Wenn man an die französische Hauptstadt denkt, kommt kaum jemand auf die Idee, dass man Paris kostenlos erleben kann. Die meisten denken sofort an Shopping auf teuren Boulevards, Luxus-Dinner und Rechnungen, bei denen einem schwindelig wird. Paris kann gnadenlos sein und euer Portemonnaie mit unglaublicher Eleganz leersaugen. Ich bin seit meiner Kindheit immer wieder hierhergefahren und erinnere mich noch gut, als wir als Studenten herkamen. Wir schliefen in den einfachsten Hostels, zählten jeden Euro – und entdeckten etwas absolut Faszinierendes: Diese Stadt hat paradoxerweise viel mehr großartige Orte mit kostenlosem Eintritt als die meisten anderen europäischen Metropolen.
Heute schieben wir den Kinderwagen mit dem zweijährigen Jonáš durch die Stadt, und unsere Prioritäten haben sich ein wenig verschoben. Wir müssen nicht mehr fünf Sehenswürdigkeiten am Tag abhaken. Wir haben festgestellt, dass die allerschönsten Momente überhaupt nichts kosten. Es sind die Augenblicke, wenn Paris langsam erwacht, aus den Eckbäckereien der Duft von heißer Butter strömt und ihr euch einfach auf eine Parkbank setzt. Ihr beobachtet ältere Herren beim Pétanque, lauscht dem Plätschern des Flusses und spürt, dass ihr genau dort seid, wo ihr sein sollt. Paris schenkt euch nichts, was seine Regeln betrifft – aber wenn es um Erlebnisse geht, kann es überraschend großzügig sein.
Das Jahr 2026 ist aus gleich mehreren Gründen der ideale Zeitpunkt für einen Besuch: Die Stadt hat sich nach dem olympischen Trubel beruhigt, Notre-Dame erstrahlt nach langen Jahren in neuem Glanz, und im Sommer kann man nach hundert Jahren wieder direkt in der Seine schwimmen. Als Bonus für mich als Vegetarierin verändert sich auch die Gastronomie zum Besseren. Das legendäre Drei-Sterne-Restaurant Arpège ist komplett auf ein pflanzliches Menü umgestiegen. Die Stadt ist grüner denn je und bietet jede Menge Möglichkeiten, sie zu genießen, ohne unsinnig viel Geld auszugeben.
Diese Liste haben wir über Jahre zusammengestellt – sie spart euch jede Menge Googeln und ein paar hundert Euro. Los geht’s!

Zusammenfassung
- Alle EU-Bürger unter 26 Jahren haben das ganze Jahr über kostenlosen Eintritt in die nationalen Museen (Louvre, Musée d’Orsay, Orangerie, Triumphbogen).
- Die wiedereröffnete Kathedrale Notre-Dame erhebt keinen Eintritt – ihr müsst lediglich ein kostenloses Zeitfenster über die offizielle App reservieren.
- Paris betreibt 20 städtische Museen (z. B. Musée Carnavalet oder Petit Palais), in denen der Eintritt zu den Dauerausstellungen dauerhaft kostenlos ist.
- Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten frei. In der Wintersaison (November bis März) gilt das auch für das Panthéon oder den Triumphbogen.
- Die besten Aussichten auf die Stadt kosten nichts. Besucht die Dachterrassen der Kaufhäuser Galeries Lafayette, Printemps oder das Dach des Institut du Monde Arabe.
- Ab Sommer 2026 könnt ihr kostenlos direkt in der Seine schwimmen – in drei ausgewiesenen Zonen (Bras Marie, Grenelle, Bercy).
- In Pariser Restaurants habt ihr per Gesetz Anspruch auf kostenloses Leitungswasser. Bestellt einfach selbstbewusst „une carafe d’eau“.
- Spart euch die Metro und geht zu Fuß. Spaziergänge durch Montmartre, entlang des Canal Saint-Martin oder auf der Promenade Plantée sind kostenlos.
- Achtet auf Straßenbetrügereien. Ignoriert die Leute mit Petitionen an Sehenswürdigkeiten und die Armbandverkäufer unter der Basilika Sacré-Cœur.
- Das legendäre Museum Centre Pompidou ist seit Ende 2025 bis voraussichtlich 2030 wegen Renovierung komplett geschlossen.

Wann nach Paris reisen: Kalender kostenloser Events und Saisons
Den richtigen Monat für die Reise zu wählen, ist die halbe Miete – besonders wenn ihr das Budget im Griff behalten wollt. Paris wechselt nämlich mit jeder Jahreszeit komplett sein Gesicht und bietet jeweils andere kostenlose Freuden. Lukáš und ich lieben den Frühling oder den frühen Herbst am meisten, wenn man im leichten Pullover auf einer Terrasse sitzen kann und die Stadt ihrem normalen Rhythmus folgt.
Frühling und Herbst als sichere Wahl
Frühling und Herbst sind absolut ideal. Der Mai ist wohl der schönste Monat des Jahres. Die Bäume blühen, die Tage werden angenehm länger und ihr könnt problemlos in den Parks picknicken. Mitte Mai findet zudem die Europäische Museumsnacht (Nuit des Musées) statt, bei der ihr abends in die meisten Galerien kostenlos hineinkommt.
Genauso zauberhaft sind September und Oktober. Die Zeit der sogenannten la rentrée (Rückkehr der Pariser nach den Ferien) bringt neue Energie in die Straßen, und die Bäume im Jardin du Luxembourg färben sich golden. Das Highlight im Herbst sind die Tage des Europäischen Kulturerbes (Journées du Patrimoine), die dieses Jahr auf das Wochenende 19. und 20. September 2026 fallen. An diesem Wochenende öffnen normalerweise unzugängliche Paläste und Regierungsgebäude kostenlos ihre Türen. Aufgepasst aber: Monets Gärten in Giverny haben ausgerechnet an diesen beiden Tagen geschlossen. Wie bestellt. 😅
Sommerfestivals und Winterschlussverkauf
Wenn möglich, macht einen großen Bogen um den August. Die Pariser fliehen in diesem Monat scharenweise ans Meer. Die Stadt leert sich zwar, aber an vielen der besten unabhängigen Bistros und Cafés hängt ein Schild mit dem jährlichen Betriebsurlaub. Außerdem schmilzt der Asphalt in der Hitze. Dafür bieten Juni und Juli fantastische Gratis-Events. Schon am 6. Juni 2026 findet die große Nuit Blanche statt – eine Nacht voller Straßenkunst bis zum Morgengrauen. Darauf folgt die Fête de la Musique (21. Juni), bei der an jeder Ecke Bands kostenlos spielen.
Der Januar gehört traditionell dem großen Winterschlussverkauf (Soldes), bei dem die Preise in den Boutiquen auf ein Minimum fallen. Außerdem gilt in den Wintermonaten (November bis März) die Regel des freien Eintritts am ersten Sonntag im Monat auch für die größten Nationaldenkmäler.

Unterkunft in Paris: Günstig, aber sicher
Die Wahl des Viertels beeinflusst euer gesamtes Stadterlebnis und euer Budget enorm. Paris ist in zwanzig Bezirke (Arrondissements) unterteilt, die sich vom historischen Zentrum beim Louvre spiralförmig im Uhrzeigersinn ausbreiten. Günstige Unterkünfte im Zentrum zu finden ist nahezu unmöglich, aber wer weiß, wo man suchen muss, findet einen tollen Kompromiss zwischen Preis, Sicherheit und Erreichbarkeit.
Mit Kinderwagen und Jonáš solltet ihr einen Bogen um den nördlichen Teil des 10. Arrondissements rund um den Bahnhof Gare du Nord und das nächtliche Pigalle im 18. Arrondissement machen. Einmal sind wir dort mit einem Freund um zwei Uhr nachts gelandet – das möchte man mit einem Zweijährigen definitiv nicht wiederholen. 😅
Nach langer Suche haben wir uns für das Hôbou entschieden, ein authentisches französisches Boutique-Hotel in Boulogne-Billancourt (buchbar hier), das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber schon nach wenigen Stunden ins Herz schließt.

Paris Sehenswürdigkeiten kostenlos: Die großen Klassiker
Paris birgt tausende stille Innenhöfe und vergessene Passagen, und manchmal sagen euch Freunde: Überspring die großen Namen, das ist nur für Touristen. Lukáš und ich haben diesen Fehler einmal gemacht – und nie wieder. Ikonische Orte haben ihren Status zu Recht. Die gute Nachricht: Zu vielen davon kommt ihr komplett kostenlos, wenn ihr die richtigen Regeln und Zeiten kennt.
Kathedrale Notre-Dame: Der Phönix ist wieder auferstanden
Im April 2019 die brennende Turmspitze der Kathedrale fallen zu sehen, brach der ganzen Welt das Herz. Umso stärker ist das Erlebnis ihrer Wiedergeburt. Die Kathedrale wurde am 8. Dezember 2024 feierlich wiedereröffnet. Was euch im Inneren erwartet, ist ein regelrechter Schock: Der Stein ist unglaublich hell, befreit von jahrhundertealten Ruß- und Schmutzschichten. Wie durch ein Wunder blieben drei Kreuze im Inneren der Kathedrale vom Feuer völlig unversehrt.
Frankreich verfolgt eine strikte Politik des kostenlosen Eintritts in alle Gotteshäuser. Der Zugang zum Hauptschiff der Kathedrale ist daher für alle Besucher komplett kostenlos. Für 2026 gilt nur eine einzige Regel: Ihr müsst ein Zeitfenster über die offizielle App „Notre-Dame de Paris“ oder deren Website reservieren. Die Öffnungszeiten sind großzügig: werktags von 7:50 bis 19:00 Uhr (donnerstags bis 22:00 Uhr), am Wochenende von 8:15 bis 19:30 Uhr. Bezahlen müsst ihr nur für den Aufstieg auf die Türme (16 €), den ihr mit Kinderwagen ohnehin nicht schafft.
💡 Insider-Tipp: Das Internet ist voll von Fake-Websites, die sogenannte Skip-the-Line-Tickets für Notre-Dame verkaufen. Das ist reiner Betrug. Zahlt niemandem für den Eintritt ins Hauptschiff – er ist immer kostenlos.

Basilika Sacré-Cœur: Die weiße Kuppel über der Stadt
Die Basilika des Heiligsten Herzens Jesu im 18. Arrondissement ist von fast überall aus sichtbar. Der strahlend weiße Travertin, aus dem sie gebaut ist, hat eine einzigartige Eigenschaft: Bei Regen sondert er Kalzit ab, sodass sich das Bauwerk mit jedem Schauer selbst reinigt und aufhellt. Der Eintritt in die Basilika selbst ist ganzjährig kostenlos, geöffnet täglich von 6:00 bis 22:30 Uhr.
Mit Kinderwagen solltet ihr die dreihundert Stufen zum Hügel meiden und direkt die Standseilbahn (Funiculaire) nehmen. Dafür gilt ein ganz normaler Metrofahrschein (2,15 €). Die Fahrt dauert nur einen Moment, spart euch aber jede Menge Schweiß und Jonáš‘ Wutanfälle auf den Treppen. Die Umgebung der Basilika atmet Bohème-Geschichte – hier lebten Picasso, Renoir und Van Gogh.
💡 Insider-Tipp: Die meisten schauen sich nur das Hauptschiff an und gehen weiter. Sucht stattdessen den Eingang auf der linken Seite und geht hinunter in die Krypta. Sie ist ein architektonisches Unikum, denn dank des breiten Grabens rund um die Basilika hat sie echte Buntglasfenster, die Tageslicht hereinlassen. Wenn ihr die Aussicht ohne Menschenmassen genießen wollt, geht einfach um die Sacré-Cœur herum in den kleinen Park dahinter – dort gibt es auch einen Spielplatz.

Triumphbogen und Panthéon: Der Zauber des ersten Sonntags
Wenn ihr über 26 seid, kostet der reguläre Eintritt zum Triumphbogen (Arc de Triomphe) oder zum Panthéon rund 13 €. Es gibt aber einen fantastischen Trick: Französische Nationaldenkmäler gewähren jeden ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Während bei den großen Museen diese Regel oft ganzjährig gilt, greift sie bei Denkmälern wie dem Panthéon oder der Conciergerie (wo Marie Antoinette gefangen war) nur in der Nebensaison, also vom 1. November bis 31. März.
Das Panthéon im Quartier Latin dient als säkulares Mausoleum. Unter seiner gewaltigen Kuppel ruhen die Größten der Großen: Voltaire, Victor Hugo, Marie Curie und Émile Zola. Der Raum ist riesig, und mit Kinderwagen kommt ihr problemlos durch. Der Triumphbogen bietet von seinem Dach einen der besten Ausblicke auf die zwölf breiten Boulevards, die sternförmig in alle Richtungen führen.
💡 Insider-Tipp: Lauft niemals über den irren Kreisverkehr zum Triumphbogen. Nutzt die sichere Unterführung namens Passage du Souvenir, die auf der Nordseite der Champs-Élysées beginnt.

Arènes de Lutèce: Das versteckte römische Amphitheater
Die meisten Besucher ahnen nicht, dass Paris eigene römische Ruinen hat – mitten im Zentrum des 5. Arrondissements. Die Arènes de Lutèce stammen aus dem 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung und fassten einst bis zu 15.000 Zuschauer, die Gladiatorenkämpfe verfolgten. Heute ist es ein unglaublich ruhiger öffentlicher Park, versteckt hinter einem unscheinbaren Eingang in der Rue Monge.
Der Eintritt ist komplett kostenlos, und die Anlage ist täglich von morgens bis abends geöffnet. Für Familien mit Kindern ist es ein perfekter Ort: Die Kinder können sicher auf der sandigen Arena herumrennen, während ihr auf den antiken Steintribünen sitzt und frisches Baguette esst. Häufig trefft ihr hier Einheimische, die Fußball oder Pétanque spielen.
💡 Insider-Tipp: Der Zugang zur Arena führt von der Rue Monge durch den Hausdurchgang bei Nummer 49. Es sieht aus, als würdet ihr jemandem in die Wohnung laufen – aber lasst euch nicht abschrecken, geht einfach durch, und vor euch öffnet sich ein riesiger Raum.
Kirche Saint-Eustache: Konzertakustik gratis
Unweit der ehemaligen Markthallen Les Halles steht eine Kirche, die es in ihrer Pracht durchaus mit Notre-Dame aufnehmen kann – nur spricht kaum jemand über sie. Saint-Eustache (1. Arrondissement) ist ein prächtiger spätgotischer Bau. Geöffnet ist täglich, und Eintritt wird selbstverständlich nicht erhoben.
Der Clou: Diese Kirche beherbergt eine der größten Orgeln Frankreichs mit unglaublichen 8.000 Pfeifen. Mit etwas Glück trefft ihr auf die Organisten, die hier nachmittags oft üben. In diesem riesigen, stillen Kirchenschiff zu sitzen und zuzuhören, wie die Töne sich im Gewölbe brechen, gehört zu meinen allerschönsten Pariser Erinnerungen.

Museen und Galerien: Weltklasse-Kunst für null Euro
Paris ist ein wahres Museumsmonster. Ich habe hier schon mehrere Wochen verbracht und trotzdem längst nicht alle gesehen. Falls ihr allerdings EU-Bürger seid und unter 26, habt ihr es leicht: Der Eintritt in alle Nationalmuseen (Louvre, Musée d’Orsay, Orangerie, Picasso) ist das ganze Jahr über kostenlos. Es reicht, am Eingang den Personalausweis oder Reisepass vorzuzeigen. Für alle anderen gibt es andere großartige Wege.

Städtische Museen: Zwanzig Schätze kostenlos
Während die Nationalmuseen Eintritt verlangen, betreibt die Stadt Paris (Ville de Paris) ein Netz von 20 kleineren, aber absolut erstklassigen Museen. Der Eintritt zu ihren Dauerausstellungen ist für alle Besucher unabhängig vom Alter dauerhaft kostenlos. Nur für Sonderausstellungen wird Eintritt erhoben – die könnt ihr aber getrost auslassen.
Mein absoluter Favorit ist das Musée Carnavalet im 3. Arrondissement (Marais). Es ist das Museum der Pariser Stadtgeschichte, untergebracht in zwei wunderschönen Renaissance-Palästen. Hier wandert ihr durch die Geschichte von der Vorzeit bis zur Französischen Revolution. Es gibt rekonstruierte historische Zimmer, alte Ladenschilder und persönliche Gegenstände von Marie Antoinette. Eintritt frei, geöffnet Dienstag bis Sonntag (10:00–18:00 Uhr).
Ein weiteres Juwel ist das Petit Palais im 8. Arrondissement. Allein das Gebäude mit seinem monumentalen Eingang ist schon den Besuch wert. Drinnen findet ihr eine fantastische Kunstsammlung von der Antike bis zum frühen 20. Jahrhundert. Mit Kinderwagen durchzuschlendern ist ein Vergnügen, weil die Gänge breit sind und das Museum selten überfüllt ist.
💡 Insider-Tipp: Der Innenhof des Petit Palais verbirgt einen wunderschönen Garten mit Kolonnaden und einem kleinen Café. Selbst wenn ihr nicht wegen der Kunst hineingeht – stoppt hier für einen Kaffee. Es ist eine unglaublich ruhige Oase direkt neben den belebten Champs-Élysées.
Häuser berühmter Schriftsteller
Wenn ihr Literatur liebt, gönnt euch einen Besuch in den Häusern berühmter französischer Autoren. Das Maison de Victor Hugo befindet sich am wunderschönen Place des Vosges (4. Arrondissement). Ihr könnt kostenlos die Wohnung im zweiten Stock besichtigen, in der Hugo vor seinem Exil lebte und einen Teil der „Elenden“ schrieb. Geöffnet Dienstag bis Sonntag (10:00–18:00 Uhr).
Im 16. Arrondissement versteckt sich das Maison de Balzac – die einzige erhaltene Pariser Wohnung dieses genialen Schriftstellers. Es befindet sich in einem unscheinbaren Häuschen mit Garten und bietet einen überraschend schönen Blick auf den Eiffelturm. Die Dauerausstellung ist wieder für alle kostenlos.
💡 Insider-Tipp: Im 9. Arrondissement findet ihr das Musée de la Vie Romantique (Museum des romantischen Lebens). Es residiert in einem kleinen Haus mit grünen Fensterläden am Ende einer gepflasterten Gasse. Die Dauerausstellung ist kostenlos, und im Frühling blühen im Garten unter den Bäumen Rosen.

Musée Curie: Im Labor einer genialen Frau
Wenn euch Wissenschaft auch nur ein bisschen interessiert, solltet ihr dieses kleine Museum im Quartier Latin (5. Arrondissement) auf keinen Fall verpassen. Es befindet sich nämlich direkt im Originallabor, in dem Marie Curie arbeitete und in dem sie schließlich auch starb. Der Eintritt ist völlig kostenlos, und die Räume haben ihre authentische Atmosphäre der Dreißigerjahre bewahrt.
Neben alten Ampullen, Messgeräten und Notizen seht ihr auch einen kleinen Garten, den Marie selbst anlegte, um sich während der Forschung zu erholen. Mit Jonáš gehen wir hier noch nicht hin, weil er zum Betrachten von Vitrinen noch zu klein ist – aber für Erwachsene ist es ein ungemein faszinierender Einblick in das Leben einer der größten Persönlichkeiten der Geschichte.

Louvre und d’Orsay: Strategie für freie Tage
Kostenlos in den Louvre oder ins Musée d’Orsay zu kommen, erfordert Planung. Das reguläre Ticket für den Louvre kostet rund 22 €, allerdings bietet das Museum jeden ersten Samstag im Monat abends freien Eintritt – von 18:00 bis 21:45 Uhr. Das gilt für alle Besucher.
Das Musée d’Orsay, das dieses Jahr sein 40. Jubiläum feiert und die weltweit beste Sammlung von Impressionisten zeigt (darunter Monets Seerosen und Van Goghs Selbstporträt), hält an der Tradition des freien Eintritts am ersten Sonntag im Monat fest. Der reguläre Eintritt liegt sonst bei 16 €.
💡 Insider-Tipp: Auch wenn der Eintritt an diesen Tagen kostenlos ist, müsst ihr für beide Museen unbedingt vorab ein Online-Zeitfenster (Timed-Entry-Ticket) auf den jeweiligen offiziellen Websites reservieren. Ohne kommt ihr einfach nicht rein – auch wenn der Eintritt frei ist.

59 Rivoli: Legaler Künstler-Squat
Das hier ist ein Erlebnis einer ganz anderen Art. Mitten im Herzen der Stadt, an der belebten Einkaufsstraße Rue de Rivoli (1. Arrondissement), findet ihr das Haus mit der Nummer 59. Von außen sieht es verrückt aus – die Fassade zieren oft riesige Installationen. Es handelt sich um einen ehemaligen illegalen Squat, den die Stadt schließlich aufkaufte und legalisierte.
Heute arbeiten hier in dreißig Ateliers Künstler aus aller Welt. Der Eintritt ist komplett kostenlos (ein freiwilliger Beitrag in die Spendenbox ist willkommen), geöffnet Dienstag bis Sonntag (13:00–20:00 Uhr). Ihr könnt frei durch die Stockwerke wandern, mit den Künstlern direkt bei der Arbeit plaudern und die wilde, kreative Atmosphäre aufsaugen. Mit Kinderwagen versucht es hier aber lieber nicht – das Treppenhaus ist eng und gewunden.
💡 Insider-Tipp: An Wochenenden wird es hier ziemlich voll. Die beste Besuchszeit ist an einem Wochentag am frühen Nachmittag, wenn die Künstler Zeit und Lust haben, über ihre Werke zu erzählen.
Aussichtspunkte und Panoramen: Die Stadt von oben
Der Blick auf Paris von oben macht süchtig. Ihr müsst aber nicht gleich Dutzende Euro für den Aufzug auf den Eiffelturm zahlen (mit Kinderwagen kommt man dort ohnehin schwer hin). Die Stadt bietet fantastische Dachterrassen und Parks – komplett kostenlos. Und ihr bekommt einen weiteren entscheidenden Vorteil: Wenn ihr auf dem Eiffelturm steht, habt ihr ihn nicht auf dem Foto. Von diesen Orten seht ihr die Stadt in ihrer ganzen Pracht.

Dächer der Kaufhäuser
Die berühmtesten Terrassen findet ihr auf den Dächern der historischen Kaufhäuser unweit der Opéra Garnier. Galeries Lafayette Haussmann (9. Arrondissement) bietet eine riesige Fläche mit 360°-Blick über die Stadt. Geöffnet Montag bis Samstag (10:00–20:00 Uhr) und Sonntag (11:00–20:00 Uhr). Die Aufzüge funktionieren einwandfrei, sodass ihr auch mit Kind problemlos hinaufkommt.
Das direkt benachbarte Printemps Haussmann beherbergt im 7. Stock die Terrasse „7e Ciel“ (Siebter Himmel). Von dort öffnet sich ein Panorama von der Oper bis zum Eiffelturm. Einen neu zugänglichen Aussichtspunkt gibt es auch auf dem Kaufhaus BHV Marais (4. Arrondissement), von dem aus ihr einen herrlichen Blick auf das Rathaus Hôtel de Ville und die umliegenden historischen Dächer habt.
💡 Insider-Tipp: Geht etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang auf die Terrasse der Galeries Lafayette. Dann erwischt ihr das schönste goldene Licht, das sich in den Pariser Zinkdächern spiegelt.

Institut du Monde Arabe
Wenn ihr gerade im Quartier Latin unterwegs seid, fahrt mit dem gläsernen Aufzug in den 9. Stock des Institut du Monde Arabe (5. Arrondissement). Die Terrasse ist kostenlos zugänglich, Dienstag bis Sonntag (10:00–18:00 Uhr), und serviert einen der allerbesten Blicke auf die Seine und die Rückseite von Notre-Dame. Auf dem Weg nach unten vergesst nicht, die berühmte Fassade des Gebäudes zu bewundern: Sie besteht aus mechanischen Blenden, die sich exakt nach dem Sonnenverlauf öffnen und schließen.
Wenn ihr nach der Aussicht noch einen Moment Zeit habt, schaut in die dortige öffentliche Bibliothek. Die Architektur des gesamten Raums ist wunderschön, es duftet nach altem Papier und bietet perfekte Ruhe, wenn ihr eine Verschnaufpause von den lauten Straßen braucht.
💡 Insider-Tipp: Die meisten Touristen wissen nichts von dieser Terrasse, sodass es hier nie so voll wird wie auf den Galeries Lafayette. Ein perfekter Ort für eine ruhige Fotopause.

Dach La Samaritaine: Luxus aus der Vogelperspektive
Das Kaufhaus La Samaritaine an der Brücke Pont Neuf hat vor Kurzem nach einer unglaublich langen und teuren Renovierung wiedereröffnet. Es ist ein Tempel des Luxus, wo das Günstigste wohl der Kaffee im Erdgeschoss ist – aber es lohnt sich trotzdem. Der Aufstieg nach oben kostet euch keinen Cent.
Wenn ihr in die obersten Stockwerke fahrt, eröffnet sich unter der Glaskonstruktion ein herrlicher Blick auf die Seine und die umliegenden historischen Gebäude. Lukáš und ich kommen gerne einfach zum Schauen her – die Pariser Haute Volée beobachten und die perfekten Ausblicke genießen. Es gibt breite Aufzüge, sodass ihr den Kinderwagen ganz entspannt hinaufbringt.

Parc de Belleville und Buttes-Chaumont
Für Aussichten mit einer Prise Natur steuert den Osten von Paris an. Der Parc de Belleville (20. Arrondissement) ist der höchstgelegene Park der Stadt (108 Meter über dem Meeresspiegel). Die Aussichtsplattform oben an der Rue Piat kostet nichts und zeigt euch die ganze Stadt wie auf einer Handfläche – von Sacré-Cœur bis zum Eiffelturm. Hierher kommen hauptsächlich Einheimische, und es herrscht eine sehr entspannte, nachbarschaftliche Atmosphäre.
Atemberaubendes Panorama bietet auch der nahegelegene Parc des Buttes-Chaumont (19. Arrondissement). Von seiner Hängebrücke und dem zentralen Felsen, auf dem der kleine Temple de la Sibylle steht, reicht der Blick bis zum Montmartre. Dieser Park mit künstlichen Grotten und Wasserfällen ist für ein Familienpicknick unschlagbar.
💡 Insider-Tipp: Im Parc de Belleville solltet ihr in den Abendstunden aufpassen. Das Viertel ist sehr lebendig und etwas rauer – besucht den Park lieber an einem sonnigen Nachmittag.

Parks, Gärten und Baden in der Seine
Wenn Jonáš von Sehenswürdigkeiten die Nase voll hat und wir dringend Ruhe brauchen, retten uns immer die Parks. Das Pariser Grün ist akribisch gepflegt, geometrisch perfekt – und der Eintritt natürlich kostenlos. Dieses Jahr bringt zudem eine riesige Revolution, die das sommerliche Paris grundlegend verändert.
Baden in der Seine: Realität im Sommer 2026
Jahrelang klang es wie eine Utopie, aber jetzt ist es so weit. Nach enormen Investitionen in die Flussreinigung vor den Olympischen Spielen öffnen ab Sommer 2026 drei ausgewiesene Bereiche zum öffentlichen Schwimmen direkt in der Seine. Und das Beste: Es ist völlig kostenlos.
Schwimmen könnt ihr an drei Orten: Bras Marie (4. Arrondissement, nahe der Île Saint-Louis), Bras de Grenelle (15. Arrondissement, unweit des Eiffelturms) und im Bereich Bercy (12. Arrondissement). Die Badestellen sind im Juli und August in Betrieb, täglich von morgens bis abends. Es gibt schwimmende Pontons, Duschen und Rettungsschwimmer. Für die Pariser ist es eine Rückkehr zu einer hundertjährigen Tradition.
💡 Insider-Tipp: Das Flusswasser wird regelmäßig getestet. Falls die Wasserqualität nach starken Regenfällen abfällt, werden die Badestellen vorübergehend geschlossen. Verfolgt daher die aktuellen Informationen auf den Websites der Stadt oder schaut einfach, ob die grüne Flagge hängt.
Jardin du Luxembourg“ class=“wp-image-158764″/>Klassiker mit Kindern: Jardin du Luxembourg und Tuileries
Der Jardin du Luxembourg (6. Arrondissement) ist mein Lieblingsort. Dieser Park hat alles: breite Sandwege, Dutzende grüne Metallstühle, die ihr frei verschieben könnt, und vor allem ein riesiges Wasserbecken in der Mitte. Kinder lassen hier traditionell kleine Holzsegelboote fahren – eine Freude, die nie alt wird. Im Park gibt es außerdem ein klassisches Marionettentheater (Théâtre des Marionnettes). Für einen kleinen Betrag (rund 3 €) können die Kinder den traditionellen Guignol erleben.
Der Jardin des Tuileries (1. Arrondissement) liegt direkt zwischen dem Louvre und dem Place de la Concorde und ist die perfekte Verbindung bei Spaziergängen durch das Zentrum. Im Herbst färben sich die Bäume in wunderbare Töne, und mittendrin gibt es große Spielplätze und Trampoline (für die allerdings ein kleiner Betrag fällig wird).
💡 Insider-Tipp: Im Jardin du Luxembourg sucht nach den Bienenstöcken (Rucher du Luxembourg). Sie stehen hier seit dem 19. Jahrhundert, und bis heute finden hier Imkerkurse statt. Ein faszinierendes Stück Land mitten in der Großstadt.

Parc Monceau: Antike Ruinen und Stille
Wenn uns der manchmal überfüllte Jardin du Luxembourg zu viel wird, fahren wir ins 8. Arrondissement. Der Parc Monceau ist sehr elegant, umgeben von wohlhabenden Bürgerhäusern mit schmiedeeisernen Balkonen, und er strahlt diese gemächliche Sonntagsruhe aus. Jonáš liebt es, auf den breiten Wegen herumzuflitzen, und Lukáš und ich bewundern die künstlich errichteten antiken Ruinen, die über den Rasen verstreut sind.
Das Beste an diesem Park ist das lokale Gefühl. Touristen verirren sich kaum hierher. Stattdessen trefft ihr Pariser Familien beim Picknicken, und an jeder Ecke spielt jemand auf einer Bank Schach. Für Architekturliebhaber: Direkt an einem der Eingänge steht eine wunderschöne Rotunde aus dem 18. Jahrhundert.
Promenade Plantée und Square du Vert-Galant
Wenn ihr die New Yorker High Line mögt, müsst ihr ihren älteren Pariser Vorgänger sehen. Die Coulée Verte René-Dumont (auch Promenade Plantée genannt) ist ein 4,7 Kilometer langer, erhöhter Park im 12. Arrondissement, entstanden auf einem stillgelegten Eisenbahnviadukt. Ihr spaziert auf Höhe des dritten Stockwerks, um euch herum blühen Rosen, und ihr schaut in Pariser Wohnungsfenster hinein. Starten könnt ihr direkt hinter der Opéra Bastille.
Für ein romantisches Picknick zu zweit kenne ich keinen besseren Ort als den Square du Vert-Galant (1. Arrondissement). Er liegt an der westlichen Spitze der Île de la Cité. Die meisten Touristen bleiben oben an der Brücke Pont Neuf stehen – ihr aber geht die Treppe hinunter zum Wasser. Dort entdeckt ihr einen kleinen, baumbestandenen Park, wo die Seine direkt zu euren Füßen plätschert.
💡 Insider-Tipp: Auf die Promenade Plantée kommt ihr mit Kinderwagen problemlos – an mehreren Stellen entlang der Strecke gibt es öffentliche Aufzüge. Die Route ist zudem komplett autofrei, was mit einem Kleinkind eine riesige Erleichterung ist.
Geheimes Paris: Passagen, Gassen und die Stadt der Toten
Wenn ihr den Massen entfliehen und euch wie echte Entdecker fühlen wollt, hat Paris ein ganzes Netz versteckter Orte parat. Oft reicht es, in einen unscheinbaren Durchgang einzubiegen, und schon befindet ihr euch in einem völlig anderen Jahrhundert.
Überdachte Passagen: Eleganz des 19. Jahrhunderts
Lange bevor es gesichtslose Einkaufszentren gab, baute sich die Pariser Oberschicht überdachte Passagen (passages couverts) – als eleganten Schutz vor dem Straßendreck. Heute sind nur noch eine Handvoll übrig, und der Durchgang ist selbstverständlich kostenlos. Glasdächer, Mosaikböden und stille Cafés – plötzlich seid ihr nicht mehr im Paris des Jahres 2026, sondern irgendwo im 19. Jahrhundert, nur dass euer Smartphone aus der Tasche ragt. Mit Kinderwagen fahrt es sich hier wie im Traum: überall eben und windstill.
Beginnt in der Galerie Vivienne (2. Arrondissement). Sie ist die luxuriöseste und schönste Passage mit originalem Mosaikboden aus den 1820er-Jahren. Ein Stückchen weiter findet ihr die Passage des Panoramas – die älteste überhaupt (von 1799) und ein Paradies für Briefmarkensammler. Direkt gegenüber liegt die Passage Jouffroy, die nach altem Holz duftet und das berühmte Hôtel Chopin beherbergt.
💡 Insider-Tipp: Wenn ihr hohe Decken und viel Licht mögt, sucht die Passage du Grand-Cerf (2. Arrondissement). Sie hat das höchste Glasdach aller Passagen und beherbergt kleine Boutiquen unabhängiger Schmuckdesigner und Kunsthandwerker.

Friedhof Père-Lachaise und Montparnasse
Es mag morbide klingen, aber die Pariser Friedhöfe funktionieren wie wunderschöne, stille Parks voller großer Bäume und streunender Katzen. Père-Lachaise (20. Arrondissement) soll der größte und meistbesuchte Friedhof der Welt sein – eine ziemlich bizarre Statistik, die man aber nach dem ersten Besuch sofort versteht. Der Eintritt ist kostenlos (täglich 8:00–18:00 Uhr). Hier ruhen Jim Morrison, Oscar Wilde, Édith Piaf und Molière. Mit Kinderwagen haltet euch an die befestigten Hauptwege – die Seitengassen sind oft mit groben Steinen gepflastert.
Eine ruhigere Alternative ist der Friedhof Montparnasse (14. Arrondissement). Er liegt in einem Wohnviertel und bietet einen ziemlich surrealen Blick auf den schwarzen Wolkenkratzer Tour Montparnasse, der sich direkt über den historischen Grabsteinen erhebt.
💡 Insider-Tipp: Fotografiert unbedingt am Eingang von Père-Lachaise den Plan von der Infotafel mit dem Handy ab. Ohne ihn verirrt ihr euch in dieser Stadt der Toten garantiert, und die Suche nach bestimmten Gräbern wird zum verzweifelten Herumirren.

Canal Saint-Martin: Die Pariser Antwort auf Amsterdam
Dieser Ort liegt uns schon seit unseren Studententagen am Herzen. Der Canal Saint-Martin (10. Arrondissement) ist ein Netz von Wasserkanälen, verbunden durch hübsche grüne Brücken und eiserne Stege. Auf beiden Seiten säumen riesige Bäume das Ufer, und abends sitzen viele Einheimische einfach mit den Beinen zur Wasseroberfläche baumelnd da, trinken Wein aus Plastikbechern und unterhalten sich.
Ein Spaziergang entlang des Kanals ist natürlich kostenlos und für Kinder ein absolutes Highlight, weil ständig irgendein Bötchen vorbeifährt und durch die Schleusen geschleust wird. Wir halten immer irgendwo auf halber Strecke an, kaufen ein frisches Baguette und saugen einfach diese entspannte Atmosphäre auf. Hier wirkt Paris überhaupt nicht wie eine hektische Großstadt.

Bunte Gassen: Crémieux und Montmartre
Für starke visuelle Eindrücke geht auf Entdeckungstour durch die Pariser Mikrowelten. Die Rue Crémieux im 12. Arrondissement ist eine Gasse mit pastellfarbenen Häuschen, die zwar zum Instagram-Hit wurde, aber trotzdem einen kurzen Spaziergang wert ist. Noch zauberhafter ist La Campagne à Paris im 20. Arrondissement: Eine ehemalige Arbeitersiedlung auf einem kleinen Hügel, die wie ein Dörfchen wirkt, das mitten in die Metropole versetzt wurde.
Auf dem Montmartre entkommt ihr den Massen an der Basilika, indem ihr die Villa Léandre sucht. Diese Sackgasse im Mini-Art-déco-Stil erinnert eher an die englische Countryside. Etwas weiter schlängelt sich die Rue de l’Abreuvoir. Mit ihren Pastellfassaden und dem Blick auf die Kuppel von Sacré-Cœur in der Ferne ist sie wohl die schönste Straße auf dem ganzen Hügel.
💡 Insider-Tipp: Verpasst auf dem Montmartre nicht den kleinen Place des Abbesses. Dort findet ihr die berühmte Mauer der Liebe (Le Mur des je t’aime), auf der „Ich liebe dich“ in mehr als 300 Sprachen geschrieben steht. Ein tolles Motiv für ein romantisches Foto – und es kostet keinen Cent.

Essen und Trinken: Überleben ohne Budgetsprengung
Die Gastronomie in Paris kann unfassbar teuer sein. Wer sich in ein Restaurant direkt auf den Champs-Élysées setzt, zahlt für einen Kaffee locker 8 €. Es gibt aber seit Jahrhunderten bewährte Tricks, wie man hervorragend, lokal und günstig essen kann.
Wasser gratis: Das Zauberwort „Carafe d’eau“
Das ist der absolut wichtigste Satz, den ihr euch merken müsst. In jedem französischen Restaurant, Bistro oder Café habt ihr per Gesetz Anspruch auf kostenloses Leitungswasser. Die Bedienung wird euch oft automatisch teures Flaschenwasser anbieten (Evian, Badoit), das die Rechnung um 6 bis 10 Euro in die Höhe treiben kann.
Eure einzige Antwort muss ein selbstbewusstes „Une carafe d’eau, s’il vous plaît“ (Eine Karaffe Wasser, bitte) sein. Der Kellner bringt ohne mit der Wimper zu zucken eine Glasflasche mit sauberem, gekühltem Leitungswasser. Wasser könnt ihr auch auf der Straße nachfüllen: Paris ist voller gusseiserner grüner Brunnen, der sogenannten Wallace-Fontänen, aus denen das ganze Jahr über Trinkwasser fließt (außer an frostigen Wintertagen).
💡 Insider-Tipp: Das Leitungswasser in Paris ist nicht nur trinkbar, sondern von ausgezeichneter Qualität. Die Stadt bezieht es aus unterirdischen Quellen und Flüssen und filtert es sehr streng. Es gibt keinen Grund, Geld für Wasser in Plastikflaschen auszugeben.

Frühstück vom Bäcker und Mittagessen auf dem Markt
Wenn das Frühstück im Hotel nicht inbegriffen ist, steuert eine Bäckerei an. Für 1,50 € bekommt ihr ein noch warmes, buttriges Wunder, setzt euch damit auf die nächste Parkbank – und plötzlich ist alles gut.
Zum Mittagessen geht auf den Markt. Der Marché des Enfants Rouges (3. Arrondissement) ist der älteste überdachte Markt der Stadt und funktioniert wie ein fantastischer Food Court unter freiem Himmel. Ihr kauft euch Essen an einem Stand und esst es an Holztischen. Während ein normales Restaurantmittagessen 25 € kostet, esst ihr hier fantastisch für 10 bis 12 €. Ich liebe die marokkanischen Gemüse-Tajines, die perfekt für Vegetarier sind.
💡 Insider-Tipp: Wenn ihr in einem klassischen Restaurant sitzen wollt, sucht nach sogenannten „Bouillons“. Das sind historische Großküchen-Restaurants (z. B. Bouillon Chartier oder Bouillon Pigalle), die im 19. Jahrhundert für Arbeiter entstanden. Die Atmosphäre ist wild, ihr teilt euch Tische mit Fremden – aber ein Hauptgericht gibt es hier für unter 15 €.

Falafel-Krieg im Marais
Für ein günstiges Abendessen zum Mitnehmen steuert die Rue des Rosiers im 4. Arrondissement an. Ihr befindet euch im historischen jüdischen Viertel, und hier tobt der Kampf um die beste Falafel Europas. Unbestrittener König ist L’As du Fallafel. Die Schlange reicht oft eine halbe Straße weit, geht aber schnell voran. Für rund 8 € bekommt ihr eine riesige Pita, vollgestopft mit knuspriger Falafel, Aubergine, Hummus und Rotkraut.
Und wohin mit dieser heißen, duftenden Pracht? Nehmt die Pita in die Hand und lauft die paar Blocks zum nahen Place des Vosges. Lukáš und ich setzen uns dort immer ins Gras, Jonáš bekommt ein Stück Fladenbrot, und wir schauen einfach auf die perfekt symmetrischen Backsteinpaläste ringsum.
💡 Insider-Tipp: L’As du Fallafel ist ein strikt koscherer Betrieb. Das heißt, von Freitagnachmittag bis Sonntagmorgen ist wegen des Schabbat komplett geschlossen. Wenn ihr am Samstag aufkreuzt, müsst ihr auf die Konkurrenz gegenüber ausweichen (die übrigens auch ausgezeichnet ist).
Praktische Infos: Anreise, Regeln und worauf ihr achten solltet
Damit Paris nicht teurer wird als nötig, müsst ihr die Spielregeln kennen. Die Stadt hat ihre Gepflogenheiten, und wer dagegen verstößt, wird es schnell merken – egal ob beim Ticketkauf oder im Umgang mit Geschäften.
Die goldene Bonjour-Regel
Das ist die absolute Grundregel des Pariser Überlebens. Immer wenn ihr einen kleinen Laden, eine Bäckerei oder ein Bistro betretet, müsst ihr laut „Bonjour“ sagen (oder abends „Bonsoir“). Blickkontakt ist Pflicht. Wenn ihr einfach reinkommt und anfangt, in den Waren zu wühlen, werdet ihr sofort in die Schublade „arroganter Tourist“ gesteckt – und entsprechend behandelt. Franzosen meinen das ernst: Ohne Bonjour seid ihr für sie schlicht Luft. Und glaubt mir, ein kühler Pariser Kellner ist ein Erlebnis, das ihr so schnell nicht vergesst. 😉
Genauso magisch wirkt die Verabschiedung. Wenn ihr geht, vergesst nie ein einfaches „Merci, au revoir“ (Danke, auf Wiedersehen). Wenn ihr sehen könntet, wie das selbst die grimmigsten Pariser Bäckerinnen auftaut, würdet ihr sofort verstehen, dass diese kleinen Wörtchen eigentlich die beste kostenlose Eintrittskarte zu den Einheimischen sind.
Anreise und Fortbewegung: Zu Fuß oder per Bus
Von Deutschland aus erreicht ihr Paris hervorragend mit dem Zug. Von Frankfurt am Main braucht der TGV knapp vier Stunden, von München etwa sechs mit dem ICE/TGV über Straßburg. Alternativ fliegen Eurowings, Lufthansa und diverse Low-Cost-Airlines von vielen deutschen Städten nach Paris – Flüge ab Berlin, München, Düsseldorf oder Köln gibt es oft schon günstig.
Vor Ort spart ihr am meisten zu Fuß – und Paris macht es euch zum Glück leicht: Das Zentrum ist überraschend kompakt, sodass die Strecken zwischen Louvre, Notre-Dame und dem Marais locker zu Fuß machbar sind. Mit Kinderwagen merkt ihr außerdem schnell, dass die historische Metro voller Treppen und Drehkreuze steckt, durch die ein Kinderwagen einfach nicht passt. Die einzige verlässliche Wahl ist die neue, vollständig barrierefreie Linie 14.
Statt der Metro nutzt lieber die Oberflächenbusse. Ein Ticket kostet 2,15 € und gilt für die gesamte Fahrt. Die Busse haben Rampen für Kinderwagen, und ihr könnt unterwegs die Stadt bewundern. Wenn ihr eine ganze Woche in Paris seid (von Montag bis Sonntag), kauft euch die Navigo-Découverte-Karte. Für rund 30 € habt ihr unbegrenzte Fahrten mit allem, inklusive der Züge zum Flughafen CDG.
Vorsicht vor Straßenbetrügereien (Scams)
Paris ist voll von Leuten, die Touristen mit Jahrzehnte alten Tricks Geld aus der Tasche ziehen wollen. Seid wachsam:
- Der goldene Ring: Jemand „findet“ vor euch auf der Straße (oft beim Louvre) einen goldenen Ring und fragt, ob er euch gehört. Wenn ihr verneint, bietet er ihn euch gegen eine kleine Belohnung an. Der Ring ist natürlich aus wertlosem Messing.
- Freundschaftsbänder: Auf den Stufen unter Sacré-Cœur operieren Gruppen von Männern, die auf euch zukommen und blitzschnell eine Schnur um euer Handgelenk knoten. Sobald der Knoten sitzt, fordern sie aggressiv Geld. Haltet die Hände in den Taschen und sagt bestimmt „Non“.
- Falsche Petitionen: Besonders am Eiffelturm und bei Notre-Dame trefft ihr junge Mädchen (die oft Taubstummheit vortäuschen) mit Klemmbrettern und einer Petition für einen guten Zweck. Während ihr lest und unterschreibt, durchsucht ein Komplize euren Rucksack.
- Taschendiebe in der Metro: Passt besonders auf Linie 1 (fährt zum Louvre) und Linie 4 auf. Haltet die Hand am Reißverschluss eurer Tasche und tragt den Rucksack auf dem Bauch.
Das alles klingt vielleicht etwas beängstigend, aber wenn ihr euren gesunden Menschenverstand benutzt und mit einem Lächeln, aber bestimmt Nein sagt, passiert euch nichts. Paris ist ansonsten eine absolut sichere und wunderbare Stadt – lasst euch den Spaß von diesen Kleinigkeiten nicht verderben.
Weiterlesen
Wenn ihr die Budgetplanung abgehakt habt und euch in konkrete Pariser Abenteuer stürzen wollt, schaut euch unsere weiteren Guides an:
- Was man in Paris sehen sollte: Komplette Routen und Strategien für den ersten Besuch.
- Die besten Museen in Paris: Ausführlicher Guide zu den Galerien – von den Impressionisten im Orsay bis zur modernen Kunst.
- Geheimes Paris: Versteckte Innenhöfe, vergessene Passagen und Orte ohne Touristen.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Eintritt in den Louvre für Studenten kostenlos?
Ja. Wenn ihr unter 26 Jahre alt seid und Bürger des Europäischen Wirtschaftsraums (dazu gehört auch Deutschland, Österreich und die Schweiz als Sonderfall), habt ihr kostenlosen Eintritt in den Louvre und dessen Dauerausstellungen. Reserviert einfach online ein kostenloses Zeitfenster und zeigt am Eingang euren Personalausweis.
Wann ist der Eintritt in die Pariser Museen für alle kostenlos?
Die meisten nationalen Denkmäler und Museen (z. B. Musée d’Orsay, Orangerie, Panthéon) bieten jeden ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Der Louvre bietet jeden ersten Samstag im Monat von 18:00 bis 21:45 Uhr freien Eintritt. Eine Online-Reservierung ist aber immer erforderlich.
Kostet der Eintritt auf den Eiffelturm?
Ja, der Aufstieg auf den Eiffelturm ist immer kostenpflichtig, und die Preise liegen je nach Etage und Aufzugnutzung zwischen 14 und 36 Euro. Komplett kostenlos könnt ihr den Turm aber vom Place du Trocadéro oder vom Champ de Mars bewundern. Wir empfehlen, Tickets vorab über GetYourGuide zu reservieren, da ihr sonst möglicherweise gar nicht hinaufkommt.
Wo finde ich in Paris kostenloses Trinkwasser?
Auf den Straßen und in den Parks findet ihr grüne gusseiserne Brunnen, die sogenannten Wallace-Fontänen, aus denen Trinkwasser fließt. In jedem Restaurant könnt ihr außerdem „une carafe d’eau“ (eine Karaffe Leitungswasser) bestellen, die euch per Gesetz kostenlos gebracht werden muss.
Ist die Kathedrale Notre-Dame geöffnet und was kostet der Eintritt?
Die Kathedrale wurde nach dem Brand am 8. Dezember 2024 feierlich wiedereröffnet. Der Eintritt in das Hauptschiff ist für alle Besucher komplett kostenlos. Ihr müsst lediglich vorab ein Zeitfenster über die offizielle App reservieren.
Welche Aussichtspunkte in Paris sind kostenlos?
Die besten kostenlosen Panoramen bieten die Dachterrassen der Kaufhäuser Galeries Lafayette und Printemps im 9. Arrondissement. Einen hervorragenden Ausblick gibt es auch vom Dach des Institut du Monde Arabe (5. Arrondissement) oder vom Parc de Belleville.
Kann man in Paris in der Seine schwimmen?
Ja, ab Sommer 2026 öffnen drei ausgewiesene kostenlose Badezonen direkt in der Seine (Bras Marie, Grenelle, Bercy). Die Badestellen sind im Juli und August in Betrieb, sofern die aktuelle Wasserqualität es erlaubt.
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