7 versteckte Juwele auf den Lofoten: Wohin Norweger fahren, aber die Massen nicht

Der Begriff „verstecktes Juwel“ hat im Hochsommer hoch im Norden, auf den Lofoten in Norwegen, meist nur ein extrem kurzes Verfallsdatum. Eine Million Touristen pro Jahr drängen sich auf den Inseln, auf denen gerade einmal fünfundzwanzigtausend Einheimische leben, und die berühmte Straße E10 platzt regelmäßig aus allen Nähten.

Auf den beliebtesten Wanderungen bilden sich regelrechte Menschenstaus und die Jagd nach dem perfekten Foto für die sozialen Netzwerke erinnert oft eher an einen Kampf ums nackte Überleben. Das Rezept, um den Massen zu entkommen, ist dabei überraschend einfach und erfordert keinerlei komplizierte Planung.

In diesem Artikel findest du 7 Tipps für versteckte Orte, zu denen sich die Pauschalreisen nicht drängeln, weil dort meist gar kein Reisebus wenden kann. Es genügt, von der Hauptroute abzubiegen, zehn Minuten Extrafahrt zu opfern, und schon genießt du die Lofoten in absoluter Ruhe.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
Foto: Ximonic (Simo Räsänen) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Zusammenfassung

  • Skrova ist eine Inseloase: In dreißig Minuten mit der Fähre von Svolvær entdeckst du einen autofreien Ort, der wegen seiner weißen Strände auch „Hawaii des Nordens“ genannt wird.
  • Værøy und Røst für Abenteurer: Wenn du mehr als zehn Tage für Norwegen hast, mach dich auf in den fernen Süden, wo dich das Gefühl vom absoluten Ende der Welt erwartet.
  • Baden ohne Bezahlung: Statt des überteuerten Parkplatzes am berühmten Strand Haukland gib in die Navi lieber das ruhigere Storsandnes mit ebenso feinem Sand ein.
  • Tiere und flaches Land: Die Insel Gimsøy bietet Ausritte auf Islandpferden und den Hof Aalan Gård, wo du direkt beim Erzeuger die besten norwegischen Käsesorten kaufst.
  • Architektur auf der Klippe: Die Glashütte Glasshytta im Dorf Vikten liegt ganz am Ende einer Sackgasse und bietet ein faszinierendes Schauspiel über dem wilden Ozean.
  • Fredvang und Umgebung: Die ikonischen geschwungenen Brücken führen dich in eine ruhige Region, die eine großartige Alternative zum überfüllten Reine ist.
  • Unterkunft in Ballstad: Wähle einen lebendigen Fischerhafen statt der touristischen Freilichtmuseen und entgehe so dem Geklicke der Kameras schon im Morgengrauen.
Wann auf die Lofoten reisen und welches Wetter erwartet dich
Foto: Ximonic (Simo Räsänen) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
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Wann auf die Lofoten reisen und welches Wetter dich erwartet

Den größten Ansturm erleben die Inseln im Juli und August, wenn die Mitternachtssonne und stabilere Temperaturen locken. Der Begriff verstecktes Juwel hat in der Sommersaison nämlich nur ein sehr kurzes Verfallsdatum, denn eine Million Touristen pro Jahr drängen sich auf Inseln, auf denen nur fünfundzwanzigtausend Einheimische leben. Was letztes Jahr noch ein Geheimtipp war, kann dieses Jahr einen komplett vollen Wohnmobil-Parkplatz haben. Wenn du aber wirklich Ruhe erleben möchtest und dir gelegentlicher Regen nichts ausmacht, dann denk über die Randmonate wie Mai oder September nach. Auf den beliebtesten Wanderungen bilden sich oft Menschenstaus, sodass das Ausweichen von der Hauptroute die einzige Chance auf ein authentisches Erlebnis ist.

Im Mai erwacht die Natur erst und auf den Berggipfeln liegt noch Schnee, was für deine Fotos atemberaubende Kontraste schafft. Der September bringt dagegen die ersten Chancen, Polarlichter zu beobachten, während die berühmte E10 schon angenehm leer ist und die Übernachtungspreise leicht sinken. Das Wetter im Norden ist ein Kapitel für sich, und die Wetter-App yr.no wird zuverlässig zu deinem besten Freund, ohne den du bald nicht einmal mehr zu einem kurzen Spaziergang am nahen Fjord aufbrichst.

Rechne damit, dass du innerhalb einer einzigen Stunde grelle Sonne, einen heftigen Wolkenbruch und dichten Nebel am eigenen Leib erleben kannst, weshalb das Schichtenprinzip mit funktioneller Kleidung absolut unverzichtbar ist. Im Jahr 2026 solltest du dich zudem darauf einstellen, dass der norwegische Sommer auch unerwartete Hitze bringen kann, doch der eisige Wind vom Ozean drückt die gefühlte Temperatur immer zuverlässig steil nach unten. Vergiss daher nicht, eine gute Regenjacke und eine warme Mütze einzupacken, auch wenn du mitten im Hochsommer in den Norden fliegst.

Unterkunft abseits des großen Ansturms
Foto: Ximonic (Simo Räsänen) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo du auf den Lofoten abseits des großen Ansturms übernachtest

💡 Tipp für Unterkünfte und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten vergleicht und bucht man dann am besten über GetYourGuide.

Die meisten Besucher steuern automatisch die berühmten Dörfer wie Hamnøy oder Reine an, wo sich allerdings die traditionellen roten Rorbu-Hütten dicht an dicht drängen. So passiert es oft, dass schon ab sechs Uhr morgens unter deinem Fenster die Auslöser begeisterter Jäger nach dem perfekten Schnappschuss klicken. Ein deutlich authentischeres Erlebnis bietet Ballstad, ein aktiver Fischerhafen, in dem das Leben ganz natürlich pulsiert – unabhängig von der laufenden Touristensaison und ohne künstliches Freilichtmuseum-Flair.

Wenn du ein Premium-Erlebnis suchst und das Budget keine Rolle spielt, schau dir die Hattvika Lodge an, die wunderschön renovierte Rorbu-Hütten auf einem völlig anderen Niveau bietet. Hier steht dir eine private Sauna zur Verfügung und du kannst problemlos Seekajaks ausleihen, um die ruhigen Buchten der Umgebung zu erkunden. Eine weitere großartige Wahl in Ballstad ist die Hemmingodden Lodge, wo du eine perfekte Ausstattung findest und zudem genau in der Mitte des Archipels liegst – so hast du alles strategisch günstig in Reichweite, um den Norden wie den Süden zu erkunden.

Für Liebhaber von Geschichte und nordischem Design lohnt sich auch das Nusfjord Arctic Resort, das in einer geschützten Bucht liegt und die einzigartige Atmosphäre einer alten Walfängersiedlung bietet. Das Essen in Norwegen kann das Budget ordentlich strapazieren, denn in den Supermärkten Kiwi oder Rema 1000 lässt du etwa das Dreifache von dem, was du normalerweise zu Hause zahlst. Restaurants sind durchweg teuer, und für ein normales Hauptgericht zahlst du 2026 locker zwischen 200 und 400 NOK (rund 17 bis 35 €).

Wenn du dich schon dazu entschließt, für fertiges Essen Geld auszugeben, dann steuere das Café Bringen Kaffeebar an, wo es fantastischen Spezialitätenkaffee und traditionelles norwegisches Gebäck gibt. Die norwegische Kaffeekultur hält seit jeher ein unglaublich hohes Niveau, und dieser Ort ist die ideale Zuflucht, wenn draußen gerade einer dieser berühmten Lofoten-Schauer niedergeht.

7 Tipps, was man auf den Lofoten ohne Massen sehen und unternehmen kann
Foto: Marie Čcheidzeová / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

7 Tipps, was man auf den Lofoten ohne Massen sehen und unternehmen kann

Schauen wir uns gemeinsam konkrete Orte an, die die meisten Reiseführer stillschweigend übergehen oder für die den Touristen schlicht die Zeit fehlt. Ich verrate dir, wie du kostenpflichtigen Parkplätzen aus dem Weg gehst und wo du die echte nordische Atmosphäre aufsaugst.

Die Insel Skrova als unerwartetes Hawaii des Nordens
Foto: Ximonic (Simo Räsänen) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

1. Die Insel Skrova als unerwartetes Hawaii des Nordens

Wenn du dein Quartier in Svolvær oder der näheren Umgebung hast, ist dies mit Abstand dein bester möglicher Tagesausflug. Auf der kleinen Insel Skrova leben knapp zweihundert ständige Einwohner, und es gibt hier weder Durchgangsverkehr noch eine belebte Straße, was sie zur perfekten Flucht vor dem allgegenwärtigen Sommertrubel macht.

Lass das Auto ganz entspannt in Svolvær geparkt und steige nach angenehmen dreißig Minuten an Bord der Fähre in eine völlig andere Welt aus. Skrova wird unter den Einheimischen nämlich „Hawaii der Lofoten“ genannt, weil es dank seiner besonderen geografischen Lage statistisch die meisten Sonnenstunden in der gesamten nordischen Region hat.

Hier erwarten dich blendend weiße Sandstrände ohne Massen sowie einzigartige Freiluft-Kunstgalerien und Fotoausstellungen, die frei in der rauen Landschaft verstreut sind. Die ganze Insel durchquerst du in gemütlichem Tempo in ein paar Stunden und genießt einen stillen Spaziergang durch ein Fischerdorf aus Zeiten, als Norwegen noch nicht von den Massen aus den sozialen Netzwerken entdeckt war. Das flache Terrain wirst du außerdem zu schätzen wissen, wenn du mit kleinen Kindern oder Kinderwagen reist, denn hier drohen keine gefährlichen Abhänge.

💡 Tipp: Tickets für die kleineren lokalen Fähren funktionieren meist ohne komplizierte Reservierung, aber in der Hauptsaison solltest du auf jeden Fall mit etwas Vorlauf zum Hafen kommen. Wenn du organisierte Aktivitäten suchst, buchst du über beliebte Portale leicht Bootstouren, die oft genau an diesen abgelegeneren, stillen Inselchen vorbeifahren.

Der ferne Süden der Inseln Værøy und Røst
Foto: Ximonic (Simo Räsänen) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

2. Der ferne Süden der Inseln Værøy und Røst

Bei einem klassischen siebentägigen Urlaub kannst du diese beiden Inseln mit gutem Gewissen gleich auslassen, denn du würdest zu viel kostbare Zeit mit komplizierter Logistik und dem Warten auf Boote vergeuden. Hast du aber zehn Tage oder mehr zur Verfügung und reizt dich das Gefühl vom absoluten Ende der Welt, dann werde hellhörig und nimm sie in deine Reiseroute auf.

Die Fähre vom Hafen Moskenes zur Insel Værøy dauert über anderthalb Stunden, und das Meer kann hier ordentlich wild sein, sodass empfindliche Naturen sich Mittel gegen Übelkeit einpacken sollten. Belohnt wirst du jedoch mit dramatischen Klippen, die senkrecht in den aufgewühlten Ozean stürzen, und riesigen Schwärmen von Seevögeln, die über deinem Kopf kreisen.

Røst ist dann noch abgelegener und flacher und besteht aus Hunderten winziger Inselchen und Klippen, auf denen Hunderttausende niedlicher Papageientaucher brüten. Es ist ein faszinierender Ort, an dem die Zeit längst stehen geblieben ist und die Einheimischen bis heute ausschließlich vom traditionellen Trocknen von Kabeljau auf riesigen Holzgestellen leben, die die gesamte Küste säumen.

Während du dich im Norden mit Dutzenden Wohnmobilen um einen Platz am Aussichtspunkt streitest, triffst du hier nur ein paar verirrte Ornithologen und lokale Fischer. Die Übernachtungskapazitäten sind hier allerdings sehr begrenzt, also sichere dir dein Quartier in dieser abgeschiedenen Region mehrere Monate im Voraus, damit du nicht ohne Dach über dem Kopf dastehst.

Der versteckte Strand Storsandnes
Foto: Ximonic (Simo Räsänen) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

3. Der Strand Storsandnes schont deinen Geldbeutel

Der Strand Haukland ist unbestreitbar wunderschön und gewinnt verdient die weltweiten Schönheits-Rankings, aber sein enormer Ruhm fordert in den letzten Jahren seinen grausamen Tribut. In der Hauptsaison zahlst du hier locker 100 bis 200 NOK (rund 9 bis 17 €) fürs Parken und lieferst dir anschließend einen gnadenlosen Kampf um jeden freien Quadratmeter mit Dutzenden Wohnmobilen und aufgeschlagenen Zelten.

Versuche daher die clevere Alternative und gib in dein Handy-Navi den nahen Strand Storsandnes ein. Er liegt strategisch abseits der verstopften touristischen Hauptroute E10, der Zugang ist absolut unkompliziert und der weiße Sand ist hier genauso fein wie an den berühmteren Orten der Umgebung.

Du genießt hier vollkommene Ruhe, hast nicht das unangenehme Gefühl, auf der Tribüne eines vollen Stadions zu sitzen, und sparst zudem nicht unerhebliches Geld beim Parken. Der Ort ist von allen Seiten von steilen grünen Hügeln umgeben, die die Bucht auf natürliche Weise vor dem schlimmsten eisigen Wind vom offenen Meer schützen und Familien mit Kindern einen großartigen Zufluchtsort bieten.

Das Wasser hat selbst im heißen Sommer erfrischende zehn bis zwölf Grad, sodass das Baden hier eher etwas für echte Abhärtungsfans ist, aber für lange romantische Spaziergänge entlang der Wellen ist es das absolute Paradies. Vergiss nicht, eine Thermoskanne mit heißem Tee mitzunehmen, und genieße die raue nordische Natur genau so, wie die Norweger sie selbst am liebsten haben.

Islandpferde, wie sie auf dem Hof bei Gimsøy gehalten werden
Foto: Jakub Hałun / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

4. Gimsøy und ein Ausritt auf Islandpferden

Die Insel Gimsøy durchfahren die allermeisten Touristen einfach achtlos und schnell, weil sie für die hiesigen Verhältnisse ungewöhnlich flach ist und keine weithin sichtbaren dramatischen Gipfel bietet. Für Liebhaber der Ruhe und Familien mit Kindern ist sie aber ein reiner Segen, denn hier findest du keine Menschenstaus auf den Wegen und auch keine überteuerten Touristenattraktionen.

Steuere direkt den beliebten Hof Hov Gård an, der eine Herde wunderschöner Islandpferde hält und Ausritte am weißen Sandstrand von Hov anbietet. Allein der Kontakt mit diesen ruhigen Tieren in der Kulisse des endlosen Ozeans und grüner Wiesen wird dich garantiert begeistern und mit positiver Energie für die weiteren Tage deiner Nordlandreise aufladen.

Gleich neben dem Hof erstreckt sich außerdem der berühmte Golfplatz Lofoten Links, der in den Rankings regelmäßig zu den schönsten Golfplätzen der ganzen Welt zählt. Dank des flachen Geländes eignet sich die gesamte Gegend hervorragend für gemütliche Abendspaziergänge, bei denen sich deine Beine endlich vom ständigen Anstieg in die steilen Hügel erholen.

Die hiesigen Sümpfe und weitläufigen Moorlandschaften bieten zudem absolut ideale Bedingungen für die Vogelbeobachtung und das Fotografieren der Mitternachtssonne, die sich in den Sommermonaten wunderschön in den seichten Tümpeln spiegelt. Halte einen Moment an der verlassenen Küste an und lausche nur dem Schrei der Möwen und dem Rauschen des Windes im hohen nordischen Gras.

Zicklein auf der Weide — die Atmosphäre eines norwegischen Ziegenhofs
Foto: Odd Roar Aalborg / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

5. Der Familien-Ziegenhof Aalan Gård

Etwa in der Mitte des gesamten Archipels liegt der Aalan Gård, ein voll funktionierender Familien-Ziegenhof und eine traditionelle Käserei mit riesigem Herzen. Den hiesigen Premium-Käse beziehen stolz die besten Michelin-Restaurants in ganz Norwegen, du kannst ihn jedoch direkt an der Quelle in einem kleinen, gemütlichen Hofladen kaufen.

Die Ziegen laufen hier frei über die umliegenden Weiden, lassen sich aus der Nähe beobachten, und der ganze Ort atmet eine unglaublich warme, heimelige Atmosphäre, die für norwegische Verhältnisse eher eine Seltenheit ist. Die Besitzer sind sehr auskunftsfreudig und beschreiben dir auf Englisch gern den ganzen aufwendigen Herstellungsprozess ihrer mit vielen Preisen ausgezeichneten Kräuterkäse.

Es ist so ein kleines nordisches Wunder, wo sich der kommerzielle Tourismus noch nicht voll durchgesetzt hat und alles mit aufrichtiger Liebe zum ehrlichen Handwerk gemacht wird. Zum Hof gehört auch ein wunderschöner Kräutergarten, aus dem herrliche Düfte in die Umgebung strömen, die in der kühlen Luft fast unpassend mediterran wirken.

Probieren kannst du hier auch ausgezeichneten Kaffee und frisch gebackenen hausgemachten Kuchen, den du in Ruhe an Holztischen mit Blick ins grüne Tal genießt. Es ist ein absolut idealer Halt, um die steifen Beine zu lockern während der längeren Autofahrten zwischen den einzelnen Inseln.

Die Glashütte Glasshytta in Vikten
Foto: Gerd Eichmann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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6. Architektur in der Glashütte Glasshytta in Vikten

Für diese interessante Glasbläserwerkstatt musst du bewusst von der belebten Hauptstraße abbiegen und der schmalen Asphaltstraße bis ans absolute Ende des Weges zum aufgewühlten Ozean folgen. Das Gebäude der Glashütte im Dorf Vikten ist nämlich ein faszinierendes architektonisches Juwel, das überaus feinfühlig in die umgebende raue nordische Natur eingebettet ist.

Im Inneren kannst du durch die verglasten Wände sicher die Meister-Glasbläser direkt beim Blasen des glühenden Glases und beim Formen wunderschöner farbiger Vasen beobachten. Die Ausstellung ist voller zerbrechlicher und sehr teurer Exponate, also bewege dich hier mit großer Vorsicht und genieße das Spiel des Lichts, das durch die ausgestellten farbigen Scherben fällt.

Ein ähnliches architektonisches Erlebnis bietet auch das berühmte Nusfjord, das zwar Eintritt verlangt, aber gerade dadurch wird hier die Touristenmenge angenehm gefiltert. Du siehst hier einige der am besten erhaltenen gelben Fischerhütten, die wunderschön mit den dunklen Felsen ringsum kontrastieren. In Nusfjord solltest du dann unbedingt im örtlichen italienischen Restaurant vorbeischauen, wo eine hervorragende Pizza gebacken wird, was du und deine Kinder nach Tagen unterwegs garantiert zu schätzen wisst.

Direkt vor dem Eingang der Glashütte in Vikten erstreckt sich außerdem ein weitläufiger Kiesstrand, an dem riesige Wellen vom offenen Meer wild gegen die Küstenfelsen branden. Es ist ein überaus fotogener Ort, der das rauste und unwirtlichste Gesicht der norwegischen Natur in seiner ganzen atemberaubenden Schönheit zeigt.

Fredvang und die ikonischen geschwungenen Brücken
Foto: Christoph Strässler / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

7. Fredvang und die ikonischen geschwungenen Brücken

Zwei elegante, geschwungene Brücken zur abgelegeneren Insel Fredvang sehen aus der Ferne aus wie Kulissen aus einem Science-Fiction-Film und liegen nur zehn Minuten Fahrt von der Hauptroute E10 entfernt. Die meisten eiligen Touristen fotografieren sie leider nur schnell aus der Ferne und fahren weiter Richtung Süden zum ewig verstopften Städtchen Reine.

Die Gegend um Fredvang bietet dabei eine dünne, verstreute Besiedlung und unvergleichlich mehr Ruhe als die überfüllten Dörfer nur ein paar Kilometer weiter. Hier findest du die Startpunkte mehrerer weniger frequentierter Wanderwege, die dich sicher zu versteckten Sandstränden an der Westküste dieser malerischen Insel führen.

Wenn dich beim Erkunden dieser Gegend in der Nähe der Hauptstraße der Hunger überfällt, mach dich auf ins nahe Sakrisøy, wo du die ikonischen gelben Hütten siehst und das renommierte Bistro Anita’s Sjømat findest. Auch wenn es kein ausgesprochener Geheimtipp ist, lohnt sich für ihr Angebot an hervorragenden lokalen Käsesorten und süßen Desserts definitiv ein kurzer Stopp zum Auftanken. Die lokale Spezialität ist hier zwar auch der berühmte Fischburger mit Garnelen, aber auch ohne ihn kommst du hier auf deine Kosten.

Familien mit kleineren Kindern werden in Sakrisøy dann das benachbarte Lofoten Toy Museum zu hundert Prozent zu schätzen wissen, das eine umfangreiche Sammlung historischer Spielzeuge beherbergt. Es ist ein absoluter Rettungsanker und Volltreffer in einem, wenn deine Sprösslinge keine Lust mehr auf Aussichten über die endlosen norwegischen Berge haben und du das Programm kurz wechseln musst.

Wohin als Nächstes von den Lofoten
Foto: Jörg Hempel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 de
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Wohin als Nächstes von den Lofoten

Wenn du eine größere Rundreise durch Nordnorwegen planst, schau dir unbedingt unseren großen Lofoten-Reiseführer an, in dem du detaillierte Routenvorschläge und Tipps zu den allerbekanntesten Sehenswürdigkeiten findest. So bekommst du einen kompletten Überblick über den gesamten Archipel und kannst die versteckten Orte aus diesem Artikel mit den größten Highlights kombinieren.

Für Liebhaber des Ozeans und des weißen Sandes haben wir einen eigenen Artikel verfasst, der sich nur den schönsten Stränden auf den Lofoten widmet. Darin findest du detaillierte Hinweise zum Parken, eine Bewertung der Sandqualität und Tipps, an welchen Stränden man sicher im Zelt oder Wohnmobil übernachten kann.

Häufig gestellte Fragen
Foto: Virtual-Pano / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet ein Urlaub auf den Lofoten?

Norwegen gehört zu den teuersten Ländern der Welt und die Lofoten sind sein Premium-Reiseziel. Rechnet damit, dass ihr für einen einwöchigen Aufenthalt für zwei Erwachsene im Jahr 2026 mindestens 1.600 bis 2.400 EUR zahlen werdet, inklusive Flugtickets, Mietwagen und einfacherer Unterkunft in Hütten. Die Lebensmittelpreise in Supermärkten sind etwa dreimal so hoch wie in der Tschechischen Republik, daher lohnt es sich, einen Teil der Vorräte von zu Hause mitzubringen und direkt in der Unterkunft selbst zu kochen.

Kann man auf den Inseln bar bezahlen?

Bargeld brauchen Sie in Norwegen praktisch nicht und an 99 % der Orte bezahlen Sie mit Karte oder Smartphone. Vom Kauf der Fährtickets bis zum kleinen Kaffee am Straßenstand – überall stoßen Sie auf Kartenterminals, sodass Sie norwegische Kronen in Papierform gar nicht abheben müssen. Selbst öffentliche Toiletten an Rastplätzen oder kleinere Imbissstände sind heutzutage vollständig mit kontaktlosen Terminals ausgestattet.

Sind die Straßen auf den Lofoten gefährlich?

Die Hauptstraße E10 ist in sehr gutem Zustand, aber extrem schmal und kurvenreich. Während der Sommersaison muss man ständig breiten Wohnwagen und Wohnmobilen ausweichen, was eine große Portion Geduld erfordert und häufiges Zurücksetzen in die ausgebauten Ausweichbuchten. Besonders in den Abschnitten um die Klippen und auf den schmaleren Brücken empfehlen wir, langsamer zu fahren und sich mit Geduld zu wappnen.

Kann ich auf den Lofoten wild campen?

Norwegen wendet das sogenannte Jedermannsrecht (Allemannsretten) an, sodass Wildcampen legal ist. Ihr müsst allerdings einen Mindestabstand von 150 Metern zur nächsten Behausung einhalten und dürft nicht auf bewirtschaftetem Land oder an ausdrücklich verbotenen Stellen campen. Es gilt immer die Regel, dass ihr keinen Müll hinterlassen dürft und die Natur im gleichen Zustand verlassen müsst.

Wie sieht es mit Mücken und Insekten aus?

An der Küste selbst werdet ihr dank des ständigen Windes vom Ozean meist von Mücken verschont. Die Situation ändert sich jedoch dramatisch, sobald ihr tiefer ins Landesinnere zu den Seen und Sümpfen vordringt, wo ihr im Juli und August definitiv nicht ohne starkes Mückenspray und lange Ärmel auskommt. Es lohnt sich, in hochwertige lokale Insektenschutzmittel zu investieren, die ihr in jedem Supermarkt oder jeder Apotheke kaufen könnt.

Ist das Leitungswasser trinkbar?

Das norwegische Leitungswasser gehört zu den saubersten und schmackhaftesten der ganzen Welt. Kauft euch in den Supermärkten bloß kein Wasser in Flaschen, das wäre rausgeworfenes Geld – bringt einfach eure eigene wiederverwendbare Flasche mit und füllt sie an Tankstellen oder in eurer Unterkunft auf. Das Wasser in den natürlichen Gebirgsbächen ist ebenfalls kristallklar und bedenkenlos trinkbar, solange oberhalb von euch keine Schafherden weiden.

Muss ich die Fähren im Voraus reservieren?

Auf der Hauptstrecke von Bodø nach Moskenes ist in der Sommersaison eine Reservierung im Voraus absolut notwendig, sonst riskiert ihr stundenlanges Warten im Hafen. Kleinere lokale Fähren, zum Beispiel die zur Insel Skrova, funktionieren meist ohne Reservierung und es reicht, sich in die Autoschlange einzureihen. Dennoch solltet ihr immer vorab die aktuellen Fahrpläne prüfen, da die Abfahrtshäufigkeit variieren kann.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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