Yosemite National Park, Kalifornien: 15 Tipps, was man sehen und unternehmen kann

Als ich zum ersten Mal durch den Tunnel auf der Wawona Road fuhr und sich vor mir der Blick auf das Yosemite Valley öffnete, blieb mir buchstäblich der Mund offen stehen. Lukáš musste das Auto anhalten, weil ich anfing, etwas in der Art von „Das kann doch nicht echt sein!“ zu kreischen — und der Typ im Auto hinter uns schaute mich an, als hätte ich den Verstand verloren. 😅 Aber wisst ihr was? Er hat dasselbe gemacht. Denn dieser Ausblick ist einfach etwas, worauf euch kein Foto vorbereiten kann.

Der Yosemite National Park in Kalifornien gehört zu den Orten, die euren Maßstab für Schönheit für immer verändern. Granitmonolithe über einen Kilometer hoch, Wasserfälle, die Hunderte Meter in ein von Gletschern geformtes Tal stürzen, jahrtausendealte Mammutbäume, neben denen man sich wie eine Ameise fühlt — und das alles in einem einzigen Park mitten in der kalifornischen Sierra Nevada.

In diesem Artikel findet ihr 15 Tipps, was man in Yosemite Kalifornien sehen und unternehmen kann — vom berühmten Half Dome über die schönsten Wasserfälle und Aussichtspunkte bis hin zu Wanderwegen für absolute Anfänger und für diejenigen, die sich vor vertikalen Ketten nicht fürchten. Ich verrate euch, wann die beste Reisezeit ist, wo man übernachten kann (und warum ihr Monate im Voraus planen solltet), was das Ganze kostet und wie ihr die Menschenmassen vermeidet, die im Sommer das Yosemite Valley in einen Parkplatz verwandeln.

Wasserfall Vernal Fall mit Regenbogen am Mist Trail in Yosemite

Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • Der Yosemite National Park ist einer der meistbesuchten Nationalparks der USA — über 4 Millionen Besucher jährlich, also plant unbedingt im Voraus.
  • Beste Reisezeit ist Mai–Juni (Wasserfälle in voller Kraft) und September–Oktober (weniger Menschen, schöne Farben). Der Sommer ist überlaufen, der Winter zauberhaft, aber viele Straßen sind gesperrt.
  • Eintritt kostet 35 USD (~32 €) pro Auto für 7 Tage. Wenn ihr mehrere Parks in den USA besucht, holt euch den America the Beautiful Pass für 80 USD (~74 €) — gültig ein ganzes Jahr für alle Nationalparks.
  • Im Sommer braucht ihr eine Reservierung für die Einfahrt in den Park (gilt meist von April bis Oktober). Die Reservierungen werden in Wellen freigeschaltet und sind innerhalb von Minuten weg.
  • Half Dome ist ikonisch, erfordert aber eine per Lotterie vergebene Genehmigung — bewerbt euch im März oder versucht die tägliche Lotterie vor Ort.
  • Schönste Aussichtspunkte: Tunnel View, Glacier Point, Valley View, Taft Point.
  • Beste Wanderwege: Mist Trail zum Vernal Fall, Four Mile Trail zum Glacier Point, Mirror Lake Loop für Gemütliche.
  • Unterkünfte im Park sind Monate im Voraus ausgebucht. Alternativen sind die Orte El Portal, Mariposa oder Groveland.
  • Rechnet mit einem Budget von ca. 120–250 € pro Tag für zwei Personen (Unterkunft + Essen + Benzin), je nach Standard.
  • Ladet euch Offline-Karten herunter — Empfang gibt es im Park so gut wie nicht.

Wann nach Yosemite reisen und wie hinkommen

Yosemite ist das ganze Jahr über wunderschön, doch jede Jahreszeit bietet ein völlig anderes Erlebnis. Ich erkläre euch, wann ihr je nach euren Wünschen losfahren solltet — und auch, wie ihr überhaupt in den Park kommt, denn das ist nicht ganz so selbstverständlich, wie man denken könnte.

Beste Reisezeit

Mai und Juni sind meiner Meinung nach die absolut besten Monate. Die Wasserfälle sind nach der Schneeschmelze in voller Kraft — die Yosemite Falls donnern so laut, dass man sie vom halben Tal aus hört, und der Mist Trail zum Vernal Fall macht seinem Namen alle Ehre, weil euch die Gischt des Wasserfalls bis auf die Knochen durchnässt. Die Wiesen sind grün, Wildblumen blühen und die Luft duftet nach frischem Nadelwald. Der Nachteil? Einige höher gelegene Strecken (Tioga Road, Glacier Point Road) können noch wegen Schnee gesperrt sein.

September und Oktober sind meine zweite Wahl. Die Wasserfälle sind zwar oft ausgetrocknet (vor allem die Yosemite Falls sind im Oktober meist nur noch nasser Fels), aber die Menschenmassen verschwinden, das Wetter ist stabil und die Granitwände haben im Herbstlicht unglaubliche Farben. Außerdem ist die Tioga Road geöffnet und ihr könnt den Hochgebirgsteil des Parks erkunden.

Sommer (Juli–August) ist Hauptsaison. Alles ist geöffnet, aber das Yosemite Valley verwandelt sich in einen Zoo. Parkplätze sind bis 9 Uhr morgens voll, Shuttlebusse platzen aus allen Nähten und auf dem Mist Trail bilden sich Schlangen. Wenn ihr im Sommer kommen müsst, steht in der Dunkelheit auf — ernsthaft, um 6 Uhr morgens ist der Park eine komplett andere Welt.

Winter ist zauberhaft und dramatisch leer. El Capitan mit Schnee bedeckt, gefrorene Wasserfälle, Stille — aber die meisten Straßen (einschließlich Tioga Road und Glacier Point Road) sind gesperrt und zugänglich ist praktisch nur das Yosemite Valley über die Highway 140.

Reservierungssystem (wichtig!)

Seit 2020 gilt in der Sommersaison (meist April–Oktober) eine Pflichtreservierung für die Einfahrt in den Park. Ohne Reservierung werdet ihr am Eingangstor nicht reingelassen, auch nicht nachts. Die Reservierungen werden in zwei Wellen freigeschaltet:

  • Hauptwelle — die meisten Plätze werden im März für die gesamte Saison zur Reservierung freigegeben. Sie sind innerhalb von Minuten weg.
  • Tägliche Welle — eine kleinere Anzahl an Plätzen wird jeweils 2 Tage vorher um 7:00 Uhr pazifischer Zeit freigeschaltet.

Die Reservierung kostet 2 USD (~2 €) pro Auto und gilt für 3 aufeinanderfolgende Tage. Den Parkeintritt (35 USD) bezahlt ihr separat am Eingangstor. Behaltet die Website recreation.gov im Auge — und habt schnelle Finger. 😅

Wie man nach Yosemite kommt

Mit dem Auto von San Francisco — ca. 3,5–4 Stunden über die Highway 120 (Big Oak Flat Entrance) oder Highway 140 (Arch Rock Entrance). Die Highway 140 ist die landschaftlich schönste und bequemste Strecke und zudem ganzjährig geöffnet.

Mit dem Auto von Los Angeles — ca. 5 Stunden über die Highway 41 (South Entrance), die euch direkt zum Tunnel View bringt.

Von Las Vegas — ca. 7 Stunden. Lässt sich wunderbar mit dem Yellowstone und weiteren Parks auf einem epischen Roadtrip durch den Westen der USA kombinieren.

Ohne Auto — es gibt den YARTS-Bus von Merced und Fresno in den Park, aber ehrlich gesagt ist Yosemite ohne Auto sehr einschränkend. Ich empfehle, ein Auto zu mieten — wir haben mit Lukáš langfristig gute Erfahrungen mit RentalCars, das wir weltweit nutzen.

💡 TIPP: Von Deutschland aus fliegt ihr am besten nach San Francisco oder Los Angeles — Direktflüge gibt es zum Beispiel mit Lufthansa von Frankfurt oder München. Frühzeitig gebucht bekommt ihr Hin- und Rückflug nach SF ab ca. 500–750 €.

💡 TIPP: Wenn ihr einen Roadtrip durch die kalifornischen und weiteren Nationalparks der USA plant, lest unsere Tipps zu den schönsten Orten in den USA — Yosemite ist nur einer von vielen Schätzen des amerikanischen Westens.

Wo übernachten in Yosemite und was kostet es

Die Unterkunft in Yosemite ist ein Kapitel für sich — und ehrlich gesagt der anspruchsvollste Teil der gesamten Reiseplanung. Im Park gibt es eine begrenzte Anzahl an Betten und Campingplätzen, und alles ist Monate (manchmal sogar ein Jahr!) im Voraus ausgebucht. Aber keine Panik, es gibt großartige Alternativen auch vor den Parktoren.

Unterkünfte direkt im Park

The Ahwahnee Hotel — ein ikonisches historisches Hotel mitten im Yosemite Valley. Monumentale Lobby, Kamine, Blick auf den Half Dome… und Preise um die 500–700 USD (~460–645 €) pro Nacht. Es ist ein Erlebnis, aber der Geldbeutel weint.

Yosemite Valley Lodge — eine etwas erschwinglichere Variante direkt im Tal, Preise um 250–350 USD (~230–320 €). Die Lage ist super — nur einen Steinwurf von den Yosemite Falls entfernt.

Curry Village (Half Dome Village) — Canvas-Zelthütten, die ein bisschen wie luxuriöses Camping sind. Ab ca. 150 USD (~138 €). Sie sind einfach, aber die Atmosphäre ist großartig — ihr schlaft mit Blick auf die Granitwände ein.

Campingplätze — im Park gibt es mehrere Campingplätze, von denen der beliebteste Upper Pines direkt im Tal ist. Preis ca. 26–36 USD (~24–33 €) pro Nacht. Reservierungen für den Sommer werden 5 Monate im Voraus auf recreation.gov freigeschaltet und sind buchstäblich in Sekunden weg. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals einen größeren Adrenalinschub am Computer hatte. 😅

Unterkünfte außerhalb des Parks

Falls ihr keine Reservierung im Park bekommt (was sehr wahrscheinlich ist), keine Sorge — die umliegenden Orte bieten jede Menge Möglichkeiten:

El Portal — am nächsten zum Park (ca. 10 Minuten vom Arch Rock Entrance). Ein kleines Dorf mit einigen Hotels und Ferienwohnungen. Preise ab ca. 150 USD pro Nacht.

Mariposa — etwa 45 Minuten vom Tal entfernt, aber hier gibt es mehr Restaurants, kleine Läden und Western-Vibes. Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis.

Groveland — auf der Route der Highway 120, ca. eine Stunde vom Park. Kleinere Auswahl, aber gemütliche Atmosphäre.

Buck Meadows und Midpines — kleine Gemeinden zwischen El Portal und Mariposa mit Hütten und Ferienwohnungen.

Was kostet ein Urlaub in Yosemite?

Ungefähres Budget für 3–4 Tage zu zweit (unsere typische Aufenthaltsdauer):

  • Eintritt: 35 USD (~32 €) pro Auto für 7 Tage, oder 80 USD (~74 €) für den Jahrespass für alle Parks
  • Unterkunft: 150–350 USD/Nacht (~138–320 €) im Hotel, 26–36 USD (~24–33 €) für den Campingplatz
  • Benzin: ca. 50–80 USD (~46–74 €) für den gesamten Aufenthalt (je nachdem, von wo ihr anreist)
  • Essen: 30–60 USD/Tag (~28–55 €) für zwei Personen, wenn ihr in den Parkrestaurants esst; deutlich günstiger, wenn ihr selbst kocht
  • Aktivitäten: Die meisten Trails und Viewpoints sind kostenlos. Die Half Dome-Genehmigung kostet 10 USD.

Insgesamt rechnet mit ca. 120–250 € pro Tag für zwei Personen, je nach Unterkunftsstandard. Wir haben in 4 Tagen rund 740 € zu zweit ausgegeben (Camping + Essen aus dem Laden + Restaurant zum Mittagessen), aber es geht auch günstiger, wenn ihr auf dem Campingkocher kocht und nicht jeden Tag den Vier-Dollar-Latte im Curry Village kauft. 😁

Yosemite Valley: 8 Orte, die ihr sehen müsst

Das Yosemite Valley ist das Herz des gesamten Parks — ein Gletschertal von etwa 12 Kilometern Länge, aus dem sich tausend Meter hohe Granitwände erheben, Wasserfälle herabstürzen und der Merced River ruhig durch die Wiesen mäandert. Die meisten Besucher verbringen ihre Zeit genau hier, und das ist kein Wunder — die Konzentration an Schönheit pro Quadratkilometer ist hier schlicht unfassbar. Schauen wir uns die besten Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Yosemite Valley an.

1. Tunnel View — der Ausblick, der euch den Atem raubt

Klassischer Blick auf das Yosemite Valley vom Tunnel View
Foto: Chase Lindberg / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Tunnel View ist vermutlich der meistfotografierte Ort im gesamten Yosemite und ihr versteht sofort warum, sobald ihr aus dem Tunnel auf der Wawona Road herausfahrt. Vor euch öffnet sich das gesamte Yosemite Valley — links El Capitan, rechts Cathedral Rocks und Bridalveil Fall, im Hintergrund Half Dome und dahinter die Sierra Nevada, die sich bis ins Unendliche erstreckt.

Die beste Zeit für einen Besuch ist der späte Nachmittag, wenn die Sonne El Capitan beleuchtet und das Tal in goldenes Licht getaucht wird. Morgens gibt es Gegenlicht, dafür habt ihr die Chance auf Nebel, der aus dem Tal aufsteigt, was ebenfalls wunderschön ist.

Der Parkplatz ist klein und füllt sich im Sommer schnell, aber die Fluktuation ist hoch, da die meisten Leute nur ein Foto machen und weiterfahren. Steuert diesen Punkt gleich als ersten Stop an, wenn ihr von Süden anreist — einen besseren Empfang kann ich mir nicht vorstellen.

2. El Capitan — der größte Granitmonolith der Welt

Granitmonolith El Capitan in Yosemite
Foto: Roy Luck / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

El Capitan ist eine 900 Meter hohe senkrechte Granitwand, die sich am westlichen Ende des Tals wie ein riesiger Wächter erhebt. Es ist die berühmteste Kletterwand der Welt — genau hier kletterte Alex Honnold 2017 ohne Seil hinauf (ja, wir haben Free Solo gesehen, und ja, mir waren die ganzen Film über die Hände verschwitzt).

Den besten Blick auf El Capitan habt ihr von der El Capitan Meadow — der Parkplatz liegt direkt an der Hauptstraße im Tal. Nehmt ein Fernglas oder ein Teleobjektiv mit und sucht nach kleinen bunten Punkten an der Wand — das sind Kletterer, die teilweise mehrere Tage an der Wand verbringen. Sobald ihr sie entdeckt, wird euch die wahre Größe dieses monströsen Felsens schlagartig bewusst.

Abends und früh morgens ist El Capitan am schönsten — der Granit wechselt seine Farben von Rosa über Orange bis Violett. Wenn ihr im Februar hier seid, könnt ihr bei Sonnenuntergang das Phänomen Firefall erleben, bei dem die Sonne den Wasserfall Horsetail Fall so beleuchtet, dass er wie fließende Lava aussieht. Es ist atemberaubend, aber ziemlich unberechenbar (abhängig von Sonnenwinkel, Wasserführung und Wetter).

3. Yosemite Falls — der höchste Wasserfall Nordamerikas

Yosemite Falls, der hoechste Wasserfall Nordamerikas

Mit einer Gesamthöhe von 739 Metern (aufgeteilt in drei Stufen) gehören die Yosemite Falls zu den höchsten Wasserfällen der Welt und sind mit Abstand die höchsten in Nordamerika. Wenn sie im Mai und Juni in voller Kraft sind, hört man das Donnern von der anderen Seite des Tals.

Der Lower Yosemite Fall Trail ist ein leichter Spaziergang (ca. 1,6 km hin und zurück, ohne Höhenunterschied), der euch direkt zum Fuß der unteren Stufe des Wasserfalls bringt. Im Mai werdet ihr hier ordentlich nass — rechnet damit und lasst die Kamera im Etui, oder nehmt einen Regenschutz mit.

Für die Mutigeren gibt es den Upper Yosemite Fall Trail — einen brutalen Aufstieg mit über 800 Metern Höhenunterschied (ca. 12 km hin und zurück), der euch auf die Spitze des Wasserfalls bringt, mit Panoramablick auf das gesamte Tal. Rechnet mit einem ganzen Tag und jeder Menge Trinkwasser. Wir waren im Juni oben und dieser Ausblick… er war einfach jede Sekunde der schmerzenden Knie wert.

⚠️ Wichtig: Ab dem Spätsommer (August–Oktober) trocknen die Yosemite Falls oft komplett aus! Wenn ihr den Wasserfall in voller Pracht sehen wollt, kommt im Frühling.

4. Half Dome — die Ikone von Yosemite (und Adrenalin fürs Leben)

Blick auf Half Dome, Liberty Cap und Nevada Fall

Half Dome ist die ikonische Granitkuppel, die ihr auf jedem zweiten Bild aus Yosemite seht. Er sieht aus, als hätte ihn jemand mit einem riesigen Messer in der Mitte durchgeschnitten — und im Grunde ist das auch so, denn Gletscher haben seine Nordwestwand abgeschnitten.

Der Aufstieg auf den Half Dome ist eine der epischsten Wanderungen in den USA, aber Achtung — nicht für jeden geeignet. Die Strecke ist ca. 22–27 km lang (je nach Variante), mit über 1.400 Metern Höhenunterschied, und der letzte Abschnitt führt über die Granitwand mithilfe von stählernen Kabeln (Cables), an denen ihr euch buchstäblich über dem Abgrund hochzieht. Der gesamte Aufstieg dauert 10–14 Stunden.

Für den Aufstieg auf den Half Dome braucht ihr eine Genehmigung (Permit)! Ohne Permit werdet ihr an den Cables nicht vorbeigelassen, und die Strafen sind saftig (5.000 USD, also ca. 4.600 € — lieber nicht). Das Permit wird per Lotterie vergeben:

  • Vorauslotterie — Bewerbungen im März auf recreation.gov, Auslosung im April. Die Gewinnchance liegt bei ca. 30 %.
  • Tägliche Lotterie — Bewerbungen 2 Tage vorher, Auslosung am Vortag. Geringere Chancen, aber trotzdem realistisch.

Das Permit kostet gerade mal 10 USD (~9 €) — mit Abstand der günstigste Teil des ganzen Unternehmens. Das Gefühl auf dem Gipfel ist unbezahlbar. Lukáš sagte, es war die beste Wanderung seines Lebens. Ich sage, es war die beste Wanderung, bei der ich dachte, ich sterbe. 😅 Aber dieser Ausblick!

5. Mist Trail zu Vernal und Nevada Fall — der schönste Trail im Park

Vernal Fall mit Regenbogen auf dem beruehmten Mist Trail

Wenn ihr in Yosemite nur Zeit für eine einzige Wanderung habt, macht den Mist Trail. Punkt. Er ist meiner Meinung nach der schönste Trail im gesamten Park — und einer der schönsten, die ich je gelaufen bin.

Der Trail startet an den Happy Isles (Shuttle-Haltestelle Nr. 16) und führt entlang des Merced River zum Wasserfall Vernal Fall (97 m) und weiter zum Nevada Fall (181 m). Der Weg zum Vernal Fall ist ca. 4,8 km hin und zurück mit 300 Metern Höhenunterschied; wenn ihr zum Nevada Fall weitergeht, sind es ca. 8,8 km hin und zurück mit 600 Metern Höhenunterschied.

Warum „Mist“ Trail? Weil euch vom Frühling bis Frühsommer die Gischt des Vernal Fall komplett durchnässt. Und ich meine wirklich komplett — als wärt ihr in voller Kleidung unter die Dusche gesprungen. Es ist ein absolut großartiges und erfrischendes Erlebnis, aber schützt eure Elektronik! Ich habe Leute gesehen, die ihre Handys in Zip-Lock-Beutel gesteckt haben — empfehle ich.

Die Stufen zum Vernal Fall sind steil und rutschig (Granitstufen + Wassersprühnebel = nicht gerade die ideale Kombination), aber jeder halbwegs fitte Mensch schafft es. Auf dem Rückweg könnt ihr den John Muir Trail nehmen, der weniger steil ist und andere Ausblicke bietet.

💡 TIPP: Startet so früh wie möglich (idealerweise um 7:00 Uhr). Um 10:00 Uhr gibt es hier bereits Menschenschlangen und auf den Stufen schiebt man sich wie in der U-Bahn zur Stoßzeit.

6. Glacier Point — das beste Panorama, das ihr sehen werdet

Blick vom Glacier Point auf Half Dome und das Tal
Foto: Andy Witchger / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Glacier Point ist ein Aussichtspunkt 980 Meter über dem Yosemite Valley, von dem aus ihr Half Dome, Vernal und Nevada Fall, die Yosemite Falls, das gesamte Tal und im Hintergrund die Gipfel der High Sierra seht. Es ist einfach… überwältigend. Ich stand dort bestimmt 20 Minuten und konnte nicht weggehen.

Zum Glacier Point gelangt ihr mit dem Auto (ca. 45 Minuten vom Tal über die Glacier Point Road — geöffnet meist von Mai/Juni bis Oktober/November) oder zu Fuß über den Four Mile Trail vom Tal aus (ca. 7,7 km mit 975 Metern Höhenunterschied — ein ordentlicher Aufstieg, aber absolut wunderschön).

Die Glacier Point Road wurde nach dem Brand von 2022 saniert und ist jetzt in perfektem Zustand. Unterwegs gibt es mehrere weitere Aussichtspunkte — Washburn Point (direkt vor dem Ziel) bietet einen vielleicht sogar noch besseren Blick auf Half Dome und die Wasserfälle.

Der Sonnenuntergang vom Glacier Point ist legendär. Half Dome färbt sich rosa und unter euch gehen die Lichter im Tal an — es ist so romantisch, dass ich fast geweint hätte. Lukáš hat so getan, als wäre er nicht gerührt, aber ich hab’s ihm angesehen. 😁

⚠️ Im Winter ist die Glacier Point Road für Autos gesperrt, aber ihr könnt hierher auf Langlaufskiern oder Schneeschuhen gelangen (ca. 17 km vom Badger Pass).

7. Mirror Lake — ein ruhiger Spaziergang mit Half-Dome-Spiegelung

Mirror Lake mit der Spiegelung von Half Dome
Foto: Mike McBey / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Mirror Lake gehört zu den Orten, die weniger Besucher anziehen, dabei aber wunderschön sind. Es handelt sich um einen flachen See (eigentlich eher ein verbreiterter Abschnitt des Tenaya Creek), der im Frühling und Frühsommer den Half Dome perfekt auf der Wasseroberfläche spiegelt. Die Spiegelung ist so exakt, dass Fotos vom Mirror Lake wie Photoshop aussehen — sind sie aber nicht.

Die Mirror Lake Loop ist ein leichter Spaziergang von ca. 8 km auf ebenem Gelände, perfekt für den Abend oder für Familien mit Kindern. Von der Shuttle-Haltestelle Nr. 17 sind es etwa 1,5 km auf einem befestigten Weg zum See.

Der Haken? Ab dem Spätsommer trocknet Mirror Lake aus und es bleibt nur eine Sandfläche. Die beste Zeit ist Mai und Juni — der Wasserstand ist am höchsten und die Spiegelungen am schärfsten. Geht am besten früh morgens, wenn die Wasseroberfläche am ruhigsten ist.

8. Valley View und weitere Viewpoints im Tal

Neben dem Tunnel View hat das Yosemite Valley jede Menge weitere Aussichtspunkte, die weniger überlaufen und genauso schön sind:

Valley View — am westlichen Ende des Tals, Blick auf El Capitan und Bridalveil Fall gespiegelt im Merced River. Einer der besten Ausblicke im Park, und paradoxerweise fahren die meisten Leute einfach mit dem Auto daran vorbei.

Sentinel Bridge — von hier aus habt ihr den klassischen Blick auf Half Dome, gespiegelt im Fluss. Am schönsten bei Sonnenuntergang.

Cook’s Meadow — eine Wiese im Zentrum des Tals, auf der man sich wunderbar auf einer Decke niederlassen und die Aussicht auf die Yosemite Falls, Half Dome und die Royal Arches genießen kann. Hier versteht man, warum John Muir diesen Ort einen „Tempel der Natur“ nannte.

💡 TIPP: Das Yosemite Valley lässt sich bequem mit dem Fahrrad erkunden. Es gibt Leihstationen beim Curry Village und der Yosemite Valley Lodge — ca. 12 USD/Stunde (~11 €). Die Radwege führen durch das gesamte Tal und es ist die beste Art, den Staus und dem Parkplatz-Wahnsinn zu entkommen.

Außerhalb des Tals: 5 Tipps rund um Yosemite

Das Yosemite Valley ist zwar die Hauptattraktion, aber der Park ist riesig — 3.000 km² Wildnis, in der hinter den Grenzen des Tals die Touristen praktisch verschwinden. Hier sind die Orte, wegen denen es sich lohnt, mehr als einen Tag in Yosemite zu verbringen.

9. Tioga Road — die schönste Bergstraße Kaliforniens

Kurvige Bergstrasse Tioga Road bei Daemmerung

Die Tioga Road (Highway 120) ist eine 60 km lange Straße, die den Park von West nach Ost über den Tioga Pass auf 3.031 m Höhe durchquert — den höchsten Gebirgspass für Autos in ganz Kalifornien. Und es ist eine der spektakulärsten Straßen, die ich je gefahren bin.

Unterwegs passiert ihr alpine Wiesen, kristallklare Seen, Granitkuppeln und High-Sierra-Panoramen. Die wichtigsten Stopps:

  • Olmsted Point — Blick auf die Rückseite des Half Dome und die umliegenden Granitkuppeln. Die meisten Menschen sehen den Half Dome nur von vorn, dieser Winkel ist ein völlig anderes Erlebnis.
  • Tenaya Lake — ein türkisfarbener Bergsee, in dem man schwimmen kann (wenn euch eisiges Wasser von ca. 15 °C im Sommer nicht stört 😅).
  • Tuolumne Meadows — eine riesige alpine Wiese auf 2.600 m Höhe, Ausgangspunkt für Dutzende Trails in die Wildnis. Hier beginnt das „andere Yosemite“ — weniger Menschen, mehr Bären.

⚠️ Die Tioga Road ist nur im Sommer geöffnet — normalerweise von Juni bis Oktober/November, je nach Schneelage. Überprüft vor der Abfahrt den aktuellen Status auf nps.gov/yose.

10. Mariposa Grove — unter Riesen

Riesenmammutbaeume im Hain Mariposa Grove
Foto: Dietmar Rabich / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Mariposa Grove ist ein Hain mit riesigen Mammutbäumen am südlichen Rand des Parks, in dem über 500 Bäume wachsen, darunter einige der größten lebenden Organismen der Erde. Der größte von ihnen, der Grizzly Giant, ist geschätzt 1.800 Jahre alt und hat einen Stammumfang von über 28 Metern.

Zum Hain gelangt ihr vom Parkplatz aus mit dem Shuttlebus (in der Saison, mit dem Auto kommt ihr nicht hin) oder zu Fuß (ca. 3 km). Im Hain selbst gibt es ein Wegenetz mit einer Gesamtlänge von ca. 11 km — von kurzen Spaziergängen bis zu längeren Rundwegen.

Hier steht auch der berühmte California Tunnel Tree — ein begehbarer Baum, durch den man tatsächlich hindurchgehen kann. Und der Fallen Monarch — ein umgestürzter Riese, dessen Stamm so riesig ist, dass im 19. Jahrhundert die amerikanische Kavallerie samt Pferden darin gewohnt hat (wirklich wahr).

Mariposa Grove ist am schönsten früh morgens, wenn die Menschenmassen noch nicht da sind und die Sonnenstrahlen zwischen den Stämmen hindurchdringen. Dieses Gefühl, neben einem Baum zu stehen, der hier bereits wuchs, als das Römische Reich unterging… das lässt sich nicht in Worte fassen.

11. Glacier Point Road: Taft Point und Sentinel Dome

Wenn ihr zum Glacier Point fahrt (Tipp Nr. 6), macht unterwegs einen Stopp an zwei weiteren großartigen Orten, die beide vom selben Parkplatz am Sentinel Dome/Taft Point Trailhead starten:

Taft Point — ein kurzer Trail (ca. 3,5 km hin und zurück) zu einem Aussichtspunkt am Rand eines 900-Meter-Abgrunds über dem Yosemite Valley. Es gibt kein Geländer. Gar keins. Ihr steht einfach an der Kante des Abgrunds und unter euch ist fast ein Kilometer Nichts. Lukáš hat sich auf den Bauch gelegt und über den Rand geschaut. Ich stand 3 Meter von der Kante entfernt und fand, das reicht völlig. 😅

Beim Taft Point gibt es auch die Fissures — tiefe Risse im Granitfels, durch die man Hunderte Meter in die Tiefe schaut. Falls ihr unter Höhenangst leidet, lasst es vielleicht lieber.

Sentinel Dome — in die entgegengesetzte Richtung vom selben Parkplatz, ca. 3,5 km hin und zurück. Ein Aufstieg auf eine kahle Granitkuppel mit 360°-Aussicht auf den gesamten Park. Einer der wenigen Orte, von denen aus man gleichzeitig El Capitan, Half Dome, die Yosemite Falls und die High Sierra sieht.

12. Hetch Hetchy — Yosemite ohne Touristen

Staudamm und Tal Hetch Hetchy in Yosemite
Foto: King of Hearts / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Hetch Hetchy ist ein Tal, von dem die meisten Yosemite-Besucher nicht einmal wissen — und das ist Pech und Glück zugleich. Ursprünglich sah es ähnlich aus wie das Yosemite Valley, aber Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier der O’Shaughnessy Dam gebaut und das Tal geflutet. Heute befindet sich hier ein See, aus dem ganz San Francisco sein Trinkwasser bezieht.

Trotz des Staudamms ist es hier wunderschön. Ein Trail über die Dammkrone und weiter am See entlang führt zu den Wasserfällen Wapama Falls und Tueeulala Falls (ca. 8 km hin und zurück, leichter Höhenunterschied). Im Frühling, wenn die Wasserfälle toben, ist der Weg bei den Wapama Falls überflutet und man watet stellenweise durchs Wasser — wasserdichte Schuhe sind ein Muss.

Hetch Hetchy ist ganzjährig zugänglich, aber das Tor ist nur tagsüber geöffnet. Hierher fährt kaum jemand — an einem ganzen Tag haben wir vielleicht 20 Touristen getroffen. Wenn ihr Yosemite in Ruhe erleben wollt, ist das euer Ort.

13. Wandertipps für Anfänger und Fortgeschrittene

Hochalpine Wiese Tuolumne Meadows unter dem Gipfel Cathedral Peak

Yosemite ist ein Wanderparadies — es gibt hier Hunderte Kilometer an Trails. Hier eine Übersicht der besten nach Schwierigkeitsgrad:

Für Anfänger und Familien:

  • Lower Yosemite Fall Loop (1,6 km, kein Höhenunterschied) — leichter Spaziergang zum Fuß des Wasserfalls
  • Mirror Lake Loop (8 km, kein Höhenunterschied) — ruhiger Spaziergang um den See
  • Bridalveil Fall Trail (0,8 km, leichter Höhenunterschied) — kurzer Weg zu einem Wasserfall, der vom Wind in alle Richtungen geweht wird (tolle Fotos, nasse Klamotten)
  • Valley View/Sentinel Bridge — Spaziergang durchs Tal mit Ausblicken

Mittlerer Schwierigkeitsgrad:

  • Mist Trail zum Vernal Fall (4,8 km, 300 m Höhenunterschied) — der schönste Trail im Park (Tipp Nr. 5)
  • Mist Trail zum Nevada Fall (8,8 km, 600 m Höhenunterschied) — verlängerte Version
  • Sentinel Dome (3,5 km, 120 m Höhenunterschied) — leichter Aufstieg, epische Aussicht
  • North Dome Trail (14 km, 460 m Höhenunterschied) — Blick auf den Half Dome aus einem anderen Winkel

Für Erfahrene:

  • Four Mile Trail (15,2 km hin und zurück, 975 m Höhenunterschied) — Aufstieg zum Glacier Point
  • Upper Yosemite Fall Trail (11,6 km, 820 m Höhenunterschied) — auf die Spitze des höchsten Wasserfalls
  • Half Dome (22–27 km, 1.400 m Höhenunterschied) — ganztägiges Abenteuer mit Permit (Tipp Nr. 4)
  • Clouds Rest (22,5 km, 550 m Höhenunterschied von der Tioga Road) — höher als Half Dome, ohne Permit

Für längere Touren vergesst nicht genügend Wasser (mindestens 2–3 Liter), Proviant, Sonnencreme und Kleidungsschichten — das Wetter kann sich in den Bergen schnell ändern. Und gute Wanderschuhe sind das A und O — auf den Granitstufen des Mist Trails wollt ihr das wirklich nicht in Turnschuhen versuchen.

Essen und Trinken in Yosemite

Ich sage es mal ganz ehrlich: Yosemite ist kein kulinarisches Paradies. 😅 Ihr seid mitten in der Wildnis der Sierra Nevada und die Restaurantauswahl entspricht der Tatsache, dass sämtliche Versorgung über Bergstraßen herangefahren werden muss. Aber man überlebt es — und an manchen Stellen sogar ziemlich gut.

Restaurants im Park

The Ahwahnee Dining Room — das beste Restaurant im Park, sowohl von der Essensqualität als auch von der Atmosphäre her. Ein riesiger Speisesaal mit Holzbalken, Steinwänden und Blick auf die Royal Arches. Hauptgerichte ca. 30–50 USD (~28–46 €). Reservierung fürs Abendessen nötig. Auch wenn ihr hier nicht essen wollt, schaut euch zumindest das Gebäude an — es ist ein architektonisches Juwel.

Mountain Room Restaurant (Yosemite Valley Lodge) — Steak, Fisch, saisonales Menü. Freundlichere Preise als das Ahwahnee, solide Qualität. Hauptgerichte 20–40 USD.

Curry Village — mehrere Imbisse und Stände mit Pizza, Burgern, Sandwiches und Eis. Schnell, günstig (für Parkverhältnisse), unkompliziert. Die Pizza ist überraschend gut.

Degnan’s Kitchen (Yosemite Village) — Sandwiches, Salate, Suppen. Gut für ein schnelles Mittagessen.

Selbst kochen

Wenn ihr campt oder sparen wollt, kocht selbst. Im Yosemite Village gibt es ein Lebensmittelgeschäft (Village Store), in dem ihr Grundnahrungsmittel bekommt, allerdings zu Parkpreisen (rechnet mit einem Aufschlag von 30–50 % gegenüber normalen Geschäften).

💡 TIPP: Kauft eure Vorräte VOR der Einfahrt in den Park ein — in El Portal, Mariposa oder Groveland gibt es normale Supermärkte mit regulären Preisen.

⚠️ BÄREN: Sämtliche Lebensmittel (und alles, was riecht — Zahnpasta, Deodorant, Essensverpackungen) MÜSSEN in Bear Boxes oder Bear Canisters aufbewahrt werden. Nicht im Zelt, nicht im Auto. Bären können Autotüren öffnen — wirklich, sie haben es gelernt. Die Regeln sind streng und die Bußgelder ebenfalls. Jeder Campingplatz und Parkplatz hat metallene Bear Boxes, also nutzt sie bitte.

Praktische Tipps zum Schluss

Was einpacken

Für Yosemite braucht ihr Kleidung im Zwiebelprinzip — morgens im Tal können es 10 °C sein, nachmittags 30 °C, und am Glacier Point weht es ordentlich. Basis sind gute Wanderschuhe, schnell trocknende Kleidung und eine Regenjacke (sowohl wegen der Wasserfälle als auch wegen gelegentlicher Gewitter). Ausführlich behandeln wir das Thema in unserem Artikel Packen fürs Handgepäck.

Empfang und Internet

Im Yosemite Valley ist der Empfang minimal bis nicht vorhanden. WLAN gibt es in einigen Hotels (Ahwahnee, Yosemite Valley Lodge), aber verlasst euch nicht darauf. Ladet euch Offline-Karten herunter (Google Maps, Maps.me oder AllTrails) noch bevor ihr ankommt. Wenn ihr aus Europa anreist, empfehle ich eine eSIM — dazu habe ich eine ausführliche Holafly-Review geschrieben.

Günstige Flüge und Versicherung

Günstige Flüge nach San Francisco oder Los Angeles findet ihr auf Kiwi oder über Vergleichsportale wie Skyscanner. Von Frankfurt oder München gibt es Direktflüge mit Lufthansa — frühzeitig gebucht bekommt ihr Hin- und Rückflüge nach SF ab ca. 500–750 €.

Für einen Urlaub in den USA solltet ihr auf keinen Fall die Reiseversicherung vergessen — amerikanische Krankenhäuser sind berühmt-berüchtigt teuer. Mehr über Reiseversicherungen schreiben wir in unserer SafetyWing-Review.

Mietwagen

Ohne Auto ist Yosemite ziemlich einschränkend. Mietet euch am besten einen Wagen direkt am Flughafen in San Francisco — wir haben mit Lukáš langfristig gute Erfahrungen mit RentalCars, das wir weltweit nutzen.

Tiere im Park

In Yosemite leben Schwarzbären, Hirsche, Kojoten und gelegentlich auch Berglöwen (Pumas). Begegnungen mit Bären sind relativ häufig — wir haben in 4 Tagen zwei gesehen. Es sind neugierige Tiere, aber wenn ihr die Regeln beachtet (kein Essen im Rucksack auf dem Trail, Lebensmittel in Bear Boxes aufbewahren, auf dem Weg Lärm machen), müsst ihr keine Angst haben. Wenn ihr einem Bären begegnet, sprecht ruhig und normal und entfernt euch langsam. Rennt NIEMALS weg.

Tipps, um den Menschenmassen zu entkommen

Yosemite wird von über 4 Millionen Menschen pro Jahr besucht, und die allermeisten kommen im Sommer und die allermeisten verlassen das Yosemite Valley nicht. Hier ein paar bewährte Tricks, wie ihr den Park ohne Menschenmassen genießen könnt:

14. Steht im Dunkeln auf

Das ist kein Witz. Zwischen 6:00 und 9:00 Uhr morgens ist der Park eine völlig andere Welt. Die Parkplätze sind leer, die Trails ruhig, das Licht ist am schönsten und die Tiere am aktivsten. Um 10:00 Uhr kommen die Tagesausflügler und es füllt sich. Zur Mittagszeit gibt es auf den Haupttrails Schlangen.

Wir sind um 5:30 Uhr aufgestanden und waren um 6:15 Uhr am Trailhead des Mist Trail. Wir wanderten komplett allein. Als wir gegen 10:00 Uhr zurückkamen, kamen uns Hunderte von Leuten entgegen, die gerade erst hochgingen. Der Unterschied ist gewaltig.

15. Erkundet Orte außerhalb des Tals

Granitkuppeln im Hochgebirge von Yosemite bei der Tioga Road

Hetch Hetchy (Tipp Nr. 12), Tuolumne Meadows, Tioga Road (Tipp Nr. 9) — außerhalb des Yosemite Valley befindet sich nur ein Bruchteil der Besucher und die Natur ist genauso (wenn nicht sogar noch mehr) atemberaubend. Wenn ihr mehr als 2 Tage im Park habt, widmet mindestens einen Tag der Erkundung der Gebiete außerhalb des Tals.

Noch ein Tipp: Wanderungen von weniger populären Trailheads. Der North Dome Trail von der Tioga Road, der Pohono Trail vom Glacier Point oder alles von Hetch Hetchy aus — auf diesen Strecken habt ihr Yosemite praktisch für euch allein.

FAQ — Häufig gestellte Fragen zu Yosemite

Wie viele Tage braucht man für Yosemite?

Mindestens 2 volle Tage — einen für das Yosemite Valley (Mist Trail, Wasserfälle, El Capitan) und einen für den Glacier Point und die Umgebung. Ideal sind 3–4 Tage, die euch auch Zeit für die Tioga Road, Mariposa Grove oder Hetch Hetchy geben. Für den Half Dome rechnet einen ganzen zusätzlichen Tag ein. Wir haben dort 4 Tage verbracht und sind mit dem Gefühl abgereist, nicht einmal die Hälfte gesehen zu haben.

Brauche ich eine Reservierung für Yosemite?

In der Sommersaison (meist April–Oktober) ja, ihr braucht eine Reservierung für die Einfahrt mit dem Auto. Ohne Reservierung kommt ihr nicht rein. Die Reservierungen werden auf recreation.gov freigeschaltet — Hauptwelle im März, tägliche Welle 2 Tage vorher. Im Winter braucht ihr keine Reservierung.

Wie ist das Yosemite Valley entstanden?

Das Yosemite Valley wurde von Gletschern während mehrerer Eiszeiten in den letzten Millionen Jahren geformt. Die Gletscher haben ein tiefes U-förmiges Tal in das Granitmassiv der Sierra Nevada gegraben. Granitmonolithe wie El Capitan und Half Dome bestehen aus widerstandsfähigerem Gestein, das die Gletscher nicht abtragen konnten. Nach dem Rückzug der Gletscher füllte sich das Tal mit einem See, der nach und nach durch Sedimente verlandet wurde — so entstand der heutige flache Talboden mit dem Merced River.

Ist Yosemite der älteste Nationalpark der Welt?

Nein — der älteste Nationalpark der Welt ist der Yellowstone, gegründet 1872. Das Yosemite Valley wurde erstmals 1864 unter Schutz gestellt (Yosemite Grant), erhielt aber den Status als Nationalpark erst 1890. Beide Parks lassen sich wunderbar auf einem Roadtrip kombinieren — zu Yellowstone haben wir einen ausführlichen Reiseführer.

Ist Yosemite der größte Nationalpark der USA?

Nein, bei Weitem nicht. Der größte ist Wrangell–St. Elias in Alaska mit einer Fläche von über 33.000 km² — das ist größer als ganz Belgien. Yosemite hat „nur“ 3.083 km², aber auch das ist riesig. In 4 Tagen schafft man definitiv nicht alles.

Gibt es in Yosemite gefährliche Tiere?

Im Park leben Schwarzbären, aber Angriffe auf Menschen sind extrem selten. Beachtet die Regeln — bewahrt Essen in Bear Boxes auf, füttert niemals Bären und haltet Abstand. Ein größeres Risiko sind ehrlich gesagt rutschige Felsen bei Wasserfällen und die Unterschätzung der Schwierigkeit von Trails — jährlich sterben hier leider etwa 12–15 Menschen, meist durch Stürze und Ertrinken.

Darf ich mit Hund nach Yosemite?

Ja, aber sehr eingeschränkt. Hunde dürfen nur auf befestigten Wegen, Straßen und auf Campingplätzen mitgenommen werden — auf Trails, in die Wildnis und in Shuttlebusse ist der Zugang mit Hunden verboten. Wenn ihr mit Hund reist, plant im Voraus — die meisten Hauptattraktionen könnt ihr mit ihm nicht besuchen.

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