Roadtrip durch Slowenien: Reiseroute für 14 Tage

Slowenien ist ein Land, das dich in die Knie zwingt — und zwar buchstäblich, denn nach all den Wanderungen zu türkisfarbenen Seen und Wasserfällen tun dir abends die Beine so weh, dass du dich kaum noch zum Teller Štruklji schleppen kannst. 😅

Als wir mit Lukáš zum ersten Mal nach Slowenien kamen, erwarteten wir schöne Natur und gutes Essen. Beides haben wir bekommen, aber uns hat auch total überrascht, wie unglaublich vielfältig dieses kleine Land ist. Morgens stehst du unter alpinen Gipfeln, nachmittags badest du im smaragdgrünen Fluss Soča und abends schlürfst du Wein an der Adriaküste. Und das alles in einem Land, das kleiner ist als Schleswig-Holstein. Ein Roadtrip durch Slowenien gehört definitiv zu den schönsten Erlebnissen, die Europa zu bieten hat.

See Bled mit Alpenpanorama
Was man in Bled und am Bohinjer See unternehmen kann

Diese Reiseroute für 14 Tage haben wir so zusammengestellt, dass ihr das Beste von Slowenien seht — vom Instagram-tauglichen Bled über die wilde Soča bis zur unterirdischen Welt der Höhlen von Škocjan und den Weinbergen im Osten. Es ist ein Roadtrip, den ihr in gemütlichem Tempo ohne unnötigen Stress schaffen könnt. Jeder Tag enthält konkrete Tipps zu Orten, Restaurants und Unterkünften — ihr müsst also nur ins Auto steigen und losfahren.

In diesem Artikel findest du eine komplette Reiseroute für einen 14-tägigen Roadtrip durch Slowenien — Tag für Tag mit konkreten Orten, Preisen, Restaurants und Unterkunftstipps. Wir verraten dir, wann die beste Reisezeit ist, was das Ganze kostet und worauf du achten solltest.

Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • Die beste Zeit für einen Roadtrip durch Slowenien ist Mai–Juni oder September. Im Juli und August ist viel los, aber das Baden in der Soča und an der Küste macht es wieder wett.
  • Für 14 Tage solltet ihr mit einem Budget von ca. 700–1.400 € pro Person rechnen (ohne Anreise), je nach Unterkunftsstil.
  • Ein Auto ist absolut notwendig. Slowenien ist klein, aber viele der schönsten Orte liegen abseits der Hauptstraßen. Einen Mietwagen gibt es ab 25–40 €/Tag.
  • Die Route führt: Ljubljana → Bled → Bohinj → Kranjska Gora → Vršič → Soča → Škocjan → Piran → Postojna → Ptuj → Maribor → Logarska dolina.
  • Vergesst nicht die Autobahn-Vignette (E-Vignette) — die Wochenvignette kostet 15 €, die Monatsvignette 30 €. Sie wird online gekauft.
  • Unterkünfte frühzeitig buchen, besonders Bled, Bohinj und Piran sind in der Hauptsaison schnell ausgebucht.
  • Das Essen ist überraschend gut und preislich angenehm — erwartet einen Mix aus alpiner, mediterraner und balkanischer Küche. Ein Hauptgericht im Restaurant kostet 10–18 €.
  • Slowenien ist ein sicheres Land, praktisch ohne touristische Abzocke. Das Einzige, worauf ihr achten solltet, sind Parkstrafen in den Städten und Geschwindigkeitskontrollen.

Wann nach Slowenien reisen und wie hinkommen

Slowenien ist ein Reiseziel, das man praktisch von Frühling bis Herbst besuchen kann, aber jede Jahreszeit hat ihre Besonderheiten. Schauen wir uns an, wann die beste Reisezeit ist, wie ihr hinkommt und was ihr über die Fortbewegung vor Ort wissen müsst.

Wann ist die beste Reisezeit für Slowenien?

Mai und Juni sind wohl unsere Lieblingsmonate. Die Natur ist wunderschön grün, die Temperaturen liegen bei 20–25 °C, es sind deutlich weniger Touristen als im Sommer unterwegs und alles hat bereits geöffnet. Einziger Nachteil — die Soča kann zum Baden noch ziemlich kalt sein (aber wer traut sich nicht, oder? 😅).

Juli und August sind die klassische Hauptsaison. Temperaturen um die 28–33 °C, überall voll, aber auch die besten Bedingungen zum Baden in der Soča, im Bohinjer See und an der Küste. Bled wird überfüllt sein, rechnet damit.

September ist unser zweiter Favorit — die Temperaturen sind noch angenehm (20–25 °C), die Touristenzahlen gehen zurück, die Farben werden wunderschön und in den Weinregionen im Osten ist Weinernte.

Vermeiden würde ich: Oktober in den Bergen (das Wetter ist unberechenbar und manche Bergstraßen werden gesperrt) und den Winter, sofern ihr keinen Skiurlaub plant.

Wie kommt man nach Slowenien

Mit dem Flugzeug: Von München gibt es Direktflüge nach Ljubljana mit Lufthansa und Eurowings, die Flugzeit beträgt etwa 1 Stunde. Auch von Frankfurt, Berlin und anderen deutschen Städten gibt es gute Verbindungen — teilweise mit Umstieg. Günstige Flüge ab ca. 60 € pro Strecke findet ihr, wenn ihr frühzeitig bucht.

Mit dem Auto aus Deutschland: Die Fahrt von München nach Ljubljana dauert nur etwa 4 Stunden über Österreich. Von Berlin sind es ca. 8,5 Stunden. Wenn ihr mit dem eigenen Auto fahrt, ist das wohl die bequemste Variante — ihr spart euch den Mietwagen und könnt mehr einpacken. Denkt an die österreichische Vignette (10-Tages-Vignette kostet 11,50 €) und die slowenische E-Vignette.

Mietwagen und Fortbewegung in Slowenien

Ein Auto ist für diesen Roadtrip absolut notwendig. Der öffentliche Nahverkehr in Slowenien funktioniert zwar, aber viele der schönsten Orte (Vršič, Logarska dolina, kleinere Wasserfälle) erreicht ihr ohne Auto einfach nicht.

Wir haben langfristig gute Erfahrungen mit RentalCars gemacht, das wir überall auf der Welt nutzen. Die Mietwagenpreise in Slowenien liegen bei etwa 25–40 €/Tag für einen Kleinwagen, was für zwei Personen völlig ausreicht.

Ein paar Tipps zum Fahren:

  • E-Vignette (Autobahnvignette) wird online auf evinjeta.dars.si gekauft. Die Wochenvignette kostet 15 €, die Monatsvignette 30 €.
  • Die Straßen sind in hervorragendem Zustand, auch die Bergstraßen. Die Überquerung des Vršič-Passes (50 Kurven!) ist ein Erlebnis für sich.
  • Parken in den Städten kann problematisch sein — in Ljubljana, Piran und Bled empfehle ich, auf P+R-Parkplätzen zu parken und zu Fuß oder mit dem Bus weiterzufahren.
  • Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen sind in Slowenien ziemlich hoch (ab 50 €), also Vorsicht vor Radarkontrollen.

Wo übernachten und was kostet ein Roadtrip durch Slowenien

Slowenien ist nicht so teuer, wie man vielleicht erwarten würde — es ist deutlich günstiger als die Nachbarländer Österreich oder Italien, aber etwas teurer als Kroatien. Unterkünfte gibt es in einer breiten Preisspanne — von Campingplätzen über Apartments bis zu Boutique-Hotels.

Was kostet der Urlaub für 14 Tage

Orientierungsbudget pro Person (ohne Anreise):

  • Unterkunft: 20–60 €/Nacht pro Person (Doppelzimmer) → für 13 Nächte ca. 260–780 €/Person
  • Essen: 15–28 €/Person/Tag (Mix aus Restaurants und Einkäufen im Supermarkt) → 210–390 €/Person
  • Benzin: Gesamtkilometer ca. 1.200–1.500 km, also ca. 100–140 € für Benzin (geteilt durch zwei = 50–70 €/Person)
  • Eintritte und Aktivitäten: ca. 120–240 €/Person (Höhlen, Rafting, Seilbahnen, Museen)
  • Mietwagen: 25–40 €/Tag × 14 Tage = 350–560 €, also 175–280 €/Person (bei zwei Personen)

Insgesamt: ca. 700–1.400 € pro Person für 14 Tage (je nachdem, ob ihr im Zelt oder im Hotel schlaft und wie oft ihr ins Restaurant geht).

Dazu kommen Flüge (ab ca. 60 € pro Strecke) oder Benzinkosten von Deutschland (ca. 80–120 € pro Strecke von München).

Preise in Restaurants: Hauptgericht 10–18 €, Bier 3–4 €, Cappuccino 2–3 €. Im Vergleich zum Beispiel mit Österreich ist das spürbar günstiger.

Hier ist eine Übersicht der gesamten Route — wo es langgeht und wo ihr jede Nacht schlaft. Falls ihr weniger Zeit für Slowenien habt, schaut euch unsere 7-Tage-Version des Roadtrips an.

Tag Route und Fahrtstrecke Übernachtung
1. Ankunft, Ljubljana zu Fuß und mit der Seilbahn zur Burg Ljubljana
2. Ljubljana → Bled (~50 Min.) Bled
3. Bled → Bohinj (~30 Min.) Bohinj
4. Bohinj → Kranjska Gora → Vršič-Pass → Bovec (~2,5 Std.) Bovec
5.–6. Soča-Tal — Bovec, Kobarid, Tolmin Bovec
7. Soča-Tal → Höhlen von Škocjan → Piran (~2,5 Std.) Piran
8. Piran und die slowenische Küste Piran
9. Piran → Lipica → Štanjel → Postojna (~1,5 Std.) Postojna
10. Höhle von Postojna und Burg Predjama Postojna
11. Postojna → Ptuj (~2,5 Std.) Ptuj
12. Ptuj → Maribor → Logarska dolina (~2 Std.) bei der Logarska dolina
13. Logarska dolina — Wasserfall Rinka, Panoramaweg bei der Logarska dolina
14. Logarska dolina → Kamnik → Ljubljana / Heimreise
Die Gesamtstrecke beträgt etwa 1.200–1.500 km. Die Fahrzeiten sind Richtwerte ohne Zwischenstopps.

Tag 1. Ljubljana — der Charme einer kleinen Hauptstadt

Altstadt und Burg von Ljubljana

Der Roadtrip beginnt in Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens — und das zu Recht. Die slowenische Hauptstadt ist so charmant, dass man sie am liebsten einpacken und mit nach Hause nehmen würde. Klein, gemütlich, voller Cafés und Gassen, in denen man sich im besten Sinne verliert.

Startet mit einem Spaziergang durch die Altstadt — überquert die ikonische Drachenbrücke (Zmajski most), auf der vier grüne Drachen stehen, die inoffiziellen Maskottchen der Stadt. Von dort schlendert ihr entlang der Ljubljanica, an deren beiden Ufern Cafés und Restaurants mit Terrassen direkt über dem Wasser liegen.

Steigt hinauf zur Burg von Ljubljana (Ljubljanski grad) — entweder zu Fuß über den steilen Weg (15 Minuten) oder mit der Seilbahn (4 € hin und zurück). Von der Burg hat man einen herrlichen Blick über die gesamte Stadt mit den Alpen im Hintergrund. In der Burg gibt es ein Museum, aber ehrlich gesagt — der Blick von außen reicht völlig.

Zum Mittagessen empfehlen wir die Offene Küche (Odprta kuhna), die jeden Freitag von März bis Oktober stattfindet. Es ist ein Street-Food-Festival direkt am Flussufer und das Essen ist fantastisch — von slowenischen Burgern über asiatische Nudeln bis zu lokalen Käsesorten. Falls es gerade kein Freitag ist, geht ins Gostilna na Gradu direkt auf der Burg (traditionelle slowenische Küche, Hauptgericht ca. 14–18 €) oder ins Valvas im Zentrum.

Nachmittags schlendert durch den Tivoli-Park — ein riesiger Stadtpark mitten im Zentrum, in dem die Slowenen joggen, Hunde ausführen und entspannen. Der perfekte Ort zum Erholen nach dem Flug oder der Autofahrt.

Zum Abendessen empfehlen wir Gostilna Dela — moderne slowenische Küche in schönem Ambiente, reserviert im Voraus. Oder Sarajevo ’84 für ausgezeichnete bosnische Küche (Ćevapi für ca. 8 € — kein Luxus, aber richtig lecker).

Wo übernachten in Ljubljana

Ljubljana ist kompakt, also übernachtet möglichst zentrumsnah. Wir empfehlen die Gegend um Metelkova (alternatives Viertel mit Galerien und Bars) oder direkt in der Altstadt. Parken im Zentrum ist schwierig, die meisten Hotels bieten aber einen Parkplatz an oder weisen euch zu einem P+R-Parkplatz.

Unsere Unterkunftstipps: City Hotel Ljubljana (modernes Hotel wenige Schritte vom Prešeren-Platz) oder Center Ljubljana (Apartments in einem historischen Gebäude mitten im Zentrum).

Tag 2. Bled — ja, er ist wirklich so schön

See Bled mit Insel und Kirche

Von Ljubljana nach Bled sind es knapp eine Stunde mit dem Auto — und ihr seid dort, bevor ihr euren Kaffee ausgetrunken habt. Der See Bled ist wohl der fotogenste Ort in ganz Slowenien — und auch der meistbesuchte, also stellt euch darauf ein.

Startet früh morgens (idealerweise gegen 7:30–8:00 Uhr), bevor die Touristenbusse eintreffen. Umrundet den See auf dem Rundweg (ca. 6 km, flaches Gelände, anderthalb Stunden in gemütlichem Tempo). Unterwegs erwarten euch traumhafte Ausblicke auf die Insel mit der Kirche mitten im See und auf die Burg auf dem Felsen.

Zur Insel gelangt ihr mit dem traditionellen Holzboot Pletna — die Fahrt kostet 18 €/Person hin und zurück und der Kapitän wartet, bis ihr die Insel erkundet habt. Auf der Insel könnt ihr die Wunschglocke in der Kirche läuten — angeblich geht dann euer Wunsch in Erfüllung. Wir haben geläutet und warten noch darauf. 😁

Nach dem Mittagessen (oder stattdessen) gönnt euch die berühmte Bleder Cremeschnitte (kremna rezina) in der Konditorei Park direkt am See. Sie kostet rund 5 € und ist vermutlich die beste Cremeschnitte, die ihr je essen werdet.

Nachmittags wandert hinauf zur Burg Bled (Blejski grad) — Eintritt 15 €, aber der Blick hinunter auf den See ist absolut atemberaubend. Die Burg selbst ist mittelalterlich, drinnen gibt es ein kleines Museum und einen Weinkeller.

Falls ihr noch Energie habt, fahrt zur Vintgar-Klamm (Blejski vintgar) — sie liegt 4 km von Bled entfernt, ein kurzer Spaziergang über Holzstege oberhalb des türkisfarbenen Flusses. Eintritt 10 €. Achtung: In der Hauptsaison ist es dort wirklich sehr voll, geht entweder früh morgens oder am späten Nachmittag.

Wo übernachten in Bled

Bled ist teuer — es ist die touristische Nummer eins Sloweniens. Wenn ihr sparen wollt, übernachtet etwas abseits vom See in den umliegenden Dörfern (Zasip, Ribno). Wenn ihr Luxus mit Seeblick wollt, rechnet mit Preisen ab 150 €/Nacht.

Unsere Unterkunftstipps: Penzion Berc (familiengeführte Pension wenige Minuten vom See) oder Vila Prešeren (Boutique-Pension direkt am Seeufer).

Tag 3. Bohinj — wilder und ruhiger als Bled

Bohinjer See in den Julischen Alpen

Bohinj ist sozusagen der Bled für Leute, die keine Menschenmassen mögen. Der Bohinjer See ist größer, wilder und deutlich weniger touristisch — und unserer Meinung nach sogar schöner. Das Wasser ist kristallklar und im Sommer kann man hier wunderbar schwimmen (auch wenn es mit ca. 22 °C im August recht frisch ist).

Morgens fahrt zum Wasserfall Savica (Slap Savica) — Zugang kostet 5 € für das Parken + 5 € Eintritt, dann erwartet euch ein Aufstieg über Treppen (ca. 20 Minuten). Der Wasserfall stürzt aus 78 Metern Höhe und ist wunderschön, besonders im Frühling, wenn viel Wasser fließt.

Nach dem Wasserfall kehrt zum See zurück und fahrt mit der Seilbahn auf den Vogel (23 € hin und zurück). Von der Bergstation hat man einen atemberaubenden Panoramablick auf den Bohinjer See, den Triglav (höchster Berg Sloweniens, 2.864 m) und die gesamten Julischen Alpen. Oben gibt es auch Wanderwege, falls ihr weitergehen wollt.

Zum Mittagessen empfehlen wir Gostilna Rupa im Dörfchen Srednja vas — traditionelle slowenische Küche, Štruklji (gerollte Quarkknödel), Rindsgulasch, ordentliche Portionen zu fairen Preisen (Hauptgericht 10–14 €). Oder Gostilna Danica direkt am See in Ribčev Laz.

Am Nachmittag genießt das Baden im See oder mietet euch ein Kajak/Paddleboard. Verleihstationen gibt es direkt am See, Preise um die 15 €/Stunde.

Wo übernachten in Bohinj

Übernachtet direkt am See in Ribčev Laz oder Stara Fužina. Das Angebot ist kleiner als in Bled, aber die Preise sind angenehmer. Campingplätze rund um den See sind ebenfalls eine tolle Option — Kamp Zlatorog liegt direkt am Wasser.

Unsere Unterkunftstipps: Hotel Jezero (Hotel direkt am See in Ribčev Laz) oder Hotel Bohinj (Designhotel im Zentrum von Ribčev Laz).

Tag 4. Kranjska Gora und Überquerung des Vršič-Passes

Berghütte Tičarjev dom am Vršič-Pass
Foto: Petar Milošević, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Heute dreht sich alles um Berge und eine der schönsten Bergstraßen Europas. Von Bohinj geht es nach Kranjska Gora — einem kleinen Bergstädtchen, das im Winter vom Skifahren und im Sommer vom Wandern lebt.

Morgens haltet am Zelenci-See (Naravni rezervat Zelenci) — ein kleiner smaragdgrüner See, der von Quellen gespeist wird, wunderschön für einen schnellen Stopp und Fotos. Er liegt direkt an der Straße, Parken kostenlos.

Von Kranjska Gora startet die Überquerung des Vršič-Passes (1.611 m ü. M.) — die Straße hat 50 Kurven (24 auf der einen Seite, 26 auf der anderen), jede ist nummeriert und benannt. Das Fahren ist ein Erlebnis für sich, aber wenn euch von kurvigen Straßen übel wird, setzt euch lieber auf den Beifahrersitz. 😅

Auf dem Weg über den Vršič haltet an:

  • Russische Kapelle (Ruska kapelica) — ein Denkmal für russische Kriegsgefangene aus dem 1. Weltkrieg, die diese Straße gebaut haben. Ein bewegender Ort mit besonderer Atmosphäre.
  • Jasna-See — zwei künstliche Seen direkt unterhalb von Kranjska Gora mit türkisem Wasser und Bergblick. Ideal für ein Picknick.

Zum Mittagessen in Kranjska Gora empfehlen wir Gostilna Pri Martinu — traditionelle slowenische Küche, hervorragende Žlikrofi (slowenische Ravioli mit Kartoffelfüllung) für ca. 10 €.

Nachmittags geht es weiter über den Vršič hinunter ins Soča-Tal. Die Abfahrt ist genauso schön wie der Aufstieg, nur aus der anderen Perspektive.

Wo übernachten

Entweder in Kranjska Gora übernachten (falls ihr morgens noch eine Wanderung machen wollt) oder gleich weiter bis nach Bovec im Soča-Tal fahren. Wir würden empfehlen, direkt nach Bovec zu fahren — morgens habt ihr dann die Soča direkt vor der Tür.

Unsere Unterkunftstipps: Hotel Soča (Hotel mit Wellnessbereich im Zentrum von Bovec) oder Hotel Sanje ob Soči (stylisches Designhotel am Fluss).

Tag 5–6. Soča-Tal — smaragdgrünes Paradies

Türkisfarbener Fluss Soča in den Julischen Alpen
Foto: MarcusObal, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Zwei Tage im Tal der Soča. Warum zwei? Weil einer nicht reicht. Die Soča ist vermutlich der schönste Fluss, den wir je gesehen haben — die Farbe des Wassers ist so intensiv türkis, dass es wie Photoshop aussieht. Ist es aber nicht.

Tag 5: Bovec und Adrenalin

Bovec ist das Adrenalin-Zentrum Sloweniens. Wenn ihr Outdoor-Aktivitäten liebt, werdet ihr hier fündig:

  • Rafting auf der Soča — absolutes Must-do. Preise liegen bei 40–55 €/Person, Dauer 2–3 Stunden. Das Wasser ist kalt (um die 8–12 °C), aber einen Neoprenanzug bekommt ihr. Ein Erlebnis fürs ganze Leben.
  • Zip-Line über dem Učja-Tal — eine der längsten in Europa (ca. 60 €/Person).
  • Canyoning — Abseilen an Wasserfällen, Sprünge in Gumpen. Für die Mutigen (50–70 €).

Falls Adrenalin nicht so euer Ding ist, macht einen Abstecher zum Slap Boka — dem höchsten Wasserfall Sloweniens (106 m). Man sieht ihn direkt von der Straße aus, aber für eine bessere Aussicht kann man höher hinaufwandern (ca. 30 Minuten).

Zum Mittagessen in Bovec empfehlen wir Gostilna Sovdat (Hausmannskost, ausgezeichnetes Kalbsschinken) oder Thomy Cottage für exzellente Pizza.

Tag 6: Tolmin und Umgebung

Von Bovec geht es flussabwärts entlang der Soča Richtung Kobarid und Tolmin.

In Kobarid haltet an der Napoleonbrücke und wandert den historischen Rundweg von Kobarid — ein Lehrpfad über die Schlacht von Kobarid im 1. Weltkrieg (2–3 Stunden, mittlerer Schwierigkeitsgrad). Falls euch Geschichte interessiert, schaut auch ins Kobarid-Museum — überraschend gut gemacht und bewegend (Eintritt 8 €).

Weiter geht es zu den Tolmin-Klammen (Tolminska korita) — weniger bekannt als Vintgar, aber genauso schön und deutlich weniger besucht. Eintritt 5 €, der Spaziergang dauert ca. 1 Stunde. Hier seht ihr die Stelle, wo sich zwei Flüsse — Tolminka und Zadlašica — in einer unglaublich engen Schlucht treffen.

Zum Abendessen geht ins Hiša Franko in Kobarid — eines der besten Restaurants Sloweniens (Michelin-Stern!), aber ihr braucht eine Reservierung Wochen im Voraus und die Preise starten bei 150 €/Person für das Degustationsmenü. Falls es mit Hiša Franko nicht klappt, ist Topli Val in Tolmin eine hervorragende Alternative — ausgezeichnete lokale Küche zu normalen Preisen (12–16 € Hauptgericht).

Wo übernachten im Soča-Tal

Bovec ist die praktischste Basis. Die Unterkünfte sind hier günstiger als in Bled, es gibt viele Familienpensionen und Apartments. Wer campen möchte: Kamp Polovnik ist ausgezeichnet.

Unsere Unterkunftstipps: Hotel Soča (Hotel mit Wellnessbereich im Zentrum von Bovec) oder Hotel Sanje ob Soči (stylisches Designhotel am Fluss).

Tag 7. Weiterfahrt zur Küste — Höhlen von Škocjan

Höhlen von Škocjan — unterirdische Welt

Tag sieben ist ein Fahrtag, aber definitiv nicht langweilig. Vom Soča-Tal geht es Richtung Südwesten zur Küste, unterwegs haltet ihr bei einem der erstaunlichsten Naturwunder Europas.

Die Höhlen von Škocjan (Škocjanske jame) sind UNESCO-Welterbe und — mal ehrlich — wesentlich beeindruckender als die berühmtere Postojna-Höhle. Warum? Weil im Inneren der Fluss Reka durch einen riesigen unterirdischen Canyon fließt, der so groß ist, dass eine Kathedrale hineinpassen würde. Euch klappt schlicht die Kinnlade runter.

Der Eintritt beträgt 20 €/Person, die Führung dauert ca. 1,5 Stunden und man geht zu Fuß (kein Züglein wie in Postojna). Wichtig: Drinnen herrschen ca. 12 °C, also nehmt eine Jacke mit, auch wenn es draußen 30 Grad hat.

Führungen finden zu festen Zeiten statt, in der Saison stündlich. Wir empfehlen, gegen 10:00 Uhr anzukommen, um die Vormittagsführung zu erwischen und anschließend an die Küste weiterzufahren.

Von den Höhlen bis Piran ist es weniger als eine Stunde Fahrt.

Zum Mittagessen haltet unterwegs im Dorf Štanjel — ein wunderschönes mittelalterliches Steindorf auf einem Hügel, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Das Restaurant Gostilna Jama in der Nähe der Höhlen ist eine solide Wahl für ein schnelles Mittagessen.

Wo übernachten

Fahrt weiter nach Piran — bucht dort die Unterkunft für zwei Nächte. Den heutigen Abend verbringt ihr bei einem Spaziergang durch dieses wunderschöne Küstenstädtchen.

Tag 8. Piran — ein Stück Italien in Slowenien

Blick auf die Küstenstadt Piran
Foto: Mateja Jaušovec, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Piran ist vermutlich unser Lieblingsstädtchen an der slowenischen Küste. Es sieht aus wie ein Stück Italien — venezianische Architektur, enge Gassen, pastellfarbene Fassaden und der Tartini-Platz, wo man mit einem Kaffee sitzt und aufs Meer schaut.

Morgens klettert auf die Stadtmauer — der Eintritt ist kostenlos und der Blick auf die Stadt, den Hafen und die Adria ist wunderschön. Danach schlendert durch die Gassen der Altstadt, schaut in die Georgskathedrale und spaziert über die Uferpromenade.

Wo ist das schönste Meer in Slowenien? Mal ehrlich — die slowenische Küste ist nur 46 km lang, also rechnet nicht mit Sandstränden. Die meisten „Strände“ sind Betonplattformen oder Kiesel. Das schönste Baden findet ihr:

  • Fiesa — eine kleine Bucht mit Kiesstrand unweit von Piran (15 Minuten zu Fuß). Das Wasser ist herrlich klar.
  • Strunjan — ein Naturreservat mit dem einzigen Sandstrand (eher Kies-Sand) an der slowenischen Küste.
  • Mesečev zaliv (Moon Bay) bei Strunjan — eine romantische Bucht unter Klippen.

Zum Mittagessen geht ins Fritolin pri Cantini — ein kleines Fischrestaurant direkt im Zentrum von Piran. Frischer Fisch und Meeresfrüchte zu fairen Preisen (Hauptgericht 12–20 €). Oder Restaurant Pavel für ausgezeichnete Mittelmeerküche.

Nachmittags fahrt nach Portorož (10 Minuten mit dem Bus oder 30 Minuten zu Fuß an der Küste entlang) — ein Kurort mit größerem Strand und Promenade. Nichts Umwerfendes, aber zum Nachmittagsschwimmen und Spazierengehen ganz nett.

Zum Abendessen gönnt euch das Restoran Delfin direkt am Meer in Piran — ein romantischer Sonnenuntergang mit einem Teller gegrilltem Fisch. Preise etwas höher (20–30 € für das Hauptgericht), aber die Atmosphäre ist es wert.

Wo übernachten in Piran

Piran ist klein, also seid ihr überall im Zentrum nah an allem. Parken ist allerdings ein Problem — lasst das Auto auf dem P+R-Parkplatz Fornače unterhalb der Stadt (ca. 10 €/Tag) und geht zu Fuß ins Zentrum (10 Minuten) oder nehmt den Shuttlebus. Im Zentrum selbst kann man nicht parken.

Unsere Unterkunftstipps: Hotel Piran (4-Sterne-Hotel am Meer nahe dem Tartini-Platz) oder Old Town Rooms Piran (Zimmer im Herzen der Altstadt).

Tag 9. Lipica und Štanjel — Pferde, Wein und Steindörfer

Steindorf Štanjel auf einem Hügel
Foto: Ramón, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Heute ist ein entspannter Tag auf dem Weg von der Küste Richtung Postojna. Der slowenische Karst (Kras) ist eine Region, die die meisten Touristen auslassen — und das ist schade, denn sie ist absolut zauberhaft.

Morgens fahrt nach Lipica — dem Gestüt, in dem die berühmten Lipizzaner gezüchtet werden. Die Führung kostet 18 €/Person und ihr seht wunderschöne weiße Pferde, historische Stallungen und vielleicht sogar ein Training. Auch wenn ihr keine Pferdenarren seid, ist es ein schönes Erlebnis.

Weiter geht es nach Štanjel (falls ihr es an Tag 7 nicht geschafft habt) — ein mittelalterliches Dorf auf einem Hügel mit Steinarchitektur und dem Garten des Architekten Maks Fabiani. Einer dieser Orte, wo die Zeit stehen geblieben ist und wo ihr maximal drei andere Touristen trefft.

Zum Mittagessen empfehlen wir eine der lokalen Osmice — das sind slowenische Bauern-„Pop-up-Restaurants“, in denen Winzer zweimal im Jahr ihren Keller öffnen und hausgemachten Wein, Schinken, Käse und Olivenöl servieren. Eine Übersicht findet ihr auf osmice.com. Falls gerade keine geöffnet hat, fahrt zur Gostilna Štokelj in Tomaj — hervorragende regionale Küche mit Teran-Wein.

Apropos Wein — Teran ist der lokale Rotwein aus dem Karst, den ihr unbedingt probieren müsst. Er ist kräftig, säurebetont und mineralisch. Dazu bestellt Pršut (luftgetrockneter Schinken) aus dem Karst — er unterscheidet sich vom italienischen Prosciutto, ist trockener und intensiver im Geschmack.

Nachmittags fahrt nach Postojna und übernachtet dort zwei Nächte.

Wo übernachten

Postojna selbst ist kein sonderlich spannender Ort, aber eine praktische Basis für die Höhlen und die Umgebung. Unterkünfte sind hier günstiger als an der Küste.

Unsere Unterkunftstipps: Hotel Jama (Hotel direkt am Eingang der Postojna-Höhle) oder ECO Hotel Center Postojna (renoviertes Hotel unweit der Höhle).

Tag 10. Höhle von Postojna und Burg Predjama

Burg Predjama in eine Felswand gebaut
Foto: Marco Almbauer, CC0, Wikimedia Commons

Heute gehören zwei ikonische Sehenswürdigkeiten dem Tag, die nah beieinander liegen und sich bequem an einem Tag schaffen lassen.

Die Höhle von Postojna (Postojnska jama) ist die meistbesuchte Höhle Europas — und das zu Recht. Sie ist riesig, voller Tropfsteine und einen Teil der Besichtigung absolviert man mit einem Züglein, was an sich schon ein Erlebnis ist (und auch der Grund, warum sie teurer ist als Škocjan). Der Eintritt beträgt 29,90 €/Person, das Kombiticket mit der Burg Predjama 41,90 € — und das lohnt sich.

Die Führung dauert 1,5 Stunden, drinnen herrschen wieder ca. 10 °C. Ihr seht auch den Grottenolm (Proteus anguinus) — einen blinden weißen Lurch, der nur in den Untergrundgewässern des Dinarischen Karstes lebt. Er sieht ein bisschen wie ein kleiner Drache aus.

Nach der Höhle fahrt zur Burg Predjama (Predjamski grad) — 10 Minuten mit dem Auto. Es ist eine Burg, die in eine 123 Meter hohe Felswand gebaut wurde und wie aus einem Märchen aussieht. Oder aus einem Film — hier wurde sogar ein Bond-Film gedreht. Eintritt im Kombiticket mit der Höhle (siehe oben) oder einzeln 18,90 €.

Zum Mittagessen empfehlen wir Gostilna Požar in Postojna — Hausmannskost, große Portionen, faire Preise. Oder Restavracija Proteus direkt bei der Höhle (touristisch, aber solide).

Der Nachmittag gehört euch — erholt euch, macht einen Spaziergang durch Postojna oder fahrt zum Zirknitzer See (Cerkniško jezero) — ein einzigartiger periodischer See, der im Sommer teilweise austrocknet und sich in eine Wiese verwandelt. Eine Naturkuriosität.

Wo übernachten

Bleibt in Postojna die zweite Nacht, morgens geht es Richtung Osten.

Tag 11. Auf in den Osten — Ptuj, die älteste Stadt

Burg Ptuj über der ältesten Stadt Sloweniens
Foto: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Heute ist Fahrtag vom Südwesten in den Osten Sloweniens. Die Strecke von Postojna nach Ptuj dauert etwa 2,5 Stunden und führt über Ljubljana (Autobahn).

Ptuj ist die älteste Stadt Sloweniens und eine der ältesten in Mitteleuropa — erste Erwähnungen reichen bis in die Römerzeit zurück. Es ist ein kleines, ruhiges Städtchen mit einer wunderschönen Burg auf dem Hügel, Thermalbädern in der Umgebung und einer Weinbautradition.

Am Nachmittag besichtigt die Burg Ptuj (Ptujski grad) — die Dominante der Stadt mit Museum und schönen Ausblicken auf die Stadt und den Fluss Drau. Eintritt 7 €. Drinnen findet ihr eine Sammlung von Karnevalsmasken — Ptuj ist nämlich bekannt für das traditionelle Kurentovanje, ein Faschingsfest mit gruseligen Masken aus Schafsfell.

Spaziert durch die Altstadt — sie ist kompakt, in einer Stunde habt ihr alles gesehen. Haltet am Minoritenkloster und auf dem Hauptplatz.

Zum Abendessen geht ins Gostilna Ribič — ein Restaurant direkt am Drau-Ufer mit hervorragender Fischküche (Hauptgericht 12–16 €). Oder PP Gostilna Amadeus für traditionelle slowenische Küche.

Wenn ihr Wein mögt, ist Ptuj von Weinbergen umgeben — abends könnt ihr eine Verkostung in einer der lokalen Vinotheken machen. Pulchra vina im Stadtzentrum hat eine ausgezeichnete Auswahl.

Wo übernachten in Ptuj

Ptuj ist günstig — Unterkünfte bekommt ihr hier deutlich preiswerter als in Bled oder Piran. Wir empfehlen, direkt im Zentrum zu übernachten.

Unsere Unterkunftstipps: Hotel Mitra (historisches Hotel in der Altstadt unter der Burg) oder Grand Hotel Primus (Thermalhotel mit Thermalbecken).

Tag 12. Maribor und die Weinstraße

Altstadt von Maribor an der Drau
Foto: Jernej Furman, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Von Ptuj nach Maribor sind es nur 30 Minuten mit dem Auto. Maribor ist die zweitgrößte Stadt Sloweniens und ganz anders als Ljubljana — rauer, industrieller, aber auch authentischer und weniger touristisch.

Morgens schlendert durch die Altstadt — Hauptplatz (Glavni trg), Pestsäule, Kathedrale. Haltet bei der ältesten Rebe der Welt (Stara trta) — sie wächst direkt an der Fassade eines Hauses am Drau-Ufer und ist über 400 Jahre alt. Ja, sie trägt immer noch Trauben. Daneben gibt es ein kleines Museum (Eintritt frei) und eine Vinothek, wo ihr Wein von dieser Rebe verkosten könnt (ca. 15–25 € für eine Verkostung).

Wenn ihr Zeit habt, fahrt mit der Seilbahn auf das Pohorje — ein Bergrücken direkt über Maribor. Im Winter wird hier Ski gefahren, im Sommer ist es ideal für Spaziergänge und Ausblicke. Die Seilbahn kostet 13 € hin und zurück.

Zum Mittagessen empfehlen wir Mak Maribor — moderne slowenische Küche, tolles Degustationsmenü (ab 35 €). Für etwas Günstigeres: Restavracija Ancora — italienisch-slowenische Küche, Hauptgericht 10–14 €.

Nachmittags macht einen Ausflug auf die Weinstraße südlich von Maribor — die Region Štajerska (Steiermark) ist die bekannteste Weinregion Sloweniens. Fahrt ins Dorf Šmarje pri Jelšah oder zu den Weingärten rund um Jeruzalem (ja, so heißt es wirklich 😁) — Hügel voller Rebstöcke, Ausblicke in alle Richtungen und Verkostungen in Familien-Weingütern. Empfehlenswert sind Hlebec oder Puklavec Family Wines.

Wo übernachten

Fahrt abends weiter Richtung Logarska dolina — die Fahrt dauert ca. 1,5 Stunden. Übernachtet in der Nähe der Logarska dolina, damit ihr morgens frisch starten könnt.

Tag 13. Logarska dolina — alpine Perle zum Abschluss

Gletschertal Logarska dolina
Foto: Viktar Palstsiuk, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Logarska dolina (Logar-Tal) ist unserer Meinung nach der schönste Ort in Slowenien, den die meisten Touristen nicht besuchen. Es ist ein Gletschertal, umgeben von steilen Alpengipfeln, mit grünen Wiesen, Schafherden und am Ende einem Wasserfall. Es sieht aus wie die Schweiz, nur ohne Schweizer Preise und ohne Menschenmassen.

Die Einfahrt ins Tal kostet 10 € in der Saison. Fahrt bis zum Ende des Tals zum Wasserfall Rinka (Slap Rinka) — 90 Meter hoch, 20 Minuten Fußweg vom Parkplatz. Oben am Wasserfall gibt es eine kleine Hütte, wo man einen Kaffee mit Aussicht genießen kann.

Am Vormittag macht den Panoramaweg (Panoramska pot) — ein Rundwanderweg um das Tal, der ca. 3–4 Stunden dauert und absolut atemberaubende Ausblicke auf das gesamte Tal von oben bietet. Der Schwierigkeitsgrad ist mittel — keine technischen Passagen, aber es geht bergauf.

Falls ihr eine kürzere Wanderung bevorzugt, spaziert durch den Talboden — ein flacher Weg, ideal auch mit Kindern, an Bächen und Wiesen entlang. Die Atmosphäre ist absolut magisch, besonders morgens, wenn der Nebel über den Wiesen aufsteigt.

Zum Mittagessen geht ins Gostišče Žolnir direkt im Tal — Hausmannskost, Štruklji, Rindsgulasch, alles aus lokalen Zutaten. Die Portionen sind riesig und die Preise volkstümlich (8–14 € Hauptgericht).

Nachmittags fahrt in das benachbarte Matkov kot — noch wilder und weniger besucht. Die Straße ist schmal und führt durch den Wald, am Ende wartet ein schöner Wasserfall. Ideal für einen entspannten Spaziergang.

Wenn ihr echte Wanderungen und das richtige Schuhwerk dafür liebt, ist die Logarska dolina der perfekte Ort, um beides auszuprobieren.

Wo übernachten in der Logarska dolina

Im Tal gibt es ein paar Familienpensionen und Bauernhöfe — wir empfehlen Penzion Juvanija oder Hotel Plesnik (die luxuriösere Variante mit Wellness). Die Auswahl an Unterkünften ist begrenzt, also bucht frühzeitig!

Tag 14. Rückreise — über die Kamniker Alpen

Historisches Zentrum der Stadt Kamnik
Foto: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Letzter Tag des Roadtrips. Von der Logarska dolina geht es zurück entweder nach Ljubljana (zum Flughafen, ca. 1,5 Stunden) oder nach Deutschland (ca. 4 Stunden nach München über Österreich).

Auf dem Rückweg haltet in Kamnik — ein kleines Städtchen mit hübschem mittelalterlichem Zentrum, einer Burg und Alpenblick. Eine Stunde für einen Kaffee und Spaziergang reicht völlig.

Wenn ihr von Ljubljana fliegt und noch Zeit habt, könnt ihr noch zum Arboretum Volčji Potok fahren (15 Minuten vom Flughafen) — ein wunderschöner botanischer Park, ideal für einen letzten Spaziergang.

Praktische Tipps zum Schluss

Was einpacken

Slowenien ist vielfältig — ihr braucht sowohl Wanderkleidung für die Berge als auch Badesachen für die Küste. Unsere Anleitung, wie man nur mit Handgepäck reist, ist nützlich, falls ihr mit einer Billigairline fliegt.

eSIM und Internet

In Slowenien greift das EU-Roaming, wenn ihr einen deutschen Tarif mit Datenvolumen habt, seid ihr bestens versorgt. Falls ihr länger unterwegs seid oder auf Nummer sicher gehen wollt, schaut euch unseren Testbericht zur Holafly eSIM an.

Versicherung

Für kürzere Reisen innerhalb Europas ist die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) die Basis, aber für mehr Sicherheit empfehlen wir eine zusätzliche Reiseversicherung — besonders wenn ihr Adrenalin-Aktivitäten an der Soča plant. Schaut euch unseren Testbericht zu SafetyWing an.

Worauf achten in Slowenien

  • Parkstrafen sind hoch — prüft immer, wo ihr stehen dürft, und bezahlt die Parkgebühr.
  • E-Vignette ist auf Autobahnen Pflicht. Ohne riskiert ihr eine Strafe von 300–800 €.
  • Bären — ja, in Slowenien lebt eine Population von Braunbären. In den Bergen kann man ihnen theoretisch begegnen, aber es ist selten. Macht euch auf den Wegen bemerkbar und alles ist gut.
  • Leitungswasser ist in Slowenien ausgezeichnet — trinkt ruhig überall aus dem Hahn.
  • Trinkgeld ist nicht verpflichtend, aber es ist üblich, aufzurunden oder 5–10 % zu geben.

Weiterlesen: weitere Artikel über Slowenien

Möchtet ihr einige Stationen ausführlicher erkunden oder den Roadtrip verlängern? Hier sind weitere Tipps:

Häufig gestellte Fragen zum Roadtrip durch Slowenien

Bevor ihr aufbrecht, hier die Antworten auf die Fragen, die uns Leser am häufigsten zum 14-tägigen Roadtrip durch Slowenien stellen.

Was kostet ein 14-tägiger Roadtrip durch Slowenien?

Rechnet mit einem Budget von ca. 700–1.400 € pro Person ohne Anreise, je nach Unterkunftsstil und Essgewohnheiten. Wenn ihr campt und selbst kocht, geht es günstiger. Wenn ihr Hotels und Restaurants bevorzugt, wird das Budget höher. Dazu kommen Flüge (ab ca. 60 € pro Strecke) oder Benzinkosten aus Deutschland (ca. 80–120 € pro Strecke von München) und der Mietwagen (350–560 € für 14 Tage).

Wann ist die beste Reisezeit für Slowenien?

Die besten Monate sind Mai–Juni und September. Im Sommer (Juli–August) ist es warm und man kann gut baden, aber touristische Orte wie Bled sind überfüllt. Der Frühling bietet grüne Natur und weniger Touristen, der Herbst schöne Farben und Weinernte. Den Winter würde ich für einen Roadtrip vermeiden — einige Bergstraßen (einschließlich des Vršič-Passes) sind gesperrt.

Wie teuer ist Slowenien?

Slowenien ist günstiger als Österreich oder Italien, aber teurer als Kroatien. Ein Hauptgericht im Restaurant kostet 10–18 €, Bier 3–4 €, Cappuccino 2–3 €. Unterkünfte reichen von 50 €/Nacht für ein Apartment bis 150+ € für ein Hotel. Eintrittspreise für die Hauptattraktionen liegen bei 10–30 €.

Worauf muss man in Slowenien achten?

Vor allem auf Parkstrafen und Geschwindigkeitsüberschreitungen — die Bußgelder sind deutlich höher als in Deutschland. Vergesst nicht die E-Vignette (15 €/Woche). Ansonsten ist Slowenien ein sehr sicheres Land, praktisch ohne touristische Abzocke. In den Bergen tragt gutes Schuhwerk, das Wetter kann schnell umschlagen. Und achtet auf Bären in den Wäldern — sie sind scheu, aber es gibt sie.

Wo ist das schönste Meer in Slowenien?

Die slowenische Küste ist kurz (46 km) und Sandstrände gibt es hier praktisch keine. Das schönste Baden findet man in der Bucht Fiesa bei Piran (Kiesstrand mit klarem Wasser), im Naturreservat Strunjan (einziger Sandstrand) und in der Mesečev zaliv (Moon Bay). Wenn es euch hauptsächlich ums Baden geht, ist eine Kombination mit dem kroatischen Istrien eine Überlegung wert — es liegt gleich nebenan.

Brauche ich in Slowenien ein Auto?

Für diese Reiseroute auf jeden Fall ja. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert zwischen den größeren Städten (Ljubljana–Bled, Ljubljana–Piran), aber viele der schönsten Orte (Vršič, Logarska dolina, kleinere Wasserfälle, Weingebiete) erreicht ihr ohne Auto nicht. Ein Mietwagen kostet 25–40 €/Tag.

Ist Slowenien für Familien mit Kindern geeignet?

Auf jeden Fall. Slowenien ist sicher, die Entfernungen sind kurz (nichts dauert länger als 2,5 Stunden Fahrt), und Kinder lieben Höhlen, Seilbahnen, Schwimmen in Seen und die Zugfahrt in Postojna. Für Familien würde ich die Route auf 10 Tage verkürzen und die Adrenalin-Aktivitäten an der Soča auslassen (oder durch ruhigeres Kajakfahren auf dem Bohinjer See ersetzen).

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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