Komplette Fahrradausrüstung für Radreisen – Was ihr wirklich braucht

Fahrradausrüstung für Radreisen

Unsere Reise mit dem Fahrrad durch Europa begann am Computer. Wir haben recherchiert, welche Fahrradausrüstung man für eine lange Radtour wirklich braucht. Fahrrad, Zelt und Isomatte waren klar – aber wir suchten nach konkreten Tipps, wie man sich die Reise erleichtern kann, und nach cleveren Gadgets, die unterwegs nützlich sein könnten.

Wir haben leider nicht viel gefunden und haben uns deshalb an Experten gewandt. Wir sprachen mit Händlern, Herstellern und erfahrenen Radreisenden und bekamen so eine klare Vorstellung davon, was in keiner Fahrradtasche fehlen darf.

Am Ende sind wir mit einer Ausrüstung losgefahren, die in insgesamt vier Fahrradtaschen, zwei Rucksäcke am Hinterrad und eine Lenkertasche passte. Unser Gepäck enthält alles – vom Werkzeug über Kochausrüstung, Lebensmittel und Gewürze bis hin zu Kleidung und jeder Menge Elektronik (inklusive Drohne), die wir für unsere Arbeit brauchen.

„Weil wir wissen, wie schwierig die Vorbereitung auf eine Radreise ist (in der ersten Woche waren wir jeden zweiten Tag im Laden und kauften nach, was uns vorher nicht eingefallen war), haben wir eine Liste mit allem erstellt, was wir eingepackt haben.“

1) Fahrräder, Taschen und Zubehör

Die Wahl des Fahrrads war das Schwierigste – nicht nur, weil es die größte Investition der ganzen Reise ist. Das Design des Fahrrads beeinflusst alles andere, von den Möglichkeiten der Taschenanbringung bis hin zum Fahrkomfort.

Wir sind keine großen Radfahrer und haben uns deshalb für E-Bikes entschieden. Allein könnt ihr kaum ein gutes Rad auswählen, und selbst mit Beratung im Fachgeschäft für E-Bikes seid ihr euch nicht sicher, wonach ihr greifen sollt. Wir haben uns schließlich für die Marke Ghost entschieden. Obwohl es angeblich eine höherwertige Marke ist, haben wir mit den Rädern ständig Probleme. Je mehr Elektronik, desto mehr Ärger. 🙂

Unsere Drahtesel sind das Ghost Andasol Trekking 5 (Lukáš) und das Ghost Andasol Wave 9 (Luci). Obwohl die angegebene Reichweite 90–215 km beträgt, schaffen wir mit unserer Beladung und dem Gelände maximal 70 km, bevor wir nach einer Ladestation Ausschau halten (90 km sind die Obergrenze, mehr haben wir mit einer Akkuladung nie geschafft).

Fahrradtaschen Sport Arsenal

Fahrradtaschen

Auf einer langen Radtour nehmt ihr jede Menge Sachen mit, die irgendwo verstaut werden müssen. Es gibt zahlreiche Fahrradtaschen und Rucksäcke, die ihr kaufen könnt. Aber es ist leider nicht so einfach, dass ihr in den Laden geht, nach Optik auswählt, einpackt und losfahrt.

Fahrradtaschen werden an Gepäckträgern befestigt, die ihr sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad montieren könnt (zumindest bei den meisten Fahrrädern). Jedes zusätzliche Kilo beeinflusst jedoch stark die Fahreigenschaften, deshalb müsst ihr auf eine gute Gewichtsverteilung achten.

Wir haben uns für Taschen des tschechischen Herstellers Sport Arsenal entschieden, wo man uns sehr gut beraten konnte. Wegen der Tragfähigkeit mussten wir die originalen Gepäckträger (vom Fahrradhersteller) abmontieren und stabilere anbringen.

An jedem Rad haben wir montiert:

Fahrradtaschen Sport Arsenal

Alle Taschen haben wir aus der Reihe „Expeditions-Radtouristik“ gewählt, denn sie sind verschweißt und wasserdicht. Wir transportieren Laptops, Kameras und andere Elektronik, die extrem empfindlich gegen Feuchtigkeit ist. Ohne wasserdichte Taschen hätte ein einziger Regenschauer gereicht und unsere Geräte wären hinüber gewesen.

Fahrradzubehör, auf das wir nicht verzichten können (und ihr auch nicht!)

  1. Ein ordentliches Fahrradschloss, mit dem man bequem zwei Räder zusammenschließen kann. Wir haben eins, das sich nicht einfach durchkneifen lässt – aber ein komplett aus Metall bestehendes schleppen wir nicht mit. Das wäre zu schwer. 🙂
  2. Mindestens zwei Flickzeug-Sets. Eines mit Vulkanisierkleber und eines zum Selbstkleben für den Fall, dass der Kleber eintrocknet (die Selbstklebenden haben bei uns allerdings nicht funktioniert, also wissen wir nicht, wie sinnvoll das ist).
  3. Fahrradwerkzeug. Wir haben einen 15er Schlüssel, ein Inbusschlüssel-Set und Reifenheber dabei.
  4. Kettenöl – ohne geht es nicht. Wir schmieren die Kette jeden zweiten Tag.
  5. Rahmenpumpe. Denn wenn wir einen Platten haben, müssen wir den Reifen wieder aufpumpen!
  6. Kabelbinder zum Zusammenziehen von Kabeln. Wir benutzen sie als Erste Hilfe für alles – vom Befestigen von Gegenständen am Fahrradrahmen bis zum Zentrieren des Schutzbleches.
  7. Erste-Hilfe-Set. Ihr glaubt gar nicht, wie oft man sich schneidet (Lukáš hat sich sogar mit dem Messer ins Bein geschnitten!), sich stößt oder vom Rad fällt.

TIPP: Wohin mit dem Rad in Europa? In diesem Artikel findet ihr Tipps zu den schönsten Radwegen.

2) Campingausrüstung

Hier war die Auswahl einfach, denn wir hatten Víťa von 4camping an unserer Seite – ein erfahrener Reisender. Er hat uns bei der Auswahl von Zelt und Isomatte geholfen.

Zelt Marmot Tungsten UL 3P

Für die Reise brauchten wir idealerweise ein Ultraleicht-Zelt, denn jedes Gramm zählt. Es wiegt 1,9 kg, zusammengefaltet passt es perfekt auf den hinteren Gepäckträger, es ist sehr geräumig und auf- sowie abgebaut haben wir es in fünf Minuten. Hier stellen wir euch das Marmot Tungsten UL 3P vor.

Es ist 229 cm lang und 168 cm breit, sodass wir bequem hineinpassen – zusammen mit all unseren Taschen. Draußen bleiben nur die nackten Fahrräder.

Isomatten Pinguin Skyline L

Wir sind keine Prinzessinnen – in Uganda, auf Hawaii und an anderen Orten, wo wir gecampt haben, schliefen wir auf den einfachsten Isomatten. Aber als wir auf einer Campingmesse eine aufblasbare Isomatte ausprobiert haben, wollten wir keine andere mehr.

Die Pinguin Skyline L ist eine großartige Isomatte mit integrierter Pumpe, die man aufbläst, indem man darauf tritt. Das dauert etwa drei Minuten und wir haben darauf bequem geschlafen – sogar auf steinigem Waldboden. Zusammengepackt misst sie 13 x 32 cm und passt problemlos in eine Fahrradtasche.

Schlafsack

Genau wie beim Zelt ist auch beim Schlafsack das Gewicht die wichtigste Eigenschaft. Mit unserem Trimm Cyklo sind wir zufrieden – er wiegt nur 650 g und ist ideal für sommerliche Temperaturen. Er dient uns gleich gut in warmen Nächten im Flachland wie in kühlen Bergnächten. Die Packmaße sind wirklich minimal: 15 × 24 cm.

Kochset

Ein Kocher ist beim Camping das A und O. Wir mögen die tschechische Marke Pinguin und haben uns deshalb einen Gaskocher von ihr ausgesucht, der freistehend ist. Das heißt, er wird nicht auf die Kartusche geschraubt, sondern steht selbstständig auf drei Beinen. Solche Brenner sind stabiler und tragen auch einen größeren Topf.

Dazu haben wir ein Feuerstahl von Pinguin (denn Streichhölzer können feucht werden) und ein Topfset mit zwei Töpfen.

Vergesst außerdem nicht die Becher (woraus wollt ihr sonst euren Kaffee trinken!), Besteck und Gaskartuschen.

Kochset für Radreisen

3) Kleidung

Am meisten Platz nimmt immer die Kleidung ein. Deshalb wollten wir idealerweise Kleidung, die kompakt, funktionell ist und nicht oft gewaschen werden muss. Auf dem Rad sind Schweißtransport und schnelles Trocknen wichtig – denn wer will schon morgens ein feuchtes Trikot anziehen?

Wir haben uns mit der Sportlinie mit Nanosilber der tschechischen Firma Nanosilver ausgestattet. Am zufriedensten sind wir mit den Socken, denn 3 Paar reichen uns tatsächlich für 10–12 Tage. Das Silber bekämpft effektiv Geruch und organische Verbindungen im Schweiß, sodass Trikot, T-Shirts und Socken morgens immer fast wie frisch gewaschen sind.

Was wir dabei haben:

Für den Fall, dass wir in die Berge kommen, wo es nachts kalt wird (oder es anfängt zu regnen), haben wir die Herrenjacke Marmot Precip Jacket und die Damenjacke Marmot WM Minimalist Jacket dabei. Gerade bei der Fahrradausrüstung für Regen sind gute Jacken unverzichtbar.

Auch wenn wir den ganzen Tag auf dem Rad schwitzen, ziehen wir uns in Städten gerne schick an. Aber auf dem Rad zählt jedes Gramm, deshalb haben wir lange gesucht (Lucka hat gesucht :)) nach dem idealen Kleid für unterwegs. Gefunden hat sie es bei Lady Vyvialová bei Ostrava, die ultraleichte modische Stücke aus Nanomaterialien näht.

Wir haben also zwei Kleider dabei, die fast nichts wiegen (weniger als eine Boxershort!), super bequem sind und schnell trocknen.

Lada Vyvialová ultraleichte Kleidung

4) Clevere Gadgets

Smarter Radhelm Livall

Wir suchten nach einer sicheren Möglichkeit, unterwegs Podcasts zu hören und während der Fahrt zu telefonieren. Livall-Helme haben integrierte Lautsprecher über den Ohren, sodass ihr beim Hören weiterhin die Umgebung, Autos und andere rufende Radfahrer wahrnehmt. Und wenn ihr zwei habt wie wir, könnt ihr über die App miteinander sprechen (dafür braucht ihr allerdings Internet, weshalb wir es wegen des Datenverbrauchs nicht nutzen).

Die Helme haben auch Blinker, dank derer ihr in der Dämmerung gut sichtbar seid. Wenn ihr lernt, sie zu bedienen, könnt ihr nach links und rechts blinken – genau wie Autos.

Rückspiegel für den Helm

Ja, ihr werdet überall angeschaut wie Exoten, aber wir lassen auf unseren Helmrückspiegel nichts kommen. Er ist unser wichtigstes Ausrüstungsstück. Warum ist er besser als ein Spiegel am Lenker? Er ragt nicht seitlich heraus und ihr müsst den Blick nicht von der Straße nehmen (denn ihr seht vor euch im kleinen Spiegel, was hinter euch passiert).

Rückspiegel für den Fahrradhelm

Faltbarer Rucksack

Manchmal kommt es vor, dass wir die Räder irgendwo stehen lassen und zu Fuß einen Ausflug oder Spaziergang machen wollen. Für solche Fälle haben wir faltbare Rucksäcke dabei, die zusammengefaltet so groß wie ein zerknülltes Tuch sind und fast nichts wiegen.

Faltbarer Rucksack

Wenn sie aber ausgepackt werden, passt bequem alles hinein, was wir für einen Ausflug brauchen – und sie haben sogar eine integrierte Regenhülle, falls es anfangen sollte zu regnen.

Polarisierte Sonnenbrillen

Die Sonne kann ein fieser Gegner sein, besonders im Sommer. Auf dem Rad müsst ihr ständig zu 100 % sehen können – egal ob ihr nach Autos hinter euch schaut oder den optimalen Weg sucht. Denn ein einziger spitzer Stein reicht und ihr flickt den Schlauch. Im Fahrradladen haben wir uns polarisierte Sonnenbrillen zugelegt, die blendende Sonnenstrahlen eliminieren und mit denen wir auch bei strahlendem Sonnenschein entspannt fahren können.

Sportflasche mit Silber

Unterwegs mischen wir uns ISO-Drinks und bestimmt kennt ihr das – die Plastikflasche fängt irgendwann an, von innen zu stinken. Am Boden bildet sich eine schwarze Schicht und die Flasche ist hin. Das passiert aber nicht mit Flaschen, die Nanosilber enthalten – deshalb hat jeder von uns eine.

Nanosilver Sportflasche

TIPP: Wenn ihr auch gerne organisierte Radreisen macht, schaut euch den Link an – Radurlaub – und sucht euch die passende Tour aus!

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

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