Ihr steht auf einem schmalen Pfad und schaut nach oben. Und noch weiter nach oben. Und immer noch seht ihr die Baumkronen nicht. In diesem Moment versteht ihr, warum dieser Ort als Kathedrale der Natur bezeichnet wird — denn im Wald der riesigen Redwoods fühlt man sich genauso winzig wie in Notre-Dame, nur dass hier statt Buntglasfenstern die nebelverhangene kalifornische Sonne durch die Baumkronen scheint. Und es ist millionenfach schöner.
Der Redwood National Park im Norden von Redwood Kalifornien ist ein Ort, der euch buchstäblich den Atem raubt. Nicht im übertragenen Sinne — ihr werdet tatsächlich mit offenem Mund dastehen und staunen. Lukáš und ich haben hier mehrere Tage verbracht, und bis heute sind wir uns einig, dass es eines der intensivsten Naturerlebnisse war, die wir in den USA hatten. Und wir haben sowohl Yellowstone als auch den Grand Canyon gesehen.
In diesem Artikel bekommt ihr einen kompletten Reiseführer für den Redwood National Park — hier findet ihr 15 Tipps, was ihr sehen und unternehmen könnt, vom berühmten Fern Canyon (ja, dem aus Jurassic Park! 🦕) über Herden von Roosevelt-Wapiti auf den Wiesen bis zur Avenue of the Giants, einer Straße, auf der ihr das Gefühl habt, auf Ameisengröße geschrumpft zu sein. Ich verrate euch, wann ihr am besten hinfahrt, wo ihr übernachten könnt, was das Ganze kostet und was ihr auf keinen Fall verpassen solltet.
Zusammenfassung
- Der Redwood National Park liegt an der Nordküste Kaliforniens, etwa 5–6 Autostunden nördlich von San Francisco. Es handelt sich nicht um einen einzelnen Park, sondern um einen Komplex aus vier Parks — einem nationalen und drei staatlichen.
- Der Eintritt ist kostenlos — es wird kein Eintrittsgeld erhoben (Ausnahme: Gold Bluffs Beach mit einer Gebühr von $12 pro Auto und einige Sondergenehmigungen).
- Die beste Reisezeit ist von Mitte Mai bis Oktober, idealerweise Juni–September, wenn es am wenigsten regnet. Aber auch neblige Tage haben ihren besonderen Reiz.
- Für eine gründliche Erkundung braucht ihr mindestens 2–3 Tage, idealerweise 4, wenn ihr die wichtigsten Wanderwege in Ruhe erkunden wollt.
- Die nächsten Ortschaften sind Crescent City im Norden und Orick im Süden des Parks — beide sind winzig, also erwartet keinen Großstadtkomfort.
- Must-see: Fern Canyon, Lady Bird Johnson Grove, Tall Trees Grove (Genehmigung erforderlich!), Prairie Creek mit den Wapiti-Herden, Avenue of the Giants.
- Hyperion — der höchste Baum der Welt (115,9 m) — steht irgendwo im Park, aber sein genauer Standort wird offiziell nicht veröffentlicht, um Schäden zu vermeiden. Versucht nicht, ihn zu finden — seit 2022 droht eine Strafe von $5.000 (ca. 4.700 €).
- Ein Auto ist ein Muss — öffentliche Verkehrsmittel gibt es praktisch nicht. Ein Mietwagen ist die beste Lösung.
Wann zum Redwood National Park und wie kommt man hin
Der Redwood Nationalpark liegt ganz im Nordwesten Kaliforniens, entlang des Highway 101, etwa 50 km südlich der Grenze zu Oregon. Wenn ihr ihn euch irgendwo bei Los Angeles oder San Francisco vorstellt, muss ich euch enttäuschen — es ist ein gutes Stück Fahrt. Aber dieses Stück Fahrt ist jede Minute hinter dem Steuer wert.
Beste Reisezeit für den Redwood National Park
Die angenehmste Zeit ist von Juni bis September — die Temperaturen liegen bei 15–20 °C (ja, selbst im Sommer ist es hier kühler als erwartet, das ist nicht Südkalifornien 😅), es regnet weniger und die Wanderwege sind in bestem Zustand. Juli und August sind die trockensten Monate, aber rechnet mit morgendlichem Nebel, der für diesen Wald typisch ist und ihm diese unglaubliche Atmosphäre verleiht.
Frühling (April–Mai) ist wunderschön dank blühender Rhododendren und Wildblumen, kann aber regnerischer sein. Herbst (Oktober–November) ist herrlich mit seinen Farben und leereren Wanderwegen, allerdings können manche Straßen nach Regenfällen schlecht befahrbar sein.
Und was ist mit dem Redwood National Park im Winter? Ehrlich gesagt — nicht ideal. Es regnet viel und häufig, einige Straßen und Wege sind wegen Erdrutschen oder Überschwemmungen gesperrt (besonders der Zugang zum Fern Canyon). Andererseits, wenn euch Regen und Matsch nicht stören, erlebt ihr den Park fast ohne Menschen und der Wald im Regen hat seine ganz eigene mystische Schönheit. Rechnet allerdings mit eingeschränkten Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten.
Anreise zum Redwood National Park
Die nächsten Flughäfen zum Redwood National Park sind zwei:
- Arcata-Eureka Airport (ACV) — etwa 1,5 Stunden Fahrt südlich des Parkzentrums. Ein kleiner Regionalflughafen mit Flügen aus San Francisco, Los Angeles und anderen kalifornischen Städten.
- Crescent City Airport (CEC) — direkt am nördlichen Rand des Parks, allerdings mit sehr eingeschränktem Flugbetrieb.
Die meisten Reisenden wählen jedoch eine dieser Varianten:
- Flug nach San Francisco (SFO) + Roadtrip — etwa 5,5–6 Stunden auf dem Highway 101 nach Norden. Eine lange Fahrt, die aber durch wunderschöne Landschaft führt und sich hervorragend mit weiteren Stopps kombinieren lässt.
- Flug nach Portland (PDX) + Fahrt nach Süden — etwa 5,5 Stunden über die I-5 und den Highway 199. Eine großartige Option, wenn ihr die Reise mit Oregon kombiniert.
Von Deutschland aus fliegt ihr am besten über Frankfurt oder München nach San Francisco — Lufthansa, United und Condor bieten Direktverbindungen an. Alternativ gibt es günstige Umsteigeverbindungen über diverse Drehkreuze. Vergesst nicht, euch vorab eine eSIM-Karte zu besorgen, denn im Park gibt es nur stellenweise Empfang und ihr werdet Offline-Karten brauchen.
Ein Auto ist absolut notwendig. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es in diesem Teil Kaliforniens praktisch nicht. Lukáš und ich haben seit langem gute Erfahrungen mit RentalCars, das wir überall auf der Welt nutzen. Ich empfehle, den Wagen direkt am Flughafen abzuholen — egal ob in San Francisco oder in Arcata.
Überlegt, ob ihr ein SUV oder einen Crossover nehmt — einige Straßen im Park (vor allem die Davison Road zum Fern Canyon) sind unbefestigt und können nach Regen matschig sein. Mit einem normalen PKW geht es zwar, aber ihr werdet nervös. Wir waren sogar mit dem SUV nervös. 😅
Unterkunft und Kosten im Redwood National Park
Gleich die gute Nachricht vorweg: Der Eintritt in den Redwood National Park ist kostenlos. Kein Eintrittsgeld, keine Vorab-Reservierungen (mit ein paar Ausnahmen, über die ich weiter unten schreibe). Das ist im System der amerikanischen Nationalparks eher die Ausnahme und eine angenehme Überraschung für den Geldbeutel.
Kosten gibt es natürlich trotzdem — vor allem für Unterkunft, Benzin und Essen. Hier ein grober Kostenüberblick für 3 Tage für zwei Personen:
- Unterkunft: $80–200/Nacht (ca. 75–190 €) je nach Typ — Camping ab $35/Nacht (ca. 33 €), Motels $80–130 (75–120 €), Airbnb $120–200 (110–190 €)
- Benzin: ca. $50–80 (45–75 €) für 3 Tage Fahrten im Park
- Essen: $30–60/Tag für zwei (28–55 €) — es gibt nicht viele Restaurants, rechnet damit
- Gebühren: Gold Bluffs Beach Day-Use Fee $12 (ca. 11 €), Tall Trees Grove Permit kostenlos
- Gesamt für 3 Tage zu zweit: ca. $500–900 (470–850 €) ohne Flug und Mietwagen
Unterkunft — nach Lage
Der Park erstreckt sich länglich entlang der Küste und die einzelnen Bereiche liegen weit auseinander, daher kommt es darauf an, von wo aus ihr den Park erkunden wollt. Grundsätzlich habt ihr drei Ausgangspunkte:
Crescent City (Norden des Parks): Die größte Ortschaft in der Umgebung, wobei „größte“ ein sehr relativer Begriff ist — sie hat etwa 7.000 Einwohner und ein paar Motels. Der Vorteil ist die Nähe zu Jedediah Smith Redwoods und der Howland Hill Road. Hier findet ihr einen Supermarkt, einige Restaurants und Tankstellen.
Klamath / Orick (Mitte und Süden des Parks): Kleine Siedlungen mit begrenzten Übernachtungsmöglichkeiten, aber am nächsten zu Fern Canyon, Prairie Creek und Lady Bird Johnson Grove. Orick besteht buchstäblich aus ein paar Häusern entlang der Straße — erwartet nichts Großes, aber es ist das Herz des Parks.
Eureka / Arcata (weiter südlich): Größere Städte mit vollem Angebot an Unterkünften, Restaurants und Dienstleistungen. Der Nachteil ist die Entfernung — bis ins Parkzentrum ist es über eine Stunde Fahrt. Aber wenn ihr Komfort und Auswahl wollt, ist es eine gute Wahl für die erste oder letzte Nacht.
Camping ist im Park fantastisch und ich kann es nur empfehlen — unter riesigen Redwoods einzuschlafen ist ein unvergessliches Erlebnis. Die beliebtesten Campingplätze:
- Jedediah Smith Campground — direkt zwischen alten Redwoods, am Smith River. $35/Nacht (ca. 33 €). Reservierung über Recreation.gov in der Saison unbedingt erforderlich!
- Mill Creek Campground — in Del Norte Coast Redwoods, ruhiger, weniger Leute. $35/Nacht.
- Elk Prairie Campground — in Prairie Creek, Wapiti-Hirsche laufen direkt zwischen den Zelten. $35/Nacht. Unser Favorit!
- Gold Bluffs Beach Campground — direkt am Strand, unweit des Fern Canyon. $35/Nacht + $12 Day-Use Fee. Ein magischer Ort, aber oft ausgebucht.
Reserviert euren Campingplatz so früh wie möglich — im Sommer sind die beliebten Plätze Monate im Voraus voll. Einige funktionieren nach dem First-Come-First-Served-Prinzip, aber sich in der Hochsaison darauf zu verlassen, ist riskant.
Redwood National Park: 15 Tipps, was man sehen und unternehmen kann
Jetzt schauen wir uns die besten Redwood National Park Sehenswürdigkeiten an. Ich habe 15 Tipps für Orte und Erlebnisse zusammengestellt, die ihr euch einfach nicht entgehen lassen dürft — von märchenhaften Schluchten über Hirschherden bis hin zu Wanderwegen zwischen den höchsten Bäumen der Erde. Denkt daran, dass die Redwood National and State Parks eigentlich ein Komplex aus vier Parks sind (Redwood National Park, Jedediah Smith Redwoods, Del Norte Coast Redwoods und Prairie Creek Redwoods), es gibt also wirklich viel zu entdecken.
1. Fern Canyon — die Schlucht aus Jurassic Park

Fern Canyon ist wohl das fotogenste Highlight des gesamten Parks und für viele der Hauptgrund für einen Besuch. Stellt euch eine schmale Schlucht mit 15 Meter hohen Wänden vor, die komplett mit fünf verschiedenen Farnarten bewachsen sind und wie aus einer Dinosaurierwelt aussehen. Und das ist kein Zufall — Steven Spielberg hat hier Szenen für Jurassic Park: Vergessene Welt (1997) gedreht und selbst erklärt, dass es „der schönste Ort der Erde“ sei. Wenn ihr dort steht, versteht ihr sofort warum.
Die Schlucht ist relativ kurz — der Rundweg ist etwa 1,2 km lang und dauert 30–45 Minuten. Aber ihr werdet alle paar Meter stehenbleiben wollen, weil sich die Schönheit der grünen Wände einfach nicht im Schnelldurchlauf erfassen lässt. Bereitet euch auf nasse Füße vor — ihr watet durch den Bach, der durch den Canyon fließt (im Sommer ist er flach, im Winter kann er tiefer sein). Wasserdichte Schuhe oder Wassersandalen sind ein Muss.
Anfahrt: Der Fern Canyon liegt am Ende der Davison Road — etwa 10 km unbefestigte Strecke vom Highway 101. Die Straße ist auch mit einem normalen PKW befahrbar (bei trockenem Wetter), aber sie ist schmal, holprig und stellenweise muss man mit dem Auto durch einen flachen Bach fahren. Im Winter und nach starken Regenfällen ist sie gesperrt. Für das Parken am Gold Bluffs Beach zahlt ihr $12 (ca. 11 €) pro Auto.
Tipp: Kommt früh morgens (idealerweise vor 9:00 Uhr) oder am späten Nachmittag. In der Hauptsaison ist der Parkplatz schnell voll und der Park hat ein Shuttle-System eingeführt — im Sommer 2024 musste man an manchen Tagen den Shuttle vom Prairie Creek Visitor Center nehmen. Überprüft die aktuellen Informationen auf der Website des Parks vor eurem Besuch.
2. Lady Bird Johnson Grove — ein leichter Spaziergang zwischen Riesen

Wenn ihr nur Zeit für einen einzigen Wanderweg im ganzen Park habt, sollte es dieser sein. Der Lady Bird Johnson Grove Trail ist ein 2,2 km langer Rundweg über einen Holzsteg und gut gepflegten Pfad, der euch durch einen Bestand alter Redwoods führt. Es ist ein leichter Spaziergang, der auch für Familien mit Kindern oder weniger sportliche Menschen geeignet ist.
Der Hain wurde nach der First Lady Lady Bird Johnson benannt, die sich für den Schutz der Redwood-Wälder einsetzte. Der Park wurde 1968 offiziell eröffnet und dieser Hain war der Ort der feierlichen Zeremonie. Wenn ihr hier zwischen Bäumen steht, die Hunderte von Jahren alt sind und einen Stammdurchmesser von über 4 Metern haben, versteht ihr, warum für die Rettung dieser Wälder gekämpft wurde.
Ausgangspunkt ist am Ende der Bald Hills Road, etwa 3 km vom Highway 101 entfernt. Die Zufahrt ist asphaltiert und einfach. Rechnet mit 45–60 Minuten für den Spaziergang — aber nehmt euch ruhig mehr Zeit, hier muss man nicht hetzen.
Fun Fact: 1968 wurde hier feierlich eine Gedenktafel enthüllt — die jemand gestohlen hat. Also wurde sie ersetzt. Die wurde auch gestohlen. Die aktuelle Tafel ist somit bereits die dritte. Menschen sind einfach… Menschen. 😅
3. Tall Trees Grove — Begegnung mit Giganten (mit Genehmigung)

Das Tall Trees Grove gehört zu den ehrwürdigsten Orten des Parks — genau hier wurden in den 60er-Jahren die höchsten Bäume der Welt entdeckt, und genau diesem Hain verdankt der gesamte Nationalpark seine Existenz. Die Bäume erreichen hier Höhen von über 100 Metern und sind 500–2.000 Jahre alt. Es fühlt sich ein bisschen an wie das Betreten eines Tempels.
Ihr braucht eine kostenlose Genehmigung (Permit) — diese bekommt ihr im Thomas H. Kuchel Visitor Center in Orick oder im Hiouchi Visitor Center bei Crescent City. Die Anzahl der täglichen Genehmigungen ist begrenzt (ca. 50 Autos), also kommt im Sommer früh morgens für das Permit. Die Genehmigung enthält einen Code für das Schloss am Tor der Tall Trees Access Road.
Die Fahrt zum Trailhead ist etwa 11 km auf einer schmalen Schotterstraße (auch mit normalem PKW befahrbar, nur langsam). Der Trail selbst ist ein 5,3 km langer Rundweg mit etwa 240 Höhenmetern — hinunter ins Tal des Redwood Creek und zurück. Rechnet mit 2,5–3,5 Stunden.
Warum sich der Aufwand lohnt: Das Tall Trees Grove ist deutlich ruhiger als der Fern Canyon oder das Lady Bird Johnson Grove. Dank der limitierten Genehmigungen sind hier nur wenige Menschen und die Bäume sind absolut monumental. Wir standen vor einem Baum mit einem Stammumfang von über 20 Metern und fühlten uns wie Hobbits bei den Ents.
4. Prairie Creek Redwoods und Wapiti-Herden
Der Prairie Creek Redwoods State Park ist wohl der vielfältigste Teil des gesamten Komplexes. Hier findet ihr alte Redwood-Wälder, Küstenwiesen, Wasserfälle und Strände — und das alles auf relativ kleinem Gebiet. Aber der eigentliche Star sind die Roosevelt Elk — Wapiti-Hirsche, die sich hier frei auf den Wiesen direkt an der Straße tummeln.
Elk Prairie (die Wiese beim Elk Prairie Campground und Visitor Center) ist der Ort, wo ihr die Hirsche so gut wie sicher seht. Bullen mit riesigen Geweihen grasen hier gemächlich, während Touristen aus respektvoller Entfernung fotografieren. Und bitte — wirklich aus respektvoller Entfernung! Es sind große Tiere (Bullen wiegen über 400 kg) und während der Brunftzeit (September–Oktober) können sie aggressiv werden. Haltet mindestens 25 Meter Abstand.
Ein weiterer großartiger Ort zur Hirschbeobachtung ist die Davison Road (dieselbe Straße zum Fern Canyon) und der Gold Bluffs Beach, wo die Hirsche gelegentlich direkt am Strand spazieren. Hirsche am Strand mit Nebel im Hintergrund — das ist ein Foto, das ihr allen zeigen werdet. 😁
Vom Prairie Creek Visitor Center starten mehrere schöne Wanderwege — empfehlenswert sind der Prairie Creek Trail (ein schöner leichter Spaziergang entlang eines Baches) und der Revelation Trail (ein kurzer barrierefreier Weg mit sensorischen Erlebnissen).
5. Avenue of the Giants — Straße zwischen Riesen

Die Avenue of the Giants ist eine 51 km lange Panoramastraße, die parallel zum Highway 101 durch den Humboldt Redwoods State Park führt, etwa eine Stunde Fahrt südlich von Orick. Technisch gesehen gehört sie nicht zum Redwood National Park, aber sie liegt so nah und ist so unglaublich schön, dass ihr sie einfach nicht auslassen könnt.
Stellt euch vor, ihr fahrt mit dem Auto und auf beiden Seiten ragen Mammutbäume so mächtig empor, dass ihre Kronen hoch über der Straße zusammenwachsen und ein grünes Gewölbe bilden. Das Licht, das durch die Äste dringt, erzeugt ein Mosaik aus Schatten und Flecken auf dem Asphalt. Es ist wie eine Fahrt durch einen Tunnel aus Bäumen. Ihr fahrt etwa 30 km/h, weil es schneller einfach nicht geht — nicht wegen der Vorschriften, sondern weil ihr ständig anhalten und staunen wollt.
Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Haltepunkte und kurze Wanderwege. Die besten:
- Founders Grove — ein kurzer Weg (0,8 km) zum Founders Tree und dem umgestürzten Dyerville Giant, der einst der höchste Baum der Welt war.
- Rockefeller Forest — der größte verbliebene Bestand alter Redwoods weltweit. Der Bull Creek Flat Trail ist 15 km lang, aber auch ein kurzer Spaziergang lohnt sich.
- Shrine Drive-Thru Tree ($10 pro Auto, ca. 9 €) — ja, es ist eine Touristenfalle, aber ehrlich? Mit dem Auto durch einen Baum fahren macht einfach Spaß. Wenigstens einmal im Leben. 😅
6. Howland Hill Road — die schönste unbefestigte Straße

Wenn die Avenue of the Giants die Hauptstraße ist, dann ist die Howland Hill Road der Geheimtipp für Eingeweihte. Diese 10 km lange unbefestigte Straße führt durch den Jedediah Smith Redwoods State Park und ist — meiner Meinung nach — das Schönste, was der gesamte Park zu bieten hat.
Die Straße ist so schmal, dass sich an manchen Stellen zwei Autos kaum begegnen können. Die Bäume stehen buchstäblich einen Meter von der Fahrbahn entfernt und ihre Stämme sind so mächtig, dass ihr euch wie eine Ameise vorkommt, die zwischen Tischbeinen hindurchläuft. Hier stehen einige der ältesten und größten Redwoods — viele sind über 300 Jahre alt und haben einen Stammdurchmesser von 5 Metern und mehr.
Stout Memorial Grove — ein kurzer Weg (ca. 1 km), der von der Howland Hill Road abzweigt, führt euch zu einigen der imposantesten Bäume. Der Stout Tree ist etwa 100 m hoch und hat einen Durchmesser von über 5 m. Und hier sind erstaunlich wenige Menschen, weil die meisten Touristen die populäreren Attraktionen ansteuern.
Praktischer Tipp: Die Straße ist auch mit einem normalen PKW befahrbar (bei trockenem Wetter), aber Wohnmobile und große Anhänger kommen hier nicht durch. Fahrt langsam (15–20 km/h) und nehmt euch Zeit. Die Fahrt selbst ist schon ein Erlebnis.
7. Simpson-Reed Trail — kurzer Spaziergang für jeden
Wenn ihr nachmittags im Park ankommt und nur noch ein Stündchen Tageslicht habt, geht auf den Simpson-Reed Trail. Es ist eine kurze, leichte Schleife (1,6 km), die direkt am Highway 199 nahe Crescent City beginnt und in 30 Minuten machbar ist.
Für einen so kurzen Weg bietet er überraschend viel — riesige Redwoods, Farne, Moosteppiche und einen stillen Bach. Es ist wie eine Kostprobe des Besten, was der Redwood-Wald zu bieten hat, in kompakter Form. Ideal auch für Familien mit kleinen Kindern oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität (der Weg ist recht eben, wenn auch nicht vollständig barrierefrei).
Nur einen Katzensprung vom Simpson-Reed Trail entfernt findet ihr auch den Peterson Loop Trail (0,6 km) — noch kürzer und ebenfalls wunderschön. Beides schafft ihr in einer Stunde.
8. Enderts Beach — versteckter Strand mit Gezeitenbecken
Der Redwood National Park besteht nicht nur aus Bäumen — er hat auch eine wunderschöne Küste. Enderts Beach ist einer der schönsten Strände der Gegend und überraschend wenig besucht. Der Weg zum Strand (Enderts Beach Trail) ist 2,1 km lang mit etwa 240 Höhenmetern — bergab geht es locker, bergauf kommt man ins Schwitzen.
Am Strand findet ihr Gezeitenbecken (Tide Pools) voller Seeanemonen, Seesterne, Krabben und anderer Meeresbewohner. Die beste Zeit zur Beobachtung ist bei Ebbe — überprüft die Gezeiten vorher (auf der NOAA-Tides-Website).
Vom Strand aus könnt ihr bei klarem Wetter auch Wale auf ihrer Wanderung entlang der Küste beobachten (beste Chancen: Dezember–Mai für Grauwale, Mai–Oktober für Buckelwale). Auch ohne Wale ist es hier wunderschön — Felsküste, Brandung, Nebel und Ruhe.
Zugang: Der Trailhead liegt am Ende der Enderts Beach Road, eine Abzweigung vom Highway 101 direkt südlich von Crescent City. Parken kostenlos.
9. Coastal Trail — Wanderung am Ozean

Wer gerne wandert und einen ganzen Tag auf den Beinen verbringen will, für den ist der Coastal Trail genau das Richtige. Die gesamte Strecke ist über 70 km lang und erstreckt sich entlang der gesamten Parkküste, aber natürlich müsst ihr nicht alles laufen — sie lässt sich wunderbar in Abschnitte aufteilen.
Die beliebtesten Abschnitte:
- Crescent Beach → Enderts Beach (ca. 4 km) — ein einfacher Küstenspaziergang mit Ozeanblick.
- Flint Ridge Section — ein Nebenweg durch den Wald zum Strand, wunderschön und ruhig.
- Hidden Beach — erreichbar über den Coastal Trail, ein kleiner abgelegener Strand umgeben von Felsen. Romantik-Level 100. ☺️
Der Weg ist gut markiert, aber das Gelände ist auf einigen Abschnitten uneben und kann rutschig sein — gute Wanderschuhe sind ein Muss. Nehmt das nicht auf die leichte Schulter, das ist keine Strandpromenade.
10. Newton B. Drury Scenic Parkway — Alternative für Autofahrer
Nicht jeder will (oder kann) auf Wanderwegen laufen. Wenn ihr eingeschränkte Mobilität habt, mit kleinen Kindern unterwegs seid oder einfach die Redwoods bequem vom Auto aus sehen wollt, ist der Newton B. Drury Scenic Parkway eure Antwort.
Diese 16 km lange Straße zweigt vom Highway 101 ab und führt direkt durch Prairie Creek Redwoods. Die Bäume stehen dicht an der Straße, auf den Wiesen grasen Hirsche und vom Auto aus könnt ihr an zahlreichen kurzen Wanderwegen halten (viele davon unter 1 km). Es ist wie die Avenue of the Giants, nur ruhiger und mit weniger Verkehr.
Big Tree Wayside — einer der Haltepunkte am Parkway — bringt euch zu einem Baum, der etwa 93 m hoch ist und über 6,5 m Durchmesser hat. Und das liegt buchstäblich 100 Meter vom Parkplatz entfernt. Wohl der am einfachsten erreichbare Riesenbaum, den ihr jemals zu Gesicht bekommt.
11. Jedediah Smith Redwoods — das wildeste Stück des Parks
Der Jedediah Smith Redwoods State Park im Norden des Komplexes ist der am wenigsten touristisch erschlossene Teil des Parks — und genau deshalb ist er so besonders. Sieben Prozent aller noch existierenden alten Redwoods weltweit wachsen genau hier. Sieben Prozent ALLER. An einem einzigen Ort.
Der nach dem berühmten Entdecker des Wilden Westens benannte Park bietet dichte, dunkle Wälder, in denen die Baumkronen so verflochten sind, dass kaum Licht den Boden erreicht. Der Smith River, der durch den Park fließt, ist der sauberste Fluss Kaliforniens — buchstäblich trinkbar (auch wenn das offiziell nicht empfohlen wird).
Neben der Howland Hill Road (Tipp Nr. 6) und dem Simpson-Reed Trail (Tipp Nr. 7) empfehle ich den Boy Scout Tree Trail — eine 9 km lange Strecke (hin und zurück), die tief in den Wald zum Boy Scout Tree und den Fern Falls führt, einem kleinen von Farnen umgebenen Wasserfall. Der Trail ist mittelschwer und weniger besucht — eine erstklassige Wahl, wenn ihr den Wald ein bisschen für euch haben wollt.
12. Klamath River Overlook — Ausblick auf Ozean und Fluss
Das Klamath River Overlook ist ein Aussichtspunkt, an dem der Klamath River in den Pazifik mündet, und bietet einige der besten Panoramablicke im gesamten Park. Ihr steht auf einer Klippe hoch über der Brandung und unter euch vermischt sich das braungrüne Flusswasser mit dem Blau des Ozeans.
Der Aussichtspunkt ist über die Requa Road erreichbar (Abzweigung vom Highway 101 beim Dorf Klamath). Der Parkplatz ist klein, aber der Ort ist erstaunlich unkompliziert — keine lange Wanderung, keine Genehmigung, ihr parkt einfach und geht ein paar Meter zum Klippenrand.
Es ist auch ein großartiger Ort zur Walbeobachtung, und bei klarem Wetter seht ihr die Küste kilometerweit in beide Richtungen. Ich empfehle, am späten Nachmittag herzukommen — der Sonnenuntergang über dem Ozean ist von hier atemberaubend.
13. Trees of Mystery — Touristenattraktion, die überrascht
Klar, Trees of Mystery ist eine kostenpflichtige kommerzielle Attraktion und man könnte darüber streiten, ob sie hierher gehört. Aber wisst ihr was? Uns hat es dort gefallen. 😁 Der Eintritt kostet $20/Person (ca. 19 €), was nicht wenig ist, aber ihr bekommt einen tollen Skytrail — eine Gondelbahn, die euch hoch über die Baumkronen bringt und eine völlig andere Perspektive auf den Wald bietet.
Vor Ort gibt es auch ein Museum der indigenen Kultur (überraschend gut gemacht und im Eintrittspreis enthalten) sowie einen Pfad mit verschiedenen Baumformationen und kitschigen, aber unterhaltsamen Holzskulpturen. Am Eingang stehen riesige Statuen von Paul Bunyan und seinem blauen Ochsen Babe, vor denen sich absolut jeder fotografieren lässt. Ja, wir auch. Ja, es kam auf Instagram.
Trees of Mystery findet ihr am Highway 101 bei Klamath, ungefähr auf halbem Weg zwischen Orick und Crescent City.
14. Trillium Falls Trail — Wasserfall versteckt im Wald
Der Trillium Falls Trail ist ein weiterer schöner, leichter Rundweg (4,2 km), der euch zu einem kleinen, aber fotogenen Wasserfall führt, versteckt im Redwood-Wald. Der Wasserfall ist etwa 3 Meter hoch — nichts Spektakuläres, aber im Kontext des moosbedeckten Waldes voller Farne und Riesenbäume sieht es aus wie aus einer Fantasywelt.
Der Weg beginnt an der Davison Road (ca. 2 km vom Highway 101) und ist leicht hügelig, aber nichts Anspruchsvolles. Er ist bei Familien beliebt und in 1–1,5 Stunden machbar. Der Parkplatz ist in der Saison oft voll — kommt morgens.
Der Name „Trillium“ stammt von der gleichnamigen Blume (Dreiblatt), die hier im Frühling blüht. Weiße dreilappige Blüten im Unterholz grüner Farne — einfach wunderschön.
15. Crescent Beach und Battery Point Lighthouse

Zum Abschluss der Tipps geht es nach Crescent City — die Ortschaft, die als Ausgangspunkt für den nördlichen Teil des Parks dient. An sich ist sie keine Sensation, aber sie hat zwei Dinge, die einen Stopp wert sind.
Crescent Beach ist ein langer, breiter, halbmondförmiger Strand (daher der Name), von dem aus ihr einen schönen Blick auf die Küste habt und bei gutem Wetter Robben und Seelöwen auf den Felsen beobachten könnt.
Battery Point Lighthouse ist ein historischer Leuchtturm aus dem Jahr 1856, der auf einer felsigen Insel steht, die ihr zu Fuß nur bei Ebbe erreichen könnt. Das ist der spannende Teil — ihr müsst die Gezeiten im Auge behalten, denn wenn ihr das Timing verpasst, kommt ihr entweder nicht hin oder nicht mehr zurück. 😅 Die Führung durch den Leuchtturm kostet $5 (ca. 5 €) und die ehrenamtlichen Guides haben jede Menge Geschichten über Hurrikane, den Tsunami von 1964, der Crescent City traf, und das Leben auf einer abgeschnittenen Insel.
Essen und Trinken rund um den Redwood National Park
Ich bin ehrlich — das hier ist kein kulinarisches Reiseziel. Wir befinden uns im abgelegenen Norden Kaliforniens und die Restaurantauswahl entspricht der Größe der Ortschaften. Aber essen kann man hier durchaus, und ein paar angenehme Überraschungen gibt es auch.
Crescent City
- Good Harvest Cafe — ein nettes Café mit Frühstück und Brunch aus lokalen Zutaten. Hervorragende Omeletts und Kaffee. Wohl die beste Wahl zum Frühstücken in der Stadt.
- Chart Room — Fisch und Meeresfrüchte mit Blick auf den Hafen. Die Clam Chowder (herzhafte Muschelsuppe) ist ausgezeichnet. Preise um die $15–25 pro Hauptgericht (ca. 14–23 €).
- SeaQuake Brewing — Craft-Brauerei mit guten Burgern und lokalen IPAs. Wenn ihr Craft-Bier mögt, werdet ihr zufrieden sein.
Orick und Umgebung
In Orick ist die Auswahl… sagen wir mal begrenzt. Das bekannteste Lokal ist das Palm Cafe & Motel — ein klassischer amerikanischer Diner mit Burgern und Frühstück. Nichts Ausgefallenes, aber nach einem ganzen Tag Wandern im Wald schmeckt euch sowieso alles.
Tipp fürs Picknick: Da Restaurants rar sind, empfehle ich, im Supermarkt in Crescent City oder Eureka einzukaufen und Essen mitzunehmen. Picknicktische findet ihr an den meisten Trailheads und Campingplätzen. Ein Sandwich im Wald zwischen Redwoods schmeckt besser als jedes Restaurant — getestet und bestätigt. ☺️
Eureka / Arcata (wenn ihr die südlichere Route nehmt)
Hier ist die Auswahl deutlich besser:
- Brick & Fire Bistro (Eureka) — hervorragende Holzofenpizza und lokale Weine.
- Restaurant 301 (Eureka, im Hotel Carter) — Fine Dining mit Fokus auf lokale Zutaten. Ein Traum für Foodies.
- Wildberries Marketplace (Arcata) — Bio-Laden mit fertig zubereiteten Gerichten, perfekt zur Versorgung für unterwegs.
Praktische Tipps und Hinweise
Wie viele Tage im Redwood National Park
Für eine grundlegende Besichtigung der Hauptattraktionen braucht ihr mindestens 2 Tage — einen Tag für Fern Canyon + das Prairie Creek-Gebiet und einen für Jedediah Smith + Howland Hill Road. Ideal sind aber 3–4 Tage, in denen ihr auch noch Tall Trees Grove, Avenue of the Giants, die Küstenwege schafft und euch das Tempo gönnen könnt, das diese Landschaft verdient. Das ist kein Ort zum Hetzen.
Packliste
- Schichten-Kleidung — selbst im Sommer kann es morgens 10 °C und nachmittags 20 °C sein, Nebel ändert die Temperatur innerhalb von Minuten
- Wasserdichte Jacke — immer, zu jeder Jahreszeit
- Wasserdichte Schuhe oder Wassersandalen (für den Fern Canyon)
- Gute Wanderschuhe für längere Trails
- Insektenschutz — Mücken und Zecken sind im Wald eine Realität
- Taschenlampe/Stirnlampe — im Wald ist es selbst tagsüber dämmrig und auf den Campingplätzen wird es früh dunkel
- Weitere Tipps findet ihr in unserem Guide wie man nur mit Handgepäck reist
Sicherheit und Tiere
Im Park leben Schwarzbären — sie sind nicht so aggressiv wie Grizzlys, verdienen aber Respekt. Verstaut Essen in Bear Boxes (sind an den Campingplätzen vorhanden), macht im Wald Lärm und füttert NIEMALS Wildtiere. Schlimmer als Bären sind hier allerdings Zecken (Borreliose ist in der Region verbreitet) und Gifteiche (Poison Oak), die entlang der Wege wächst. Lernt, sie zu erkennen — „Leaves of three, let it be“ (Drei Blätter — Finger weg).
Mobilfunk und Internet
Der Empfang im Park ist sehr eingeschränkt bis nicht vorhanden. In Crescent City und Orick funktioniert er einigermaßen zuverlässig, aber sobald ihr in den Wald fahrt, rechnet mit dem Offline-Modus. Ladet euch vorher Offline-Karten herunter (Google Maps und Maps.me) sowie Informationen zu den Wanderwegen. Eine eSIM von Holafly hilft euch mit der Verbindung in den Ortschaften, aber im tiefen Wald hilft nichts mehr.
Reiseversicherung und Gesundheit
Reist auf keinen Fall ohne gute Auslandskrankenversicherung in die USA — medizinische Versorgung in Amerika ist astronomisch teuer. Ein verstauchter Knöchel auf dem Wanderweg und ihr seid schnell bei mehreren Tausend Dollar. Für kürzere Reisen empfehlen wir unsere SafetyWing-Bewertung zu lesen.
Mammutbäume und Küstensequoien — eine kleine Erklärung
Eine der häufigsten Fragen ist, ob Sequoia National Park und Redwood National Park dasselbe sind. Die Antwort: NEIN, und der Unterschied ist wichtig.
Im Redwood National Park wachsen Küstenmammutbäume (Coast Redwoods, Sequoia sempervirens) — das sind die höchsten Bäume der Welt. Der höchste von ihnen, Hyperion, misst 115,9 Meter (etwa die Höhe eines 38-stöckigen Gebäudes). Diese Bäume wachsen in der Nebelzone der nordkalifornischen Küste.
Im Sequoia National Park (im Gebirge der Sierra Nevada, etwa 800 km weiter südlich) wachsen Riesenmammutbäume (Giant Sequoias, Sequoiadendron giganteum) — diese sind die voluminösesten Bäume der Welt. General Sherman ist zwar „nur“ 84 m hoch, aber sein Stamm hat ein Volumen von über 1.400 m³. Es ist wie der Vergleich zwischen einem Basketballspieler und einem Sumo-Ringer — einer ist größer, der andere schwerer.
Beide Arten sind beeindruckend, beide einen Besuch wert, aber es handelt sich um verschiedene Parks an verschiedenen Orten Kaliforniens.
Und was ist mit dem Hyperion? Der höchste Baum der Welt steht tatsächlich irgendwo im Redwood National Park, aber sein genauer Standort wird seit 2022 offiziell nicht mehr veröffentlicht. Der Park hat diese Maßnahme ergriffen, nachdem sich Touristenmassen zu ihm durchgedrängt und die umliegende Vegetation beschädigt hatten. Für den illegalen Zugang zur Schutzzone um Hyperion drohen bis zu $5.000 (ca. 4.700 €) Strafe und bis zu 6 Monate Gefängnis. Also bitte — versucht nicht, ihn zu finden. Jeder Baum im Park ist gleichermaßen faszinierend. ☺️
FAQ — Häufig gestellte Fragen zum Redwood National Park
Was macht den Redwood National Park so besonders?
Der Redwood National Park schützt fast die Hälfte aller verbliebenen alten Küstenmammutbäume — der höchsten Bäume der Erde. Einige Bäume erreichen hier Höhen von über 100 Metern und sind 500 bis 2.000 Jahre alt. Neben den Redwood-Wäldern findet ihr hier eine dramatische Küstenlandschaft, Herden von Wapiti-Hirschen, Gezeitenbecken und eine mit Farnen bewachsene Schlucht, in der Jurassic Park gedreht wurde. Es ist einer der wenigen Orte auf dem Planeten, an dem man sich wie in einer anderen geologischen Ära fühlt.
Wo genau liegt der Redwood National Park?
Die Redwood National and State Parks liegen an der Nordküste Kaliforniens, entlang des Highway 101, etwa 50 km südlich der Grenze zu Oregon. Der Park erstreckt sich in einem schmalen Streifen entlang der Pazifikküste über etwa 80 km von Crescent City im Norden bis Orick im Süden. Er gehört zu den Counties Del Norte und Humboldt im Nordwesten Kaliforniens.
Welche Stadt liegt am nächsten zum Redwood National Park?
Die nächste Stadt ist Crescent City (ca. 7.000 Einwohner) am nördlichen Rand des Parks — hier findet ihr Motels, Restaurants, einen Supermarkt und Tankstellen. Am südlichen Rand liegt die kleine Siedlung Orick mit eingeschränkter Infrastruktur. Die größeren Städte Eureka und Arcata (mit Flughafen) sind etwa 1–1,5 Autostunden südlich des Parkzentrums.
Sind Sequoia National Park und Redwood National Park dasselbe?
Nein! Es handelt sich um zwei völlig verschiedene Parks an unterschiedlichen Orten Kaliforniens, die etwa 800 km voneinander entfernt sind. Im Redwood NP wachsen Küstenmammutbäume (Coast Redwoods) — die höchsten Bäume der Welt. Im Sequoia NP in der Sierra Nevada wachsen Riesenmammutbäume (Giant Sequoias) — die voluminösesten Bäume der Welt. Beide Parks sind einen Besuch wert, aber sie zu verwechseln wäre wie Paris mit Berlin zu verwechseln — beides schön, aber völlig anders.
Was kostet der Eintritt in den Redwood National Park?
Der Eintritt in den Redwood National Park ist komplett kostenlos — es wird kein Eintrittsticket und kein America the Beautiful Pass benötigt (obwohl sich der Pass für andere Nationalparks auf eurer Reise lohnt). Die einzigen Gebühren sind: $12 (ca. 11 €) Day-Use Fee am Gold Bluffs Beach, Campinggebühren ($35/Nacht, ca. 33 €) und die kostenlosen, aber in der Anzahl begrenzten Permits für das Tall Trees Grove.
Kann man den Redwood National Park im Winter besuchen?
Ja, der Park ist ganzjährig geöffnet, aber ein Winterbesuch hat seine Besonderheiten. Rechnet mit häufigem und starkem Regen, möglichen Straßensperrungen (besonders die Davison Road zum Fern Canyon) wegen Überflutungen und Erdrutschen, eingeschränkten Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten. Auf der anderen Seite — im Winter trefft ihr kaum Touristen, der Wald im Regen hat eine mystische Schönheit und die Wapiti-Hirsche sind bei jedem Wetter gleich fotogen.
Wie viele Tage braucht man für den Redwood National Park?
Das Minimum sind 2 Tage, ideal sind 3–4 Tage. In zwei Tagen schafft ihr die Hauptattraktionen (Fern Canyon, Lady Bird Johnson Grove, Prairie Creek, Howland Hill Road). In drei Tagen kommen Tall Trees Grove, Avenue of the Giants und Küstenwege dazu. In vier Tagen könnt ihr euch ein langsameres Tempo gönnen, längere Wanderungen machen und einfach im Wald sitzen und die Atmosphäre aufsaugen — was, ehrlich gesagt, das Beste ist, was ihr hier tun könnt.
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