Ein Japan Urlaub ist eine faszinierende Reise in ein Land, das völlig gegensätzliche Welten miteinander verbindet und Reisende immer wieder aufs Neue in Staunen versetzt. Auf der einen Seite verschlucken dich Neonlichter, Roboter und superschnelle Züge, während du ein paar Straßen weiter auf stille Zen-Gärten und uralte Holztempel stößt.
Die Planung einer Reise ins Land der aufgehenden Sonne kann auf den ersten Blick etwas einschüchternd wirken, vor allem wegen der fremden Kultur und der schieren Menge an Sehenswürdigkeiten. Wenn du aber weißt, worauf du dich einstellen musst, wirst du feststellen, dass es ein unglaublich sicheres, sauberes und hervorragend organisiertes Reiseziel ist.
In diesem Guide findest du genau 21 Tipps für die schönsten Orte, die du im Jahr 2026 nicht verpassen solltest. Gemeinsam schauen wir uns an, wie der Verkehr funktioniert, worauf du bei der Unterkunftssuche achten musst und wie du deine Reise ganz ohne unnötigen Stress genießt.

Zusammenfassung
- Beste Reisezeit: Frühling für blühende Kirschbäume (Ende März bis Anfang April) oder Herbst für farbenfrohe Ahornblätter (November).
- Verkehr und Züge: Die Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge sind am bequemsten, aber der beliebte JR Pass lohnt sich nach der Preiserhöhung bei kürzeren Strecken oft nicht mehr.
- Geld und Bezahlen: Habe immer Bargeld in japanischen Yen dabei, kleine Läden und Tempel akzeptieren oft keine Karten.
- Touristenvisum: Für deutsche Staatsbürger gilt visumfreie Einreise für 90 Tage, das gefürchtete JESTA-System wurde bislang noch nicht eingeführt.
- Etikette ist entscheidend: Stelle dich auf häufiges Schuhausziehen, Telefonverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln und strenge Regeln in traditionellen Bädern ein.
- Unterkunft: Probiere mindestens eine Nacht in einem traditionellen Ryokan mit Futon und heißen Quellen aus.
- Vegetarische Ernährung: Sei extrem vorsichtig mit der Fischbrühe Dashi, die in Japan fast überall dazugegeben wird.

Wann sollte man nach Japan reisen
Das japanische Wetter verändert sich stark je nach Jahreszeit, und das richtige Timing ist absolut entscheidend. Am beliebtesten ist natürlich der Frühling, wenn die berühmten Kirschblüten (Sakura) blühen, was meist auf die Wende von März und April fällt.
Wenn du Tokio oder Kyoto unter einem Meer rosa Blüten sehen willst, musst du damit rechnen, dass dies die mit Abstand teuerste Zeit des Jahres ist. Das übliche Zeitfenster für die volle Blüte liegt um den 29. März bis 7. April, aber die Unterkunft für diesen Termin musst du ruhig auch zwölf Monate im Voraus buchen.
Eine großartige und oft ruhigere Alternative ist der Herbst, konkret November und Anfang Dezember, wenn sich die Bäume in tiefrote Momiji-Farben verwandeln. Das Herbstwetter ist meist stabiler, es regnet weniger, und das Timing des bunten Laubs ist deutlich einfacher als bei den unberechenbaren Kirschblüten.
Vermeide unbedingt die Sommermonate, denn Juli und August bringen extreme Luftfeuchtigkeit von etwa 80 Prozent und Temperaturen, die weit über dreißig Grad klettern. Zudem läuft von Juni bis Mitte Juli die Regenzeit Tsuyu, und gegen Ende des Sommers drohen Taifune.
Eine weitere große Touristenfalle sind die japanischen Feiertage, die du weiträumig meiden solltest. Dazu gehören die sogenannte Golden Week Ende April/Anfang Mai, das August-Fest Obon und die Tage um Neujahr, wenn die Japaner massiv reisen und alles hoffnungslos ausgebucht ist.

Praktische Infos: Verkehr, JR Pass, Visum und Geld
Der Flug von Deutschland dauert meist vierzehn bis sechzehn Stunden, denn derzeit gibt es keine Direktverbindung. Am häufigsten fliegt man mit Umstieg in Helsinki, Frankfurt, München oder im Nahen Osten – von Frankfurt und München fliegen Lufthansa und ANA direkt nach Tokio, während Nebensaison-Rückflugtickets mit Umstieg schon ab etwa 800 € beginnen.
Rund um die Touristenvisa kursieren in letzter Zeit viele Unklarheiten, aber für 2026 und 2027 gilt weiterhin die visumfreie Einreise für 90 Tage. Die japanische Regierung hat zwar ein elektronisches JESTA-System verabschiedet, dessen Start ist aber real erst für 2028 geplant, also lass dich von Falschinformationen im Internet nicht verunsichern.
Der Verkehr im Land ist dank der Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge ein faszinierendes Erlebnis, die mit bis zu 320 Kilometern pro Stunde dahinrasen. Die Fahrt von Tokio nach Kyoto dauert mit dem schnellsten Nozomi-Zug nur etwas mehr als zwei Stunden, und ein einfaches Ticket kostet rund 14.000 JPY (etwa 85 €).
Wenn du viel reisen willst, hast du vielleicht vom legendären JR Pass gehört, aber sei vorsichtig. Dieses Ticket für Touristen ist enorm teurer geworden und kostet 2026 für sieben Tage 50.000 JPY (ab Oktober sogar 53.000 JPY, also rund 320 €), sodass es sich, wenn du nur die Strecke Tokio–Kyoto fährst, absolut nicht lohnt.
Für die Fortbewegung in den Städten solltest du dir sofort nach der Ankunft eine digitale Suica-Karte einrichten, die du problemlos in Apple Pay hinzufügst. Damit piepst du dann nur an den Drehkreuzen der Metro oder bezahlst in Läden, was dir eine unglaubliche Menge Zeit beim Kauf von Papiertickets spart.
Beim Autofahren solltest du bedenken, dass der internationale Führerschein aus der EU in Japan nicht gilt, wenn du den gängigen Typ nach dem Wiener Übereinkommen hast. Japan erkennt nur Führerscheine nach dem Genfer Abkommen von 1949 an – da Deutschland diesen Typ nicht ausstellt, benötigst du zusätzlich eine beglaubigte japanische Übersetzung deines Führerscheins (z. B. über den JAF oder eine deutsche Botschaft), die du unbedingt vor der Abreise organisieren musst.
Eine große Besonderheit ist das lokale Verhältnis zum Geld, denn Japan ist immer noch sehr an Bargeld gebunden, auch wenn sich die Lage langsam bessert. Mit Karte bezahlst du in Supermärkten und Hotels, aber kleinere Familienrestaurants oder Tempeleintritte verlangen Bares, das du bequem an den Geldautomaten der 7-Eleven-Kette abhebst.
Beim Essen haben es Vegetarier und Veganer schwer, denn fast überall lauert die Fischbrühe Dashi. Sie wird in Miso-Suppen, Soßen und Nudeln gegeben, also suche immer nach speziellen veganen Restaurants – ausgezeichnetes veganes Ramen bietet zum Beispiel die Kette T’s Tantan an den Bahnhöfen in Tokio. Lokale Spezialitäten wie Sushi oder Wagyu-Rind genießen natürlich nur die „Fleischesser“, probiere lieber die buddhistische Tempelküche Shojin Ryori.
Sei stets mit dem Internet verbunden, idealerweise über eine elektronische eSIM-Karte, die du für ein paar Euro noch von zu Hause aus besorgst – wir nutzen dafür gerne Holafly oder Yesim. Ohne Google Maps und Übersetzer verlierst du dich in Japan, denn Englisch ist hier wirklich nicht die Stärke, und die Beschilderung in kleineren Gassen ist oft nur in Schriftzeichen.
Denke schließlich an die lokale Etikette, die das Geben von Trinkgeld in Restaurants streng verbietet. In öffentlichen Verkehrsmitteln herrscht absolute Stille, es ist unhöflich, sich in der Öffentlichkeit die Nase zu putzen, und vor dem Betreten traditioneller Räume oder Tempel musst du dich immer barfuß machen.

Wo man in Japan übernachten sollte
💡 Tipp für Unterkünfte und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten vergleicht und bucht man dann am besten über GetYourGuide.
Übernachten in Japan ist an sich schon ein großes Erlebnis, und es lohnt sich definitiv, verschiedene Unterkunftsarten abzuwechseln. Reserviere dir für mindestens eine oder zwei Nächte ein traditionelles japanisches Gasthaus (Ryokan), wo du auf einer Futon-Matratze direkt auf den Strohmatten Tatami schläfst.
Diese traditionellen Gasthäuser bieten oft eigene heiße Quellen (Onsen), wo man nach einem Tag voller Laufen entspannt. Rechne aber damit, dass in den meisten öffentlichen Bädern striktes Zutrittsverbot mit Tätowierungen gilt – wenn du also einen bemalten Körper hast, suche eine Unterkunft mit privatem Bad im Zimmer.
Für Low-Budget-Reisende oder Sci-Fi-Liebhaber sind die sogenannten Kapselhotels ideal, wo du buchstäblich nur ein Bett in der Wand mietest. Es handelt sich um extrem saubere und moderne Unterkünfte mit fantastischer Ausstattung, sehr gut bewertet ist zum Beispiel das Nine Hours Narita Airport direkt am Flughafen oder die Filialen derselben Kette in Tokio.
Die meiste Zeit wirst du wahrscheinlich in klassischen Business-Hotels verbringen, die kleine, aber absolut effizient eingerichtete Zimmer bieten. Eine großartige Wahl ist die bekannte Kette APA Hotels oder das beliebte Hotel Gracery Shinjuku in Tokio, aus dem ein riesiger Godzilla-Kopf herausragt und das sich direkt im Herzen des Geschehens befindet.
Ein absolut einzigartiges Erlebnis bietet die Übernachtung in buddhistischen Tempeln (Shukubo), besonders in der heiligen Region Koya-san. Eine schöne Unterkunft bietet etwa das Kloster Shukubo Koya-san Eko-in, wo du an morgendlichen Meditationen teilnehmen kannst und dir eine perfekte vegane Kost serviert wird. Traditionelle Unterkünfte empfehle ich über das klassische Booking mit großem Vorlauf zu reservieren.

21 Tipps, was man in Japan sehen und tun kann
Schauen wir uns das Wichtigste an, was diese asiatische Perle zu bieten hat. Du findest hier eine perfekte Mischung aus pulsierenden Metropolen und stillen Winkeln, in denen die Zeit stehen geblieben ist.

1. Tokio und die verrückte Shibuya-Kreuzung
Das ist genau der Ort, den du aus jedem Film über Tokio kennst. An der berühmten Shibuya-Kreuzung gehen bei Grün Tausende Menschen aus allen Richtungen gleichzeitig los und erzeugen ein faszinierendes, aber perfekt funktionierendes Chaos.
Direkt an der Kreuzung findest du die rührende Statue des Hundes Hachiko, der hier jahrelang auf sein verstorbenes Herrchen wartete. Es ist wohl der beliebteste Treffpunkt der ganzen Stadt, weshalb hier ein großer Andrang von Touristen und Einheimischen herrscht.
💡 Tipp: Den besten Blick auf diesen Wahnsinn von oben bietet die Aussichtsplattform Shibuya Sky, für die du die Tickets aber ruhig auch Wochen im Voraus online kaufen musst.

2. Neonlichter und Nachtleben im Viertel Shinjuku
Wenn du das wahre, blinkende Tokio suchst, mach dich nach Einbruch der Dunkelheit auf nach Shinjuku. Du findest hier unendlich viele Neonreklamen, Pachinko-Spielhallen und riesige Bildschirme mit 3D-Animationen.
Ein großes Erlebnis ist der Spaziergang durch die Gassen von Golden Gai, wo sich Hunderte winziger Bars drängen, in die manchmal nur fünf Gäste passen. Einige sind nur für Einheimische, aber in viele lassen sie dich gerne hinein, und du erlebst eine unglaubliche Atmosphäre.
Tagsüber kannst du dich hier im wunderschönen Park Shinjuku Gyoen erholen, der eine riesige grüne Oase inmitten der Wolkenkratzer ist und einer der besten Orte, um die Frühlingsblüten zu beobachten.

3. Traditionelle Atmosphäre im Viertel Asakusa
Tokio ist nicht nur ein moderner Dschungel, was das historische Viertel Asakusa am besten beweist. Sein Wahrzeichen ist der wunderschöne buddhistische Tempel Senso-ji, zu dem du durch ein riesiges Tor mit einer gewaltigen roten Laterne gelangst.
Der Weg zum Tempel wird von der langen Einkaufsstraße Nakamise gesäumt, voller Stände mit traditionellen Souvenirs und lokalem Streetfood. Es ist ein toller Ort, um Geschenke zu kaufen oder die Reiskuchen Mochi zu probieren.
💡 Tipp: Bezahle hier unbedingt das Schicksals-Orakel Omikuji für 100 JPY (rund 60 Cent), und wenn du eine schlechte Weissagung ziehst, binde den Zettel einfach an die dafür vorbereiteten Gestelle, damit das Pech im Tempel bleibt.

4. Verrückte Popkultur in Akihabara und Harajuku
Für Fans von Anime, Manga und Videospielen ist das Viertel Akihabara das absolute Paradies. Du siehst hier riesige mehrstöckige Spielhallen, Läden voller Sammelfiguren und auf den Straßen Mädchen, die in sogenannte Maid-Cafés locken.
Eine ganz andere Art von Wahnsinn bietet Harajuku, konkret die bunte Takeshita Street, wo sich die Tokioter Jugend in den extravagantesten Modekreationen versammelt.
Du kaufst hier riesige Zuckerwatte, Pfannkuchen voller Sahne und Obst oder die niedlichste Kleidung, die du dir vorstellen kannst. Ein Stück weiter liegt der luxuriöse Boulevard Omotesando, der auch als die Champs-Élysées von Tokio bezeichnet wird.

5. Kyoto und die tausenden roten Tore von Fushimi Inari
Kyoto ist das kulturelle Herz des Landes, und der Schrein Fushimi Inari gehört zu den meistfotografierten Orten der Welt. Du findest hier tausende ikonische rote Torii-Tore, die Tunnel bilden, die hoch auf einen bewaldeten Hügel hinaufsteigen.
Der Eintritt in das Areal ist völlig kostenlos und rund um die Uhr geöffnet, was du unbedingt nutzen solltest. Wenn du tagsüber herkommst, rechne mit Menschenmengen, die kaum zu ertragen sind.
💡 Tipp: Komm am besten gegen sechs Uhr morgens her, dann hast du die geheimnisvollen Fuchsstatuen und roten Tore fast für dich allein. Je höher du den Hügel hinaufsteigst, desto weniger Touristen triffst du.

6. Der Goldene Pavillon Kinkaku-ji
Dieser Tempel sieht aus, als wäre er einem Märchen entsprungen. Die beiden oberen Stockwerke des Kinkaku-ji sind komplett mit Blattgold überzogen, das sich an sonnigen Tagen wunderschön in der Wasseroberfläche des angrenzenden Teichs spiegelt.
Das Ticket ins Areal kostet 500 JPY (rund 3 €), aber in den Pavillon selbst kann man leider nicht hinein. Du kannst ihn nur von außen bewundern, während du durch die wunderschön gepflegten Zen-Gärten spazierst.
Wegen seines Ruhms solltest du dich darauf einstellen, dass dich ständig Hunderte Touristen anrempeln, also wappne dich mit Geduld und versuche, gleich zur Öffnungszeit herzukommen.

7. Der Bambushain in der Region Arashiyama
Am westlichen Rand von Kyoto befindet sich ein Naturphänomen, das du nicht verpassen darfst. Der Spaziergang durch den hohen Bambushain in Arashiyama ist ein unglaublich beruhigendes Erlebnis, wenn gerade der Wind weht und die Halme gegeneinander stoßen.
Auch dieses Naturjuwel ist öffentlich und kostenlos zugänglich, leidet aber unter dem Besucheransturm. Sobald du deine Fotos gemacht hast, erkunde auch die umliegenden Gassen voller traditioneller Lädchen.
Direkt neben dem Hain empfehle ich einen Besuch des wunderschönen Tempels Tenryu-ji, der auf der UNESCO-Liste steht und einen der schönsten traditionellen Gärten in ganz Kyoto bietet.

8. Die historischen Gassen von Gion und der Tempel Kiyomizu-dera
Das Viertel Gion ist weltweit bekannt als Heimat der Kyotoer Geishas und Maiko, die du hier manchmal zu den Teehäusern eilen siehst. Respektiere aber ihre Privatsphäre und fotografiere sie nicht aus der Nähe – wegen undisziplinierter Touristen hat die Stadt bereits einige Gassen für die Öffentlichkeit gesperrt.
Von Gion aus kannst du bei einem gemütlichen Spaziergang über die historischen Gassen Ninenzaka und Sannenzaka bis zum prächtigen Tempel Kiyomizu-dera gelangen, der auf hohen Holzsäulen erbaut ist.
Von seiner Terrasse hast du einen fantastischen Blick über ganz Kyoto, für den du 500 JPY (rund 3 €) Eintritt zahlst. Unterhalb der Terrasse entspringt die Otawa-Quelle, aus deren drei Strömen du für Glück, langes Leben oder Erfolg im Studium trinken kannst.

9. Osaka und die majestätische Burg von Osaka
Während Kyoto ruhig und traditionell ist, ist das benachbarte Osaka sein wildes, gesprächiges Gegenteil. Das größte historische Wahrzeichen der Stadt ist die wunderschöne Burg von Osaka, die sich über einem weitläufigen Park voller Kirschbäume und Verteidigungsgräben erhebt.
Die Burg selbst ist innen zwar eine moderne Betonrekonstruktion mit Museum, aber von außen wirkt sie absolut imposant. Seit 2025 wurde der Eintritt in den Turm erhöht, sodass ein Erwachsenenticket nun 1200 JPY (rund 7 €) kostet.
💡 Tipp: Tickets und verschiedene Aussichtsfahrten in Osaka lassen sich sehr bequem vorab über das Portal GetYourGuide kaufen, was dir langes Anstehen an den Kassen erspart.

10. Neon-Wahnsinn im Viertel Dotonbori
Osaka wird liebevoll die Küche Japans genannt, und das Hauptzentrum des Geschehens findest du rund um den Dotonbori-Kanal. Dieser Ort explodiert nach Einbruch der Dunkelheit förmlich in Neonfarben, allen voran der berühmte leuchtende Läufer Glico Man.
Die Straßen werden von Restaurants mit riesigen mechanischen Krabben oder Tintenfischen an den Fassaden gesäumt. Osaka ist berühmt für seine Kuidaore-Kultur, was frei übersetzt bedeutet: „so lange essen, bis man umfällt“.
Direkt auf der Straße musst du die berühmten Takoyaki-Bällchen (die aber Tintenfischstücke enthalten) oder die fantastischen Kohlpuffer Okonomiyaki kaufen, die dir die Köche direkt vor deinen Augen braten.

11. Nara und die heiligen sich verbeugenden Hirsche
Die Kleinstadt Nara liegt nur eine kurze Zugfahrt von Osaka entfernt und ist ein absolut ideales Ziel für einen Tagesausflug. Die Hauptattraktion ist ein riesiger Park voller heiliger Sika-Hirsche, von denen hier über zwölfhundert frei herumlaufen.
Die Tiere sind unglaublich frech und an Menschen gewöhnt. An den lokalen Ständen kaufst du für 200 JPY spezielle Senbei-Kekse (rund 1,20 €), und sobald du sie herausholst, umzingeln dich die Hirsche sofort und verbeugen sich buchstäblich, um ein Leckerli zu bekommen.
Neben den Tieren solltest du in Nara den imposanten Holztempel Todai-ji mit einem Eintritt von 800 JPY (rund 5 €) nicht verpassen. Im Inneren sitzt eine fünfzehn Meter hohe Bronzestatue des Großen Buddha, die dir vollkommen den Atem raubt.

12. Hiroshima und das Vermächtnis der dunklen Geschichte
Der Besuch von Hiroshima ist ein unglaublich emotionales und intensives Erlebnis, das jeder einmal erleben sollte. Im Zentrum der Stadt steht die düstere Atombombenkuppel, eines der wenigen Gebäude, das die Explosion der Atombombe teilweise überstanden hat und als eindringliche Mahnung dient.
Gleich daneben findest du den weitläufigen Friedenspark und das fantastische Friedensmuseum mit einem geringen Eintritt von 200 JPY (rund 1,20 €). Drinnen siehst du persönliche Gegenstände der Opfer und Fotografien, die niemanden kaltlassen, also halte Taschentücher bereit.
Heute ist Hiroshima aber eine schöne und moderne Stadt mit fahrenden Straßenbahnen und breiten Boulevards. Verpasse unbedingt den lokalen Stil der Okonomiyaki-Puffer, die hier im Gegensatz zu Osaka mit einer Schicht Nudeln zubereitet werden.

13. Das schwimmende rote Tor auf der Insel Miyajima
Von Hiroshima aus erreichst du mit einer kurzen Fähre die Insel Miyajima, die zu den fotogensten Orten des Landes gehört. Am Ufer steht hier nämlich das berühmte schwimmende Torii-Tor, das zum Itsukushima-Schrein gehört – beides steht auf der UNESCO-Liste.
Bei Flut sieht das Tor und ein Teil des Schreins so aus, als würden sie wirklich auf dem Wasser schwimmen. Bei Ebbe kannst du dagegen über den schlammigen Meeresboden bis direkt zu seinen massiven Holzpfeilern spazieren.
Der Eintritt in den Schrein selbst kostet angenehme 300 JPY (rund 1,80 €). Auch hier triffst du frei herumlaufende Hirsche, aber im Gegensatz zu Nara ist es streng verboten, sie zu füttern.

14. Der Berg Fuji und der Kawaguchiko-See
Die ikonische verschneite Spitze des Berges Fuji zu sehen, ist für viele Menschen der Hauptgrund der Reise. Die besten Ausblicke bietet die Region der fünf Seen, konkret der Kawaguchiko-See, den du mit dem Bus von Tokio aus erreichst.
Ein Stück weiter liegt die berühmte Chureito-Pagode mit Traumblick, wo du das bekannteste Foto Japans machst – der rote fünfstöckige Turm, dahinter der majestätische Berg Fuji und im Frühling das Ganze umrahmt von blühenden Kirschbäumen.
Der eigentliche Aufstieg auf den 3776 Meter hohen Berg ist nur von Juli bis Mitte September möglich. Außerhalb dieser Saison musst du dich damit begnügen, ihn nur aus der Ferne zu bewundern, denn der Gipfel ist mit gefährlichem Eis bedeckt.

15. Hakone, heiße Quellen und Piratenschiffe
Wenn du dir Kawaguchiko nicht zutraust, ist die Kurregion Hakone eine großartige Alternative für Fuji-Ausblicke. Es empfiehlt sich, den vorteilhaften Hakone Free Pass zu kaufen, der dir den gesamten lokalen Verkehr einschließlich Seilbahnen und Zahnradbahnen abdeckt.
Diese Region ist berühmt für ihre heißen Quellen (Onsen) und das Schwefeltal Owakudani, wo es überall blubbert und nach faulen Eiern riecht. Du kannst hier sogar Eier kaufen, die in Schwefelwasser gekocht werden, eine komplett schwarze Schale haben und angeblich das Leben verlängern.
Auf dem lokalen Ashi-See fahren Nachbauten von Piratenschiffen, was zwar wie riesiger Kitsch wirkt, aber die Fahrt ist im erwähnten Pass inbegriffen, und bei klarem Wetter siehst du vom Deck aus großartig den Berg Fuji.

16. Reich verzierte Schreine in Nikko
Etwa zwei Zugstunden nördlich von Tokio liegt das Bergstädtchen Nikko, das einige der prunkvollsten Tempel des Landes birgt. Am bedeutendsten ist das prächtige Mausoleum Toshogu, das auf der UNESCO-Liste steht und in dem der berühmte Shogun Tokugawa Ieyasu begraben ist.
Während die meisten japanischen Tempel auf Schlichtheit setzen, weißt du hier nicht, wohin du zuerst schauen sollst dank des allgegenwärtigen Goldes und der farbenprächtigen Holzschnitzereien, einschließlich der berühmten drei weisen Affen.
Neben den Sehenswürdigkeiten lockt die Region Nikko mit fantastischer Natur, besonders im Herbst. Mach dich auf zum Chuzenji-See und zum imposanten Kegon-Wasserfall, der 97 Meter in die Tiefe stürzt.

17. Kanazawa und der perfekte Garten Kenrokuen
An der Westküste liegt Kanazawa, eine Stadt, die im Krieg keinerlei Bombardierung erlitt und sich viele historische Viertel bewahrte. Das Hauptjuwel ist der bezaubernde Kenrokuen-Garten mit einem Eintritt von 320 JPY (rund 2 €), der offiziell zu den drei schönsten in Japan zählt.
Liebhaber traditioneller Atmosphäre werden das alte Geisha-Viertel Higashi Chaya lieben, voller uralter hölzerner Teehäuser. Kanazawa ist ein riesiges Zentrum der Blattgoldherstellung, sodass du hier sogar Eiscreme kaufen kannst, die mit essbarem Gold überzogen ist.
Sehenswert ist auch das historische Samurai-Viertel Nagamachi, wo du durch enge Gassen streifen kannst, die von den originalen Lehmmauern der Samurai-Residenzen gesäumt sind.

18. Takayama und die Strohdächer in Shirakawa-go
Das Städtchen Takayama in den Bergen der Präfektur Gifu ist berühmt für seine perfekt erhaltene Altstadt Hida, wo ausgezeichneter Reiswein Sake hergestellt wird. Morgens triffst du hier auf malerische Bauernmärkte voller lokaler Zutaten.
Von hier aus erreichst du bequem mit dem Bus das berühmte UNESCO-geschützte Dörfchen Shirakawa-go, das aussieht wie aus dem Mittelalter. Hier stehen Dutzende einzigartige Häuser im Gassho-zukuri-Stil mit unglaublich steilen Strohdächern, die schwerem Schnee standhalten sollen.
💡 Tipp: Wenn du im Winter herkommst, veranstaltet das Dorf berühmte Abend-Illuminationen, bei denen die verschneiten Häuschen wunderschön beleuchtet sind. Es ist wie im Märchen, aber du musst dir eine spezielle Reservierung lange im Voraus sichern.

19. Hochgebirgswandern in den Japanischen Alpen
Wenn du der Flucht aus den Großstädten suchst und die Natur liebst, wird dich das Tal Kamikochi in den Japanischen Alpen absolut umhauen. Es liegt auf etwa 1500 Metern über dem Meeresspiegel und bietet die schönsten Bergszenerien des Landes.
Zum Schutz der Natur ist die Einfahrt mit Privatwagen strengstens verboten, sodass du das Auto auf einem Auffangparkplatz lassen und mit einem Pendelbus anreisen musst. Das Zentrum der Region bildet die Holzbrücke Kappa-bashi über den türkisfarbenen Fluss Azusa.
Die Region ist nur von Mitte April bis Mitte November geöffnet, im Winter liegen die Straßen unter meterhohem Schnee. Du findest hier einfache Spaziergänge auf ebenem Gelände sowie anspruchsvolle mehrtägige Trekkings über die umliegenden Dreitausender.

20. Magischer Friedhof und Tempel auf dem Berg Koya-san
Der heilige Berg Koya-san ist das Zentrum des Shingon-Buddhismus und einer der spirituellsten Orte, die du besuchen wirst. Sein größter Stolz ist der riesige mystische Friedhof Okunoin, wo unter jahrhundertealten Zedern über 200.000 moosbewachsene Grabsteine liegen.
Wie bereits bei der Unterkunft erwähnt, musst du genau hier eine Tempelübernachtung Shukubo buchen. Du siehst nicht nur, wie die Mönche leben, sondern probierst auch ihre präzise vegane Küche, die für sich genommen eine kulinarische Kunst ist.
Der abendliche Spaziergang über den nur von Steinlaternen beleuchteten Friedhof ist unglaublich geheimnisvoll, aber überhaupt nicht gruselig. Morgens kannst du dich dann den Mönchen beim Feuerritual anschließen.

21. Die Kunstinsel Naoshima
In der Seto-Inlandsee liegt die Insel Naoshima, die sich in eine riesige Freiluftgalerie moderner Kunst verwandelt hat. Du erreichst sie mit der Fähre von den Häfen Uno oder Takamatsu, und am besten leihst du dir für die Erkundung ein E-Bike.
Die Ikone der Insel ist der berühmte riesige gelbe Kürbis mit Punkten der Künstlerin Yayoi Kusama, der direkt am Pier am Meer sitzt. Die meisten Museen hier hat der geniale japanische Architekt Tadao Ando entworfen, bekannt für seine Arbeit mit Sichtbeton.
Der absolute Höhepunkt ist das unterirdische Chichu Art Museum, in das nur natürliches Licht scheint und in dem Originale von Claude Monet ausgestellt sind. Die Tickets für dieses Museum musst du mit großem Vorlauf für eine bestimmte Uhrzeit reserviert haben.
Wohin weiter von Japan aus
Wenn du konkrete Tage in den Städten detaillierter planen möchtest, haben wir eigene und tiefergehende Guides für die einzelnen Metropolen vorbereitet. Darin erfährst du genaue Routen und wie die Sehenswürdigkeiten aufeinander aufbauen.
- Wenn dich die moderne Metropole und ihre versteckten Winkel reizen, schau dir unseren Artikel Tokio: 25 Tipps, was man sehen sollte an.
- Für Liebhaber von Traditionen, Zen-Gärten und Tempeln empfehle ich den ausführlichen Guide Kyoto: was man sehen sollte.
- Wenn du wegen des tollen Essens und der Neonlichter reist, öffne unbedingt den Artikel Osaka und ein Ausflug nach Nara.
- Für eine bessere Vorstellung von Wetter und Jahreszeiten lies die detaillierte Analyse Wann sollte man nach Japan reisen.
- Und wenn du Angst vor der Logistik und dem Funktionieren der Züge hast, hilft dir der Artikel Japan zum ersten Mal: JR Pass und praktische Tipps.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet ein Urlaub in Japan?
Das Budget variiert stark je nach deinem Reisestil. Ein durchschnittlicher Reisender sollte mit Ausgaben von 100 bis 165 EUR pro Tag (ohne Flug) rechnen, was ein ordentliches Hotel, Essen in Restaurants und übliche Eintritte abdeckt. Backpacker schaffen es auch mit 65 EUR täglich, wenn sie in Hostels übernachten und Essen in Supermärkten kaufen.
Spricht man in Japan Englisch?
Wahr ist, dass das Englischniveau überraschend niedrig ist, selbst in den größten Städten und Hotels. Meistens kommt man nur auf Grundniveau zurecht, aber überall gibt es englische Beschilderungen und mit Hilfe von Google Übersetzer mit der Textfoto-Funktion bekommt man das locker hin.
Wo kann ich eine SIM-Karte oder Datenvolumen kaufen?
Die einfachste und günstigste Variante ist die Nutzung einer elektronischen eSIM-Karte, die ihr über eine App noch von zu Hause aus kaufen könnt. Klassische physische SIM-Karten lassen sich direkt am Flughafen an Automaten oder an Ständen kaufen, ein siebentägiges Datenpaket kostet etwa 5 bis 15 US-Dollar.
Ist Japan sicher für alleinreisende Frauen?
Japonsko je eines der sichersten Länder der Welt mit nahezu null Straßenkriminalität. Ihr könnt hier bedenkenlos auch um zwei Uhr morgens durch die Großstadt spazieren, außerdem gibt es in Zügen und U-Bahnen spezielle rosa Waggons ausschließlich für Frauen, um Belästigungen während der morgendlichen Stoßzeiten zu vermeiden.
Kann ich in traditionelle Onsen-Bäder gehen, wenn ich ein Tattoo habe?
In den meisten öffentlichen Bädern gilt ein sehr strenger Zutrittsverbot für Tätowierte, da Tattoos historisch mit der japanischen Mafia Yakuza in Verbindung gebracht werden. Wenn ihr nur ein kleines Tattoo habt, reicht es oft aus, es mit einem speziellen hautfarbenen Pflaster abzukleben, bei großen Tätowierungen müsst ihr euch eine Unterkunft mit privatem Bad Kashikiri mieten.
Wie funktionieren Konbini-Läden?
Konbini (Abkürzung für Convenience Store wie 7-Eleven, FamilyMart oder Lawson) sind die absolute Rettung für jeden Touristen und haben 24 Stunden am Tag geöffnet. Hier bekommt ihr köstliche und frische Reis-Dreiecke Onigiri, warmes Essen, das euch an der Kasse aufgewärmt wird, und vor allem findet ihr hier saubere Toiletten und Geldautomaten.
Was ist das JESTA-System und brauche ich es?
Es handelt sich um ein geplantes elektronisches System für die visumfreie Einreise, ähnlich wie das amerikanische ESTA, aber für die Jahre 2026 und 2027 braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Die japanische Regierung hat zwar seine Einführung genehmigt, aber die tatsächliche Umsetzung für Touristen wird höchstwahrscheinlich erst um das Jahr 2028 erfolgen.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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