Pantheon in Rom: 9 Tipps + Eintritt, Öffnungszeiten und Geschichte

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als Lukáš und ich uns zum ersten Mal durch die engen, schattigen Gassen von Rom Italia hindurchwanden und es plötzlich vor uns auftauchte. Das Pantheon ist riesig, majestätisch und scheint so gar nicht in die umliegende Bebauung zu passen – genau das macht es zu einem absoluten architektonischen Wunder, das einem buchstäblich den Atem verschlägt. Rom Italia kann einen mit seiner Intensität und den allgegenwärtigen Touristenmassen schnell überwältigen, aber sobald man vor diesen massiven Granitsäulen steht, vergisst man für einen Moment die schmerzenden Füße und das in der Sonne glühende Kopfsteinpflaster.

In diesem Artikel zeige ich euch, wie ihr den Besuch des besterhaltenen antiken Bauwerks der Welt ohne unnötigen Stress und stundenlange Warteschlangen genießen könnt. Wir sprechen über die neuen Eintrittspreise, gehen die faszinierende Geschichte durch und erklären, warum es durch die Öffnung in der Decke hereinregnet. Außerdem teile ich unsere erprobten Tipps, wo ihr euch in der Umgebung strategisch einquartiert und wie ihr die schlimmsten Touristenfallen meidet, die euch im historischen Zentrum auf Schritt und Tritt auflauern.

Das Pantheon in Rom bei unserem Besuch

Zusammenfassung

  • Eintritt & Reservierung: Jahrzehntelang war der Eintritt kostenlos, doch seit 2023 kostet er 5 € – ab Sommer 2026 ist eine Erhöhung auf 7 € geplant. An Wochenenden ist eine Online-Buchung unbedingt erforderlich.
  • Größtes Highlight: Im Inneren beeindruckt euch die größte unbewehrte Betonkuppel der Welt mit einem neun Meter großen Oculus in der Mitte, durch den es bei Regen hereinregnet.
  • Beste Besuchszeit: Idealer Zeitpunkt ist morgens gegen 8:30 oder 9:00 Uhr – so umgeht ihr Gruppenreisen und das Morgenlicht zaubert eine magische Atmosphäre ins Innere.
  • Wer hier ruht: Das Pantheon dient als Grabstätte bedeutender Persönlichkeiten, darunter das Grab des Renaissance-Malers Raffael sowie der ersten italienischen Könige.
  • Dresscode: Es handelt sich nach wie vor um eine geweihte katholische Kirche, daher müssen Schultern und Knie bedeckt sein – sonst lässt der Sicherheitsdienst euch auch mit gültigem Ticket nicht hinein.
  • Anreise: Es gibt keine U-Bahn-Haltestelle in der Nähe; ihr müsst durch enge Gassen zu Fuß gehen, zum Beispiel vom Trevi-Brunnen oder der Piazza Navona.
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Wann nach Rom und zum Pantheon reisen

Das beleuchtete Pantheon auf dem nächtlichen Platz
Foto: Mariordo, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Perfektes Wetter und gleichzeitig das Entkommen vor Menschenmassen zu kombinieren, ist in der italienischen Hauptstadt eine echte Herausforderung. Die besten Monate für einen Besuch sind Mai, Juni, September und vor allem Oktober, wenn die Temperaturen auf angenehme 22 °C sinken und die Stadt in wunderschönes Herbstlicht getaucht wird. Der Preis für diesen klimatischen Komfort ist allerdings hoch: In diesen Monaten platzt Rom aus allen Nähten und die Gassen rund ums Pantheon gleichen einem riesigen Ameisenhaufen.

Der Sommer in Rom – konkret Juli und August – ist eine Prüfung für Körper und Geist, die man keinesfalls unterschätzen sollte. Temperaturen von 31 bis 35 °C und hohe Luftfeuchtigkeit verwandeln die Straßen in ein drückendes Treibhaus, dem man kaum entkommen kann. Die antiken Steine speichern tagsüber die Hitze und geben sie noch lange nach Sonnenuntergang ab wie ein riesiger Ofen. Im Sommer heißt es: Wecker um sechs Uhr morgens und eine lange Siesta im klimatisierten Zimmer. Der August hat zudem seine Eigenheit: Beim Ferienfest Ferragosto zieht es die Einheimischen ans Meer, und viele Familienbetriebe schließen für mehrere Wochen einfach.

Der Winter hingegen ist das bestgehütete Geheimnis unter Budget- und Alleinreisenden. Von Ende November bis Februar fallen die Unterkunftspreise auf ihr Jahresminimum und die Schlangen vor Sehenswürdigkeiten schrumpfen auf ein absolutes Minimum – ihr müsst allerdings mit Temperaturen zwischen 5 und 13 °C und gelegentlichem Regen rechnen. Nach dem turbulenten Heiligen Jahr 2025, das über 33 Millionen Pilger nach Rom spülte und die Straßen an ihre Grenzen brachte, bringt 2026 eine deutliche Erleichterung. Lasst euch aber nicht von falscher Leere einlullen: Vor den großen Wahrzeichen wie dem Pantheon gibt es immer Menschenmassen.

Wo in Rom übernachten

Unter den konkreten Unterkunftstipps hat sich das Hotel Artemide im zentralen Stadtteil Monti bewährt, das boutique-elegante Condotti Boutique Hotel unweit der Spanischen Treppe sowie die ruhigere Residenza Cavallini im vatikannahen Viertel Prati. Am günstigsten ist es, frühzeitig zu buchen.

💡 Tipp zu Unterkunft und Aktivitäten: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo die Stornobedingungen meist am besten sind. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Atmosphärisches Café im Zentrum von Rom

Die Wahl des Stadtviertels prägt das gesamte Erlebnis in der Ewigen Stadt – und Fehler bei der Logistik werden hier teuer bestraft. Der häufigste Anfängerfehler ist die Buchung einer Unterkunft rein nach dem Preis, ohne zu bedenken, dass man dann täglich eine Stunde in einem überfüllten Bus ohne Klimaanlage pendelt. Wir nutzen für die Hotelsuche seit Jahren Booking.com, wo wir stets aufmerksam die Bewertungen zu Nachtlärm und der realen Gehentfernung zu den Sehenswürdigkeiten lesen.

Wer im sprichwörtlichen Dreieck direkt beim Pantheon, der Piazza Navona oder der Spanischen Treppe wohnen möchte, muss sich auf einen erheblichen Aufpreis für die Lage im Centro Storico gefasst machen. Das Wohnen in diesem Postkarten-Viertel ist unglaublich romantisch – alles ist zu Fuß erreichbar und die Sehenswürdigkeiten liegen buchstäblich vor dem Fenster (zum Beispiel im legendären Albergo del Senato mit direktem Blick aufs Pantheon) – doch der stetige Trubel von früh morgens bis spät nachts gehört dazu.

Eine weitaus ausgewogenere Wahl ist das Viertel Monti, das strategisch günstig direkt hinter dem Kolosseum liegt und eine perfekte Mischung aus Erreichbarkeit und lokalem Flair bietet. Monti ist dank der U-Bahn-Linie B hervorragend angebunden und erwacht abends zum Leben rund um die kleine Piazza della Madonna dei Monti, wo ausgezeichnete kleine Restaurants und Vintage-Läden warten.

Für Romantiker und Liebhaber guten Essens gibt es Trastevere – das Viertel jenseits des Tiber, das genau das verkörpert, was man sich unter mittelalterlichen Gassen voller Efeu vorstellt. Trastevere ist ein Paradies für abendliche Spaziergänge und das Verkosten von traditioneller Pizza oder Pasta cacio e pepe, hat aber einen großen Nachteil: Es gibt keine U-Bahn und rund um die wichtigsten Plätze ist viel Betrieb. Wer Ruhe sucht und mit der Familie reist, sollte das elegante Wohnviertel Prati nördlich des Vatikans in Betracht ziehen, das mit breiten Boulevards und ebenem Gelände punktet.

9 Tipps: Was man beim Pantheon sehen und erleben sollte

Schauen wir uns gemeinsam an, was ihr bei eurem Besuch dieses architektonischen Meisterwerks auf keinen Fall verpassen solltet. Ihr erfahrt, worauf es bei den Details ankommt, wie ihr endlose Wartezeiten umgeht und was sich alles unter der massiven Kuppel verbirgt.

1. Architektur und die größte Betonkuppel der Welt

Die Betonkuppel des Pantheons mit Kassetten und Oculus von innen
Foto: Wilfredor, CC0, Wikimedia Commons

Wenn ihr eintretet und den Blick hebt, versteht ihr sofort, warum Architekten aus aller Welt genau hierher kommen, um zu lernen. Das Pantheon rühmt sich der größten unbewehrten Betonkuppel der Welt – ein Rekord, den ihm seit fast zweitausend Jahren niemand streitig gemacht hat. Den alten Römern standen keine modernen Stahlstäbe zur Verfügung, um den Beton zu verstärken, also mussten sie eine geradezu geniale technologische Lösung finden.

Das Geheimnis liegt in der Gewichtsreduzierung des Materials in Richtung Kuppelscheitel. Während die Basis der Kuppel aus schwerem Travertin und Tuff gegossen wurde, verwendeten die Erbauer immer leichtere Materialien je weiter oben – an der Spitze schließlich leichten Vulkanbimsstein. Die Decke ist zusätzlich mit fünf Reihen quadratischer Kassetten verziert, die nicht nur dekorativ sind, sondern die Gesamtmasse des Betons erheblich reduzieren.

Der Innenraum wirkt durch seine vollendete Geometrie, die die Römer so liebten, außerordentlich harmonisch. Der Durchmesser der Kuppel entspricht exakt der Gesamthöhe des Gebäudes (43,3 Meter) – das bedeutet, eine perfekte Kugel würde genau in den Innenraum passen und Wände wie Boden berühren. Es ist faszinierend, in der Mitte zu stehen und sich zu vergegenwärtigen, dass dieses Bauwerk Erdbeben, Plünderungen und den Untergang eines ganzen Reiches überstanden hat.

2. Der magische Oculus – und was passiert, wenn es regnet

Ein Sonnenstrahl aus dem Oculus fällt auf die kassettierte Decke des Pantheons
Foto: NormanB, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Im Zentrum der Kuppel klafft eine neun Meter große runde Öffnung, die Oculus (Auge) genannt wird. Diese Öffnung war nie durch irgendetwas abgedeckt und ist bis heute die einzige natürliche Lichtquelle im gesamten massiven Bauwerk – was eine absolut mystische Atmosphäre erzeugt. Im Tagesverlauf wandert ein Sonnenstrahl langsam über die Kassettendecke und die Wände des Tempels und wirkt wie eine riesige Sonnenuhr, die Erde und Himmel verbindet.

Die häufigste Frage jedes Besuchers: Was passiert, wenn es in Rom regnet? Das Wasser fällt durch den Oculus tatsächlich direkt auf den Marmorbo­den – ein besonders bei schweren römischen Gewittern faszinierendes Schauspiel. Viele vermuten, dass sich dann eine riesige Pfütze bildet, aber die antiken Baumeister hatten auch daran gedacht.

Der Boden des Pantheons ist nämlich nicht völlig eben, sondern leicht gewölbt und geneigt. Direkt unter dem Oculus befinden sich im Marmor kaum sichtbare Löcher und Kanäle, die das Regenwasser sofort in ein ausgeklügeltes unterirdisches Drainagesystem ableiten. Eine zweitausend Jahre alte Technik, die bis heute einwandfrei funktioniert und das Innere trocken hält.

3. Geschichte und Hadrians Vermächtnis

Korinthische Kapitelle der antiken Säulen des Pantheon-Portikus
Foto: Nicholas Hartmann, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Wenn ihr auf die Fassade des Tempels blickt, seht ihr die große lateinische Inschrift „M. AGRIPPA L. F. COS. TERTIUM FECIT“, was übersetzt bedeutet, dass Marcus Agrippa das Bauwerk errichtet hat. Diese Inschrift ist jedoch sehr irreführend, denn Agrippas ursprünglicher Tempel von 27 v. Chr. war längst einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen. Die heutige Gestalt, die wir heute bewundern, geht auf Kaiser Hadrian zurück, der das Gebäude um 126 n. Chr. neu errichtete.

Hadrian war ein glühender Bewunderer griechischer Architektur und hat sehr wahrscheinlich selbst am Entwurf dieses außergewöhnlichen Bauwerks mitgewirkt. Aus Respekt vor dem ursprünglichen Bauherrn ließ er jedoch Agrippas Namen an der Fassade anbringen – was Historiker über Jahrhunderte hinweg in die Irre führte, bis Archäologen die Ziegel untersuchten und ihr wahres Alter feststellten. Ursprünglich war der Tempel allen olympischen Göttern geweiht (aus dem Griechischen: pan-theos).

Der Bau des Portikus – also des riesigen vorderen Säulenbereichs – war das logistische Meisterwerk seiner Zeit. Die sechzehn massiven Granitsäulen mussten die Römer aus Steinbrüchen im fernen Ägypten herbeischaffen, den Nil hinunter verschiffen, über das Mittelmeer transportieren und schließlich den Tiber flussaufwärts schleppen. Jede Säule wiegt unglaubliche sechzig Tonnen und musste mit absoluter Präzision aufgestellt werden.

4. Wie aus einem Göttertempel eine christliche Kirche wurde

Hauptaltar und goldene Apsis der christlichen Kirche unter der Kuppel des Pantheons
Foto: Jebulon, CC0, Wikimedia Commons

Während die meisten antiken Denkmäler Roms (einschließlich des nahe gelegenen Forum Romanum) in Trümmern versanken oder als billiger Baustofflieferant dienten, überlebte das Pantheon nahezu unversehrt. Seine Rettung lag in einem ausgesprochen pragmatischen Schritt zu Beginn des 7. Jahrhunderts, als der byzantinische Kaiser Phokas das Gebäude Papst Bonifatius IV. schenkte.

Der Papst ließ alle heidnischen Statuen entfernen und weihte das Gebäude 609 feierlich als christliche Kirche, die der Jungfrau Maria und den Märtyrern geweiht wurde (Santa Maria ad Martyres). Genau diese Weihe rettete das Bauwerk vor dem Abbruch, denn eine christliche Kirche zu zerstören galt als schwere Sünde. Der Legende nach sollen beim Weiheakt Dämonen durch die Deckenöffnung entflohen sein, die bis dahin im heidnischen Tempel gehaust hatten.

Dennoch blieb das Pantheon nicht völlig von Verlusten verschont: Papst Urban VIII. aus dem Geschlecht der Barberini ließ im 17. Jahrhundert die Bronzeverkleidung des Portikus entfernen. Dieses kostbare antike Bronze verwendete der geniale Bildhauer Bernini für den Guss des berühmten Baldachins im Petersdom – woraus das bekannte römische Sprichwort entstand: „Was die Barbaren nicht taten, taten die Barberini.“

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5. Das Grabmal des Renaissance-Genies Raffael

Das Grabmal des Malers Raffael mit Marmormadonna im Pantheon
Foto: Fallaner, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Das Pantheon dient nicht nur als Kirche und architektonisches Meisterstück, sondern ist auch einer der renommiertesten Begräbnisorte ganz Italiens. Das meistbesuchte Grabmal ist zweifellos die letzte Ruhestätte von Raffael Santi, einem der größten Meister der italienischen Renaissance, der 1520 im Alter von nur siebenunddreißig Jahren starb.

Raffael war vom Pantheon so fasziniert, dass er in seinem Testament ausdrücklich wünschte, genau unter dieser überwältigenden Kuppel begraben zu werden. Seinen Marmorsarkophag findet ihr in einer der Nischen auf der linken Seite. Er ist mit einem wunderschönen lateinischen Epitaph des Dichters Pietro Bemba versehen, das übersetzt lautet: „Hier liegt Raffael, bei dessen Leben die Natur fürchtete, überwunden zu werden, und bei dessen Tod befürchtete, mit ihm zu sterben.“

Unweit des genialen Malers ruht auch seine Verlobte Maria Bibbiena, die er nie heiraten konnte. 💡 Tipp: Wenn ihr Raffaels Grabmal besucht, nehmt am besten einen Reiseführer auf dem Handy mit – das Grabmal ist recht unscheinbar und viele Besucher gehen daran in dem riesigen Raum voller Statuen und Nischen achtlos vorbei.

6. Die Ruhestätte der italienischen Könige

Das Grabmal des italienischen Königs Viktor Emanuel II. im Pantheon
Foto: Jebulon, CC0, Wikimedia Commons

Neben Renaissancekünstlern wurde das Pantheon nach der Einigung Italiens im 19. Jahrhundert auch zur letzten Ruhestätte des Königshauses Savoyen. Gleich gegenüber dem Eingang beeindruckt das mächtige Grabmal des ersten Königs des vereinten Italiens, Viktor Emanuel II., der den Titel Vater des Vaterlandes (Padre della Patria) trägt.

Sein Grabmal wird ständig von freiwilligen Veteranen bewacht und mit einem massiven bronzenen Adler geschmückt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Kirche ruht sein Nachfolger, König Umberto I., der 1900 ermordet wurde, sowie seine sehr beliebte Gemahlin, Königin Margherita – nach der angeblich die berühmte neapolitanische Pizza benannt ist.

Die Präsenz der Königsgräber verleiht dem Ort eine besondere, sehr patriotische Note – häufig sieht man italienische Familien, die Blumen niederlegen. Interessanterweise wurden keine weiteren italienischen Könige hier beigesetzt, da Italien nach dem Zweiten Weltkrieg die Monarchie abschaffte und die königliche Familie ins Exil musste.

7. Piazza della Rotonda und der Renaissance-Brunnen

Der Renaissance-Brunnen mit Obelisk auf der Piazza della Rotonda vor dem beleuchteten Pantheon
Foto: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der Platz vor dem Pantheon, die Piazza della Rotonda, ist ein Kapitel für sich und pulsiert vom frühen Morgen bis tief in die Nacht. In der Mitte steht ein wunderschöner Renaissance-Brunnen, entworfen von Giacomo della Porta, aus dessen Mitte ein originaler ägyptischer Obelisk aus der Zeit des Pharaos Ramses II. emporragt.

Der Platz ist von pastellfarbenen Palazzi und historischen Cafés gesäumt, aus denen das echte filmreife Italien herausduftet. Ich muss euch jedoch vor den Restaurants direkt auf dem Platz warnen – sie sind ein Lehrbuchbeispiel für Touristenfallen, in denen ihr astronomische Preise für durchschnittliches Essen zahlt und die Kellner euch aktiv von der Straße hereinlocken.

Wenn ihr die Atmosphäre des Ortes genießen wollt, ohne euer Budget zu sprengen, macht es wie die Einheimischen: Holt euch einen ausgezeichneten Kaffee in der legendären nahe gelegenen Rösterei Tazza d’Oro und trinkt ihn im Stehen an der Bar, oder setzt euch auf die Treppenstufen des Brunnens und beobachtet das unglaubliche Treiben der Menschen aus aller Welt unter dem Dach der antiken Säulen.

8. Eintritt, Reservierung und neue Regeln

Das Tympanon des Pantheons mit der lateinischen Inschrift M. AGRIPPA über den Säulen
Foto: Nicholas Hartmann, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Jahrzehntelang galt: Der Eintritt ins Pantheon war kostenlos und jederzeit möglich – ideal zum Schutz vor Regen oder Sommerhitze. Seit 2023 haben sich die Regeln jedoch grundlegend geändert: Der Eintritt kostet 5 €, und das italienische Kulturministerium plant ab dem 1. Juli 2026 eine weitere Erhöhung auf 7 €.

Karten können an der Tageskasse vor Ort gekauft werden, doch in der Hauptsaison zieht sich die Schlange quer über den gesamten Platz – ihr steht dann minutenlang in der prallen Sonne. An Wochenenden und Feiertagen ist eine Online-Vorabreservierung über das offizielle Ministeriumsportal ohnehin Pflicht – ohne sie kommt ihr nicht hinein, auch wenn es drinnen halb leer wäre.

Jugendliche unter 18 Jahren haben zwar weiterhin freien Eintritt und es gibt ermäßigte Tarife für Studenten, aber auch sie müssen ihr kostenloses Ticket vorab reservieren. Die Einführung der Gebühr soll die teure Instandhaltung dieses einzigartigen Bauwerks mitfinanzieren – für Besucher bedeutet das jedoch, dass sie ihren Aufenthalt im Stadtzentrum von Rom deutlich besser zeitlich planen müssen.

9. Anreise zum Pantheon und Zeitplanung

Blick vom Portikus des Pantheons durch die Säulen auf den von Besuchern belebten Platz
Foto: Erik Drost, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Die Orientierung im historischen Stadtkern Roms, dem sogenannten Centro Storico, kann für Erstbesucher mitunter knifflig sein – das GPS-Signal geht in den engen Gassen zwischen hohen Palazzi oft verloren. Es gibt keine U-Bahn-Linie zum Pantheon, und auch mit dem Bus kommt ihr nicht direkt hin, da das gesamte Gebiet nur Fußgängern und Anwohnern mit Genehmigung vorbehalten ist.

Der beste Weg dorthin ist schlicht und ergreifend zu Fuß von den umliegenden großen Plätzen. Vom Trevi-Brunnen oder der Piazza Navona sind es in zügigem Schritttempo etwa fünf bis zehn Minuten – diese drei Sehenswürdigkeiten lassen sich daher ideal zu einem Vormittags- oder Abendspaziergang kombinieren.

Für die eigentliche Besichtigung des Pantheons braucht ihr nicht viel Zeit, denn es handelt sich um einen einzigen großen, offenen Raum ohne versteckte Zimmer oder Galerien. Ihr verbringt wahrscheinlich 20 bis 30 Minuten im Inneren – genug, um die Grabmäler in Ruhe zu betrachten, den Oculus zu fotografieren und die überwältigende Atmosphäre in sich aufzunehmen. Diese Sehenswürdigkeit lässt sich gut zwischen andere Stadtbummel einschieben.

10. Praktische Tipps, Dresscode und kostenloses Trinkwasser

Detail des Wasserspeiers am Renaissance-Brunnen mit Trinkwasser auf der Piazza della Rotonda
Foto: Nicholas Hartmann, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Dieser Punkt wird von überraschend vielen Besuchern unterschätzt – und führt dann zu unangenehmen Überraschungen. Auch wenn das Pantheon ein antikes Bauwerk ist, handelt es sich offiziell um eine geweihte katholische Kirche – hier gelten dieselben strengen Dresscode-Regeln wie im Vatikan und anderen italienischen Basiliken.

Sowohl Männer als auch Frauen müssen unbedingt Schultern und Knie bedecken – Trägershirts oder kurze Shorts kommen hier nicht durch. Der Sicherheitsdienst an der Tür ist kompromisslos und schickt euch auch mit gültigem Ticket erbarmungslos wieder hinaus. Legt im heißen Sommer unbedingt ein leichtes Tuch (zum Beispiel einen Pashmina-Schal) in den Rucksack, mit dem ihr euch vor dem Eingang schnell die Schultern bedecken könnt.

Wenn euch beim Stadtbummel der Durst packt, kauft bloß kein überteutertes Wasser in Plastikflaschen von den Straßenhändlern, die sich unaufhörlich an euch heranmachen. Rund um den Platz findet ihr mehrere öffentliche gusseiserne Trinkbrunnen, die sogenannten Nasoni – aus ihnen fließt ununterbrochen eiskaltes, sauberes und völlig trinkbares Wasser kostenlos. Eine eigene leere Flasche reicht völlig aus.

Wohin nach dem Pantheon?

Spaziergang entlang des Tibers in Rom

Wie bereits erwähnt, ist das historische Zentrum kompakt und die größten Highlights liegen buchstäblich nur ein paar hundert Meter voneinander entfernt. Direkt nach der Besichtigung des Pantheons macht ihr euch am besten durch die engen Gassen auf zur Piazza Navona, wo Berninis atemberaubender Vierströmebrunnen wartet und Straßenkünstler für lebhafte Atmosphäre sorgen. Biegt in die Seitengassen Richtung Campo de‘ Fiori ab und gönnt euch zum Mittagessen eine traditionelle Pizza bianca zum Mitnehmen oder ausgezeichnete vegetarisch gebratene Artischocken.

In die andere Richtung, nur wenige Gehminuten vom Pantheon entfernt, wartet der berühmte Trevi-Brunnen. Lukáš und ich kommen hier gern am späten Nachmittag vorbei, aber beachtet: Seit 2026 gilt eine neue Gebühr von 2 € für den Zugang direkt zum Brunnenbecken, der über Drehkreuze geregelt wird. Wer nicht zahlen möchte, kann ihn weiterhin kostenlos von der oberen Ebene des Platzes aus bewundern. Ebenfalls in der Nähe befinden sich die elegante Spanische Treppe – passt dort aber unbedingt auf Trickbetrüger mit Rosen und Armbändern auf.

Wer das Zentrum abgehakt hat, kann über den Tiber über die Engelsbrücke Richtung Vatikan aufbrechen. Unterwegs lohnt ein Stopp an der imposanten Engelsburg, von der aus man einen wunderbaren Blick über die ganze Stadt hat. Wer lieber in die Antike eintauchen möchte, steuert südlich das Forum Romanum und das Kolosseum an – das ist aber mindestens noch einmal ein halber Vormittag für sich.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich die Tickets für das Pantheon im Voraus kaufen?

Unter der Woche könnt ihr die Tickets vor Ort kaufen, in der Saison müsst ihr aber mit sehr langen Warteschlangen in der Sonne rechnen. An Wochenenden und an italienischen Feiertagen ist die Online-Reservierung im Voraus absolut verpflichtend, ohne sie lässt man euch überhaupt nicht in den Tempel, deshalb empfehlen wir, die Tickets immer rechtzeitig über die offizielle Website zu kaufen.

Was passiert im Inneren des Pantheons, wenn es regnet?

Das Wasser fällt durch die neun Meter große Öffnung (das Oculus) im Dach direkt in die Mitte des Tempels auf den Marmorboden, was ein faszinierendes Schauspiel ist. Ihr müsst aber keine Angst haben, durch Pfützen waten zu müssen, denn der Boden ist leicht gewölbt und das Wasser fließt sofort in das zweitausend Jahre alte, perfekt funktionierende unterirdische Drainagesystem ab.

Gibt es im Pantheon einen Dresscode?

Ja, und er ist sehr streng. Obwohl es sich um ein antikes Bauwerk handelt, ist das Pantheon eine geweihte katholische Kirche (der Jungfrau Maria und der Märtyrer). Alle Besucher müssen Schultern und Knie bedeckt haben, also sind keine Trägertops oder kurzen Shorts erlaubt, sonst weist euch das Sicherheitspersonal zurück auf die Straße.

Kann man am Eingang und in der Umgebung mit Karte bezahlen?

Italien hat in den letzten Jahren bei den bargeldlosen Zahlungen einen riesigen Sprung gemacht und mit Karte bezahlt ihr sowohl die Eintrittskarten als auch den Kaffee in den umliegenden Lokalen. Habt aber immer ein paar Kleinmünzen im Wert von 10 und 20 Cent bei euch, die sich als Trinkgeld für den Barista oder für die Benutzung der öffentlichen Toiletten im Zentrum eignen.

Wie viel Zeit sollte ich für die Besichtigung einplanen?

Das Pantheon ist ein einziger riesiger offener Raum und hat keine Seitengalerien oder ein für die Öffentlichkeit zugängliches Untergeschoss. Die eigentliche Besichtigung nimmt euch etwa 20 bis 30 Minuten in Anspruch, in denen ihr in Ruhe die Kuppel fotografieren, Raffaels Grab betrachten und diese unglaubliche Atmosphäre des antiken Roms aufsaugen könnt.

Darf ich einen Rucksack und eine Wasserflasche mit hineinnehmen?

Ein gewöhnlicher Stadtrucksack oder eine Handtasche stellen kein Problem dar, und ihr dürft auch eine Wasserflasche mitnehmen, die ihr zuvor an den Trinkbrunnen auf dem Platz auffüllt. In den Tempel lässt man euch aber nicht mit voluminösen Rucksäcken, Koffern oder Glasflaschen hinein, denn am Eingang findet eine stichprobenartige Sicherheitskontrolle statt.

Ist das Pantheon barrierefrei?

Ja, der Zugang vom Platz Piazza della Rotonda ist barrierefrei und erfordert kein Überwinden komplizierter Treppen. Im Inneren ist das Gelände eben (mit einem leichten Gefälle wegen des Wasserablaufs), sodass sich hier sowohl Besucher im Rollstuhl als auch Familien mit Kinderwagen problemlos bewegen können.

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