Schönste Dörfer Frankreichs: 15 Tipps für Les Plus Beaux Villages 2026

Du kennst sicher diese idyllische Vorstellung vom perfekten französischen Landleben, die wir aus alten Filmen kennen. Eine schmale Straße schlängelt sich zwischen endlosen Weinbergen hindurch, die Sonne legt sich auf alte Kalksteinmauern, und plötzlich taucht hinter der Kurve eine Ansammlung von Steinhäusern mit Terrakotta-Dächern auf. Aus dem Schornstein steigt ein dünner Rauchfaden, auf dem Dorfplatz spielen unter einer mächtigen Platane alte Männer Pétanque und die Luft duftet nach Rosmarin und frisch gebackenem Brot. Genau dieser französische Traum vom langsamen Leben treibt Jahr für Jahr Millionen Menschen aus den überfüllten Großstädten aufs Land – und macht die schönsten Dörfer Frankreichs zu einem echten Sehnsuchtsort.

Die Franzosen wissen ganz genau, welch unglaublichen Schatz sie in ihren Dörfern und ihrem historischen Erbe besitzen. Bereits 1982 entstand deshalb die Vereinigung Les Plus Beaux Villages de France (Die schönsten Dörfer Frankreichs), die sich zum Ziel gesetzt hat, die wertvollsten Juwelen zu schützen. Dabei handelt es sich keineswegs um einen zufälligen Marketing-Slogan für Touristen, sondern um eine sehr strenge und anerkannte Zertifizierung. Um das begehrte rote Schild mit dem Logo zu erhalten, muss ein Dorf harte Kriterien erfüllen: Es darf nicht mehr als 2.000 Einwohner haben und auf seinem Gebiet müssen sich mindestens zwei geschützte historische Denkmäler befinden.

Heute ist dieses Siegel ein riesiges touristisches Phänomen, das Reisende aus aller Welt anzieht. Manche planen anhand der Karte der schönsten Dörfer regelrecht mehrwöchige Roadtrips quer durch die Regionen. Das erwähnte rote Schild am Ortseingang garantiert dir, dass dich vor Ort kein hässliches Industriegebiet erwartet, sondern reine, konzentrierte historische Ästhetik. Das Ganze hat allerdings einen großen Haken: In den Sommermonaten haben Hunderttausende andere Menschen genau dieselbe Idee wie du.

Wenn du nicht stundenlang frustriert nach einem Parkplatz suchen und dich durch Menschenmengen mit Fotoapparaten drängen willst, musst du deine Reise clever planen. In der Hochsaison sind die Auffangparkplätze vor diesen beliebten Dörfern schon vor neun Uhr morgens hoffnungslos überfüllt. In diesem Artikel findest du 15 Tipps für die absolut schönsten Dörfer, die du nicht verpassen solltest. Außerdem verrate ich dir, wie du den größten Menschenmassen entgehst, wo du dich strategisch einquartierst und wie du dich mit dem Auto auf dem französischen Land bewegst.

Das provenzalische Dorf Gordes im Licht des frühen Abends
Foto: Le sixième rêve / Pexels

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Qualitätssiegel: Den Titel Les Plus Beaux Villages de France tragen nur etwas mehr als 170 Dörfer, die unter 2.000 Einwohner haben und zwei historische Denkmäler vorweisen müssen.
  • Wann fahren: Meide Juli und August wegen der extremen Hitze (bis zu 43 °C im Süden) und der riesigen Menschenmassen. Ideal sind Mai, Juni und September.
  • Anreise: Ohne Auto kommst du in die meisten Dörfer nicht. Rechne mit gebührenpflichtigen Autobahnen (Mautstationen) und der Pflicht zur Umweltplakette Crit’Air in den Städten.
  • Goldene Parkregel: In die bekanntesten Dörfer (Gordes, Rocamadour) musst du spätestens um 8:30 Uhr morgens ankommen, sonst findest du keinen Parkplatz.
  • Vielfalt der Regionen: Jede Gegend bietet etwas anderes. Die Provence lockt mit Stein und Lavendel, das Elsass mit Fachwerkhäusern und die Bretagne mit Granit und Ozean.
  • Gutes Benehmen: Betritt jedes Geschäft oder jede Bäckerei immer mit einem klaren und lauten „Bonjour!“. Ohne Gruß wirst du ignoriert.
  • Frühzeitig buchen: Wenn du direkt in den historischen Ortskernen übernachten willst, solltest du deine Unterkunft über Booking ruhig ein halbes Jahr im Voraus reservieren.
Provenzalisches Dorf umgeben von blühenden Lavendelfeldern
Foto: AXP Photography / Pexels
✈️ Günstige Flüge
Frankreich: günstigste Flüge ab 78 €
Vergleichen Sie alle Airlines und finden Sie die günstigsten Termine. · Mehr günstige Flüge →
Flüge finden →
📶 DATEN FÜR DIE REISE · Frankreich
Mobiles Internet im Urlaub — per eSIM
⚡ QR-Aktivierung in 2 Min. · 📱 keine physische SIM · 🌍 37 Länder · ab 3 €
eSIM für Europa holen →
✅ Vom Team des Reiseblogs Loudavým krokem · Unser eigenes Projekt — lk-sim.com

Wann du in die schönsten Dörfer Frankreichs aufbrechen solltest

Das richtige Timing ist für den Besuch des französischen Landlebens absolut entscheidend und bestimmt, ob du ein romantisches Erlebnis oder pure Frustration mit nach Hause nimmst. Der Süden Frankreichs meldet im Juli und August zudem regelmäßig extreme Temperaturen zwischen 35 und 43 °C, was Spaziergänge durch die aufgeheizten Steingässchen eher zu einem Überlebenskampf macht. Die idealen Monate, um die Dörfer in der Provence, im Okzitanien oder im Périgord zu entdecken, sind daher Mai, Juni und anschließend September bis Mitte Oktober.

Wenn dich der Reiz lockt, den Besuch provenzalischer Dörfer mit blühenden violetten Feldern zu verbinden, musst du mit chirurgischer Präzision planen. Die Hauptsaison der Lavendelblüte dauert von Mitte Juni bis Ende Juli, wobei der absolute Höhepunkt in den niedrigeren Lagen um die Wende von Juni und Juli liegt. Achte aber unbedingt auf die Sommerfeste. So fällt zum Beispiel das gut besuchte Fest in Valensole stets auf den dritten Sonntag im Juli – und direkt danach sind viele Felder oft komplett abgeerntet. Rettung bieten dann die höheren Lagen rund um Sault und das Plateau d’Albion, wo der Lavendel seine Farbe problemlos bis Mitte August hält.

Wenn du ohnehin nur in den Sommerferien nach Frankreich fahren kannst, bleibt dir nur eine Möglichkeit: deinen Tagesrhythmus komplett umzustellen. Komm entweder mit dem Sonnenaufgang ins Dorf, wenn die Gassen leer und das Licht perfekt zum Fotografieren ist, oder erst am späten Nachmittag gegen fünf Uhr. Für Nord- und Ostfrankreich gelten ganz andere Regeln. Wenn du in die Bretagne aufbrichst, ist das Wetter hier die größte Hürde, und Wind und Regen können dich selbst mitten im August überraschen. Das Elsass erlebt seinen absoluten Höhepunkt dagegen im November und Dezember während des Advents. Die Weihnachtsmärkte in den zertifizierten Dörfern sind wunderschön, aber rechne mit einem gewaltigen Ansturm an Touristen. Besondere Aufmerksamkeit solltest du auch der Autoreise widmen: In Marseille und seinem weiteren Umland tritt 2026 zum Beispiel eine sehr strenge Umweltzone in Kraft, in die du ohne die richtige Crit’Air-Plakette gar nicht hineinkommst.

Wo du auf dem französischen Land übernachten kannst

💡 Tipp für Unterkünfte und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dagegen über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die Grundregel für ein entspanntes Entdecken lautet: Wähle einen strategischen Standort und unternimm von dort aus Tagesausflüge. Jeden Tag das Hotel zu wechseln, hält dich nur unnötig auf und macht müde. Eine Unterkunft direkt in den historischen Dörfchen ist unglaublich romantisch, aber rechne damit, dass die Preise höher sind und das Parken recht kompliziert sein kann, denn in viele historische Zentren ist die Einfahrt mit dem Auto streng verboten.

Wenn du in die Provence fährst und die Region Luberon erkunden willst, ist das Städtchen Apt oder das größere Aix-en-Provence eine ideale Basis. Für absoluten Luxus direkt im Dorf Gordes empfehle ich, das Hotel Airelles Gordes, La Bastide zu buchen, von dem du einen atemberaubenden Blick ins Tal hast. Wenn du etwas Erschwinglicheres mit authentischer provenzalischer Atmosphäre suchst, probiere die familiäre Pension Le Mas des Romarins direkt im benachbarten Gordes, das du leicht auf dem beliebten Portal Booking.com findest. In der Region Dordogne lohnt es sich, in Flussnähe zu wohnen, idealerweise rund um die Stadt Sarlat-la-Canéda, die direkt im Herzen der größten Konzentration von Burgen und Dörfern liegt.

Wenn du die mystische Atmosphäre des Wallfahrtsorts Rocamadour ohne Menschenmassen erleben willst, ist die einzige Lösung, direkt dort zu übernachten, zum Beispiel im Hôtel Beau Site. Ein großartiger Tipp für die Region Okzitanien ist eine Unterkunft direkt innerhalb der mittelalterlichen Mauern der riesigen Festung Carcassonne. Tagsüber platzt die Stadt zwar aus allen Nähten, doch sobald am Nachmittag die Reisebusse abfahren, hast du die leeren Gassen ganz für dich. Für einen Besuch der elsässischen Weinstraße ist die Stadt Colmar eine fantastische Wahl, denn sie funktioniert als perfekter Verkehrsknotenpunkt. Direkt im märchenhaften Dorf Riquewihr bietet sich das charmante Hôtel De La Couronne an, das in einem historischen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert residiert. All diese Unterkünfte in den schönsten Dörfern sind in der Hauptsaison Monate im Voraus ausgebucht, also zögere mit der Reservierung auf keinen Fall. Das gilt besonders für das Elsass, wo die berühmten Weihnachtsmärkte 2026 schon am 23. November beginnen.

Malerische Gasse eines historischen französischen Dorfes
Foto: © Ralph Hammann – Wikimedia Commons / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

15 Tipps: Die schönsten Dörfer Frankreichs und was du dort erleben kannst

Schauen wir uns gemeinsam 15 konkrete Dörfer an, die das Beste vom französischen Land repräsentieren. Von der sonnenverwöhnten Provence über das Burgental der Dordogne bis hin zur dramatischen Küste der Bretagne – jedes von ihnen hat seinen ganz eigenen Charakter. Schnür dir bequeme Schuhe, denn diese Steingassen sind definitiv nicht für Absätze gemacht.

Das Dorf Gordes auf einer provenzalischen Klippe
Foto: Le sixième rêve / Pexels

1. Gordes: Der König der provenzalischen Dörfer

Wenn man „provenzalisches Dorf“ sagt, stellen sich die meisten Menschen die Region Luberon und ihren ikonischen Ort Gordes vor. Genau hier findest du die schönsten der sogenannten hängenden Dörfer, die stolz von hohen Felsen ins Tal hinabblicken. Der Anblick von Gordes von der Zufahrtsstraße aus ist so perfekt, dass er wie eine sorgfältig arrangierte Theaterkulisse wirkt. Die Steinhäuser aus hellem Kalkstein steigen in Kaskaden den steilen Hang hinauf bis zum mächtigen Renaissance-Schloss auf dem Gipfel.

Dieser Ort ist objektiv betrachtet wunderschön, in der Hochsaison aber extrem überlaufen von Touristen aus aller Welt. Wenn du mit dem Auto kommst, musst du idealerweise vor acht Uhr morgens da sein, sonst findest du auf den kaskadenförmigen Auffangparkplätzen unterhalb des Dorfes schlicht keinen Platz und verbringst viel Zeit mit frustrierendem Kreisen. Das Zentrum selbst ist voller schmaler gepflasterter Gassen namens calades, kleiner Kunstgalerien und gemütlicher Cafés mit fantastischem Blick auf das gesamte Luberon-Tal. Ganz in der Nähe liegt auch das etwas ruhigere, lang gestreckte Dorf Ménerbes, das der Schriftsteller Peter Mayle mit seinem Roman „Mein Jahr in der Provence“ weltberühmt machte.

💡 Tipp: Unweit von Gordes liegt die berühmte Abtei Sénanque mit ihrem ikonischen Lavendelfeld. Wenn du kein eigenes Auto hast, findest du auf Portalen wie GetYourGuide jede Menge organisierter Halbtagesausflüge, die vom nahen Avignon aus starten und beide Orte bequem miteinander verbinden.

Das ockerfarbene Dorf Roussillon auf einem Hügel
Foto: Jean-Paul Wettstein / Pexels

2. Roussillon: Ein Dorf in Feuerfarben

Nur einen Katzensprung vom grauweißen Gordes entfernt liegt Roussillon, das dir sofort mit seiner unglaublichen Farbenpracht ins Auge sticht. Das Dorf liegt nämlich auf massiven Ockervorkommen, und die Hausfassaden gehen hier fließend von sattem Gelb über Orange bis hin zu blutigem Rot über. Die grünen Kronen der Pinien und der tiefblaue provenzalische Himmel verstärken diesen faszinierenden Farbkontrast noch und schaffen eine Szenerie, die du sonst nirgends in Frankreich siehst.

Ich empfehle dir, nicht nur das Dorf selbst zu durchstreifen, sondern auch den sogenannten Ockerpfad (Le Sentier des Ocres) zu erkunden, der gleich hinter dem Ort beginnt. Der Eintritt kostet nur ein paar Euro und der Spaziergang durch die ehemaligen Ockersteinbrüche erinnert eher an einen Besuch auf dem Mars oder in amerikanischen Canyons als an das sonnige Südfrankreich. Im Dorf triffst du zudem auf zahlreiche Handwerksläden, die verschiedenste Naturpigmente verkaufen, aus denen du dir zu Hause deine eigenen Farben anmischen kannst.

💡 Tipp: Zieh für den Spaziergang durch die Ockersteinbrüche auf keinen Fall weiße Schuhe oder helle Kleidung an. Der feine rote Staub gelangt blitzschnell wirklich überallhin und lässt sich aus manchen Materialien nur extrem schwer wieder auswaschen.

Fachwerkhäuser im elsässischen Eguisheim
Foto: PHILIPPE SERRAND / Pexels

3. Eguisheim: Das elsässische Schneckenhaus

Im Osten Frankreichs liegt ein völlig anderes Universum, in dem du statt gelbem Kalkstein bunte Fachwerkhäuser und vor Geranien überquellende Fenster findest. Eguisheim ist ein absoluter Klassiker der beliebten Elsässer Weinstraße, die bereits 1953 entstand und auf ihren rund 170 Kilometern die malerischsten Orte der ganzen Region verbindet. Der Städtebau dieses Dorfes ist völlig einzigartig, denn es ist in drei perfekten konzentrischen Kreisen rund um die zentrale Burg und den Platz angelegt.

Durch die schmalen gepflasterten Gassen von Eguisheim zu schlendern, ist wie ein Umherirren im Inneren eines bunten Schneckenhauses. Jedes Haus ist in einer anderen Pastellfarbe gestrichen, was den angeheiterten Winzern früher angeblich half, sicher nach Hause zu finden. Die Region ist übrigens für ihre besondere Gastronomie bekannt. Vergiss die leichte mediterrane Kost, hier regiert der hervorragend aromatische Käse Munster, traditionelle salzige Brezeln oder der beliebte Zwiebelkuchen Tarte flambée, den man dir in den meisten Restaurants gern auch in einer rein vegetarischen Variante mit Pilzen und Käse zubereitet.

💡 Tipp: Wenn du im Herbst herkommst, solltest du unbedingt die lokalen Weine probieren. Eguisheim ist Heimat hervorragender Weißweinsorten, und ein Glas gekühlter Gewürztraminer oder perlender Crémant auf dem kleinen Platz ist absolute Pflicht.

Riquewihr umgeben von Weinbergen
Foto: PHILIPPE SERRAND / Pexels

4. Riquewihr: Perfekt erhaltenes 16. Jahrhundert

Ein Stück weiter nördlich an derselben Weinstraße liegt Riquewihr. Dieser Ort hatte unglaubliches Glück im Unglück, denn im Gegensatz zu vielen umliegenden Städten überstand er beide verheerenden Weltkriege wie durch ein Wunder ohne einen einzigen Schaden. Innerhalb der perfekt erhaltenen Stadtmauern drängen sich rund 40 historische Denkmäler, und die Atmosphäre des 16. Jahrhunderts ist hier fast greifbar. Zu denselben drei schönsten Orten der Umgebung gehört auch das nahe Kaysersberg, durch das zudem das wilde Flüsschen Weiss fließt.

Riquewihr ist weltberühmt für seinen prächtigen Weihnachtsschmuck und die Märkte, die riesige Besucherscharen ins Dorf locken. Wenn du einen Besuch in der Adventszeit planst, stell dich darauf ein, dass die festliche Veranstaltung La Magie de Noël im nahen Colmar 2026 vom 23. November bis 29. Dezember läuft und sich die Menschenmassen sofort auch nach Riquewihr ergießen. Die Wochenenden sind hier zum Bersten voll, daher empfehle ich dir, einen Besuch lieber auf Dienstag oder Mittwoch zu legen.

💡 Tipp: Die Hauptstraße Rue du Général de Gaulle ist oft überfüllt, aber sobald du in irgendeine Seitengasse abbiegst, findest du dich in völliger Stille zwischen alten Winzerhöfen mit uralten Holzpressen wieder.

Die Burg Beynac über dem Fluss Dordogne
Foto: Edouard CHASSAIGNE / Pexels

5. Beynac-et-Cazenac: Mittelalterliches Drama über dem Fluss

Wenn wir in den Südwesten ins Département Dordogne wechseln, finden wir uns in einer Landschaft aus tiefen Wäldern, prähistorischen Höhlen und Hunderten majestätischer Burgen wieder. Direkt über dem Fluss Dordogne erhebt sich auf einem steilen, senkrechten Felsen die Burg und das raue mittelalterliche Dorf Beynac-et-Cazenac, das genauso aussieht, wie du dir die prächtige Kulisse für einen Historienfilm vorstellst.

Ein Spaziergang durch das Dorf bedeutet ständiges Aufsteigen über gepflasterte Wege bis hinauf zur Burg selbst. Am gegenüberliegenden Flussufer trotzt ihr stolz die Burg Castelnaud, und diese beiden Festungen starrten sich während des gesamten Hundertjährigen Krieges feindselig an. Bis heute hat sich der Ort seinen leicht unzugänglichen und sehr authentischen mittelalterlichen Charakter bewahrt, den die massiven Schieferdächer der hiesigen Häuser noch verstärken.

💡 Tipp: Am besten begreifst du die Majestät von Beynac und der ganzen Region vom Fluss aus. Leih dir im nahen Vitrac ein Kajak und fahre den rund 16 Kilometer langen Abschnitt bis nach Beynac. Das ist auch für absolute Anfänger völlig sicher, denn der Fluss fließt hier sehr träge, während sich über dir die dramatischsten Szenerien auftürmen, die du vom Auto aus nie sehen würdest.

La Roque-Gageac eingeklemmt zwischen Felsen und Fluss
Foto: Benjamin Smith / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

6. La Roque-Gageac: Eingeklemmt zwischen Fels und Wasser

Nur ein paar Kilometer flussabwärts der Dordogne triffst du auf die nächste unglaubliche Szenerie. Die Häuser in La Roque-Gageac mit ihren typischen honiggelben Fassaden und steilen Dächern sind buchstäblich in einen schmalen Streifen zwischen senkrechtem Kalksteinfelsen und Fluss gepresst. Durch die Südausrichtung des Felsens entsteht hier ein ganz besonderes Mikroklima, und so siehst du im Dorf sogar Palmen, Bananenstauden und Bambus frei wachsen.

Der Spaziergang entlang des Flusses ist sehr angenehm, aber lass dir auch die schmale Treppe nicht entgehen, die hoch in den Hang zu einer kleinen Kirche und den Resten der alten Befestigung führt. Wenn du einen schönen Blick über die ganze Gegend suchst, mach einen Abstecher in den nahen Ort Domme, eine traditionelle befestigte Stadt mit regelmäßigem Grundriss, die ein fantastisches Panorama bietet. Die lokale Spezialität, die du auf jeder Speisekarte findest, sind hervorragende Gerichte mit Walnüssen und die berühmten schwarzen Trüffel, für die die gesamte historische Region Périgord weltweit bekannt ist. Probieren solltest du auch den lokalen Ziegenmilchkäse Cabécou, der oft warm auf frischem Salat serviert wird.

💡 Tipp: Vom Hafen im Dorf legen traditionelle Holzboote namens gabares ab. Einst dienten sie dem Transport von Wein und Holz, heute bieten sie eine etwa einstündige kommentierte Fahrt, die sich hervorragend eignet, um die umliegenden Burgen vom Wasser aus zu fotografieren.

Die Wallfahrtsstadt Rocamadour an einer senkrechten Klippe
Foto: Clément Proust / Pexels

7. Rocamadour: Die vertikale Wallfahrtsstadt

Auch wenn es formal ein Stück weiter im Département Lot liegt, gehört Rocamadour untrennbar zum gleichen Ausflugskreis. Es ist kein klassisches Dorf, sondern eher ein vertikaler Wallfahrtsort von unglaublichen Ausmaßen, der kaskadenförmig an die senkrechte Wand des tiefen Canyons des Flusses Alzou geklebt ist.

Rocamadour leidet unter extremen Menschenmassen, denn seit Jahrhunderten zieht es Pilger zur Statue der Schwarzen Madonna an, und heute kommen Tausende gewöhnliche Touristen hinzu. Tagsüber ist es in der Hochsaison hier eher ein Überlebenskampf und Durchdrängen durch die Menschenmasse. Wenn du seine mystische Atmosphäre genießen willst, komm spätestens um neun Uhr morgens her oder plane deinen Besuch erst am späten Abend, wenn der ganze Felsen wunderschön in die Dunkelheit erstrahlt.

💡 Tipp: Unweit von Rocamadour findest du den berühmten Abgrund Gouffre de Padirac mit einem unterirdischen Fluss, auf dem man in kleinen Booten fährt. 2026 öffnet die Höhle Ende März, und die Reservierung der Tickets, die rund 22,50 € kosten, ist online absolut Pflicht. Auch das nahe Lascaux IV, eine perfekte Replik der berühmten urzeitlichen Höhle, ist einen Besuch wert.

Saint-Cirq-Lapopie über dem Tal des Lot
Foto: Le sixième rêve / Pexels
lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man in den schönsten Dörfern Frankreichs übernachten kann
5 Unterkünfte — Wellnesshotels, Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten

8. Saint-Cirq-Lapopie: Juwel über dem Lot-Tal

Wenn du schon im Département Lot bist, darfst du das malerische Saint-Cirq-Lapopie auf keinen Fall verpassen. Dieses Dorf balanciert selbstbewusst auf einer hundert Meter hohen Klippe direkt über einer Schleife des Flusses Lot und gewinnt immer wieder französische Fernsehumfragen zum beliebtesten Dorf des ganzen Landes. Seine Lage ist so dramatisch, dass dir beim Blick aus dem Tal der Atem stockt.

Das gesamte Zentrum ist strikte Fußgängerzone, was völlig uneingeschränkte Möglichkeiten zum Bummeln zwischen Häusern aus dem 13. bis 16. Jahrhundert mit dunkelbraunen Dächern bedeutet. Du findest hier viele kleine Kunst- und Handwerkswerkstätten, denn das Dorf zog schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts Maler und Dichter an. Wenn du französische Literatur magst: Hier lebte der berühmte surrealistische Dichter André Breton, der öffentlich erklärte, dass er nie mehr irgendwo anders leben wollte, sobald er diesen Ort entdeckt hatte.

💡 Tipp: Parke unten am Fluss und mach dich auf den Weg zum Dorf über den alten Treidelpfad namens Chemin de halage, der teilweise direkt in den Felsen über dem Wasser gehauen ist. Es ist ein wunderschöner, etwa einstündiger Spaziergang, bevor du ins Dorf selbst hinaufsteigst.

Das mittelalterliche Dorf Conques
Foto: Krzysztof Golik / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

9. Conques: Eine Station auf dem Weg nach Santiago

Wenn wir tiefer in die Region Aveyron vordringen, stoßen wir auf die Siedlung Conques, einen der wichtigsten Punkte auf dem historischen Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Das Dorf liegt versteckt in einem tiefen grünen Tal und erinnert an eine perfekt erhaltene mittelalterliche Zeitkapsel, in der die Zeit stehen geblieben ist und die moderne Welt noch nicht eingedrungen ist.

Wahrzeichen des ganzen Ortes ist die beeindruckende Abteikirche Sainte-Foy, die einen unglaublichen Schatz an seltenen Reliquien birgt. Achte unbedingt auf das wunderschöne Tympanon über dem Haupteingang, das detailreich das Jüngste Gericht darstellt, sowie auf die modernen Buntglasfenster, die im Inneren ein herrliches Lichtspiel erzeugen. Eintritt zahlst du nur, wenn du die eigentliche Schatzkammer besuchen willst, ansonsten ist der Spaziergang zwischen den uralten Stein- und Fachwerkhäusern mit Dächern aus gespaltenem Schiefer völlig kostenlos und für jeden frei zugänglich.

💡 Tipp: Versuche, gegen acht Uhr abends da zu sein, wenn oft Orgelkonzerte oder eine spezielle Abendbeleuchtung des Tympanons stattfinden. Die Atmosphäre dieses Ortes, wenn der Trubel des Tages verstummt und sich die Gassen leeren, ist absolut unvergesslich.

Rote Sandsteinhäuser in Collonges-la-Rouge
Foto: Gu Bra / Pexels

10. Collonges-la-Rouge: Das ganz und gar rote Dorf

Während die meisten französischen Dörfer Töne von gelbem Kalkstein oder grauem Granit spielen, ist Collonges-la-Rouge in der Region Corrèze ein absolutes Unikat. Jedes einzelne Haus, jede Kirche und jede Mauer in diesem Ort sind aus sattem rotem Sandstein gebaut, der ihm ein unglaublich warmes und fotogenes Aussehen verleiht. Hier entstand übrigens 1982 die ursprüngliche Idee zur Gründung der gesamten Vereinigung Les Plus Beaux Villages.

Der Kontrast der dunkelroten Fassaden mit den blaugrauen Schieferdächern und den grünen Kletterpflanzen ist besonders kurz vor Sonnenuntergang, während der sogenannten goldenen Stunde, überwältigend. Die Straßen sind voller kleiner Läden mit Keramik, Handwerksprodukten und lokalen Delikatessen. Ich empfehle dir, den lokalen Senf aus einer violetten Traubensorte oder den hervorragenden Nusslikör zu probieren, die ein absolut typisches und sehr beliebtes Souvenir aus dieser eigenwilligen Gegend sind.

💡 Tipp: Das Dorf ist recht klein und sehr kompakt. Zur Erkundung reichen dir rund zwei Stunden völlig aus, daher eignet es sich ideal als nachmittäglicher Zwischenstopp bei einer längeren Fahrt Richtung Südfrankreich.

Minerve in einem tiefen Canyon
Foto: Pierre Bastien / Pexels

11. Minerve: Geschichte im tiefen Canyon

Die Region Okzitanien gilt als unterschätzter und deutlich authentischerer Bruder der benachbarten Provence, wobei ihre Dörfer oft eine weitaus rauere Geschichte haben. Minerve liegt auf einem mächtigen Kalksteinvorsprung hoch über dem Zusammenfluss zweier Flüsse, die hier tiefe Naturbrücken in den Fels gegraben haben. Der Zugang zum Dorf führt über eine schmale Brücke, die einen schwindelerregend tiefen Canyon überspannt, was einen sehr starken Eindruck hinterlässt.

Minerve war im Mittelalter einer der Hauptorte des Katharerwiderstands, und die Geschichte der Belagerung ist hier noch stark präsent. Wenn dich dieser Teil der französischen Geschichte interessiert, mach unbedingt einen Ausflug zu den nahen Katharerburgen wie Peyrepertuse, wo dich zwar ein anspruchsvollerer Aufstieg erwartet, du aber mit endlosen Ausblicken bis zu den Pyrenäen belohnt wirst. Die umliegende Landschaft, übersät mit Weinbergen und trockenem Gestrüpp, wird in den Sommermonaten von Temperaturen um die 40 °C verbrannt, also komm lieber im Frühling oder Herbst her.

💡 Tipp: Der größte touristische Magnet der ganzen Region ist die riesige mittelalterliche Festung Carcassonne. Der Eintritt in ihre Gassen ist völlig kostenlos, gezahlt wird nur für die Besichtigung der Burg, die 19 € kostet. Wenn du am 14. Juli herkommst, mach dich auf einen gewaltigen Trubel gefasst, denn das traditionelle Feuerwerk verfolgen Hunderttausende Zuschauer.

Das Dorf Èze wie ein Adlerhorst über der Riviera
Foto: Zo Zo / Pexels

12. Èze: Adlerhorst über der Riviera

Ein Stück von der belebten Küste der Côte d’Azur entfernt, direkt zwischen dem Ferienort Nizza und dem luxuriösen Monaco, findest du das malerische Èze. Dieses Dörfchen thront wie ein uneinnehmbarer Adlerhorst auf einem steilen Felsen, mehr als 400 Meter über dem Mittelmeer. Seine dramatische Lage macht es zu einem der absolut meistfotografierten Orte der gesamten Côte d’Azur.

Die schmalen Gassen sind voller gewölbter Durchgänge, Boutiquen und kleiner Künstlerateliers. Auf dem Gipfel des Dorfes findest du einen wunderschönen exotischen botanischen Garten namens Le Jardin Exotique, in den du zwar einen kleinen Eintritt zahlst, der dir aber absolut konkurrenzlose Panoramablicke auf die ganze Küste bietet. Es ist ein idealer Ort, um dem Trubel der Großstädte unter dir zu entfliehen, auch wenn du in der sommerlichen Hochsaison hier natürlich auf eine beträchtliche Anzahl von Ausflüglern aus den nahen Küstenorten triffst.

💡 Tipp: Wenn du in guter körperlicher Verfassung bist, kannst du über den sogenannten Nietzsche-Pfad (Chemin de Nietzsche) zum Meer hinabsteigen. Der Abstieg dauert etwa eine Stunde und bietet atemberaubende Ausblicke, vergiss nur festes Schuhwerk und genügend Wasser nicht.

Yvoire am Ufer des Genfersees
Foto: Jean-Paul Wettstein / Pexels

13. Yvoire: Die Blumenperle des Genfersees

An den Ufern des weitläufigen Genfersees, direkt an der Grenze zur Schweiz, liegt das mittelalterliche Fischerdorf Yvoire. Dieser Ort hat sich dank seiner herrlichen Lage am Wasser und seiner mehr als 700 Jahre alten Geschichte die Atmosphäre eines uralten Hafens bewahrt, über dem sich majestätisch der massive viereckige Turm der hiesigen Burg aus dem 14. Jahrhundert erhebt.

Yvoire ist international berühmt für seinen unglaublichen Blumenschmuck, dank dessen es regelmäßig verschiedenste europäische Gärtnerwettbewerbe gewinnt. Die Straßen, Balkone und die Uferpromenade quellen geradezu über vor Farben. Ich empfehle dir unbedingt einen Besuch des Gartens der fünf Sinne (Jardin des Cinq Sens), der clever als lebendes Labyrint voller heilender, aromatischer und historischer Pflanzen gestaltet ist, die du berühren und an denen du riechen kannst.

💡 Tipp: Obwohl die Region für Gerichte aus Süßwasserfischen bekannt ist, kommen hier auch Vegetarier voll auf ihre Kosten. In kleinen gemütlichen Crêperien am See findest du hervorragende herzhafte Galettes, gefüllt mit lokalem Käse und frischem Gemüse, die du mit einem kühlen Most hinunterspülen kannst.

Granitplatz im bretonischen Locronan
Foto: Selmoval / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

14. Locronan: Das Granitherz der Bretagne

Im Nordwesten Frankreichs, in der rauen und windigen Region Bretagne, dominiert eine ganz andere Architektur. Locronan ist ein Dorf, das komplett aus dunkelgrauem Granit gebaut ist, was ihm ein sehr spezifisches, etwas melancholisches, aber überaus elegantes Aussehen verleiht. In der Vergangenheit wurde dieser Ort durch die Herstellung von hochwertigem Segeltuch für die damalige königliche Marine ungemein reich.

Der zentrale Platz mit der imposanten Kirche und dem alten Steinbrunnen diente als perfekte Kulisse für Dutzende Historienfilme. In der Bretagne musst du immer mit speziellem Wetter rechnen, daher ist eine gute Windjacke selbst in den Sommermonaten absolute Pflicht. Als Belohnung für das kühlere Klima erwarten dich aber die besten echten bretonischen herzhaften Galettes aus Buchweizenmehl, die man traditionell mit kräftigem Apfel-Cidre aus Keramiktassen hinunterspült.

💡 Tipp: Mach auch einen Ausflug an die berühmte Küste Côte de Granit Rose ins nahe Ploumanac’h. Der Kontrast der riesigen rosa Granitfelsen, die das Meer in bizarre Formen geschliffen hat, mit dem tiefblauen Atlantik ist absolut atemberaubend.

Château-Chalon über den Weinbergen der Region Jura
Foto: SlimMars 13 / Pexels

15. Château-Chalon: Der Wächter des gelben Weins

Der letzte Tipp führt uns in den Osten Frankreichs ins ruhige, bewaldete Juragebirge. Das Dorf Château-Chalon balanciert selbstbewusst am Rand einer steilen Klippe und blickt auf die sorgfältig gepflegten Weinberge tief unter sich hinab. Im Gegensatz zum hektischen Elsass oder zur überfüllten Provence herrscht hier absolute Ruhe, und du triffst auf ein absolutes Minimum an ausländischen Touristen.

Das Dorf ist buchstäblich die Wiege des berühmten gelben Weins namens vin jaune. Dieser einzigartige Wein reift in Fässern unter einer Schicht spezieller Hefen genau sechs Jahre und drei Monate, was ihm einen unverwechselbaren Geschmack verleiht, der an Walnüsse und Curry erinnert. Diese Gegend duftet nicht nur nach Wein, sondern auch nach Käse. Der hervorragende Comté-Käse aus den lokalen Bergmolkereien ist eine absolute Delikatesse, die du in den Lädchen direkt am Dorfplatz kaufen und daraus ein herrliches Picknick an der Aussichtsstelle machen kannst.

💡 Tipp: Durch das Dorf verläuft die malerische Weinstraße des Jura, die rund 80 Kilometer misst. Wenn du ein Auto oder E-Bike zur Verfügung hast, ist das eine fantastische und von Touristen bislang unentdeckte Route für langsames Reisen durch das französische Land.

Wohin weiter vom französischen Land

Wenn du einen ausgedehnteren Roadtrip planst und diese malerischen Dörfer zu einer sinnvollen Reiseroute verbinden willst, hast du gleich mehrere großartige Möglichkeiten. Vom Süden aus kannst du nahtlos an größere Städte und Naturschönheiten anknüpfen, während sich vom Osten aus ein Abstecher in die Berge anbietet.

Versuche, deine Reise nach unseren ausführlichen Reiseführern zu den einzelnen Regionen zusammenzustellen:

  • Wenn dich die Lavendelfelder und Kalksteinstädtchen wie Gordes verzaubert haben, wirf einen Blick in unseren großen Reiseführer zum provenzalischen Land und seinen Städten.
  • Wenn dich eher mittelalterliche Burgen, urzeitliche Höhlen und Kajakfahrten reizen, darfst du die Region Dordogne und Périgord nicht verpassen, in der sich eine riesige Konzentration historischer Juwelen verbirgt.
  • Und für die Liebhaber von Fachwerkhäusern, Spitzengastronomie und weihnachtlicher Atmosphäre steht die wunderschöne Elsässer Weinstraße bereit, die du auch an einem verlängerten Wochenende schaffst.

Häufig gestellte Fragen

Was genau bedeutet das Label Les Plus Beaux Villages?

Es ist eine offizielle unabhängige Zertifizierung, die von einem speziellen Verband vergeben wird. Um sie zu erhalten, muss ein Dorf weniger als 2.000 Einwohner haben, es müssen sich dort mindestens zwei geschützte Nationaldenkmäler befinden und es muss das Bemühen um Gemeindeentwicklung und den Erhalt des ländlichen Charakters nachweisen. Es handelt sich also nicht nur um gefälliges Marketing, sondern um eine echte Garantie für erhaltene historische Architektur.

Muss ich für die Einfahrt in diese Dörfer Eintritt bezahlen?

Ne, der Eintritt in die Dörfer selbst und ein Spaziergang durch ihre Gassen ist immer völlig kostenlos, es handelt sich um normal bewohnte Ortschaften. Bezahlt wird nur für den Eintritt zu bestimmten Burgen, Museen, Höhlen oder privaten Gärten, die sich auf ihrem Gebiet befinden.

Wie ist das mit dem Parken und wie viel kostet es?

Die meisten zertifizierten Dörfer haben historische Zentren, die für den normalen Verkehr gesperrt sind. Sie müssen die Parkplätze am Ortsrand nutzen. Die Parkgebühren liegen meist zwischen 4 und 8 Euro pro Tag, in einigen kleineren Dörfern ist das Parken außerhalb der Sommersaison sogar kostenlos. Im Juli und August muss man früh am Morgen am Parkplatz ankommen, sonst findet man keinen freien Platz mehr.

Kann man die Dörfer mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen?

Das ist sehr kompliziert. Die französische Bahn (SNCF) bringt euch zwar in die größeren regionalen Städte, aber die Dörfer selbst liegen oft abseits der Hauptstrecken. Die Busverbindungen in abgelegenere Orte sind sehr dünn gesät, meist fährt morgens ein Bus und nachmittags einer, wobei am Wochenende oft gar keine Verbindung besteht. Für die Erkundung der ländlichen Gegend ist ein eigenes oder gemietetes Auto praktisch unverzichtbar.

Wie funktioniert die Maut auf französischen Autobahnen?

In Frankreich gibt es keine klassische Autobahnvignette. Man zahlt an den Mautstationen (péages) nach gefahrenen Kilometern, was durchschnittlich knapp 10 Euro pro 100 Kilometer Fahrt ausmacht. Im Februar 2026 kommt es zudem zu einer leichten Erhöhung der Mautgebühren und immer häufiger wird das sogenannte Free-Flow-System ausgebaut (beispielsweise auf den Autobahnen A4, A13 oder A79), wo es keine Schranken gibt und man die Maut innerhalb weniger Tage online anhand des eigenen Kennzeichens bezahlen muss.

Brauche ich eine Umweltplakette, wenn ich aufs Land fahre?

Ja, ich empfehle euch, sie zu besorgen. Die Umweltplakette (Crit’Air) ist zwar primär für die Einfahrt in die Umweltzonen der Großstädte (ZFE) verpflichtend, aber auf dem Weg aufs Land kommt ihr an diesen Zonen oft nicht vorbei, wenn ihr beispielsweise durch Marseille, Aix-en-Provence oder Straßburg fahrt. Die Vignette kostet online knapp 5 Euro und gilt für die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs, ohne sie droht euch ein Bußgeld von 68 Euro.

Ist Trinkgeld in Restaurants auf dem Land Pflicht?

Nein, in französischen Cafés und Restaurants ist der Service bereits gesetzlich im Gesamtpreis enthalten (service compris). Wenn Sie zufrieden waren, ist es höflich, etwas Kleingeld dazulassen und die Rechnung um 1 bis 2 Euro aufzurunden. Beachten Sie, dass beim Bezahlen mit Karte meist kein Trinkgeld über das Terminal hinzugefügt werden kann, sodass Sie den eventuellen Betrag dem Kellner vorher mitteilen oder das Bargeld auf dem Tisch lassen müssen.

Ist es im Sommer in Südfrankreich wirklich so heiß?

Ja, die Sommertemperaturen in den Regionen Provence, Okzitanien und Dordogne klettern regelmäßig auf 38 bis 40 °C. Die historischen Steingassen saugen die Hitze tagsüber auf und strahlen sie auch nachts ab. Spaziergänge zu den Sehenswürdigkeiten in der Mittagshitze sind sehr unangenehm, daher empfehle ich, Besuche von Burgen und Dörfern für den frühen Morgen zu planen und den Nachmittag am Wasser oder im Schatten zu verbringen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Verwandte Artikel

ANTWORT SCHREIBEN

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Sie sind hier:

ReisenEuropaSchönste Dörfer Frankreichs: 15 Tipps für Les Plus Beaux Villages 2026

Aktuelle Blogbeiträge