Als ich zum ersten Mal diese roten Sandsteinklippen sah, die sich dramatisch über dem türkisfarbenen Wasser auftürmen, dachte ich ehrlich gesagt, ich wäre irgendwie auf den Mars teleportiert worden. 😅 Doch dann kam eine Welle — eiskalt, nordatlantisch, absolut wachrüttelnd — und mir war klar, dass ich immer noch in Kanada war. Genauer gesagt auf Prince Edward Island Kanada, der kleinsten kanadischen Provinz, die es an Schönheit locker mit den größten aufnehmen kann.
Der Prince Edward Island National Park ist ein Ort, der einen mit seiner Vielfalt begeistert. Auf der einen Seite Dünen, bewachsen mit Strandhafer, auf der anderen rote Sandsteinklippen, die aussehen wie gemalt. Dazwischen Strände, an denen man mehr Möwen als Menschen trifft (sogar im Juli!), Radwege entlang der Küste und malerische Häfen, in denen man frischen Hummer direkt vom Fischer bestellen kann.
In diesem Artikel findet ihr einen kompletten Reiseführer für den Prince Edward Island National Park — von den schönsten Stränden und Aussichtspunkten über praktische Tipps zum Camping und Übernachten bis hin zu den besten Lobster Rolls der Insel. Ich verrate euch, wann die beste Reisezeit ist, was das Ganze kostet und worauf ihr achten solltet, damit ihr die Insel mit dem Gefühl verlasst, wirklich das Beste gesehen zu haben. Dafür habe ich 13 Tipps, was man sehen und erleben sollte, zusammengestellt, die den gesamten Park von Cavendish bis Greenwich abdecken.


Zusammenfassung
- Prince Edward Island National Park erstreckt sich entlang der Nordküste der Insel über rund 60 km und ist berühmt für seine roten Sandsteinklippen, Dünensysteme und roten Sandstrände.
- Schönste Strände: Cavendish Beach (ikonische rote Klippen), Brackley Beach (breit und ruhig), Greenwich Dunes (die wildeste Landschaft im Park).
- Eintritt: Der Park ist NICHT kostenlos — eine Tageskarte kostet 8,50 CAD/Erwachsener (ca. 6 €), Kinder bis 17 Jahre frei. Familieneintritt 17 CAD (ca. 12 €).
- Beste Reisezeit: Juli und August zum Baden, Juni und September für Ruhe und schönes Wetter ohne Menschenmassen.
- Camping: Im Park gibt es 3 Campingplätze (Cavendish, Stanhope, Robinsons Island) — rechtzeitig reservieren, besonders für den Juli!
- Radwege: Der Gulf Shore Parkway ist eine traumhafte Route entlang der Küste — Radfahren ist hier definitiv die beste Art, den Park zu erkunden.
- Essen: Lobster Suppers (Hummer-Abendessen) sind ein absolutes Muss — New Glasgow Lobster Suppers sind legendär.
- Anreise: Ein Mietwagen ist unerlässlich. Mietwagen auf der Insel sind verfügbar, aber im Sommer frühzeitig reservieren.
- Die Karte des Prince Edward Island National Park könnt ihr auf der Website von Parks Canada herunterladen oder im Besucherzentrum in Cavendish abholen.
- Anne of Green Gables: Für Fans des Buches (in Deutschland bekannt als „Anne auf Green Gables“) ist die Gegend um Cavendish ein regelrechter Wallfahrtsort — das grüne Haus mit den weißen Fensterläden ist wohl das meistfotografierte Gebäude der Insel.

Anreise und beste Reisezeit für den Prince Edward Island National Park
Prince Edward Island ist eine Insel, die vor allem im Sommer lebt — und der Park ist da keine Ausnahme. Der Zeitpunkt eurer Reise kann das Erlebnis aber dramatisch beeinflussen, deshalb schauen wir uns genau an, wann ihr am besten hinfahrt und wie ihr überhaupt auf die Insel kommt.
Beste Reisezeit
Juli und August sind die klare Nummer eins, wenn ihr Sightseeing mit Baden kombinieren wollt. Die Lufttemperatur liegt bei angenehmen 22–26 °C und das Wasser im Golf erwärmt sich auf bis zu 20 °C, was für den Atlantik geradezu tropisch ist. 😁 Rechnet aber damit, dass der Park im Juli und August am meisten besucht wird — besonders der Strand von Cavendish Beach ist dann voller Familien mit Kindern.
Juni und September sind unsere Geheimtipps. Im Juni ist alles frisch und grün, die Strände sind halbleer und die Unterkünfte deutlich günstiger. Das Wetter ist angenehm (17–22 °C), auch wenn das Wasser noch zu kalt zum Baden ist. Der September besticht durch den beginnenden Herbst — die roten Klippen in Kombination mit dem ersten Herbstlaub sehen aus wie gemalt.
Oktober bis Mai — der Park ist zwar ganzjährig zugänglich, aber die meisten Einrichtungen (Campingplätze, Besucherzentren, Fahrradverleihe) sind nur von Juni bis September in Betrieb. Im Winter könnt ihr spazieren gehen, seid aber allein mit euren Gedanken und dem Nordwestwind.
Anreise nach Prince Edward Island
Auf die Insel kommt ihr auf zwei Wegen:
Confederation Bridge — eine 13 km lange Brücke von New Brunswick aus, eine der längsten Brücken der Welt über zufrierenden Gewässern. Die Maut zahlt ihr erst bei der Abreise von der Insel (49 CAD, ca. 34 € für einen PKW). Die Überfahrt dauert etwa 10 Minuten und die Ausblicke auf die Northumberland Strait sind fantastisch.
Fähre von Nova Scotia — von Caribou nach Wood Islands verkehren Fähren der Gesellschaft Northumberland Ferries. Die Überfahrt dauert 75 Minuten, und auch hier zahlt ihr erst bei der Abreise (ca. 82 CAD / 57 € für Auto + Fahrer). Im Sommer fährt die Fähre alle ein bis zwei Stunden, außerhalb der Saison seltener.
Per Flugzeug — der Flughafen Charlottetown (YYG) wird mit Direktflügen aus Toronto, Montréal und Ottawa bedient. Von Deutschland aus fliegt ihr am besten über Toronto oder Montréal (z. B. mit Lufthansa, Air Canada oder Condor). Vom Flughafen bis zum Park sind es mit dem Auto etwa 40 Minuten.
Wenn ihr einen Roadtrip durch Kanada plant, lässt sich Prince Edward Island hervorragend mit Nova Scotia und New Brunswick kombinieren — der klassische Maritime-Provinces-Rundkurs.
Mietwagen
Ein Auto ist auf der Insel absolut unverzichtbar. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es praktisch nicht und der Park ist weitläufig — von Cavendish bis Greenwich sind es über 50 km. Wir haben langfristig gute Erfahrungen mit RentalCars gemacht, das wir weltweit nutzen. Auf PEI empfehle ich, rechtzeitig zu buchen, besonders für den Juli — im Sommer sind Mietwagen oft knapp und die Preise steigen stark an.
Die Orientierung im Park ist unkompliziert. Die Karte des Prince Edward Island National Park könnt ihr vorab auf der Website von Parks Canada herunterladen oder als Papierkarte im Besucherzentrum Cavendish abholen. Die Straßen sind gut beschildert und die Entfernungen gering — den gesamten Park durchfährt man in einer Stunde.

Übernachten und Kosten auf Prince Edward Island
Die Unterkünfte auf PEI sind im Vergleich zum Rest Kanadas angenehm erschwinglich — besonders außerhalb der Hauptsaison. Im Juli und August steigen die Preise allerdings deutlich, und manche beliebte Campingplätze und Pensionen sind schon Monate im Voraus ausgebucht. Schauen wir uns an, welche Möglichkeiten es gibt und was das Ganze kostet.
Camping im Park
Prince Edward Island National Park Camping ist eindeutig die authentischste Art, den Park zu erleben. Unter dem Sternenhimmel einschlafen mit dem Rauschen der Brandung im Hintergrund — das kann kein Hotel ersetzen.
Im Park gibt es 3 Campingplätze:
- Cavendish Campground — der größte mit über 300 Stellplätzen, am nächsten zu den Hauptattraktionen. Ausstattung mit Duschen, Waschmaschinen und Spielplatz. Preis ca. 28–36 CAD/Nacht (19–25 €). Im Juli blitzschnell ausgebucht — reserviert auf reservation.pc.gc.ca, sobald die Buchung öffnet (normalerweise im Januar).
- Stanhope Campground — kleiner und ruhiger, direkt am wunderschönen Stanhope Beach. Ähnliche Preise. Beliebt bei Familien und Radfahrern.
- Robinsons Island — der kleinste und einfachste, ohne Duschen. Dafür am ruhigsten und am nächsten an der Natur. Ideal für alle, die echte Ruhe suchen.
Tipp: So früh wie möglich reservieren. Besonders der Cavendish Campground an Juli-Wochenenden ist oft schon 5 Monate im Voraus ausgebucht. Unter der Woche stehen die Chancen besser.
Hotels und Pensionen in der Umgebung
Wer lieber ein Bett und ein Dach über dem Kopf hat, findet die meisten Unterkünfte rund um Cavendish und Brackley Beach.
In Charlottetown (40 Minuten vom Park entfernt) gibt es die größte Auswahl — von Boutique-Hotels in viktorianischen Häusern bis hin zu modernen Kettenhotels. Ein guter Ausgangspunkt, wenn ihr den Park mit einer Besichtigung der Hauptstadt verbinden wollt.
Prince Edward Island National Park: 13 Orte und Erlebnisse, die ihr nicht verpassen dürft
Jetzt tauchen wir in das ein, weswegen ihr eigentlich hierher kommt. Der Park erstreckt sich entlang der Nordküste der Insel und bietet eine unglaubliche Vielfalt — von ikonischen roten Klippen über Dünen voller Wildblumen bis hin zu malerischen Fischerhäfen. Hier sind meine 13 Tipps für Orte und Erlebnisse, die ihr im Prince Edward Island National Park auf keinen Fall auslassen solltet.
1. Cavendish Beach — ikonische rote Klippen, wegen derer alle herkommen

Wenn ihr jemals ein Foto von Prince Edward Island gesehen habt, war es mit großer Wahrscheinlichkeit Cavendish Beach. Und ich muss sagen — kein Foto wird diesem Ort gerecht. Die roten Sandsteinklippen sehen einfach unglaublich aus. Das Rot des Sandsteins im Kontrast zum blauen Himmel und dem türkisfarbenen Wasser des Golfs ergibt eine Farbpalette, die man am liebsten einstecken und mit nach Hause nehmen würde.
Der Strand selbst ist lang, sandig und für atlantische Verhältnisse angenehm breit. Im Sommer ist das Wasser überraschend angenehm — um die 18–20 °C — und der flache Einstieg ist ideal für Familien mit Kindern. Rettungsschwimmer sind im Juli und August im Einsatz.
Aber Achtung — Cavendish ist auch der meistbesuchte Teil des Parks. In der Hauptsaison wird es voll, besonders um die Mittagszeit. Unser Tipp: Kommt früh morgens (vor 9:00) oder am späten Nachmittag, wenn die meisten Leute einpacken. Der Sonnenuntergang am Cavendish Beach mit den roten Klippen im Hintergrund ist einer dieser Momente, in denen man am liebsten alles hinwerfen und für immer hier bleiben möchte.
Parkplätze gibt es direkt am Strand (im Eintrittspreis enthalten), ebenso Toiletten und Umkleidekabinen.
2. Greenwich Dunes — die wildeste Ecke des Parks

Wenn ihr mir aus diesem ganzen Artikel nur einen einzigen Tipp glaubt, dann diesen: Fahrt nach Greenwich. Es ist der östliche Ausläufer des Parks, etwa 50 km von Cavendish entfernt, und die meisten Touristen kommen gar nicht hierher. Was großartig ist, denn Greenwich ist zweifellos der schönste Ort im gesamten Park — und vielleicht sogar auf der ganzen Insel.
Der Zugang zu den Stränden und Dünen führt über einen wunderschönen Bohlenweg (Greenwich Dunes Trail, ca. 4,5 km hin und zurück), der durch drei verschiedene Ökosysteme führt — Wald, Feuchtgebiete und schließlich monumentale Wanderdünen. Diese Dünen sind wirklich beeindruckend — sie erreichen Höhen von bis zu 20 Metern und verschieben sich ständig durch den Wind. Das gesamte System ist eines der wenigen seiner Art im östlichen Kanada.
Am Ende des Weges wartet die Belohnung — ein Strand, an dem ihr mit großer Wahrscheinlichkeit ganz allein sein werdet. Weißer Sand, kristallklares Wasser und eine Stille, die nur vom Schreien der Seeschwalben durchbrochen wird. Wir haben hier einen ganzen Nachmittag verbracht und wollten gar nicht mehr weg.
Im Interpretationszentrum Greenwich könnt ihr eine Ausstellung über die Entstehung der Dünen und die Archäologie der Region besichtigen — sie ist überraschend interessant, sogar für alle, die Geologie normalerweise langweilig finden. 😁
3. Brackley Beach — der beste Strand zum Baden

Brackley Beach ist wohl unser Lieblingsstrand auf der ganzen Insel, wenn es rein ums Baden und Entspannen geht. Er ist breit, lang, mit feinem goldenen Sand und einem sanften Einstieg ins Wasser. Im Vergleich zu Cavendish ist hier deutlich weniger los und die Atmosphäre entspannter.
Der Strand bietet ausgezeichnete Infrastruktur — Duschen, Toiletten, Umkleidekabinen und einen kleinen Imbissstand. Rettungsschwimmer sind in der Saison vor Ort. Das Wasser ist hier dank der flachen Stelle etwas wärmer als anderswo im Park, sodass man auch ohne Neoprenanzug eine Weile im Meer aushalten kann.
Hinter dem Strand erstrecken sich Dünen, bewachsen mit wilden Rosen und Strandhafer — spaziert über den Bohlenweg, von dem aus man einen wunderbaren Blick auf die gesamte Küstenlinie hat. Mit etwas Glück entdeckt ihr beim Kommen und Gehen den bedrohten Piping Plover (Gelbfuß-Regenpfeifer) — aber bitte bleibt auf den markierten Wegen, um seine Brutplätze nicht zu stören!
4. Gulf Shore Parkway per Rad — die beste Art, den Park zu erkunden

Wenn ihr auf PEI nur eine einzige Aktivität macht, dann sollte es eine Radtour auf dem Gulf Shore Parkway sein. Diese Straße führt entlang der Küste von Cavendish über Brackley bis nach Stanhope und bietet einige der schönsten Ausblicke der gesamten Insel. Die Strecke ist ca. 25 km in eine Richtung — perfekt für einen halben Tag.
Die Route ist überwiegend flach (PEI ist insgesamt ziemlich platt, Gott sei Dank 😅), sodass auch weniger trainierte Radfahrer sie gut bewältigen können. Unterwegs könnt ihr an jedem Strand anhalten, euch ins Wasser stürzen, eine Pause machen und weiterfahren. Auf dem Rad spürt man die Weite und Ruhe des Parks viel intensiver als im Auto.
Fahrräder leiht ihr in mehreren Verleihstationen rund um Brackley und Cavendish — rechnet mit ca. 25–40 CAD/Tag (17–28 €). Manche Pensionen und Campingplätze bieten Räder für Gäste kostenlos an.
Tipp: Startet früh morgens, wenn die Straße fast leer ist und das Morgenlicht die roten Klippen in ein absolut magisches Licht taucht.
5. Covehead Harbour — malerischer Hafen mit dem besten Lobster Roll

Covehead Harbour ist einer dieser kleinen Fischerhäfen, die PEI so fotogen machen. Bunte Fischerboote, Stapel von Hummerfallen auf der Mole und im Hintergrund die ruhigen Gewässer der Bucht — ein klassisches maritimes Postkartenmotiv.
Aber Covehead Harbour ist nicht nur zum Fotografieren da. Hier steht der Covehead Harbour Lighthouse (klein, aber charmant) und vor allem — Richard’s Fresh Seafood, wo es einen der besten Lobster Rolls der Insel gibt. Frischer Hummer, butteriges Brötchen, und ihr esst ihn auf einer Bank mit Blick auf den Hafen. Einen besseren Mittagssnack gibt es auf PEI nicht.
Der Hafen liegt direkt am Gulf Shore Parkway, sodass er bei einer Radtour der perfekte Zwischenstopp auf halber Strecke ist.
6. Green Gables Heritage Place — für Fans von Anne auf Green Gables

Selbst wenn ihr nie das Buch „Anne of Green Gables“ von Lucy Maud Montgomery gelesen habt (in Deutschland als „Anne auf Green Gables“ oder „Anne mit den roten Haaren“ bekannt), lohnt sich dieser Ort. Das grüne Farmhaus mit den weißen Fensterläden ist eines der berühmtesten literarischen Häuser der Welt — und jährlich strömen Tausende Besucher hierher, besonders aus Japan und Korea, wo Anne ein absolutes Kulturphänomen ist.
Die Hausbesichtigung ist wirklich gelungen — das Interieur ist nach den Beschreibungen aus dem Buch eingerichtet und die Guides erzählen Geschichten aus dem Leben von L. M. Montgomery. Hinter dem Haus schlängeln sich die Waldwege Haunted Wood und Lovers‘ Lane, die die Autorin im Roman beschrieben hat. Sie sind wunderschön und ruhig, erfüllt vom Duft der Nadelbäume.
Der Eintritt beträgt 8 CAD (ca. 5,50 €) für Erwachsene. Green Gables Heritage Place gehört nicht direkt zum Nationalpark, liegt aber unmittelbar daneben — lässt sich also problemlos mit einem Besuch am Cavendish Beach an einem Tag verbinden.
Wenn ihr das Buch nicht kennt, entgeht euch wahrscheinlich die Hälfte des Zaubers. Aber auch so ist es ein schöner Spaziergang in einer hübschen Landschaft. Und falls ihr Kinder habt, die Anne kennen, werden sie begeistert sein. ☺️

7. Stanhope Beach und Cape Stanhope — Ruhe und Klippen ohne Menschenmassen

Stanhope Beach ist so etwas wie die ruhigere Schwester von Cavendish Beach. Genauso schön, aber ohne Gedränge und Trubel. Der Strand ist lang, der Sand fein und die roten Klippen ragen hier in voller Pracht empor. Es ist wohl der beste Ort, wenn ihr die roten Klippen aus der Nähe sehen, euch aber nicht durch einen Wald von Selfie-Sticks kämpfen wollt.
Vom Strand aus könnt ihr zum Cape Stanhope wandern, von wo aus fantastische Aussichten auf die Küste warten. Ein kurzer Weg (ca. 2 km hin und zurück) führt euch an den Rand der Klippen — Vorsicht: Die Sandsteinklippen sind brüchig und erodieren ständig, also nicht zu nah an die Kante gehen!
In der Nähe befindet sich der Stanhope Campground — wer an einem ruhigeren Ort als Cavendish campen möchte, ist hier bestens aufgehoben.
8. Dalvay-by-the-Sea — historisches Hotel am Ende der Welt

Am östlichen Ende des Parks steht Dalvay-by-the-Sea, eine wunderschöne viktorianische Villa aus dem Jahr 1895, heute ein Boutique-Hotel. Auch wenn ihr hier nicht übernachtet (die Zimmer sind recht teuer, ab 250 CAD/Nacht, also ca. 172 €), solltet ihr unbedingt zum Mittag- oder Nachmittagstee vorbeischauen.
Das Restaurant im Dalvay gehört zu den besten der Insel — serviert wird lokale, saisonale Küche mit Schwerpunkt auf frischen Meeresfrüchten. Man sitzt auf der Veranda mit Blick auf den Dalvay Lake und isst Hummer, der morgens noch im Wasser war. Das ist die Art von Erlebnis, für die man reist.
Hinter dem Hotel gibt es einen ruhigen Strand und einen See, wo man Kajak oder Stand-Up-Paddleboard ausleihen kann. Die Atmosphäre hier ist ganz anders als in Cavendish — eher altbritisch, beschaulich, fast aristokratisch.
9. Robinsons Island Trail — Wanderung durch Moore und Wälder

Dieser Trail gehört zu den weniger bekannten im Park, ist aber umso mehr einen Besuch wert. Der Robinsons Island Trail (ca. 4 km) führt durch Feuchtgebiete, borealen Wald und Wiesen — wie ein Miniatur-Querschnitt durch die Ökosysteme der gesamten Atlantikküste.
In den Feuchtgebieten könnt ihr Schwärme von Vögeln beobachten — Reiher, Gänse, Enten, und mit etwas Glück sogar einen Weißkopfseeadler. Im Frühling und Herbst ist der Vogelzug hier geradezu fantastisch.
Der Trail ist leicht und gut markiert. Er beginnt am Robinsons Island Campground und eignet sich perfekt für einen Morgenspaziergang, wenn Nebel über den Mooren liegt und das ganze Szenario ein bisschen wie aus Mittelerde aussieht.
10. Homestead Trail und Bubbling Springs — Waldbaden

Der Homestead Trail (ca. 8 km) ist der längste Wanderweg im Park und führt durch tiefen Wald entlang eines Bachs. Perfekt, um den Stränden und der Sonne zu entfliehen — besonders an heißen Sommertagen, wenn man Schatten und Ruhe braucht.
Unterwegs stoßt ihr auf die Bubbling Springs — natürliche Quellen, die durch den roten Sand sprudeln. Das sieht geradezu magisch aus, und Kinder sind davon hellauf begeistert. Der Weg ist leicht hügelig, aber nicht anspruchsvoll — jeder, der 8 km laufen kann, schafft ihn problemlos.
Wenn ihr gerne wandert und in der Natur unterwegs seid, ist der Homestead Trail zweifellos der schönste Waldweg im gesamten Park.
11. Robbenbeobachtung und Meeresleben
An den Stränden und Felsen des Parks könnt ihr mit etwas Glück (und Geduld) Seehunde entdecken, die sich auf den Sandsteinvorsprüngen sonnen. Die besten Chancen habt ihr am frühen Morgen an den abgelegeneren Stränden — besonders rund um Robinsons Island und im östlichen Teil des Parks.
In den Sommermonaten tauchen in den Gewässern rund um PEI gelegentlich auch Wale auf — vor allem Buckelwale. Von der nahegelegenen North Rustico aus werden 2–3-stündige Bootstouren zur Walbeobachtung angeboten.
Und dann gibt es natürlich noch die Hummer. Die sind zwar nicht zum Beobachten, sondern zum Essen da — aber zuzuschauen, wie die Fischer sie in Covehead Harbour oder North Rustico aus den Fallen ziehen, ist ebenfalls ein Erlebnis.
12. North Rustico Harbour — Fischerdorf mit Seele

North Rustico Harbour liegt zwar technisch gesehen knapp außerhalb der Parkgrenzen, ist aber ein Ort, der untrennbar zu einem Besuch des Parks dazugehört. Dieses malerische Fischerdorf ist das Herz der Hummerindustrie an der Nordküste, und die Atmosphäre hier ist absolut authentisch.
Auf der Mole könnt ihr den Fischern beim Entladen ihres Fangs zusehen. In den Hafenrestaurants serviert man Muscheln, Austern und Hummer, der vor einer Stunde noch geschwommen ist. Das Blue Mussel Café direkt auf der Mole ist unsere absolute Nummer eins — Muscheln in Kräutersoße und Blick auf den Hafen. Eine bessere Kombination gibt es nicht.
Von North Rustico starten auch Bootstouren zur Robbenbeobachtung und zum Hochseefischen. Und wenn ihr gerne Eis esst (wer nicht?), hat Cow’s Ice Cream — die legendäre Inseleisdiele — eine Filiale direkt im Ortskern.
13. Sonnenuntergang an den Cavendish Cliffs — der tägliche Abschied vom Park

Diesen Tipp hebe ich mir bewusst für den Schluss auf, denn er ist zugleich der perfekte Tagesabschluss im Park. Der Sonnenuntergang über den roten Klippen von Cavendish ist wohl das schönste Naturschauspiel, das PEI zu bieten hat.
Der beste Aussichtspunkt liegt oberhalb von Cavendish Beach (erreichbar vom Parkplatz), von wo aus man die gesamte Küstenlinie überblickt. Die Sonne taucht die ohnehin schon roten Klippen nach und nach in Schattierungen von Orange, Rosa und Violett — und man steht dort mit offenem Mund und fragt sich, warum dieser Ort in Europa so wenig bekannt ist.
Nehmt euch eine Decke mit, eine Flasche Wein von der Insel (Rossignol Estate Winery macht überraschend gute Weißweine) und genießt das Schauspiel. Für uns einer der stärksten Momente unserer gesamten Reise durch Ostkanada.
Essen und Trinken: ein Guide für Genießer
Auf Prince Edward Island isst man ausgezeichnet — und vor allem frisch. Die Insel ist einer der wichtigsten Hummer-, Austern- und Muschelproduzenten Kanadas, und die lokalen Restaurants nutzen das voll aus. Hier ein Überblick über die kulinarischen Highlights:
Lobster Suppers — traditionelle Hummer-Abendessen
Lobster Suppers sind auf PEI eine Institution. Es handelt sich um Gemeinschaftsabendessen, bei denen man für einen Festpreis einen ganzen Hummer, Kartoffelsalat, selbstgebackenes Brot, Suppe und Dessert bekommt. Es ist ein gesellschaftliches Ereignis — man sitzt an langen Tischen mit fremden Leuten und kämpft gemeinsam mit den Hummerzangen. 😅
Die berühmtesten sind die New Glasgow Lobster Suppers (seit 1958!) — für ca. 45–65 CAD (31–45 €) bekommt ihr ein komplettes Abendessen inklusive Hummer. In der Hauptsaison ist keine Reservierung nötig, aber rechnet mit Wartezeiten. Am besten kommt man gegen 16:00 Uhr, wenn der Andrang am geringsten ist.
Weitere großartige Lobster Suppers findet ihr bei Fisherman’s Wharf in North Rustico und St. Ann’s Church Lobster Suppers in Hunter River.
Restaurants in der Nähe des Parks
- Richard’s Fresh Seafood (Covehead Harbour) — der beste Lobster Roll, den wir auf der Insel gegessen haben. Groß, frisch, zu einem fairen Preis (ca. 22 CAD / 15 €).
- Blue Mussel Café (North Rustico Harbour) — Muscheln, Austern, Fisch. Saisonale Karte, traumhafte Lage auf der Mole.
- Dalvay by the Sea Restaurant — Fine Dining mit lokalen Zutaten. Für einen besonderen Abend.
- The Pearl Eatery (Charlottetown, 40 Min.) — wenn ihr einen Abstecher in die Hauptstadt macht, ist das eines der besten Restaurants der Insel. Farm-to-Table-Konzept.
- Cow’s Ice Cream (mehrere Filialen) — legendäres Insel-Eis. Die Sorte „Gooey Mooey“ macht süchtig.
Getränke
PEI hat eine überraschend lebendige Craft-Beer-Szene. Upstreet Craft Brewing in Charlottetown braut hervorragende IPAs, und bei den lokalen Weinen empfehle ich, etwas von der Rossignol Estate Winery zu probieren — ihre Weißweine sind überraschend gut für eine so nördliche Region.
Praktische Tipps für den Besuch des Prince Edward Island National Park
Eintritt und Parkgebühren
Der Prince Edward Island National Park ist nicht kostenlos. Der Tageseintritt beträgt 8,50 CAD/Erwachsener (ca. 6 €), 7,25 CAD für Senioren, und Kinder bis 17 Jahre sind frei. Der Familieneintritt (max. 7 Personen in einem Auto) kostet 17 CAD (ca. 12 €).
Wenn ihr länger durch Kanada reist und mehrere Nationalparks besuchen wollt, lohnt sich der Parks Canada Discovery Pass — eine Jahreskarte für alle Nationalparks für 72,25 CAD/Person (ca. 50 €) oder 145,25 CAD/Familie (ca. 100 €). Ab 9 Besuchstagen hat sich die Karte bezahlt gemacht.
Drei-Stunden-Regel (Three Hour Rule)
Vielleicht seid ihr schon auf die Frage „What is the 3 hour rule in Prince Edward Island?“ gestoßen — dabei handelt es sich um eine informelle Regel, die besagt, dass man auf PEI nirgendwohin länger als 3 Stunden mit dem Auto braucht. Die Insel ist so klein (280 km lang), dass man von einem Ende zum anderen maximal drei Stunden fährt. In der Praxis heißt das: Ihr könnt überall auf der Insel wohnen und trotzdem bequem Tagesausflüge in den Park unternehmen.
eSIM und Internet
Auf der Insel funktioniert mobiles Internet in besiedelten Gebieten solide, aber in abgelegeneren Teilen des Parks (vor allem Greenwich) kann das Signal schwächeln. Wenn ihr nach Kanada reist und keine teuren Roaming-Gebühren zahlen wollt, schaut euch unsere Bewertung von Holafly eSIM an — auf Reisen durch Nordamerika hat sie bei uns bestens funktioniert.
Packliste
Das Wetter auf PEI ist wechselhaft — selbst im Sommer empfiehlt es sich, eine Fleecejacke und eine Windjacke dabei zu haben, besonders für abendliche Strandspaziergänge. Einen ausführlichen Leitfaden zum Packen findet ihr hier: Wie man ins Handgepäck packt.
Flüge und Reiseversicherung
Günstige Flüge nach Kanada findet ihr am besten über Vergleichsportale wie Skyscanner oder Google Flights. Von Deutschland aus fliegen Lufthansa, Air Canada und Condor nach Toronto oder Montréal, von wo aus ihr weiter nach Charlottetown (YYG) fliegen könnt.
Für eine längere Reise durch Kanada empfehlen wir die Reiseversicherung von SafetyWing, die auch Aktivitäten wie Wandern und Wassersport abdeckt.
FAQ — Häufig gestellte Fragen zum Prince Edward Island National Park
Ist der Prince Edward Island National Park kostenlos?
Nein, der Eintritt in den Park ist kostenpflichtig. Eine Tageskarte kostet 8,50 CAD pro Erwachsenem (ca. 6 €), Kinder bis 17 Jahre haben freien Eintritt. Der Familieneintritt beträgt 17 CAD (ca. 12 €). Wenn ihr mehrere kanadische Nationalparks besuchen wollt, lohnt sich der Parks Canada Discovery Pass für 72,25 CAD jährlich (ca. 50 €). Den Eintritt zahlt man am Parkeingang oder in den Besucherzentren.
Was ist der schönste Ort auf Prince Edward Island?
Das ist natürlich subjektiv, aber für uns sind es definitiv die Greenwich Dunes — monumentale Wanderdünen, ein einsamer Strand und eine Wildheit, die man anderswo im Park nicht findet. Wenn es um den ikonischsten Anblick geht, sind die roten Klippen am Cavendish Beach der fotogenste Ort der Insel. Und für Atmosphäre und Gemütlichkeit mögen wir Covehead Harbour oder North Rustico.
Was ist die Drei-Stunden-Regel auf Prince Edward Island?
Es handelt sich um eine informelle Regel, die besagt, dass man überall auf der Insel in maximal 3 Stunden mit dem Auto hinkommt. PEI ist eine kleine Insel (ca. 280 km lang), sodass selbst die Fahrt vom westlichsten zum östlichsten Punkt nur etwa 2,5–3 Stunden dauert. In der Praxis bedeutet das: Ihr könnt überall übernachten und alles bequem als Tagesausflug erreichen.
Welche interessanten Fakten gibt es über den Prince Edward Island National Park?
Ein paar spannende Fakten: Der Park wurde 1937 gegründet und ist mit nur 27 km² einer der kleinsten Nationalparks Kanadas. Die rote Farbe des Sandsteins stammt vom hohen Eisenoxidgehalt — also im Grunde Rost. 😊 Die Greenwich Dunes gehören zu den wenigen Wanderdünen-Systemen im östlichen Nordamerika. Der Park ist Heimat des bedrohten Piping Plover (Gelbfuß-Regenpfeifer), weshalb einige Strandabschnitte in der Brutsaison gesperrt werden. Und schließlich: Die Handlung von „Anne of Green Gables“ spielt in genau der Landschaft, die heute zum Park gehört — was ihn zu einem literarischen Wallfahrtsort macht.
Wann ist die beste Reisezeit für den Prince Edward Island National Park?
Die beste Zeit ist Juli und August, wenn das Wetter am wärmsten ist (22–26 °C) und das Wasser im Golf angenehme 18–20 °C erreicht. Wer weniger Touristen und günstigere Preise möchte, dem empfehlen wir Juni (frische Natur, halbleere Strände) oder September (beginnendes Herbstlaub, weiterhin angenehme Temperaturen). Die meisten Einrichtungen im Park (Campingplätze, Besucherzentren) sind von Anfang Juni bis Ende September in Betrieb.
Kann man im Prince Edward Island National Park campen?
Ja! Im Park gibt es drei Campingplätze: Cavendish (der größte, am nächsten zu den Attraktionen), Stanhope (ruhiger, an einem wunderschönen Strand) und Robinsons Island (der einfachste und ruhigste). Die Preise liegen bei ca. 28–36 CAD pro Nacht (19–25 €). Wichtig: In der Hauptsaison sind die Plätze schnell ausgebucht — reserviert auf reservation.pc.gc.ca gleich im Januar, wenn die Buchung öffnet. Besonders Juli-Wochenenden sind Monate im Voraus vergriffen.
Wie viel Zeit braucht man für den Prince Edward Island National Park?
Mindestens 2–3 volle Tage, wenn ihr die wichtigsten Strände (Cavendish, Brackley, Stanhope) sehen, den Gulf Shore Parkway abfahren und die Greenwich Dunes besuchen wollt. Idealerweise 4–5 Tage, wenn ihr noch Radtouren, Kajakfahren, eine Besichtigung von Green Gables, Lobster Suppers und die Erkundung der umliegenden Dörfer wie North Rustico einplanen wollt. Für eine Kombination mit Charlottetown und dem Rest der Insel plant am besten eine ganze Woche ein.
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Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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