Österreich ist ein Land, in dem dir alle zwanzig Minuten Fahrt die Kinnlade runterklappt. Du fährst auf der Autobahn, schaust nach rechts – und plötzlich ragt ein schneebedeckter Alpengipfel empor, darunter ein smaragdgrüner See und am Ufer angelt seelenruhig ein älterer Herr Forellen. Und du fragst dich: „Wie konnte ich nur so lange warten, hierher zu kommen?“ 😅
Lukáš und ich sind schon mehrfach durch Österreich gereist – auf verlängerten Wochenenden nach Salzburg, für ein paar Tage zu den Tiroler Bergen und auf einen romantischen Trip zu den österreichischen Seen. Aber erst als wir uns einen richtigen zweiwöchigen Roadtrip durch Österreich gegönnt haben, wurde uns klar, wie unglaublich vielfältig dieses kleine Land ist. In 14 Tagen könnt ihr Wiener Kaffeehäuser genießen, eine Bootsfahrt auf der Donau machen, Hallstatt von der Aussichtsplattform bestaunen, den Grossglockner überqueren, in Alpenseen baden und das Ganze mit steirischem Wein im Süden abrunden.
In diesem Artikel findest du eine komplette Reiseroute für einen 14-tägigen Roadtrip durch Österreich – Tag für Tag, mit konkreten Orten, Restaurants, Unterkunftstipps und Budget. Egal ob du einen Sommerurlaub zu zweit, einen Familienausflug oder ein Solo-Abenteuer planst – dieser Guide spart dir Stunden an Planung. Versprochen. ☺️
Zusammenfassung
- Ideale Dauer des Roadtrips: 14 Tage sind das perfekte Tempo – ihr schafft Wien, die Alpen und den Süden, ohne ständig im Auto zu sitzen.
- Beste Reisezeit: Juni und September – schönes Wetter, offene Bergstraßen, weniger Touristen als im Hochsommer.
- Budget: Rechnet mit ca. 2.400–3.800 € für zwei Personen für 14 Tage (ohne Flüge), je nach Unterkunftstyp.
- Ein Auto ist ein Muss – mit dem Zug kommt ihr nach Wien und Salzburg, aber zu den Seen, auf den Grossglockner und in kleinere Orte gelangt ihr ohne Auto nicht.
- Vignette für Österreich kostet 11,50 € für 10 Tage – ohne droht eine Strafe von bis zu 240 €.
- Top 3 Erlebnisse: Grossglockner Hochalpenstraße (schönste Bergstraße Europas), Hallstatt vom Skywalk, Baden im Wörthersee.
- Worauf ihr achten solltet: Maut auf Bergpässen (wird zusätzlich zur Vignette bezahlt), Parken in der Wiener Innenstadt ist die Hölle, in Hallstatt herrscht Massenandrang – fahrt früh morgens hin.
- Unterkünfte mindestens 2 Monate im Voraus buchen, besonders Hallstatt und das Salzkammergut im Sommer.

Wann fahren und wie den Roadtrip durch Österreich vorbereiten
Österreich ist zu jeder Jahreszeit wunderschön, aber für einen Roadtrip mit dem Auto gibt es einen klaren Gewinner: Juni und September. Im Juni ist es bereits warm genug zum Baden in den Seen (das Wasser der Alpenseen erreicht angenehme 20–24 °C), die Bergstraßen sind offen (der Grossglockner öffnet meist im Mai) und die Touristenmassen sind noch nicht in voller Stärke da. Der September begeistert mit Altweibersommer, weniger Touristen und günstigeren Unterkunftspreisen.
Juli und August sind natürlich auch schön, aber rechnet damit, dass Hallstatt vor Touristen überquillt, die Unterkunftspreise in die Höhe schießen und es an den Seen voll wird. Wer in der Hauptsaison fährt, sollte die Unterkünfte so früh wie möglich buchen.
Frühling (April–Mai) eignet sich für Städte, aber Bergpässe können noch geschlossen sein und zum Baden an den Seen ist es zu kühl.
Anreise nach Österreich und Fortbewegung
Mit dem Auto aus Deutschland ist es am bequemsten – von München nach Wien sind es etwa 4 Stunden, von Nürnberg knapp 5 Stunden. Wir starten den Roadtrip meistens in Wien.
Per Flugzeug – wenn ihr fliegt, fliegt nach Wien. Von deutschen Flughäfen gibt es günstige Verbindungen mit Eurowings, Lufthansa oder Austrian Airlines. Vom Flughafen holt ihr euch ein Mietauto und los geht’s.
Mietwagen: Lukáš und ich haben seit langem gute Erfahrungen mit RentalCars, das wir weltweit nutzen. Es vergleicht die Preise aller Vermieter und zeigt euch die Versicherungen übersichtlich auf einen Blick. Für Österreich empfehle ich:
- Ein Auto mit ausreichend Leistung – ihr fahrt viel bergauf, und einen schwachen Motor dankt euch am Grossglockner niemand.
- Automatik – in den Bergen kommt ihr mit Schaltgetriebe ordentlich ins Schwitzen (buchstäblich und mental 😅).
- Vollkasko ohne Selbstbeteiligung – auf Bergstraßen kann mal ein Steinchen fliegen, da wollt ihr keinen Ärger mit der Selbstbeteiligung.
Worauf beim Fahren in Österreich achten
- Vignette für Österreich: Pflicht auf Autobahnen und Schnellstraßen. Die digitale Vignette für 10 Tage kostet 11,50 €, für 2 Monate 28,90 €. Kauft sie online auf asfinag.at – sie gilt sofort. Ohne Vignette droht eine Strafe von bis zu 240 €!
- Maut auf Bergpässen: Die Grossglockner Hochalpenstraße kostet 41,50 € pro Auto (2025), die Gerlos Alpenstraße 13,50 €. Diese Gebühren fallen ZUSÄTZLICH zur Vignette an.
- Geschwindigkeitslimits: Autobahn 130 km/h, Landstraße 100 km/h, innerorts 50 km/h (mancherorts 30 km/h). Die Bußgelder sind deutlich höher als in Deutschland – 150 € für 30 km/h zu viel innerorts sind Standard.
- Winterausrüstung: Wer im Frühjahr oder Herbst fährt, sollte Schneeketten im Auto haben – auf manchen Bergstraßen sind sie auch außerhalb des Winters Pflicht.
- Parken in Wien: Die gesamte Innenstadt ist eine gebührenpflichtige Parkzone. Sucht euch ein Hotel mit Parkplatz oder stellt das Auto auf einem Park-and-Ride-Parkplatz ab und nutzt die Öffis.
Kosten 14-tägiger Roadtrip Österreich + Unterkünfte
Österreich ist kein günstiges Land, aber es ist auch nicht die Schweiz. Mit vernünftiger Planung lässt sich der Roadtrip in einem akzeptablen Budget bewältigen. Hier eine Orientierung der Kosten für zwei Personen für 14 Tage:
| Position | Budget (für zwei) |
| Unterkunft (13 Nächte) | 1.000–1.800 € |
| Mietwagen (14 Tage) | 320–600 € |
| Benzin | 160–240 € |
| Vignette + Maut | 100–140 € |
| Essen und Trinken | 600–880 € |
| Eintritte und Aktivitäten | 200–320 € |
| Gesamt | ca. 2.400–3.800 € |
Spartipp: Der größte Posten ist die Unterkunft. Wechselt zwischen Hotels und Apartments (im Apartment könnt ihr euch Frühstück selbst machen und spart 15–20 € pro Tag). In den Alpenregionen sucht nach Gasthöfen und Pensionen – sie sind günstiger als Hotels und haben oft fantastische Frühstücke mit lokalen Produkten.
Wo übernachten — allgemeine Tipps
Die Unterkünfte in Österreich haben eine besondere Qualität – selbst die kleinsten Pensionen sind sauber, gemütlich und versprühen diese typische alpine Atmosphäre mit Holzmöbeln und Bergblick. Preislich solltet ihr rechnen mit:
- Wien: 70–130 €/Nacht für ein Doppelzimmer im Zentrum
- Salzburg: 80–140 €/Nacht (im Zentrum teurer)
- Hallstatt und Salzkammergut: 90–160 €/Nacht (in der Saison steigen die Preise)
- Innsbruck und Tirol: 70–120 €/Nacht
- Kleinere Städte (Graz, Wachau, Semmering): 60–100 €/Nacht
Konkrete Unterkunftstipps gebe ich bei jedem Tag separat an.
Tag für Tag: 14-tägige Reiseroute durch Österreich
Und jetzt kommen wir zum Hauptteil – die komplette Route Tag für Tag. Die Reiseroute ist so aufgebaut, dass ihr eine Mischung aus Großstädten, Bergnatur, Seen und kulturellen Erlebnissen bekommt. Die Fahrten dauern meistens unter 2 Stunden, sodass ihr nicht die Hälfte des Urlaubs im Auto verbringt. ☺️
Hier ist die Übersicht der gesamten Route – wohin es geht und wo ihr jede Nacht schlaft. Wenn ihr weniger Zeit habt, schaut euch unsere 7-Tage-Version des Roadtrips an.
| Tag | Route und Transfer | Wo übernachten |
|---|---|---|
| 1.–2. | Wien – Schönbrunn, Belvedere und Zentrum | Wien |
| 3. | Wien → Wachau-Tal (~1,5 Std.) | Wachau |
| 4.–5. | Wachau → Salzburg (~2,5 Std.), Berchtesgaden und Königssee | Salzburg |
| 6. | Salzburg → Hallstatt (~1,5 Std.) | Hallstatt |
| 7. | Hallstatt → Salzkammergut – Alpenseen | Salzkammergut |
| 8. | Salzkammergut → Innsbruck über Kitzbühel (~2,5 Std.) | Innsbruck |
| 9. | Innsbruck → Stubaital | Stubaital |
| 10.–11. | Stubaital → Grossglockner Hochalpenstraße → Zell am See, Krimmler Wasserfälle | Zell am See |
| 12. | Zell am See → Graz (~3 Std.) | Graz |
| 13. | Graz → Wörthersee (~1,5 Std.) | Wörthersee |
| 14. | Wörthersee → Semmering → Rückreise | — |
Tag 1. Wien — Ankunft und erste Kostprobe

Der erste Tag ist Anreisetag, also plant nichts Verrücktes. Kommt in Wien an, checkt ein und macht einen Erkundungsspaziergang. Wenn ihr vormittags ankommt, habt ihr Zeit für mehr – bei Ankunft am Nachmittag reicht es, durch das Zentrum zu schlendern und die Atmosphäre aufzusaugen.
Was ihr schaffen könnt: Spaziert vom Stephansdom (Eintritt frei, Turm 6 €) über den Graben und den Kohlmarkt bis zur Hofburg. Diese Runde dauert etwa eine Stunde zu Fuß und ihr kommt durch die schönsten Ecken der Innenstadt.
Auf einen Kaffee geht ins Café Central (Herrengasse 14) – ja, es ist touristisch, aber die Atmosphäre unter den hohen Gewölben ist es wert. Ein Wiener Melange (ähnlich wie Cappuccino) kostet hier rund 7 €. Wer etwas Authentischeres ohne Touristen sucht, probiert das Café Sperl (Gumpendorfer Str. 11) – das ist unser Lieblings-Wiener-Kaffeehaus. Ältere Kellner, Zeitungen auf Holzständern, Apfelstrudel wie bei Oma.
Zum Abendessen geht zum Figlmüller für das berühmte Wiener Schnitzel – es ist riesig, hängt über den Tellerrand und kostet rund 17–19 €. Reserviert vorher, die Schlangen sind wahnsinnig. Alternativ das Plachutta für Tafelspitz (gekochtes Rindfleisch) – teurer, aber ein kulinarisches Erlebnis.
Wo übernachten in Wien
In Wien empfehle ich eine Unterkunft in der Nähe der Mariahilfer Straße (6. oder 7. Bezirk) – zentrumsnah, viele Restaurants ringsum und Öffis direkt vor der Tür. Das Motel One Wien-Staatsoper hat ein super Preis-Leistungs-Verhältnis, oder probiert das Boutique-Hotel Hotel Motto im 5. Bezirk.
Wer mit dem Auto anreist, sollte ein Hotel mit Parkplatz wählen – Straßenparken in Wien ist ein Albtraum und kostet 2,40 €/Stunde (max. 2 Stunden).
Tag 2. Wien — Schönbrunn, Belvedere und Wein

Heute habt ihr den ganzen Tag für Wien – nutzt ihn voll aus. Startet morgens in Schönbrunn – das Schloss öffnet um 8:30 Uhr und morgens ist es noch ruhig (gegen 10 Uhr rollen die Touristenbusse an). Der Eintritt liegt bei 22–29 € je nach Umfang der Führung. Die Gärten sind kostenlos und wunderschön – geht bis zur Gloriette auf dem Hügel, der Blick über Wien ist fantastisch.
Nachmittags geht weiter zum Belvedere – der Obere Palast beherbergt eine der besten Kunstsammlungen Europas, darunter Klimts „Der Kuss“. Eintritt 16,50 €. Die Gärten sind wieder kostenlos und herrlich zum Spazieren.
Falls noch Zeit (und Energie) bleibt, macht einen Abstecher zum Naschmarkt – das ist Wiens kulinarisches Paradies mit Essen aus aller Welt. Hier könnt ihr günstig zu Mittag essen – probiert das Neni am Naschmarkt für nahöstliche Küche.
Abends macht etwas, das die meisten Touristen auslassen: Fahrt auf ein Glas Wein nach Grinzing oder Nussdorf am Stadtrand. Die Heurigen (Weinschenken) sind typisch wienerisch – ihr sitzt im Garten unter Weinreben, trinkt jungen Wein und esst eine kalte Platte mit lokalen Käsesorten und Schinken. Die Atmosphäre ist unvergesslich. Probiert den Heuriger Mayer am Pfarrplatz – hier soll sogar Beethoven getrunken haben (na gut, vielleicht nicht genau diesen Wein 😅).
Tag 3. Wachau — Donau, Marillen und Weinberge

Morgens packt die Koffer ins Auto und fahrt Richtung Westen – Ziel ist das Wachau-Tal, eines der schönsten Flusstäler Europas (UNESCO). Von Wien aus sind es etwa eineinviertel Stunden.
Haltet in Melk an – das Benediktinerstift Stift Melk thront auf einem Felsen über der Donau und ist ein absolut beeindruckendes Bauwerk. Eintritt 14,50 €, die Besichtigung dauert etwa 1,5 Stunden. Die barocke Bibliothek und der Marmorsaal rauben einem den Atem.
Von Melk fahrt entlang der Donau durch malerische Dörfer wie Spitz an der Donau und Weißenkirchen nach Dürnstein – das ist das blau-weiße Städtchen mit der Burgruine, in der angeblich Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde. Schlendert durch die Gassen, probiert Marillen-Produkte (Marillenlikör, Marillenknödel, Marillenmarmelade – Marillen einfach überall 😁) und haltet in einem der Weinkeller für einen Grüner Veltliner – das ist der typisch österreichische Weißwein, und hier in der Wachau ist er am besten.
Zum Mittagessen empfehle ich das Restaurant Loibnerhof in Unterloiben – ausgezeichnete regionale Küche mit Blick auf die Weinberge. Oder das Landhaus Bacher in Mautern, wenn ihr Fine Dining wollt.
Wer Lust hat, macht eine Schifffahrt auf der Donau von Melk nach Krems (oder umgekehrt) – sie dauert etwa 1,5 Stunden und führt durch den schönsten Abschnitt des Tals. Die DDSG Blue Danube betreibt regelmäßige Verbindungen, der Preis liegt bei ca. 29 € pro Richtung.
Wo übernachten in der Wachau
Übernachtet direkt im Tal – das Gartenhotel & Weingut Pfeffel in Dürnstein hat einen herrlichen Blick auf die Donau und ein eigenes Weingut. Oder probiert das Hotel Richard Löwenherz – ein romantisches Hotel direkt unter der Burgruine.
Tag 4. Salzburg — Mozarts Stadt

Von der Wachau geht es weiter Richtung Westen nach Salzburg – die Fahrt dauert etwa 2,5 Stunden auf der Autobahn. Den Nachmittag widmet ihr der Altstadt.
Salzburg ist kompakt und lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Startet in der Getreidegasse – der berühmten Einkaufsstraße mit den schmiedeeisernen Zunftschildern, wo sich auch Mozarts Geburtshaus befindet (Eintritt 12 €). Schlendert über den Residenzplatz und den Domplatz, gönnt euch einen Kaffee mit Blick auf den Brunnen.
Wer noch Energie hat, fährt mit der Standseilbahn zur Festung Hohensalzburg (Eintritt inkl. Bahn 16,30 €) – eine der größten mittelalterlichen Festungen Europas, und der Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge ist atemberaubend. Wir haben dort fast zwei Stunden verbracht und wollten gar nicht mehr runter.
Zum Abendessen geht ins Stiftskeller St. Peter – angeblich das älteste Restaurant Europas (ununterbrochen in Betrieb seit dem Jahr 803!). Das Essen ist ausgezeichnet, Preise um die 18–28 € pro Hauptgericht. Oder probiert das Triangel in der Wiener-Philharmoniker-Gasse – kleiner, günstiger, lokaler.
Wer noch mehr Tipps für Salzburg möchte, findet bei uns einen ausführlichen separaten Artikel mit detailliertem Guide.
Wo übernachten in Salzburg
Quartiert euch im Zentrum oder am rechten Salzachufer ein – das Hotel am Dom liegt mitten im Herzen der Altstadt, das IMLAUER HOTEL PITTER bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis nahe dem Hauptbahnhof. Für die günstigere Variante probiert das MEININGER Hotel Salzburg City Center.
Tag 5. Salzburg und Umgebung — Berchtesgaden und Königssee

Den zweiten Tag in der Region Salzburg nutzt ihr für einen Ausflug über die Grenze – zum deutschen Berchtesgaden sind es von Salzburg nur 30 Minuten, und es lohnt sich.
Der Königssee ist einer der saubersten Seen Europas – das Wasser ist so klar, dass man den Grund noch in mehreren Metern Tiefe sieht. Nehmt das Elektroboot zur Wallfahrtskirche St. Bartholomä (Hin- und Rückfahrt 19,50 €, dauert ca. 1,5 Stunden inkl. Halt). Die rot-weiße Kirche vor der Kulisse steiler Felswände wirkt wie aus einem Märchen.
Wer Lust auf eine Wanderung hat, fährt mit dem Boot weiter bis ans Ende des Sees nach Salet und wandert zum Obersee (ca. 15 Minuten zu Fuß) – ein kleinerer See in wilderer Umgebung, wunderbar für ein Picknick.
Mittagessen direkt am See – der Stand bei St. Bartholomä verkauft hervorragenden Räucherfisch. Oder haltet auf dem Rückweg in Berchtesgaden im Bräustübl für bayerische Küche an.
Nachmittags könnt ihr noch einen Abstecher zum Kehlsteinhaus (Adlerhorst) machen – Hitlers Teehaus auf dem Berggipfel. Interessant eher aus historischer als architektonischer Sicht, aber die Aussicht ist phänomenal. Achtung – man kommt nur mit einem speziellen Bus hinauf (Preis inkl. Bus ca. 22 €), mit dem Auto gelangt man nicht hin.
Vergesst eure Wanderschuhe nicht – ihr werdet sie praktisch jeden Tag dieses Roadtrips brauchen.
Wo übernachten
Bleibt noch eine Nacht in Salzburg (gleiche Unterkunft wie Tag 4).
Tag 6. Hallstatt — meistfotografierter Ort Österreichs

Von Salzburg nach Hallstatt sind es etwa anderthalb Stunden. Brecht so früh wie möglich auf – das ist der entscheidende Tipp. Hallstatt ist wunderschön, aber in der Saison strömen täglich Tausende von Touristen hin, und ab 10 Uhr vormittags ist es dort irrsinnig voll. Um 8 Uhr morgens habt ihr das Städtchen fast für euch allein.
Hallstatt ist genau so fotogen, wie es auf Instagram aussieht – kleine bunte Häuser, eingezwängt zwischen See und steilem Fels. Spaziert die Hauptgasse entlang, haltet am Aussichtspunkt bei der evangelischen Kirche (DAS ist das ikonische Bild) und wenn ihr euch traut, besucht das Beinhaus in der Michaelskapelle – mit Blumen bemalte und mit Namen beschriftete Schädel sind faszinierend und ein wenig gruselig zugleich.
Die Skywalk-Aussichtsplattform beim Salzbergwerk ist fantastisch – ihr fahrt mit der Standseilbahn hinauf (Eintritt inkl. Salzbergwerk 40 €, nur Bahn und Skywalk 22 €) und von der über dem Abgrund schwebenden Plattform seht ihr Hallstatt, den See und das gesamte Tal. Jeden Cent wert.
Mittagessen: Die Restaurants direkt in Hallstatt sind überteuert und mittelmäßig – klassische Touristenfalle. Besser in Obertraun oder auf dem Weg nach Gosau essen. Wenn ihr doch in Hallstatt essen wollt, ist der Gasthof Zauner wohl die verlässlichste Wahl.
Wichtige praktische Info: In Hallstatt ist Parken schwierig. Der Parkplatz P1 beim Tunnel kostet 12 €/Tag (2025) und ist in der Saison oft schon um 9 Uhr voll. Alternativ parkt in Obertraun oder bei der Standseilbahn und nehmt das Boot nach Hallstatt oder geht zu Fuß.
Wo übernachten bei Hallstatt
Ich empfehle nicht, direkt in Hallstatt zu übernachten – es ist teuer und abends ist dort sowieso nichts los. Besser in Obertraun (10 Min. mit dem Auto) oder Bad Goisern (15 Min.). Das Heritage Hotel Hallstatt ist traumhaft, wenn ihr Luxus wollt. Für ein vernünftiges Budget probiert den Gasthof Pension Hirlatz in Hallstatt oder das Haus Salzkammergut in Obertraun.
Tag 7. Salzkammergut — Seen wie aus dem Märchen

Heute erwartet euch das Schönste, was Österreich zu bieten hat – die Region Salzkammergut mit Dutzenden von Seen, einer schöner als der andere. Falls ihr unseren Artikel über die österreichischen Seen noch nicht gelesen habt, ist jetzt der richtige Zeitpunkt.
Startet am Wolfgangsee – haltet im Ort St. Wolfgang, spaziert am Ufer entlang, und wenn ihr Lust auf ein Retro-Erlebnis habt, nehmt die historische Dampfzahnradbahn Schafbergbahn auf den Gipfel des Schafbergs (ca. 47 € hin und zurück). Der Blick auf sieben Seen vom Gipfel ist wohl das beste Panorama, das ich in Österreich erlebt habe.
Weiter zum Mondsee – der See, der aus dem Film „The Sound of Music“ bekannt ist (die Hochzeitsszene wurde in der Basilika im Ort Mondsee gedreht). Das Wasser ist hier wärmer als in den anderen Seen, und im Sommer schwimmt es sich herrlich.
Der Traunsee ist der größte und tiefste See der Region – das Städtchen Gmunden am Ufer ist zauberhaft, mit dem Seeschloss Ort auf einer kleinen Insel. Gönnt euch hier ein Mittagessen im Seerestaurant am Traunsee direkt am Wasser.
Nachmittags könnt ihr noch am Attersee vorbeifahren – dem größten See im Salzkammergut und im Sommer ein beliebter Badeort. Gustav Klimt hat hier gemalt, und es gibt einen nach ihm benannten Themenweg.
Wo übernachten im Salzkammergut
Ich empfehle eine Unterkunft bei St. Wolfgang oder am Mondsee – beide Orte sind wunderschön zum Übernachten und ihr seid nah an allen Seen. Das Im Weissen Rössl in St. Wolfgang ist ein legendäres Hotel direkt am See (aber hochpreisig). Das Seehotel Lackner am Mondsee bietet ein Zimmer mit Seeblick zu fairem Preis.
Tag 8. Weiterfahrt nach Innsbruck über Kitzbühel

Heute steht eine längere Fahrt nach Westen in Richtung Tirol an – etwa 2,5–3 Stunden, aber unterwegs lässt sich wunderbar anhalten.
Kitzbühel ist ein luxuriöser Skiort, der auch im Sommer bezaubernd ist. Das mittelalterliche Zentrum mit bunten Häusern sieht aus wie aus dem Bilderbuch. Schlendert durch die Hauptstraße, trinkt einen Kaffee in einem der Cafés am Platz und wenn ihr Zeit habt, fahrt mit der Gondel auf den Hahnenkamm (10 € hin und zurück) – im Winter findet hier das legendäre Ski-Abfahrtsrennen statt, im Sommer gibt es schöne Wanderwege.
In Innsbruck kommt ihr nachmittags an. Falls ihr noch nicht dort wart, wird euch Innsbruck mit seiner Kompaktheit und Schönheit überraschen. Spaziert durch die Altstadt – die Maria-Theresien-Straße mit Blick auf schneebedeckte Gipfel ist ikonisch, das Goldene Dachl ist kleiner als erwartet (aber hübsch), und die bunten Häuser entlang des Inn sind aus jedem Winkel fotogen.
Zum Abendessen empfehle ich den Stiftskeller Innsbruck für traditionelle Tiroler Küche (Tiroler Gröstl – eine Pfanne mit Kartoffeln und Fleisch, ca. 16 €) oder Die Wilderin für moderne alpine Gastronomie.
Wo übernachten in Innsbruck
Nala Individuell Hotel – tolles Boutique-Hotel im Zentrum mit modernem Design. Hotel Weisses Kreuz – historisches Hotel mitten in der Altstadt, in dem angeblich sogar Mozart übernachtet hat. Für eine günstigere Variante das Stage 12 in der Nähe des Zentrums.
Tag 9. Stubaital — Alpental wie aus dem Kalender

Heute geht’s ins Stubaital – nur 20 Minuten Fahrt von Innsbruck, und es fühlt sich an, als wärt ihr in eine andere Welt versetzt worden. Steile grüne Hänge, Wasserfälle, Berghütten und eine Luft so klar, dass einem fast schwindelig wird.
Die Hauptattraktion ist der Stubaier Gletscher – mit der Seilbahn geht es auf 3.210 m Höhe, und oben erwartet euch die Aussichtsplattform Top of Tyrol, von der ihr Dutzende Alpengipfel im 360°-Panorama seht. Der Preis für die Seilbahn liegt bei ca. 52 € hin und zurück (2025). Selbst im Sommer liegt hier Schnee und die Temperatur bewegt sich um 0–5 °C, also nehmt eine Jacke mit!
Auf dem Rückweg haltet am Grawa-Wasserfall – dem größten Wasserfall Tirols, der kostenlos vom Parkplatz aus erreichbar ist (5 Min. Fußweg). Ihr steht so nah dran, dass euch der Sprühnebel erfrischt.
Mittagessen auf der Berghütte – in der Dresdner Hütte beim Gletscher oder im Gasthof Grawa unten beim Wasserfall. Die Tiroler Speckknödel sind hier fantastisch.
Nachmittags könnt ihr eine der vielen markierten Wanderwege im Tal gehen oder euch einfach auf eine Terrasse setzen, ein Bier bestellen und die Berge anschauen. Manchmal ist das der beste Plan. ☺️
Wo übernachten
Bleibt noch eine Nacht in Innsbruck (gleiche Unterkunft wie Tag 8) oder fahrt ins Stubaital – das Hotel Stubaierhof in Schönberg ist ein angenehmes Familienhotel.
Tag 10. Grossglockner Hochalpenstraße — schönste Straße Europas

Das ist der Tag, an den ihr euch noch Jahre später erinnern werdet. Die Grossglockner Hochalpenstraße ist eine 48 km lange Bergstraße, die euch auf 2.504 m Höhe bringt und Ausblicke bietet, die einem den Atem rauben. Und zwar wörtlich. Lukáš saß am Steuer und ich habe mich abwechselnd am Sitz festgehalten und wie verrückt fotografiert. 😅
Maut: 41,50 € pro PKW (2025). Bezahlt wird am Einfahrtspunkt. Die Straße ist in der Regel von Mai bis Oktober geöffnet (abhängig von den Schneeverhältnissen – checkt grossglockner.at).
Route: Am schönsten ist es, von Norden über Bruck an der Großglocknerstraße Richtung Süden zu fahren. Haltet an den Aussichtspunkten – es gibt Dutzende, und jeder bietet einen anderen Blickwinkel. Verpasst nicht:
- Edelweißspitze (2.571 m) – höchster mit dem Auto erreichbarer Punkt, 360°-Panorama
- Kaiser-Franz-Josefs-Höhe – Aussicht auf die Pasterze, den größten Gletscher Österreichs, und auf den Großglockner selbst (3.798 m). Hier gibt es auch ein Infozentrum und ein Restaurant.
- Fuscher Törl – Passhöhe mit Denkmal und herrlichem Talblick
Die gesamte Fahrt dauert 2–4 Stunden, je nachdem wie oft ihr anhaltet (und ihr werdet oft anhalten, glaubt mir). Für die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe plant mindestens eine Stunde ein.
Zum Mittagessen esst oben im Restaurant bei der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe oder nehmt ein Picknick mit – an den Aussichtspunkten stehen Bänke mit einem Ausblick, von dem Restaurants im Tal nur träumen können.
Wo übernachten — Zell am See
Nach der Abfahrt vom Grossglockner weiter nach Zell am See (ca. 30 Min.) – ein wunderschöner Ort am See, wo ihr nach dem anstrengenden Tag an der Alpenstraße herrlich entspannen könnt.
Das Hotel Mavida Wellnesshotel & Spa hat Pool und Wellness – genau das, was ihr nach einem Tag am Grossglockner braucht. Das Boutique Hotel steinerwirt1493 liegt direkt im Zentrum von Zell am See mit alpinem Charme.
Tag 11. Zell am See und Krimmler Wasserfälle

Morgens genießt Zell am See – spaziert am Seeufer entlang, fahrt mit der Seilbahn auf die Schmittenhöhe (37 € hin und zurück) mit 360°-Blick auf den See und die umliegenden Dreitausender, oder badet einfach im See (im Sommer erreicht das Wasser angenehme 20–23 °C).
Nachmittags macht einen Ausflug zu den Krimmler Wasserfällen – den höchsten Wasserfällen Österreichs (und unter den höchsten in ganz Europa) mit einer Gesamthöhe von 380 Metern in drei Stufen. Eintritt 6 € (2025), vom Parkplatz zur unteren Stufe sind es 10 Minuten, bis zum oberen Ende dauert der Weg etwa eine Stunde und ist ziemlich steil, aber schön ausgeschildert.
Lohnt es sich? Absolut. Der Moment, wenn ihr vor der mittleren Stufe steht und eine gewaltige Wassermasse nur wenige Meter von euch entfernt in die Tiefe stürzt, ist unbeschreiblich. Nehmt eine Regenjacke oder zumindest eine Kapuze mit – der Sprühnebel des Wasserfalls durchnässt euch bis auf die Haut.
Auf dem Rückweg haltet im Ort Mittersill zum Abendessen – der Gasthof Bräurup hat ausgezeichnete Küche und lokales Bier.
Wo übernachten
Bleibt eine zweite Nacht in Zell am See (gleiche Unterkunft wie Tag 10).
Tag 12. Weiter in den Süden — Graz und steirische Weinberge

Heute steht eine längere Fahrt in den Südosten nach Graz an – etwa 3 Stunden. Aber keine Sorge, Graz ist es wert. Es ist die zweitgrößte Stadt Österreichs, wird aber von Touristen im Vergleich zu Wien und Salzburg völlig übersehen – und das ist schade, denn die Stadt ist wunderschön, hat hervorragendes Essen und eine ganz andere Atmosphäre.
Graz hat ein UNESCO-Zentrum mit Renaissance- und Barockhäusern, eine moderne Kunstszene und die beste kulinarische Tradition Österreichs. Spaziert über den Hauptplatz, steigt auf den Schlossberg (Hügel mitten in der Stadt mit dem Uhrturm – dem Wahrzeichen von Graz, kostenlos) und schlendert am Fluss Mur entlang am futuristischen Kunsthaus Graz vorbei (die Blase sieht aus wie ein Alien, aber irgendwie passt es zur Stadt 😁).
Beim Essen ist Graz absolute Spitzenklasse. Geht auf den Kaiser-Josef-Platz Markt (Bauernmarkt, vormittags) für lokale Käsesorten, Schinken und steirische Kürbis-Spezialitäten. Zum Abendessen empfehle ich Der Steirer – authentische steirische Küche mit Fokus auf lokale Produkte. Ihr Backhendl (Brathähnchen) ist legendär, Preis um die 16 €.
Steirisches Kürbiskernöl – das MÜSST ihr probieren. Dunkelgrün, nussig, völlig anders als Olivenöl. Kauft euch eine Flasche als Mitbringsel (gibt’s auf dem Markt oder in Delikatessenläden überall in der Stadt).
Wo übernachten in Graz
Das Hotel Daniel Graz – modern, designbetont, direkt am Hauptbahnhof. Das Hotel Wiesler – Boutique-Hotel am Murufer mit schönem Ausblick. Für ein kleineres Budget das A&O Hostel Graz oder das Meininger Hotel Graz.
Tag 13. Wörthersee — die alpine Riviera

Von Graz geht es weiter südwestlich zum Wörthersee – dem bekanntesten und wärmsten österreichischen See (ca. 2 Stunden Fahrt). Das Wasser erreicht im Sommer bis zu 27 °C – hier kann man tatsächlich schwimmen, statt nur den großen Zeh reinzuhalten und wegzulaufen.
Der Hauptort am See ist Velden am Wörthersee – ein eleganter Kurort, an dem im Sommer ein Porsche neben dem anderen parkt und die Atmosphäre eher an die italienische Riviera als an Österreich erinnert. Spaziert über die Promenade, gönnt euch ein Mittagessen in einem der Seerestaurants und genießt nachmittags das Baden.
Wer Ruhe sucht, fährt ans Südufer – die Strände sind dort weniger überfüllt. Ein wunderschönes Strandbad ist das Strandbad Maiernigg (Eintritt ca. 7 €).
Klagenfurt (Landeshauptstadt Kärntens, 20 Min. vom Wörthersee) lohnt einen kurzen Abstecher – die Altstadt ist angenehm zum Flanieren, der Lindwurm (Drache) am Hauptplatz ist das Stadtsymbol und im Sommer herrscht lebhafte Atmosphäre.
Zum Abendessen: Das Landhaus Bacher (ja, der gleiche Name wie in der Wachau, aber ein anderes Restaurant 😅) in Velden oder das Restaurant Maria Loretto in Klagenfurt – Terrasse direkt über dem See, romantisches Abendessen mit Blick auf den Sonnenuntergang.
Wo übernachten am Wörthersee
Das Falkensteiner Schlosshotel Velden ist die Luxuswahl mitten in Velden. Das Seepark Hotel hat einen eigenen Badestrand am See. Für ein vernünftiges Budget probiert das Hotel Barry Memle Lakeside Resort oder Apartments am Südufer.
Tag 14. Semmering und Rückreise — letztes Alpenerlebnis

Letzter Tag des Roadtrips – vom Wörthersee fahrt ihr zurück Richtung Nordosten. Die Fahrt nach Wien (oder zur deutschen Grenze) dauert etwa 3,5 Stunden, aber unterwegs legt einen Stopp am Semmering ein.
Der Semmering ist ein historischer Bergkurort, der um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert der Lieblingsrückzugsort der Wiener High Society war. Die Semmeringbahn (UNESCO) ist die erste Bergeisenbahnstrecke der Welt – auch wenn ihr nicht damit fahrt, könnt ihr mit dem Auto entlangfahren und die Viadukte und Tunnel in den grünen Hügeln bewundern.
Haltet am Semmering-Pass an – hier gibt es ein paar Hotels, Cafés und wunderschöne Aussichten nach beiden Seiten. Das Hotel Panhans ist ein Grandhotel der Belle Époque, in dem ihr auf der Terrasse einen stilvollen Kaffee mit Kuchen genießen könnt (der Apfelstrudel hier ist hervorragend).
Wer Zeit für eine kurze Wanderung hat (1–2 Stunden), steigt auf den Sonnwendstein (1.523 m) – vom Parkplatz am Pass ist es etwa eine Stunde hinauf, und der Blick auf die Alpen und das Wiener Becken ist ein wunderbarer Schlusspunkt des Roadtrips.
Nachmittags weiter nach Wien (1 Stunde) oder direkt auf die Heimreise nach Deutschland (von Wien nach München sind es etwa 4 Stunden).
Wo übernachten
Wer noch eine letzte Nacht in Österreich genießen möchte, für den ist das Grand Hotel Panhans am Semmering ein Erlebnis für sich – ein historisches Hotel mit riesigen Zimmern und nostalgischer Atmosphäre. Ansonsten weiter nach Hause oder in Wien übernachten.
Praktische Tipps zum Schluss
Ein paar Dinge, die ich aus eigener Erfahrung gelernt habe und die euch Nerven sparen:
- Ladet euch Offline-Karten herunter – in den Bergen bricht das Mobilfunknetz oft ab. Google Maps oder Komoot können offline navigieren.
- Tragt Schichten – morgens im Tal 25 °C, auf dem Gletscher 0 °C. Eine gute Windjacke und ein Fleece sind auch im Sommer sinnvoll.
- Leitungswasser ist in Österreich hervorragend – ihr müsst kein Wasser in Flaschen kaufen.
- Supermärkte: Hofer (der österreichische Aldi) und Lidl sind am günstigsten für Einkäufe. Spar und Billa sind teurer, haben aber bessere lokale Produkte.
- Deutsch wird überall gesprochen, und in touristischen Gebieten ist Englisch problemlos möglich. Für deutschsprachige Reisende ist die Verständigung natürlich überhaupt kein Thema – ihr seid quasi zuhause, nur mit schönerer Aussicht. 😉
Was einpacken
Wir haben eine ausführliche Anleitung, wie man nur mit Handgepäck reist – das funktioniert sogar für 14 Tage. Für Österreich besonders wichtig: bequeme Wanderschuhe, eine wasserdichte Jacke, Badesachen (Seen!) und ein leichtes Fleece oder Pullover für die Abende in den Bergen.
Reiseversicherung und eSIM
Für Reisen durch Europa empfehle ich eine Reisekrankenversicherung – obwohl ihr als EU-Bürger mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) abgesichert seid, deckt diese nicht alles ab (ein Helikoptertransport vom Berg kann Tausende Euro kosten). Schaut euch unsere SafetyWing-Bewertung an.
Wenn ihr unterwegs mobile Daten ohne Sorgen (und ohne Roaming-Limits) haben wollt, lest unsere Bewertung von Holafly eSIM.
Häufig gestellte Fragen zum Roadtrip durch Österreich
Bevor ihr losfahrt, hier die Antworten auf die Fragen, die unsere Leser rund um den 14-tägigen Roadtrip durch Österreich am häufigsten stellen.
Wann ist die beste Zeit für einen Roadtrip durch Österreich?
Die ideale Zeit ist Juni und September. Im Juni herrscht schönes Wetter, die Bergstraßen sind offen, die Wiesen blühen und die Sommermassen sind noch nicht da. September bietet Altweibersommer, weniger Touristen und günstigere Unterkunftspreise. Juli und August sind auch schön, aber an den Seen und in Hallstatt wird es voll.
Was kostet ein 14-tägiger Roadtrip durch Österreich für zwei?
Orientierungsweise 2.400–3.800 € für zwei Personen ohne Flüge, je nach Unterkunftstyp. Mit Apartments und Selbstversorgung seid ihr am unteren Rand, mit Hotels und Restaurants am oberen. Die größten Posten sind Unterkunft (1.000–1.800 €) und Essen (600–880 €).
Worauf bei der Anreise mit dem Auto nach Österreich achten?
Vor allem auf die Vignette für Österreich – ohne sie droht eine Strafe von bis zu 240 €. Kauft sie online auf asfinag.at. Außerdem aufpassen bei mautpflichtigen Bergpässen (Grossglockner 41,50 €), Geschwindigkeitslimits (Bußgelder sind deutlich höher als in Deutschland) und Parken in Wien (gebührenpflichtige Zone in der gesamten Innenstadt). In den Bergen lieber volltanken – Tankstellen gibt es weniger.
Braucht man für den Grossglockner eine Reservierung?
Nein, für die Grossglockner Hochalpenstraße braucht ihr keine Reservierung – ihr fahrt einfach zur Einfahrt, bezahlt die Maut und los geht’s. Die Straße ist in der Regel von Mai bis Oktober geöffnet. Ich empfehle, morgens zu starten (gegen 8–9 Uhr) – nachmittags ziehen oft Wolken auf und die Sicht wird schlechter.
Wohin in Österreich im Sommer mit Kindern?
Die Region Salzkammergut ist für Familien ideal – warme Seen zum Baden, Seilbahnen, einfache Wanderungen, Picknicks. Zell am See hat eine tolle Infrastruktur für Familien. Der Grossglockner und der Stubaier Gletscher sind dagegen eher etwas für ältere Kinder und Erwachsene.
Reicht eine Woche für Österreich oder braucht man zwei?
Eine Woche reicht für die Kurzversion (Wien–Salzburg–Hallstatt–Innsbruck). Aber in zwei Wochen seht ihr deutlich mehr und sitzt nicht ständig im Auto. Der zweiwöchige Reiseplan ermöglicht es euch, den Süden Österreichs (Graz, Wörthersee), den Grossglockner und weniger bekannte Orte einzubauen, die ihr sonst nicht schaffen würdet.
Braucht man in Österreich ein Auto oder reichen Züge?
Züge in Österreich funktionieren hervorragend zwischen den größeren Städten (Wien–Salzburg–Innsbruck–Graz). Aber für Seen, Bergstraßen, kleinere Dörfer und Natur braucht ihr ein Auto. Für einen Roadtrip dieser Art ist das Auto ein Muss – ohne es würdet ihr den Grossglockner, die Wachau, das Stubaital und die Hälfte der Seen im Salzkammergut verpassen.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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