathedrale mit Museum (ca. 3 Euro) oder das Schifffahrtsmuseum (ca. 6 Euro).
Kann man in Kotor baden?
Ja, das Baden ist hier sehr beliebt, aber erwartet keine langen Sandstrände; die Küste der Bucht von Kotor besteht überwiegend aus Kieselsteinen, Felsen oder Betonmolen. Die besten und ruhigsten Badestellen mit klarem Wasser bieten die angrenzenden Stadtteile Dobrota, Prčanj oder das Dörfchen Orahovac.
Wie vermeidet man die Menschenmassen von Kreuzfahrtschiffen?
Große Ausflugsschiffe bringen hier Tausende von Touristen, die die Straßen hauptsächlich zwischen zehn Uhr morgens und vier Uhr nachmittags überschwemmen. Plane deine Besichtigungen daher entweder sehr früh morgens vor neun Uhr oder im Gegenteil am späten Nachmittag nach siebzehn Uhr, wenn die Schiffe die Anker lichten und die Stadt sich wieder leert.
Ist Kotor in der EU und mit welcher Währung bezahlt man?
Montenegro ist kein Mitglied der Europäischen Union oder der offiziellen Eurozone, hat aber einseitig den Euro als einzige offizielle Währung eingeführt, sodass ihr hier ganz normal mit Euro bezahlen könnt. Vergesst aber nicht, euch vor der Reise eine eSIM oder lokale Datenkarte zu besorgen, denn hier gilt kein europäisches Roaming und die Daten sind sehr teuer.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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