Südböhmen haben Lukáš und ich wirklich ins Herz geschlossen, deshalb sind wir sogar hierher gezogen. Wenn du in diese Ecke Tschechiens reist, solltest du unbedingt Holašovice in Tschechien (im Bezirk České Budějovice/Budweis) besuchen, ein Dorf, das zu Recht mit seiner einzigartigen Architektur glänzt. Es handelt sich dabei um kein künstlich angelegtes Freilichtmuseum, sondern um ein absolut authentisches und bis heute bewohntes Dorf, in dem Menschen ganz normal leben und arbeiten.
Ehrlich gesagt ist das ganze Dorf recht klein, und ein gemütlicher Spaziergang rundherum dauert etwa eine Stunde. Es lohnt sich also nicht wirklich, einen ganzen Tag nur dafür einzuplanen und quer durchs Land anzureisen. Wenn du aber eine Rundreise durch Südböhmen planst oder ganz in der Nähe Urlaub machst, solltest du hier unbedingt einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Diese weißen, verzierten Giebel mit den roten Dächern muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben. Viele internationale Reisende steuern das Dorf gezielt an, und dieses UNESCO-Welterbe sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.
Gemeinsam schauen wir uns an, was es in Holašovice zu sehen gibt und wie du deinen Besuch optimal gestaltest. Du erfährst außerdem alle praktischen Infos zum Parken, spannende Details aus der recht bewegten Geschichte und ich gebe dir ein paar Empfehlungen für schöne Unterkünfte in der Umgebung, falls du länger in der Region bleiben möchtest.

Zusammenfassung: Was dich in Holašovice erwartet
- Architektur: Ein einzigartiges Ensemble des südböhmischen Bauernbarocks, das aus 23 denkmalgeschützten Höfen rund um den zentralen Dorfplatz besteht.
- Lebendiges Dorf: Holašovice ist weder Museum noch Freilichtmuseum – im Dorf leben rund 150 Menschen und die Häuser befinden sich in Privatbesitz.
- Welterbe: Seit 1998 steht das Dorf dank seines außergewöhnlich gut erhaltenen Grundrisses und Erscheinungsbildes auf der UNESCO-Liste.
- Kurzer Besuch: Für den Rundgang und ein paar Fotos reichen ein bis zwei Stunden völlig aus – ideal als Stopp auf einem Roadtrip.
- Moderne Kuriosität: Ein Stück außerhalb des Dorfes findest du das „Holašovice-Stonehenge“, einen Steinkreis, der erst 2008 errichtet wurde.
- Eintritt und Gebühren: Der Spaziergang durchs Dorf ist komplett kostenlos, bezahlt wird nur fürs Parken und den eventuellen Eintritt ins lokale Museum oder zum Stonehenge.
Wann du nach Holašovice fahren solltest
Holašovice ist ein frei zugängliches Dorf, das du also zu jeder Jahreszeit besuchen kannst. Das schönste Erlebnis hast du aber von Frühling bis Herbst, wenn das Wetter mitspielt, die Bäume am Dorfplatz grün sind und sich die weißen Fassaden herrlich vom blauen Himmel abheben. In der Sommersaison haben zudem die kleinen Wirtshäuser und das Museum geöffnet, sodass du deinen Besuch mit einem Kaffee oder Mittagessen versüßen kannst. Wir persönlich mögen den Spätfrühling oder frühen Herbst am liebsten, wenn nicht so viele Touristen wie in den Sommerferien da sind und das Dörfchen viel ruhiger wirkt.
Wenn du gerne Stempel sammelst oder ein Souvenir kaufen möchtest, interessieren dich sicher die Öffnungszeiten des lokalen Infozentrums, das im Haus mit der Nummer 43 untergebracht ist. Von April bis Oktober hat es an Wochenenden und Feiertagen etwa von neun Uhr morgens bis fünf Uhr nachmittags geöffnet. Im November und Dezember ist von Freitag bis Sonntag geöffnet, und von Januar bis März bleibt das Infozentrum komplett geschlossen. Beachte außerdem, dass montags die meisten Innenausstellungen in der Umgebung geschlossen sind – der Spaziergang über den Dorfplatz ist natürlich trotzdem möglich.
Eine ganz besondere Zeit sind die sogenannten Bauernfeste (Selské slavnosti), die hier jedes Jahr am letzten Juli-Wochenende stattfinden. An diesen drei Tagen verwandelt sich das Dorf in einen riesigen historischen Jahrmarkt voller traditioneller Handwerkskunst, Folklore und zeitgenössischer Atmosphäre. Es ist ein wirklich wunderbares Erlebnis, aber du musst damit rechnen, dass es die Tage mit dem größten Besucheransturm im ganzen Jahr sind. Wenn du keine Menschenmassen magst und die Häuser in Ruhe ohne Hunderte Köpfe im Bild fotografieren willst, meide dieses Juli-Wochenende lieber und komm an einem ganz normalen Werktag nach Holašovice.
Wie du nach Holašovice kommst und wo du parken kannst
Das Dörfchen Holašovice gehört zur Gemeinde Jankov und liegt nur etwa 15 Kilometer westlich von České Budějovice (Budweis). Am bequemsten kommst du eindeutig mit dem Auto her. Von Deutschland aus – etwa von München oder Nürnberg – erreichst du Südböhmen in wenigen Stunden über die Grenze bei Passau oder Furth im Wald. Denk daran, dass du in Tschechien eine elektronische Vignette (Dálniční známka) für die Autobahnen brauchst, die du bequem online kaufen kannst. Vom Zentrum Budweis fährst du dann Richtung Lhenice und bist in knapp über zwanzig Minuten da. Die Straße schlängelt sich durch die typisch südböhmische Landschaft mit Feldern und kleinen Wäldchen, sodass schon die Fahrt selbst ein Vergnügen ist. Holašovice funktioniert am besten als Stopp auf einer größeren Südböhmen-Rundreise, denn das Dorf ist schnell durchlaufen.
Die Einfahrt ins Dorf selbst ist für Nicht-Anwohner beschränkt, was absolut verständlich ist – der schmale Dorfplatz würde den Ansturm an Touristenautos nicht verkraften. Am Ortsrand findest du aber einen ausreichend großen, übersichtlichen offiziellen Parkplatz, wo du dein Auto problemlos abstellen kannst. Das Parken ist kostenpflichtig und kostet etwa 2 € pro Stunde (ich empfehle, sicherheitshalber ein paar Münzen für den Automaten dabeizuhaben, auch wenn die Modernisierung schnell voranschreitet). Vom Parkplatz sind es nur ein paar Dutzend Meter zu Fuß bis zum zentralen Dorfplatz.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hast du es etwas komplizierter, aber machbar ist es. Ein Zug fährt nicht direkt nach Holašovice, du bist also auf Busse angewiesen. Vom Busbahnhof in Budweis fahren Linien Richtung Lhenice, die in Holašovice halten. Die Fahrt dauert knapp 45 Minuten, allerdings verkehren die Busse nicht besonders häufig – gerade am Wochenende solltest du die Fahrpläne gut planen. Wenn du ohne eigenes Auto nach Südböhmen reist, lohnt es sich, über einen Mietwagen nachzudenken, weil du dir so viel Zeit und Nerven beim Pendeln zwischen den Sehenswürdigkeiten sparst.
Wo du in Holašovice und Umgebung übernachten kannst
Auch wenn das Dorf winzig ist, gibt es hier gleich mehrere Möglichkeiten, sein Haupt zu betten – und das sogar direkt in der historischen Kulisse. Eine Unterkunft in Holašovice ist ideal für alle, die absolute Ruhe suchen und die Atmosphäre des Dorfes am frühen Morgen oder späten Abend erleben möchten, wenn alle Tagesbesucher wieder weg sind. Wenn du aber einen aktiveren Urlaub planst und jeden Tag zu Ausflügen in die Städte und zu den Burgen aufbrechen willst, ergibt es mehr Sinn, in einer der größeren Städte der Umgebung zu übernachten, die als perfekte strategische Basis dienen.
Hier sind unsere konkreten Unterkunftstipps aus verschiedenen Kategorien:
- Direkt am Dorfplatz von Holašovice: Pension Špejchar u Vojty bietet sehr gemütliche Familienapartments mit eigener Küche. Es gibt einen großen Garten mit Grillmöglichkeit und sogar einen Hallenbad, was du vor allem im Sommer zu schätzen wissen wirst. Du kannst dir hier auch E-Bikes leihen und die Umgebung erkunden.
- Übernachten im UNESCO-Welterbe: Wenn du etwas wirklich Einzigartiges erleben möchtest, reservier den Selský dvůr Holašovice. Es handelt sich um einen historischen Bauernhof mit Wurzeln bis ins Jahr 1524, wo dich die echte Atmosphäre alter Zeiten umweht – ganz ohne auf modernen Komfort verzichten zu müssen.
- Basis in Budweis: Für Liebhaber des Stadtlebens und abendlicher Spaziergänge empfehlen wir das Grandhotel Zvon České Budějovice. Es liegt direkt am Hauptplatz, hat wunderschöne historische Räume und von hier aus erreichst du alles in wenigen Schritten.
- Luxusaufenthalt am Schloss: Wenn du deinen Urlaub so richtig genießen willst und etwas Exklusiveres suchst, schau dir das Parkhotel Hluboká an, das sich unweit des berühmten neugotischen Schlosses befindet und einen tollen Service samt Ausstattung bietet.
- Romantik in einer historischen Stadt: Wer dem Charme verwinkelter Gassen nicht widerstehen kann, sollte das Hotel Růže Český Krumlov wählen. Dieses ikonische Hotel in einem ehemaligen Kloster bietet ein absolut unvergessliches Erlebnis, und von Krumau (Český Krumlov) aus bist du in etwa einer halben Stunde mit dem Auto in Holašovice.
Was du in Holašovice sehen kannst
Obwohl Holašovice ein wirklich kleines Dorf ist, birgt es so viele architektonische Details und Besonderheiten, dass es schade wäre, einfach nur schnell durchzulaufen. Schauen wir uns gemeinsam die sieben konkreten Dinge und Orte an, denen du bei deinem Spaziergang Aufmerksamkeit schenken solltest. Ich verrate dir, wo du genauer hinschauen solltest und worauf du achten musst.
1. Der Dorfplatz mit dem Teich

Das Herz von ganz Holašovice ist der riesige rechteckige Dorfplatz, der über 200 Meter lang und etwa 70 Meter breit ist. Seine Ausmaße sind für ein tschechisches Dorf recht großzügig, und gerade wegen dieses unveränderten mittelalterlichen Grundrisses hat sich das Dorf den Eintrag in die UNESCO-Liste verdient. Rund um den Platz verteilen sich insgesamt 23 denkmalgeschützte Höfe, insgesamt zählt das Dorf aber etwa 120 Gebäude. In der Mitte des Platzes findest du einen klassischen Dorfteich, der dem ganzen Ort die passende südböhmische Idylle verleiht.
Wenn du dich an den Rand des Teichs stellst und dich umschaust, umgibt dich eine unglaubliche Ruhe. Auf der Wasseroberfläche spiegeln sich die weißen Fassaden der umliegenden Häuser, und in den Sommermonaten blühen Blumen in den Blumenkästen an den Fenstern. Ich empfehle, den ganzen Platz gemütlich am grasbewachsenen Rand entlangzugehen und die Höfe aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten – jede Seite des Platzes hat ein etwas anderes Licht und bietet andere Möglichkeiten für schöne Fotos.
2. Die verzierten Giebel des Bauernbarocks

Das Wichtigste, weswegen Reisende aus aller Welt hierherkommen, sind die wunderschön verzierten Hausgiebel im Stil des sogenannten Bauern- oder südböhmischen Volksbarocks. Ihre heutige Gestalt erhielten diese Höfe größtenteils in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die große Welle der Umbauten von ursprünglich hölzernen Höfen zu gemauerten Gebäuden stattfand. Die wohlhabenden Bauern wollten ihren Reichtum zeigen und ließen sich prächtige Fassaden bauen, die mit ihren Stuckdetails vornehme Barockkirchen und Herrensitze nachahmten. Du findest darauf breite Voluten (diese eingerollten Schnecken an den Rändern), Inschriften, Baujahre und kleine Kapellchen.
Hier muss ich einen häufigen Irrtum richtigstellen. Der Bauernbarock wurde zwar durch den berühmten Maurermeister Jakub Bursa bekannt, aber seine nachweislichen Bauten befinden sich vor allem in der Gegend um Prachatice und Strakonice. Die Giebel von Holašovice sind in Wirklichkeit das anonyme Werk einheimischer, geschickter Maurer, deren Namen uns leider nicht überliefert sind. Dennoch leisteten sie eine absolut fantastische Arbeit und schufen ein einheitliches Ensemble, das in Tschechien seinesgleichen sucht.
3. Bauernhöfe und gewölbte Tore

Wenn du über den Dorfplatz spazierst, achte darauf, wie die einzelnen Häuser angeordnet sind. Ein typischer Hof in Holašovice besteht aus einem Wohnhaus auf der einen Seite und einem Speicher oder Wirtschaftsgebäude auf der anderen. Dazwischen befindet sich eine wunderschöne massive Umfassungsmauer mit einem gewölbten Tor, durch das früher die mit Heu beladenen Fuhrwerke fuhren. Diese Mauern mit Toren verbinden den ganzen Platz optisch und schaffen das typische geschlossene Erscheinungsbild des Bauernhofs.
Es ist wichtig, immer im Hinterkopf zu behalten, dass Holašovice wirklich kein Freilichtmuseum ist. In diesen Häusern wohnen ganz normal die Einheimischen, morgens fahren sie zur Arbeit und nachmittags sitzen sie im Garten. Auch wenn die Tore oft offen stehen und zum Blick in den Hof einladen, müssen wir die Privatsphäre der Bewohner respektieren und ihre privaten Grundstücke nicht ohne Einladung betreten. Die meisten Höfe sind wunderschön gepflegt und voller Blumen, was du auch aus sicherer Entfernung vom Tor aus bewundern kannst.
4. Bauernbarock aus der Nähe: Wie das Dorf entstand

Die Geschichte von Holašovice ist spannend und manchmal auch ziemlich düster. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1292, als das Dorf dem Kloster in Vyšší Brod (Hohenfurth) geschenkt wurde. Die schlimmste Zeit kam um die Jahre 1520 bis 1521, als das Dorf eine schreckliche Pestepidemie heimsuchte und der Ort fast vollständig entvölkert wurde. Die Herrschaft von Hohenfurth musste deshalb die leeren Häuser neu besiedeln, und es kam überwiegend deutsche Bevölkerung hierher.
Die deutsche Bevölkerung ließ sich hier für lange Jahrhunderte nieder, und noch bei der Volkszählung 1910 gaben ganze hundert Prozent der Einheimischen Deutsch als ihre Sprache an. Alles änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg, als in den Jahren 1945 bis 1946 die alteingesessenen deutschen Bewohner vertrieben wurden und Tschechen aus dem Landesinneren in die leeren Häuser kamen. Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie hier im 19. Jahrhundert gewirtschaftet wurde, besuch unbedingt den Bauernhof Nr. 6, in dem ein Museum des traditionellen südböhmischen Dorfes untergebracht ist. Der Eintritt ins Museum wird separat bezahlt und die Ausstellung ist wirklich sehr schön gemacht.
5. Die Kapelle des heiligen Johannes von Nepomuk

Direkt in der Mitte des Dorfplatzes, unweit des Teichs, steht ein unscheinbares, aber umso bedeutenderes Bauwerk. Es handelt sich um eine kleine Kapelle, die dem heiligen Johannes von Nepomuk geweiht ist und aus dem Jahr 1744 stammt. Die Kapelle mit ihrem kleinen Glockenturm bildet nicht nur den kompositorischen Mittelpunkt des riesigen Platzes, sondern war über Jahrhunderte auch sein geistliches Zentrum, an dem sich die Bewohner zum Gebet versammelten.
Sie ist in einem schlichten Barockstil erbaut, der wunderbar mit den umliegenden majestätischen Giebeln der Bauernhöfe harmoniert. Die weiße Fassade und das rote Dächlein der Kapelle gehören zu den meistfotografierten Punkten im Dorf. Oft steht hier eine Bank, auf die man sich setzen und einfach nur die Atmosphäre dieses besonderen Ortes in sich aufsaugen kann.
6. Das Holašovice-Stonehenge

Etwa 400 Meter außerhalb des Ortes befindet sich eine Attraktion, die durchaus für hitzige Diskussionen sorgt. Es handelt sich um das sogenannte Holašovice-Stonehenge, einen Steinkreis aus fünfundzwanzig riesigen Menhiren mit einem Durchmesser von etwa 30 Metern. Ich muss hier klar betonen, dass es sich um kein prähistorisches, mystisches Denkmal handelt, sondern um ein modernes Objekt, das ein einheimischer Enthusiast erst 2008 errichtete. Rund um den Kreis findest du auch verschiedene Holzskulpturen.
Während ein Teil der internationalen und tschechischen Blogger diesen Ort eher kritisiert und ihn für eine Art touristischen Kitsch hält, kommen viele Tschechen gerne hierher, um Energie zu tanken oder einfach nur spazieren zu gehen. Lukáš und ich sehen das gelassen. Wenn du dich für moderne Megalithen und Esoterik begeisterst, schau ruhig vorbei. Zumindest hast du von hier aus einen herrlichen Blick über die südböhmische Landschaft, und bei klarem Wetter siehst du vom Hügel aus sogar die Kühltürme des Kernkraftwerks Temelín.
7. Bauernfeste und Fotografieren im Dorf

Wie ich schon in der Einleitung erwähnt habe, ist das größte Ereignis des Jahres in Holašovice das Bauernfest, das immer am letzten Juli-Wochenende zum Leben erwacht. Der ganze Dorfplatz füllt sich mit Dutzenden Ständen mit traditionellem tschechischem Handwerk, überall duftet es nach Essen, Volksmusik spielt und die Menschen tragen historische Kostüme. Es ist eine perfekte Gelegenheit, das Dorf voller Leben zu erleben – so, wie es hier vielleicht vor hundert Jahren bei den großen Märkten aussah.
Wenn du aber außerhalb der Feste kommst, hast du absolut perfekte Bedingungen zum Fotografieren. Ich empfehle, nicht nur den inneren Umfang des Platzes abzugehen, sondern auch in die Seitengassen zu schauen und die Details aus der Nähe zu erkunden. Die Fassaden der Häuser sind oft mit kleinen Kreuzen, Jahreszahlen oder den Namen der ursprünglichen Besitzer verziert – all das sind Details, die Holašovice so besonders machen.
💡 Tipp: Wenn du die besten Fotos ohne Autos und Menschen möchtest, komm gleich früh am Morgen her, ruhig schon gegen acht Uhr, oder umgekehrt erst am frühen Abend, wenn die untergehende Sonne die weißen Fassaden goldig färbt und die meisten Reisebusse längst weg sind.
Wo du in Holašovice essen kannst
Nach dem Spaziergang über den Dorfplatz bekommst du sicher Hunger, und zum Glück musst du nirgends weit fahren. Direkt im Dorf gibt es mehrere Restaurants, die sich vor allem an Touristen richten und klassische tschechische Küche anbieten. Die traditionelle südböhmische Landgastronomie ist historisch sehr fleischlastig, sodass du auf der Speisekarte vor allem Braten, die reichhaltige Rahmsauce „Svíčková“, Schweinebraten mit Knödeln und Kraut oder natürlich Karpfen aus den nahen südböhmischen Teichen findest – eine riesige lokale Spezialität.
Da Lukáš und ich Vegetarier sind, gehen diese schweren Klassiker völlig an uns vorbei. Meistens verlassen wir uns bei solchen Orten auf die bewährte Sicherheit in Form von gebackenem Käse mit Remoulade, ordentlichen Kartoffelpuffern mit Knoblauch (Bramboráky) oder wir gönnen uns eine gute fleischlose Suppe. Sehr oft lösen wir unser Mittagessen so, dass wir uns in den Garten des Restaurants Špejchar u Vojty setzen, uns einen ausgezeichneten Kaffee samt süßem Nachtisch gönnen und dann lieber im größeren Budweis richtig essen gehen, wo die Auswahl an vegetarischen Gerichten deutlich größer ist. Ich empfehle aber unbedingt, in einem der Wirtshäuser am Platz zumindest auf ein frisch gezapftes Bier oder eine hausgemachte Limonade einzukehren, denn mit Blick auf diese wunderschönen Hofgiebel zu sitzen, ist einfach ein Erlebnis für sich.
Ausflüge ab Holašovice
Holašovice liegt an einem absolut strategischen Ort, sodass du gleich weiter zur Entdeckung anderer Schönheiten Südböhmens aufbrechen kannst, sobald du dir das Dörfchen angeschaut hast. Hier sind ein paar unserer Tipps für Orte in der näheren Umgebung, die sich definitiv lohnen:
- České Budějovice (Budweis) (Entfernung etwa 15 km) – Die Bezirkshauptstadt mit einem riesigen quadratischen Hauptplatz, dem hohen Schwarzen Turm mit tollem Ausblick und der berühmten Brauerei Budvar.
- Hluboká nad Vltavou (Entfernung etwa 20 km) – Ein Stopp bei einem der schönsten neugotischen Schlösser Tschechiens ist fast Pflicht, und außerdem kannst du durch den weitläufigen Schlosspark spazieren.
- Zlatá Koruna (Entfernung etwa 15 km) – Ein wunderschönes und sehr gut erhaltenes Zisterzienserkloster im Tal der Moldau, das Liebhaber von Stille und Geschichte zu schätzen wissen.
- Český Krumlov (Krumau) (Entfernung etwa 25 km) – Die weltberühmte UNESCO-Stadt, die dich mit ihren verwinkelten Gassen, dem majestätischen Schloss und der geheimnisvollen Atmosphäre verzaubert.
- Dívčí Kámen (Maidstein) (Entfernung etwa 15 km) – Eine der romantischsten Burgruinen Südböhmens, zu der ein sehr angenehmer Waldspaziergang entlang des Flusses führt.
💡 Tipp: Wenn du dir die Planung erleichtern willst und geführte Touren magst, findest du viele tolle Tickets für Schlösser oder etwa Bootsfahrten auf der Moldau im nahen Krumau bequem online über GetYourGuide.
Wohin als Nächstes
Wenn dir das Entdecken der Schönheiten Tschechiens Spaß macht und du weitere Reiseinspiration suchst, wirf unbedingt einen Blick auf diese weiteren Artikel von uns:
- Was man in Třeboň (Wittingau) machen kann
- Wohin in den Urlaub in Tschechien
- České Budějovice (Budweis): Stadtführer
Häufig gestellte Fragen
Ist Holašovice ein Freilichtmuseum?
Ne, Holašovice sind definitiv kein künstlich geschaffenes Freilichtmuseum oder Open-Air-Museum. Es handelt sich um ein ganz normales, dauerhaft bewohntes Dorf, in dem etwa 150 ständige Einwohner in den altertümlichen Gehöften leben. Die meisten Häuser befinden sich in Privatbesitz, sodass ihr nur ihre Außenfassaden vom Dorfplatz aus betrachten könnt.
Wie viel kostet der Eintritt ins Dorf Holašovice?
Ein Spaziergang durch das ganze Dorf und das Bewundern der wunderschönen bäuerlichen Giebel ist völlig kostenlos. Bezahlt wird lediglich die Parkgebühr auf dem offiziellen Parkplatz am Ortsrand (etwa 2 € pro Stunde) sowie gegebenenfalls der Eintritt in das örtliche Museum im Bauernhof Nr. 6 oder ein freiwilliger Beitrag beim Holašovicer Stonehenge.
WICHTIG: Der vorherige Versuch hat einen Teil auf TSCHECHISCH gelassen. Übersetze ABSOLUT ALLES, es darf KEIN EINZIGES tschechisches Wort übrig bleiben.
Wann wurde die Holašovice Stonehenge erbaut?
Obwohl der Name an die Urzeit erinnern mag, wurde der Steinkreis hinter dem Dorf erst 2008 von einem lokalen Enthusiasten und Baumeister errichtet. Es handelt sich also nicht um ein antikes Denkmal, sondern um ein neuzeitliches esoterisches Projekt, das aus 25 großen Menhiren besteht und hauptsächlich als Aussichtspunkt dient.
Wer ist der Urheber der Holašovice-Giebel?
Oft wird fälschlicherweise behauptet, dass das Bauernbarock in Holašovice das Werk des berühmten Maurers Jakub Bursa sei. Dieser war jedoch hauptsächlich in der Region Prachatice und Strakonice tätig. Die Holašovicer Gehöfte wurden in den Jahren 1840 bis 1880 von namenlosen örtlichen Maurern in ihre heutige Form umgebaut, deren Geschicklichkeit jedoch absolut außergewöhnlich war.
Wie lange dauert ein Besuch in Holašovice?
Das Dorf ist ziemlich klein, sodass euch für einen gemütlichen Spaziergang rund um den Dorfplatz und für alle Fotos etwa eine Stunde mehr als ausreicht. Wenn ihr euch entscheidet, auch das örtliche Museum im Bauernhof zu besuchen, zum Stonehenge zu gehen oder euch in einem Restaurant auf einen Kaffee niederzulassen, rechnet mit etwa zwei Stunden Zeit.
Kann ich mit Hund nach Holašovice kommen?
Ja, nach Holašovice kannst du deinen Vierbeiner problemlos mitnehmen. Da es sich um ein ganz normales öffentliches Dorf handelt, ist ein Spaziergang über den Dorfplatz mit dem Hund an der Leine völlig uneingeschränkt möglich. Einschränkungen können lediglich in den Innenräumen des örtlichen Museums oder in manchen Restaurants gelten – das musst du direkt vor Ort klären.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!
