Alaska: 30 Tipps, was man sehen sollte + Roadtrip-Reiseroute

Alaska war schon immer mein Traum. Als wir in Calgary lebten, wussten wir, dass es eine einmalige Gelegenheit war, dorthin zu reisen – schließlich sind es „nur“ 3.000 km mit dem Auto. Nach einigen Tagen Fahrt erreichten wir endlich die „Last Frontier“, wie Alaska auch genannt wird. Die Alaska Sehenswürdigkeiten, die uns dort erwarteten, haben uns schlichtweg umgehauen.

Heute weiß ich, dass wir einige Erlebnisse wegen ihres Preises ausgelassen haben – und das bereuen wir ehrlich gesagt. Andererseits waren die, in die wir investiert haben, obwohl sie uns anfangs überteuert vorkamen, jeden Cent wert. Deshalb habe ich jede Menge Tipps für euch und empfehle: Macht es einfach! Es kann gut sein, dass ihr nur einmal im Leben nach Alaska fliegt.

Schauen wir uns gemeinsam an, was man in Alaska sehen und erleben kann.

Küstenstraße entlang eines Fjords in Alaska

Artikelinhalt

Wann nach Alaska reisen

Gletscher und Berge von einem Aussichtspunkt in Alaska

Alaska bietet in jeder Jahreszeit einzigartige Erlebnisse. Wir haben Alaska im Juli besucht, was bedeutet, dass wir zwar keine Nordlichter gesehen haben (die haben wir erst später auf Island erlebt), dafür aber beinahe endlose Tage genossen – wo passiert es einem schon, dass man irgendwo um Mitternacht ankommt und es immer noch hell ist? – und angenehme Temperaturen.

Im Sommer klettern die Temperaturen locker auf 30 Grad – das haben wir in Fairbanks erlebt, was mich echt überrascht hat. Meistens waren es aber angenehme 25 Grad. Wunderschön muss es auch im farbenfrohen Herbst oder Frühling sein – und genau dann könnt ihr auch Nordlichter sehen. Allerdings wird es dann natürlich schon deutlich kühler.

Der Winter ist lang und dunkel, die Temperaturen fallen weit unter null. Es ist zwar die perfekte Zeit für Wintersport und Nordlichter, aber auch die Zeit, in der Alaska seine raue Seite zeigt.

Alaska Sehenswürdigkeiten

Schauen wir uns jetzt an, was ihr alles in Alaska sehen und unternehmen könnt. Weiter unten habe ich euch außerdem eine 14-Tage-Reiseroute zusammengestellt.

Die wichtigsten Städte, die sich lohnen

Ich muss euch vorwarnen: Um wirklich alles zu sehen, müsstet ihr Flüge, Boote und Auto kombinieren. In 14 Tagen ist es unmöglich, alles zu schaffen – deshalb habe ich ganz am Ende des Artikels einen Roadtrip entworfen, der meiner Meinung nach ideal für eine erste Begegnung mit Alaska ist.

Anchorage

Blick auf Anchorage und die umliegenden Berge

Alaskas größte Stadt – und höchstwahrscheinlich euer Ankunftsort. Von Deutschland aus fliegt ihr am besten über Seattle oder Minneapolis nach Anchorage, z. B. mit Condor, Lufthansa oder Delta. Während unseres Aufenthalts haben wir vor allem die hervorragende Lage zu schätzen gelernt – von hier aus kommt man leicht zu den meisten populären Zielen. In der Stadt lohnt sich das Alaska Native Heritage Center, wo ihr mehr über die indigenen Völker erfahrt, sowie das Alaska Wildlife Conservation Center. Die Stadt hat eine überraschend gute Gastro-Szene – geht unbedingt ins Snow City Cafe zum Frühstück oder Brunch.

Juneau

Die Hauptstadt Alaskas hat eine einzigartige Lage – ihr erreicht sie nur per Boot oder Flugzeug. Die Stadt ist umgeben von Bergen und Gletschern, darunter der beeindruckende Mendenhall Glacier, der relativ leicht zugänglich ist und von dem aus mehrere Wanderungen starten.

Im Stadtzentrum lohnt ein Besuch des historischen Viertels mit Holzhäusern aus der Goldgräberzeit, und mit der Seilbahn geht es auf den Mount Roberts – von dort habt ihr herrliche Ausblicke auf die Stadt und die umliegenden Fjorde.

Eines der besten Erlebnisse in Juneau ist ein Ausflug, der den Besuch des Mendenhall Glacier mit Walbeobachtung kombiniert (ich empfehle, vorab über GetYourGuide zu buchen – lässt sich auch problemlos stornieren). Vom Zentrum Juneaus fahrt ihr mit dem Bus ins Tal, wo sich der imposante Gletscher auftürmt.

Ihr spaziert auf einem Holzsteg am Bach entlang – dort sind Lachse zu sehen, und mit etwas Glück auch Bären. Wir haben auf unserer Alaska-Reise insgesamt ziemlich viele davon gesehen.

Anschließend geht es zum Hafen Auke Bay, von wo ihr auf den Favorite Channel hinausfahrt, um Wale zu beobachten. Die Begegnung mit diesen majestätischen Tieren vor der Kulisse schneebedeckter Berge ist wirklich atemberaubend. Denkt daran, euch auf dem Boot warm anzuziehen.

Fairbanks

In Fairbanks haben wir einige Tage verbracht, weil wir bei Bekannten gewohnt haben. Diese Stadt ist wohl die am wenigsten spannende unter den größeren Orten. Im Sommer hat sie mich ehrlich gesagt stark an Europa erinnert. Im Winter hingegen ist Fairbanks einer der besten Orte weltweit für Nordlichter. Die Stadt liegt im sogenannten „Polarlichtoval“, was bedeutet, dass ihr hier die besten Chancen habt, dieses Naturphänomen zu sehen.

Neben Nordlichtern solltet ihr unbedingt die Thermalquellen Chena Hot Springs besuchen, und im Sommer könnt ihr von hier aus zahlreiche Wanderungen unternehmen. Wenn ihr allerdings nur begrenzt Zeit in Alaska habt und nicht wie wir mit dem Auto aus Kanada kommt, könnt ihr die Stadt getrost auslassen.

Seward

Hafen von Seward umgeben von Bergen

Seward ist eines der schönsten Städtchen Alaskas und dient als Tor zum Kenai Fjords National Park. Von hier aus sind wir zum Kajakfahren zwischen Gletschern aufgebrochen – eines unserer absoluten Highlights in Alaska. Ich empfehle, das Geld dafür zu investieren und den Platz vorab über GetYourGuide zu reservieren, damit ihr nicht wie wir tagelang auf einen freien Platz warten müsst.

Falls das Kajakfahren doch nicht klappt, ist das kein Beinbruch. Die Stadt hat eine wunderschöne Hafenpromenade und das Alaska SeaLife Center, wo ihr die heimische Meeresfauna aus nächster Nähe erleben könnt. Und nur einen Katzensprung entfernt startet die Wanderung zum Exit Glacier.

Homer

Panorama der Kachemak Bay bei Homer in Alaska

Homer, auch „Halibut Fishing Capital of the World“ genannt, ist vor allem für sein Angeln bekannt. Aber auch für uns Europäer ist es ein interessanter, wenn auch etwas verschlafener Ort, der sich auf jeden Fall lohnt.

Die Stadt erstreckt sich am Ende des Kenai Spit – einer langen, schmalen Landzunge, die in die Kachemak Bay hineinragt. Homer Spit ist gesäumt von Restaurants, Galerien und Geschäften. Wenn ihr angelt, müsst ihr unbedingt mit den lokalen Fischern rausfahren – die Heilbutt-Fänge hier sind legendär. Vergesst auch nicht das Pratt Museum, das die Natur- und Kulturgeschichte der Region vorstellt.

Talkeetna

Talkeetna ist ein kleines historisches Städtchen, das als Basislager für Bergsteiger auf dem Weg zum Denali dient. Der Ort inspirierte die TV-Serie „Northern Exposure“ und hat sich seinen ursprünglichen Charakter mit Holzhäusern und entspannter Atmosphäre bewahrt. Wir empfehlen einen Besuch im Talkeetna Historical Society Museum und die legendären Blaubeer-Pancakes im Roadhouse – die werden dort seit 1917 gebacken.

Sitka

Wenn ihr es schafft, in Alaska bis nach Sitka zu kommen – der ehemaligen Hauptstadt von Russisch-Amerika – erwartet euch eine faszinierende Mischung aus russischer und indigener Kultur. Ein Besuch der St. Michael’s Cathedral mit ihrer typisch russischen Architektur ist ein absolutes Muss. Der Totem National Historical Park beherbergt die größte Sammlung von Totempfählen unter freiem Himmel. Vom Hafen aus könnt ihr zu Walbeobachtungen oder Seeotter-Touren aufbrechen.

North Pole

Wolltet ihr schon immer mal den Nordpol besuchen? Hier habt ihr die Gelegenheit! Dieses kleine Städtchen in der Nähe von Fairbanks hält das ganze Jahr über Weihnachtsstimmung aufrecht. Die Hauptattraktion ist das Santa Claus House, wo ihr den Weihnachtsmann zu jeder Jahreszeit treffen könnt – als Beweis dient mein Foto unten, aufgenommen im Juli.

Die Straßenlaternen haben die Form von Zuckerstangen, und die lokalen Geschäfte verkaufen Weihnachtsdekorationen unabhängig von der Jahreszeit. Elfen und Rentiere haben wir im Sommer allerdings leider nicht angetroffen.

Santa Claus House in North Pole, Alaska
Santa Claus House im Städtchen North Pole — auch im Juli geöffnet

Nationalparks in Alaska

Schauen wir uns jetzt die Nationalparks in Alaska an, die ihr besuchen könnt. Bei einem einzigen Besuch ist es unmöglich, alle zu sehen – es sei denn, ihr wollt Boote, Flugzeuge, Autos und Busse kombinieren. Wir waren zeitlich nicht eingeschränkt und mussten trotzdem den Besuch des Wrangell-St. Elias National Park aufgeben, weil die Straße so miserabel war, dass wir nach 45 Minuten auf dem Schotterweg umgedreht sind – wir hatten Angst, dort stecken zu bleiben.

Denali National Park

Denali ist das Juwel unter Alaskas Nationalparks. Dominiert wird er vom gleichnamigen Berg, der sich auf 6.190 Meter erhebt. Der Park ist nur über eine einzige Straße zugänglich, und ab einem bestimmten Punkt dürft ihr nur noch mit den Parkbussen weiterfahren. Das Problem: Die Sicht ist nicht jeden Tag gut, sodass die Fahrt manchmal ziemlich umsonst sein kann.

Ihr könnt aber in einen Rundflug mit Gletscherlandung investieren – das werdet ihr nicht bereuen. Der Blick auf das Denali-Massiv aus der Luft ist schlichtweg unbeschreiblich. Wir bereuen bis heute, dass uns das Geld dafür zu schade war. Aber es war eine wichtige Lektion: Seitdem haben wir uns auf unseren Reisen keinen Ausflug mehr entgehen lassen. Wann hat man schon wieder die Gelegenheit, dorthin zu fliegen?

Im Park könnt ihr Bären, Elche, Karibus und andere wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.

Kenai Fjords National Park

Bewaldete Insel in einem Fjord des Kenai Fjords Nationalparks

Dieser Park zeigt eindrucksvoll die Kraft der Gletscher, die eine dramatische Küstenlandschaft geschaffen haben. Der meistbesuchte Teil ist der Exit Glacier, zu dem ein befestigter Weg führt – man kommt richtig nah heran. Dort waren auch wir unterwegs; soweit ich mich erinnere, ist es eine ziemlich anspruchsvolle Wanderung, aber ihr werdet es nicht bereuen.

Wir haben uns fürs Kajakfahren entschieden, und es war eine der besten Entscheidungen unserer Reise. Unterwegs haben wir Orcas und Wale gesehen, beim Kajakfahren dann Robben und sogar einen Bären.

Glacier Bay National Park

Die Glacier Bay erreicht ihr nur per Boot oder Flugzeug – aber es lohnt sich absolut. Der Park gehört zum UNESCO-Welterbe und bietet einige der eindrucksvollsten Gletscherlandschaften der Welt. Hier findet ihr sieben aktive Gezeitengletscher, die „kalben“ – also riesige Eisbrocken so groß wie Häuser ins Meer abbrechen lassen.

Wrangell-St. Elias National Park

Dieser Park ist der größte Nationalpark der USA und gleichzeitig einer der am wenigsten besuchten. Er ist viermal so groß wie der Yellowstone! Hier befinden sich neun der sechzehn höchsten Berge der USA. Wir haben es leider nicht dorthin geschafft. Die Anfahrt war nämlich katastrophal – unser altes, zum Camper umgebautes Auto hätte die 100 km lange Schotterpiste nicht geschafft. Nach 45 Minuten wurde uns klar, dass wir aufgeben mussten.

Katmai National Park

Katmai ist berühmt für die Brooks Falls, wo ihr Grizzlybären beim Lachsfang beobachten könnt. Die beste Zeit dafür ist der Juli, wenn die Lachse flussaufwärts wandern. Der Park verfügt über sichere Beobachtungsplattformen, von denen aus ihr die Bären aus nächster Nähe beobachten könnt.

Dieses Ziel gehört zu den teuersten, denn man erreicht es nur mit dem Wasserflugzeug (buchbar über GetYourGuide). Aber der Anblick der Bären, die am Wasserfall stehen und aus dem Wasser springende Lachse fangen, ist schlicht unvergesslich.

Gates of the Arctic National Park

Der nördlichste Nationalpark der USA ist zugleich einer der abgelegensten Orte der Welt. Es gibt hier keine markierten Wege, keine Straßen und keine Einrichtungen. Es ist ein Ort für echte Abenteurer – den wir leider nicht erreicht haben.

Den Park erreicht ihr nur per Flug von Fairbanks aus oder vom Dorf Bettles. Der Zugang ist ausschließlich mit einem Buschflugzeug möglich, aber irgendwann möchte ich das erleben – der Blick auf die unberührte Wildnis, in der Karibu-Herden ziehen, muss faszinierend sein.

Die besten Wanderungen und Trails

Wenn ihr wie wir begeisterte Wanderer seid, kommt ihr in Alaska voll auf eure Kosten. Wir waren praktisch drei Monate lang ständig in den Bergen unterwegs, deshalb muss ich euch vorwarnen: Einige dieser Wanderungen sind wirklich anstrengend. Aber alle unten genannten lohnen sich absolut.

Harding Icefield Trail

Diese Wanderung in den Kenai Fjords gehört zu den anspruchsvollsten, aber auch schönsten in ganz Alaska. Der Trail steigt etwa 1.000 Höhenmeter entlang des Exit Glacier bis zum Harding Icefield an – einem riesigen Eisfeld, das 700 Quadratkilometer bedeckt. Die Strecke ist 13 km (hin und zurück) lang und dauert einen ganzen Tag. Unterwegs könnt ihr Bären und Bergziegen begegnen. Wichtig: Seid auf schnelle Wetterumschwünge vorbereitet.

Exit Glacier Trail

Dieser Trail ist einer der zugänglichsten Gletscherwege in Alaska. Er führt direkt zur Stirn des Exit Glacier, und unterwegs zeigen Markierungen an, wo der Gletscher in vergangenen Jahren noch reichte – eine traurige Veranschaulichung, wie schnell die Gletscher zurückweichen.

Im Gegensatz zum anspruchsvolleren Harding Icefield Trail eignet sich dieser Weg für Familien mit Kindern und weniger geübte Wanderer. Entlang der Strecke findet ihr mehrere Aussichtspunkte mit Infotafeln.

Mount Healy Overlook Trail

Dieser Trail im Denali bietet eine der besten Aussichten im Park, die ohne Führer erreichbar ist. Die Route startet am Besucherzentrum und steigt etwa 520 Höhenmeter bis zu einem Aussichtspunkt, von dem ihr den Parkeingang seht, die Alaska Range und bei klarem Wetter sogar den Gipfel des Denali. Wir sind früh morgens aufgebrochen und hatten das Glück, eine Elchherde zu beobachten, die im Tal unter uns graste.

Flattop Mountain Trail

Dieser beliebte Trail in der Nähe von Anchorage ist sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen populär. Vom Gipfel habt ihr einen herrlichen Blick auf die Stadt, den Cook Inlet und bei klarem Wetter sogar bis zum Denali. Der letzte Abschnitt des Aufstiegs ist etwas anspruchsvoller und erfordert leichtes Klettern, aber die Aussichten sind es absolut wert.

Lost Lake Trail

Der Lost Lake Trail bei Seward führt durch verschiedene Landschaften – er beginnt in dichtem Wald, geht weiter über alpine Wiesen bis zum Lost Lake. Die Strecke ist 24 km (hin und zurück) lang und am schönsten im Sommer, wenn die Wiesen voller Wildblumen stehen. Wir haben dort Murmeltiere gesehen und Adler beobachtet, die über dem See jagten.

Chilkoot Trail

Der historische Goldgräberweg ist heute ein beliebter Mehrtages-Trek. Die Route beginnt in Dyea nahe Skagway und endet am Bennett Lake in British Columbia. Es ist eine anspruchsvolle Wanderung, die gute Fitness und Vorbereitung erfordert. Unterwegs seht ihr Überreste aus der Goldgräberzeit – alte Schuhe, Blechdosen und andere Ausrüstung, die die Goldsucher hier zurückließen. Ein Permit muss vorab reserviert werden, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

Kesugi Ridge Trail

Dieser weniger bekannte Trek im Denali State Park bietet eine Alternative zum überlaufenen Nationalpark. Der Trail führt entlang eines Höhenkamms mit Panoramablicken auf das Denali-Massiv. Es handelt sich um einen Mehrtages-Trek, aber ihr könnt auch kürzere Varianten wählen. Wir sind nur einen Tagesabschnitt gelaufen, und selbst das bot atemberaubende Aussichten. Im Gegensatz zum Nationalpark trefft ihr hier kaum auf Menschenmassen und habt bessere Chancen, wilde Tiere zu sehen.

Erlebnisse in Alaska

Jetzt schauen wir uns die Ausflüge und Aktivitäten an, die ihr in Alaska erleben könnt – und vor allem, in welche sich eine Investition wirklich lohnt.

Nordlichter beobachten

Obwohl wir in Alaska keine Nordlichter gesehen haben (wir waren im Juli dort), sind sie einer der Hauptgründe, warum Menschen im Winter hierher reisen. Die besten Bedingungen herrschen in Fairbanks zwischen September und März.

Lokale Hotels bieten sogar einen Weckservice an, wenn die Aurora am Himmel erscheint. 😁 Beliebt ist auch ein Ausflug zu den Chena Hot Springs, wo ihr die Nordlichter genießen könnt, während ihr in den Thermalquellen relaxt.

Fahrt durch die Inside Passage

Kajakfahrer vor einem Gletscher in einem Fjord Alaskas

Die Inside Passage ist eine der schönsten Schifffahrtsrouten der Welt. Sie führt entlang der Küste des südöstlichen Alaska zwischen Inseln und Fjorden. Wir haben uns für ein kleineres Ausflugsboot statt der großen Kreuzfahrtschiffe entschieden, was uns ermöglichte, näher an Gletscher und Wildtiere heranzukommen. Wir sahen Wale, die aus dem Wasser sprangen, Adler beim Fischfang und Bären, die am Ufer entlangspazierten. Stopps in kleinen Hafenstädtchen wie Ketchikan oder Petersburg bieten Einblicke in das Leben der Einheimischen.

Angelausflug auf Lachs und Heilbutt

In Homer und am Kenai River könnt ihr das weltberühmte Angeln Alaskas erleben. Wir sind keine Angler und haben dieses Erlebnis daher ausgelassen. Lokale Fischer nehmen Touristen auf ganztägige Touren mit, bei denen ihr Heilbutte mit über 50 kg Gewicht oder verschiedene Lachsarten fangen könnt. Die meisten Anbieter bieten auch die Verarbeitung und den Versand des Fangs nach Hause an.

Rundflug über Denali mit Gletscherlandung

Dieses Erlebnis war der teuerste Posten unseres Budgets – aber auch das Beste, was wir in Alaska erlebt haben. Der Flug in einem Kleinflugzeug um den höchsten Berg Nordamerikas ist schon für sich faszinierend, aber die Landung auf einem Gletscher ist etwas absolut Außergewöhnliches. Wir hatten Zeit, über den Gletscher zu spazieren und die atemberaubende Kulisse zu fotografieren. Der Pilot lieferte während des Flugs detaillierte Erklärungen zur Geologie und Geschichte der Region.

Hundeschlittenfahrt und Musher-Camps

Auch im Sommer könnt ihr eine Hundeschlittenfahrt erleben. Viele Musher, darunter Teilnehmer des berühmten Iditarod-Rennens, betreiben Sommercamps, in denen ihr auf speziell umgebauten Wagen mitfahren und mehr über diese traditionelle Art der Fortbewegung erfahren könnt. Der Campbesuch beinhaltet auch das Kennenlernen der Hunde und Welpen – ein tolles Erlebnis, besonders für Kinder.

Thermalquellen Chena Hot Springs

Die Chena Hot Springs, etwa eine Stunde Fahrt von Fairbanks entfernt, sind der perfekte Ort zum Entspannen. Das Resort bietet ein Außenbecken mit Thermalwasser, das besonders im Winter beeindruckend ist, wenn über dem Wasser Dampf aufsteigt und die Lufttemperatur weit unter null liegt. Zum Resort gehört auch ein Eishaus, in dem ihr Cocktails aus Gläsern trinken könnt, die aus Eis geschnitzt sind.

Gletscherfahrt im Prince William Sound

Gletscherspalten und Berge im Prince William Sound

Der Prince William Sound bietet einige der besten Gletscherausflüge in Alaska. Wir sind von Whittier aus gestartet und haben den Tag damit verbracht, „kalbende“ Gletscher zu beobachten. Das Geräusch des herabfallenden Eises ist unvergesslich – die Einheimischen nennen es „White Thunder“ (Weißer Donner). Neben Gletschern haben wir Robbenkolonien und Seeotter gesehen, die auf dem Rücken trieben.

Bärenbegegnung auf Kodiak

Braunbär am Straßenrand in Alaska

Die Insel Kodiak ist Heimat der größten Braunbären der Welt. Im Gegensatz zu den Brooks Falls in Katmai ist die Bärenbeobachtung hier eine intimere Angelegenheit. Ihr müsst mit einem zertifizierten Führer gehen, der das Verhalten der Tiere kennt und weiß, wo man sie sicher beobachten kann. Die Bären sind besonders während des Lachszugs aktiv, aber auch im Frühling, wenn sie auf den Küstenwiesen grasen, könnt ihr sie sehen.

14-Tage-Roadtrip durch Alaska: große Runde über Seward, Homer und Valdez

Ich möchte euch eine Route vorschlagen, die einen großen Teil von Alaska abdeckt und euch zu den schönsten Orten bringt – mit genügend Zeit, alles richtig zu genießen. Wir vermeiden häufiges Umziehen und setzen stattdessen auf strategische Basen für Tagesausflüge. Aus eigener Erfahrung empfehle ich, wo ihr anhalten und was ihr auf keinen Fall auslassen solltet.

Bevor wir in die einzelnen Tage einsteigen, hier eine Übersicht der gesamten Route — wohin es geht und wo ihr jeweils übernachtet:

Tag Route und Fahrt Übernachtung
1. Ankunft in Anchorage, Stadtbesichtigung Anchorage
2.–3. Anchorage → Whittier (~1,5 Std.), Prince William Sound Whittier
4.–6. Whittier → Seward (~2,5 Std.), Kenai Fjords, Exit Glacier Seward
7.–8. Seward → Homer (~4 Std.), Angeln und Kachemak Bay Homer
9.–10. Homer → Valdez (~8–9 Std.), Columbia-Gletscher Valdez
11.–12. Valdez → Talkeetna (~6–7 Std.) → Denali National Park Talkeetna
13.–14. Talkeetna → Anchorage (~2,5 Std.), letzte Wanderung und Rückflug Anchorage
Die Gesamtstrecke beträgt ca. 1.500 km. Die Fahrzeiten sind ungefähre Angaben ohne Zwischenstopps.

Tag 1: Ankunft in Anchorage

Straße in Anchorage, Alaska

Am ersten Tag empfehle ich, einfach anzukommen und die Stadt zu erkunden. Vom Flughafen aus checkt ihr im Zentrum von Anchorage ein, spaziert entlang des Tony Knowles Coastal Trail und besucht das Alaska Native Heritage Center. Zum ersten Abendessen geht ins Snow City Cafe oder die 49th State Brewing Company. Übernachtung in Anchorage.

Tag 2-3: Whittier und Umgebung

Hafen von Whittier mit Hütten und Bergen

Tag 2: Whittier und Prince William Sound

Morgens brecht ihr von Anchorage nach Whittier auf (ca. 1,5 Stunden Fahrt). Unterwegs lohnt sich ein Stopp im Alaska Wildlife Conservation Center. In Whittier erwartet euch die einzigartige Tunneleinfahrt, die sich Autos mit dem Zug teilen – es ist der einzige Zugang zur Stadt. Am Nachmittag macht eine Bootstour im Prince William Sound, wo ihr Gletscher und Meerestiere seht.

Tag 3: Wanderungen in der Umgebung

Den zweiten Tag in Whittier widmet ihr dem Wandern – ich empfehle den Portage Pass Trail mit Blick auf den Gletscher, oder leiht euch ein Kajak und erkundet die Bucht. Übernachtung erneut in Whittier.

Tag 4-6: Seward und Kenai Fjords

Blick vom Boot auf Berge in der Resurrection Bay

Tag 4: Fahrt nach Seward

Von Whittier fahrt ihr nach Seward (ca. 2,5 Stunden). Unterwegs lohnt sich ein Halt am Portage Glacier und an mehreren Aussichtspunkten entlang des Seward Highway. Am Nachmittag erkundet ihr das Städtchen und besucht das Alaska SeaLife Center.

Tag 5: Kenai Fjords National Park

Ganztägiger Bootsausflug in die Kenai Fjords, wo ihr Gletscher, Wale und Robben seht. Ich empfehle die längere 8-9-stündige Fahrt, die bis zum Holgate- oder Aialik-Gletscher reicht.

Tag 6: Exit Glacier

Wanderer vor einem Gletscher in Alaska

Widmet den Tag der Wanderung zum Exit Glacier und optional dem anspruchsvolleren Aufstieg zum Harding Icefield. Für weniger geübte Wanderer gibt es mehrere kürzere Routen mit Gletscherblick.

Tag 7-8: Homer

Bunte Häuschen auf dem Homer Spit

Tag 7: Fahrt nach Homer

Von Seward fahrt ihr nach Homer (4 Stunden). Unterwegs macht ihr Halt im russischen Dörfchen Ninilchik und am Aussichtspunkt auf den Homer Spit. Abends spaziert ihr über die Promenade des Homer Spit und genießt den Sonnenuntergang.

Tag 8: Homer

Ganztägiger Angelausflug auf Heilbutt oder Lachs, oder alternativ eine Bootsfahrt über die Kachemak Bay nach Halibut Cove. Wenn ihr keine Angler seid, könnt ihr das Pratt Museum besuchen oder eine Wanderung im Kachemak Bay State Park unternehmen.

Tag 9-10: Valdez

Marina mit Ausflugsboot in Valdez, Alaska

Tag 9: Fahrt nach Valdez

Eine lange, aber wunderschöne Fahrt von Homer nach Valdez (8-9 Stunden). Unterwegs kommt ihr am Matanuska Glacier vorbei und überquert den Thompson Pass.

Tag 10: Valdez

Bootsausflug zum Columbia-Gletscher oder Kajakfahren im Prince William Sound. Alternativ eine Wanderung zum Valdez-Gletscher.

Tag 11-12: Denali über Talkeetna

Tag 11: Talkeetna

Von Valdez geht es nach Talkeetna (6-7 Stunden). Am Nachmittag erkundet ihr dieses historische Städtchen und genießt bei klarem Wetter die Aussicht auf den Denali vom Ortszentrum aus.

Tag 12: Denali National Park

Ganztägiger Ausflug in den Denali National Park. Ihr könnt zwischen einer organisierten Bustour durch den Park oder einer der Wanderungen im vorderen Bereich des Parks wählen.

Tag 13-14: Rückkehr nach Anchorage

Tag 13: Letzte Wanderung und Fahrt

Am Morgen könnt ihr noch eine der kürzeren Wanderungen im Denali State Park unternehmen und euch dann nach Anchorage aufmachen (2,5 Stunden).

Tag 14: Anchorage und Rückflug

Letzte Einkäufe, Besuch des Saturday Market (falls Samstag) und Rückflug. Von Anchorage kommt ihr z. B. über Seattle oder Minneapolis zurück nach Deutschland.

Praktische Tipps

Unterkünfte

Beste Stopps unterwegs

Eisenbahn entlang des Seward Highway unter Felsen
  • Moose Pass
  • Russian River Falls
  • Matanuska Glacier State Recreation Site
  • Worthington Glacier
  • Wrangell-St. Elias National Park (Aussichtspunkte)

Reservierungen

Ich empfehle, folgendes vorab zu buchen:

  • Unterkünfte (besonders in der Hauptsaison) – am besten über Booking.com
  • Bootstouren in den Kenai Fjords und im Prince William Sound
  • Angelausflüge ab Homer
  • Touren im Denali National Park

Praktische Hinweise

  • Tankt immer, wenn sich die Gelegenheit bietet – Tankstellen sind manchmal weit auseinander
  • Nehmt eine Offline-Karte mit – Mobilfunknetz gibt es nicht überall. Eine eSIM-Karte für die USA bekommt ihr z. B. bei Holafly oder Yesim
  • Plant häufige Fotostopps ein – die Landschaft ist einfach zu schön
  • Bleibt flexibel – das Wetter kann Pläne schnell ändern
  • Für die Einreise in die USA benötigt ihr als deutscher Staatsbürger kein Visum, aber ein ESTA (Electronic System for Travel Authorization), das mindestens 72 Stunden vor Abflug beantragt werden sollte

Häufig gestellte Fragen zu Alaska

Bevor ihr in den hohen Norden aufbrecht, hier die Antworten auf Fragen, die unsere Leser am häufigsten rund um eine Alaska-Reise stellen.

Wann ist Alaska am günstigsten?

Am günstigsten ist die sogenannte Shoulder Season – Mai und September. Das Wetter kann unberechenbar sein, aber die Preise sind deutlich niedriger und es sind weniger Touristen unterwegs.

Kann man im Sommer Nordlichter sehen?

Nein, aufgrund des fast ununterbrochenen Tageslichts nicht. Die beste Zeit für Nordlichter ist von September bis März.

Wie schützt man sich vor Bären?

In den Geschäften vor Ort könnt ihr Bärenspray kaufen. Auf Wanderungen solltet ihr Lärm machen (z. B. klatschen oder reden), in Gruppen gehen und niemals vor einem Bären weglaufen.

Braucht man Reservierungen für die Nationalparks?

Für die meisten Parks nicht, aber im Denali gibt es eine begrenzte Anzahl von Genehmigungen für Privatfahrzeuge. Auch Campingplätze und Lodges in den Parks sollten Monate im Voraus gebucht werden.

Kann man mit kleinen Kindern nach Alaska reisen?

Ja, aber das Programm sollte angepasst werden. Wir empfehlen Aktivitäten wie kürzere Wanderungen, Bootsfahrten, Besuche von Wildtierzentren und Musher-Camps.

Wie teuer ist Essen in Alaska?

Essen ist in Alaska teurer als in den übrigen USA. Ein Mittagessen im Restaurant kostet 20-30 USD (ca. 18-27 €), ein Abendessen 30-50 USD (ca. 27-45 €) pro Person. In Supermärkten liegen die Preise etwa 30-50 % über dem US-Durchschnitt.

Braucht man Impfungen?

Spezielle Impfungen sind nicht erforderlich. Wir empfehlen jedoch, die üblichen Standardimpfungen aktuell zu halten und eine gute Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen.

Wie schlimm sind die Mücken?

Im Sommer können Mücken eine echte Plage sein, besonders in der Tundra. Wir empfehlen ein gutes Mückenschutzmittel und Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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