Stell dir einen Ort vor, an dem die majestätischen Gipfel der Alpen steil in die azurblauen Fluten des Mittelmeers abfallen und die Luft nach Zitronen duftet. Genau das ist Menton in Frankreich – ein faszinierendes Städtchen am östlichen Rand der Côte d’Azur, buchstäblich nur wenige Schritte von der italienischen Grenze entfernt. Menton ist ein optisch überwältigendes Reiseziel, das sich seinen authentischen Charme bewahrt hat und nicht in dem Maße dem Massentourismus zum Opfer gefallen ist wie die benachbarten Badeorte. Hier findest du eine perfekte Mischung aus französischer Eleganz und italienischem Temperament, denn die Stadt atmet reines Italien. In diesem Guide schauen wir uns gemeinsam an, wie du das Beste aus einem Besuch in Menton herausholst, wie du den Sommermassen entkommst und warum du lieber mit dem Zug statt mit dem Auto anreisen solltest. Mach dich bereit auf pastellfarbene Fassaden, duftende Gärten und endlose Gelassenheit.
In diesem Artikel findest du genau 11 Tipps, was du in Menton sehen und unternehmen kannst. Wir spazieren durch die engen Gassen der Altstadt, probieren die besten lokalen Zitronenspezialitäten und ich verrate dir, wo du dich strategisch klug einquartierst. Außerdem erfährst du, wann die beste Reisezeit ist, um das berühmte Zitronenfest zu erleben, und wie viel dich ein solcher Urlaub im Süden Frankreichs kosten wird.

Zusammenfassung
- Unterwegs ohne Auto: Vergiss die Mietwagen, die Küstenstraßen kollabieren im Sommer. Das beste Verkehrsmittel sind die zuverlässigen TER-Züge, die dich überallhin bringen.
- Wärmstes Mikroklima: Menton ist der wärmste Ort der gesamten Riviera, was es auch zu einem idealen Ziel für Frühlings- oder Herbstausflüge macht.
- Zitronenfest: Wenn du im Februar anreist, erlebst du das berühmte Fête du Citron, bei dem sich die Stadt in eine riesige Parade aus Zitrusskulpturen verwandelt.
- Italienisches Flair: Die Stadt liegt direkt an der Grenze, sodass du innerhalb eines Tages einen Abstecher auf einen italienischen Kaffee oder zu den Märkten ins benachbarte Ventimiglia machen kannst.
- Botanisches Paradies: Dank der geschützten Lage findest du hier einige der schönsten exotischen Gärten Europas, wie den berühmten Val Rahmeh.
- Kies- und Sandstrände: Im Gegensatz zu Nizza findest du hier Strände mit feinerem Sand, der beliebteste ist die Plage des Sablettes.

Wann sollte man nach Menton reisen
Menton rühmt sich eines absolut einzigartigen Mikroklimas, das in Frankreich wirklich seinesgleichen sucht. Die hohen Berge schützen die Stadt perfekt vor kalten Nordwinden, sodass das Wetter in Menton, Frankreich, an unglaublichen 316 Tagen im Jahr von Sonne geprägt ist. Genau diesem günstigen Klima ist es zu verdanken, dass hier Zitrusfrüchte in so großem Maßstab gedeihen und die Stadt souverän den Status des wärmsten Ortes der gesamten Côte d’Azur hält. Es ist also der perfekte Zufluchtsort für alle, die dem mitteleuropäischen Winter entfliehen oder den Sommer verlängern möchten.
Wenn du dich nach Sehenswürdigkeiten und langen Spaziergängen durch Gärten sehnst, komm im Frühling oder Herbst hierher. Im Mai, Juni und September liegen die Temperaturen bei sehr angenehmen 22 bis 25 °C. Die Stadt ist zu dieser Zeit nicht überlaufen und du kannst in aller Ruhe deinen Morgenkaffee auf der Promenade genießen, ohne ewig auf einen freien Tisch zu warten. Die lokalen Cafés und Bistros laufen in einem gemächlichen Tempo, sodass du die echte mediterrane Atmosphäre ohne unnötigen Stress am besten auskostest. Ein eigenes Kapitel ist der Februar, in dem das berühmte Zitronenfest stattfindet. Es ist eine absolut magische Zeit voller Farben, aber Unterkünfte sind zu diesem Termin blitzschnell ausgebucht.
Der Sommer an der Riviera kann dagegen eine erbarmungslose Gluthitze sein. Im Juli und August brennt die Sonne unbarmherzig und die Temperaturen klettern sehr oft auf 35 bis 43 °C, was aus einem gewöhnlichen Spaziergang eine echte sportliche Höchstleistung machen kann. Wenn du in der Hochsaison herkommst, musst du dein Programm unbedingt dem lokalen Rhythmus anpassen. Morgens erkundest du die Stadt, mittags suchst du Schatten und den Nachmittag verbringst du beim Baden am Strand. Und Achtung bei einer wichtigen französischen Gepflogenheit: Das Mittagessen wird in Restaurants strikt zwischen 12:00 und 14:00 Uhr serviert. Wenn du hungrig um Viertel nach zwei ankommst, bekommst du höchstens noch ein Glas Wein, denn die Küchen haben gnadenlos geschlossen. Das Abendleben erwacht erst frühestens nach halb acht.

Wo man in Menton übernachtet
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten vergleicht und bucht man am besten über GetYourGuide.
Die Wahl der richtigen Unterkunft an der Côte d’Azur ist absolut entscheidend für deine Zufriedenheit und deinen Geldbeutel. Glücklicherweise bietet Menton großartige Möglichkeiten, die dich finanziell nicht so sehr ruinieren wie die Luxushotels im nahen Monaco oder in Cannes. Die beste Strategie ist, in fußläufiger Nähe zum Bahnhof zu übernachten, damit du bequem und effizient Ausflüge in die Umgebung unternehmen kannst. Auf einen Mietwagen kannst du nämlich gleich verzichten, denn die Küstenstraßen verwandeln sich im Sommer in einen endlosen Parkplatz und die Suche nach einem freien Platz in den engen Gassen kostet dich nur kostbare Zeit und Nerven.
Wenn du historisches Flair liebst, suche dir eine Unterkunft direkt in der Nähe der Altstadt (Vieux Menton). Du hast es nah zu den besten Cafés und Morgenmärkten und am Abend genießt du romantische Spaziergänge durch die engen Gassen, ohne lange Wege zurücklegen zu müssen. Die Preise pro Nacht für zwei Personen liegen hier in der Hochsaison meist zwischen 120 und 180 Euro.
Für Liebhaber absoluter Ruhe und gehobener Aussichten ist das Viertel Garavan die ideale Wahl, das sich elegant in Richtung der italienischen Grenze erstreckt. Hier findest du wunderschöne Villen aus der Belle Époque, ruhigere Strände und die berühmten botanischen Gärten. Rechne aber damit, dass du von hier ins historische Zentrum einen etwas längeren Spaziergang am Meer entlang vor dir hast, was in den Abendstunden allerdings überhaupt nicht stört.
Hier sind konkrete Tipps für tolle Hotels in Menton, Frankreich, die du buchen kannst:
- Hotel Miléade L’Orangeraie: Ein wunderschönes historisches Hotel mit einem weitläufigen Garten voller Orangenbäume, nur einen Katzensprung vom Strand und vom Zentrum entfernt.
- Ibis Styles Menton Centre: Eine ausgezeichnete Wahl für alle, die eine moderne Unterkunft mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis direkt im Herzen der Stadt suchen.
- Hotel Prince de Galles: Wenn du dir einen Meerblick und altmodischen Charme wünschst, wird dich dieses Hotel garantiert nicht enttäuschen.

11 Tipps, was man in Menton sehen und unternehmen kann
Schauen wir uns gemeinsam das Beste an, was diese sonnenverwöhnte Stadt zu bieten hat. Wir entdecken enge Gassen mit pastellfarbenen Häusern, werfen einen Blick in faszinierende botanische Gärten und zeigen dir, wo du die besten Zitronenleckereien findest.

1. Die Altstadt (Vieux Menton) und die bunten Häuser
Das historische Zentrum von Menton ist ein absolutes visuelles Juwel, das dich sofort und ohne Vorwarnung mehrere Jahrhunderte zurückversetzt. Die Altstadt erhebt sich kaskadenartig auf einem steilen Hügel direkt über dem Hafen und erinnert aus der Ferne an eine atemberaubende, warm leuchtende Farbpalette. Die engen Gassen bilden ein faszinierendes Gewirr aus endlosen Treppen und gewölbten Durchgängen, in denen es eine wahre Freude ist, sich für ein paar Stunden einfach zu verlieren und den ruhigen Lebensrhythmus einzusaugen.
Die Architektur zeigt ganz deutlich, wie stark die Stadt in der Vergangenheit vom nahen Italien beeinflusst wurde. Während du im benachbarten Nizza eher den eleganten und geordneten savoyischen Stil siehst, atmet Menton den puren, ein wenig chaotischen Süden. Alle Häuserfassaden spielen hier in bunten Tönen von Gelb, Ocker, kräftigem Orange und Terrakotta, was in perfekter Kombination mit dem azurblauen Himmel einen unglaublichen Kontrast schafft. Du findest hier viele kleine versteckte Plätze, wo die Einheimischen ihre Wäsche direkt über den Köpfen vorbeigehender Touristen trocknen und aus offenen Fenstern ständig frisch gebrühter Kaffee duftet.
Vergiss beim Spaziergang nicht, den Kopf zu heben und die wunderschönen historischen Details an den alten Holztüren und Fensterläden zu bewundern. Die Atmosphäre verläuft hier deutlich langsamer und entspannter als im Rest der Riviera. Wenn dich beim Aufstieg der Hunger packt, halte an einem der Straßenstände an und kauf dir eine frische Socca. Das ist ein traditioneller dünner Fladen aus Kichererbsenmehl, im Holzofen gebacken, den die Einheimischen am liebsten nur leicht mit grobem schwarzem Pfeffer bestreut essen.
💡 Tipp: Geh in die Altstadt entweder früh am Morgen oder erst am späten Nachmittag. So entgehst du der größten Mittagshitze, denn der Aufstieg über Hunderte von Treppen ist bei sommerlichen 43 Grad eine echte Herausforderung.

2. Die Basilika Saint-Michel und der Ausblick vom Platz
Das wahre Herz und Wahrzeichen der Altstadt ist zweifellos die überwältigende Basilika Saint-Michel (Basilique Saint-Michel-Archange). Dieses majestätische Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert ist eines der schönsten Beispiele barocker Architektur an der gesamten Côte d’Azur. Ihre beiden charakteristischen gelben Türme dominieren stolz das Panorama von Menton und führen dich von jedem Punkt der Stadt aus zuverlässig zu ihr, selbst wenn du dich für einen Moment in den verwinkelten Gassen verirrst.
Zum Eingang der Basilika führt eine sehr imposante und breite Treppe, deren Pflaster sorgfältig aus kunstvollen Mosaiken weißer und grauer Meereskiesel gestaltet ist. Dieser alte traditionelle Pflasterstil wird Calades genannt und verleiht dem gesamten Vorplatz der Kirche ein unglaublich elegantes Gepräge. Das Innere der Basilika ist reich mit wunderschönen Fresken und massiven vergoldeten Altären verziert, also lohnt es sich auf jeden Fall, hineinzuschauen und sich einen Moment im steinernen Schatten angenehm abzukühlen.
Der Hauptgrund, warum die meisten Besucher hierherkommen, ist jedoch der kleine Platz Parvis Saint-Michel direkt vor der Kirche. Von hier aus bietet sich ein absolut phänomenaler Panoramablick auf das Meer und den Hafen, der sich tief unter dir ausbreitet. Es ist einer der besten Orte für jene echten, ikonischen Urlaubsfotos, besonders im weichen Abendlicht.
💡 Tipp: Wenn du im August herkommst, schau dir vorab unbedingt das Programm des lokalen Musikfestivals an. Auf dem Platz direkt vor der Basilika finden nämlich regelmäßig grandiose Open-Air-Konzerte klassischer Musik statt, die dank der umliegenden historischen Gebäude eine absolut perfekte Akustik haben.

3. Das Zitronenfest (Fête du Citron)
Wenn du einen Besuch in den kühleren Wintermonaten planst, hast du eigentlich riesiges Glück. An der Wende von Februar zu März ist Menton Gastgeber eines der bizarrsten und gleichzeitig schönsten Ereignisse ganz Europas. Das berühmte Zitronenfest zieht jährlich über 200.000 begeisterte Besucher in die Stadt und vertreibt zuverlässig jede winterliche Melancholie. Es dauert etwa zwei Wochen und die Stadt duftet während dieser Zeit buchstäblich kilometerweit nach Zitrusfrüchten.
Während dieser prächtigen Feierlichkeiten verwandelt sich Menton in eine riesige, leuchtend gelbe Ausstellung. Für den Bau der gewaltigen Skulpturen und atemberaubenden Festwagen werden hier mehr als 140 Tonnen frische Zitronen und Orangen verbraucht. Jedes Jahr hat das Festival ein völlig anderes Thema – in der Vergangenheit war es zum Beispiel das bunte Bollywood, Weltwunder der Architektur, die Unterwasserwelt oder berühmte Theatermusicals. Die Obstskulpturen erreichen oft die Höhe mehrerer Stockwerke und ihr sorgfältiger Bau nimmt die Organisatoren ganze Wochen in Anspruch.
Der Hauptschauplatz des Festivals sind die schönen Biovès-Gärten (Jardins Biovès) direkt im Stadtzentrum, wo diese massiven Installationen zur Bewunderung ausgestellt werden. An den Wochenenden finden dann grandiose und lautstarke Umzüge auf der Promenade direkt am Meer statt, begleitet von zahlreichen Musikern, Tänzern und Akrobaten. Der Spaß endet auch nach Einbruch der Dunkelheit nicht, wenn die Gärten wunderschön und geheimnisvoll beleuchtet werden.
💡 Tipp: Kauf dir die Tickets für alle Umzüge und Gärten unbedingt online auf der offiziellen Festival-Website mit wirklich großem Vorlauf. Sie sind meist lange im Voraus ausverkauft und vor Ort hast du oft keine Chance mehr. Nach dem Ende des Festivals wird das verwendete Obst übrigens zu sehr symbolischen Preisen an die Einheimischen verkauft.

4. Der botanische Garten Val Rahmeh
Dank seines einzigartigen sonnigen Klimas ist Menton buchstäblich ein Paradies für alle begeisterten Botaniker und Naturliebhaber. Eine der absolut schönsten Oasen der Ruhe ist der Garten Val Rahmeh, den im 19. Jahrhundert der britische Aristokrat Lord Radcliffe mit großer Hingabe anlegte. Dieses unglaubliche tropische Paradies reißt dich sofort aus dem hektischen Tempo der Stadt heraus und bietet dir an heißen Sommertagen den perfekten, so dringend benötigten Schatten.
Der Garten gehört heute mit Stolz zur Verwaltung des renommierten Pariser Naturkundemuseums und dient vor allem dem Schutz sehr seltener Arten. Nur weil die Berge die Stadt so perfekt vor dem kalten Nordwind schützen, konnte hier eine unglaubliche Sammlung von mehr als 1.500 exotischen Pflanzenarten entstehen, die aus Asien, Afrika und dem fernen Südamerika importiert wurden. Du spazierst zwischen riesigen grünen Bambussen, hohen Palmen und uralten Olivenbäumen, die zusammen eine perfekte Filmkulisse bilden.
Die mit Abstand größte Attraktion ist ein bezaubernder Teich voller riesiger Seerosen, um den ständig bunte exotische Schmetterlinge flattern. Der Eintritt in den Garten kostet sympathische 7 Euro und es lohnt sich definitiv, für die gesamte Besichtigung mindestens zwei Stunden einzuplanen. Die Atmosphäre ist hier so unglaublich ruhig, dass du dir ruhig dein Lieblingsbuch mitnehmen und dich auf eine der vielen Holzbänke setzen kannst.
💡 Tipp: Der Garten liegt im luxuriösen und ruhigen Viertel Garavan, das du vom Haupthafen aus in einem sehr angenehmen Spaziergang von etwa zwanzig Minuten erreichst. Vergiss aber nicht, ein zuverlässiges Mückenspray mitzunehmen, denn die feuchte Umgebung rund um den Teich zieht manchmal lästige Mücken an.

5. Geheimtipp: Der Garten Serre de la Madone
Wenn du wilde Natur liebst und gezielt einen Ort ohne große Touristenmassen suchst, darfst du auf keinen Fall den zweiten berühmten Garten von Menton auslassen. Den wunderschönen Serre de la Madone schuf in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts der sehr begabte britische Botaniker Lawrence Johnston. Der Garten ist raffiniert in einen steilen Hang eingebettet und besteht aus einem komplexen System von Steinterrassen, versteckten Becken und plätschernden Brunnen.
Johnston verbrachte lange Jahre damit, die ganze Welt zu bereisen, und brachte von jeder seiner Expeditionen begeistert seltene Samen und Setzlinge mit. Dank des speziellen warmen Mikroklimas von Menton gelang es ihm, Pflanzen erfolgreich zu kultivieren, die nirgendwo sonst in Europa den Winter überleben würden. Der Garten ist sehr organisch und ungezähmt angelegt, sodass er stellenweise eher wie ein wilder, alles verschlingender Dschungel wirkt als wie ein sorgfältig geschnittener und gepflegter Stadtpark.
Die gesamte Besichtigung ist als faszinierende Weltreise konzipiert. Du gehst durch einen dichten Bambuswald, bewunderst riesige majestätische Mammutbäume und nimmst den intensiven Duft seltener Mahonien-Arten wahr. Dieser Garten wird deutlich weniger besucht als der beliebte Val Rahmeh, was ihm eine viel intimere und geheimnisvollere Atmosphäre verleiht. Es ist ein absolut perfekter Ort für stille Besinnung und die Flucht vor der Sommerhitze.
💡 Tipp: Der Garten liegt etwas höher in den Hügeln außerhalb des Stadtzentrums. Am besten und bequemsten erreichst du ihn mit dem lokalen Bus der Linie 7 direkt vom Hauptbahnhof. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag und die aktuellen Öffnungszeiten solltest du lieber immer auf ihrer Website überprüfen, da sie sich im Laufe des Jahres recht häufig ändern.

6. Entspannen an den Stränden und Baden
Nach einem ganzen Tag voller Erkundung historischer Sehenswürdigkeiten und Gartenspaziergänge gibt es wirklich nichts Besseres, als sich angenehm in den Wellen des Mittelmeers abzukühlen. Im Gegensatz zum benachbarten Nizza, wo du nur sehr unbequeme große Kieselsteine findest, bietet Menton viel angenehmere Strände. Das Wasser ist hier unglaublich klar, spielt in allen Azurtönen und dank der ruhigen geschützten Bucht ist das Meer meist ohne große und gefährliche Wellen.
Der beliebteste und optisch schönste Strand in Menton, Frankreich, ist die Plage des Sablettes, die direkt unterhalb des historischen Zentrums mit Blick auf die bunten Häuschen liegt. Es handelt sich um einen Strand mit sehr feinem Sand und nur kleinem Kies, der absolut ideal zum ganztägigen Sommerfaulenzen ist. Daneben verläuft eine renovierte und lebendige Fußgängerzone voller toller Restaurants und Cafés mit Meerblick, in die du bequem für ein gutes Mittagessen einkehren kannst.
Wenn du jedoch einen etwas ruhigeren Ort zur Entspannung suchst, mach dich in Richtung der italienischen Grenze zu den Stränden im Viertel Garavan auf, konkret zur schönen Plage Rondelli. Auf der ganz anderen Seite der Stadt findest du dann die Kiesstrände Plage du Fossan, wo selbst in der Saison deutlich weniger Menschen sind. An all diesen Stadtstränden gibt es kostenlose öffentliche Duschen, was du an einem heißen Sommertag zu hundert Prozent zu schätzen weißt.
💡 Tipp: Auch wenn am Hauptstrand Plage des Sablettes überwiegend feiner Sand liegt, triffst du beim eigentlichen Einstieg ins Wasser auf einen Streifen kleiner, manchmal leicht scharfer Steine. Wenn du empfindlichere Füße hast, werden dir hier Badeschuhe garantiert sehr nützlich sein.

7. Kunst und das Jean-Cocteau-Museum
Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts verliebte sich der berühmte französische Dichter, Maler und Filmemacher Jean Cocteau absolut und grenzenlos in Menton. Dieser unglaublich vielseitige Künstler hinterließ in der Stadt eine sehr deutliche Spur und gilt bei den Einheimischen bis heute als eine Art kleiner Held. Die Stadt bot ihm zu Lebzeiten sogar großzügig die alte steinerne Verteidigungsfestung aus dem 17. Jahrhundert zur Nutzung an, die direkt an der Uferpromenade liegt und Bastion genannt wird.
Cocteau renovierte diese kleine Festung selbst sorgfältig und verwandelte sie in sein eigenes originelles Museum. Er schuf hier selbst wunderschöne und komplexe Mosaike aus kleinen Meereskieseln auf den Böden und entwarf sogar spezielle beleuchtete Vitrinen für seine Werke. Im kleinen, aber sehr atmosphärischen Raum der historischen Bastion findest du heute eine faszinierende Sammlung seiner Pastelle, Zeichnungen und ungewöhnlicher bunter Keramik.
Unweit davon befindet sich an der Küste auch das moderne Gebäude des Musée Jean Cocteau, das eine riesige Sammlung seiner Werke des amerikanischen Sammlers Séverin Wunderman beherbergt. Leider wurde dieses moderne Gebäude vor einigen Jahren bei großen Überschwemmungen schwer beschädigt und sein Betrieb ist immer noch stark eingeschränkt. Besuche aber auf jeden Fall zumindest die historische Bastion, die das kulturelle Erlebnis definitiv wert ist.
💡 Tipp: Wenn dich Cocteaus sehr originelle Kunst fasziniert hat, besuche unbedingt auch den Trausaal (Salle des Mariages), der sich direkt im Rathaus von Menton befindet. Diesen gesamten Raum bemalte er nämlich persönlich vom Boden bis zur Decke mit seinen wunderschönen traumhaften Fresken.

8. Spaziergang auf der Promenade und der Hafen
Wie jeder richtige und beliebte Badeort an der Côte d’Azur hat auch Menton seine ikonische Uferpromenade, auf der sich das gesamte abendliche und gesellschaftliche Leben abspielt. Die Promenade du Soleil erstreckt sich mehrere lange Kilometer direkt am Meer entlang und ist der absolut ideale Ort für einen ruhigen Spaziergang am Abend. Sie ist von hohen Palmen, zahlreichen Bänken und prächtigen historischen Hotels aus der Belle Époque gesäumt, die schön an den vergangenen Glanz des 19. Jahrhunderts erinnern, als die wohlhabende britische Aristokratie hierherkam, um sich zu erholen.
Den Spaziergang empfehle ich dir wärmstens, beim eleganten Casino zu beginnen und gemächlich bis zum historischen Hafen Vieux Port zu gehen. Unterwegs kommst du an Dutzenden kleiner verlockender Läden und Cafés vorbei, wo du einen ausgezeichneten Espresso für etwa 1,80 bis 2,50 Euro oder ein köstliches handgemachtes Eis genießen kannst. Den Sonnenuntergang mit Panoramablick auf die Terrakotta-Häuschen der Altstadt zu beobachten, ist einfach ein Erlebnis, das im Süden Frankreichs nie langweilig wird.
Im Hafen selbst kannst du dann aus der Nähe den echten mediterranen Kontrast zwischen den traditionellen hölzernen Fischerbooten (den sogenannten Pointus) und den luxuriösen weißen Yachten wohlhabender Urlauber bewundern. Die örtlichen Fischer bringen hier jeden frühen Morgen ihren frischen Fang, sodass es hier den ganzen Tag über mit einem sehr authentischen und lebhaften Treiben pulsiert.
💡 Tipp: Wenn du gerne und oft fotografierst, kommt das absolut beste Licht zum Festhalten der Altstadt und des Hafens etwa eine Stunde vor dem eigentlichen Sonnenuntergang. Die warmen Farben der gelben und ockerfarbenen Fassaden kommen in diesem Licht unglaublich zur Geltung und deine Fotos sehen aus wie perfekte Postkarten.
9. Lokale Zitronenspezialitäten probieren
Das Essen in Menton ist ein wunderschönes Kapitel für sich und wird zu hundert Prozent alle Liebhaber frischer Sommeraromen begeistern. Die Stadt ist weltweit berühmt für ihre perfekten Zitronen, die sogar die prestigeträchtige geschützte geografische Angabe (IGP) erhalten haben. Die Mentoner Zitronen sind merklich süßer, haben eine deutlich kräftigere Schale voller ätherischer Öle und einen viel intensiveren Duft als die gewöhnlichen Zitrusfrüchte aus dem Supermarkt. Fast jedes gute Restaurant und jede Bäckerei in der Stadt bereitet aus ihnen mit Liebe eine grandiose lokale Spezialität zu.
Ein absolutes und unbestreitbares Muss ist es, die berühmte Tarte au Citron (Zitronenkuchen) zu probieren. Mürber Butterteig, gefüllt mit intensiver, süß-saurer Zitronencreme, ist die perfekteste Demonstration der lokalen Konditorkunst. Du bekommst sie in jeder ordentlichen Boulangerie und sie passt hervorragend zum Kaffee. Ausgezeichnet sind auch die örtlichen handwerklichen Konfitüren, Marmeladen und das mit frischer Zitronenschale aromatisierte Olivenöl.
Als Souvenir nimm dir auf jeden Fall eine Flasche echten Mentoner Limoncello mit nach Hause. Obwohl dieser süße Likör vor allem mit dem nahen Italien in Verbindung gebracht wird, ist die Mentoner Version dank der Qualität der lokalen Zitronen schlichtweg unübertroffen. Für ein schnelles Mittagessen oder einen Nachmittagssnack empfehle ich dann den vegetarischen Klassiker namens Socca. Es ist ein heißer, herrlich knuspriger Fladen aus Kichererbsenmehl, im Holzofen gebacken, typisch für die gesamte Küste und nur mit grobem Pfeffer bestreut. In Restaurants achte auf das sogenannte Menu du jour (Tagesmenü), das dich beim Mittagessen sehr angenehme 15 bis 25 Euro kostet.
💡 Tipp: Für die allerbesten Zitronenprodukte und lokalen Käsesorten geh zur historischen Markthalle Marché des Halles. Sie hat jeden Morgen geöffnet und neben frischen Zitrusfrüchten kaufst du hier auch duftende provenzalische Kräuter, Gewürze und Sträußchen getrockneten Lavendels.
10. Ausflug mit dem Zug zu den italienischen Märkten (Ventimiglia)
Wenn du schon einmal in Menton untergebracht bist, wäre es geradezu eine Sünde, seine absolut einzigartige Lage direkt an der italienischen Grenze nicht zu nutzen. In die italienische Grenzstadt Ventimiglia gelangst du mit einem bequemen Regionalzug in weniger als fünfzehn Minuten. Die Fahrt selbst entlang der Küste bietet schöne Ausblicke auf steile Klippen und das aufgewühlte Meer, wobei das Rückfahrticket buchstäblich nur ein paar Euro kostet.
Ventimiglia ist in der gesamten weiten Region vor allem für seine riesigen und sehr beliebten Freitagsmärkte bekannt. Jeden Freitag früh am Morgen verwandelt sich die breite Uferpromenade in eine endlose Reihe von Hunderten Ständen, an denen du absolut alles kaufst, von frischem lokalem Gemüse und tollen italienischen Käsesorten über hochwertige Ledertaschen bis hin zu Markenkleidung. Der Markt ist sehr laut, herrlich chaotisch und voller wildem Feilschen, was einen unglaublich tollen Kontrast zum ruhigen und französisch geordneten Menton bildet.
Auch wenn du nicht gerade am Freitag herfährst, ist die Stadt definitiv einen kurzen Nachmittagsbesuch wert. Gönn dir einen echten italienischen Espresso an der Bar (der hier nur einen Bruchteil des französischen Preises kostet, meist nur etwas über einen Euro), iss zum Mittagessen ausgezeichnete vegetarische Pasta und erkunde das alte historische Zentrum Alta, das sich sehr romantisch auf einem Hügel hoch über dem Fluss erhebt.
💡 Tipp: Wenn du gezielt zum großen Freitagsmarkt willst, mach dich wirklich so früh wie möglich am Morgen auf den Weg. Die TER-Züge aus Frankreich sind schon ab acht Uhr zum Bersten voll und nach dem Mittag bekommst du auf den Märkten die beste Ware schlichtweg nicht mehr.

11. Basislager zur Erkundung der Riviera (ohne Auto!)
Menton ist ein absolut genialer und strategischer Ausgangspunkt, um die gesamte Côte d’Azur von der italienischen Grenze bis ins ferne Cannes zu entdecken. Der allergrößte Fehler, den Touristen in dieser Region machen, ist der Versuch, die Küste mit einem Mietwagen abzufahren. In den Sommermonaten verwandeln sich die optisch wunderschönen Straßen in einen endlosen und frustrierenden Parkplatz und die Suche nach einem freien Platz in den engen Gassen kostet dich viele Nerven und Geld für Parkgebühren.
Glücklicherweise funktioniert hier das Netz der Regionalzüge TER absolut perfekt und zuverlässig. Die Züge fahren mit enormer Pünktlichkeit und einer Frequenz von drei- bis viermal pro Stunde, wobei sie direkt in den Zentren aller wichtigen Städte halten. Von Menton gelangst du so ins luxuriöse Monaco in nur zwanzig Minuten und das Ticket kostet dich etwa 4 bis 6 Euro – der Bahnhof ist zudem atemberaubend direkt in den Fels gehauen.
Ins lebhafte Nizza kommst du in etwa fünfunddreißig Minuten zum Preis von rund 6 Euro und ins filmreife Cannes gelangst du in ungefähr einer Stunde für 7 bis 10 Euro. Wenn du intensiveres Reisen planst und so viele Orte wie möglich sehen willst, frag am Bahnhof nach dem Regionalticket Pass SudAzur, das dir unbegrenztes Reisen im gesamten Departement zu einem sehr günstigen Preis ermöglicht. Ein toller Tipp für einen kurzen Zugausflug ist auch das nahe Dörfchen Èze, von wo aus man über den berühmten Nietzsche-Pfad zu einem exotischen Garten voller Kakteen aufsteigen kann.
💡 Tipp: Für eine absolut einfache Reiseplanung und den Online-Kauf von Tickets ohne unnötiges Warten in den Schlangen am Bahnhof nutze die offizielle Website oder die clevere App SNCF Connect. Die Tickets lädst du einfach direkt aufs Handy und bist alle Sorgen los.
Wohin weiter von Menton aus
Menton ist ein hervorragender Ausgangspunkt für eine tiefere Erkundung des Südens Frankreichs. Wenn dich Luxus reizt, mach dich unbedingt mit dem Zug nach Monaco auf, wo du an der Formel-1-Strecke entlangspazieren kannst. Für Liebhaber dramatischer Ausblicke empfehle ich das mittelalterliche Dörfchen Èze, das hoch über dem Meer auf einem Felsen balanciert.
Wenn du eine pulsierende Großstadt mit perfekter Infrastruktur erleben möchtest, lies unseren Artikel darüber, was man in Nizza sehen kann. Und wenn dich der breitere Kontext und weitere Ausflugstipps in der gesamten Region interessieren, schau dir unseren großen Reiseführer über die Côte d’Azur an.
Häufig gestellte Fragen
Wie kommt man am besten nach Menton?
Der einfachste Weg führt über den internationalen Flughafen von Nizza (Nice Côte d’Azur). Von Prag aus gibt es Direktflüge, und wenn ihr rechtzeitig bucht, bekommt ihr Tickets zum Beispiel bei Eurowings schon ab knapp 40 EUR. Vom Flughafen gelangt ihr mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof von Nizza (Gare de Nice-Ville) und von dort bringt euch ein direkter TER-Zug in etwa 35 Minuten nach Menton. Das offizielle Tourismusportal empfiehlt diese Art der Anreise ausdrücklich.
Ist ein Urlaub in Menton teuer?
Südfrankreich gehört zu den teureren Reisezielen, aber Menton ist immer noch erschwinglicher als Cannes oder Monaco. Wenn ihr beim Essen sparen möchtet, haltet zur Mittagszeit Ausschau nach dem sogenannten „Menu du jour“ (Tagesmenü), das euch etwa 15 bis 25 € kostet. Ein Abendessen in einem gewöhnlichen Restaurant liegt zwischen 20 und 35 €. Für einen Kaffee an der Promenade zahlt ihr um die 2 Euro.
Brauche ich an der Riviera ein Auto?
Absolut nicht. Ein Mietwagen ist an der Küste in der Hochsaison eher lästig wegen der riesigen Staus auf den Straßen und dem Mangel an teuren Parkplätzen. Die regionalen TER-Züge funktionieren absolut großartig, fahren 3- bis 4-mal pro Stunde, sind zuverlässig, günstig und die Bahnhöfe befinden sich direkt im Zentrum aller interessanten Städte.
Gibt es in Menton Sandstrände?
Ja, im Gegensatz zu Nizza, wo es nur unbequeme große Kieselsteine gibt, findet ihr in Menton Strände mit feinem Sand und kleinem Kies. Der beliebteste und am besten ausgestattete ist der zentrale Plage des Sablettes. Trotzdem lohnt es sich, Badeschuhe mitzunehmen, da beim Einstieg ins Meer oft kleinere scharfe Steine liegen.
Wie weit ist es von Menton nach Italien?
Menton liegt buchstäblich an der Grenze zu Italien. Bis zur nächsten italienischen Stadt Ventimiglia sind es mit dem Zug nur etwa 12 bis 15 Minuten Fahrt. Die Grenze könnt ihr auch ganz entspannt zu Fuß während eines längeren romantischen Spaziergangs entlang des Meeres überqueren und euch in Italien einen echten günstigen Espresso für nur einen Euro gönnen.
Wann findet das berühmte Zitronenfestival statt?
Fête du Citron findet jedes Jahr Ende Februar/Anfang März statt und dauert etwa zwei Wochen. Falls ihr vorhabt, diese wunderbare Parade mit 140 Tonnen Zitrusfrüchten zu erleben, solltet ihr die Tickets für die Umzüge und Ausstellungen ruhig schon Monate im Voraus auf der offiziellen Website kaufen – die Veranstaltung ist unglaublich beliebt.
Ist es in Restaurants notwendig, Trinkgeld zu geben?
In Frankreich ist es üblich, dass die Servicegebühr (das sogenannte „service compris“ in Höhe von 15 %) bereits automatisch im Endbetrag der Rechnung enthalten ist. Trinkgeld ist also nicht verpflichtend. Es ist jedoch guter Brauch, 1 bis 2 Euro in bar auf dem Tisch liegen zu lassen, wenn ihr mit dem Service wirklich zufrieden wart, da man über das Kartenterminal oft kein Trinkgeld hinzufügen kann.
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