Die meisten Leute glauben, das wärmste Meer Europas findet man Mitte Juli – doch das Wetter in Bulgarien widerlegt diese verbreitete Annahme ziemlich zuverlässig. Das wärmste Wasser misst man an der bulgarischen Küste nämlich erst im August, und wer die Wetterstatistiken zu lesen versteht, stellt fest, dass sogar das September-Meer deutlich wärmer ist als das im Juni. Wer diese kleinen klimatischen Feinheiten kennt, kann eine Menge Geld sparen und den größten Sommermassen entgehen.
Bulgarien ist außerdem ein Land der gewaltigen Extreme, wo du dich am Strand über eine angenehme Meeresbrise freust, während im Landesinneren in Plowdiw das Thermometer locker die 40-Grad-Marke knackt. Schauen wir uns gemeinsam an, wann sich die Reise lohnt – egal, ob du an der Sonnenküste braun werden, antike Sehenswürdigkeiten entdecken oder die verschneiten Gipfel des Rila- und Pirin-Gebirges erklimmen möchtest. Ich habe für dich einen ausführlichen Wetterführer Monat für Monat vorbereitet, damit du genau weißt, worauf du dich einlässt.

Zusammenfassung
- Wann ans Meer: Die Hauptbadesaison läuft von Juli bis August, ein cleverer und günstigerer Kompromiss ist aber der ganze September.
- Wann ist das Meer am wärmsten: Ganz eindeutig im August, wenn die durchschnittliche Wassertemperatur herrliche 25 bis 26 °C erreicht.
- Der September-Trick: Das Herbstmeer kühlt nur langsam ab, deshalb ist das Wasser im September wärmer als zu Sommerbeginn im Juni.
- Wann in die Berge: Hochgebirgstouren solltest du ausschließlich für Juli bis September planen, denn bis Juni liegt auf den Kämmen noch Schnee.
- Wann zum Skifahren: Die Skisaison in den Bergorten dauert von Dezember bis Mitte April.
- Wann in die Städte: Sightseeing in Sofia oder Plowdiw genießt du am besten im Mai, Juni, September und Oktober.
| Ich möchte… | Ideale Zeit |
|---|---|
| Baden mit garantierter Wärme | Juli, August, September |
| Leere Strände und Rabatte | Juni, September |
| Bergwipfel erklimmen | Juli, August, September |
| In den Bergorten Ski fahren | Dezember bis März |
| Geschichte und Städte entdecken | Mai, Juni, September, Oktober |

Wetter am Meer: Monat für Monat
Wenn du in erster Linie zum Baden fährst, interessieren dich vor allem die Badeorte an der Schwarzmeerküste. Die folgende Tabelle zeigt die detaillierten Klimanormalwerte für Varna, das ein hervorragender Ausgangspunkt ist, um das lokale Wetter zu verstehen und deinen idealen Sommerurlaub zu planen.
| Monat | Max °C | Min °C | Meer °C | Niederschlag mm | Regentage | Sonne h/Tag |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Januar | 6,7 | −2,6 | 8 | 50 | 6 | 3 |
| Februar | 7,5 | −2,1 | 7 | 35 | 5 | 4 |
| März | 12,1 | 1,3 | 7,5 | 50 | 7 | 4,5 |
| April | 16,8 | 5,2 | 10 | 40 | 6 | 6,5 |
| Mai | 22,5 | 10,2 | 15,5 | 40 | 7 | 8 |
| Juni | 27,2 | 14,6 | 20,5 | 50 | 6 | 9 |
| Juli | 29,7 | 16,9 | 24 | 50 | 5 | 10 |
| August | 30,2 | 17,1 | 25 | 30 | 3 | 10 |
| September | 24,8 | 12,7 | 22 | 55 | 6 | 8 |
| Oktober | 19,1 | 8,2 | 18 | 60 | 6 | 5 |
| November | 14,1 | 4,5 | 13,5 | 55 | 6 | 3,5 |
| Dezember | 9,0 | −0,3 | 10 | 50 | 7 | 3 |
Beim Blick auf die Zahlen wirst du vielleicht überrascht sein, wie stark sich die bulgarische Küste von unseren mitteleuropäischen Gewohnheiten unterscheidet. Varna ist mit gerade einmal 516 Millimetern Niederschlag pro Jahr nämlich überhaupt die trockenste Großstadt in ganz Bulgarien. Die winterlichen Nachttiefstwerte liegen direkt in der Stadt sicher rund um den Gefrierpunkt, auch wenn das Thermometer am nahegelegenen Flughafen gelegentlich ein paar Grad unter null rutscht. Die Küste ist generell unglaublich sonnig, und Varna kann sich mit über 2.300 Sonnenstunden pro Jahr rühmen – das macht sie zu einem der sonnigsten Orte des gesamten Balkans, ein Argument, das man kaum ignorieren kann.
Wenn du eher Richtung Süden in die beliebte Umgebung von Burgas willst (weitere Tipps findest du auch auf dem Tourismusportal der Stadt Burgas), unterscheiden sich die klimatischen Bedingungen nur minimal, ein paar kleine Unterschiede gibt es aber trotzdem. Die dortigen Winter sind eine Spur milder mit Januar-Tiefstwerten knapp unter dem Gefrierpunkt (um die −0,1 °C), während das Meer hier zur Sommerspitze etwa ein halbes Grad wärmer ist als im Norden. Im Juli genießt du in Burgas fantastische 10,5 Stunden reinen Sonnenschein pro Tag – die Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 solltest du also keinesfalls ganz unten im Koffer verstauen.
Ein großer Vorteil des Sommerurlaubs am Meer ist die angenehme Meeresbrise, die die größte denkbare Hitze ziemlich zuverlässig abmildert. Während sich das Landesinnere im Juli und August in extremen Temperaturen backt, herrschen an den Stränden erträgliche Werte um die 30 Grad. Interessant ist, dass der August der trockenste Monat der gesamten Küste ist, wenn hier nur etwa 24 bis 30 Millimeter Niederschlag an lediglich drei Regentagen fallen. Ein bewölkter Himmel mitten im Sommer ist hier eher eine seltene Erscheinung, die dich garantiert nicht lange ärgert.
Der Niederschlagsverlauf an der Küste funktioniert schlicht ganz anders, als du es von zu Hause vielleicht erwartest. Während es bei uns oder im bulgarischen Landesinneren im Frühling und Sommer am meisten in Form von Gewittern regnet, ist der Herbst an der Schwarzmeerküste regenreicher als das Frühjahr. Der Oktober rund um Burgas kann sogar 65 Millimeter Niederschlag bringen, was ihn zum regenreichsten Monat der Region macht und dem Strandvergnügen endgültig ein Ende setzt. Und das ist eine Sache, die dich bei der Reiseplanung unangenehm überraschen kann, wenn du sie nicht vorher weißt.

Wann man in Bulgarien baden kann
Die Planung eines Badeurlaubs dreht sich vor allem um die Meerestemperatur, die in diesem Teil Europas einen ziemlich langsamen, aber umso interessanteren Verlauf nimmt. Die Badesaison dauert realistisch von Juni bis Ende September, denn im Oktober fällt das Wasser bereits schnell auf 18 °C ab, was eher etwas für Abgehärtete und Winterschwimm-Fans ist. Am kältesten ist das Schwarze Meer im Februar, wenn seine Temperatur bei harten 6 bis 7 °C liegt – ans Baden kannst du dann also gleich gar nicht denken.
Ein sehr wichtiger Faktor für Familien mit Kindern ist die offizielle Badesaison mit Rettungsschwimmer-Aufsicht, die exakt vom 1. Juni bis 30. September festgelegt ist. Außerhalb dieser Zeit musst du damit rechnen, dass die Strände sozusagen auf eigene Gefahr funktionieren und die beliebten Strandbars ihre Sonnenschirme eingerollt haben. Während sich das Wasser Anfang Juni um erfrischende 20,5 bis 21 °C bewegt, springt es im Juli zuverlässig auf sehr angenehme 24 °C (in Burgas sogar auf 24,5 °C).
Der eigentliche Temperaturhöhepunkt kommt aber erst am Ende der Ferien, und viele Reisende sind darüber ehrlich überrascht. Das absolut wärmste Meer erlebst du im August, wenn sich das Schwarze Meer endlich auf fantastische 25 bis 26 °C erwärmt. Wenn du also warmes Wasser wie in der Badewanne liebst und beim Eintauchen in die Wellen nicht mit den Zähnen klappern möchtest, fahre nicht im Juni oder Anfang Juli, sondern warte auf den heißen August, wenn das Meer angenehm warm ist und die Sonne von morgens bis abends brennt.
Damit kommen wir zur wichtigsten Erkenntnis für clevere Reisende, die viele beim Kauf von Flugtickets sehr oft vergessen. Das Meer im September ist mit durchschnittlich 22 bis 23 °C wärmer als im Juni, weil die riesige Masse an Salzwasser nach dem heißen Sommer nur sehr langsam abkühlt. Das Baden im Herbst fühlt sich damit deutlich angenehmer an als im Frühjahr, wenn das Wasser nach dem kalten Winter erst schwerfällig zum Leben erwacht. Genau aus diesem Grund lohnt es sich, eher zum Spätsommer an die Strände zu fahren als zu Saisonbeginn.

September: der cleverste Monat am bulgarischen Meer
Die Zeit direkt nach den Sommerferien wird auf dem Balkan sehr oft als sogenannte Velvet Season (Samtsaison) bezeichnet und ist zweifellos die beste Zeit für einen Besuch der Küste. Das Wasser hält herrliche 22 bis 23 °C, während die Luft sehr angenehme 25 Grad bietet. Das ist die absolut ideale Kombination für sonnendurchflutete Tage ohne drückende Hitze, an denen du stundenlang am Strand spazieren gehen kannst, ohne sofort Schatten zu suchen oder bei der kleinsten Anstrengung zu schwitzen.
Der größte Reiz eines September-Urlaubs ist allerdings der dramatische Rückgang der Menschenmassen und der damit verbundene sehr steile Preissturz bei den Unterkünften. Hotels senken die Preise oft um unglaubliche 30 bis 40 Prozent, und die lokale Presse schreibt gern, dass man im September drei Nächte zum Preis von zwei August-Nächten bekommt. In Bulgarien zahlt man außerdem seit dem 1. Januar 2026 mit dem Euro, sodass du sämtliche Ausgaben ohne kompliziertes Umrechnen alter Lewa leicht kalkulieren kannst und sofort siehst, wie viel du gegenüber der Sommerspitze genau gespart hast.
💡 TIPP: Wenn dich im Detail interessiert, was so ein Spätsommer-Urlaub kostet und wie hoch die aktuellen Ausgaben für Essen oder Transport sind, empfehle ich dir einen Blick in unseren ausführlichen Artikel über Preise in Bulgarien nach der Euro-Umstellung. Dort findest du jede Menge praktischer Tricks, wie du clever reist und nicht unnötig Geld verlierst.
Der einzige kleine Nachteil des Spätsommers sind logischerweise die kürzer werdenden Tage und die Sonne, die eben doch nicht mehr so aggressiv brennt wie im Juli. Die Morgen- und Abendtemperaturen sinken zwar schneller und für die abendliche Promenade wirst du wahrscheinlich einen leichten Pullover zu schätzen wissen, tagsüber genießt du das Meer aber weiterhin in vollen Zügen. Du musst auch an das offizielle Saisonende denken, denn die Rettungsschwimmer und viele Strandlokale räumen ihre Ausrüstung kompromisslos exakt am 30. September zusammen – ein Oktober-Urlaub hat also eher einen melancholischen und ziemlich verlassenen Beigeschmack.

Wetter im Landesinneren: Sofia und Plowdiw
Das Klima im bulgarischen Landesinneren funktioniert ganz anders als am Meer, denn hier fehlt schlicht die riesige Wasserfläche, die die ganzjährigen Temperaturextreme ausgleichen würde. Die Hauptstadt Sofia, über die du auf der offiziellen Seite Visit Sofia mehr erfährst, liegt in relativ hoher Lage zwischen 550 und 600 Metern und ist zudem von mächtigen Bergen umgeben. Das macht sie zu einem Ort mit einem raueren Winter voller Frost und Schneefall, wo die Temperaturen regelmäßig unter null bleiben und an rund dreißig Tagen im Jahr Schnee fällt – mit einer Gesamtmenge von etwa 98 Zentimetern.
Wenn du im Winter nach Sofia fährst, musst du mit einer sehr unangenehmen klimatischen Besonderheit des lokalen Talkessels rechnen. Die Stadt plagt oft eine starke Winterinversion samt dichtem Smog, und Sonne genießt du hier im Dezember nur verzweifelte 69 Stunden im ganzen Monat (zum Vergleich: im Juli sind es gleich 312 Stunden). Die historischen Temperaturrekorde der Hauptstadt sind übrigens absolut faszinierend – das Thermometer sank hier in der Vergangenheit auf −31,2 °C und schoss im Sommer umgekehrt auf unglaubliche +40,2 °C hoch.
Der Sommer in Sofia ist insgesamt recht angenehm mit durchschnittlichen Höchstwerten um die 27,8 °C im Juli, aber du musst dich auf überraschend heftige Regenfälle einstellen. Das Maximum an Niederschlag im Landesinneren fällt nämlich im Mai und Juni, wenn sich nachmittags regelmäßig starke Hitzegewitter bilden und allein im Juni bis zu 81,6 Millimeter Wasser fallen. Fährst du etwas weiter südlich nach Plowdiw (ich empfehle, die Tourismus-Website Visit Plovdiv zu erkunden), triffst du auf den wahrscheinlich heißesten Winkel des ganzen Landes mit einem völlig anderen Mikroklima, das eher an das griechische Landesinnere erinnert und einem wirklich zusetzen kann.
Plowdiw verwandelt sich im Juli und August in einen regelrechten glühenden Ofen, wo die durchschnittlichen Sommerhöchstwerte auf 33 °C klettern und der absolute historische Rekord erschreckende 45,0 °C beträgt. Hitzewellen, die an der 40-Grad-Marke kratzen, sind hier keine Ausnahme, und die Betonstadt strahlt die Hitze noch bis tief in die Nacht ab. Plane den Rundgang durch die Altstadt daher grundsätzlich für den frühen Morgen oder späten Abend, sonst zermürben dich die aufgeheizten Straßen, bevor du den ersten Platz erreichst. Die angenehmsten Bedingungen zum Entdecken bulgarischer Städte findest du deshalb logischerweise ausschließlich im Frühjahr (im Mai und Juni) oder dann im Herbst im September und Oktober.

Berge: Wandern im Sommer, Ski fahren im Winter
Die bulgarischen Berge gehören zu den höchsten und rausten der gesamten Balkanhalbinsel, was sich logischerweise und sehr stark auf ihr spezielles Hochgebirgswetter auswirkt. Schneefelder auf den Kämmen des Rila- und Pirin-Gebirges liegen ganz normal bis in den Juni hinein, sodass Frühlingstouren in höhere Lagen ohne Pickel und gute Winterausrüstung nicht infrage kommen. Unter dem majestätischen Gipfel Wichren können in den Frühlingsmonaten locker drei Meter Schnee liegen (und das ist keine Metapher).
Ein eigenes Kapitel ist dann der Berg Mussala mit 2.925 Metern Höhe, der als überhaupt kältester Ort weit und breit auf dem gesamten Balkan gilt. Die Schneedecke hält sich hier stattliche acht bis neun Monate im Jahr (rund 200 Tage), und die Durchschnittstemperaturen bleiben hier von November bis Mai lange unter dem Gefrierpunkt. Hochgebirgsausflüge, darunter die Sieben Rila-Seen, die du einfach gesehen haben musst, solltest du deshalb ausschließlich für das kurze Zeitfenster von Juli bis September planen, wenn das Gelände endlich sicher begehbar ist.
In diesen Sommermonaten herrschen in den Bergtälern sehr angenehme Tagestemperaturen zwischen 23 und 27 °C, während die Nächte schön erfrischend bleiben. Auch im heißen Sommer solltest du aber nie vergessen, eine gute wasserdichte Jacke einzupacken, denn das Wetter in Höhen über zweitausend Metern kann sich innerhalb weniger Minuten ändern und die Morgensonne garantiert nichts. Wintersportfans kommen in Bulgarien dagegen in den renommierten Skigebieten voll auf ihre Kosten, wo du für einen Bruchteil der Alpenpreise solide Pisten und ausgezeichnete Bedingungen bekommst.
Die Skisaison in Resorts wie Bansko (mehr auf der offiziellen Website des Skigebiets Bansko) oder Borowez (1.315 bis 2.550 Meter) startet meist Anfang oder Mitte Dezember und dauert zuverlässig bis Mitte April. Wenn du direkt in der Stadt Bansko unten im Tal wohnst, rechne im Januar mit durchschnittlichen Höchstwerten um die 3,1 °C und Nachtfrösten, die auf −5,7 °C fallen. Suchst du eher ein entspannteres Skivergnügen mit kleineren Kindern, probiere das Skigebiet Pamporowo aus, das als überhaupt sonnigstes und mildestes Bergresort im ganzen Land gilt.

Wann für welchen Zweck reisen: Übersichtstabelle
Damit du dich bei all den Temperaturen und klimatischen Extremen bei der Reiseplanung nicht verlierst, habe ich für dich eine einfache Übersichtstabelle vorbereitet. Darin findest du leicht das beste Zeitfenster für deinen Traumurlaub, damit du nicht versehentlich in die Berge fährst, um dich durch Frühlingsschnee zu kämpfen, oder umgekehrt ans Meer, um an verlassenen Stränden ohne Rettungsschwimmer zu frieren.
| Urlaubsart | Beste Monate | Was du meiden solltest |
|---|---|---|
| Baden am Meer | Juli, August, September | Oktober bis Mai (Meer unter 19 °C) |
| Ruhe und niedrige Preise am Meer | erste drei September-Wochen, Juni | Juli und August (Massen, höchste Preise) |
| Hochgebirgstouren (Rila, Pirin) | Juli bis September | Touren bis Juni (Schnee auf den Kämmen) |
| Skifahren | Dezember bis März (bis Mitte April) | Herbst und Spätfrühling |
| Städte (Sofia, Plowdiw) | Mai, Juni, September, Oktober | Juli und August (Hitze in Plowdiw, Wintersmog in Sofia) |
| Rosental (Kasanlak) | Mitte Mai bis Mitte Juni | Rest des Jahres (Rosen blühen nicht) |
Wenn du einen Urlaub planst, der sich rein aufs Strandliegen mit einem Buch und garantierte Wärme konzentriert, enttäuschen dich Juli und August ganz sicher nicht, aber der September ist der absolute Sieger im Preis-Leistungs-Verhältnis. Aufpassen solltest du vor allem bei Besichtigungen von Plowdiw mitten im Sommer (bei 33 °C und mehr haut es dich um, bevor du den ersten Hügel erreichst).
Eine ganz eigene Kategorie ist dann das berühmte Rosental bei der Stadt Kasanlak, wohin jedes Jahr Tausende Reisende für wunderschöne Fotos und den betörenden Duft des berühmten Öls strömen. Die Rosen blühen hier nur in einem außergewöhnlich kurzen Zeitfenster von Mitte Mai bis Mitte Juni, wenn du dieses duftende Phänomen also mit eigenen Augen erleben möchtest, musst du deinen Kalender sorgfältig im Auge behalten. Außerhalb dieser festen Frühlingszeit siehst du vor Ort nur gewöhnliche grüne Felder ohne jene magische Flut rosa Blüten, für die alle hierherkommen.
Wohin als Nächstes
Möchtest du noch mehr über Bulgarien erfahren? Hier sind Artikel, die dir garantiert weiterhelfen. Lass dir auf keinen Fall unseren großen Reiseführer entgehen, in dem du die 30 schönsten Orte für einen Urlaub in Bulgarien findest – so entdeckst du auch weniger bekannte Winkel.
Wenn dich der lebhafteste Teil der Küste reizt, habe ich für dich 15 Tipps für die Sonnenküste zusammengestellt, wo du erfährst, was dieser riesige Ferienort alles zu bieten hat. Vor dem Abflug solltest du noch prüfen, was du für den Urlaub in Bulgarien einpacken solltest, damit du nichts Wichtiges vergisst. Und falls du dich beim Reisetermin noch nicht entscheiden kannst, lass dich in unserer Übersicht inspirieren, wohin man im September in den Urlaub fährt – dort findest du auch weitere tolle Ziele für Herbstreisen.
Häufig gestellte Fragen
Falls du noch immer zögerst, wann genau du nach Bulgarien reisen sollst, habe ich für dich eine schnelle Übersicht der häufigsten Fragen vorbereitet. Darin findest du alles Wesentliche für eine entspannte Planung – egal, ob du ans Wasser oder in die Berge fährst.
Wann ist das Meer in Bulgarien am wärmsten?
Das wärmste Wasser an der bulgarischen Küste genießt du überraschenderweise erst im August, wenn die durchschnittliche Temperatur des Schwarzen Meeres herrliche 25 bis 26 °C erreicht. Das Wasser erwärmt sich während des heißen Sommers langsam, sodass das Baden im August viel angenehmer und wärmer ist als im Juli, was ihn zur idealen Zeit für Liebhaber warmen Wassers macht. Zum Vergleich: Im Februar hat das Wasser nur eiskalte 6 bis 7 °C.
Kann man schon im Juni baden?
Ja, im Juni kann man definitiv baden, aber das Wasser ist noch ziemlich erfrischend. Zu Beginn des Monats bewegen sich die Meerestemperaturen um 20,5 bis 21 °C, was für manche etwas kühl sein kann, aber gegen Ende Juni beginnt sich das Wasser schnell zu erwärmen. Die offizielle Strandsaison mit Rettungsschwimmern beginnt übrigens genau am 1. Juni, sodass du dich auf grundlegende Sicherheit und Strandservice verlassen kannst.
Wie ist das Wetter im September?
Der September ist die sogenannte Samtsaison, in der das Wasser wunderbar warm bei 22 bis 23 °C bleibt, was sogar mehr ist als im Juni. Die Luft hält sich bei angenehmen fünfundzwanzig Grad, die Touristenmassen verschwinden und die Sonne brennt nicht mehr so aggressiv, nur musst du damit rechnen, dass die Tage langsam kürzer werden. Die Rettungsschwimmer hören an den Stränden dann genau am 30. September auf.
Wann ist der Urlaub am Meer am günstigsten?
Am meisten sparst du, wenn du direkt nach Ende der Hauptsommerferien in der ersten Septemberhälfte losfährst. Hotels reduzieren in dieser Zeit üblicherweise ihre Preise um 30 bis 40 Prozent und oft findest du vorteilhafte Pakete, die drei Nächte zum Preis von zwei anbieten, während Wetter und Meer immer noch fantastisch bleiben. Seit dem 1. Januar 2026 wird hier außerdem in Euro bezahlt, sodass du deine Ausgaben leicht berechnen kannst.
Wann regnet es in Bulgarien am meisten?
Das Niederschlagsmuster unterscheidet sich stark je nach Region. Im Landesinneren regnet es am meisten im Mai und Juni, wenn häufige Nachmittagsgewitter drohen. An der Küste kommt die regenreichste Zeit aber paradoxerweise erst im Herbst mit einem Maximum im Oktober (in Burgas fallen bis zu 65 Millimeter). Der August ist an den Stränden am Meer überhaupt der trockenste Monat mit nur drei Regentagen und etwa 24 bis 30 Millimeter Niederschlag.
Ist es im Sommer in Bulgarien sehr heiß?
Während dich an der Küste eine angenehme Meeresbrise abkühlt und die Temperaturen bei erträglichen dreißig Grad bleiben, herrscht im Landesinneren extreme Hitze. Besonders die Stadt Plovdiv verwandelt sich im Juli und August in einen glühenden Ofen mit durchschnittlichen Höchstwerten um 33 °C und gelegentlichen Hitzewellen, die völlig normal auch die Vierzig angreifen können.
Wann kann man in Bulgarien Ski fahren?
Die Skisaison in den berühmten Wintersportorten wie Bansko, Borovets oder Pamporovo dauert üblicherweise von Anfang Dezember bis Mitte April. Wenn du Schneesicherheit und die besten Bedingungen zum Skifahren suchst, ist die ideale Zeit für einen Besuch in den Bergen Januar, Februar und März. Bansko bietet übrigens ausgezeichnete Pisten, die bis auf eine Höhe von 2.530 Metern ansteigen.
Wann sollte man zur Musala und zu den Sieben Rila-Seen aufbrechen?
Hochgebirgstouren in Höhenlagen über zweitausend Meter solltest du ausschließlich für Juli, August und September planen. Schnee auf den Gipfeln der Rila- und Pirin-Gebirge liegt nämlich völlig normal bis in den Juni hinein, sodass frühere Frühjahrsaufstiege auf den höchsten Berg des Balkans ohne ordentliche Winterausrüstung gefährlich sind. Die Musala selbst hat von November bis Mai durchschnittliche Temperaturen unter null und Schnee liegt hier bis zu 200 Tage im Jahr.
Wann blühen die Rosen in Kazanlak?
Das berühmte Rosental färbt sich und duftet nur in einem ziemlich kurzen Zeitfenster von Mitte Mai bis Mitte Juni. Wenn du dieses Naturphänomen mit eigenen Augen sehen und die traditionellen Erntefeiern erleben möchtest, musst du deine Reise genau auf diese Frühlingswochen planen, ansonsten siehst du vor Ort nur gewöhnliche grüne Sträucher.
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