Als wir mit Lukáš von Anchorage Richtung Süden aufbrachen und zum ersten Mal die gletscherblau schimmernde Wasserfläche des Turnagain Arm sahen, eingerahmt von schneebedeckten Gipfeln, wusste ich, dass diese Reise anders sein würde als alle bisherigen. Aber was uns am Ende des Seward Highway erwartete — ein winziges Städtchen, geschmiegt an die Resurrection Bay, umgeben von Bergen, Gletschern und der wildesten Natur, die ich je gesehen habe — das hat mich komplett umgehauen. 😁
Seward Alaska war wohl die größte Überraschung unserer Alaska-Reise. Ihr kennt das — man plant die großen Städte, Nationalparks, all die berühmten Orte. Und dann kommt man in ein Städtchen mit dreitausend Einwohnern, wo am Hafen Seelöwen faulenzen, man vom Boot aus kalbende Gletscher sieht und im örtlichen Restaurant Heilbutt serviert wird, der buchstäblich eine Stunde zuvor aus dem Meer gezogen wurde. Und plötzlich versteht man, warum Menschen aus der ganzen Welt hierher kommen.
In diesem Artikel findet ihr 12 Tipps, was man in Seward Alaska sehen und unternehmen kann — von unvergesslichen Bootstouren zu Tidewater-Gletschern in den Kenai Fjords über einen Trek mit Blick auf ein riesiges Eisfeld bis hin zu den besten Restaurants, an die ihr euch noch Jahre später erinnern werdet. Ich verrate euch, wann die beste Reisezeit ist, wo man übernachten kann, was das Ganze kostet und worauf ihr achten solltet.
Wenn ihr eine Alaska-Reise plant, empfehle ich, mit unserem Reiseführer für Anchorage zu beginnen — die meisten Reisenden fliegen dort ein und Seward ist der ideale nächste Stopp, nur 2,5 Autostunden entfernt auf einer der schönsten Straßen der Welt.

Zusammenfassung
- Seward ist das Tor zum Kenai Fjords National Park — eine Bootstour zu den Tidewater-Gletschern ist ein absolutes Must-do und der Hauptgrund, hierher zu fahren. Frühzeitig buchen, im Sommer oft ausverkauft!
- Die beste Reisezeit ist Juni bis September, wobei Juli und August am wärmsten sind (aber auch am teuersten und am vollsten). Für Wale am besten Mai bis Juli anpeilen.
- Von Anchorage aus in 2,5 Stunden erreichbar über den Seward Highway — eine der schönsten Straßen ganz Nordamerikas. Unterwegs anhalten, die Fahrt ist ein Erlebnis für sich.
- Exit Glacier ist der einzige mit dem Auto erreichbare Gletscher im Kenai Fjords — ein kurzer Spaziergang und man steht vor einem riesigen Gletscher. Für Mutigere gibt es den Harding Icefield Trail mit Blick auf ein Eisfeld von 1.800 km².
- Für Seward mindestens 2–3 Tage einplanen, idealerweise 3–4. Ein Tag Bootstour, ein Tag Gletscher und Wanderung, und ein Tag für die Stadt, Kajakfahren oder Angeln.
- Ausflüge wie Kajakfahren, Hundeschlittenfahrten und ähnliches vorab buchen, z. B. über GetYourGuide, sie sind oft ausverkauft.
- Mit höheren Preisen rechnen — Alaska ist kein günstiges Reiseziel. Eine Bootstour kostet ca. 200–300 $/Person, Unterkünfte ab ca. 190 $/Nacht.
- Ein Auto ist absolut notwendig. Ohne eigenen Mietwagen kommt man in Alaska praktisch nicht weiter.
- Kleidung in Schichten und eine wasserdichte Jacke mitnehmen — selbst im Sommer kann es auf dem Wasser und an den Gletschern empfindlich kalt werden.
Wann nach Seward reisen und wie man hinkommt
Seward ist ein typisches saisonales Alaska-Reiseziel — das Städtchen schläft im Winter praktisch ein und erwacht mit dem Sommer, wenn Tausende Besucher wegen der Gletscher, Wale und der unglaublichen Natur hierher strömen. Das Timing der Reise ist hier wirklich entscheidend, denn der Unterschied zwischen Mai und August kann darüber bestimmen, ob ihr Orcas oder Buckelwale seht, ob der Wanderweg zum Gletscher noch unter Schnee liegt oder ob ihr für die Unterkunft das Doppelte zahlt. Und dann ist da natürlich die Frage, wie man überhaupt nach Seward kommt — denn die Anreise selbst ist eines der besten Erlebnisse ganz Alaskas.
Beste Reisezeit für Seward
Die Saison in Seward dauert ungefähr von Mai bis September, wobei jeder Monat seine Vor- und Nachteile hat:
Juni ist meiner Meinung nach der beste Kompromiss — die Tage sind endlos lang (in Seward gibt es um die Sommersonnenwende herum fast 19 Stunden Tageslicht!), die Natur erwacht, die Wale sind aktiv und es sind deutlich weniger Touristen als im Juli und August. Nachteil? Auf dem Harding Icefield Trail kann noch ziemlich viel Schnee liegen und manche Wege sind möglicherweise nicht vollständig begehbar.
Juli und August sind Hochsaison — die wärmsten Monate (durchschnittlich 14–17 °C, aber auf dem Wasser und an den Gletschern leicht unter 10 °C), alles ist geöffnet, die Wege sind begehbar. Andererseits — die Unterkunftspreise steigen kräftig, Bootstouren sind Wochen im Voraus ausverkauft und an beliebten Orten trifft man auf Massen von Kreuzfahrtpassagieren.
Mai und September sind Nebensaison — weniger Touristen, niedrigere Preise, aber das Wetter ist unberechenbar und manche Einrichtungen haben noch nicht (oder nicht mehr) geöffnet. Wer vor allem Wale sehen möchte: Mai bis Juli ist die beste Zeit für Buckelwale, und Mitte Mai bis Mitte Juni das ideale Zeitfenster für Orcas. Grauwale ziehen bereits im März und April durch.

Wie man von Anchorage nach Seward kommt
Seward liegt etwa 204 km südlich von Anchorage und verbunden durch den Seward Highway — eine Straße, die als All-American Road und National Scenic Byway ausgezeichnet ist, also offiziell eine der schönsten Straßen der gesamten Vereinigten Staaten. Und das zu Recht — die Fahrt hat uns den Atem geraubt.
Die Autofahrt dauert ungefähr 2,5 Stunden, aber ehrlich gesagt — rechnet damit, dass es mindestens 4 Stunden werden, weil ihr alle paar Kilometer anhalten wollt. 😅 Die Straße führt entlang von Fjorden, an schneebedeckten Bergen vorbei, über Pässe und entlang von Gletschern. Unterwegs empfehle ich folgende Stopps:
- Potter Marsh (Meile 117) — ein Feuchtgebiet, in dem man im Sommer Elche, Weißkopfseeadler und Dutzende Vogelarten antrifft.
- Bird Point (Meile 96) — Aussichtspunkt am Turnagain Arm, wo die Chance besteht, Belugas (Weißwale) zu sehen! Wir hatten Glück und sahen eine Gruppe Belugas direkt von der Straße aus — ein unglaubliches Erlebnis. ☺️
- Alaska Wildlife Conservation Center (Meile 79) — Auffangstation für Bären, Elche, Bisons und Wölfe. Toller Stopp, besonders wenn ihr mit Kindern unterwegs seid.
- Girdwood — malerisches Skidorf mit dem Alyeska Resort, wo man mit der Seilbahn zum Aussichtspunkt fahren kann.
Ein Auto ist in Alaska absolut notwendig. Ohne Mietwagen kommt man praktisch nirgendwo hin, und das gilt doppelt für Seward und Umgebung. Lukáš und ich haben sehr gute Erfahrungen mit RentalCars, das wir weltweit nutzen. Die Miete eines SUV oder Crossovers in Anchorage liegt in der Hauptsaison bei ca. $80–150 pro Tag (ungefähr 75–140 €), außerhalb der Saison auch günstiger. Tankt in Anchorage, in Seward ist Benzin teurer.
Die zweite Möglichkeit ist die Alaska Railroad — ein legendärer Zug, der von Anchorage nach Seward entlang der Fjorde und über Pässe fährt. Es ist ein wunderschönes Panorama-Erlebnis, die Fahrt dauert etwa 4 Stunden und kostet rund $120–150 (ca. 110–140 €) pro Strecke für den Coastal Classic Train. Der Nachteil ist, dass man dann in Seward ohne Auto dasteht, und das möchte man in Alaska wirklich nicht.
Unterkünfte in Seward Alaska und Kosten
Ehrlich gesagt — Seward ist kein Ort für günstige Unterkünfte. Es ist ein winziges Städtchen mit begrenzter Kapazität und in der Hauptsaison (Juli–August) klettern die Preise ziemlich hoch. Andererseits — die Qualität der Unterkünfte ist hier generell sehr ordentlich, weil die Konkurrenz in so einem kleinen Ort die Betreiber einfach zwingt, Niveau zu halten. Wichtig ist, so früh wie möglich zu buchen, beliebte Hotels in Seward Alaska sind im Sommer oft Monate im Voraus ausgebucht.
Harbor 360 Hotel
Dieses Hotel ist wohl die praktischste Wahl, wenn ihr eine Bootstour in die Kenai Fjords plant — es liegt direkt am Hafen, sodass ihr morgens buchstäblich über die Straße zum Boot geht. Die Zimmer sind modern, sauber, manche mit Blick auf den Hafen und die Berge. Die Preise liegen in der Saison bei ca. $200–350 pro Nacht (185–325 €). Für diesen Komfort am Hafen lohnt es sich, besonders wenn euer Boarding für die Bootstour um 7 Uhr morgens ist und ihr nirgendwo hinlaufen wollt.
Seward Windsong Lodge
Wer Natur dem Stadtleben vorzieht, für den ist die Windsong Lodge ideal — sie liegt im Tal beim Exit Glacier, umgeben von Bäumen und Bergen. Ein wunderschöner Ort mit Alaska-Wildnis-Atmosphäre — Holzhütten, Ruhe, ab und zu sieht man einen Elch aus dem Fenster. Die Preise sind etwas höher, $250–400 pro Nacht (230–370 €), aber das Gefühl, mitten in der Wildnis aufzuwachen, ist unbezahlbar. Nachteil — zum Zentrum von Seward und zum Hafen sind es ca. 15 Autominuten.
Van Gilder Hotel
Für alle, die etwas mit Charakter suchen — das Van Gilder ist ein historisches Hotel von 1916, eingetragen im National Register of Historic Places. Die Zimmer sind kleiner und schlichter (kein Aufzug, keine große moderne Ausstattung), aber die Preise sind angenehmer, ca. $150–250 pro Nacht (140–230 €), und die Atmosphäre des alten Seward ist unvergesslich. Wer bereit ist, etwas Luxus gegen ein authentisches Erlebnis einzutauschen, ist hier bestens aufgehoben.
Unterkünfte haben wir über Booking.com gesucht, unsere bevorzugte Hotel-Suchmaschine. In Seward empfehle ich, nach „kostenlose Stornierung“ zu filtern, denn das Wetter in Alaska kann unberechenbar sein und Pläne ändern sich manchmal.

Was kostet Seward — Orientierungsbudget
Damit ihr eine Vorstellung habt, was ein Aufenthalt in Seward für zwei Personen für 3 Tage / 2 Nächte kostet:
- Unterkunft (2 Nächte): $400–700 (ca. 370–650 €)
- Bootstour Kenai Fjords (2 Personen): $400–600 (ca. 370–560 €)
- Essen (3 Tage, Restaurants + ab und zu selbst): $200–350 (ca. 185–325 €)
- Benzin (Anchorage–Seward und zurück): $40–60 (ca. 37–56 €)
- Eintritt Exit Glacier + Sonstiges: $30–50 (ca. 28–46 €)
- Gesamt für zwei Personen für 3 Tage: ca. $1.100–1.800 (ca. 1.020–1.670 €)
Ja, Alaska ist nicht günstig. 😅 Aber das Erlebnis ist es wert, das kann ich euch garantieren.
Seward, Alaska: 12 Tipps, was man sehen und unternehmen kann
Schauen wir uns endlich das Beste an, was Seward und seine Umgebung zu bieten haben. Von majestätischen Gletschern und Walen über Wanderungen mit atemberaubenden Ausblicken bis hin zum Angeln und Kajakfahren in den kristallklaren Gewässern der Resurrection Bay. Macht euch darauf gefasst, dass ihr länger bleiben wollt als geplant — wir haben einen Tag verlängert und es hat trotzdem nicht gereicht. ☺️
1. Kenai Fjords National Park — Bootstour zu den Gletschern
Das ist eindeutig Tipp Nummer eins und der Hauptgrund, nach Seward zu fahren. Der Kenai Fjords National Park beherbergt riesige Tidewater-Gletscher — Gletscher, die von den Bergen direkt ins Meer hinabgleiten, wo mit donnerndem Getöse riesige Eisbrocken abbrechen und ins Wasser stürzen. Es ist eines der beeindruckendsten Naturschauspiele, die ich je gesehen habe, und Fotos oder Videos werden dem einfach nicht gerecht.
Vom Hafen in Seward starten Bootstouren in zwei Hauptvarianten. Die Ganztagestour (6–9 Stunden) bringt euch tief in die Fjorde zu mehreren Tidewater-Gletschern (typischerweise Aialik Glacier oder Holgate Glacier), entlang einer Küste voller Seelöwen, Robben und Papageientaucher, mit hoher Chance auf Walbeobachtung. Die Halbtagestour (3–5 Stunden) bleibt in der Regel in der Resurrection Bay, wo ihr Meeresfauna seht, aber nicht zu den großen Gletschern gelangt.
Die Hauptanbieter sind Kenai Fjords Tours (gehört zur Alaska Collection, der größte und bekannteste) und Major Marine Tours. Die Preise für Ganztagestouren liegen bei ca. $200–300 pro Person (185–280 €), Halbtagestouren bei $100–180 (ca. 93–167 €). Die meisten beinhalten einen Snack oder Mittagessen an Bord.
Mein wichtigster Tipp: Frühzeitig buchen! Im Juli und August sind die Touren oft Wochen im Voraus ausverkauft, besonders die Ganztagestouren. Wir haben etwa 3 Wochen vorher gebucht und es gab nur noch wenige Plätze. Und noch etwas — nehmt warme Kleidung und eine wasserdichte Jacke mit, auch wenn in der Stadt die Sonne scheint. Auf dem Wasser und an den Gletschern ist es 10–15 Grad kälter und es regnet gelegentlich. 😉
2. Wale, Seelöwen, Papageientaucher — Meerestierebeobachtung
Seward ist einer der besten Orte in ganz Alaska für die Beobachtung von Meerestieren, und wenn ihr eine Bootstour in die Kenai Fjords macht, ist das praktisch „inklusive“ — denn die Tiere sind überall.
Buckelwale sind der Star der Show und am häufigsten von Mai bis Juli zu sehen. Einen Buckelwal aus dem Wasser springen zu sehen oder seine Schwanzflosse über die Wasseroberfläche heben — vor der Kulisse schneebedeckter Berge — das ist einer dieser Momente, in denen man vergisst zu atmen. Orcas (Schwertwale) tauchen in der Umgebung von Seward am häufigsten von Mitte Mai bis Mitte Juni auf, sind aber nicht so häufig wie Buckelwale, also ist es etwas Glückssache. Wir haben keine Orcas gesehen, aber etwa sechs Buckelwale gezählt — und das reichte für absolute Begeisterung. 😁
Worauf man sich praktisch die gesamte Saison verlassen kann, sind Stellersche Seelöwen — riesige Tiere, die auf Felsen ruhen, wobei der Kapitän das Boot auf sichere Entfernung heranbringt. Dann Seeotter, die auf dem Rücken schwimmen und Muscheln knacken — sie sind wohl die niedlichsten Geschöpfe der Erde. Und dann die Papageientaucher (Puffins) — kleine schwarz-weiße Vögel mit orangenen Schnäbeln, die das Wahrzeichen Alaskas sind. Sie nisten an Klippen und kleinen Inseln und wir haben Dutzende gesehen. Robben sitzen auf Eisschollen bei den Gletschern und sehen aus, als würde ihnen dort alles gehören. Was wahrscheinlich auch stimmt.
Wenn ihr den Ausflug speziell auf Wale ausrichten wollt, fragt den Anbieter nach aktuellen Sichtungen — die Bootskapitäne tauschen untereinander Informationen aus, wo sich die Tiere am jeweiligen Tag aufhalten.

3. Exit Glacier — Gletscher zum Anfassen
Der Exit Glacier ist der einzige Gletscher im gesamten Kenai Fjords National Park, den man mit dem Auto erreichen kann, und genau deshalb ist er so beliebt. Er liegt etwa 20 Autominuten von Seward am Ende der Exit Glacier Road, in einem wunderschönen Tal, umgeben von Bergen.
Vom Parkplatz führen mehrere Wege unterschiedlicher Schwierigkeit. Der einfachste, der Toe of the Glacier Trail, ist etwa 1,5 km lang, führt über ebenes Gelände und bringt euch zu einem Aussichtspunkt direkt an der Gletscherzunge. Selbst dieser kurze Spaziergang ist faszinierend, denn unterwegs passiert man Schilder mit Jahreszahlen, die zeigen, wo die Gletscherkante in vergangenen Jahrzehnten lag. 1990 reichte der Gletscher noch hunderte Meter weiter als heute — eine ziemlich eindrucksvolle Visualisierung des Klimawandels.
Der Gletscher selbst ist riesig, blau und strahlt im Sonnenlicht förmlich. Die Geräusche des knackenden Eises in der Stille des Tals sind… überirdisch. Wir haben dort etwa eine Stunde verbracht und einfach nur geschaut. Allein dafür lohnt sich die Anfahrt, selbst wenn man sonst nichts anderes macht.
Der Parkeintritt beträgt $15 pro Person (ca. 14 €) oder ist kostenlos mit dem America the Beautiful Pass ($80 / ca. 74 € pro Jahr, gültig für alle Nationalparks der USA — wenn ihr mehrere Parks besuchen wollt, lohnt sich der Pass auf jeden Fall). Die Ranger Station am Parkplatz bietet Informationen über den aktuellen Zustand der Wege und die Bärenaktivität in der Gegend — dort solltet ihr vor der Wanderung vorbeischauen.

4. Harding Icefield Trail — eine unvergessliche Wanderung
Wenn Exit Glacier die Gletscher-„Kostprobe“ ist, dann ist der Harding Icefield Trail das vollwertige Hauptgericht — und er gehört zu den atemberaubendsten Wanderungen, die ich je gemacht habe. Punkt.
Der Weg ist etwa 14 km hin und zurück (8,8 Meilen), hat einen Höhenunterschied von rund 1.000 Metern und ist in 5–8 Stunden zu schaffen, je nach Kondition und wie viel Zeit man oben verbringt (Spoiler: viel, weil man nicht gehen möchte). Der Trail beginnt am Exit Glacier und steigt allmählich durch Wälder, alpine Wiesen voller Wildblumen und bringt euch schließlich über die Baumgrenze hinaus, wo sich der Blick auf das Harding Icefield öffnet — ein riesiges Eisfeld von über 1.800 km², aus dem Dutzende Gletscher in alle Richtungen fließen.
Auf einem Felsvorsprung zu stehen und auf die endlose Fläche aus Eis und Schnee zu blicken, die ein ganzes Gebirge bedeckt, mit Gletschern, die wie gefrorene Flüsse in die Täler hinabfließen — das ist einer dieser Momente, in denen man begreift, wie unglaublich dieser Planet ist. Lukáš und ich saßen dort oben etwa 45 Minuten und haben einfach nur schweigend geschaut.

Wichtige Tipps für den Harding Icefield Trail:
- Schnee auf dem Weg kann bis Anfang Juli liegenbleiben, besonders im oberen Abschnitt. Überprüft die Bedingungen auf der NPS-Website oder bei den Rangern.
- Zwiebelprinzip bei der Kleidung — unten im Wald können angenehme 15 °C herrschen, oben am Eisfeld 2 °C mit Wind. Nehmt Mütze, Handschuhe, wasserdichte Jacke und Windbreaker mit, auch im Sommer.
- Bärenspray — Grizzlybären bewegen sich in dieser Gegend, besonders im Sommer. Wir sind keinem begegnet, aber Bärenspray ist eine gute Absicherung.
- Gute Wanderschuhe sind ein Muss — der Weg ist stellenweise steil, steinig und rutschig. Falls ihr noch Wanderschuhe braucht, habe ich im Blog einen detaillierten Ratgeber zur Auswahl von Wanderschuhen.
- Genug Wasser und Proviant mitnehmen — oben gibt es nichts zu kaufen und die Wanderung ist körperlich anspruchsvoll.
- Der Trail ist nicht geeignet für absolute Anfänger oder kleine Kinder — aber wenn ihr eine durchschnittliche Fitness habt und vor einem Aufstieg nicht zurückschreckt, schafft ihr es.
5. Seward Highway — die schönste Straße in Alaska
Ich weiß, dass ich den Seward Highway schon im Abschnitt zur Anreise erwähnt habe, aber diese Straße verdient einen eigenen Tipp, denn sie ist ein Erlebnis für sich, nicht nur die Strecke von A nach B.
Der Seward Highway ist 204 km (127 Meilen) lang und führt von Anchorage nach Seward entlang des Turnagain Arm — einem dramatischen Fjord, in dem Gezeitenwellen durch die Bucht jagen und wo die Chance besteht, Belugas zu sehen. Dann steigt er über den Turnagain Pass zwischen schneebedeckte Gipfel und fällt entlang von Seen und Flüssen nach Seward ab. Die Straße trägt die Auszeichnungen All-American Road und National Scenic Byway, also die höchsten amerikanischen Auszeichnungen für landschaftlich reizvolle Straßen — und das zu Recht.

Unsere besten Stopps unterwegs:
Potter Marsh Bird Sanctuary (Meile 117, gleich hinter Anchorage) — weitläufige Feuchtgebiete, in denen wir Weißkopfseeadler, Reiher beobachtet haben, und angeblich zeigt sich hier auch mal ein Elch. Schöner Boardwalk für einen kurzen Spaziergang.
Bird Point (Meile 96) — Aussichtspunkt direkt über dem Turnagain Arm. Hier haben wir Belugas gesehen — eine Gruppe Weißwale, die nur ein paar hundert Meter vom Ufer entfernt schwammen! Es ist etwas Glückssache, aber wenn man anhält und die Wasseroberfläche eine Weile geduldig beobachtet, ist die Chance recht gut, besonders um die Flut herum. Wir standen dort etwa 20 Minuten und sahen mindestens 4 Belugas — es war ein absolut magischer Moment. ☺️
Alaska Wildlife Conservation Center (Meile 79) — Auffangstation, in der man Grizzly- und Schwarzbären, Elche, Bisons, Wölfe und andere Tiere aus der Nähe sehen kann. Eintritt ca. $15 (14 €). Besonders toll, wenn ihr mit Kindern unterwegs seid oder die Tiere in der freien Wildbahn nicht zu Gesicht bekommt.
Girdwood — malerisches Bergdorf mit dem Alyeska Resort. Ihr könnt mit der Seilbahn zum Aussichtspunkt fahren oder im Restaurant Seven Glaciers zu Mittag essen, mit Blick auf… ja, sieben Gletscher.
6. Alaska SeaLife Center — Aquarium am Ende der Welt
Wenn ihr einen Regentag erwischt (und davon wird es in Alaska mehr geben als euch lieb ist 😅), ist das Alaska SeaLife Center in Seward die perfekte Programmrettung. Aber ehrlich gesagt — es lohnt sich auch bei Sonnenschein, denn dies ist kein gewöhnliches Aquarium.
Das SeaLife Center ist eine Kombination aus öffentlichem Aquarium und Rettungsstation für Meerestiere — hier werden verletzte Robben, Seeotter, Vögel und andere Tiere behandelt, und einige davon kann man bei der Rehabilitation beobachten. Die Hauptstars sind die Papageientaucher (Puffins), die man hier wirklich aus nächster Nähe sieht — durch Glasscheiben, wie sie unter Wasser schwimmen. Außerdem gibt es Seeotter, Stellersche Seelöwen, Kraken und zahlreiche Aquarien mit der lokalen Meeresfauna.
Der Eintritt beträgt $27 für Erwachsene (ca. 25 €), Kinder 4–11 Jahre $16 (ca. 15 €), Kleinkinder bis 3 Jahre frei. Geöffnet ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr in der Saison (außerhalb der Saison verkürzte Öffnungszeiten). Für den Besuch ca. 1,5–2 Stunden einplanen.
Für Familien mit Kindern ist es ein absoluter Hit — die Kinder können hier Tiere sehen, denen sie sonst nur vom Boot aus (und aus größerer Entfernung) begegnen, und die interaktiven Ausstellungen sorgen für Unterhaltung.

7. Kajakfahren in der Resurrection Bay
Wenn ihr Seward und seine Umgebung aus einer anderen Perspektive erleben wollt — buchstäblich von der Wasseroberfläche aus — dann ist Kajakfahren in der Resurrection Bay ein Erlebnis, das ich euch nicht weniger empfehle als die Bootstour zu den Gletschern. Es ist einfach eine andere Art von Schönheit.
Vom Wasser aus seht ihr die Stadt Seward als winzigen Punkt vor der Kulisse riesiger Berge, um euch herum schwimmen Seeotter (und tun so, als würdet ihr sie überhaupt nicht interessieren), gelegentlich taucht eine Robbe auf, und mit etwas Glück schwimmt ein Lachs auf dem Weg zum Fluss unter eurem Kajak hindurch. Die Wasseroberfläche der Bucht ist die meiste Zeit ruhig und der umgebende Fjord schützt vor den Wellen des offenen Ozeans, sodass Kajakfahren hier auch für Anfänger sicher ist.
Geführte Kajaktouren bieten mehrere lokale Unternehmen an — Miller’s Landing und Kayak Adventures Worldwide gehören zu den beliebtesten. Eine Halbtagestour (3–4 Stunden) kostet ca. $100–170 pro Person (93–158 €) und beinhaltet Ausrüstung und Einweisung. Ganztagestouren führen zu entfernteren Fjorden und kosten entsprechend mehr.
Wir haben die Halbtagsvariante gewählt und es war eines dieser ruhigen, meditativen Erlebnisse, an die man sich nicht erinnert, weil etwas Dramatisches passiert ist, sondern weil die Stille und die Schönheit einen völlig eingenommen haben. Vergesst nicht, das Kajakfahren rechtzeitig zu buchen, zum Beispiel über GetYourGuide.
8. Angeln in Seward — Silver Salmon Derby und Heilbutt
Seward nennt sich „Salmon Capital of the World“ — und obwohl das vielleicht etwas übertrieben ist (um diesen Titel streitet sich wohl jedes zweite Städtchen in Alaska 😅), ist das Angeln hier wirklich fantastisch.
Die Hauptsaison für Silberlachs (Silver Salmon, Coho) ist August und September, während man Königslachs (King Salmon, Chinook) am besten im Juni und Juli fängt. Neben Lachs ist hier auch das Heilbutt-Angeln hervorragend — Heilbutt ist der riesige Plattfisch, den man dann in jedem Restaurant der Stadt probieren kann, und einen mit den eigenen Händen zu fangen, ist ein Erlebnis für sich. Diese Fische können über 50 kg wiegen!
Wer das Angeln ausprobieren möchte, bucht am einfachsten einen Charter-Fishing-Trip — ein Ganztagsausflug mit Kapitän, Ausrüstung und Lizenz kostet ca. $250–400 pro Person (230–370 €). Viele Restaurants in Seward bieten den Service „Cook your Catch“ an — ihr bringt euren Fang und sie bereiten ihn zu. Frischeren Fisch werdet ihr nie essen.
Das Silver Salmon Derby ist ein legendärer Angelwettbewerb, der jährlich im August stattfindet (üblicherweise am zweiten Wochenende) und Tausende Angler aus ganz Alaska anzieht. Der Hauptpreis liegt bei rund $10.000 und die Stimmung in der Stadt ist in dieser Zeit absolut elektrisierend.
9. Historisches Seward und der Hafen — Stadtspaziergang
Seward ist ein Städtchen mit etwa 2.700 ständigen Einwohnern und hat den unbeschreiblichen Charme kleiner alaskischer Küstenorte — bunte Holzhäuser, ein Hafen voller Fischerboote, Galerien lokaler Künstler und Souvenirläden, die etwas besser sind als der übliche touristische Kitsch.
Spaziert über die Waterfront Promenade am Hafen entlang, wo Seelöwen auf den Stegen faulenzen und Fischer ihren Fang ausnehmen. Am Ende des Hafens findet ihr den Seward Small Boat Harbor — ein schöner Ort zum Boote- und Vogelbeobachten. In der Innenstadt schaut euch die Wandbilder der Seward Mural Society an — großformatige Malereien an Gebäuden, die die Geschichte der Stadt erzählen.
Seward hat eine interessante Geschichte — die Stadt wurde 1903 als Ausgangspunkt der Alaska Railroad gegründet und diente als Haupthafen für die Versorgung des Landesinneren von Alaska. Das verheerende Erdbeben von 1964 (Good Friday Earthquake, Magnitude 9,2!) beschädigte die Stadt schwer und ein Tsunami zerstörte den Hafen. Die Stadt erholte sich davon, aber die Spuren der Katastrophe sind noch heute in Museen und Gedenkstätten sichtbar.
Mt. Marathon Race — jedes Jahr am 4. Juli (Unabhängigkeitstag) findet hier der legendäre Berglauf auf den Mt. Marathon und zurück statt. Es ist einer der ältesten Bergläufe Amerikas und an diesem Tag ist das Städtchen völlig überfüllt. Wenn ihr am 4. Juli in Seward seid, ist es ein tolles Erlebnis — rechnet aber damit, dass Unterkünfte dann extrem teuer und Monate im Voraus ausgebucht sind.
10. Hundeschlitten auf dem Gletscher — Sommer-Mushing
Das ist eines dieser typisch alaskischen Erlebnisse, die etwas verrückt klingen — eine Hundeschlittenfahrt auf einem Gletscher mitten im Sommer. Und genau das kann man in der Umgebung von Seward erleben. Einfach rechtzeitig buchen, zum Beispiel über GetYourGuide.
Es funktioniert so: Ein Helikopter fliegt euch auf einen entlegenen Gletscher, wo ein Camp mit Huskys und Musher (Schlittenführer) auf euch wartet. Auf dem Gletscher fahrt ihr im Schlitten, gezogen von einem begeisterten Rudel Alaska-Huskys, und erfahrt alles über die Mushing-Tradition in Alaska. Der gesamte Ausflug dauert ca. 2–3 Stunden (inklusive Helikopterflug) und kostet rund $500–600 pro Person (ca. 465–560 €). Ja, nicht gerade günstig — aber das Erlebnis ist absolut einzigartig.
Wir haben das Hundeschlittenfahren ausprobiert und ich muss sagen, die Energie dieser Hunde ist absolut unglaublich. Wenn sie sehen, dass eine Fahrt bevorsteht, bellen sie vor Begeisterung und ziehen, als wollten sie fliegen. Und der Helikopter über den Gletschern… der Blick hinunter auf Spalten im Eis und blaue Tunnel ist atemberaubend.
11. Caines Head State Recreation Area — Wanderung mit Buchtblick
Wer eine Wanderung abseits des „Mainstream-Tourismus“ sucht, findet in Caines Head eine tolle Alternative (oder Ergänzung) zum Harding Icefield Trail. Der Weg führt entlang der Küste der Resurrection Bay zu den Ruinen von Fort McGilvray aus dem Zweiten Weltkrieg — einer verlassenen Militärfestung auf einer Klippe über dem Meer.
Die gesamte Strecke ist etwa 14 km hin und zurück, aber Achtung — ein Teil des Weges führt über einen Strand, der nur bei Ebbe begehbar ist! Das ist eine absolut entscheidende Information — prüft die Gezeitentabellen (Tide Charts) vorher, sonst könnt ihr in eine gefährliche Situation geraten. Die Ranger Station in Seward berät euch beim Timing.
Die Wanderung ist mittelschwer, führt durch Wälder und an der Küste entlang, mit Ausblicken auf die Bucht und die umliegenden Berge. Die Ruinen von Fort McGilvray sind faszinierend — man geht durch verlassene Betonbunker mit Blick auf den Ozean und stellt sich die Soldaten vor, die hier im Krieg den Zugang zu Alaska bewachten. Für den gesamten Ausflug 5–7 Stunden einplanen.
12. Fox Island und Resurrection Bay — Bootstour abseits der Massen
Wer nicht die Zeit (oder das Budget) für eine Ganztagestour in die Kenai Fjords hat, für den ist ein kürzerer Ausflug in die Resurrection Bay zu Fox Island eine Alternative — eine winzige Insel mitten in der Bucht, auf der es eine Ausflugslodge gibt.
Mehrere Anbieter bieten Halbtagesausflüge nach Fox Island an, die eine Fahrt über die Bucht (mit Chance auf Wale, Otter und Seelöwen), einen Aufenthalt auf der Insel mit Mittagessen oder Lachs-Grillen und die Rückfahrt nach Seward umfassen. Die Preise liegen bei ca. $120–200 pro Person (110–185 €), und es ist eine angenehmere, ruhigere Alternative für alle, die nicht den ganzen Tag auf einem Boot verbringen wollen oder mit kleinen Kindern unterwegs sind.
Die Resurrection Bay ist eine geschützte Bucht, daher ist das Wasser hier ruhiger als auf dem offenen Ozean — wer zur Seekrankheit neigt, ist hier auf der sichereren Seite.

Wo essen in Seward — Restaurantführer für Feinschmecker
Seward ist ein kleines Städtchen, aber das Essen ist überraschend ausgezeichnet — vor allem dank der Meeresfrüchte, die buchstäblich frisch aus dem Hafen kommen. Heilbutt, Lachs, Garnelen… alles am selben Tag oder am Vortag gefangen. Als ich zum ersten Mal Heilbutt bei Ray’s probiert und dann an den Fisch aus einem Berliner Restaurant zurückgedacht habe, den ich dafür gehalten hatte, musste ich über mich selbst lachen. 😅 Hier sind ein paar Tipps zum Essen gehen:
Ray’s Waterfront
Das ist wohl das berühmteste Restaurant in Seward und das zu Recht — man sitzt am Fenster mit Blick auf Hafen und Berge und isst frischen Heilbutt oder Lachs, der buchstäblich am selben Tag gefangen wurde. Die Portionen sind groß, die Preise entsprechend (Hauptgericht ca. $25–45 / 23–42 €), aber für die Qualität und Atmosphäre lohnt es sich absolut. Reserviert euren Tisch vorab, besonders zum Abendessen in der Saison — sonst müsst ihr warten.
The Cookery
Unser wohl liebster Ort in Seward. 😁 The Cookery ist ein kleineres Restaurant mit Fokus auf lokale, saisonale Zutaten — fantastische Austern, Heilbutt in verschiedenen Zubereitungen und kreative Cocktails. Die Karte wechselt je nach Saison und Verfügbarkeit der Zutaten. Die Preise sind etwas höher (Hauptgericht $30–50 / 28–46 €), aber die Qualität ist absolut erstklassig. Das ist der Ort für ein besonderes Abendessen.
Highliner
Wer eine lockere und schnellere Option sucht, ist beim Highliner zum Mittagessen gut aufgehoben — Heilbutt-Sandwich, Fish and Chips oder Heilbutt-Tacos zu vernünftigen Preisen ($15–25 / 14–23 €). Nichts Luxuriöses vom Aussehen her, aber geschmacklich klasse.
Exit Glacier Salmon Bake
Rustikales Restaurant auf dem Weg zum Exit Glacier, wo Lachs auf offenem Feuer auf Alaska-Art gegrillt wird. Die Atmosphäre ist angenehm „outdoor“ — man sitzt draußen unter Bäumen, es duftet nach gegrilltem Lachs und ringsum sind Berge. Perfekt zum Mittagessen nach einem Wandertag. Rechnet mit ca. $20–35 (19–33 €) für ein Hauptgericht.
Railway Cantina
Zur Abwechslung von Meeresfrüchten — ein kleiner Stand mit Tacos und Burritos, aber auch in Varianten mit Heilbutt und Lachs. Schnell, günstig ($12–18 / 11–17 €) und überraschend gut. Ideal für ein schnelles Mittagessen zwischen den Aktivitäten.
Praktische Tipps für die Reise nach Seward
Damit ihr Seward und Alaska generell bestmöglich genießen könnt (und unnötige Komplikationen vermeidet), hier ein paar praktische Ratschläge, die wir am eigenen Leib gelernt haben.
Wetter und Kleidung
Das Wetter in Alaska ist… speziell. 😅 Selbst im Sommer kann es morgens sonnig und nachmittags regnerisch sein, oder 18 °C in der Stadt und 5 °C auf dem Wasser am Gletscher — am selben Tag. Die Grundregel ist das Zwiebelprinzip:
- Funktionelle Basisschicht (Merino oder Synthetik)
- Fleece- oder Woll-Mittelschicht
- Wasserdichte Jacke — die ist absolut unverzichtbar, ohne sie nicht nach Alaska fahren
- Mütze und Handschuhe — ja, auch im Juli, besonders auf der Bootstour und bei der Gletscherwanderung
- Bequeme Wanderschuhe — für Wanderungen ein Muss, in der Stadt reichen leichtere Schuhe
Falls ihr euch fragt, wie man das alles einpackt, habe ich im Blog eine ausführliche Anleitung zum Packen für Handgepäck.
Flüge nach Anchorage
Nach Seward gibt es keine Direktflüge — der nächste große Flughafen ist Anchorage (ANC). Direktflüge aus Europa gibt es nicht, die häufigsten Verbindungen führen über Seattle, Minneapolis oder andere US-amerikanische Städte. Von Deutschland aus fliegt man typischerweise über einen der großen US-Hubs. Günstige Flüge empfehle ich auf Kiwi zu suchen — das ist unsere bevorzugte Flugsuchmaschine und dort findet man oft die besten Preise auch für kompliziertere Routen.
Reiseversicherung
Die Gesundheitsversorgung in den USA ist astronomisch teuer — selbst ein einfacher Besuch in der Notaufnahme kann Tausende Dollar kosten. Eine Reiseversicherung ist für Alaska absolut notwendig, und zwar nicht nur wegen der Gesundheitskosten, sondern auch wegen möglicher Stornierungen von Ausflügen aufgrund des Wetters. Details und Versicherungsvergleiche findet ihr in unserer Bewertung der Reiseversicherung SafetyWing.
Mobile Daten und eSIM
Mobilfunkempfang in Seward selbst ist meistens in Ordnung, aber sobald ihr die Stadt verlasst (zum Exit Glacier, auf Wanderungen, auf dem Wasser) — praktisch kein Signal. Ich empfehle, Offline-Karten herunterzuladen und alle benötigten Informationen vorab zu speichern. Für mobile Daten in den USA empfehle ich eine eSIM — Details findet ihr in unserer Bewertung von Holafly eSIM.
Mietwagen
Ich wiederhole es zum dritten Mal, aber es ist wichtig — ein Auto ist in Alaska absolut unverzichtbar. Seward hat keinen öffentlichen Nahverkehr im klassischen Sinne und zum Exit Glacier oder zu den Stopps am Seward Highway kommt man ohne Auto nicht hin. Lukáš und ich haben sehr gute Erfahrungen mit RentalCars — der Vergleichsrechner findet die besten Preise aller Autovermietungen in Anchorage.
Bären — Sicherheit
In Alaska leben Bären — Schwarz- und Grizzlybären — und sie bewegen sich in der Umgebung von Seward, besonders im Sommer an den Flüssen mit Lachsen. Auf Wanderungen:
- Macht Lärm (sprecht, klatscht, tragt Glöckchen)
- Tragt Bärenspray und habt es griffbereit (nicht am Ruczackboden!)
- Nähert euch niemals einem Bären
- Lebensmittel in bärensicheren Behältern aufbewahren
Wir sind auf unseren Wanderungen rund um Seward keinem Bären begegnet, aber auf unserer Alaska-Reise haben wir einige aus sicherer Entfernung vom Auto aus gesehen. Es ist ein faszinierendes und gleichzeitig etwas gruseliges Erlebnis.
Häufige Fragen zu Seward (FAQ)
Wie kommt man von Anchorage nach Seward?
Am bequemsten ist die Fahrt mit dem Auto über den Seward Highway — das sind etwa 204 km und die Fahrt dauert ca. 2,5 Stunden (ohne Stopps). Die Straße ist wunderschön und selbst eine der Sehenswürdigkeiten. Die zweite Möglichkeit ist die Alaska Railroad, der Zug fährt ca. 4 Stunden und kostet rund $120–150 (ca. 110–140 €) pro Strecke. Wir empfehlen das Auto, da man es in Seward und Umgebung braucht.
Wann ist die beste Reisezeit für Seward?
Die Saison dauert von Mai bis September. Der beste Kompromiss zwischen Wetter, Preisen und Verfügbarkeit ist der Juni. Juli und August sind am wärmsten, aber auch am teuersten und am vollsten. Für Buckelwale ist Mai bis Juli ideal, Orcas sieht man am häufigsten von Mitte Mai bis Mitte Juni.
Was kostet eine Bootstour in den Kenai Fjords?
Eine Ganztagestour (6–9 Stunden) zu den Tidewater-Gletschern kostet ca. $200–300 pro Person (185–280 €), eine Halbtagestour durch die Resurrection Bay ca. $100–180 (93–167 €). Im Preis enthalten ist meistens ein Snack oder Mittagessen an Bord. Wir empfehlen, mindestens 2–3 Wochen im Voraus zu buchen, in der Hauptsaison ist oft ausverkauft.
Ist der Harding Icefield Trail für Anfänger geeignet?
Der Harding Icefield Trail ist nicht für absolute Anfänger geeignet — er hat 14 km und 1.000 Höhenmeter, was körperlich anspruchsvoll ist. Wer aber über eine durchschnittliche Fitness verfügt und ganztägige Wanderungen gewohnt ist, schafft ihn. Der Weg ist gut markiert und gepflegt. Im oberen Bereich kann bis Anfang Juli Schnee liegen. Für eine einfachere Alternative wählt den kürzeren Toe of the Glacier Trail direkt zum Exit Glacier.
Welche Tiere kann man in Seward sehen?
Auf einer Bootstour oder vom Kajak aus hat man die Chance, Buckelwale, Orcas, Seeotter, Stellersche Seelöwen, Robben, Papageientaucher (Puffins), Delfine und verschiedene Seevögel zu sehen. Auf Wanderungen und vom Auto aus können euch Elche, Weißkopfseeadler, Murmeltiere, Bergziegen und in weniger besiedelten Gebieten Bären begegnen. Belugas kann man vom Bird Point am Seward Highway aus sichten.
Wie viele Tage braucht man für Seward?
Mindestens 2 Tage — einen für die Bootstour in die Kenai Fjords und einen für den Exit Glacier und die Stadt. Idealerweise 3–4 Tage einplanen, um Zeit für Kajakfahren, den Harding Icefield Trail, Angeln oder einfach zum Genießen der Atmosphäre des Städtchens zu haben. Ein zusätzlicher Tag ist auch eine gute Absicherung für den Fall von schlechtem Wetter.
Ist Seward sicher?
Seward ist ein sehr sicheres Städtchen mit niedriger Kriminalität. Die wichtigsten Sicherheitsrisiken sind naturbezogen — Bären auf Wanderwegen (Bärenspray tragen und Lärm machen), Wetter (kann sich schnell ändern, besonders auf dem Wasser und in den Bergen) und Gezeitenbedingungen auf manchen Küstenwanderwegen (insbesondere Caines Head). Informiert euch immer über die aktuellen Bedingungen, fragt die Ranger und tragt passende Kleidung. Auf dem Wasser Schwimmweste tragen und den Anweisungen des Bootskapitäns folgen.
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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