Jedes Jahr im Winter brechen wir mit der Familie Richtung Süden auf – regelmäßig fahren wir nach Portugal, der Sonne und Wärme entgegen. Letztes Jahr haben wir eine andere Route ausprobiert und uns mehr Zeit gelassen. Mit unserem neun Monate alten Sohn haben wir in Südwestfrankreich Halt gemacht, wo sich die Dune du Pilat erhebt – ein riesiger Sandberg inmitten von Kiefernwald und Ozean. Die Dune du Pilat Frankreich war eigentlich nur als kurzer Zwischenstopp geplant, doch daraus wurde ein mehrtägiges Abenteuer. Die Umgebung hat uns so begeistert, dass wir gleich mehrere Tage geblieben sind – und es nicht bereut haben. (Mehr über unseren Urlaub mit Baby).

Zusammenfassung
- Dune du Pilat ist die höchste Sanddüne Europas (110 Meter) und bewegt sich jedes Jahr 1 bis 5 Meter in Richtung Wald
- Die beste Besuchszeit ist früh morgens oder bei Sonnenuntergang, um Menschenmassen und Hitze zu vermeiden – in der Nebensaison (September–Oktober, April–Mai) herrscht absolute Ruhe
- Mit kleinen Kindern ist der Aufstieg machbar – von April bis November gibt es eine Holztreppe mit 160 Stufen, Kinder ab 3 Jahren schaffen es allein, kleinere Kinder können in der Trage mitgenommen werden
- Die Umgebung bietet zahlreiche Aktivitäten: das Naturreservat Banc d’Arguin, den Leuchtturm am Cap Ferret, das Vogelschutzgebiet in Le Teich und wunderschöne Austern-Dörfer
- Unterkünfte sind außerhalb der Hauptsaison günstiger – es gibt Campingplätze, Ferienwohnungen und Luxushotels; Parkgebühren an der Düne betragen 4–8 Euro, der Eintritt auf die Düne ist kostenlos
Wo genau liegt Dune du Pilat und wie kommt man hin
Die Dune du Pilat liegt an der französischen Atlantikküste im Département Gironde, genauer gesagt in der Gemeinde Pyla-sur-Mer unweit der Stadt Arcachon. Wenn du aus Bordeaux anreist (was wahrscheinlich die nächstgrößere Stadt auf deiner Route ist), erwartet dich eine angenehme Fahrt von etwa 66 Kilometern, die mit dem Auto 40 bis 50 Minuten dauert. Die Straße führt größtenteils durch Kiefernwälder, die typisch für diese Region Aquitaniens sind. Wer aus Deutschland anreist, kann bequem über die Autobahn nach Bordeaux fahren – von Frankfurt sind es rund 1.100 Kilometer, alternativ gibt es Direktflüge nach Bordeaux-Mérignac von mehreren deutschen Flughäfen. Wir sind hier auf unserer jährlichen Fahrt nach Portugal durchgekommen, und ich muss sagen, dass sich der Routenwechsel absolut gelohnt hat.
Was ist Dune du Pilat und warum lohnt sich ein Besuch
Die Dune du Pilat ist die höchste Sanddüne in ganz Europa mit einer Höhe zwischen 100 und 115 Metern. Stell dir eine Sandwand vor, höher als ein dreißigstöckiges Gebäude. Und was noch bemerkenswerter ist – diese Düne ist nicht statisch. Jedes Jahr bewegt sie sich 1 bis 5 Meter landeinwärts, also zum Kiefernwald hin. Der Wind trägt den Sand bei Ebbe vom Strand ab und häuft ihn allmählich auf der Düne an, die so langsam den Wald „verschlingt“. Einige Bäume sind schon halb unter Sand begraben und sehen aus wie gespenstische Skelette.
Wie die Dune du Pilat entstanden ist
Die Entstehung dieser riesigen Düne ist eine faszinierende Geschichte, die Tausende von Jahren zurückreicht. Die Dune du Pilat entstand durch eine Kombination aus Meeresströmungen, Wind und geologischen Veränderungen. Der Sand stammt von der Küste und wurde durch Wellen und Strömungen aus dem Südwesten herangetragen. Bei Ebbe trocknet der Wind den Sand an den Stränden aus und trägt ihn landeinwärts, wo er sich ansammelt. Dieser Prozess dauert bis heute an – die Düne ist buchstäblich lebendig und verändert sich ständig.
Interessant ist auch, dass sich unter dem Sand Überreste der Vergangenheit verbergen. Während des Zweiten Weltkriegs bauten die Deutschen an dieser Küste Betonbunker, die das Ufer vor einer Invasion schützen sollten. Einige dieser Bunker liegen heute am Strand unterhalb der Düne, wohin der Sand sie getragen hat. Weitere sind tief im Sand begraben. Es ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie mächtig die Natur sein kann.
Was mitnehmen und wie sich auf den Aufstieg vorbereiten
Das ist wirklich wichtig, besonders wenn du mit einem kleinen Kind unterwegs bist. Auf dem Gipfel der Düne gibt es absolut nichts – keinen Schatten, keine Toiletten, keinen Wasserstand. Du musst also perfekt vorbereitet sein. Bei unserem Besuch mit unserem neun Monate alten Sohn haben wir einen ordentlichen Rucksack gepackt, und glaubt mir, jedes einzelne Teil kam zum Einsatz.
Was du unbedingt mitnehmen solltest
- Wasser, und zwar reichlich – Wenn du im Sommer kommst, rechne damit, dass es auf der Düne unerträglich heiß wird. Der Sand erhitzt sich auf bis zu 50 °C und es gibt keinen Schattenplatz. Ich empfehle mindestens anderthalb Liter Wasser pro Person, wenn du länger als eine Stunde bleiben möchtest.
- Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor – LSF 50+ ist Pflicht. Die Sonne reflektiert vom Sand und du bekommst viel schneller einen Sonnenbrand als an einem normalen Strand.
- Kopfbedeckung – Hut oder Mütze braucht jeder. Unser Kleiner hatte eine Kappe mit Schirm und Nackenschutz.
- Sonnenbrille – Die Reflexionen vom Sand sind wirklich stark, und ohne Brille ist es unangenehm.
- Geeignetes Schuhwerk – Der Sand ist im Sommer glühend heiß, also sind Sandalen oder leichte Schuhe ein Muss. In Foren empfehlen erfahrene Besucher entweder Laufschuhe oder gut sitzende Sandalen. Barfuß gehen birgt ein hohes Risiko für Verbrennungen an den Fußsohlen. Außerdem findet man auf der Düne gelegentlich Glasscherben von rücksichtslosen Touristen.
- Decke oder Strandmatte – Wenn du dich auf dem Gipfel ausruhen oder hinsetzen möchtest, wirst du eine Unterlage zu schätzen wissen.
- Babytrage oder ergonomisches Tragetuch – Für Eltern mit kleinen Kindern ist das unverzichtbar. Unser Sohn wog etwa 9 Kilo, und der Aufstieg über 160 Stufen mit ihm auf dem Arm wäre ziemlich anstrengend gewesen. In der ergonomischen Trage war es absolut kein Problem.

Wann kommen: Beste Tageszeit und Jahreszeit
Das ist eine der wichtigsten Informationen, die ich von französischen Eltern in Diskussionsforen gelernt habe. Die Dune du Pilat ist nämlich im Sommer (Juli und August) buchstäblich überlaufen. Es können mehrere Tausend Besucher pro Tag dort sein. Wenn du nicht Teil dieser Massen sein willst, musst du den richtigen Zeitpunkt wählen.
Sommermonate (Juli, August)
Wenn du in der Hauptsaison anreist, ist es am besten, sehr früh morgens aufzubrechen – idealerweise um den Sonnenaufgang herum oder eine Stunde danach. Zu dieser Zeit sind noch relativ wenige Leute auf der Düne, der Sand ist nicht aufgeheizt und du hast Ruhe zum Genießen. Die zweite Möglichkeit ist, gegen vier Uhr nachmittags zu kommen und bis zum Sonnenuntergang zu bleiben. Der Sonnenuntergang auf der Dune du Pilat ist laut allen Reisenden etwas absolut Zauberhaftes – der Himmel färbt sich in Gold-, Orange- und Violetttöne, die Luft wird angenehmer und die Atmosphäre ruhiger. Rechne nur damit, dass der Abstieg im Dunkeln etwas anspruchsvoller ist, also nimm eine Stirnlampe oder die Taschenlampe deines Handys mit.
Nebensaison (September–Oktober, April–Mai)
Das ist meiner Meinung nach die absolut beste Zeit für einen Besuch der Dune du Pilat. Wir waren im Herbst dort und es war perfekt. Das Wetter ist immer noch angenehm (Temperaturen um 15–20 °C), es gibt nur einen Bruchteil der Touristen im Vergleich zum Sommer und die gesamte Atmosphäre ist viel entspannter. Die Treppe ist noch installiert (von April bis November), sodass der Aufstieg einfach ist. Der Ozean hat wunderschöne Farben und die Luft ist klar.
Winter (November–Februar)
In den Wintermonaten herrscht auf der Dune du Pilat eine ganz andere Atmosphäre. Die Treppe ist nicht mehr installiert, sodass man über den Sand hinaufsteigen muss. Das ist anstrengender, aber zugleich ein authentischeres Erlebnis. Die Temperaturen liegen bei 10–12 °C, was beim Bewegen gar nicht so unangenehm ist. Es gibt kaum Touristen und man hat die Düne praktisch für sich allein. Wer Ruhe mag und nicht aufs Baden im Ozean angewiesen ist, findet hier eine großartige Alternative.
Aufstieg auf die Düne mit kleinem Kind: Unsere Erfahrung
Das war unsere größte Sorge vor dem Besuch – schaffen wir das mit einem neun Monate alten Sohn? Die Antwort ist ein klares Ja, und es war sogar einfacher, als wir erwartet hatten.
Von April bis November ist an der Düne eine Holztreppe mit 160 Stufen installiert. Die Stufen sind recht gut gemacht, haben ein Geländer und sind ausreichend breit. Der Aufstieg dauert in gemütlichem Tempo etwa 10 bis 15 Minuten. Wir sind noch langsamer gegangen, weil wir Trinkpausen eingelegt haben und unseren Sohn ab und zu die Beinchen strecken ließen.
Praktische Tipps für Eltern mit Kleinkindern
Französische Eltern geben in Blogs und Foren einige nützliche Ratschläge, die sich bei uns tatsächlich bewährt haben:
- Benutze eine Babytrage oder ein ergonomisches Tragetuch – Mit einem Kind auf dem Arm die Treppe hochzusteigen ist erschöpfend. In der Trage hast du die Hände frei und das Kind hat besseren Halt.
- Nimm mehr Wasser mit – Kinder müssen öfter trinken, besonders bei Wärme.
- Gib dem Kind eine Kopfbedeckung – Kleine Kinder überhitzen schneller als Erwachsene.
- Scheue dich nicht vor Pausen – Es ist kein Wettrennen. Halte an, trink etwas, schau dich um.
- Nimm Wickelunterlage und Windeln mit – Auf der Düne gibt es keine Toiletten, also ist es gut, etwas zum Unterlegen dabei zu haben, falls du wickeln musst.
Was Kinder an der Düne lieben
Das absolute Highlight für Kinder ist laut französischen Eltern der Abstieg von der Düne. Während der Aufstieg etwas anstrengend ist, ist der Abstieg purer Spaß. Ältere Kinder (ab 3 Jahren) lieben es, im Sand zu rutschen, herunterzurennen und in den weichen Sand zu „springen“. Es ist für sie wie ein riesiger Sandkasten. Unser Sohn war noch zu klein, aber wir haben viele Kleinkinder gesehen, die sich im Sand wälzten und völlig begeistert waren. Rechne damit, dass du danach viel Wäsche waschen musst – Sand kommt wirklich überallhin.
Französische Mütter empfehlen in Foren auch, ein einfaches Spielzeug mitzunehmen – etwa einen Eimer und eine Schaufel. Die Kinder können dann auf dem Gipfel der Düne eine Weile spielen, während du dich ausruhst und die Aussicht genießt.
Was du vom Gipfel siehst: Blick auf drei Welten
Wenn du endlich den Gipfel der Dune du Pilat erreicht hast, wirst du mit einem Ausblick belohnt, den du so schnell nicht vergessen wirst. Von dort oben siehst du drei völlig unterschiedliche Landschaften auf einmal:
Im Osten erstreckt sich der endlose Kiefernwald Les Landes – der größte künstlich angepflanzte Wald Europas. Er reicht, so weit das Auge blickt, und stellenweise sieht man, wie die Düne allmählich die Bäume „verschlingt“.
Im Westen und Süden liegt der Atlantische Ozean in seiner ganzen Pracht vor dir. Wellen brechen am Ufer und die Farbe des Wassers wechselt je nach Tageszeit und Wetter von Azurblau bis Tiefblau. Direkt vor dir siehst du den Banc d’Arguin – eine geheimnisvolle Sandbank, die sich mit Ebbe und Flut verändert.
Im Norden öffnet sich der Blick auf das Bassin d’Arcachon mit seinen kleinen Dörfern, dem Hafen und den typischen Holzhütten auf Stelzen, die „cabanes tchanquées“ genannt werden. In der Ferne erkennt man auch den Leuchtturm am Cap Ferret.
Wir standen dort oben und konnten unseren Augen einfach nicht trauen. Es ist einer dieser Momente, in denen man begreift, wie schön die Welt ist. Und unser kleiner Sohn? Der schlief selig in der Trage und hatte keine Ahnung, welch atemberaubender Ausblick sich hinter seinem Rücken auftat.
Wo man essen und sich erfrischen kann
Im Bereich am Parkplatz direkt unterhalb der Dune du Pilat findest du mehrere Stände und Restaurants, die Essen und Getränke anbieten. Es ist nichts Luxuriöses, aber für eine schnelle Stärkung reicht es. Du kannst dir Folgendes gönnen:
- Tekoa Dune – Bietet Salate, Poké Bowls, Burger aus regionalen Zutaten und hausgemachte Limonaden
- Le Snack de la Dune – Einfache Snacks, Sandwiches, Salate, Getränke
- L’Avant-Goût – Crêpes, hausgemachtes Eis, warme und kalte Sandwiches
- Oyster & Tapas – Hier kannst du frische Austern aus dem Bassin d’Arcachon und weitere Meeresfrüchte-Spezialitäten probieren
Wir haben Sandwiches und hausgemachte Limonade genommen und es war völlig ausreichend. Die Preise sind touristisch, aber nicht übertrieben – rechne mit 8–15 Euro pro Person für einen Snack.
Wenn du richtig gut essen möchtest, empfehle ich einen Abstecher in die umliegenden Dörfer oder nach Arcachon. Dort findest du viele ausgezeichnete Restaurants mit Schwerpunkt auf Meeresfrüchten und regionalen Spezialitäten.
Gastronomie in der Umgebung
Die Gegend rund um Arcachon ist berühmt für ihre Austern. Das Bassin d’Arcachon ist eines der größten Austernzuchtgebiete in Frankreich. Wenn du Austern magst, solltest du sie hier unbedingt probieren – sie sind frisch, köstlich und erschwinglich. Du kannst sie direkt beim Erzeuger an kleinen Ständen kaufen oder im Restaurant genießen.
Eine weitere lokale Besonderheit sind die Pinasses – keine Speise, sondern traditionelle Holzboote, die die Einheimischen zum Fischen und für den Transport auf dem Bassin nutzen. Oft sieht man, wie Touristen damit auf Ausflüge mitgenommen werden.
Parken und Eintritt: Was kostet es
Der Zugang zur Düne selbst ist völlig kostenlos. Das ist eine tolle Nachricht, denn du kannst kommen, wann du willst, und so lange bleiben, wie du möchtest, ohne Eintritt zu zahlen. Bezahlen musst du lediglich für das Parken an der Düne.
Parkgebühren
- 2 Stunden: etwa 4 Euro
- 6 Stunden: etwa 8 Euro
- Ganzer Tag: rund 10 Euro
- Die Preise können je nach Saison und Fahrzeuggröße leicht variieren
Für Wohnmobile oder Wohnwagen ist die Gebühr höher – rechne mit etwa 12–15 Euro pro Tag. Der Parkplatz ist recht groß und selbst in der Hauptsaison findest du meist einen Platz, auch wenn du möglicherweise etwas weiter von der Treppe entfernt parken musst.
Unser Tipp: Wenn du sehr früh morgens ankommst (gegen 7–8 Uhr), kannst du manchmal kostenlos parken, weil die Automaten noch nicht in Betrieb sind oder die Kontrolleure noch nicht vor Ort. Das ist kein offizieller Rat, aber wir haben einige Leute gesehen, die es so gemacht haben.
Wo übernachten: Vom Campingplatz bis zum Luxushotel
Als wir uns entschieden, einige Tage in der Umgebung der Dune du Pilat zu bleiben, begannen wir mit der Unterkunftssuche. Das Angebot ist wirklich vielfältig und hängt vor allem von deinem Budget und deinen Vorlieben ab.
Campingplätze und Stellplätze
Wenn du mit dem Wohnmobil unterwegs bist oder Camping magst, findest du in der Nähe von Pyla-sur-Mer mehrere hervorragende Plätze:
- Camping de la Dune „Les Flots Bleus“ – Liegt wirklich nah an der Düne, hat direkten Strandzugang und bietet Stellplätze für Zelte und Wohnwagen. Die Preise beginnen bei etwa 25–40 Euro pro Nacht je nach Saison.
- Camping Clicochic Petit Nice – Hat ausgezeichnete Bewertungen von Familien mit Kindern, bietet Mobilheime, Spielplatz und Pool. Die Preise für Mobilheime starten ab 60 Euro pro Nacht in der Nebensaison.
- Pyla Camping – Ein weiterer beliebter Campingplatz mit guter Ausstattung und freundlichem Personal.
Ferienwohnungen und Ferienhäuser
Wir haben uns letztendlich eine Ferienwohnung über Booking.com etwa 2 Kilometer von der Düne entfernt gemietet. Wir hatten eine Zweizimmerwohnung mit Küchenzeile für 80 Euro pro Nacht (außerhalb der Saison). Das erwies sich als die beste Variante – wir hatten Privatsphäre, konnten selbst kochen und es gab genug Platz für unseren Sohn zum Herumkrabbeln. In der Hauptsaison würde die gleiche Wohnung leicht 150–200 Euro pro Nacht kosten, weshalb ich auf jeden Fall empfehle, außerhalb von Juli und August zu reisen.
Luxushotels für besondere Anlässe
Wenn du dir etwas Außergewöhnliches gönnen möchtest, findest du in Pyla-sur-Mer zwei wunderschöne Fünf-Sterne-Hotels:
La Co(o)rniche – Dieses Hotel ist direkt am Hang der Düne gebaut und hat einen unglaublichen Blick auf den Banc d’Arguin und den Ozean. Es verfügt über 29 luxuriöse Zimmer, ein hervorragendes Restaurant mit Schwerpunkt auf Meeresfrüchten und eine Bar mit Live-Musik. Die Zimmerpreise beginnen bei etwa 300–400 Euro pro Nacht, aber der Ausblick und das Erlebnis sind es wert.
Ha(a)ïtza – Dieses neue Luxushotel hat 38 Zimmer, ein eigenes Spa und das Michelin-Restaurant Le Skiff Club mit zwei Sternen. Es ist ein Ort für echte Gourmets und Liebhaber guten Essens.
Wir haben diese Hotels nicht ausprobiert, aber von außen angesehen – und sie sehen wirklich atemberaubend aus. Vielleicht beim nächsten Mal, wenn unser Sohn älter ist.
Was man in der Umgebung unternehmen kann: Einige Tage reichen nicht
Als wir unsere Reise planten, dachten wir, wir würden die Dune du Pilat an einem Nachmittag besuchen und dann weiterfahren. Was für ein Irrtum! Die Umgebung des Bassin d’Arcachon ist so schön und bietet so viele Aktivitäten, dass wir letztendlich vier Tage geblieben sind und trotzdem das Gefühl hatten, nicht alles gesehen zu haben.
Banc d’Arguin: Die geheimnisvolle Sandbank
Wenn du auf dem Gipfel der Dune du Pilat stehst und Richtung Ozean blickst, siehst du vor dir eine lange Sandbank, die wie schwebend auf dem Wasser zu liegen scheint. Das ist der Banc d’Arguin – ein Naturschutzgebiet, das Hunderten von Vogelarten ein Zuhause bietet.
Der Banc d’Arguin verändert sich ständig mit Ebbe und Flut. Bei Ebbe ist es eine riesige Sandbank von etwa 4 Kilometern Länge und 2 Kilometern Breite. Bei Flut liegt der größte Teil unter Wasser und nur eine kleine Insel bleibt übrig. Es ist die Heimat von Watvögeln, insbesondere Silbermöwen, Reihern und vielen weiteren Arten.
Du kannst mit dem Boot dorthin gelangen. Lokale Anbieter bieten Ausflüge auf traditionellen Holzbooten, den sogenannten Pinasses, an. Die Überfahrt dauert in der Regel 30–45 Minuten und auf der Sandbank verbringt man ein bis zwei Stunden. Du kannst dort ruhiges Wasser genießen, das viel sanfter ist als auf der Ozeanseite, Vögel beobachten und absolute Stille erleben. Die Preise liegen zwischen 15 und 30 Euro pro Person je nach Dauer des Ausflugs.
Wir haben diesen Ausflug mit unserem kleinen Sohn nicht gemacht, weil wir Bedenken wegen seiner Reaktion auf das Boot hatten, aber wir haben viele Familien mit kleinen Kindern gesehen, die völlig begeistert zurückkamen.
Cap Ferret: Leuchtturm, Austern und entspannte Atmosphäre
Auf der anderen Seite des Bassin d’Arcachon liegt Cap Ferret – eine schmale Halbinsel mit unverwechselbarer Atmosphäre. Es ist das genaue Gegenteil des geschäftigen Arcachon – ruhig, authentisch und wunderbar malerisch.
Der Leuchtturm Cap Ferret ist die Hauptattraktion. Er wurde 1947 erbaut (der ursprüngliche Leuchtturm von 1849 wurde von den Deutschen im Zweiten Weltkrieg zerstört) und hat 258 Stufen. Der Ausblick vom Gipfel ist absolut atemberaubend – auf einer Seite siehst du den Ozean, auf der anderen das Bassin d’Arcachon und in der Ferne die Dune du Pilat. Der Eintritt beträgt 7 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Kinder. Der Leuchtturm ist täglich außer montags geöffnet.
Die Austernfarmen sind ein weiterer Grund, Cap Ferret zu besuchen. Die lokalen Erzeuger züchten hier seit Generationen Austern. Du kannst frische Austern direkt bei ihnen kaufen – zu einem Bruchteil des Preises, den du im Restaurant zahlen würdest – etwa 5–8 Euro pro Dutzend je nach Größe. Viele öffnen sie dir vor Ort, und du kannst sie mit etwas Zitrone und einem Stück Brot genießen. Ein authentisches Erlebnis, das du dir nicht entgehen lassen solltest.
Die Strände am Cap Ferret sind ruhiger als auf der Ozeanseite. Das Wasser ist sanfter, wärmer und ideal für kleine Kinder. Wir haben dort einen Nachmittag verbracht und es war wunderbar – unser Sohn hat den Sand genossen und wir hatten Ruhe.
Dorthin kommst du entweder mit dem Auto (die Fahrt um das Bassin dauert etwa eine Stunde) oder mit dem Boot – mehrmals täglich fährt eine Fähre von Arcachon nach Cap Ferret. Die Bootsfahrt dauert 30 Minuten und ist ein tolles Erlebnis. Der Preis liegt bei etwa 7–10 Euro pro Person, Kinder unter 2 Jahren fahren kostenlos.
Le Teich: Paradies für Vogelbeobachter
Etwa 25 Kilometer von der Dune du Pilat entfernt befindet sich die Réserve Ornithologique du Teich – ein Vogelschutzgebiet, das zu den besten in Europa gehört. Es beherbergt mehr als 300 Vogelarten und jedes Jahr ziehen bis zu 300.000 Vögel während der Migration durch.
Das Reservat bietet 6 Kilometer sorgfältig angelegte Wege mit 20 Beobachtungsständen. Du kannst dort mit dem Kinderwagen gehen (die Wege sind gut ausgebaut) und problemlos 3–4 Stunden mit Naturbeobachtung verbringen. Der Eintritt beträgt 9,60 Euro für Erwachsene und 7,40 Euro für Kinder.
Wir haben dort einen Vormittag verbracht und es war wunderbar. Unser Sohn schlief die meiste Zeit im Kinderwagen, während wir Reiher, Schwäne, Enten und viele andere Vögel beobachteten. Für Kinder gibt es einen speziellen Lehrpfad namens „Rouge Gorge“, der so gestaltet ist, dass Kinder die Natur spielerisch entdecken.
Die beste Besuchszeit ist im Frühling (März–Mai) oder im Herbst (September–Oktober), wenn die Zugvögel unterwegs sind.
Arcachon: Stadt mit Geschichte und Charme
Die Stadt Arcachon selbst ist einen Besuch wert. Im 19. Jahrhundert war sie ein mondäner Badeort der reichen Pariser und hat bis heute eine wunderschöne Architektur aus dieser Zeit bewahrt.
Die Ville d’Hiver (Winterstadt) ist das schönste Viertel Arcachons. Es liegt auf dem Hügel über der Stadt und ist voller bunter Villen aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Manche sind im Schweizer Stil, andere haben maurische Elemente – ein architektonisches Freilichtmuseum. Du kannst dort spazieren gehen und die Häuser bewundern (die meisten sind privat, sodass man nicht hineinkommt).
Die Markthallen und Märkte sind ein weiterer Grund, nach Arcachon zu kommen. Jeden Tag außer montags gibt es eine Markthalle mit frischem Fisch, Austern, Gemüse, Käse und weiteren regionalen Produkten. Ein großartiger Ort, um frische Lebensmittel einzukaufen, wenn du selbst kochen oder ein Picknick genießen möchtest.
Die Strände in Arcachon sind ruhiger als auf der Ozeanseite bei der Düne. Das Wasser im Bassin ist wärmer und ohne große Wellen, also ideal für Familien mit kleinen Kindern.
Praktische Tipps, die wir gelernt haben
Nach mehreren Tagen in der Region haben wir viele Erfahrungen gesammelt, die ich gerne weitergeben möchte:
Nimm mehr Wasser mit, als du denkst
Das kann ich nicht genug betonen. Der Sand auf der Dune du Pilat reflektiert die Sonne und erzeugt unglaubliche Hitze. Selbst wenn es im Schatten nicht heiß ist, kannst du auf der Düne leiden. Nimm mindestens anderthalb Liter Wasser pro Person mit. Wir hatten eine Thermoskanne mit kaltem Wasser dabei und es war eine Rettung.
Früh morgens oder spät nachmittags
Wenn du Ruhe und schönes Licht für Fotos möchtest, komm am frühen Morgen (gegen 8–9 Uhr) oder nachmittags ab 17 Uhr. Die Mittagszeit ist die schlimmste – die meisten Menschen, die größte Hitze und am wenigsten Atmosphäre.
Nimm Badesachen zum Schwimmen mit
Auch wenn du nicht planst, schwimmen zu gehen, nimm Badesachen mit. Der Strand unterhalb der Düne ist wunderschön und du wirst wahrscheinlich zumindest die Füße ins Wasser halten oder dich erfrischen wollen. Der Ozean hat dort zwar Wellen, aber sie sind wirklich schön und das Wasser ist klar.
Rechne mit Sand überall
Sand kommt überallhin – in die Schuhe, in die Haare, in die Tasche, in die Kamera, ins Handy. Nimm Zip-Lock-Beutel für Elektronik mit und bereite dich darauf vor, dass du vieles waschen und reinigen musst. Aber es lohnt sich.
Nimm dir Zeit für die Umgebung
Konzentriere dich nicht nur auf die Düne selbst. Die Umgebung des Bassin d’Arcachon ist unglaublich schön und bietet so viele Aktivitäten. Wenn du die Möglichkeit hast, bleib mindestens 2–3 Tage. Du wirst es bestimmt nicht bereuen.
Mit kleinen Kindern ist es machbar
Wir hatten Bedenken, ob wir es mit unserem neun Monate alten Sohn schaffen, aber es war ein Kinderspiel. Ergonomische Babytrage, genug Wasser, Mütze und häufige Pausen – das ist alles, was du brauchst. Und denke daran, dass Kinder das meist besser meistern als Erwachsene.
Das Wetter ändert sich schnell
Die Atlantikküste ist dafür bekannt, dass sich das Wetter schnell ändern kann. Morgens kann es bewölkt sein und eine Stunde später strahlend sonnig. Lass dich von einer schlechten Vorhersage nicht abschrecken – oft bessert sich die Lage.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Ist Dune du Pilat für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich?
Leider nicht vollständig. Die Treppe auf die Düne ist nicht rollstuhlgerecht und der Aufstieg über den Sand ist sehr anstrengend. Es gibt jedoch die Möglichkeit, die Düne vom unteren Bereich oder vom Strand aus zu bewundern, wo der Blick ebenfalls wunderschön ist. Einige Restaurants und Aussichtspunkte in der Nähe (zum Beispiel das Restaurant La Co(o)rniche) sind barrierefrei und bieten einen Blick auf die Düne.
Darf ich mit Hund auf die Dune du Pilat?
Ja, Hunde sind auf der Düne erlaubt, müssen aber an der Leine geführt werden. Am Strand unterhalb der Düne gibt es in der Hauptsaison (Juli–August) einige Abschnitte, an denen Hunde nicht erlaubt sind, außerhalb der Saison ist das jedoch kein Problem. Hundebesitzer empfehlen in Foren, früh morgens zu kommen, wenn es noch nicht heiß ist und der Sand nicht aufgeheizt ist, da sich Hunde die Pfoten verbrennen können.
Kann man auf der Dune du Pilat übernachten oder campen?
Nein, Camping auf der Düne ist streng verboten. Die Düne ist ein geschütztes Naturgebiet und nächtliche Besuche sind nur zum Beobachten des Sonnenuntergangs und der Sterne erlaubt, danach muss man gehen. Die nächsten Campingplätze befinden sich in Pyla-sur-Mer, wenige Kilometer von der Düne entfernt.
Wie viel Zeit sollte man für den Besuch der Dune du Pilat einplanen?
Mindestens einen halben Tag. Der Aufstieg dauert 10–20 Minuten je nach Tempo, aber du wirst bestimmt Zeit auf dem Gipfel verbringen wollen – die Aussicht genießen, fotografieren, ausruhen. Der Abstieg geht schneller (5–10 Minuten). Wenn du auch den Strand unterhalb der Düne besuchen oder an der Düne entlangspazieren möchtest, rechne mit 3–4 Stunden. Und wenn du zum Sonnenuntergang bleiben willst, wird es ein ganzer Nachmittag und Abend.
Ist das Wasser unterhalb der Dune du Pilat zum Baden geeignet?
Ja, aber Vorsicht ist geboten. Der Ozean hat hier starke Wellen und Strömungen, weshalb das Baden für schwächere Schwimmer oder sehr kleine Kinder nicht geeignet ist. Im Sommer sind Rettungsschwimmer am Strand, die für Sicherheit sorgen. Das Wasser ist selbst im Sommer recht kühl (etwa 18–20 °C). Wenn du kleine Kinder hast und ruhigeres Wasser bevorzugst, empfehle ich die Strände im Bassin d’Arcachon oder am Cap Ferret, wo das Wasser wärmer und ohne große Wellen ist.
