Du willst ein Jahr nach Kanada – genau wie wir? Wir erklären dir, wie du ein Kanada Working Holiday Visum bekommst und alles Schritt für Schritt planst.
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Das kanadische Visumssystem bietet viele Möglichkeiten, nach Kanada zu kommen – der einfachste Weg ist jedoch das Working Holiday Visum. Damit erhältst du eine einjährige Arbeitserlaubnis, mit der du überall in Kanada arbeiten und das Land beliebig oft ein- und ausreisen kannst. Für Reisende ist das nahezu ideal.
Das Working Holiday Visum ist eine Unterkategorie des übergeordneten Programms International Experience Canada – daher siehst du bei der Antragstellung überall die Abkürzung IEC.
Voraussetzungen für das Working Holiday Visum
Die Voraussetzungen für das Working Holiday Visum sind klar geregelt. Du musst zwischen 18 und 35 Jahre alt sein, deutscher Staatsangehöriger mit Hauptwohnsitz in Deutschland sein und nachweislich über mindestens 2.500 CAD (ca. 1.700 €) verfügen. Bei der Einreise nach Kanada musst du ein Rückflugticket vorweisen können (oder nachweisen, dass du neben den 2.500 CAD noch genug Geld für ein Rückflugticket hast), einen für die gesamte Aufenthaltsdauer gültigen Reisepass sowie eine Reisekrankenversicherung, die ebenfalls die gesamte Reisedauer abdeckt.
Der Pool
Das System funktioniert so: Du meldest dich in einem sogenannten „Pool“ an – einer elektronischen Lostrommel, aus der kanadische Behörden das ganze Jahr über zufällig Bewerbungen ziehen. Mit etwas Glück erhältst du dein Visum schon in der nächsten Woche, im ungünstigsten Fall kann das Warten auch ein halbes Jahr dauern. Die Visagebühr zahlst du erst, nachdem du ausgewählt wurdest – die Anmeldung im Pool ist also kostenlos.
Wie meldet man sich im Pool an?
Zunächst füllst du HIER einen Fragebogen aus, der nur wenige Minuten dauert. Am Ende zeigt er dir, für welche Visumsarten du in Frage kommst. Falls du Anspruch auf mehrere Kategorien hast, wähle Working Holiday und klicke auf „Continue“. Dadurch wird dein persönlicher Code generiert – notiere ihn gut, du wirst ihn gleich brauchen.
Jetzt musst du ein persönliches Konto auf dem Server der kanadischen Regierung anlegen, über das du deinen Antrag verwaltest. Klicke HIER, wähle unten „Continue to GC Key“ und im nächsten Fenster „Sign Up“. Erstelle dein Profil nach den einfachen Anweisungen und melde dich danach an. Du siehst dann folgendes:
Klicke auf „International Experience Canada (IEC)“ und gib auf Aufforderung den persönlichen Code ein, den du dir zuvor notiert hast (aus dem Fragebogen). Fülle alles aus, was von dir verlangt wird – Personal Details, Contact Details, Application Details und Work and Education Details. Im Grunde ist es nur ein weiterer, sehr detaillierter Fragebogen.
Nachdem du alle Daten eingegeben hast, schickst du deine Bewerbung in den Pool ab. Jetzt heißt es: abwarten. 😃
2) Visumantrag nach Erhalt der Einladung
Sobald du zufällig ausgewählt wirst, erhältst du eine Einladung (zur Ausfüllung des Antrags auf Arbeitserlaubnis), die du innerhalb von 10 Tagen annehmen musst. Die Information kommt per E-Mail – es schadet aber nicht, ab und zu auch dein MyCIC-Konto zu überprüfen. Nach Annahme der Einladung hast du 20 Tage Zeit, alle Angaben zu machen, die erforderlichen Dokumente hochzuladen und die Visagebühr zu bezahlen.
Du benötigst:
Lebenslauf auf Englisch (oder Französisch)
Führungszeugnis (mit beglaubigter Übersetzung ins Englische)
Scan eines Passfotos
ausgefüllte Formulare, die im Antrag erscheinen
250 CAD online mit Kreditkarte bezahlen.
Danach wartest du, ob dein Antrag angenommen wird. Falls ja, erhältst du das sogenannte Letter of Introduction – und ab nach Kanada!
3) Reiseversicherung wählen
Am Flughafen musst du neben Reisepass, Letter of Introduction und dem Nachweis ausreichender finanzieller Mittel auch eine Reiseversicherung vorweisen. Ohne diese wirst du schlicht nicht ins Land gelassen. Wir empfehlen ausdrücklich, eine Versicherung für die gesamte geplante Aufenthaltsdauer abzuschließen (für die meisten ist das ein ganzes Jahr) – hast du zum Beispiel nur eine fünfmonatige Versicherung, kann dein Arbeitsvisum entsprechend verkürzt werden.
Wir sind wie immer mit AXA gefahren. Wir wollen keinen großen Vergleich anstellen – AXA passt für uns einfach am besten, vor allem mit 50 % Rabatt. 🙂
Mit Ostkanada haben wir aus beruflicher Sicht wenig Erfahrung, die Westseite können wir aber uneingeschränkt empfehlen. Wenn dein Ziel nicht Vancouver ist (was es auch nicht sein sollte – die Stadt ist überlaufen und ziemlich überteuert), dann ist Calgary die ideale Wahl. Es ist eine weitläufige, ruhige Stadt mit einem beeindruckenden Hochhausviertel und vielen Jobmöglichkeiten. Es gibt dort eine lebhafte deutschsprachige Community, die dir am Anfang wirklich weiterhilft.
Gleichzeitig liegt Calgary in der Nähe von Banff und Lake Louise – zwei Bergdörfern in den Rocky Mountains, wo es besonders in der Sommer- und Wintersaison jede Menge Arbeit gibt.
Wo Flüge kaufen
Am besten haben wir uns mit Kiwi.com bewährt. Das Portal kombiniert Flüge besonders clever – aus Deutschland gibt es Direktverbindungen nach Calgary oder Vancouver z. B. mit Lufthansa oder Condor, oft mit Zwischenstopp in Frankfurt oder München.
Falls du Student bist, lohnt sich auch ein Blick auf StudentUniverse. Die Preise dort sind teils unschlagbar günstig – wir haben selbst einmal Flüge darüber gebucht (New York–Europa für ca. 250 CAD, während überall anders mindestens 400 CAD aufgerufen wurden). Die Buchung lief problemlos, wir haben es aber bisher nur einmal ausprobiert und können es daher nicht uneingeschränkt empfehlen.
5) Job und Unterkunft schon vor der Abreise suchen
Job
Fang auf Facebook an. Schreib in deutschsprachige Gruppen am gewünschten Ort und frag nach Arbeit – wir haben 2 von 3 Jobs über Facebook gefunden, und einen davon noch bevor wir überhaupt angefangen haben zu packen. Suche am besten nach Stellen, bei denen auch eine Unterkunft gestellt wird – das ist häufig bei Berghotels oder abgelegenen Standorten der Fall. Beispielgruppen für den Raum Calgary:
Wenn du dort nicht fündig wirst, fang an, Bewerbungen zu verschicken. Passe deinen Lebenslauf für jede Stelle individuell an – was nicht passt, lass weg; was relevant ist, arbeite detailliert aus. In Kanada ist der Wettbewerb groß!
Falls du vor der Abreise keinen Job findest – kein Grund zur Panik. Drucke dir in Kanada einen Stapel Lebensläufe aus und geh auf Jobsuche in der Stadt. Einfach reingehen und vorstellen – so läuft das in Kanada nun mal.
Obsternte in Kanada?
Wer auf Neuseeland oder in Australien schon mal auf einer Farm gearbeitet hat, fragt sich vielleicht, ob es in Kanada ähnliche Möglichkeiten gibt. Ja, die gibt es! Auch in Kanada kann man Saisonarbeit als Erntehelfer finden. Mehr Infos dazu findest du in diesem Artikel (auf Tschechisch).
Unterkunft
Schreib die deutschsprachigen Gruppen auf Facebook an. Das ist der einfachste Weg, um zumindest für die ersten paar Nächte ein Dach über dem Kopf zu finden.
Wenn du niemanden kennst, der dich aufnehmen kann, empfehlen wir AirBnB. Es ist günstiger als Hotels und meist findest du ein Zimmer direkt im Stadtzentrum. Für die erste Orientierungsphase ist das ideal.
Hast du noch Fragen oder ist etwas unklar? Schreib uns gerne in die Kommentare unter dem Artikel. 🙂 Es lebe Kanada!
Tipps und Tricks für Reisen nach Kanada
Was einpacken
Schau dir unsere Packliste für Reisen an – sie hilft dir bei der Vorbereitung. Finde den richtigen Reiserucksack, entdecke praktische Reise-Gadgets und vergiss nichts Wichtiges zu Hause.
Eine Reiseversicherung ist absolut unverzichtbar. Für kürzere Reisen setzen wir auf AXA (50 % Rabatt), für längere Reisen auf den britischen Anbieter True Traveller. Schau dir den Vergleich aller Anbieter an und wähle den, der am besten zu dir passt.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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