Shanghai, China: 22 Tipps für deinen Besuch 2026

Shanghai haut dich schon am Flughafen um: futuristische Wolkenkratzer neben kolonialen Palästen und der Duft von Nudeln aus der Gasse um die Ecke. Diese Stadt lässt dir keine Wahl – entweder du liebst sie oder sie überrumpelt dich. Futuristische Wolkenkratzer ragen hier direkt gegenüber von wunderschönen Kolonialgebäuden empor, und dazwischen mischt sich der Duft aus traditionellen chinesischen Garküchen, die sich in engen Gassen verstecken. Mach dich darauf gefasst, dass diese Stadt niemals schläft und ihr Tempo anfangs etwas schwindelerregend ist, aber sobald du dich auf die lokale Welle einstimmst, wird Shanghai dich für sich gewinnen.

Bevor du dich aber auf den Weg machst, musst du dich mit etwas Geduld wappnen und dich durch eine ziemlich spezifische Bürokratie kämpfen. Während unsere slowakischen Nachbarn visafreien Verkehr genießen, haben Deutsche Glück – ihr könnt bis Ende 2026 ohne Visum bis zu 30 Tage einreisen, alternativ gibt es unter bestimmten Bedingungen einen speziellen visafreien Transit. Sobald du aber alle Formalitäten erledigt und die richtigen Zahlungs-Apps auf dein Handy geladen hast, öffnet sich dir eine völlig neue Welt. Du wirst feststellen, dass die Metro hier auf die Minute genau fährt und dass du deine Geldbörse mit Bargeld eigentlich gar nicht brauchst.

Ich habe für dich 22 Tipps zusammengestellt, was du in Shanghai auf keinen Fall verpassen solltest – von Aussichten in den Wolken bis zu versteckten Tempeln, die Touristen selten besuchen. Wir schauen uns die besten Ausblicke hoch oben in den Wolken an, entdecken verborgene historische Tempel, erkunden faszinierende moderne Museen, und ich verrate dir, wie du den schlimmsten Menschenmassen aus dem Weg gehst. Wir vergessen auch nicht die praktischen Tipps zu Bezahlung, Transport und zeigen dir, wie du hier problemlos als Vegetarier überlebst.

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

Du willst dich nicht durch einen langen Reiseführer kämpfen? Ich habe für dich das Wichtigste in Kürze zusammengestellt, was du vor der Reise in diese asiatische Metropole wissen solltest.

  • Visum-Lotterie: Deutsche können bis Ende 2026 ohne Visum für bis zu 30 Tage nach China einreisen. Alternativ gibt es einen 240-stündigen visafreien Transit (wenn du ein Flugticket in ein Drittland hast). Tschechen benötigen weiterhin ein Touristenvisum vom Typ L.
  • Zahlung nur per Handy: Bargeld und gewöhnliche Zahlungskarten sind in kleinen Läden nutzlos. Notwendig ist es, Alipay oder WeChat Pay herunterzuladen und deine europäische Karte hochzuladen.
  • Internet-Zensur: Google, Instagram, Facebook und WhatsApp funktionieren in China nicht. Eine gute VPN-App musst du noch vor dem Abflug von zu Hause installieren.
  • Beste Aussichten: Die ikonische Uferpromenade The Bund genießt du am besten eine Stunde nach Sonnenuntergang, während du die Stadt aus der Höhe vom 118. Stockwerk des Shanghai Tower betrachtest.
  • Transport für wenig Geld: Shanghai hat das längste U-Bahn-Netz der Welt, wobei ein Tagesticket dich nur 18 CNY (etwa €2,50) kostet. Vom Flughafen fährst du außerdem mit dem Magnetschwebebahn Maglev mit Geschwindigkeiten bis zu 430 km/h.
  • Ausflüge in die Umgebung: Neben den historischen Gärten in der Stadt Suzhou solltest du auch das LEGOLAND Shanghai Resort nicht verpassen, das im Sommer 2025 als weltweit größtes eröffnet wurde.

Wann du nach Shanghai reisen solltest

Wenn du das angenehmste Wetter erleben und Extreme vermeiden willst, plane deine Reise idealerweise für Oktober oder November. Die Temperaturen bewegen sich in dieser Herbstperiode zwischen sehr angenehmen 15 bis 25 Grad Celsius, der Himmel ist meist klar und du vermeidest die erschöpfende Luftfeuchtigkeit, die die Stadt den Rest des Jahres plagt. Eine weitere ausgezeichnete Wahl sind die Frühlingsmonate April und Mai, wenn die ganze Stadt schön grün wird, die Bäume in den Parks blühen und die Temperaturen geradezu ideal sind für ganztägige Besichtigungstouren.

Im Gegenteil würde ich dir empfehlen, den Sommer in einem großen Bogen zu meiden. Während Juli und August klettern die Temperaturen regelmäßig auf 35 Grad, und in Kombination mit extremer Luftfeuchtigkeit wird die Stadt zu einer aufgeheizten Betonsauna. Der Winter ist dann ziemlich grau und unwirtlich. Die Temperaturen fallen zwar nur auf 3 bis 8 Grad über Null, aber wegen der allgegenwärtigen hohen Luftfeuchtigkeit kriecht die Kälte unangenehm unter die Haut, sodass du wirklich warme Kleidung und ständige Pausen für heißen Tee benötigen würdest.

Pass besonders auf bei chinesischen Staatsfeiertagen, die deinen Urlaub in einen logistischen Albtraum voller endloser Warteschlangen verwandeln können. Das chinesische Neujahr (ein beweglicher Feiertag im Januar oder Februar) bedeutet, dass hunderte Millionen Menschen zu ihren Familien reisen, Züge hoffnungslos ausverkauft sind und viele kleinere Geschäfte für mehrere Tage komplett geschlossen haben. Ebenso solltest du unbedingt die sogenannte Goldene Woche Anfang Oktober vermeiden, wenn ganz China frei hat und die Sehenswürdigkeiten in Shanghai zum Bersten überfüllt sind mit dem großen Ansturm einheimischer Touristen.

Praktische Informationen vor der Reise nach Shanghai

Die Grundlage für eine Reise nach Shanghai ist es, sich in der Visapolitik zurechtzufinden, denn diese hat sich in den letzten Jahren ziemlich dynamisch verändert. Deutsche haben bis 31. Dezember 2026 visafreie Einreise für bis zu 30 Tage, ebenso Slowaken, Polen und andere auf der Liste. Als Deutscher musst du dir also kein klassisches Touristenvisum im Voraus besorgen. Eine Alternative ist der 240-stündige visafreie Transit, der in Shanghai seit Ende 2024 gilt, aber du musst ein bestätigtes Flugticket in ein Drittland haben und die festgelegten Grenzübergänge einhalten.

Der zweite große Unterschied ist die Zahlungsweise, denn Shanghai ist heute im Grunde eine nahezu bargeldlose Stadt. Mit einer europäischen Zahlungskarte kannst du nur in Luxushotels bezahlen, und Bargeld wird oft selbst an einem Imbissstand abgelehnt. Die Lösung ist die App Alipay oder WeChat Pay, in die du deine Visa oder Mastercard hochlädst und deine Identität mit dem Reisepass verifizierst. Transaktionen bis 200 CNY sind ohne Aufpreis, darüber erheben die Apps 3 % für grenzüberschreitende Zahlungen.

Du musst auch bedenken, dass die große chinesische Firewall den größten Teil des westlichen Internets blockiert. Damit du Google Maps, soziale Netzwerke nutzen oder mit deiner Familie über WhatsApp schreiben kannst, musst du dir noch vor dem Abflug ein zuverlässiges VPN installieren, denn in China kannst du es nicht mehr herunterladen. Eine großartige Alternative zu den blockierten Karten ist das Herunterladen der App Amap oder Baidu Maps, und für die Bestellung eines günstigen Taxis empfehle ich die App DiDi. Was das lokale Essen betrifft, trink auf keinen Fall Leitungswasser und verwende Flaschenwasser auch zum Zähneputzen. Wenn du Vegetarier bist, meide die berühmten Teigtaschen Xiaolongbao (sie sind mit Schweinefleisch und Brühe gefüllt) und geh lieber in buddhistische Restaurants bei Tempeln, oder probiere das Lokal Vegetarian Lifestyle in Jing’an, wo sie eine großartige, verständliche Speisekarte mit Bildern haben.

Wo du in Shanghai übernachten solltest

Die Wahl der richtigen Lage ist in einer so weitläufigen Stadt absolut entscheidend, sonst verbringst du unnötige Stunden täglich nur mit dem Umsteigen in der U-Bahn. Die beste strategische Lage ist die Umgebung des People’s Square oder der Anfang der Nanjing Road, von wo du zu Fuß zur historischen Uferpromenade kommst und hier die Kreuzung mehrerer Hauptlinien der U-Bahn hast. Wenn du eher eine ruhigere Atmosphäre mit einem Hauch von Alt-Europa suchst, schau dich nach einer Unterkunft in der ehemaligen französischen Konzession um, wo du unter Platanen spazieren gehst, koloniale Villen bewunderst und Kaffee in kleinen unabhängigen Cafés trinkst.

Unterkünfte in Shanghai können ziemlich teuer sein, aber wenn du mit ausreichend Vorlauf buchst, lassen sich echte Perlen für vernünftiges Geld finden. Achte immer darauf, dass das ausgewählte Hotel sehr nah an einer U-Bahn-Station liegt, idealerweise innerhalb von fünf Gehminuten, denn nach einem ganzen Tag des Entdeckens der Stadt wirst du jeden eingesparten Schritt schätzen. Für eine detailliertere Analyse der einzelnen Viertel lies dir unbedingt unseren separaten Artikel Wo man in Shanghai wohnt durch, wo du einen ausführlichen Vergleich der Preise und konkreten Lagen findest.

Von konkreten Hotels, die sich langfristig ausgezeichnete Bewertungen und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bewahrt haben, empfehle ich diese:

  • Campanile Shanghai Bund Hotel (Mittelklasse): Dieses Hotel bietet eine phänomenale Lage nur einen Katzensprung vom People’s Square und der historischen Uferpromenade The Bund entfernt. Die Zimmer sind modern und sehr sauber, wobei Reisende in den Bewertungen vor allem das hilfsbereite Personal loben, das gut Englisch spricht, was in China definitiv nicht selbstverständlich ist.
  • The Sukhothai Shanghai (Luxus-Boutique): Wenn du dir etwas wirklich Außergewöhnliches gönnen willst, wird dich dieses Design-Hotel im Viertel Jing’an garantiert begeistern. Es kombiniert minimalistisches asiatisches Design mit unglaublichem Komfort, bietet ein wunderschönes Wellnesszentrum und liegt in einer Gegend voller hervorragender Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.
  • Grand Hyatt Shanghai (ikonischer Luxus): Träumst du von einer Aussicht, die du bis ans Ende deines Lebens nicht vergisst? Dieses legendäre Hotel befindet sich direkt in den oberen Stockwerken des Wolkenkratzers Jin Mao Tower. Du schläfst direkt in den Wolken und kannst aus dem Fenster deines Zimmers das pulsierende nächtliche Shanghai beobachten, ganz zu schweigen von dem atemberaubenden Innenatrium, das einem den Atem raubt.

💡 Auf dieser Karte kannst du vergleichen, was gerade verfügbar ist – du siehst sofort, wie viel teurer ein Hotel in Puxi als in Pudong ist.

22 Tipps, was du in Shanghai sehen und unternehmen kannst

Die Stadt bietet so viele Erlebnisse, dass du hier einen ganzen Monat verbringen könntest und es immer noch etwas zu entdecken gäbe. Ich habe für dich 22 wesentliche Orte ausgewählt, die alles abdecken – von historischen Gärten über faszinierende Museen bis hin zu Wolkenkratzern, die in den Himmel ragen.

1. Die Uferpromenade The Bund (Waitan)

Die Uferpromenade The Bund ist wahrscheinlich der allerikonischste Ort in ganz Shanghai und deine ersten Schritte sollten genau hierher führen. Diese anderthalb Kilometer lange Promenade entlang des Huangpu-Flusses ist gesäumt von Dutzenden historischer Gebäude im Kolonialstil, die in den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts von wohlhabenden westlichen Banken und Handelsgesellschaften errichtet wurden. Die Atmosphäre der alten Welt atmet hier aus jedem Stein und die präzise Architektur erinnert eher an London oder Paris als an eine typische chinesische Metropole.

Der eigentliche visuelle Schock kommt jedoch in dem Moment, wenn du über den Fluss zum gegenüberliegenden Ufer in das moderne Viertel Pudong blickst. Der Kontrast zwischen den historischen Fassaden und den futuristischen Wolkenkratzern ist atemberaubend und symbolisiert perfekt die unglaubliche wirtschaftliche Entwicklung Chinas. Auf der Promenade findest du zahlreiche Bänke und erhöhte Aussichtspunkte, von denen aus du die besten Fotos des berühmten Shanghai-Panoramas machen kannst, das du aus Reisedokumentationen kennst.

💡 Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch ist etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang. Zu dieser Zeit leuchten sowohl die historischen Gebäude am Bund als auch die blendenden Neonlichter und Lichtshows an den gegenüberliegenden Wolkenkratzern. Sei aber darauf vorbereitet, dass zu dieser Zeit Tausende andere Touristen mit dir hier sein werden, daher lohnt es sich definitiv, etwas früher zu kommen und dir einen guten Platz am Geländer zu sichern.

2. Shanghai Tower und Aussicht vom 118. Stockwerk

Wenn du Höhen und moderne Architektur liebst, ist ein Besuch des Shanghai Tower für dich absolut unerlässlich. Mit einer beeindruckenden Höhe von 632 Metern handelt es sich um das zweithöchste Gebäude der Welt und sein elegantes, spiralförmig gedrehtes Design dominiert das gesamte Stadtpanorama. Schon die Fahrt nach oben ist ein unglaubliches Erlebnis, denn einer der schnellsten Aufzüge der Welt bringt dich mit einer Geschwindigkeit von über 70 Kilometern pro Stunde ans Ziel – in weniger als einer Minute.

Die Hauptattraktion ist die weitläufige öffentlich zugängliche Aussichtsplattform, die sich im unglaublichen 118. Stockwerk befindet. Der Blick aus dieser Höhe auf die Stadt unter dir ist so überwältigend, dass die umliegenden gläsernen Wolkenkratzer plötzlich wie kleine Legosteine aussehen. An klaren Tagen kannst du von hier problemlos Dutzende Kilometer weit sehen und ungestört den endlosen Strom von Fracht- und Ausflugsschiffen auf dem sich windenden Huangpu-Fluss beobachten.

Tickets können direkt vor Ort im Erdgeschoss oder bequem im Voraus online gekauft werden. Der Grundeintritt für Erwachsene beträgt 180 CNY (etwa 25 €), Studenten bis 23 Jahre erhalten ermäßigten Eintritt für 125 CNY und Kinder je nach Größe (101 bis 140 cm) zahlen 95 CNY. Ich empfehle, deinen Besuch für den späten Nachmittag zu planen, damit du von der Aussicht sowohl das Tageslicht als auch den romantischen Sonnenuntergang und die sich allmählich beleuchtende Stadt bei Nacht genießen kannst.

3. Oriental Pearl TV Tower

Dieser unverwechselbare Fernsehturm aus dem Jahr 1994 ist zwar schon lange nicht mehr das höchste Gebäude der Stadt, bleibt aber mit Abstand ihr meistfotografiertes Wahrzeichen. Sein einzigartiges Design mit drei massiven rosa Kugeln wirkt ein bisschen wie eine extravagante Requisite aus einem Science-Fiction-Film und verleiht dem Shanghai-Panorama sein absolut charakteristisches Aussehen. Im Inneren findest du mehrere verschiedene Aussichtsetagen sowie ein beliebtes Drehrestaurant.

Für die Mutigen unter euch bietet der Turm eine große Adrenalin-Attraktion, nämlich einen Aussichtsbalkon mit komplett verglastem Boden. Das Gehen auf durchsichtigem Glas in 259 Metern Höhe über dem Boden erfordert etwas Mut, aber der Blick auf die Autos in Ameisengröße, die unter deinen Füßen vorbeifahren, ist es definitiv wert. Sei nur darauf vorbereitet, dass es wegen der großen Beliebtheit hier ziemlich lange Schlangen an den Aufzügen geben kann.

💡 Tipp: Viele Touristen wissen überhaupt nicht, dass sich im Untergeschoss des Turms das fantastische Shanghai History Museum verbirgt. Die Ausstellung voller detaillierter Wachsfiguren und historischer Modelle bringt dir auf unglaublich fesselnde Weise die Geschichte Shanghais vom kleinen Fischerdorf bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts näher, und all das ist bereits im Preis des Grundtickets für den Turm enthalten.

4. Jin Mao Tower

Stell dir einen imposanten Wolkenkratzer vor, der auf wunderbare Weise traditionelle chinesische Architektur gestufter Pagoden mit modernen Technologien und glänzendem Stahl verbindet. Genau so ist der Jin Mao Tower, einer der elegantesten Hochhäuser im gesamten Pudong-Viertel. Diese architektonische Schönheit ragt 420 Meter in die Höhe und ihre gegliederte Fassade glänzt wunderschön im Sonnenlicht, was sie zu einem sehr dankbaren Fotomotiv vom gegenüberliegenden Flussufer macht.

Die Haupt-Aussichtsplattform für die Öffentlichkeit befindet sich im 88. Stockwerk und bietet hervorragende Panoramablicke auf die gesamte pulsierende Stadt. Faszinierend an diesem Gebäude ist jedoch vor allem sein Interieur, denn einen großen Teil der oberen Etagen nimmt das luxuriöse Hotel Grand Hyatt ein. Sein geräumiges zentrales Atrium erstreckt sich vom 56. Stockwerk bis nach oben und der Blick in diesen goldenen, spiralförmigen Abgrund im Inneren des Gebäudes gehört zu den allerbesten architektonischen Erlebnissen in Shanghai.

💡 Tipp: Wenn du nicht den klassischen Eintrittspreis für die Aussicht bezahlen und dich nicht mit den Menschenmassen drängen willst, gibt es eine viel cleverere Alternative. Fahr mit dem Aufzug direkt zur Bar Cloud 9, die sich im 87. Stockwerk des erwähnten Hotels befindet. Du kaufst dir hier zwar einen ziemlich teuren Kaffee oder Abenddrink, aber insgesamt kommst du ähnlich teuer weg wie mit einer Eintrittskarte und kannst außerdem die atemberaubende Aussicht von einem bequemen Sessel in viel ruhigerer Atmosphäre genießen.

5. Shanghai World Financial Center

Die Einheimischen nennen dieses imposante Gebäude nichts anderes als Flaschenöffner, und wenn du es mit eigenen Augen siehst, wirst du sofort verstehen warum. Dieser 492 Meter hohe Wolkenkratzer hat in seinem oberen Teil eine große rechteckige Öffnung, die ursprünglich von japanischen Architekten als Kreis entworfen wurde, aber aufgrund heftiger öffentlicher Proteste schließlich in die heutige Form geändert wurde. Die Öffnung dient in erster Linie dazu, den Winddruck auf die gesamte massive Gebäudekonstruktion effektiv zu reduzieren.

Die ikonische Aussicht Sky Walk selbst befindet sich direkt über dieser Öffnung im exakt 100. Stockwerk in 474 Metern Höhe. Der gesamte lange Korridor ist verglast und hat teilweise auch einen gläsernen Boden, sodass du manchmal das Gefühl hast, direkt über der erwachenden Stadt zu schweben. Die Ausblicke auf den benachbarten Jin Mao Tower und den sich windenden Huangpu-Fluss sind von hier aus fantastisch und der gesamte Raum wirkt viel luftiger als die etwas höhere Aussicht im Shanghai Tower.

Wenn du moderne Architektur liebst, sollte ein Besuch dieses Wolkenkratzers definitiv nicht in deinem Reiseplan fehlen. Tickets bekommst du umgerechnet für etwa 20 € und dank seiner einzigartigen Form bietet das Gebäude völlig andere Blickwinkel als die umliegenden Wolkenkratzer.

6. Traditionelle Gärten Yu Garden (Yuyuan)

Inmitten der endlosen Flut von modernem Beton, Stahl und Glas wirken die friedlichen Yu-Gärten wie eine perfekte Erscheinung aus einer anderen Welt. Dieser klassische chinesische Garten stammt bereits aus dem Jahr 1559 aus der Zeit der mächtigen Ming-Dynastie und wurde ursprünglich von einem wohlhabenden Regierungsbeamten für seine alternden Eltern erbaut. Heute ist es ein Meisterwerk traditioneller Gartenarchitektur voller stiller Teiche, hölzerner Pavillons, künstlicher Felsen und wunderschön geformter alter Bäume.

Bei deinem Spaziergang wirst du definitiv auf die charakteristischen Zickzackbrücken stoßen, die ganz bewusst so gestaltet sind, denn böse Geister können laut chinesischer Mythologie nicht um die Kurve gehen. In den Teichen tummeln sich große bunte Koi-Karpfen und die Wände, die die einzelnen stillen Höfe voneinander trennen, sind mit eindrucksvollen Drachenrücken verziert. Es ist ein Ort wie geschaffen für einen Moment der Besinnung, auch wenn du damit rechnen musst, dass es an Wochenenden hier wirklich voll werden kann.

Der Eintritt variiert leicht je nach Saison, liegt aber normalerweise bei sehr erschwinglichen 40 CNY (ca. 5 €). Die schönste Atmosphäre erlebst du hier früh am Morgen, bevor die großen Touristengruppen mit Megafonen und Fähnchen eintreffen. Für die Erkundung aller versteckten Winkel, Pavillons und Felslabyrinthe solltest du dir mindestens zwei Stunden reine Zeit einplanen.

7. Yuyuan Old Street und Shanghai Old Street

Direkt hinter den hohen Mauern der ruhigen Yu Garden erstreckt sich ein lebendiger und lauter Basar-Komplex, der aus den Straßen Yuyuan Old Street und Shanghai Old Street besteht. Diese Gassen voller traditioneller Architektur mit geschwungenen Dachrändern sind heute ein riesiges Einkaufszentrum unter freiem Himmel. Du kannst hier fast alles kaufen – von günstigen Magneten über traditionelle chinesische Tees und Keramik bis hin zu teuren Seidenschals und präzisen Schnitzarbeiten.

Dieser Basar ist auch ein bedeutendes Zentrum der lokalen Gastronomie. Die hiesige Küche ist vor allem für ihre Xiaolongbao berühmt – das sind die legendären gedämpften Teigtaschen, traditionell gefüllt mit Schweinefleisch und heißer Brühe, für die sich hier regelmäßig unglaublich lange Schlangen bilden. Als Vegetarier solltest du aber aufpassen und dich lieber zu den Ständen begeben, wo hervorragende Gemüse-Jiaozi (gekochte Teigtaschen), knusprige Frühlingszwiebel-Pfannkuchen (Cong You Bing) oder verschiedene Arten von süßem Gebäck und frischer Sojamilch angeboten werden.

Beim Kauf von Souvenirs auf der alten Straße gilt eine absolut grundlegende Regel: Handeln wird hier nicht nur erwartet, sondern ist eine absolute Notwendigkeit. Der erste Preis, den dir der Verkäufer nennt oder auf einem großen Taschenrechner zeigt, ist oft das Dreifache des tatsächlichen Warenwerts. Sieh es als unterhaltsames Spiel, lächle, und wenn ihr euch nicht einig werdet, geh ruhig weg – der Verkäufer holt dich oft noch mit einem viel besseren Angebot ein.

8. Tempel des Stadtgottes (City God Temple)

Direkt im Herzen des geschäftigen Basar-Areals Yuyuan befindet sich der alte taoistische Tempel des Stadtgottes, der ein wichtiges spirituelles Zentrum des alten Shanghai bildet. Jede traditionelle chinesische Stadt hatte ihren Schutzgott, und dieser faszinierende Tempelkomplex ist gleich drei historischen Persönlichkeiten gewidmet, die zu Gottheiten erhoben wurden und die Aufgabe haben, die Bewohner Shanghais vor Katastrophen, Krankheiten und Unglück zu schützen.

Draußen auf dem Markt herrscht absolutes Chaos und Lärm. Sobald du aber die Schwelle dieses Tempels überschreitest, umgibt dich der berauschende Duft von Räucherstäbchen und relative Ruhe. Die Gebäude sind wunderschön mit sattem Rot und strahlendem Gold verziert, auf den Innenhöfen siehst du Einheimische beim tiefen Gebet und kannst die detaillierte Schnitzarbeit an den einzelnen Altären aus der Nähe bewundern.

Der Eintritt zum gesamten Komplex beträgt symbolische 10 CNY und der Besuch nimmt nicht mehr als eine halbe Stunde in Anspruch. Es ist ein großartiger Ort, um für einen Moment vom Einkaufswahnsinn draußen zu verschnaufen und etwas authentische taoistische Atmosphäre mitten in der modernen Großstadt einzuatmen.

9. Jade Buddha Temple

Die meisten Sehenswürdigkeiten in Shanghai haben ihre Wurzeln tief in der alten Geschichte. Der Jade Buddha Temple ist jedoch relativ jung, aber umso beeindruckender. Seine faszinierende Geschichte beginnt im Jahr 1882, als ein buddhistischer Mönch aus Burma zwei kostbare Buddha-Statuen mitbrachte, die aus ganzen Stücken strahlend weißen Jadeits handgeschnitzt sind. Genau zum Schutz dieser außergewöhnlich wertvollen Statuen wurde anschließend dieser gesamte wunderschöne Tempelkomplex errichtet.

Die größte Aufmerksamkeit der Besucher zieht die Statue des sitzenden Buddha an, die fast zwei Meter hoch ist und mit Dutzenden kostbarer Edelsteine geschmückt ist. Das Fotografieren der Statue selbst ist streng verboten, was die heilige und ruhige Atmosphäre des Ortes nur verstärkt, die von den örtlichen Mönchen wachsam gehütet wird. Die zweite kleinere Statue zeigt Buddha liegend im Moment des Erreichens des Nirwana und ist durch ihre unglaubliche Detailgenauigkeit nicht weniger faszinierend.

Der Tempel funktioniert bis heute als aktives Kloster, sodass du hier regelmäßig Mönche in gelben Roben triffst, die leise Sutras singen oder sich um die Tempelhöfe kümmern. Wenn du gegen Mittag hierher kommst, verpasse auf keinen Fall einen Besuch in der örtlichen Tempelkantine, wo sehr günstige und authentische vegetarische Gerichte serviert werden, die hauptsächlich auf frischem Tofu, Reisnudeln und Pilzen basieren.

10. Jing’an Temple

Wenn du nach einem einzigen Ort suchst, der die extremen Kontraste des heutigen Shanghai am besten definiert, ist es genau der Jing’an Temple. Dieser blendend goldene buddhistische Tempel liegt direkt an einer der verkehrsreichsten Einkaufsstraßen, der Nanjing West Road, und wird von allen Seiten von Glaswänden luxuriöser Einkaufszentren und hoher Wolkenkratzer bedrängt. Der Anblick traditioneller geschwungener Dächer vor dem Hintergrund hochmoderner Architektur ist einfach unvergesslich.

Die Geschichte des Tempels reicht bis ins dritte Jahrhundert zurück, obwohl er während der Song-Dynastie an seinen heutigen lukrativen Standort verlegt wurde und während der Kulturrevolution sogar als gewöhnliche Plastikfabrik diente. Heute ist er komplett und aufwendig restauriert und seine Dächer sind mit echtem Gold bedeckt, das in der Sonne unglaublich glitzert. Der Eintritt ist hier zwar etwas höher (etwa 50 CNY), aber die majestätische silberne Buddha-Statue im Hauptsaal ist es definitiv wert.

💡 Tipp: Plane deinen Besuch nicht nur bei Tageslicht. Sobald es dunkel wird, ist der gesamte Tempel wunderschön beleuchtet und schafft in Kombination mit den blinkenden Neonlichtern der umliegenden Kaufhäuser eine fantastische und leicht surreale Atmosphäre. Außerdem ist er sehr leicht zu erreichen, da die gleichnamige U-Bahn-Station direkt darunter liegt.

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11. Longhua Temple

Von allen Tempeln in Shanghai ist der Longhua Temple der älteste und weitläufigste, und dennoch entgeht er überraschenderweise immer noch der Aufmerksamkeit der meisten ausländischen Touristen. Seine Geschichte reicht laut alten Legenden bis ins Jahr 242 zurück und er bewahrt bis heute ein hohes Maß an Authentizität. Im Gegensatz zum überfüllten und hochglanzpolierten Jing’an Temple herrscht hier echte Ruhe und du triffst hauptsächlich nur Einheimische Gläubige.

Das Wahrzeichen des gesamten weitläufigen Geländes ist eine vierzig Meter hohe achteckige Pagode, die schon von weitem gut sichtbar ist. Die Pagode selbst darf aus Gründen des Schutzes des zerbrechlichen Denkmals zwar nicht betreten werden, aber ihr Äußeres ist wunderschön und fotogen. In den einzelnen Hallen des Tempels findest du dann gigantische goldene Buddha-Statuen und Hunderte kleinerer detaillierter Figuren von Luohans (buddhistischen Heiligen).

Für mich persönlich ist dies der am besten bewertete Tempel aus der gesamten Auswahl, auch dank des fantastischen Tempelrestaurants, das ein versteckter Schatz ist. Die örtliche buddhistische Kantine kocht ausschließlich rein vegetarische Gerichte, und ihre herzhaften Nudelsuppen mit Pilzen oder Gemüseknödel für ein paar Cent sind berühmt. Wenn du das wahre spirituelle Gesicht Shanghais ohne Menschenmassen mit Kameras erleben möchtest, komm genau hierher.

12. Shanghai Museum am People’s Square

Wenn du in die immens reiche chinesische Geschichte eintauchen möchtest, gibt es keinen besseren Ort als das klassische Shanghai Museum am weitläufigen People’s Square. Das Museumsgebäude hat eine einzigartige Form mit rundem Dach und quadratischem Sockel, was in der traditionellen alten chinesischen Philosophie den runden Himmel und die quadratische Erde symbolisiert. Schon von außen stellt dieses massive Gebäude ein Kunstwerk dar, das dir sofort ins Auge fällt.

Innen erwarten dich großartige und sorgfältig kuratierte Sammlungen, die Tausende Jahre chinesischer Kunst abbilden. Am meisten geschätzt wird die umfangreiche Ausstellung antiker Bronzen, von denen einige mehr als dreitausend Jahre alt sind, sowie die faszinierende Sammlung feiner chinesischer Keramik und Luxusporzellan. Du findest hier auch schöne Beispiele traditioneller Kalligrafie, Malerei und kunstvoller Möbel aus der Zeit der Ming- und Qing-Dynastien.

Ein großer Vorteil für alle Reisenden ist, dass der Eintritt zu den Dauerausstellungen des Museums völlig kostenlos ist. Das Einzige, was du tun musst, ist, dir im Voraus über die offizielle App oder WeChat ein Ticket zu reservieren, da die Tageskapazität aus Sicherheitsgründen begrenzt ist. Bereite dich aber auf eine gründliche Sicherheitskontrolle am Eingang vor und ich empfehle, gleich morgens zu kommen, um den größten Menschenmassen lauter Schulausflüge zu entgehen.

13. Shanghai Museum East Campus

Das alte Museum am People’s Square hat zwar seinen unbestreitbaren historischen Charme, aber das neue Shanghai Museum East Campus im Pudong-Viertel, das 2024 vollständig für die Öffentlichkeit geöffnet wurde, spielt in einer ganz anderen Liga. Mit einer unglaublichen Ausstellungsfläche von 46.000 Quadratmetern handelt es sich um eines der größten und technologisch modernsten Museen in ganz Asien. Laut Bewertungen und Rezensionen von Reisenden ist dies das absolut beste Museumserlebnis in der ganzen Stadt.

Die Architektur des Gebäudes ist streng minimalistisch und die Räume im Inneren sind so riesig, dass sich selbst große Besuchermengen wunderbar und natürlich verteilen. Die Ausstellungen nutzen modernste Technologien, interaktive Touchpanels und eine fantastische theatralische Beleuchtung, durch die antike Artefakte buchstäblich vor deinen Augen zum Leben erwachen. Neben traditioneller Kunst findest du hier auch umfangreiche Bereiche, die den ethnischen Minderheiten Chinas und ihrer prächtigen Kleidung gewidmet sind.

Für den Besuch dieses Kolosses solltest du dir ruhig einen halben Tag Zeit nehmen, denn alle Etagen zu durchlaufen und so viele Informationen aufzunehmen, ist wirklich anspruchsvoll. Genau wie beim alten Gebäude ist der Eintritt völlig kostenlos, aber eine Reservierung mit ausreichendem Vorlauf ist absolut notwendig, da der neue Campus bei den Einheimischen auf riesiges Interesse stößt.

14. Shanghai Natural History Museum

Wenn du mit Kindern reist oder dich einfach die Natur und die lange Evolution des Lebens fasziniert, darfst du dieses Museum auf keinen Fall auslassen. Schon das Gebäude selbst im Jing’an-Viertel ist ein modernes architektonisches Juwel, sein atemberaubendes Design ist vom Gehäuse eines Nautilus inspiriert und von außen ist es mit grünen Terrassen bedeckt, sodass es natürlich mit dem umliegenden weitläufigen Skulpturenpark verschmilzt.

Im Inneren erwartet dich ein unglaubliches visuelles Festmahl, das dich stundenlang beschäftigen wird. Der größte Publikumsmagnet sind zweifellos die vollständigen riesigen Dinosaurierskelette in der zentralen Halle, aber du findest hier auch Tausende präzise präparierte Tierpräparate aus allen Ecken des Planeten. Die Ausstellungen dokumentieren die Entwicklung des Lebens auf der Erde von der Urzeit bis zur Gegenwart und alles wird in einer sehr verständlichen und visuell attraktiven Form mit vielen englischen Beschriftungen präsentiert.

Der Eintritt kostet nur 30 CNY (etwa 4 €), was für eine so umfangreiche und moderne Institution ein hervorragender Preis ist. Das Museum ist sehr interaktiv, sodass du viele Dinge anfassen, Animationen abspielen oder den echten Klängen des Regenwaldes lauschen kannst. An Wochenenden kann es hier ziemlich voll werden, deshalb solltest du deinen Besuch lieber auf einen Wochtagvormittag legen.

15. Power Station of Art

Liebhaber zeitgenössischer und moderner Kunst sollten sofort zum Huangpu-Fluss zur Galerie Power Station of Art aufbrechen. Wie der Name schon andeutet, befindet sich diese prestigeträchtige Institution im riesigen Gebäude eines ehemaligen Kohlekraftwerks, dessen hoher Schornstein mit einem massiven leuchtenden Thermometer als hervorragender Orientierungspunkt dient. Der Raum erinnert mit seiner Rohheit und seinem industriellen Geist sehr stark an die berühmte Londoner Galerie Tate Modern.

Heute ist dies die größte staatliche Galerie für zeitgenössische Kunst in China und beherbergt die wichtigsten internationalen und nationalen Ausstellungen. Die weitläufigen Betonhallen bieten den perfekten Raum für monumentale Installationen, die in gewöhnliche Galerien im Stadtzentrum einfach nicht hineinpassen würden. Hier findet auch regelmäßig die prestigeträchtige Shanghai Biennale statt, die begeisterte Künstler aus der ganzen Welt anzieht.

Der Eintritt zur ständigen Ausstellung der Galerie ist völlig kostenlos, nur für spezielle temporäre Ausstellungen, die regelmäßig wechseln, wird eine Gebühr erhoben. Neben der Kunst selbst solltest du dir auf keinen Fall das Café im obersten Stockwerk entgehen lassen, von wo aus du einen wunderschönen industriellen Blick auf den Fluss und das Pudong-Viertel hast, und das ohne die lästigen Menschenmassen, die du garantiert an der Hauptuferpromenade The Bund erleben wirst.

16. China Art Museum

Dieses Gebäude wirst du definitiv nicht übersehen, selbst wenn du es noch so sehr versuchen würdest. Das China Art Museum befindet sich nämlich in einem absolut unübersehbaren massiven roten Gebäude in Form einer umgekehrten Pyramide, das ursprünglich als chinesischer Nationalpavillon während der berühmten Weltausstellung EXPO im Jahr 2010 diente. Allein wegen dieser monumentalen Architektur, die geschickt von traditionellen chinesischen Konsolendächern Dougong ausgeht, ist der Ort einen Besuch wert.

Das Museum konzentriert sich in seinen Eingeweiden hauptsächlich auf moderne chinesische Kunst vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Die Sammlungen enthalten Tausende von Gemälden, Skulpturen und kunstvollen Kalligrafien und zeigen, wie sich die chinesische Kunst unter dem Einfluss westlicher und traditioneller asiatischer Stile komplex entwickelt hat. Durch die riesigen Säle dieser roten Pyramide zu schreiten, ist ein Erlebnis für sich – der Raum ist wirklich kolossal.

Der Eintritt in das majestätische Hauptgebäude und zu den ständigen Ausstellungen ist wieder für alle Besucher kostenlos. Das Gebäude befindet sich im modernen Pudong-Viertel und am besten erreichst du es mit der Metro zur gleichnamigen Station China Art Museum. Wenn du Architektur und Kunst magst, plane für diesen Halt mindestens zwei Stunden reine Zeit ein.

17. Shanghai Jewish Refugees Museum

Eines der kraftvollsten, emotionalsten und zugleich am wenigsten bekannten Museen in ganz Shanghai liegt im unscheinbaren Hongkou-Viertel. Während des Zweiten Weltkriegs, als der größte Teil der Welt seine Grenzen kompromisslos schloss, bot Shanghai etwa 20.000 Juden, die vor dem Nationalsozialismus aus Europa flohen, Zuflucht. Dieses hervorragende Museum ist um die ehemalige Ohel-Moshe-Synagoge herum gebaut und erzählt detailliert ihre unglaublichen Geschichten.

Die Ausstellung führt dich chronologisch durch die Geschichte des Shanghaiep Ghettos und zeigt dir, wie europäische Flüchtlinge überlebten und Seite an Seite mit den Einheimischen in unglaublich schwierigen Kriegszeiten lebten. Du siehst hier persönliche Gegenstände, Pässe mit gefälschten Visa, historische Fotos und bewegende Videoaussagen von Zeitzeugen. Der ganze Ort hat eine unglaublich pietätvolle und respektvolle Atmosphäre, die dich zum Nachdenken bringen wird.

Der Eintritt kostet 50 CNY und ein großer Vorteil ist, dass alle Ausstellungen perfekt auf Englisch aufbereitet sind. Auf dem ruhigen Innenhof des Museums befindet sich auch eine Gedenkwand mit den Namen Tausender Menschen, die hier ihre Rettung fanden. Es ist ein Stück bewegender Geschichte, über die in Europa nicht allzu viel gesprochen wird, und der Besuch dieses Ortes wird garantiert einen tiefen Eindruck bei dir hinterlassen.

18. Shanghai Science and Technology Museum

Wenn deine Kinder die Besichtigung alter Vasen und stiller Tempel langweilt, nimm sie mit in dieses Wissenschafts- und Technikmuseum in Pudong. Es handelt sich um ein weitläufiges Areal voller interaktiver Ausstellungen, wo die großartige Regel gilt, dass man alles anfassen und alles ausprobieren darf. Auf sehr unterhaltsame Weise werden hier grundlegende Naturgesetze, die Funktionsweise von Robotern oder die Grundlagen der Physik erklärt.

Du findest hier umfangreiche Bereiche, die dem Weltall, dem menschlichen Körper und modernen Informationstechnologien gewidmet sind. Ein großer Hit sind die Robotik-Vorführungen, wo du mit eigenen Augen siehst, wie Roboter einen komplexen Zauberwürfel lösen oder präzise Klavier spielen. Teil des gesamten Komplexes sind auch riesige IMAX-Kinos, die populärwissenschaftliche Filme zeigen.

Der Eintritt beträgt 60 CNY und das Museum ist clever so konzipiert, dass Familien mit Kindern hier normalerweise einen ganzen Tag verbringen. Auch wenn diese Institution älteren Datums ist und einige Exponate ihre besten Jahre schon hinter sich haben, stellt sie für neugierige Reisende immer noch eine ausgezeichnete Alternative für einen regnerischen Nachmittag dar, wenn man keine Außensehenswürdigkeiten besuchen kann.

19. Das Viertel Tianzifang

Tianzifang ist ein einzigartiges und fotogenes Labyrinth enger Gassen, das dich blitzschnell zurück in die Atmosphäre des alten Shanghai versetzt. Das Viertel besteht aus traditionellen Häusern im Shikumen-Stil, einer spezifischen Shanghaier Architektur, die geschickt westliche Einflüsse mit der traditionellen chinesischen Hofanordnung kombiniert. An vielen anderen Orten der Stadt wurden diese Häuser massiv abgerissen, hier gelang es jedoch, sie zu retten und in eine beliebte Kunstenklave zu verwandeln.

Heute sind diese alten Backsteinhäuser voller kleiner Galerien, Boutiquen lokaler Designer, süßer Cafés und Souvenirläden. In der Luft liegt der Duft von Kaffee, frischem Tee und verlockendem Straßenessen, und über den Köpfen flattert noch immer manchmal die Wäsche der alteingesessenen Bewohner, die aus den oberen Stockwerken der Häuser nie weggezogen sind.

Es stimmt zwar, dass der Ort in den letzten Jahren sehr populär geworden ist und in der Saison ziemlich überfüllt und touristisch sein kann. Trotzdem lohnt es sich, die Orientierung zu verlieren, durch die engen Durchgänge zu schlendern, um die Preise handgefertigter Schmuckstücke zu feilschen oder sich einfach kurz in einen Garten mit frischem Früchtetee zu setzen und das echte lokale Treiben aufzusaugen.

20. Das Viertel Xintiandi

Wenn Tianzifang das böhmische und etwas chaotische Gesicht der traditionellen Bebauung repräsentiert, ist Xintiandi sein luxuriöses und perfekt poliertes Gegenstück. Auch hier findest du wunderschöne historische Shikumen-Backsteinhäuser, die jedoch von wohlhabenden Entwicklern komplett renoviert wurden und nun eine prestigeträchtige Shopping- und Unterhaltungszone bilden. Die Preise sind hier zwar deutlich höher, aber die Servicequalität entspricht dem vollständig.

Heute ist es ein beliebter Ort, an dem die Shanghaier High Society zum Sonntagsbrunch oder zum abendlichen Cocktail kommt. Du findest hier die besten internationalen Restaurants, luxuriöse Modemarken und elegante Bars mit Außenbestuhlung, die in ihrem Stil eher an Pariser Straßen erinnern. Ein interessantes historisches Paradoxon ist, dass sich gerade in diesem luxuriösen Viertel voller Kapitalismus ein kleines Museum befindet, das an den Ort erinnert, an dem 1921 heimlich die Kommunistische Partei Chinas gegründet wurde.

💡 Tipp: Komm hierher am späten Nachmittag oder direkt zum Abendessen, wenn alle Bäume und Gassen wunderschön mit Laternen und sanftem gelbem Licht beleuchtet sind. Die Atmosphäre ist hier viel ruhiger als auf der Hauptstraße Nanjing Road und es ist ein großartiger Ort, um einen anstrengenden Tag bei einem Glas gutem Wein ausklingen zu lassen.

21. Die ehemalige französische Konzession

Die ehemalige französische Konzession (Former French Concession) ist nicht nur eine einzelne Sehenswürdigkeit, sondern ein ganzes weitläufiges Gebiet, das laut vielen Reisenden der überhaupt angenehmste Teil von Shanghai ist. Die Straßen sind hier von riesigen Platanen gesäumt, die im Sommer einen fantastischen grünen Tunnel und den dringend benötigten Schatten bilden. Statt gläserner Wolkenkratzer findest du hier elegante Kolonialvillen hinter schmiedeeisernen Zäunen.

Der beste Weg, dieses schöne Gebiet zu erkunden, ist die Karte wegzuwerfen und einfach herumzuschlendern. Konzentriere dich auf Straßen wie Wukang Road, Anfu Road oder Yongkang Road, die voller Hipster-Cafés, unabhängiger Buchhandlungen und ausgezeichneter Bistros sind. Besonders ikonisch ist das Gebäude Wukang Mansion, das in seiner Form an ein Schiff erinnert und ein beliebtes Ziel aller Fotografen und Instagrammer ist.

Versuche dir hier ein öffentliches Leihfahrrad auszuleihen und durch die schattigen Alleen zu radeln. Die Atmosphäre ist unglaublich entspannt, du triffst hier viele in Shanghai lebende Ausländer und vergisst für einen Moment völlig, dass du dich in einer der bevölkerungsreichsten chinesischen Städte mit mehr als zwanzig Millionen Einwohnern befindest.

22. West Bund (Xuhui Riverside)

Die klassische Uferpromenade The Bund kennt wohl jeder Tourist, aber der West Bund am südlichen Rand des Zentrums ist etwas völlig anderes. Er repräsentiert die moderne, luftige und künstlerisch orientierte Zukunft der Stadt. Dieses weitläufige Gebiet entlang des Flusses Huangpu durchlief eine massive Revitalisierung von einer ehemaligen Industriezone voller abblätternder Lagerhallen und Hafenkräne zu einem fantastischen Erholungs- und Kulturviertel, das schnell zum beliebten Treffpunkt der jungen Einwohner Shanghais wurde.

Du findest hier mehrere erstklassige private Museen und Galerien, von denen das bekannteste das Long Museum in einem minimalistischen Betongebäude ist sowie das Yuz Museum in einem ehemaligen riesigen Flugzeughangar. Aber selbst wenn du kein großer Fan moderner Kunst bist, wirst du das Gebiet wegen der fantastischen Uferpromenade mit separaten Radwegen und perfekten Laufstrecken lieben.

Komm an einem Wochenendnachmittag hierher und du wirst sehen, wie die Einheimischen ihre Hunde ausführen, Skateboard fahren, auf dem Rasen picknicken und ihre Freizeit genießen. Die Sonnenuntergänge über dem Fluss sind hier viel ruhiger als im Stadtzentrum und die gesamte Atmosphäre erinnert eher an eine entspannte Uferpromenade irgendwo in Europa oder Australien.

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Wo du in Shanghai essen kannst

Gutes Essen in Shanghai zu finden ist wirklich kein Problem, eher wirst du nicht wissen, was du zuerst probieren sollst. Die Stadt ist berühmt für ihre gedämpften Teigtaschen gefüllt mit Fleisch und heißer Brühe, aber du findest hier auch großartige Optionen für Vegetarier oder Liebhaber westlicher Küche.

Wenn du etwas Fleischloses mit verständlicher Speisekarte suchst, probiere das Restaurant Vegetarian Lifestyle im Viertel Jing’an. Verborgene Schätze sind dann buddhistische Speisesäle direkt bei den Tempeln. Zum Beispiel in den Tempeln Longhua Temple oder Jade Buddha Temple servieren dir Mönche ausgezeichnete und sehr günstige vegetarische Gerichte auf Basis von frischem Tofu und Reisnudeln. Und wenn du Lust auf einen Abenddrink mit unglaublicher Aussicht hast, fahr mit dem Aufzug zur Bar Cloud 9 im 87. Stock des Wolkenkratzers Jin Mao Tower. Kaffee und Drinks sind hier zwar teurer, aber du sparst dir das Ticket für die klassische Aussichtsplattform und genießt den Ausblick vom Fenster in ruhigerer Atmosphäre.

Wohin von Shanghai aus (Ausflüge in die Umgebung)

Wenn du von Wolkenkratzern und U-Bahn genug hast, bietet die Umgebung von Shanghai fantastische Möglichkeiten für Tages- und Mehrtagesausflüge. Das Bahnnetz in China ist unglaublich schnell und komfortabel, sodass du in die benachbarten Provinzen in nur wenigen Dutzend Minuten gelangst.

  • Suzhou (25 Minuten mit dem Schnellzug): Diese Stadt wird chinesisches Venedig genannt und ist berühmt für ihre historischen klassischen Gärten, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Neben den Gärten findest du hier auch zauberhafte Wasserkanäle, die von weißen Häuschen gesäumt sind, auf denen du mit traditionellen Booten fahren kannst.
  • Hangzhou (45–60 Minuten mit dem Schnellzug): Die Hauptattraktion dieser Stadt ist der ikonische Westsee (Xi Hu), umgeben von grünen Hügeln und Tempeln, der seit Jahrhunderten chinesische Dichter inspiriert hat. Die umliegenden Hügel sind außerdem Heimat der berühmten Longjing-Teeplantagen, wo du den besten grünen Tee Chinas probieren kannst.
  • Zhujiajiao (mit der U-Bahn erreichbar): Wenn du keine Zeit hast, die Stadt zu verlassen, liegt dieses traditionelle Wasserstädtchen am Rand von Shanghai. Verwinkelte Gässchen, steinerne Brücken und alte Häuser über dem Wasser bieten dir für einen halben Tag die perfekte Flucht aus der modernen Zivilisation.
  • Vergnügungsparks: Shanghai ist ein Paradies für Familien. Du kannst ins riesige Shanghai Disneyland fahren oder das brandneue LEGOLAND Shanghai Resort besuchen, das am 5. Juli 2025 als größtes Legoland der Welt eröffnet wurde (Eintritt für Erwachsene liegt zwischen 319 und 599 CNY). Sehenswert ist auch das riesige Shanghai Astronomy Museum (größtes Planetarium der Welt), das etwa eine Stunde mit der U-Bahn vom Zentrum entfernt liegt.

Wenn du planst, die Erkundung Asiens fortzusetzen und dich weitere ikonische Metropolen reizen, lass dir auf keinen Fall unseren ausführlichen Artikel Hongkong: 24 Tipps, was du sehen und unternehmen kannst entgehen. Erwägenswert ist auch die zusammengestellte Route für Japan, wohin du von Shanghai aus direkte und relativ günstige Flüge bekommst. Nach Hongkong kommst du von Shanghai bequem mit dem Flugzeug in ein paar Stunden und erlebst dort eine ganz andere, britisch-chinesische Atmosphäre.

Häufig gestellte Fragen

Die Planung einer Reise nach China bringt viele bürokratische und praktische Fragezeichen mit sich. Ich habe deshalb für dich Antworten auf die häufigsten Fragen zu Shanghai zusammengestellt, damit dich nach der Ankunft nichts überrascht.

Brauche ich ein Visum für Shanghai?

Wenn du einen deutschen Pass hast, musst du ein Touristenvisum (Typ L) im Voraus beantragen. Eine Ausnahme besteht, wenn du Shanghai nur auf dem Weg in ein Drittland durchreist (z. B. Berlin, Shanghai, Tokio) – in diesem Fall kannst du den 240-stündigen visumfreien Transit direkt am Flughafen nutzen. Wenn du einen slowakischen Pass hast, erhältst du bis Ende 2026 einen visumfreien Aufenthalt von bis zu 30 Tagen.

Wie funktioniert das Bezahlen in Shanghai?

Bargeld und klassische Kreditkarten werden dir in den meisten normalen Geschäften, Restaurants oder in der U-Bahn nichts nützen. Es ist absolut notwendig, die Apps Alipay oder WeChat Pay herunterzuladen und deine ausländische (deutsche) Kreditkarte mit diesen Apps zu verknüpfen. Für Transaktionen bis 200 CNY wird keine Gebühr erhoben, bei Beträgen über 200 CNY musst du mit einem Aufschlag von 3 % rechnen.

Funktionieren Internet und soziale Netzwerke in Shanghai?

Das normale Internet funktioniert sehr schnell, aber Dienste wie Google, WhatsApp, Facebook oder Instagram sind blockiert. Um darauf zugreifen zu können, musst du dir noch vor dem Abflug im Heimatland eine zuverlässige VPN-App herunterladen und bezahlen. Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf einer Reise-eSIM-Karte, die durch internationales Roaming oft die Blockierungen umgeht.

Wie viele Tage brauche ich für die Stadtbesichtigung?

Für Shanghai selbst und seine Hauptsehenswürdigkeiten solltest du 3 bis 4 volle Tage einplanen. Wenn du aber Tagesausflüge mit dem Hochgeschwindigkeitszug in umliegende Städte wie Suzhou oder Hangzhou planst oder mit Kindern ins Legoland oder Disneyland fahren möchtest, verlängert sich die ideale Aufenthaltsdauer auf 5 bis 7 Tage.

Ist Shanghai eine teure Stadt?

Das hängt davon ab, wofür du Geld ausgibst. Die U-Bahn-Fahrt (etwa 0,50 bis 1,50 € pro Fahrt) und Essen in lokalen Restaurants sind unglaublich günstig. Andererseits entsprechen die Unterkunftspreise im Zentrum, Eintrittspreise für Wolkenkratzer und Kaffee in modernen westlichen Cafés den Preisen in Berlin oder liegen sogar darüber.

Ist es sicher, Leitungswasser zu trinken?

Auf keinen Fall, Leitungswasser in Shanghai (und ganz China) ist nicht trinkbar. Kaufe dir zum Trinken immer Flaschenwasser, das ich auch zum Zähneputzen empfehle. In den Hotelzimmern steht dir immer ein Wasserkocher zur Verfügung, da die Einheimischen es bevorzugen, abgekochtes heißes Wasser oder Tee zu trinken.

Ist Shanghai ein sicheres Reiseziel?

Ja, Shanghai gehört zu den sichersten Großstädten der Welt. Gewaltkriminalität gegenüber Ausländern ist hier minimal, und nachts kannst du problemlos durch die Stadt spazieren. Achte nur auf klassische Touristenfallen (zum Beispiel Einladungen zu maßlos überteuerten Teezeremonien von „freundlichen“ Studenten) und auf den Verkehr, da Roller oft leise auch auf Gehwegen fahren.

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