Montreal, Kanada: 15 Tipps, was man sehen und erleben sollte

Ich gebe zu: Montreal Kanada hat mich schon am Flughafen erwischt. Wir stiegen aus dem Flugzeug, gingen zur Passkontrolle, und der Beamte begrüßte uns mit „Bonjour! Hi!“ — als wäre er sich selbst nicht sicher, in welcher Sprache wir eigentlich leben. Und genau so ist ganz Montreal. Eine Stadt, die halb französisch, halb nordamerikanisch und zu hundert Prozent einzigartig ist. Als hätte man sich nach Paris gebeamt, nur mit breiteren Gehwegen, besserem Essen und Menschen, die einen tatsächlich anlächeln. 😊

In den kopfsteingepflasterten Gassen von Old Montreal fühlten wir uns wie in Europa, auf dem Plateau entdeckten wir Cafés, in die man am liebsten jeden Tag gehen würde, und bei Schwartz’s standen wir für ein Smoked-Meat-Sandwich an, nach dem wir beschlossen: Dafür fliegen wir nochmal her.

In diesem Artikel findet ihr 15 Tipps, was man in Montreal sehen sollte — von historischen Sehenswürdigkeiten über hippe Viertel und Street Art bis hin zu Essen, an das ihr noch Monate nach der Rückkehr denken werdet. Ich verrate euch, wann die beste Reisezeit ist, wo man am besten übernachtet, was das Ganze kostet und worauf ihr achten solltet, damit euch nichts überrascht.

Reisende vor der Basilika Saint-Joseph am Mont Royal in Montreal

Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • Old Montreal ist ein absolutes Muss — Kopfsteinpflastergassen, Place Jacques-Cartier und die Basilika Notre-Dame mit atemberaubendem blau-goldenem Interieur.
  • Mont Royal bietet den besten Blick über die Stadt. Der Aufstieg dauert etwa 30 Minuten, und sonntags erlebt ihr das legendäre Tam-Tams-Trommeln.
  • Plateau Mont-Royal und Mile End sind die spannendsten Viertel für lokale Atmosphäre — Cafés, Street Art, Vintage-Läden.
  • Schwartz’s Deli, St-Viateur Bagel und La Banquise — drei kulinarische Pflichtstopps, ohne die ihr nicht wirklich in Montreal gewesen seid.
  • Die beste Reisezeit ist Juni bis Oktober — Sommer wegen der Festivals, September und Oktober wegen des Indian Summer.
  • Für Kanada braucht ihr eine eTA (elektronische Reisegenehmigung für 7 CAD / ca. 5 €). Deutsche Staatsbürger benötigen kein Visum.
  • Plant für Montreal mindestens 3–4 Tage ein, ideal sind 5.
  • Rechnet mit einem Budget von ca. 1.400–2.000 € für 5 Tage zu zweit (ohne Flüge).
  • Der ÖPNV funktioniert super — Metro + Busse, im Sommer empfehlen wir die BIXI-Leihräder.
  • In Montreal kommt ihr mit Englisch und Französisch zurecht — aber die Einheimischen freuen sich, wenn ihr wenigstens „bonjour“ sagt. ☺️

Wann nach Montreal reisen und wie hinkommen

Montreal ist eine Stadt, die sich je nach Jahreszeit dramatisch verändert — und glaubt mir, das Timing eures Besuchs kann den gesamten Aufenthalt maßgeblich beeinflussen. Während es im Sommer eine pulsierende Metropole voller Festivals, Straßenmusik und Terrassen ist, fallen die Temperaturen im Januar auf -20 °C und die Stadt versteckt sich unter der Erde. Wortwörtlich — in der unterirdischen Stadt RÉSO. Schauen wir uns an, wann die beste Reisezeit ist, was Flüge kosten und wie man sich in der Stadt fortbewegt.

Beste Reisezeit

Sommer (Juni–September) ist eindeutig die beste Zeit. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 20–28 °C, die Stadt lebt durch Festivals (Jazz Festival, Just for Laughs), die Straßen sind voller Menschen, die Restaurantterrassen platzen aus allen Nähten und insgesamt ist Montreal im Sommer einfach magisch. Hauptsaison sind Juli und August — rechnet mit höheren Übernachtungspreisen und mehr Touristen.

Indian Summer (September–Oktober) ist unser persönlicher Favorit. Wir waren mit Lukáš genau Ende September/Anfang Oktober dort, und es war perfekt. Die Bäume am Mont Royal leuchteten in allen Schattierungen von Orange, Rot und Gold, es waren deutlich weniger Touristen unterwegs, und die Temperaturen um 12–18 °C waren ideal zum Spazierengehen. Ehrlich gesagt — diese Farben muss man mit eigenen Augen sehen, Fotos werden ihnen nicht gerecht.

Den Winter (Dezember–März) würde ich nicht empfehlen, es sei denn, ihr seid extrem kälteresistent. Die Temperaturen fallen regelmäßig auf -15 bis -25 °C, arktischer Wind bläst und sich länger als 20 Minuten draußen aufzuhalten ist eine Qual. Die einzige Ausnahme ist das Igloofest im Januar/Februar — wer elektronische Musik liebt und kein Problem damit hat, in der Daunenjacke zu tanzen, wird es lieben. Aber ansonsten? Im Winter lieber nicht hinfahren. 😅

Wie man nach Montreal kommt

Von Deutschland aus gibt es Direktflüge nach Montreal ab Frankfurt, München und Zürich — unter anderem mit Lufthansa, Air Canada und Condor. Wer flexibel ist, findet auch günstige Umsteigeverbindungen über London, Paris oder Amsterdam. Wir haben für Hin- und Rückflug etwa 500–700 € pro Person bezahlt — gesucht haben wir über Kiwi, das ist unser langjähriger Lieblings-Flugsuchmaschine.

Vergesst die eTA nicht (Electronic Travel Authorization) — deutsche Staatsbürger brauchen für Kanada kein klassisches Visum, aber die eTA ist Pflicht. Ihr erledigt sie online in wenigen Minuten, sie kostet 7 CAD (ca. 5 €) und ist 5 Jahre gültig. Ohne sie werdet ihr nicht ins Flugzeug gelassen.

Vom Flughafen Montréal-Trudeau kommt ihr mit dem Bus 747 Express für ca. 11 CAD (etwa 7,50 €) ins Zentrum. Die Fahrt dauert 45–60 Minuten je nach Verkehr. Taxi/Uber kostet 40–55 CAD (27–37 €).

Fortbewegung in der Stadt

Die Metro STM ist schnell, zuverlässig und deckt den Großteil der Stadt ab. Ein Einzelticket kostet 3,75 CAD (2,50 €), aber es lohnt sich, einen Tagespass für 11 CAD (7,50 €) oder einen 3-Tages-Pass für 22,25 CAD (15 €) zu kaufen. Wir haben die meisten Tage zu Fuß geschafft und sind nur ab und zu Metro gefahren.

Im Sommer kann ich die BIXI-Leihräder wärmstens empfehlen — ein Bike-Sharing-System, das fantastisch funktioniert. Eine Einzelfahrt kostet 1 CAD Freischaltgebühr + 0,10 CAD/Minute, oder ihr nehmt einen Tagespass für 7 CAD (ca. 5 €). Montreal ist fahrradfreundlich, Radwege gibt es überall, und es ist wohl die angenehmste Art, das Plateau und den Lachine Canal zu erkunden.

Falls ihr Ausflüge außerhalb der Stadt plant (etwa in die Laurentians oder nach Quebec City), empfehle ich einen Mietwagen. Wir haben seit Jahren gute Erfahrungen mit RentalCars, wo man die Preise verschiedener Anbieter an einem Ort vergleichen kann.

Unterkunft in Montreal und Kosten

Montreal bietet Unterkünfte für jedes Budget, von Luxushotels in der Altstadt bis hin zu gemütlichen Airbnbs in Wohnvierteln. Die Preise sind niedriger als in Toronto oder Vancouver, aber es ist immer noch Kanada — rechnet nicht mit europäischen Preisen. Grundsätzlich kostet eine Nacht in einem guten Hotel 140–240 € für zwei, im Hostel etwa 40–60 € pro Person. Schauen wir uns die besten Viertel zum Übernachten an.

Old Montreal — für Romantiker und Geschichtsliebhaber

Direkt in Old Montreal zu übernachten, ist magisch — morgens aufwachen, auf die Kopfsteinpflasterstraßen hinaustreten und sich fühlen wie in Frankreich. Es ist allerdings die teuerste Lage der Stadt. Unsere Empfehlungen:

  • Hotel Nelligan — wunderschönes Boutique-Hotel in einem Steingebäude aus dem 19. Jahrhundert, ab ca. 200–280 €/Nacht. Die Dachterrasse mit Blick auf die Basilika Notre-Dame ist perfekt für einen Drink bei Sonnenuntergang.
  • Le Petit Hotel — kleiner, gemütlicher und etwas erschwinglicher, ab ca. 160 €/Nacht. Moderne, saubere Zimmer und eine perfekte Lage.

Plateau Mont-Royal — bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Das ist unser empfohlenes Viertel zum Übernachten. Das Plateau steckt voller lokalem Leben — Cafés, Restaurants, Parks, und trotzdem seid ihr in 10 Minuten mit der Metro in Old Montreal. Die Preise liegen 30–40 % unter denen der Altstadt und die Atmosphäre ist authentischer. Sucht auf Booking.com, wo wir jede Menge hübsche Apartments mit Küche ab 100–140 €/Nacht gefunden haben.

Budget Tipp

HI Montreal — eines der besten Hostels in Nordamerika (und wir sind normalerweise keine Hostel-Fans, aber dieses ist wirklich gut). Bett im Schlafsaal ab ca. 40 €/Nacht, Privatzimmer ab 80 €. Es gibt eine Gemeinschaftsküche, eine Bar und eine super Lage nahe Old Montreal.

Orientierungsbudget für 5 Tage zu zweit

  • Unterkunft (5 Nächte, Mittelklasse): 700–1.000 €
  • Essen und Trinken (Restaurant + Einkauf): 400–600 €
  • ÖPNV und BIXI-Räder: 80 €
  • Eintritte und Aktivitäten: 120–200 €
  • Gesamt (ohne Flüge): 1.300–1.880 €

Trinkgeld ist in Kanada quasi Pflicht — rechnet mit 15–20 % extra auf jede Restaurantrechnung. Das wird oft vergessen und kann das Budget ordentlich in die Höhe treiben.

Montreal Sehenswürdigkeiten: 15 Orte, die ihr besuchen müsst

Kommen wir endlich zum Hauptteil — 15 Tipps, was man in Montreal sehen und erleben sollte. Die Stadt ist überraschend kompakt, die meisten Attraktionen schafft man zu Fuß oder mit dem Rad, und jedes Viertel hat einen völlig eigenen Charakter. Vom historischen Old Montreal über das bohème Plateau bis zum ruhigen Lachine Canal — hier ist unsere Auswahl an Orten, ohne die man Montreal einfach nicht kennenlernen kann.

1. Old Montreal (Vieux-Montréal) — das Herz der Stadt, wo alles begann

Kopfsteinpflasterstrasse Rue Saint-Paul in Old Montreal (Vieux-Montreal)
Foto: Ken Lund from Reno, Nevada, USA / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

Old Montreal ist der Ort, in den man sich verliebt. Enge Kopfsteinpflastergassen, Steingebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Laternen, kleine Galerien, Straßenkünstler — ehrlich gesagt, haben wir mit Lukáš manchmal vergessen, dass wir in Nordamerika sind.

Fangt am Place Jacques-Cartier an — dem Hauptplatz, der sich im Sommer in eine riesige Terrasse voller Restaurants und Straßenkünstler verwandelt. Von dort spaziert zum Place d’Armes, wo die ikonische Basilika Notre-Dame steht (dazu gleich mehr) und ein schöner Brunnen. Vergesst nicht, auch in die Seitengassen zu schauen — die Rue Saint-Paul ist die älteste Straße der Stadt, und ihr findet dort jede Menge kleine Galerien, Geschäfte mit lokaler Kunst und gemütliche Bistros.

Tipp: Kommt frühmorgens her (gegen 8–9 Uhr), wenn die Straßen leer sind und ihr die Stadt ohne Menschenmassen fotografieren könnt. Abends herrscht wiederum wunderschöne Atmosphäre dank der beleuchteten Gebäude.

Bedenkt, dass die Restaurants direkt am Place Jacques-Cartier überteuert und mittelmäßig sind — die klassische Touristenfalle. Zum Essen lieber ein paar Straßen weiter gehen.

2. Basilika Notre-Dame — ein Interieur, das sprachlos macht

Neugotische Basilika Notre-Dame in Montreal am Place d'Armes

Ich weiß nicht, ob es eine Kirche mit einem schöneren Interieur gibt. Wirklich nicht. Als wir hineingingen, blieben wir beide mit offenem Mund stehen. Während die Basilika von außen eher schlicht wirkt, erwartet euch innen eine Explosion aus Kobaltblau, Gold und Türkis — vom Gewölbe bis zum Altar. Es ist, als würde man in ein Schmuckkästchen eintreten.

Der Eintritt kostet 18 CAD (ca. 12 €) für die reguläre Besichtigung. Wenn ihr die Möglichkeit habt, reserviert unbedingt die abendliche Lichtshow AURA für 26 CAD (ca. 18 €) — eine 45-minütige immersive Projektion direkt in der Basilika, begleitet von Musik, und ein absolut unglaubliches Erlebnis. Wir waren bei der letzten Vorstellung und sind mit Gänsehaut hinausgegangen.

Praktischer Tipp: Tickets für AURA am besten vorab online kaufen, besonders im Sommer sind sie schnell ausverkauft. Für die reguläre Besichtigung reicht es ohne Reservierung — die Schlangen sind nicht so schlimm, wenn man vormittags kommt.

3. Mont Royal — Aufstieg mit dem besten Blick über die Stadt

Menschen entspannen auf der Wiese im Park am Mont Royal mit Stadtpanorama

Der Mont Royal (233 m) ist das grüne Herz Montreals — tatsächlich hat die Stadt von ihm ihren Namen. Der Aufstieg zum Kondiaronk Belvedere dauert eine gemütliche halbe Stunde von der Peel Street aus und lohnt sich hundertprozentig. Zur Belohnung gibt es ein Panorama über die gesamte Stadt, den Sankt-Lorenz-Strom und bei klarem Wetter einen Blick bis zu den Adirondack Mountains im US-Bundesstaat New York.

Wir sind am späten Nachmittag hinaufgestiegen und haben den Sonnenuntergang über der Stadt erwischt — einer dieser Orte, wo man einfach eine Weile sitzt, schweigt und schaut. 😊

Wenn ihr an einem Sonntag im Sommer in Montreal seid, müsst ihr unbedingt zu den Tam-Tams kommen. Das ist ein spontanes Treffen von Trommlern und Musikern, das jeden Sonntagmittag am Fuß des Berges stattfindet. Hunderte Menschen sitzen im Gras, es wird getrommelt, getanzt, gepicknickt — eine einzigartige Montrealer Tradition, und zwar kostenlos. Das findet man in keinem Reiseführer (naja, jetzt schon ☺️).

Tipp für Bequeme: Zum Gipfel fährt auch der Bus Nummer 11. Aussicht gleich, Schweiß gleich null. 😅

4. Plateau Mont-Royal und Mile End — Hipster-Paradies, in dem man wohnen möchte

Musikfestival auf dem Boulevard Saint-Laurent im Viertel Plateau

Wenn ihr wie wir Städte hauptsächlich über Cafés, Street Art und lokale Märkte kennenlernt, dann ist Plateau Mont-Royal euer Viertel. Reihenhäuser mit den charakteristischen eisernen Außentreppen (typische Montrealer Architektur!), Indie-Läden, Vintage-Boutiquen und Restaurants, in denen mehr Französisch als Englisch gesprochen wird.

Direkt neben dem Plateau liegt Mile End — noch bohèmer, noch hipper. Hier wird der beste Bagel der Welt gebacken (dazu mehr im Abschnitt über Essen), hier sitzen unabhängige Verlage, Mikrobrauereien und jede Menge Ateliers. Der Boulevard Saint-Laurent, der beide Viertel verbindet, ist eine Street-Art-Galerie unter freiem Himmel.

Wir haben mit Lukáš einen ganzen Nachmittag hier verbracht, einfach spaziert, bei Murals angehalten, einen Flat White im Café Olimpico getrunken (eine lokale Legende seit 1970 — keine Hipster-Allüren, nur hervorragender Kaffee und ältere Herren beim Kartenspiel) und uns Schallplatten in den Läden auf der Saint-Laurent angeschaut.

Was ihr nicht verpassen solltet: Die Avenue Fairmount und die Rue Bernard — voller toller Restaurants und Läden, fernab der Touristenmassen.

5. Jean-Talon Market — der echte Montrealer Markt, auf dem die Einheimischen einkaufen

Gebaeude der Markthalle Marche Jean-Talon in Montreal
Foto: Jeangagnon / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Der Jean-Talon Market ist einer der größten Bauernmärkte in ganz Nordamerika und ein Ort, der euch mehr über Montreal verrät als jedes Museum. Unter der offenen Dachkonstruktion findet ihr Stände mit lokalem Obst und Gemüse (Québecer Erdbeeren im Sommer sind göttlich), Dutzende Sorten Québecer Käse, frische Kräuter, Ahornsirup direkt vom Bauern und jede Menge kleine Bistros zum Mittagessen.

Wir haben uns Baguette, ein paar Käsesorten, Erdbeeren und eine Flasche Québecer Cidre gekauft und daraus ein Picknick im Park gemacht. Ein besseres Mittagessen für 10 € hatten wir in Montreal nicht.

Tipp: Kommt samstagvormittags, wenn die Auswahl am größten ist, aber stellt euch auf Menschenmassen ein. Wer es ruhiger mag, kommt unter der Woche.

Auf der anderen Seite der Stadt gibt es außerdem den kleineren, aber ebenso schönen Atwater Market — wer in der Nähe des Lachine Canal übernachtet, findet hier eine tolle Alternative.

6. Biodôme — vier Ökosysteme unter einem Dach

Schraeger Turm des Olympiastadions im Biodome-Areal in Montreal

Das Biodôme befindet sich in einem Gebäude, das ursprünglich als Velodrom für die Olympischen Spiele 1976 diente — was allein schon cool ist. Heute findet ihr hier vier realistisch nachgebildete Ökosysteme Amerikas: den tropischen Regenwald, den kanadischen Wald, die Küste des Sankt-Lorenz-Stroms und subantarktische Inseln mit Pinguinen.

Ehrlich gesagt — wenn ihr ohne Kinder reist, ist das Biodôme nett, aber kein Muss. Wir haben dort etwa anderthalb Stunden verbracht und am meisten die Pinguine und den Regenwaldbereich genossen. Aber wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, ist es ein absolutes Highlight — kleine Entdecker lieben es.

Der Eintritt beträgt 25,75 CAD (ca. 17 €) für Erwachsene. Es gibt ein Kombiticket mit dem Botanischen Garten, dem Insektarium und dem Planetarium für 41,25 CAD (ca. 28 €), das sich definitiv lohnt, wenn ihr mehrere dieser Attraktionen besuchen wollt.

7. Botanischer Garten Montreal — einer der schönsten der Welt

Wassergarten im Botanischen Garten von Montreal
Foto: Thomas1313 / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Und hier kommt eine Überraschung — der Montrealer Jardin botanique ist der drittgrößte botanische Garten der Welt (nach Kew Gardens in London und dem Berliner Botanischen Garten) und absolut wunderschön. Auf 75 Hektar findet ihr über 22.000 Pflanzenarten, einen chinesischen Garten mit Pavillons und Teichen, einen japanischen Garten mit meditativer Atmosphäre und noch vieles mehr.

Wenn ihr im Herbst (September–Oktober) in Montreal seid, dürft ihr das Festival Gardens of Light auf keinen Fall verpassen — nach Einbruch der Dunkelheit wird der Garten mit Hunderten von Laternen und Installationen beleuchtet, und es ist eines der schönsten Herbsterlebnisse, die wir je hatten. Wir waren mit Lukáš gegen acht Uhr abends dort und hatten den Garten fast für uns allein — die meisten Touristen wissen nichts davon.

Der Eintritt in den Garten kostet 23 CAD (ca. 16 €), für Gardens of Light 27 CAD (ca. 18 €).

Tipp: Den Garten schafft man in 2–3 Stunden, aber Gartenliebhaber können hier locker einen ganzen Tag verbringen.

8. Old Port (Alter Hafen) — das Ufer, wo alles passiert

Historischer Getreidespeicher und Dampfschiff im Alten Hafen von Montreal

Der Old Port ist die natürliche Verlängerung von Old Montreal Richtung Fluss und im Sommer wohl der lebendigste Teil der Stadt. Am Ufer findet ihr die Grande Roue de Montréal — ein riesiges Riesenrad (inspiriert vom London Eye, aber kleiner), das Wissenschaftszentrum Centre des sciences, ein Sommerkino unter freiem Himmel und jede Menge Food Trucks.

Das Ufer ist wunderbar für einen Abendspaziergang — mit Blick auf den Sankt-Lorenz-Strom auf der einen Seite und die beleuchteten Gebäude von Old Montreal auf der anderen. Wir haben hier eines Abends mit Crêpes und Wein auf einer Bank gesessen, und es war einfach perfekt.

Im Winter wird eine Freiluft-Eisbahn eröffnet, im Sommer finden verschiedene Festivals und Konzerte statt. Der Zugang zum Ufer ist kostenlos — bezahlt wird nur für einzelne Attraktionen.

Die Grande Roue kostet 28 CAD (ca. 19 €) und die Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Ehrlich gesagt — der Ausblick vom Mont Royal ist besser und kostenlos. Aber wer nicht den Berg hochkraxeln möchte, hat hier eine angenehme Alternative. 😉

9. Pointe-à-Callière — wo Montreal gegründet wurde

Modernes Gebaeude des Museums Pointe-a-Calliere in Old Montreal
Foto: Antony-22 / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Dieses Museum ist für mich persönlich das spannendste Museum in ganz Montreal. Pointe-à-Callière steht genau an der Stelle, wo Montreal 1642 gegründet wurde, und im Untergrund könnt ihr echte archäologische Ausgrabungen sehen — Fundamente der ursprünglichen Gebäude, alte Kanalisation, Artefakte der indigenen Bevölkerung.

Die Besichtigung beginnt mit einer multimedialen Show (auf Englisch oder Französisch), die euch in die Gründungsgeschichte der Stadt hineinzieht. Danach geht es durch unterirdische Räume mit Originalfunden. Es ist kein trockenes Museum — es ist wirklich gut gemacht und in etwa 2 Stunden zu schaffen.

Eintritt 26 CAD (ca. 18 €). Kinder unter 12 Jahren kostenlos (ein weiterer Grund, warum Montreal großartig für Familien ist).

10. Underground City (RÉSO) — 33 km unterirdische Gänge

Unterirdische Stadt RESO mit Geschaeften in Montreal
Foto: Deror_avi / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Das ist wohl die einzigartigste Besonderheit Montreals. Unter der Stadt erstrecken sich 33 Kilometer unterirdische Gänge, die Metrostationen, Einkaufszentren, Bürogebäude, Hotels, Kinos und Restaurants miteinander verbinden. Das ganze System heißt RÉSO und entstand als Reaktion auf die brutalen Montrealer Winter — damit sich die Menschen durch die Stadt bewegen können, ohne nach draußen zu müssen.

Ehrlich gesagt — erwartet nichts visuell Überwältigendes. Es sind keine unterirdischen Paläste, eher verbundene Einkaufspassagen und Gänge. Aber es ist ein faszinierendes urbanistisches Konzept, und wenn ihr besondere städtebauliche Lösungen mögt, lohnt sich die Erkundung. Wir sind dort etwa eine Stunde herumgelaufen, haben uns verlaufen (wie fast jeder 😅) und kamen schließlich an einem ganz anderen Ort heraus als geplant.

Tipp: Wenn es euch interessiert, startet an der Metrostation McGill oder Bonaventure und spaziert Richtung Place Ville-Marie. Der Zugang ist kostenlos — es ist einfach Teil der Stadt.

11. Musée des beaux-arts de Montréal — für Kunstliebhaber

Saeulenfassade des Museums der Schoenen Kuenste in Montreal
Foto: Thomas1313 / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Das Montrealer Museum der Schönen Künste ist das größte Kunstmuseum Kanadas und erstreckt sich über fünf Gebäude. Die Sammlungen reichen von antiker Kunst über kanadische Maler bis zu zeitgenössischer Kunst und Design. Die Dauerausstellung ist kostenlos (bezahlt wird nur für Sonderausstellungen), was bei einem Museum dieses Kalibers absolut außergewöhnlich ist.

Wir haben hier etwa zwei Stunden verbracht und fanden die Abteilung für kanadische Kunst und Design am spannendsten — es ist interessant zu sehen, wie sich Kanada künstlerisch gegenüber den USA und Europa abgrenzt. Falls Kunst nicht eure Hauptleidenschaft ist, schaut ruhig für eine Stunde rein — es lohnt sich, besonders bei kostenlosem Eintritt.

Das Museum liegt an der Rue Sherbrooke, der Hauptstraße Montreals, und lässt sich daher leicht mit einem Stadtspaziergang verbinden.

12. Gay Village — eines der lebendigsten Viertel Montreals

Rosa Kugelinstallation Les Boules Roses ueber dem Gay Village in Montreal
Foto: Tony Webster from Portland, Oregon, United States / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Das Montrealer Gay Village (von den Einheimischen einfach „The Village“ genannt) ist eines der größten und lebendigsten LGBTQ+-Viertel in Nordamerika. Im Sommer verwandelt sich die Hauptstraße Rue Sainte-Catherine Est in eine Fußgängerzone mit Bars, Restaurants, Terrassen und regelmäßigen Kulturveranstaltungen.

Auch wenn ihr nicht zur LGBTQ+-Community gehört, ist das Village allein schon wegen der Atmosphäre einen Besuch wert — hier ist mehr los als irgendwo sonst, die Menschen sind freundlich, und es gibt tolle Restaurants und Bars. Im Herbst gibt es hier die schöne Installation mit rosa Kugeln, die über der gesamten Straße hängen und einen wunderschönen farbigen Tunnel bilden.

13. Street Art und Murals — Montreal als Galerie unter freiem Himmel

Grosses buntes Street-Art-Mural auf einer Backsteinwand in Montreal

Montreal gehört zu den besten Städten weltweit für Street Art und das ist keine Übertreibung. Die Stadt fördert aktiv Straßenkunst, und in manchen Vierteln findet man riesige Murals auf ganzen Gebäudewänden. Die wichtigsten Hotspots:

  • Mile End und Plateau — praktisch an jeder Ecke
  • Boulevard Saint-Laurent — die Hauptader der Street Art
  • Festival MURAL (jeden Juni) — eines der größten Street-Art-Festivals in Nordamerika, bei dem Künstler neue Werke direkt auf der Straße malen

Wir haben mit Lukáš unseren eigenen Street-Art-Spaziergang durch Mile End gemacht — einfach drauflos, wohin uns die Füße trugen, und alle 50 Meter blieben wir vor dem nächsten Mural stehen. Einen Guide braucht man nicht, offene Augen reichen. Aber wer den Kontext und die Geschichten hinter den Werken erfahren möchte, findet geführte Street-Art-Touren auf GetYourGuide.

14. Ausflug zur Île Sainte-Hélène und La Ronde

Blick auf die Skyline von Montreal von der Insel Ile Sainte-Helene ueber den Fluss

Die Île Sainte-Hélène ist eine Insel mitten im Sankt-Lorenz-Strom, nur einen Katzensprung vom Stadtzentrum Montreals entfernt. Hier findet ihr:

  • Biosphère — die ikonische geodätische Kuppel (ursprünglich der amerikanische Pavillon der Expo 67), heute ein Umweltmuseum. Eintritt 15,75 CAD (ca. 11 €).
  • Parc Jean-Drapeau — ein schöner Park für Picknick und Spaziergänge mit Blick auf die Skyline von Montreal.
  • La Ronde — ein Six-Flags-Vergnügungspark. Wer Achterbahnen mag, verbringt hier einen tollen Nachmittag. Eintritt ab ca. 55 CAD (ca. 37 €), online gibt es oft Rabatte.

Zur Insel kommt man mit der Metro (Station Jean-Drapeau, gelbe Linie) in wenigen Minuten. Es ist ein angenehmer Ausflug aus der Stadt, besonders an heißen Sommertagen.

Ehrliche Meinung: Die Biosphère sieht von außen cool aus (diese Kuppel!), aber die Ausstellung drinnen ist etwas enttäuschend — sie richtet sich eher an Kinder und Studenten. Wenn die Zeit knapp ist, lieber weglassen und stattdessen auf den Mont Royal gehen.

15. Lachine Canal — Spaziergänge, Radfahren und Brauereirouten

Lachine-Kanal mit ehemaligen Fabriken in Montreal im Herbst
Foto: Guilhem Vellut from Annecy, France / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Der Lachine Canal ist ein 8,5 km langer Kanal, der vom Old Port nach Südwesten führt und von einem der schönsten Radwege Montreals gesäumt wird. Einst eine Industriezone, ist er heute eine wunderschöne grüne Oase mit Cafés, Galerien und — vor allem — Mikrobrauereien.

Wir haben uns BIXI-Räder geliehen und den gesamten Kanal an einem Nachmittag hin und zurück geradelt. Unterwegs haben wir im Atwater Cocktail Club Halt gemacht (Verzeihung, das ist eine Bar, aber eine ausgezeichnete 😅) und am Atwater Market, wo wir mit Käse und Cidre Energie getankt haben.

Tipp: Die gesamte Strecke entlang des Kanals ist flach und bequem — ideal auch für weniger sportliche Typen. Mit dem Rad braucht man etwa eine Stunde, zu Fuß 2–3 Stunden. Im Sommer kann man hier auch Stand-Up-Paddleboarding und Kajakfahren.

Essen und Trinken in Montreal: ein Guide für Feinschmecker

Montreal ist ein gastronomisches Paradies. Punkt. Eine Stadt, in der sich die französische Kochtradition mit nordamerikanischer Portionsgroßzügigkeit trifft, und dazu kommen Einflüsse von Einwanderern aus aller Welt — das Ergebnis ist Essen, an das ihr noch lange nach der Heimkehr denken werdet. Hier sind die Pflichtstopps:

Smoked Meat bei Schwartz’s

Schwartz’s Deli gibt es seit 1928, und es ist das berühmteste Delikatessengeschäft ganz Kanadas. Das Smoked-Meat-Sandwich (geräuchertes Fleisch auf Roggenbrot mit Senf) ist hier ein Kunstwerk. Das Fleisch wird 10 Tage mariniert, dann geräuchert und schließlich gekocht — das Ergebnis ist so zart und saftig, dass ich mir gleich ein zweites bestellt habe. 😁

Rechnet mit einer Warteschlange — wir haben etwa 25 Minuten angestanden, aber es geht schnell voran. Ein Sandwich kostet rund 14 CAD (ca. 10 €) und ist jede Minute Wartezeit wert. Drinnen ist es winzig, eng, man sitzt mit Fremden am Tisch und die Bedienung ist wortkarg — aber genau so soll es sein. Keine Hipster-Allüren, nur legendäres Essen.

Alternative: Wer nicht anstehen möchte — das Main Deli ein paar Straßen weiter ist fast genauso gut und deutlich leerer.

Bagels — St-Viateur vs. Fairmount

Montrealer Bagels sind ganz anders als New Yorker — kleiner, süßer, dichter und werden im Holzofen gebacken. Und in Montreal tobt ein jahrelanger Krieg: St-Viateur Bagel vs. Fairmount Bagel. Beide backen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, und beide behaupten, die Besten zu sein.

Wir haben natürlich beide probiert (was hättet ihr denn erwartet? 😅) und unser Urteil? St-Viateur hat den etwas besseren Sesam-Bagel, Fairmount gewinnt dagegen mit der All-Dressed-Variante. Aber ehrlich — beide sind fantastisch, und ein Bagel für 1,25 CAD (weniger als 1 €) ist wohl das günstigste kulinarische Erlebnis der ganzen Stadt.

Tipp: Kauft sie frisch und warm, direkt aus dem Ofen. Kein Aufstrich, keine Füllung — nur der Bagel pur. Dann versteht ihr, warum die Leute sich darüber streiten.

Poutine bei La Banquise

Poutine — Pommes Frites übergossen mit brauner Soße (Gravy) und bestreut mit quietschenden Käsebruchstücken (Cheese Curds) — ist das inoffizielle Nationalgericht von Québec. Und La Banquise auf dem Plateau ist sein Tempel. Es gibt über 30 Poutine-Varianten, von der Klassischen bis zu wilden Kombinationen mit Pulled Pork, mexikanischem Stil oder Merguez-Wurst. Und geöffnet ist 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

Wir sind gegen elf Uhr abends hin (so gehört sich das) und haben die klassische und eine mit Pulled Pork bestellt. Die Portionen sind riesig — eine Poutine für 12–16 CAD (8–11 €) reicht locker für zwei Personen. Das ist keine Haute Cuisine, sondern Comfort Food in seiner besten Form.

BeaverTails und Ahornsirup

BeaverTails (Queues de Castor) sind flaches Gebäck in Form eines Biberschwanzes, bestreut mit Zucker, Zimt, Nutella oder Ahornsirup. Einen Kiosk findet ihr im Old Port, und es ist das perfekte Street Food für ca. 7 CAD (ca. 5 €).

Und wo wir schon dabei sind — Ahornsirup kauft am besten auf dem Jean-Talon Market direkt beim Bauern, nicht in Souvenirläden. Die Qualität ist unvergleichlich und der Preis besser.

Wo gut Abendessen und Kaffee trinken

  • Joe Beef — legendäres Montrealer Restaurant, wenn ihr euch etwas gönnen wollt (Hauptgerichte ab 40–70 CAD / 27–47 €). Wochen im Voraus reservieren.
  • L’Entre-Pots — gemütliches französisches Bistro auf dem Plateau, ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Mon Lapin — Naturweine und geteilte Teller, hippe Atmosphäre, aber das Essen ist fantastisch.
  • Crew Collective & Café — Kaffee in einer ehemaligen Bank mit Marmorsäulen und 20 Meter hohen Decken. Einer der schönsten Café-Räume der Welt, ohne Übertreibung. Der Kaffee ist mittelmäßig, aber man kommt wegen des Raums. 😊
  • Café Olimpico — lokale Legende in Mile End, kein WLAN, keine Touristen, nur hervorragender Espresso und authentische Atmosphäre seit 1970.

Festivals, die sich lohnen

Montreal ist die Festival-Stadt Nummer eins in Nordamerika — und das ist keine Übertreibung. Wenn ihr es schafft, eure Reise auf eines der großen Festivals zu legen, multipliziert sich das Erlebnis.

Montreal International Jazz Festival (Juni–Juli)

Das größte Jazzfestival der Welt. Ja, der ganzen Welt. Über zwei Millionen Besucher, Hunderte Konzerte und — hier kommt das Beste — die meisten Open-Air-Konzerte sind kostenlos. Das gesamte Stadtzentrum verwandelt sich für 10 Tage in eine riesige Musikbühne. Selbst wenn ihr keine Jazz-Fans seid, zieht euch die Atmosphäre in den Bann.

Just for Laughs / Juste pour rire (Juli)

Das größte Comedy-Festival der Welt. Straßenaufführungen, Stand-up-Comedy, Improvisation — und wieder jede Menge Kostenloses auf der Straße. Die Stadt ist im Juli buchstäblich an jeder Ecke voller Gelächter.

Igloofest (Januar–Februar)

Wenn ihr verrückt seid (so wie ich) und im Winter nach Montreal wollt, ist das Igloofest ein Grund. Ein Open-Air-Elektro-Festival bei Temperaturen von -15 °C, bei dem die Leute in Overalls und Masken tanzen. Es ist absurd, verrückt und unvergesslich. 😅

Nuit Blanche (Februar/März)

Ganznatürliches Kunst- und Kulturfestival — Galerien, Museen und Kulturstätten haben die ganze Nacht geöffnet, und in der ganzen Stadt finden Dutzende von Kunstinstallationen und Performances statt.

Praktische Tipps zum Schluss

Zum Schluss noch ein paar praktische Tipps, die euch bei der Reiseplanung nach Montreal nützlich sein werden. Von der Sprache über Sicherheit bis hin zu den günstigsten Flügen.

Sprache — „Bonjour/Hi“

Montreal ist offiziell eine frankophone Stadt, aber in der Praxis zweisprachig. Im Zentrum und in touristischen Gebieten kommt ihr problemlos mit Englisch zurecht. In Geschäften und Restaurants werdet ihr typischerweise mit „Bonjour! Hi!“ begrüßt, und ihr wählt die Sprache. Aber — und das ist wichtig — die Montrealer freuen sich, wenn ihr es mit Französisch versucht. Es reicht schon „bonjour“, „merci“, „s’il vous plaît“ und ihr seht, wie sie aufblühen. 😊 Für deutschsprachige Besucher ist das Ganze unkompliziert: Wer Schulfranzösisch hatte, kommt hier wunderbar weiter, und ansonsten funktioniert Englisch überall.

Sicherheit

Montreal ist eine sehr sichere Stadt. Natürlich solltet ihr den gesunden Menschenverstand walten lassen (keine Sachen unbeaufsichtigt lassen, in der Metro auf Taschendiebe achten), aber generell könnt ihr auch spätabends sorglos spazieren gehen. Wir sind mit Lukáš gegen Mitternacht von La Banquise durchs Plateau zurückgelaufen und haben uns absolut sicher gefühlt.

Trinkgeld

In Kanada ist Trinkgeld quasi Pflicht. In Restaurants werden 15–20 % erwartet, in Bars 1–2 CAD pro Drink, bei Taxifahrern 10–15 %. Wer weniger als 15 % gibt, vermittelt den Eindruck, dass etwas nicht gestimmt hat. Ja, das treibt die Rechnung ordentlich in die Höhe — kalkuliert das unbedingt ein.

Steckdosenadapter

Kanada verwendet amerikanische Stecker (Typ A/B) — wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz anreist, braucht einen Adapter. Kauft ihn vorher, am Flughafen kostet er das Dreifache.

Reiseversicherung

Reist nach Kanada unbedingt mit einer Reiseversicherung. Die Gesundheitsversorgung in Kanada ist für Ausländer astronomisch teuer — selbst ein einfacher Besuch in der Notaufnahme kann Tausende von Dollar kosten. Schaut euch unseren Bericht über Reiseversicherungen an, wo wir verschiedene Optionen vergleichen.

Was einpacken

Das hängt von der Jahreszeit ab. Im Sommer reicht leichte Kleidung, aber packt immer eine leichte Jacke oder einen Pullover ein — die Klimaanlagen in Gebäuden sind brutal und die Abende am Fluss können frisch sein. Im Herbst heißt es Zwiebelprinzip — morgens kann es 5 °C haben und nachmittags 18 °C. Bequeme Wanderschuhe sind ein Muss, ihr werdet viel laufen. Und wenn ihr nicht sicher seid, was ihr einpacken sollt, schaut euch unsere Anleitung an, wie man nur mit Handgepäck reist.

Wo Flüge finden

Günstige Flüge nach Montreal sucht am besten auf Kiwi — das ist unser Lieblingsportal, auf dem sich auch Multistopp-Flüge zusammenstellen lassen (zum Beispiel Frankfurt → Montreal → Toronto → Frankfurt). Richtet einen Preisalarm ein und beobachtet — ab Frankfurt, München oder Zürich gibt es häufig gute Angebote, und auch Condor fliegt saisonal direkt nach Montreal.

Mietwagen

Falls ihr Ausflüge außerhalb von Montreal plant (Laurentians, Quebec City, Eastern Townships), ist ein Auto praktisch. Wir nutzen regelmäßig RentalCars.com, wo man die Preise aller Anbieter auf einen Blick vergleichen kann. Übrigens, falls ihr einen Roadtrip durch Kanada plant, ist ein Auto unverzichtbar.

Unterkunft buchen

Booking.com ist unsere liebste Hotelsuchmaschine — übersichtlich, zuverlässig und mit kostenloser Stornierung bei den meisten Hotels.

Mobile Daten und eSIM

Damit ihr in Kanada sorglos Internet habt, empfehlen wir eine eSIM von Holafly. Ihr aktiviert sie noch vor dem Abflug und habt nach der Landung sofort Daten — kein Suchen nach einer lokalen SIM-Karte nötig.

Und falls ihr die Reise mit einem Abstecher zu den Niagarafällen verlängern wollt, lohnt sich das auf jeden Fall — von Montreal aus ist es zwar etwas weiter, aber es lässt sich wunderbar mit einem Besuch in Toronto verbinden.

FAQ — 7 häufigste Fragen zu Montreal

Zum Schluss beantworten wir die häufigsten Fragen, die uns von Lesern erreichen, die eine Reise nach Montreal planen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

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