Petřín Prag – das ist eines der ikonischsten Ziele der tschechischen Hauptstadt und gleichzeitig das größte zusammenhängende Grüngebiet mitten im Stadtzentrum. Der Hügel erhebt sich über Malá Strana auf 327 Meter und bietet eine Kombination, die anderswo kaum zu finden ist: einen Aussichtsturm nach Vorbild des Eiffelturms, ein Spiegellabyrinth, eine Seilbahn, Rosengärten und die mittelalterliche Hungermauer. Und das alles nur wenige Gehminuten von der Karlsbrücke entfernt.
Petřín hat die erstaunliche Fähigkeit, seine Atmosphäre je nach Höhenlage und Jahreszeit völlig zu verändern. Unten am Újezd wirkt er wie ein belebter Stadtpark, doch sobald man zur Sternwarte hinaufsteigt, verstummt der Lärm der Straßenbahnen – man hört nur noch das Rascheln der Blätter und das leise Klingeln der Seilbahn.
Und er funktioniert für jeden ganz anders: Fotografen kommen für neblige Morgenstunden und Ausblicke auf die Dächer von Malá Strana, verliebte Paare für Sonnenuntergänge, Familien mit Kindern für das Labyrinth und die Seilbahn. In diesem Reiseführer findest du alles Wichtige: was auf Petřín wirklich einen Besuch wert ist, was es kostet und wie du lange Schlangen umgehst.

Zusammenfassung
Ich weiß, dass beim Reisen mit kleinen Kindern oder beim schnellen Wochenendplanen beim Morgenkaffee nicht immer Zeit ist, lange Texte zu wälzen. Deshalb habe ich die wichtigsten praktischen Infos direkt hierher an den Anfang gezogen – damit du das Wesentliche sofort zur Hand hast.
Du findest hier kurze Preisangaben, Öffnungszeiten und die schönsten Ecken. Und wenn dich ein Punkt näher interessiert, scrollst du einfach ein Stück nach unten in den jeweiligen Abschnitt.
- Der Petřín-Aussichtsturm hat 299 Stufen – der Eintritt kostet 2026 regulär ca. 9 € (Aufzug gegen Aufpreis).
- Die Seilbahn auf den Petřín akzeptiert keine gewöhnlichen Einzelfahrscheine (30 oder 90 Minuten); du brauchst ein Spezialticket für ca. 2,50 € oder eine 24-Stunden-Netzkarte.
- Das Spiegellabyrinth ist ein idealer Stopp für Familien mit kleinen Kindern – der Rundgang dauert etwa 15 bis 20 Minuten.
- Den besten kostenlosen Ausblick auf die Prager Burg findest du auf dem Weg von der Seilbahnstation Nebozízek in Richtung Strahover Kloster.
- Die Štefánik-Sternwarte bietet bei klarem Wetter Sonnenbeobachtungen (Sonnenflecken, Protuberanzen) und abends Blicke auf Planeten und den Mond.
- Der Rosengarten auf dem Gipfel des Hügels beherbergt über 8.000 Rosenbüsche und ist eines der ruhigsten Picknick-Plätzchen im Stadtzentrum.
- Wer mit einem Kinderwagen unterwegs ist, sollte die Haupttreppe vom Újezd meiden und stattdessen den asphaltierten Weg vom Pohořelec entlang des Strahover Klosters nutzen.
- Die Hungermauer ist kein bloßer Mythos aus dem Geschichtsunterricht – am beeindruckendsten wirkt sie im unteren Teil des Kinský-Gartens.
- Das hölzerne Kirchlein St. Michael, das im Oktober 2020 abbrannte, erwacht langsam wieder zum Leben; die Umgebung hat eine eindringliche, melancholische Atmosphäre.
- Ein frühmorgendlicher Besuch (gegen neun Uhr) erspart dir stundenlange Wartezeiten an der Seilbahn und an den Labyrinth-Kassen.
Wann lohnt sich ein Besuch auf dem Petřín?
Das hängt davon ab, was du dir von deinem Ausflug erhoffst. Der Hügel kann an ein und demselben Tag sowohl ein Paradies als auch ein touristisches Nadelöhr sein – manchmal liegt beides nur wenige Stunden auseinander. Während die Innenstadt konstant belebt ist, verhält sich Petřín etwas anders: Im April herrscht morgens fast vollkommene Stille, doch im Juli kann die Schlange an der Seilbahn um die Mittagszeit schon mal eine Stunde lang sein. Schau vor dem Aufbruch in die Wettervorhersage und überlege ehrlich, wie sehr dich Menschenmassen stören – alle wollen denselben Ausblick.
Frühlingsblüte und laue Sommerabende
Der Mai auf dem Petřín ist ein wahres Augenfest – aber du bist nicht der Einzige, der das weiß. Blühende Kirsch- und Apfelbäume im Seminářská-Garten ziehen Fotografen, verliebte Paare und Familien in Scharen an. Wenn du die Blütenpracht für dich haben möchtest, gehe im April oder an einem Werktag im Mai gegen sieben Uhr morgens dorthin.
Die Sommermonate laden zu langen Abenden ein. Im Juli und August ist es hier angenehmer als auf dem heißen Kopfsteinpflaster der Altstadt. Das dichte Blätterdach alter Eichen und Buchen funktioniert wie eine natürliche Klimaanlage – die Temperatur liegt hier oft mehrere Grad niedriger. Am schönsten ist es, eine Decke mitzunehmen und sich bei Sonnenuntergang ins Gras zu legen, wenn sich der Park angenehm leert.
Herbstliche Melancholie und winterliche Einsamkeit
Die allerbeste Reisezeit ist der Übergang von Oktober zu November. Goldrot gefärbte Blätter fallen von den Laubbäumen, die Luft duftet nach feuchter Erde, und Morgennebel wälzt sich träge über die Hungermauer. Das ist genau die richtige Zeit zum Fotografieren oder einfach für einen stillen Spaziergang mit einem Becher heißen Kaffees, während das gefallene Laub unter den Füßen raschelt.
Der Winter hat auf dem Petřín einen ganz eigenen, rauhen Charakter. Wenn Schnee fällt, verwandeln sich die Hänge in improvisierte Rodelstrecken, die Gärten sind nahezu leer und in den Berggasthäusern bekommt man problemlos einen Tisch ohne Reservierung. Der Aussichtsturm ragt in einen bleigrauen Himmel, und durch die kahlen Äste öffnen sich endlich Ausblicke, die im Rest des Jahres hinter einer Wand aus Laub verborgen bleiben.
Wo übernachten
Wenn du für ein Wochenende nach Prag kommst und nah am Zentrum sowie am Petřín wohnen möchtest, ist das The Julius Hotel am Senovážné náměstí eine ausgezeichnete Wahl. Es bietet geräumige Apartments mit separatem Schlafzimmer und voll ausgestatteter Küche – ideal besonders für Familien mit Kindern. Von dort kommst du ganz unkompliziert zum Petřín: Nur ein paar Minuten zur Straßenbahn an der Jindřišská, und die Linie 9 bringt dich direkt zur Haltestelle Újezd am Fuß des Hügels. Wer Komfort, Design und eine clevere Lage sucht, reserviert hier über Booking.com.
Das Hotel ist außerdem barrierefrei zugänglich und damit auch für Familien mit Kinderwagen geeignet. Und nach einem langen Tag voller Prager Hügel ist es ein echtes Vergnügen, in wirklichen Komfort zurückzukehren.
Was du auf dem Petřín sehen und erleben kannst
Petřín ist kein einzelner Park, sondern ein weitläufiges Geflecht aus Gärten, historischen Sehenswürdigkeiten und versteckten Aussichtspunkten, das sich von Malá Strana bis nach Strahov erstreckt – wobei jede Ecke ihre eigene Stimmung und Geschichte hat. Hier lässt sich leicht ein halber Tag verbringen, ohne denselben Ort zweimal zu betreten.
Ich habe dir eine Liste der Orte zusammengestellt, die meiner Meinung nach ein Muss sind. Natürlich wirst du mit einem Kleinkind oder bei einem romantischen Ausflug nicht alles auf einmal schaffen – aber du kannst zumindest das heraussuchen, was dich gerade am meisten anzieht.
Petřín-Aussichtsturm

Wenn man „Petřín“ sagt, denken die meisten sofort an dieses 65 Meter hohe Stahlgerippe. Es wurde 1891 anlässlich der Landesjubiläumsausstellung errichtet und ließ sich vom Pariser Eiffelturm inspirieren. Um ehrlich zu sein: Der Vergleich hinkt auf beiden Beinen, aber das nimmt dem Turm nichts von seinem Charme. Aus den Stahlplatten strömt Geschichte, und bei starkem Wind kann man oben spüren, wie sich die ganze Konstruktion leicht wiegt.
Nach oben führen 299 Stufen, die sich um einen Mittelschaft winden. Der Ausblick von der oberen Plattform ist objektiv einer der besten in Prag: Bei klarem Wetter sieht man das gesamte Prager Becken. Wer unter Höhenangst leidet, wird das offene Treppenhaus nicht unbedingt genießen – aber die Mühe lohnt sich. Tickets und aktuelle Infos findest du auf der offiziellen Website von Prague City Tourism.
- Eintritt: ca. 9 € Erwachsene, ca. 6 € ermäßigt (Preise 2026).
- Aufzug: Gegen Aufpreis von ca. 6 € verfügbar – ideal für Senioren oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität (Kinderwagen passen nur zusammengeklappt und nach vorheriger Absprache in den Aufzug; besser unten lassen).
- Öffnungszeiten: Ganzjährig; in der Hauptsaison (April–September) täglich von 9:00 bis 20:30 Uhr.
- Anfahrt: Mit der Seilbahn bis Station Petřín, oder zu Fuß vom Pohořelec.
💡 Tipp: Vermeide den Aussichtsturm zwischen elf und drei Uhr nachmittags, wenn große Reisegruppen ankommen. Wer gleich um neun Uhr morgens da ist, hat Treppe und Aussichtsplattform fast für sich allein.
Spiegellabyrinth Petřín

Direkt neben dem Aussichtsturm steht ein Gebäude, das auf den ersten Blick wie eine kleine mittelalterliche Burg aussieht. Dabei handelt es sich um einen Pavillon, der ursprünglich auf dem Ausstellungsgelände in Holešovice stand und zwei Jahre später auf den Petřín versetzt wurde. Die Fassade ahmt das gotische Špička-Tor auf dem Prager Vyšehrad nach. Im Inneren erwartet dich ein System aus Spiegeln, das die Illusion endloser Gänge erzeugt.
Am Ende des Labyrinths erwartet dich ein riesiges Panoramadiorama, das den Kampf der Prager gegen die Schweden auf der Karlsbrücke im Jahr 1648 darstellt. Und im letzten Raum befindet sich eine Lachspiegelgalerie mit verzerrten Spiegeln. Für Erwachsene ist das eine Angelegenheit von zehn Minuten und mag vielleicht wie eine touristische Kitschattraktion wirken – für Kinder ist es aber ein faszinierender Ort. Sie können hier leicht eine halbe Stunde verbringen, denn Spiegel, die die Beine verlängern, hören einfach nicht auf, sie zu begeistern. Mehr Details gibt es auf der Website des Labyrinths.
- Eintritt: ca. 5 € Erwachsene, ca. 3 € ermäßigt. Es gibt auch ein vorteilhaftes Kombiticket mit dem Aussichtsturm.
- Öffnungszeiten: Gleich wie beim Aussichtsturm.
- Anfahrt: Direkt neben der Endstation der Seilbahn.
💡 Tipp: Der Boden im Labyrinth ist oft ziemlich rutschig – besonders im Herbst oder Winter, wenn Besucher Feuchtigkeit von draußen reinbringen. Mit kleinen Kindern am besten die Hand halten, damit sie in der Begeisterung nicht gegen einen Spiegel laufen.
Seilbahn auf den Petřín

Das ist wohl das beliebteste Verkehrsmittel Prags, das nicht primär zum Pendeln dient. Die ursprüngliche Seilbahn von 1891 funktionierte nach dem Wasserballastprinzip: In den Tank des oberen Wagens wurde Wasser gefüllt, wodurch er schwerer wurde und den unteren Wagen hochzog. Heute ist sie natürlich elektrifiziert.
Rosengarten und Květnice

Sobald du aus der Seilbahn steigst und Richtung Sternwarte gehst, stößt du auf den weitläufigen Rosengarten. Er wurde in den 1930er-Jahren angelegt und beherbergt heute über achttausend Rosenbüsche in den unterschiedlichsten Sorten. Ein Stück weiter liegt die intimere Květnice, ein eingezäunter Garten voller Stauden und Kräuter, der für die Öffentlichkeit nur zu bestimmten Stunden geöffnet ist.
Dieser Ort ist der absolute Ruhepol auf dem gesamten Petřín und ideal für ein Picknick. Einfach eine Decke einpacken, unten in Malá Strana – etwa in einem der Cafés nahe der Karlsbrücke – Sandwiches und Kaffee in einer Thermoskanne besorgen und für ein paar Stunden abschalten. Anders als die steilen Hänge unterhalb der Hungermauer ist dieses Hochplateau schön eben und mit reichlich Bänken ausgestattet.
- Eintritt: Die Gärten sind frei und kostenlos zugänglich.
- Öffnungszeiten: Der Rosengarten ist rund um die Uhr geöffnet; die Květnice hat in der Sommersaison begrenzte Öffnungszeiten (Tageslicht).
- Anfahrt: Obere Seilbahnstation oder zu Fuß vom Strahover Kloster.
💡 Tipp: Am intensivsten duften die Rosen Mitte Juni nach einem Morgenregen. Wer einen Ort zum ruhigen Lesen sucht, geht bis ans Ende des Gartens nahe den Stadtmauern – dorthin verirren sich die meisten Touristen nicht.
Die Hungermauer

Wenn du vom anderen Moldauufer auf den Petřín blickst, fällt dir unweigerlich jene zinnenbewehrte Steinlinie auf, die den Hügel von oben nach unten durchzieht. Diese mächtige Befestigungsmauer ließ Karl IV. in den Jahren 1360 bis 1362 errichten. Der Name geht auf eine Legende zurück, der zufolge der Kaiser den Bau in Auftrag gab, um der Prager Armenbevölkerung während einer Hungersnot Arbeit und damit ein Einkommen zu verschaffen.
In Wirklichkeit war es ein rein strategischer Schritt zur Erweiterung der Stadtbefestigung, die Malá Strana vor Angriffen aus dem Westen schützen sollte. Die Mauer besteht aus lokalem Pläner und zieht sich noch heute über mehr als einen Kilometer. Entlang der Mauer verlaufen mehrere Wege und Durchgänge, durch die man zwischen den einzelnen Petřín-Gärten wechseln kann – eine wunderbar geheimnisvolle Atmosphäre.
- Eintritt: Kostenlos, da es sich um eine frei zugängliche Anlage im Park handelt.
- Anfahrt: Die Mauer zieht sich quer durch den ganzen Hügel; am besten erreichbar von der Station Nebozízek oder vom Kinský-Garten.
💡 Tipp: Wer die Mauer ohne störende moderne Bebauung im Hintergrund fotografieren möchte, findet den besten Winkel im unteren Teil des Kinský-Gartens nahe des Holzkirchlein. Hier wirkt die Mauer am mächtigsten, umgeben nur von alten Bäumen.
Das Holzkirchlein St. Michael

Dieser Ort hat eine sehr bewegte Geschichte. Die orthodoxe Blockbaukirche des Erzengels Michael stammte aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und wurde 1929 als Geschenk an Prag aus der Karpatenukraine in den Kinský-Garten auf dem Petřín versetzt. Sie war ein unglaublich fotogenes Stück Volksarchitektur mit Schindeldach und drei Türmchen.
Leider brannte das Kirchlein im Oktober 2020 bis auf die Grundmauern nieder. Ein herber Verlust. Im Jahr 2026 erwacht der Ort nun langsam wieder zum Leben – es laufen Arbeiten an einer originalgetreuen Kopie. Auch wenn das ursprüngliche Bauwerk nicht mehr in voller Pracht dasteht, hat dieser Ort nach wie vor eine unglaublich eindringliche, fast melancholische Atmosphäre, die nur der Gesang der Vögel unterbricht.
- Eintritt: Der Ort ist vom Weg aus frei zugänglich, der Innenbereich ist wegen der Rekonstruktion nicht betretbar.
- Öffnungszeiten: Der Park ist jederzeit geöffnet.
- Anfahrt: Zu Fuß vom Kinský-Platz (Straßenbahnhaltestelle Švandovo divadlo) steil bergauf.
💡 Tipp: Setz dich auf die Bank oberhalb des Kirchleins. Es ist einer der stillsten Orte in ganz Prag – kaum Stadtlärm dringt hierher, ideal für einen Moment der Besinnung oder Ruhe beim Aufstieg.
Aussichtspunkt und Restaurant Nebozízek

Nebozízek liegt genau in der Mitte des Hügels und ist ein strategischer Anlaufpunkt. Früher stand hier eine Weinkelter und ein Ausflugsgasthaus, das im 19. Jahrhundert die Prager Gesellschaft anzog. Heute befinden sich hier ein Restaurant und ein Hotel. Ehrlich gesagt: Die Preise im Restaurant spiegeln wider, dass du an einem der exklusivsten Aussichtspunkte Europas sitzt – für ein alltägliches Abendessen ist das also nichts.
Völlig kostenlos ist dafür die Aussichtsterrasse direkt unterhalb des Restaurants. Der Blick von hier ist womöglich noch besser als vom Aussichtsturm, weil man näher an der Stadt ist und die Details der Dächer von Malá Strana und die Fassaden der Ufergebäude besser erkennen kann. Wer zudem zur goldenen Abendstunde kommt, verliebt sich von neuem in Prag.
- Eintritt: Der Aussichtspunkt ist kostenlos.
- Anfahrt: Seilbahnstation Nebozízek oder zu Fuß auf dem Asphaltweg vom Újezd.
💡 Tipp: Wenn du hier nur einen Kaffee trinken möchtest, ohne Restaurantpreise zu zahlen: Ein Stück unterhalb von Nebozízek gibt es im Sommer oft kleine Imbissstände, wo du ein ordentliches Espresso to go bekommst und dich damit auf eine Mauer setzen kannst.
Wo essen auf dem Petřín
Beim Essen auf dem Petřín ist etwas Vorsicht geboten. Du befindest dich in einer der meistbesuchten Touristenlagen der Stadt – da gibt es jede Menge Stände mit überteuerten Trdelníks oder Würstchen im Brötchen. Dennoch lässt es sich hier durchaus gut essen, wenn du weißt, wo und was du erwarten kannst.
Die beste Strategie ist meiner Meinung nach entweder ein eigenes Picknick oder eine Reservierung in ausgewählten Lokalen, bei denen man zwar für den Ausblick mitbezahlt – aber es sich lohnt.
Petřínské Terasy
Dieses Restaurant liegt in einem Hang mitten im Seminářská-Garten und darf wohl das zauberhafteste Freiluftrestaurant Prags von sich behaupten. Wenn möglich, ergattern einen Tisch möglichst nah am Terrassenrand – von dort hat man einen unverstellten Blick auf die Prager Burg und die roten Dächer von Malá Strana.
Serviert wird traditionelle tschechische Küche; die Preise sind zwar höher, aber angesichts der Lage noch vertretbar. Vegetarier haben eine etwas eingeschränktere Auswahl, aber gegrillter Hermelín-Käse oder ein guter Salat helfen immer weiter. An einem Sommersamstag unbedingt im Voraus reservieren – sonst wird es nichts.
Eigenes Picknick aus Malá Strana
Wer Kinder dabei hat und sie nicht in den engen Gängen eines gehobenen Restaurants bändigen möchte, für den ist ein Picknick mit Abstand die beste Lösung. Einfach unten in Malá Strana in einem der Cafés nahe der Karlsbrücke guten Kaffee und ein paar belegte Brote kaufen.
Eine große Decke einpacken und ab in den Rosengarten oder in den Kinský-Garten. Die Kinder können im Gras toben, man selbst genießt die volle Freiheit – und ein Mittagessen mit Blick in die Wipfel jahrhundertealter Bäume hat einfach viel mehr Charme als ein steifes Restaurant.
Petřín mit Kindern (und Kinderwagen)

Mit einem Kinderwagen liest sich die Karte des Petřín ganz anders. Kopfsteinpflaster und enge Treppenschluchten, die ein Fußgänger kaum wahrnimmt, sind mit einem Kinderwagen schlichtweg nicht machbar. Wer mit Kinderwagen kommt, hat im Grunde zwei vernünftige Möglichkeiten, nach oben zu gelangen.
Die Seilbahn ist die erste Option – aber wie erwähnt: Schlangen einplanen, und das Personal kann bei vollem Wagen darum bitten, den Kinderwagen zusammenzuklappen. Die zweite, deutlich zuverlässigere Variante ist die Straßenbahn Linie 22 bis zur Haltestelle Pohořelec. Von dort führt ein schöner, leicht ansteigender Asphaltweg entlang des Strahover Klosters direkt zum Rosengarten. Den schaffst du auch mit einem schweren Sportkinderwagen, ohne oben außer Atem zu sein.
Für Kinder ist der Petřín ein absolutes Highlight. Neben dem Spiegellabyrinth empfehle ich den Kinderspielplatz im unteren Teil des Seminářská-Gartens nahe dem Restaurant Petřínské Terasy – er ist sicher eingezäunt und liegt im Schatten der Bäume. Ältere Kinder werden vom Blick durchs Teleskop in der Štefánik-Sternwarte begeistert sein. Achtung bei Rollern und Balance-Bikes: Einige Asphaltabfahrten Richtung Újezd sind sehr steil, und Kinder können dort gefährlich schnell werden.
Praktische Infos
Noch ein paar Dinge, die sich bewährt haben und dir eine stundenlange Suche nach einem Geldautomaten am Újezd ersparen.
- ÖPNV und Anfahrt: Die häufigsten Einstiegspunkte sind die Straßenbahnhaltestelle Újezd (Linien 9, 12, 15, 20, 22) für den Weg von unten sowie Pohořelec (Linie 22) für einen flacheren Zugang von oben. Verbindungen findest du einfach auf der Website der Prager Verkehrsbetriebe.
- Eintrittskarten: Aussichtsturm und Labyrinth werden von Prague City Tourism betrieben. Es lohnt sich, ein Kombiticket zu kaufen, das 2026 rund 20 % gegenüber dem Einzelkauf spart. Tickets können auch online im Voraus gekauft werden – so umgehst du die Schlange an der Kasse.
- Seilbahn: Nicht vergessen: Ohne 24-Stunden-Ticket oder Dauerkarte musst du am Automaten an der Station ein Spezialticket für ca. 2,50 € kaufen. Kontrolleure prüfen hier sehr regelmäßig.
- Toiletten: Öffentliche Toiletten findest du an der oberen Seilbahnstation (gegen eine kleine Gebühr), direkt im Turmgebäude und in den Restaurants entlang der Strecke.
- Essen und Trinken: An der Spitze beim Aussichtsturm gibt es Stände mit Trdelník und überteuerten Würstchen. Besser ist es, sich unten in der Stadt mit Proviant einzudecken oder erst nach dem Spaziergang in Malá Strana ordentlich essen zu gehen.
Wohin als Nächstes
Wenn du den Petřín durchstreift hast und weißt, wo es in Prag als Nächstes hingehen soll, habe ich noch weitere erprobte Tipps für dich.
Es lohnt sich, belebte historische Sehenswürdigkeiten im Zentrum mit ruhigeren Parks abzuwechseln – so werden die Spaziergänge weder für dich noch für die Kinder langweilig. Hier sind meine weiteren Lieblingsführer:
- Was in Prag sehen: 100+ Tipps für Sehenswürdigkeiten, Cafés und Restaurants
- Prag mit Kindern: Was man mit Kleinkindern unternehmen kann
- Wo übernachten: Die besten Familienhotels in Prag
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert ein Besuch des Petřín?
Wenn du mit der Standseilbahn hochfahren, auf den Aussichtsturm steigen, durch das Spiegellabyrinth gehen und zu Fuß wieder hinunterlaufen möchtest, plane mindestens 3 bis 4 Stunden ein. Wenn du bei einem Picknick im Rosengarten verweilst, verbringst du hier ruhig einen halben Tag.
Gilt für die Petřín-Standseilbahn ein normales Ticket?
Nein, ein normales 30- oder 90-Minuten-Ticket gilt hier nicht. Ihr braucht ein spezielles Ticket für etwa 2 Euro. Wenn ihr aber ein 24-Stunden-, 72-Stunden-Ticket oder eine Zeitkarte (Lítačka) habt, gilt diese auch für die Standseilbahn.
Kann man mit dem Auto auf den Petřín fahren?
Nein, der gesamte Petřín ist eine Park- und Fußgängerzone. Mit dem Auto kommt ihr maximal bis Pohořelec oder Strahov, wo ihr in gebührenpflichtigen Zonen parken und den Rest zu Fuß gehen könnt.
Ist der Aussichtsturm auch im Winter geöffnet?
Ja, der Aussichtsturm auf dem Petřín ist ganzjährig geöffnet. In den Wintermonaten hat er allerdings verkürzte Öffnungszeiten und schließt meist schon gegen 18:00 Uhr.
Schaffe ich den Aufstieg auf den Turm, wenn ich nicht so fit bin?
299 Stufen sind schon eine ganze Menge, aber das Treppenhaus ist breit und in den Ecken gibt es kleine Ruheplätze, wo ihr anhalten und verschnaufen könnt. Gegen einen Aufpreis von etwa 6 Euro könnt ihr auch den Aufzug nutzen.
Ist das Spiegellabyrinth für Menschen mit Klaustrophobie geeignet?
Die Spiegelgänge selbst können beengend und verwirrend wirken, besonders wenn viele Leute drin sind. Wenn ihr geschlossene und unübersichtliche Räume nicht vertragt, lasst diese Attraktion lieber aus, auch wenn die Route selbst sehr kurz ist.
Wo finde ich den besten Platz für ein Picknick?
Eindeutig im Rosengarten auf der Hochebene oder im Seminargarten unterhalb des Restaurants Petřínské terasy, wo es sanftere Hänge und einen wunderschönen Blick auf die Altstadt gibt.
Ist der Petřín auch nachts sicher?
Ja, die Hauptwege sind öffentlich beleuchtet und der Park ist nachts relativ ruhig und sicher. Trotzdem empfehle ich euch, auf den beleuchteten Wegen zu bleiben und abgelegene dunkle Ecken an den Hängen zu meiden.
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