Wenn du über eine Reise nach Südamerika nachdenkst und ein Reiseziel voller Farben und ungezähmter Energie suchst, wird dich die brasilianische Metropole garantiert begeistern. Rio de Janeiro ist eine Stadt unglaublicher Kontraste, in der sich moderne Architektur mit wilder Natur verwebt und in der goldene Strände nahtlos in dichte grüne Regenwälder übergehen. Freu dich auf atemberaubende Landschaften und eine reiche Kultur voller Musik.
Die Planung eines Aufenthalts in dieser tropischen Perle erfordert einen etwas anderen Ansatz, denn Rio plant man vor allem nach dem Wetter und nicht nach einer festen Liste von Sehenswürdigkeiten. Die zwei berühmtesten Orte sind nämlich hoch gelegene Aussichtspunkte, die ohne gute Sicht völlig ihren Sinn verlieren. Ich empfehle dir deshalb, in deinem Reiseplan genügend Spielraum zu lassen und flexibel auf Morgennebel oder klaren Himmel zu reagieren.
Von ikonischen Stränden bis zu versteckten Museen – hier findest du alles, was du wissen musst, um dir dein Programm genau nach deinen Vorstellungen zusammenzustellen. Und weil die richtige Orientierung in den Stadtvierteln der halbe Erfolg ist, gebe ich dir auch praktische Tipps zu Sicherheit und Unterkunft.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Plane nach den Wolken: Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten wie die Christusstatue und der Zuckerhut ergeben im Nebel keinen Sinn, reserviere sie dir also für den klarsten Morgen deines Aufenthalts.
- Sicherheit hat ihre Regeln: Halte dich an den sogenannten touristischen Sicherheitsgürtel in der Südzone und nutze nach Einbruch der Dunkelheit für Fahrten immer einen zuverlässigen Uber.
- Drei Wege zur Christusstatue: Nach oben gelangst du mit der teuren Zahnradbahn, dem günstigeren Kleinbus oder völlig kostenlos über eine anstrengende Wanderung durch den Regenwald vom Parque Lage aus.
- System der Rettungsschwimmer-Stationen: Die Strände werden nach nummerierten Häuschen namens Postos eingeteilt, wobei das berühmte Posto 9 in Ipanema als lebhaftester Treffpunkt gilt.
- Günstigerer Zuckerhut: Wenn du den ersten Abschnitt zu Fuß über den Pfad Trilha do Morro da Urca gehst, sparst du gleich die Hälfte des Seilbahnpreises.
- Städtischer Regenwald: Direkt innerhalb der Stadtgrenzen erstreckt sich der Nationalpark Tijuca, der einen fantastischen Rückzug vor der Hitze in den Schatten riesiger Bäume bietet.
- Lokale Leckereien ohne Fleisch: Die brasilianische Küche liebt Fleisch, aber du kannst am Strand ein erfrischendes Açaí, die Käsebällchen Pão de Queijo oder frisches Kokoswasser genießen.
Wann du nach Rio de Janeiro reisen solltest
Die Entscheidung über den Termin deiner Reise beeinflusst nicht nur dein Budget, sondern auch den Gesamteindruck der glühend heißen Stadt. Die beste Reisezeit ist von April bis Juni und anschließend von August bis Oktober, wenn sehr angenehme Temperaturen herrschen und du den größten tropischen Regengüssen aus dem Weg gehst. In diesen Monaten ist der Himmel oft herrlich klar – und genau das ist entscheidend für den Besuch aller hoch gelegenen Aussichtspunkte, auf denen das ganze Rio-Erlebnis beruht.
Wenn du die Stadt in ihrem größten Trubel erleben möchtest, musst du während des dortigen Sommers anreisen, der auf unsere Wintermonate fällt. Der Karneval und das prächtige Silvester am Strand von Copacabana bedeuten die höchsten Preise des ganzen Jahres, wobei Hotels und Flüge oft schon viele Monate im Voraus hoffnungslos ausverkauft sind. Beim Rio-de-Janeiro-Wetter im Sommer musst du dich außerdem auf extreme Luftfeuchtigkeit und brennende Hitze einstellen, die über vierzig Grad erreichen kann – das setzt dir beim Herumlaufen zwischen den Sehenswürdigkeiten ordentlich zu.
Für welchen Monat du dich auch entscheidest: Vergiss nicht die goldene Regel der flexiblen Planung, über die wir schon gesprochen haben. Halte dir mindestens zwei bis drei Tage als Reserve frei, damit du genau an dem Morgen zum Corcovado aufbrechen kannst, an dem sich die Wolken über der Stadt teilen. Das lokale Klima wird stark vom Ozean und den umliegenden Bergen beeinflusst, deshalb kann sich das Wetter von Stunde zu Stunde sehr schnell ändern und der Kauf von Tickets für einen bestimmten Tag weit im Voraus stellt ein riesiges Risiko dar.
Sicherheit in Rio de Janeiro: So genießt du deinen Urlaub ohne Sorgen
Die Frage der Sicherheit ist wahrscheinlich das Erste, was jeder Reisende vor der Reise nach Brasilien im Internet recherchiert. Rio de Janeiro ist definitiv keine Kriegszone, verlangt aber die Einhaltung klarer Regeln, dank derer du die Stadt in aller Ruhe genießen kannst. Absolute Grundlage ist, sich im sogenannten touristischen Sicherheitsgürtel zu bewegen, den die wohlhabenderen Viertel Ipanema, Leblon, Copacabana, Botafogo und Urca bilden, wo an jeder Ecke die Touristenpolizei präsent ist.
Und die Zahlen bestätigen es – die Viertel Leblon und Ipanema verzeichneten 2026 null Morde, was über ihre Sicherheit mehr aussagt als jeder Reiseblog. Umgekehrt musst du am belebten Strand von Copacabana mit gelegentlichen kleinen Diebstählen, Taschendieben und dem Entreißen von Handys direkt aus der Hand rechnen, vor allem auf der breiten Uferpromenade.
Nach Einbruch der Dunkelheit gilt eine einfache Regel: Uber, immer und überall, auch für kurze Strecken zwischen benachbarten Vierteln – das historische Centro leert sich nach Feierabend so sehr, dass man nachts dort einfach nicht mehr unterwegs ist. Genauso gilt ein striktes Verbot für abendliche Spaziergänge an jedem beliebigen Strand, denn verlassene Sandflächen ziehen Probleme an.
Wo du in Rio de Janeiro übernachten solltest
Die Wahl der richtigen Lage für dein Hotel beeinflusst dein gesamtes Stadterlebnis, deshalb solltest du eine Unterkunft ausschließlich in der Südzone suchen. Die beste Wahl für einen ersten Besuch ist die Gegend rund um die Strände Ipanema und Leblon, die eine fantastische Gastronomieszene, sichere Straßen voller Boutiquen und eine hervorragende U-Bahn-Anbindung an den Rest der Stadt bieten. Diese Viertel sind zwar teurer, aber die Investition in ruhigen Schlaf und sorgenfreie Abendspaziergänge lohnt sich zu hundert Prozent.
Wenn du eine etwas günstigere Variante suchst, aber trotzdem mitten im Geschehen bleiben willst, richte deine Aufmerksamkeit auf das legendäre Copacabana oder das benachbarte Botafogo. Besonders Botafogo erlebt in den letzten Jahren einen enormen Boom, hier eröffnen neue Cafés und das Viertel bietet einige der schönsten Ausblicke auf den Zuckerhut direkt vom Ufer aus. Das historische Santa Teresa auf dem Hügel lockt zwar mit seiner bohemischen Atmosphäre, ist logistisch für tägliche Ausflüge aber etwas abgeschnitten und abends schlechter erreichbar.
Für deine Buchung über das beliebte Portal Booking.com empfehle ich dir, aus geprüften Hotels mit durchgehend besetzter Rezeption und guter Bewertung zu wählen. Eine tolle Wahl am Strand ist das Arena Ipanema Hotel, das einen atemberaubenden Dachpool mit Meerblick bietet und nur wenige Schritte vom berühmten Posto 8 entfernt liegt. Für ein luxuriöseres Erlebnis wähle das ikonische Hotel Fasano Rio de Janeiro, dessen Design und Lage in der Stadt konkurrenzlos sind, während dich in Botafogo das stilvolle Yoo2 Rio de Janeiro by Intercity mit einem fantastischen Blick auf die Bucht angenehm überraschen wird.
💡 Auf dieser Karte vergleichst du, was gerade frei ist – du siehst sofort, um wie viel günstiger eine Unterkunft einen Block von der Avenida Atlântica entfernt ist.
22 Tipps, was du in Rio de Janeiro sehen und erleben solltest
So, und jetzt zum Besten – zu den Orten, die es wirklich wert sind. Berühmte Ikonen und ein paar versteckte Schätze, an denen du die Stadt von allen Seiten kennenlernst.

1. Die Christusstatue (Christ the Redeemer)
Diese dreißig Meter hohe Ikone, die auf dem Gipfel des Berges Corcovado thront, ist zweifellos das bekannteste Symbol ganz Brasiliens. Die Statue steht auf 710 Metern Höhe und Wolken können sie einen ganzen Tag lang verhüllen, deshalb ist es absolut entscheidend, nur dann hierher aufzubrechen, wenn der Himmel über der Stadt klar und blau ist. Vom Gipfel siehst du die ganze Stadt auf einmal – die Guanabara-Bucht, die umliegenden Regenwälder und die fernen Strände – und bei guter Sicht verstehst du, warum die Menschen aus der ganzen Welt hierherkommen.
Interessant ist, dass gleich mehrere verschiedene Wege zu diesem Wahrzeichen führen, aus denen du je nach Budget und Kondition wählen kannst. Die teuerste und beliebteste Variante ist die historische Zahnradbahn Corcovado, etwas günstiger kommt dich der offizielle Kleinbus vom Besucherzentrum Paineiras, und der allergünstigste Weg ist der anstrengende Aufstieg zu Fuß. Die Statue selbst aus dem Jahr 1931 ist ein Meisterwerk im Art-déco-Stil und ihre offenen Arme heißen symbolisch alle Besucher der Stadt willkommen.
💡 Tipp: Wenn du dich für die Wanderung entscheidest, beginnt sie im wunderschönen Parque Lage und führt steil bergauf durch dichten Regenwald. Sie dauert etwa zwei bis drei Stunden, unterwegs triffst du wahrscheinlich neugierige Affen, aber sie erfordert festes Schuhwerk und ausreichend Trinkwasser, denn der Aufstieg in der tropischen Feuchtigkeit ist wirklich anstrengend.

2. Seilbahn auf den Zuckerhut (Pão de Açúcar)
Der zweitwichtigste Aussichtspunkt der Stadt ist ein gewaltiger Granitmonolith, der sich steil direkt aus den Wassern des Ozeans erhebt. Die verglaste Seilbahn bringt dich in zwei separaten Abschnitten nach oben, wobei sich schon von der ersten Umsteigestation auf dem Hügel Morro da Urca ein fantastisches Schauspiel auf ankernde Yachten und landende Flugzeuge bietet. Auf dem eigentlichen Gipfel des Zuckerhuts stehst du dann auf 396 Metern Höhe und hast die ganze Stadt samt der gegenüberliegenden Christusstatue vor Augen.
Dieses geologische Wunder ist von üppiger Vegetation umgeben und oft kannst du hier kleine Krallenäffchen beobachten, die fröhlich in den Baumkronen herumhüpfen. Das gesamte Massiv funktioniert als ein großes Naturdenkmal, sodass es sich, obwohl verschiedene Karten die Seilbahn und den Hügel oft als getrennte Orte darstellen, um ein einziges kompaktes Erlebnis handelt. Der Ausblick von hier ist besonders am späten Nachmittag magisch, wenn die Sonne langsam hinter den hohen Gipfeln des Nationalparks Tijuca untergeht und die Stadt zu leuchten beginnt.
💡 Tipp: Wenn du beim recht teuren Ticket deutlich sparen willst, nutze den Pfad Trilha do Morro da Urca, auf dem du den ersten Abschnitt in etwa vierzig Minuten zu Fuß durch den Dschungel bewältigst. Oben kaufst du dann nur ein Ticket für den zweiten, den Gipfelabschnitt der Seilbahn, wodurch du die Gesamtkosten halbierst und dir zudem die langen Warteschlangen unten an den Kassen ersparst.

3. Strand Copacabana und Forte de Copacabana
Es gibt wohl keinen berühmteren Sandstreifen auf der Welt als genau diesen dreieinhalb Kilometer langen Abschnitt, gesäumt vom ikonischen schwarz-weißen Wellenpflaster. Die Copacabana ist das pulsierende Herz ganz Rios, wo vom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag Beachvolleyball gespielt wird, erfrischende Getränke aus Kiosken getrunken werden und Einheimische auf Touristen aus aller Welt treffen. Die Wellen sind hier ziemlich kräftig, aber der breite Streifen feinen Sandes bietet genug Platz zum bequemen Sonnenbaden und für lange Spaziergänge.
Am äußersten Südende des Strandes erhebt sich stolz eine historische Militärfestung aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert, die heute als faszinierendes Museum dient. Das Forte de Copacabana bietet einen absolut perfekten Blick auf die gesamte Länge des Strandes bis zum majestätischen Zuckerhut in der Ferne. Innerhalb des Areals kannst du erhaltene Kanonen, historische Uniformen und alte Fotografien besichtigen, die die verwickelte Militärgeschichte dieses riesigen südamerikanischen Landes nachzeichnen.
💡 Tipp: In der Festung findest du das berühmte Café Confeitaria Colombo, wo du dich auf die Außenterrasse setzen, dir einen ausgezeichneten Kaffee mit den Käsebällchen Pão de Queijo bestellen und absolute Ruhe abseits der geschäftigen Strandmengen genießen kannst. Vergiss aber nicht, dass man die Promenade nur tagsüber begeht – nach Einbruch der Dunkelheit wählst du besser den Weg mit dem Taxi.

4. Strand Ipanema und das System der Rettungsschwimmer-Stationen
Wenn die Copacabana den Massentourismus verkörpert, ist Ipanema ein Symbol für Eleganz, Mode und einen entspannten Strand-Lebensstil. Dieser Strand ist berühmt für sein unglaublich klares Wasser und die herrlichen Ausblicke auf das Bergmassiv Dois Irmãos, das die perfekte Kulisse für jedes Foto bildet. Der Sand ist hier etwas feiner und die Gesamtatmosphäre lockt eher die jüngere Generation, Künstler und Designliebhaber an, die aus den angrenzenden Boutiquenstraßen hierherströmen.
Zur Orientierung an der langen Küste verwenden die Einheimischen die sogenannten Postos, das sind nummerierte Rettungsschwimmer-Stationen in regelmäßigen Abständen. Der berühmteste Punkt ist zweifellos das Posto 9 in Ipanema, das historisch als Haupttreffpunkt dient, wo man sich amüsiert, neue Badeanzüge vorführt und übers Leben diskutiert. Jedes Posto hat seine eigene Atmosphäre und zieht eine etwas andere Gruppe von Menschen an, von Familien mit Kindern bis zu passionierten Sportlern.
💡 Tipp: Wenn dich der Hunger packt, musst du den Strand gar nicht verlassen, kauf dir einfach von den Strandverkäufern eine Schale eiskaltes Açaí, das ist ein dickflüssiges lila Mark aus Amazonaspalmen, bestreut mit knuspriger Granola und Banane. Es ist eine perfekte, erfrischende und völlig fleischlose Leckerei, die dir in der tropischen Hitze sofort die nötige Energie fürs nächste Bad gibt.

5. Strand Leblon und Aussichtspunkt Mirante do Leblon
Gleich hinter dem Kanal, der Ipanema abtrennt, erstreckt sich das exklusive Viertel Leblon mit seinem eigenen, viel ruhigeren Strand. Leblon gilt als der sicherste und prestigeträchtigste Teil der ganzen Stadt, was sich nicht nur in der Statistik ohne schwere Verbrechen widerspiegelt, sondern auch in der Gepflegtheit der lokalen Kioske und der Sauberkeit der gesamten Uferpromenade. Der Strand ist die Domäne der einheimischen Bewohner, Familien mit Kindern und bekannter Persönlichkeiten, die zum Entspannen unter Sonnenschirmen kommen, weit weg vom größten Touristentrubel.
Am äußersten Ende des Strandes, wo die Straße sich in steile Hügel zu erheben beginnt, findest du eine wunderschöne Holzterrasse, die über dem tosenden Ozean thront. Der Aussichtspunkt Mirante do Leblon bietet dir den ikonischen Blick auf die gesamte Länge der Strände Leblon und Ipanema, gesäumt von Palmen und hohen modernen Gebäuden. Besonders in den Nachmittagsstunden strömen hierher Menschen mit Fahrrädern, um an kleinen Ständen gekühltes Kokoswasser zu kaufen und zuzusehen, wie die Stadt langsam zur Ruhe kommt.
💡 Tipp: Direkt am Aussichtspunkt gibt es mehrere kleine Bars, wo du dir frischen Saft aus tropischen Früchten gönnen kannst und dem Rauschen der riesigen Wellen lauschst, die direkt unter dir an den Felsen zerschellen. Es ist der ideale Ort, um einen langen Tag romantisch ausklingen zu lassen, außerdem gelangst du vom Strand mit einem bequemen Spaziergang über die sichere Promenade hierher.

6. Felsvorsprung Pedra do Arpoador
Zwischen der belebten Copacabana und dem eleganten Ipanema ragt ein gewaltiges Felsmassiv tief in den Ozean hinaus, das eine natürliche Grenze zwischen beiden Buchten bildet. Die Pedra do Arpoador ist eine absolute Legende unter Surfern, denn genau hier brechen sich die besten und beständigsten Wellen der ganzen Stadt. Tagsüber kannst du von den Felsen aus Dutzende Sportler beobachten, wie sie das Element Meer meisterhaft bändigen, während du dich an den warmen Stein lehnst und die salzige Ozeanluft einatmest.
Die eigentliche Hauptvorstellung beginnt hier aber erst am Abend, wenn sich die Felsen mit Hunderten von Menschen mit einem einzigen gemeinsamen Ziel füllen. Die Tradition besagt, dass in dem Moment, in dem die Sonne hinter dem majestätischen Berg Dois Irmãos untergeht, die ganze Menge begeistert zu applaudieren beginnt und damit der Natur für einen weiteren wunderschönen Tag in dieser paradiesischen Stadt dankt. Es ist ein unglaublich starkes und emotionales Erlebnis, das das warme und fröhliche brasilianische Wesen perfekt einfängt, in das du dich sofort verliebst.
💡 Tipp: Komm mindestens eine Stunde vor dem eigentlichen Sonnenuntergang hierher, um dir einen guten Sitzplatz zu ergattern, denn die Felsen sind oft wirklich zum Bersten voll. Auf dem Rückweg lohnt es sich, in eines der japanischen oder italienischen Restaurants in der Umgebung einzukehren – wenn du kein großer Fleischesser bist, kommst du hier auf deine Kosten.

7. Treppe Escadaria Selarón
Im bohemischen Viertel Lapa stößt du auf eine Treppe, die du auf Instagram sofort erkennst – auch wenn du ihren Namen nicht kennst. Die Escadaria Selarón ist eine monumentale Treppe mit zweihundertfünfzehn Stufen, die der chilenische Künstler Jorge Selarón nach und nach mit Tausenden leuchtend bunten Kacheln aus aller Welt verkleidete. Sein Lebenswerk schuf er über zwanzig Jahre zu Ehren des brasilianischen Volkes und heute ist dieser farbenfrohe Korridor ein absolutes Muss für jeden Besucher der Stadt.
Bei aufmerksamem Betrachten stellst du fest, dass die Kacheln aus mehr als sechzig Ländern der Welt stammen und ihm viele von den Fans seiner unermüdlichen Arbeit selbst zugeschickt wurden. Jedes Keramikstück erzählt seine eigene Geschichte und das gesamte Mosaik verändert sich ständig, während du immer höher in Richtung des Künstlerviertels Santa Teresa steigst. Die Atmosphäre des Ortes runden oft Straßenmusiker und Verkäufer kleiner Souvenirs ab, die der Treppe echtes lokales Kolorit verleihen.
💡 Tipp: Komm gleich früh am Morgen hierher, idealerweise gegen acht Uhr, sonst hast du auf deinen Fotos Menschenmengen anderer Touristen, denn tagsüber bilden sich auf den Stufen riesige Staus. Die Treppe verbindet das Viertel Lapa mit Santa Teresa, sodass du nach dem Aufstieg nahtlos mit der Besichtigung der historischen Gassen oben auf dem Hügel fortfahren kannst.

8. Viertel Santa Teresa und die historische Straßenbahn
Hoch auf den Hügeln über dem geschäftigen Zentrum kauert ein pittoreskes Viertel, das wie aus einem völlig anderen Jahrhundert wirkt. Santa Teresa ist voller enger gepflasterter Gassen, alter Kolonialvillen und unabhängiger Künstlerateliers, wodurch es sich den Spitznamen „brasilianischer Montmartre“ verdient hat. Von den lokalen Aussichtspunkten öffnen sich fantastische Blicke auf die Bucht und die modernen Wolkenkratzer tief unter dir, während du in einem ruhigen Café im Schatten hoher Bäume sitzt.
Der ikonischste Weg, um in dieses steile Viertel zu gelangen, ist eine Fahrt mit der berühmten gelben Straßenbahn namens Bondinho. Die historische Straßenbahn fährt von der Station im Zentrum ab und klettert klappernd die steilen Hügel hinauf, wobei sie unterwegs über ein riesiges weißes Aquädukt fährt. Es ist ein wunderbares nostalgisches Erlebnis, bei dem du den Wind im Haar spürst und die Stadt aus einer völlig einzigartigen, leicht erhöhten Perspektive siehst.
💡 Tipp: Bestell in den malerischen lokalen Bistros unbedingt eine ausgezeichnete Tapioca, das ist ein glutenfreier Pfannkuchen aus Maniokmehl, den man dir gern mit Käse, Tomaten und frischen Kräutern füllt. Es ist ein traditionelles, sättigendes und dabei leichtes fleischloses Gericht, das perfekt zur entspannten Atmosphäre dieses Künstlerviertels passt.

9. Aquädukt Arcos da Lapa
Sobald du nach Lapa kommst, springt dir sofort das riesige weiße Aquädukt ins Auge, das den gesamten Platz völlig dominiert. Arcos da Lapa ist ein monumentales Aquädukt aus dem achtzehnten Jahrhundert, das früher Trinkwasser aus den umliegenden Hügeln direkt ins Zentrum der schnell wachsenden Kolonialstadt leitete. Mit seinen zweiundvierzig massiven Bögen stellt es eines der bedeutendsten Denkmäler portugiesischer Architektur im ganzen Land dar.
Während in ihm längst kein Wasser mehr fließt, fand das Bauwerk eine neue und nicht minder wichtige Verwendung im modernen Verkehr. Genau über die Oberseite dieses historischen Aquädukts rattert heute die legendäre gelbe Straßenbahn Richtung Santa Teresa, was einen unglaublich fotogenen Kontrast von Alt und Neu erzeugt. Der Platz unter den Bögen erwacht vor allem am Freitagabend zum Leben, wenn sich hier die Einheimischen zu wilden Straßenfeiern voller Tanz und lauter Musik treffen.
💡 Tipp: Die schönsten Fotos des Aquädukts machst du aus etwas Abstand vom Platz Praça Cardeal Câmara, von wo aus seine ganze imposante Länge und die leuchtend weiße Farbe schön zur Geltung kommen. Wenn du die nächtlichen Menschenmengen und die Partyatmosphäre meiden willst, besuche diesen Ort lieber während eines Wochenendvormittags, wenn die Umgebung herrlich ruhig ist.

10. Galerie Parque das Ruínas
Im Herzen des historischen Santa Teresa befindet sich ein architektonisches Juwel, das auf geniale Weise die glanzvolle Vergangenheit mit modernem Design verbindet. Der Parque das Ruínas ist ein faszinierender öffentlicher Park und ein Kulturzentrum, das direkt in den Überresten einer alten Adelsvilla errichtet wurde, die einer reichen brasilianischen Kunstmäzenin gehörte. Die Architekten erhielten die freigelegten Backsteinmauern und ergänzten sie um moderne Stahltreppen und riesige Glaspaneele, wodurch ein absolut einzigartiger Raum entstand.
Aus den obersten Etagen dieser rekonstruierten Ruine bietet sich dir ein Blick, an den du dich dein Leben lang erinnern wirst. Die Aussichtsplattformen bieten einen ungetrübten Panoramablick auf das gesamte historische Zentrum, den Zuckerhut und die Guanabara-Bucht, und das alles ohne jegliche Eintrittsgebühr. Auf dem Gelände finden regelmäßig Konzerte unter freiem Himmel, Theateraufführungen und Ausstellungen zeitgenössischer Kunst statt, die lokale Intellektuelle und neugierige Reisende gleichermaßen anziehen.
💡 Tipp: Im Erdgeschoss des Areals gibt es ein hervorragendes kleines Café mit Außensitzplätzen, wo du einen Eiskaffee genießen und das Treiben um dich herum beobachten kannst. Die Öffnungszeiten können sich je nach laufenden Kulturveranstaltungen ändern, prüfe deshalb vor deinem Besuch, ob nicht gerade Montag ist, wenn die meisten Museen und Galerien in Rio strikt geschlossen sind.

11. Städtischer Regenwald Tijuca National Park
Während andere Großstädte weitläufige Parks und Gärten haben, kann Rio de Janeiro mit etwas viel Wilderem und Monumentalerem aufwarten. Der Nationalpark Tijuca ist ein riesiger städtischer Regenwald, der die steilen Bergmassive direkt inmitten der Millionenmetropole bedeckt. Diese grüne Lunge der Stadt reinigt nicht nur die Luft und kühlt das tropische Klima, sondern bietet auch Tausenden Arten exotischer Tiere, riesigen Schmetterlingen und frech neugierigen Affen Zuflucht.
Der gesamte Regenwald ist von einem Netz gepflegter Wanderwege durchzogen, die dich zu tosenden Wasserfällen, dunklen Höhlen und atemberaubenden Aussichtspunkten führen. Bei einem Spaziergang unter den Kronen uralter Bäume vergisst du völlig, dass du dich in einer der geschäftigsten Städte Südamerikas befindest, denn den Verkehrslärm ersetzt hier vollständig das Kreischen bunter Papageien. Die Geschichte dieses Ortes ist faszinierend, denn der Regenwald wurde im neunzehnten Jahrhundert von Hand wieder aufgeforstet, nachdem Kaffeeplantagen den ursprünglichen Bewuchs vernichtet hatten.
💡 Tipp: Um den Regenwald zu erkunden, engagierst du am besten einen zertifizierten Führer mit Jeep, denn das Ausmaß des Parks ist riesig und die Orientierung auf den Regenwaldpfaden kann tückisch sein. Vergiss nicht, ein starkes Insektenschutzmittel gegen die tropischen Mücken und eine leichte Regenjacke einzupacken, denn das Mikroklima unter den Bäumen ist deutlich feuchter und kühler als unten an den Stränden.

12. Aussichtspunkt Mirante Dona Marta
Wenn du den absolut besten Ort zum Fotografieren der Stadt ohne Menschenmengen suchst, hast du ihn gerade gefunden. Der Mirante Dona Marta ist eine versteckte Aussichtsplattform, von der aus du die Christusstatue und den Zuckerhut in einem einzigen magischen Bild siehst, was ihn zu einem heimlichen Schatz unter den lokalen Fotografen macht. Er liegt auf über dreihundertsechzig Metern Höhe und bietet einen sogenannten Helikopterblick auf die gesamte Südzone der Stadt.
Im Gegensatz zum überfüllten Corcovado herrscht hier herrliche Ruhe – oft stehst du auf der riesigen Betonplattform ganz allein, nur mit den Äffchen, die neugierig aus den umliegenden Bäumen lugen, und obendrein ist der Eintritt kostenlos. Du zahlst nur für die Fahrt hinauf über die steile, kurvige Regenwaldstraße.
💡 Tipp: Zum Aussichtspunkt fährt kein regelmäßiger öffentlicher Verkehr, bestell dir deshalb einen zuverlässigen Uber und vergiss nicht, mit dem Fahrer zu vereinbaren, dass er die zwanzig Minuten auf dich wartet, sonst könntest du große Probleme haben, zurück in die Stadt zu kommen. Es ist außerdem ein fantastischer Ort, um den Sonnenaufgang zu beobachten, wenn die Stadt gerade aus dem Nachtschlaf erwacht.

13. Chinesischer Pavillon Vista Chinesa
Tief in den Wäldern des Nationalparks Tijuca stößt du auf ein Bauwerk, das du im südamerikanischen Dschungel definitiv nicht erwarten würdest. Die Vista Chinesa ist ein wunderschöner orientalischer Pavillon aus dem Jahr 1903, der zu Ehren der chinesischen Einwanderer errichtet wurde, die im neunzehnten Jahrhundert den Teeanbau nach Brasilien brachten. Das elegante Bauwerk mit einem pagodenförmigen Dach erhebt sich auf 380 Metern Höhe und bildet einen unglaublich fotogenen Kontrast zur umliegenden wilden Natur.
Der Ausblick von diesem Ort wird oft als einer der romantischsten der ganzen Stadt bezeichnet, denn er rahmt die Bucht, die Berge und die Strände perfekt ein. Bei klarem Wetter siehst du vom Pavillon aus ganz Ipanema, die Lagune Rodrigo de Freitas und die fernen Gipfel am Horizont, alles eingerahmt in üppige Palmwedel und riesige Farne. Der Ort ist bei einheimischen Radfahrern sehr beliebt, für die der harte Anstieg zum Pavillon die größte sportliche Herausforderung ist.
💡 Tipp: Verbinde den Besuch des Pavillons mit dem nahegelegenen Wasserfall Cachoeira dos Macacos, zu dem du über einen kurzen Spaziergang auf einem Regenwaldpfad gelangst. Wieder gilt die Regel der Vorsicht beim Verkehr, die Straße ist eng und steil, deshalb solltest du ausschließlich mit dem Auto oder einer organisierten Tour hierher fahren, nicht zu Fuß von unten.

14. Gärten und Villa Parque Lage
Am Fuße des Berges Corcovado liegt einer der schönsten öffentlichen Parks, der eine riesige Portion europäischer Eleganz in sich birgt. Der Parque Lage besteht aus herrlichen subtropischen Gärten, die eine atemberaubende Villa im Stil eines römischen Palastes umgeben, die heute als renommierte Schule für bildende Künste dient. Die Dominante des gesamten Innenhofs ist ein flaches Becken, in dem sich beim richtigen Winkel die hoch gelegene Christusstatue spiegelt.
Der Park hat eine Fläche von mehr als fünfzig Hektar und bietet den perfekten Rückzug in den Schatten uralter Bäume, künstlicher Höhlen und romantischer Türmchen, die im Grün versteckt sind. Für Wanderfreunde ist dieser Ort entscheidend, denn genau hinter der Villa beginnt der steile Regenwaldpfad zum Gipfel des Corcovado, den erfahrene Reisende als kostenlose Alternative zur Zahnradbahn nutzen. Die Atmosphäre des Ortes ist unglaublich entspannt, Kunststudenten malen hier ihre Bilder und Familien veranstalten am Wochenende Picknicks auf dem Rasen.
💡 Tipp: In der historischen Villa selbst gibt es das bezaubernde Plage Cafe, wo du ein ausgezeichnetes Frühstück voller frischer tropischer Früchte und Käsespezialitäten direkt am ikonischen Becken genießen kannst. Ich empfehle, gleich zur Öffnungszeit zu kommen – tagsüber wartet man hier wirklich lange auf einen Tisch.

15. Museum von morgen (Museu do Amanhã)
Im sanierten Hafenviertel Porto Maravilha ist ein Bauwerk entstanden, das die Architektur der Stadt sofort ins einundzwanzigste Jahrhundert katapultiert hat. Das Museu do Amanhã ist ein faszinierendes Museum der angewandten Wissenschaft, das der Zukunft der Menschheit gewidmet ist, dessen futuristisches Gebäude der berühmte spanische Architekt Santiago Calatrava entworfen hat. Die weiße Konstruktion, die an das riesige Skelett eines prähistorischen Vogels oder ein Raumschiff erinnert, ragt dramatisch über die Wasseroberfläche hinaus und ist schon für sich allein einen langen Besuch wert.
Erwarte drinnen keine verstaubten historischen Artefakte, sondern interaktive Expositionen voller riesiger Bildschirme, Datenvisualisierungen und anregender Fragen. Die Ausstellung zwingt dich, über Klimawandel, Bevölkerungswachstum und die Nachhaltigkeit unseres Planeten nachzudenken, was im Kontext des riesigen und naturreichen Brasiliens enorm viel Sinn ergibt. Das Museum zeigt, dass Rio nicht nur eine Stadt der Strände und des Karnevals ist, sondern auch ein modernes Zentrum für Wissenschaft und Innovation.
💡 Tipp: Die Tickets für das Museum musst du oft mit großem Vorlauf online reservieren, denn die Tageskapazität ist schnell erschöpft, besonders am Wochenende. Rund um das Museum zieht sich die breite und sichere Promenade Orla Conde, auf der du wunderbar am Meer entlangspazieren und die riesigen Graffiti-Murals lokaler Künstler bewundern kannst.

16. Kunstmuseum MAR (Rio Museum of Art)
Das Kunstmuseum MAR (Rio Museum of Art) befindet sich in einem einzigartigen architektonischen Komplex, der einen alten klassizistischen Palast mit einem modernen Glasgebäude durch ein geschwungenes Betondach kühn verbindet. Dieser visuelle Kontrast erfasst genau das Wesen der brasilianischen Metropole, wo das Alte ständig auf das Neue trifft.
Das Museum konzentriert sich vor allem auf brasilianische Kunst, lokale Kultur und die komplexe Geschichte der Stadt selbst, einschließlich der Geschichte und des Lebens in den Favelas. Von der obersten Etage unter dem geschwungenen Dach bietet sich ein fantastischer Blick auf den gesamten Platz Praça Mauá und das benachbarte Museu do Amanhã, was eine großartige Gelegenheit ist, das moderne Gesicht Rios aus der Vogelperspektive einzufangen. Die Expositionen sind sehr vielfältig, von klassischer Malerei über Fotografie bis zu modernen Installationen junger Künstler.
💡 Tipp: Wenn du Kunst magst, reserviere für den Besuch beider Museen am Platz Praça Mauá einen ganzen halben Tag, denn sie ergänzen sich hervorragend. Die lokalen Restaurants rund um den Hafen bieten außerdem tolle fleischlose Varianten brasilianischer Gerichte, wie zum Beispiel Pastel de Queijo, eine knusprige frittierte Teigtasche gefüllt mit geschmolzenem Käse.

17. Centro Cultural Banco do Brasil (CCBB)
Im geschäftigen Geschäftsherzen der Stadt befindet sich eines der meistbesuchten und bestbewerteten Kulturzentren der Welt. Das Centro Cultural Banco do Brasil residiert in einem atemberaubenden neoklassizistischen Gebäude aus dem Jahr 1906, das früher als Hauptsitz einer mächtigen Bank diente und heute die prestigeträchtigsten internationalen Ausstellungen beherbergt. Schon der bloße Eintritt in die riesige Halle mit der verglasten Kuppel und den verzierten Marmortreppen ist ein überwältigendes Erlebnis, das dich in die Zeit des größten Wohlstands versetzt.
Neben umfangreichen Kunstgalerien bietet dieser riesige Komplex auch ein eigenes Kino, Theatersäle und mehrere Etagen ständig wechselnder Expositionen. Das Beste am gesamten Zentrum ist, dass der Eintritt zur überwältigenden Mehrheit der Ausstellungen und ins Gebäude selbst völlig kostenlos ist, was es zu einem unglaublich zugänglichen Ort für alle Kulturliebhaber macht. Das Programm ist immer sorgfältig zusammengestellt und oft findest du hier faszinierende Retrospektiven berühmter internationaler und brasilianischer Künstler.
💡 Tipp: Nach der Besichtigung der Ausstellungen kehr im historischen Café im Erdgeschoss ein, das die ursprüngliche Bankeinrichtung bewahrt hat, und gönn dir einen kräftigen brasilianischen Espresso. Das Gebäude befindet sich im Stadtzentrum, das sich nach Feierabend schnell leert, komm deshalb grundsätzlich tagsüber hierher und meide abendliche Spaziergänge in der Umgebung lieber.

18. Theatro Municipal do Rio de Janeiro
Am Platz Cinelândia steht ein Gebäude, das mit seinem Aussehen deutlich auf den enormen europäischen Einfluss in der Geschichte der Stadt verweist. Das Theatro Municipal ist ein prunkvolles Theater aus dem Jahr 1909 im Pariser Stil, das als Hauptbühne für Ballett-, Opern- und klassische Musikaufführungen in ganz Brasilien dient. Seine Fassade ist reich mit Gold, massiven Säulen und komplexen Skulpturen verziert, wodurch es zu den schönsten Bauwerken des ganzen Landes gehört.
Auch wenn du gerade keine Abendvorstellung besuchen willst, ist das Interieur dieses Gebäudes definitiv deine Aufmerksamkeit wert. Du kannst an einer organisierten Führung teilnehmen, die dich durch das überwältigende Foyer, den Zuschauerraum und die luxuriösen Säle führt, die mit prächtigen Buntglasfenstern und Wandmalereien geschmückt sind. Es ist ein riesiger Kontrast zur entspannten Strandkultur, der dir Rio als stolze Stadt mit einer tiefen intellektuellen Tradition zeigt.
💡 Tipp: Vor dem Theater versammeln sich oft Straßenkünstler und Musiker, sodass der Platz Cinelândia selbst ein tolles kostenloses Schauspiel bietet. Wenn du doch eine Vorstellung erleben möchtest, sind Ballettkarten zu sehr annehmbaren Preisen zu haben, erfordern aber zumindest grundlegende festliche Kleidung – Flip-Flops vom Strand kommen hier nicht durch.

19. Catedral Metropolitana de São Sebastião
Liebhaber ungewöhnlicher Architektur sollten definitiv nicht das Bauwerk auslassen, das auf den ersten Blick überhaupt nicht wie ein christlicher Tempel aussieht. Die Catedral Metropolitana ist eine moderne Betonkathedrale in Form einer riesigen Maya-Pyramide, die 1979 feierlich eröffnet wurde und die ungewöhnlichste Kirche darstellt, die du in Lateinamerika sehen wirst. Ihr grauer Außenbau wirkt zwar etwas nüchtern und massiv, aber der wahre Zauber verbirgt sich im Inneren.
Sobald du die Schwelle dieses fünfundsiebzig Meter hohen Gebäudes überschreitest, befindest du dich in einem riesigen, sonnendurchfluteten Raum ohne eine einzige Stützsäule. Vom Boden bis zur Decke ziehen sich vier gigantische Fenster aus buntem Glas, die ein überwältigendes Lichtkreuz bilden und im Inneren eine unglaublich spirituelle und mystische Atmosphäre erzeugen. Die Kathedrale fasst unglaubliche zwanzigtausend Gläubige und ihre Akustik beim Chorgesang ist absolut phänomenal.
💡 Tipp: Beim Fotografieren des Interieurs stell dich genau in die Mitte des Bodens und richte das Objektiv senkrecht nach oben, so bekommst du eine perfekte symmetrische Aufnahme des bunten Kreuzes an der Decke. Der Besuch der Kathedrale ist schnell und du verbindest ihn leicht mit der Besichtigung des nahegelegenen Aquädukts Arcos da Lapa, das nur wenige Gehminuten entfernt liegt.

20. Museu da República (Palácio do Catete)
Um die komplexe politische Geschichte dieses riesigen Landes zu verstehen, ist der Besuch der ehemaligen Präsidentenresidenz absolut unerlässlich. Das Museu da República residiert im prunkvollen Palast Palácio do Catete, der als Sitz der brasilianischen Präsidenten diente, bis 1960 die Hauptstadt in das neu erbaute Brasília verlegt wurde. Der Palast ist ein Beispiel für unglaublichen Luxus, seine Säle sind mit seltenen Hölzern, venezianischen Spiegeln und riesigen Kristalllüstern geschmückt.
Die Ausstellung führt dich durch alle Schlüsselmomente der brasilianischen Republik, von ihrer Ausrufung bis zu den dramatischen Ereignissen des zwanzigsten Jahrhunderts. Am meisten trifft dich dort das erhaltene Zimmer von Präsident Getúlio Vargas, der hier 1954 Selbstmord beging – das Museum stellt sogar seinen Abschiedsbrief aus, und es ist einer jener Orte, an denen die Geschichte plötzlich sehr konkret wird. Hinter dem Palast erstrecken sich außerdem weitläufige französische Gärten voller hoher Palmen und künstlicher Teiche, die angenehmen Schatten zum Ausruhen bieten.
💡 Tipp: Der Eintritt in die wunderschönen hinteren Gärten ist völlig kostenlos und die Einheimischen nutzen sie rege zum Spazieren und Entspannen, auch wenn du also keine Lust auf Geschichte im Museum hast, lass die Gärten auf keinen Fall aus. Sie befinden sich direkt an der U-Bahn-Station Catete, sodass die Erreichbarkeit von den Strandvierteln im Süden der Stadt absolut problemlos und schnell ist.

21. Espaço Cultural da Marinha
Wenn du dich im historischen Zentrum in Hafennähe bewegst, stößt du auf ein faszinierendes Museum, das nicht nur Fans der Militärgeschichte zu schätzen wissen. Das Espaço Cultural da Marinha ist ein umfangreiches Marinemuseum, das dir einen Einblick in die reiche maritime Tradition Brasiliens ermöglicht, eines Landes mit einer der längsten Küsten der Welt. Die Außenexposition ist voll von historischen Kanonen, alten Torpedos und riesigen Ankern, die entlang der sonnendurchfluteten Uferpromenade verstreut sind.
Die größte Attraktion des gesamten Areals sind jedoch echte Schiffe, in denen du vom Unterdeck bis zur Kapitänsbrücke herumklettern kannst. Das größte Erlebnis bietet die Besichtigung des ausgemusterten Militär-U-Boots Riachuelo und einer originalgetreuen Replik eines alten Entdeckerschiffs, die zeigt, unter wie beengten Bedingungen die ersten Europäer an die Küsten Südamerikas gelangten. Von hier aus fahren auch Ausflugsboote zu Rundfahrten durch die Guanabara-Bucht ab, die einen schönen Blick auf die Stadt von der Wasseroberfläche bieten.
💡 Tipp: Die Bootsfahrt durch die Bucht von diesem Hafen aus ist deutlich günstiger und authentischer als die überteuerten Touristenboote, die vom Süden der Stadt ablegen. Vergiss aber nicht, eine starke Sonnencreme und einen Hut mitzunehmen, denn an Bord der alten Schiffe und U-Boote schützt dich rein gar nichts vor der brennenden brasilianischen Sonne und die Metalldecks werden oft sehr heiß.

22. Strand Praia Vermelha unter dem Zuckerhut
Zum krönenden Abschluss unserer Liste haben wir uns einen kleinen, aber umso schöneren Strand aufgehoben, der ein völlig anderes Erlebnis bietet als die endlosen Sandstreifen der Copacabana. Die Praia Vermelha, der Rote Strand, liegt versteckt in einer ruhigen Bucht direkt am Fuße des majestätischen Zuckerhuts, der sich wie eine gewaltige Steinmauer über ihr erhebt. Ihr Name leitet sich vom gröberen, rötlichen Sand ab, der beim Sonnenuntergang einen wunderschönen warmen Farbton annimmt.
Die Bucht ist vor den starken Meeresströmungen geschützt, sodass das Wasser hier unglaublich ruhig und sicher ist, was sie zum idealen Ort für Familien und gemütliches Schwimmen macht. Dank des Fehlens großer Wellen ist es auch eine perfekte Lage, um ein Paddleboard oder ein Meereskajak zu mieten, von dem aus du die umliegenden steilen Felsen aus einer völlig neuen Perspektive bewundern kannst. Der Strand ist sehr klein und gemütlich, umgeben von grünen Bäumen, und bietet eine viel intimere Atmosphäre als die großen Nachbarstrände.
💡 Tipp: Vom linken Rand des Strandes beginnt der wunderschöne, befestigte Pfad Pista Cláudio Coutinho, der sich dicht an den Klippen über dem Meer durch den Regenwald windet. Es ist ein wunderbarer Ort für einen einfachen Spaziergang, bei dem du mit hoher Wahrscheinlichkeit freche Krallenäffchen triffst – denk nur daran, dass das Füttern von Wildtieren im ganzen Park streng verboten ist, egal wie niedlich sie aussehen. Der Ausflug zu diesem Strand lässt sich ideal mit dem Besuch des Zuckerhuts selbst verbinden – die Talstation der Seilbahn liegt gleich gegenüber.
Wohin von Rio de Janeiro aus weiter
Brasilien ist ein riesiges Land und Rio de Janeiro ist oft nur die erste Station auf deiner Südamerika-Reise. Wenn du dich tiefer in die Planung deiner Unterkunft vertiefen möchtest, haben wir für dich einen ausführlicheren Ratgeber Wo man in Rio de Janeiro wohnt zusammengestellt. Darin erfährst du die detaillierten Unterschiede zwischen den einzelnen Vierteln im Süden der Stadt und wählst so leichter die beste Lage.
Die meisten Reisenden ziehen anschließend in die größte Metropole der gesamten Südhalbkugel weiter, die ein völlig anderes, sehr urbanes Erlebnis bietet. Für einen reibungslosen Umzug empfehle ich einen Blick in den Artikel Was man in São Paulo sehen sollte, wo du Tipps für die besten Museen, Parks und Wolkenkratzer-Aussichten findest. Praktische Ratschläge für die Wahl einer sicheren Lage in dieser riesigen Business-Stadt bietet dann unser Ratgeber Wo man in São Paulo wohnt.
Häufig gestellte Fragen
Ist Rio de Janeiro sicher für Touristen?
Wenn Sie sich im touristischen Sicherheitsgürtel rund um die Viertel Ipanema und Leblon aufhalten, werden Sie höchstwahrscheinlich keine Probleme haben. Tagsüber ist es auch an der Copacabana sicher, aber nach Einbruch der Dunkelheit sollten Sie Spaziergänge am Strand und durch leere Straßen im Zentrum vermeiden. Nutzen Sie grundsätzlich Uber und tragen Sie keine teuren Schmuckstücke oder Telefone zur Schau.
Wie viele Tage brauche ich für einen Besuch in Rio?
Die ideale Zeit, um die Stadt kennenzulernen, sind vier bis fünf volle Tage, was Ihnen genug Raum für Sehenswürdigkeiten und Entspannung am Strand gibt. Planen Sie aber immer mindestens zwei Tage als Zeitreserve ein, damit Sie den Besuch der hoch gelegenen Aussichtspunkte flexibel an die aktuelle Bewölkung und das Wetter anpassen können.
Wie komme ich am besten zur Christusstatue?
Es gibt drei Möglichkeiten, wobei die teuerste und beliebteste die historische Zahnradbahn Corcovado ist, die Sie durch den Regenwald hinaufbringt. Eine etwas günstigere Variante stellt der offizielle Kleinbus vom Besucherzentrum Paineiras dar. Wenn Sie nach dem günstigsten und abenteuerlichsten Weg suchen, können Sie den steilen Pfad vom Parque Lage aus zu Fuß nehmen, was etwa zwei Stunden anstrengenden Aufstieg bedeutet.
Wann ist die beste Reisezeit für Brasilien?
Im Hinblick auf gutes Wetter und vernünftige Preise ist es am besten, von April bis Juni oder von August bis Oktober zu reisen. So vermeiden Sie die extreme Sommerhitze und die regelmäßigen Starkregen. Während des Karnevals und zu Silvester herrscht in der Stadt zwar eine fantastische Atmosphäre, aber die Unterkunftspreise sind um ein Vielfaches höher und überall treffen Sie auf riesige Menschenmengen.
Kann ich nach Einbruch der Dunkelheit an den Stränden in Rio baden?
Auf keinen Fall, man geht niemals nachts an den Strand. Sobald die Sonne untergeht, werden die langen Sandstreifen für Touristen gefährlich und ziehen zwielichtige Gestalten an. Die Einwohner der Stadt treffen sich abends in gut beleuchteten Bars und Restaurants an belebten Straßen, daher sollten Sie verlassene Strände nach Einbruch der Dunkelheit unbedingt meiden.
Wie bewegt man sich in der Stadt fort und ist der ÖPNV sicher?
Tagsüber funktioniert das U-Bahn-Netz hervorragend und sicher, das die südlichen Strandviertel mit dem historischen Stadtzentrum verbindet. Gewöhnliche Busse sind etwas unübersichtlich und werden für Touristen nicht besonders empfohlen. Sobald es dunkel wird, wechseln Sie kompromisslos zur Uber-App, die in Brasilien sehr günstig und zuverlässig ist und Ihnen eine sichere Rückkehr zum Hotel garantiert.
Was kann ich in Rio essen, wenn ich kein Fleisch esse?
Obwohl die brasilianische Küche stark auf Fleisch basiert, finden Sie hier viele vegetarische Köstlichkeiten. Der absolute Hit ist eiskaltes Açaí mit Granola, das am Strand herrlich erfrischt. An Straßenständen sollten Sie nach den Käsebällchen Pão de Queijo oder Tapioca gefüllt mit Käse und Tomaten Ausschau halten. Für ein vollwertiges Abendessen besuchen Sie die hervorragenden italienischen Restaurants in Ipanema.
Lohnt es sich, Eintrittskarten für Sehenswürdigkeiten lange im Voraus zu kaufen?
Bei modernen geschlossenen Museen wie dem Museum der Zukunft lohnt sich der Vorabkauf von Online-Tickets auf jeden Fall. Bei Außenaussichtspunkten wie dem Zuckerhut und der Christusstatue sollten Sie jedoch vorsichtig sein. Das Wetter an der Küste ändert sich von Stunde zu Stunde, und beim Kauf für einen festen Tag riskieren Sie, dass Sie wegen dichtem Nebel überhaupt nichts sehen.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!
