Uganda RoadTrip #3: Wie uns ein Gorilla anfassen wollte

Nie wieder fahren wir in Uganda im Dunkeln. Das haben wir uns gegenseitig versprochen und sind morgens wirklich früh losgefahren. Hat nicht geklappt. Auf dem Weg zu den Mondbergen erwischten uns Dunkelheit und Gewitter – und unser unvergessliches Gorilla Trekking in Uganda rückte in greifbare Nähe.

Wenn wir dachten, dass nichts schlimmer sein kann als nachts über Feldwege zu fahren, dann hat uns dieser Tag eines Besseren belehrt: Überflutete, zwei Meter tiefe Feldlöcher sind eine brutale Offroad-Schule auf Leben und Tod.

Nach 7-stündigem Aufstieg auf 3147 m
Nach 7-stündigem Aufstieg auf 3147 m (fotografiert mit Canon 6D)

Ich hatte keine Lust mehr auf die zweitägige Wanderung. Wir checkten im Hostel ein, von dem aus man startet, und verkündeten, dass wir morgen auf jeden Fall losgehen würden. Keiner von uns glaubte daran. Wir wollten den anderen nicht enttäuschen, aber der deprimierende Regen weckte nur den Wunsch, so schnell wie möglich von hier zu verschwinden.

 

Aber der Morgen überraschte uns – es war wunderschön. Keiner von uns konnte einen einzigen Grund finden, warum wir nicht gehen sollten, und so brachen wir auf. In die Mondberge darf man nicht ohne Führer und Träger. Und es kostet viel Geld. Der zweitägige Ausflug kostet pro Person 235 Dollar, plus Trinkgeld für die Träger, die man haben muss, die aber von der Firma nicht bezahlt werden. Es sind einfach Leute aus dem Dorf.

Dorf in den Ruwenzori Mountains, wo wir unsere Träger bekamen
Dorf in den Ruwenzori Mountains, wo wir unsere Träger bekamen (fotografiert mit Canon 6D)

Bergauf, und dann steil bergauf

„Jetzt kommt eine flache Strecke, etwa vier Kilometer, und dann fangen wir an zu steigen.“ Erklärte uns unser Führer, und wir wunderten uns die ganze Zeit, warum er „flach“ nennt, was in Wirklichkeit ein Anstieg war. Dann verstanden wir, dass ein Anstieg für ihn nur das ist, wo man sich mit den Händen helfen muss. Bald waren wir froh über die Träger. Die Sonne brannte und wir kämpften uns durch den Dschungel.

Den Trägern mussten wir alles übergeben. Mir erlaubten sie nur die Kamera zu tragen.
Den Trägern mussten wir alles übergeben. Mir erlaubten sie nur die Kamera zu tragen. (fotografiert mit Canon 6D)

Unser Führer war nicht gerade der beste Führer. Seine häufigsten Worte waren: „Hier Pause?“

Etwas Brauchbares bekamen wir erst aus ihm heraus, als wir ihn fragten, ob es hier giftige Schlangen gibt.

„Ja. Wir haben hier die Grüne Mamba, die Schwarze Mamba und die Speikobra.“ Weiße Zähne blitzten in einem Lächeln inmitten eines schwarzen Gesichts.

„Also nur die gefährlichsten der Welt.“ kommentierte Lukáš.

„Ja, aber wir müssten riesiges Glück haben, um ihnen zu begegnen!“ Der Führer lächelt und wir denken uns, dass es tatsächlich ein „riesiges Glück“ wäre, einer Schlange zu begegnen, die uns töten könnte.

Unterwegs sahen wir zwar keine Mambas oder Kobras, dafür aber reichlich Wasserfälle
Unterwegs sahen wir zwar keine Mambas oder Kobras, dafür aber reichlich Wasserfälle (fotografiert mit Canon 6D)

Ugandisches Versteckspiel

Als wir die Hälfte des Weges erreichen und es so aussieht, als würden wir den Geist aufgeben, beschließen wir, dass wir eine Mittagspause brauchen. Die Träger packen das Essen aus und verschwinden dann zusammen mit dem Führer um die Ecke. Wir hören sie lachen und scherzen, aber sobald das Essen vorbei ist, kommen sie zurück, verstummen und schweigen, solange sie in unserer Nähe sind.

Als uns der Führer zeigte, wo wir schlafen würden, verschwand er sofort
Als uns der Führer zeigte, wo wir schlafen würden, verschwand er sofort (fotografiert mit Canon 6D)

Endlich erreichen wir die Hütte. Wir stellen aber fest, dass es hier keine Aussicht gibt. „Dafür müssten wir noch höher, aber das liegt bei euch,“ sagt der Ugander. Also kriechen wir noch höher hinauf, verfluchen uns aber sofort dafür, weil wir wissen, dass unsere Körper uns in den nächsten Tagen dafür nicht danken werden. Nach insgesamt 7 Stunden sind wir auf 3147 Metern. Es hat sich gelohnt.

Unser Hotel in den Bergen
Unser Hotel in den Bergen (fotografiert mit Canon 6D)

Aber hier beginnt das eigentliche Theater. „So, wir sind da.“ verkündet der Führer, zeigt auf die Hütte, in der wir schlafen werden, und verschwindet dann in einer winzigen Bude zu unseren drei Trägern und anderen Einheimischen, die schon dort waren.

Obwohl uns alles wehtat, war die Aussicht es wert
Obwohl uns alles wehtat, war die Aussicht es wert (fotografiert mit Canon 6D)

Weiße europäische Privilegierte

„Auf der Website stand, dass die übliche Aktivität nach dem Wandern das Plaudern mit dem Führer ist.“ kommentiere ich amüsiert die versteckten Ugander in der Hütte. Unseren Führer sehen wir an diesem Tag nur noch einmal zum „Briefing“, was lediglich die Ankündigung war, dass Frühstück um sieben ist und wir um 7:30 aufbrechen. Zwischendurch tauchen gelegentlich die Träger auf, die uns Tee, Kekse, Suppe und dann das Hauptgericht bringen. Eine Portion reicht für fünf Personen und wir fühlen uns peinlich berührt, weil wir es nie aufessen können. Niemand spricht mit uns.

Zum Abendessen bekamen wir mehrere Gänge
Zum Abendessen bekamen wir mehrere Gänge, es begann harmlos mit Keksen (fotografiert mit Canon 6D)

„Wir sind hier wie Privilegierte,“ flüstern Lukáš und ich uns zu und fühlen uns unwohl.

Sobald wir aufgegessen haben, verschwinden wir schnell in die Hütte. Als wir die Tür hinter uns schließen, ertönt Gelächter. Die Ugander unterhalten sich bis Mitternacht, vielleicht sogar bis zum Morgen. Bis wir wieder aus der Hütte kriechen und sie uns schweigend wie Privilegierten aufwarten werden.

Wunderschöner Morgen in den ugandischen Bergen
Wunderschöner Morgen in den ugandischen Bergen (fotografiert mit Canon 6D)

„Der Tee ist fertig.“ Ertönt es um 6:20 Uhr und wir fragen uns, warum sie uns sagten, das Frühstück sei um sieben, wenn sie uns um 6:20 wecken. Wir winken ab und schleppen uns zum Tisch, wo man uns mehrere Gänge Frühstück aufträgt. Zuerst Brei, dann Eier, Bratkartoffeln und Toast. Für Lukáš dazu noch Würstchen. Wir bekamen sogar Butter. „Die müssen eine ganze Küche heraufgetragen haben.“ seufzt Lukáš über dem Essen. Wir sind unglücklich darüber, fühlen uns schuldig, dass wir Essen übrig lassen. Heimlich packen wir die Reste ein und beschließen, den Abstieg in fünf Stunden zu schaffen und die Mittagspause auszulassen.

Simba Camp
Simba Camp am Queen Elisabeth National Park (fotografiert mit Canon 6D)

Malariarisiko schreckt vom Kochen ab

Schon den zweiten Tag können wir kaum laufen. Im Simba Camp am Rand des Queen Elisabeth National Parks schleichen wir umher, als hätte uns jemand verprügelt – und genau so fühlen wir uns auch. Selbst das Aufstellen des Zeltes erweist sich als heroische Leistung. Das Kochen haben wir glücklicherweise schon nach dem ersten Versuch aufgegeben. Es wird hier sehr früh dunkel und mit der Dunkelheit kommt eine Horde Mücken und eines der höchsten Malariarisiken in ganz Afrika. Damit müssen wir uns also nicht herumschlagen.

Kratersee – eines der vielen ugandischen Wunder
Kratersee – eines der vielen ugandischen Wunder (fotografiert mit Canon 6D)

Wir haben aber nichts zum Anziehen. Naiv dachten wir, dass wir eine Waschmaschine in irgendeinem Hotel nutzen könnten, bei dem wir campen würden. Es stellte sich heraus, dass es hier natürlich keine Waschmaschinen gibt, und man für jedes gewaschene Kleidungsstück bezahlen muss.

Queen Elisabeth National Park
Queen Elisabeth National Park (fotografiert mit Canon 6D)

Also waschen wir selbst in einer Schüssel und hängen alles an den umliegenden Bäumen auf. „Das sieht aus wie ein Weihnachtsbaum auf Ugandisch.“ Ich schaue auf den Baum neben unserem Zelt und frage mich, ob in Berlin schon überall Weihnachtsbeleuchtung hängt.

Am meisten sahen wir Antilopen
Am meisten sahen wir Antilopen (fotografiert mit Canon 6D)

Riesige Hotelkomplexe ohne Gäste, manchmal auch ohne Personal

Der Queen Elisabeth National Park ist für uns eine kleine Enttäuschung. Wir sehen nicht viele Tiere, außerdem haben unsere Beine immer noch nicht nachgelassen und wir wissen, dass das Gorilla Trekking unaufhaltsam näher rückt, wo wir unsere Muskeln brauchen werden.

Ugandas Safari gehört nicht zu den beliebtesten, aber es lohnt sich
Ugandas Safari gehört nicht zu den beliebtesten, aber es lohnt sich (fotografiert mit Canon 6D)

Am frühen Nachmittag suchen wir eine Unterkunft. Wir kommen bei einer Lodge an, wo es auch einen Campingplatz geben soll. An der Rezeption läuft laute Musik, aber die gesamte Anlage ist verlassen. Wir suchen auf dem Gelände, finden aber niemanden. Also machen wir uns auf die Suche nach einem weiteren Hotel mit Campingmöglichkeit und biegen an einem dubiosen Schild „Queen Elisabeth Park View Tourist Hotel & Camping“ ab. Schon die Zufahrt macht uns Angst – Kinder, die gerade aus der Schule kommen, kleben an uns, schauen durch die Fenster hinein, ziehen an den Türgriffen oder rennen hinter uns her und tun so, als würden sie das Auto schieben. Neben uns gähnt ein furchteinflößender Abgrund.

Endlich erreichen wir das Tor und erschrecken bei dem Gedanken, durch die Kinder wieder zurückfahren zu müssen.

Niemand kommt. Wir wollen schon umdrehen, als ich hinter dem Tor eine Bewegung erspähe.

„Da ist jemand!“

Affen zu beobachten war eine unserer Lieblingsaktivitäten
Affen zu beobachten war eine unserer Lieblingsaktivitäten (fotografiert mit Canon 6D)

Zuerst versuchten sie uns abzuzocken

Als sich das Tor öffnet, begrüßen uns gleich mehrere Ugander. Die Anlage ist riesig mit Blick auf die Safari. Zuerst bereuen wir, dass wir nicht umgedreht haben. Wir sind allein und der Ugander ist nicht begeistert davon, dass wir nur campen wollen. „20 Dollar pro Person.“ versucht er es, aber wir sagen ihm, dass im Internet 10 Dollar stehen.

„10 Dollar auch gut.“ Mit dem Gefühl, dass er uns sofort abzocken wollte, fühlen wir uns hier wie Eindringlinge. Aber sobald das anfängliche, übliche dreiste Theater um die Fragen, was wir zum Abendessen wollen und wann wir es wollen, vorbei ist – samt Entschuldigungen, dass sie eigentlich nur ein Gericht machen können und das Abendessen nur zu einer bestimmten Uhrzeit möglich ist – sitzen wir alle im Gemeinschaftsraum und unterhalten uns.

 

Im Queen Elisabeth Parkview Tourist Hotel waren wir allein. Und dazu haben wir dort noch gecampt.
Im Queen Elisabeth Parkview Tourist Hotel waren wir allein. Und dazu haben wir dort noch gecampt. (fotografiert mit Canon 6D)

Wir stellen fest, dass unser Gastgeber sich für die Welt um ihn herum interessiert. Er erzählt uns von Uganda und seiner Entwicklung, und wir erfahren, dass es hier auch eine Schulpflicht gibt. „Damit die Kinder keine Drogen nehmen und die Mädchen nicht mit fünfzehn Kinder bekommen.“ kommentiert er es und erzählt weiter, bis wir bei der Weltpolitik ankommen und beim Schimpfen über Kim Jong-un enden. Dann fragt er uns nur noch, wie man mehr Touristen aus Europa nach Uganda locken könnte. Wir reden über Straßen, Marketing, bis wir bei Deutschland landen.

Wie könnt ihr in Deutschland in solcher Kälte leben?

„Und was für Wetter habt ihr bei euch?“

„Im Winter sinkt die Temperatur unter null. Letztes Jahr sogar minus 15 in Berlin.“

„UUUUH?“ pfeift der Ugander mit dem typischen lokalen Laut des Erstaunens. „Wie können die Leute darin leben?“ Er macht große Augen. „Da würde ich den ganzen Tag nur unter der Decke liegen und nirgendwohin gehen.“ Und er lacht. Die Vorstellung von Winter kommt ihm offensichtlich furchtbar komisch vor.

Im Garten dieses Hotels haben wir gecampt, morgens sahen wir unter uns eine Elefantenfamilie
Im Garten dieses Hotels haben wir gecampt, morgens sahen wir unter uns eine Elefantenfamilie (fotografiert mit Canon 6D)

„Na ja, manchmal wollen wir auch nicht aufstehen,“ gebe ich zu. Wir sitzen in einem Raum, der als Rezeption und Restaurant dient. In Wirklichkeit stehen nur ein paar Sofas, ein Couchtisch und ein Fernseher darin. Wie die meisten Hotelkomplexe ist auch dieser überdimensioniert, aber nicht zu Ende gedacht. Der Komplex hat mindestens 20 Zimmer, aber Parkplätze nur für fünf Autos. Die Zufahrt ist staubig, voller Löcher und eher für einen Panzer als für Autos gemacht – und führt entlang eines riesigen Abgrunds.

Der letzte Gast war vor einem Monat hier. Wir hatten also vier Einheimische ganz für uns allein. Vielleicht sogar mehr.

„Wir haben zu Hause Heizungen.“ erklärt Lukáš. Das ignoriert der Ugander und plötzlich leuchten seine Augen auf.

„Und da können Autos fahren? In solcher Kälte?“ Der Ugander lacht sich schon kaputt, ich habe noch nie gesehen, dass jemand den Winter so lustig findet. Offensichtlich ist da etwas Unterhaltsames dran, das ich absolut nicht begreife. Wir erklären ihm, dass Autos im Winter ganz normal fahren. Diese Sorge kommt wiederum uns amüsant vor – Frost und Schnee sind ein Kinderspiel im Vergleich zu einer normalen staubigen Straße in Uganda.

Plötzlich wird er still.

Wie Ugander ihre Gärten verteidigen

„Hört ihr das Geräusch? Die Leute rennen los, um den Garten zu verteidigen.“ Wir stutzen kurz, aber nur für eine Sekunde. Gerade ist der Strom ausgefallen und ich sehe nur den weißen Halbmond eines Lächelns.

„Verteidigen. Wovor?“

„Vor den Elefanten! Sie spielen ihnen auf Trommeln!“ Wir lachen los und lauschen dann den Trommeln und dem Gesang der Menschen in der Ferne, bevor wir alle schlafen gehen. Am nächsten Tag stört es uns nicht einmal, dass er uns fürs Abendessen wahrscheinlich die 20 Dollar extra berechnet hat, die er für das Camping haben wollte. Wir geben ihm noch Trinkgeld und wünschen ihm aufrichtig, dass mehr Besucher hierher kommen mögen.

Vom Queen Elisabeth National Park fuhren wir zum Bwindi National Park zu den Gorillas
Vom Queen Elisabeth National Park fuhren wir zum Bwindi National Park zu den Gorillas (fotografiert mit Canon 6D)

Bwindi Gorilla Trekking: Ab in den Dschungel

Das größte Erlebnis steht uns noch bevor. Wir kommen im Bwindi National Park an, von wo aus wir am nächsten Tag zu den Gorillas aufbrechen sollen. Wir freuen uns riesig. Das örtliche Camp soll top sein (der Preis spricht dafür) und die Begegnung mit den Berggorillas wird von Menschen als das unglaublichste Erlebnis ihres Lebens beschrieben. Das Gorilla Trekking in Uganda ist anstrengend, aber es lohnt sich – so viel können wir schon verraten.

Das Rushaga Gorilla Camp ist wirklich schön, auch wenn es kein WLAN gibt und das Essen dasselbe ist wie überall sonst. Amerika-Imitation ohne Geschmack und Idee. Die Ugander sind im Organisieren nicht besonders gut – wir haben zwar seit zwei Wochen ein Gorilla-Permit, wissen aber nicht, von wo und um wie viel Uhr wir losgehen sollen. Wir versuchen es hier herauszufinden, aber selbst die Informationen der Einheimischen sind widersprüchlich. Einer sagt 7:30, ein anderer 8:00.

Als wir sie erblickten, verstanden wir endlich, warum die Menschen es als das unglaublichste Erlebnis ihres Lebens bezeichnen
Als wir sie erblickten, verstanden wir endlich, warum die Menschen es als das unglaublichste Erlebnis ihres Lebens bezeichnen (fotografiert mit Canon 6D)

Am Treffpunkt dauert es weitere zwei Stunden, bis sie uns in Gruppen einteilen und wir mit Autos zum Startpunkt fahren, von wo wir endlich losgehen. Mehrmals versuchen sie uns zu überreden, Träger mitzunehmen (denen man dann mindestens 15 Dollar geben soll). Wir verstehen nicht warum, wenn wir nur Wasser und einen Snack im Rucksack haben. Wir verstehen nicht, warum sie nicht im Preis inbegriffen sind, wenn wir 450 Dollar dafür bezahlen (in der Hauptsaison zahlt man 650 Dollar).

Der Gorilla wollte uns anfassen und spielen

Wir waten schon seit mehreren Stunden durch den Dschungel, versinken im Schlamm und unsere Begleiter müssen sich den Weg mit der Machete freischlagen. Als ich schon aufgeben will, huscht etwas Schwarzes, Riesiges vor uns vorbei. Unser Herz hämmert. Dann hören wir das Brüllen der Gorillas und das Krachen der Äste. Die Ugander fauchen und knurren zu ihnen, versuchen sie in ihrer Sprache anzulocken. Lukáš und ich verfluchen uns, warum wir dafür bezahlen, hier womöglich in den Armen eines 180-Kilo-Gorillas zu sterben.

Von diesen Berggorillas gibt es weltweit nur 800, und sie leben alle in zwei Nationalparks in Uganda. Einer der Parks erstreckt sich auch in die Demokratische Republik Kongo und nach Ruanda. Nirgendwo sonst auf der Welt kann man ihnen begegnen.
Von diesen Berggorillas gibt es weltweit nur 800, und sie leben alle in zwei Nationalparks in Uganda (fotografiert mit Canon 6D)

Ich bin die Einzige mit einer Kamera, also hält mich einer unserer Begleiter an der Hand und zieht mich vorne mit, während er mit der anderen Hand Äste abbricht und freischlägt. Er setzt mich unter einen Baum und zeigt. Plötzlich sehe ich sie. Wir setzen uns alle in ehrfürchtiger Stille hin und beobachten eine Gorilla-Familie. Sie beobachten uns. Eine Zweijährige kommt zu uns, fasst uns an, springt dann zurück und fängt an, sich zu freuen. Sie beschnuppert uns. Schaut mir in die Augen und rennt dann plötzlich weg, kommt zurück und setzt sich ans Ende unseres Halbkreises. Sie gesellt sich zu uns, verschränkt die Arme vor der Brust und beobachtet wie wir eine Weile das Geschehen um sich herum.

Lake Bunyonyi traf uns – mit Schönheit und einer Magen-Darm-Grippe
Lake Bunyonyi traf uns – mit Schönheit und einer Magen-Darm-Grippe (fotografiert mit Canon 6D)

Von diesen Berggorillas gibt es weltweit nur 800, und sie leben alle in zwei Nationalparks in Uganda. Einer der Parks erstreckt sich auch in die Demokratische Republik Kongo und nach Ruanda. Nirgendwo sonst auf der Welt kann man ihnen begegnen.

Du solltest aber eine Ziege zu Hause haben. Am besten zwei oder drei!

Unsere Kräfte schwinden. Wir erreichen den Bunyonyi-See und setzen mit einem Boot zum Paradise Eco Hub über – ein charmantes und günstiges Hotel mit hervorragenden Bewertungen auf einer der Inseln dieses Wasserparadieses in Uganda. Man kann hier sogar schwimmen. Wir hatten es über Booking.com gebucht, um Internet zu haben und arbeiten zu können.

Das Datenvolumen auf der SIM-Karte war fast aufgebraucht und wir mussten eine Menge E-Mails beantworten. Das Internet funktionierte natürlich nicht, aber vielleicht hätte es uns auch nichts genützt. Unser Organismus beschloss, dass er genug hatte, und schaltete für zwei Nächte und einen Tag komplett ab. Und so haben wir die zwei Tage nur geschlafen, gegessen oder uns mit dem Personal unterhalten.

Zu den Zebras in den Lake Mburo National Park
Zu den Zebras in den Lake Mburo National Park (fotografiert mit Canon 6D)

„Und habt ihr zu Hause Ziegen?“ fragt mich ein etwa 18-jähriger Ugander und zeigt auf eine schwarze Ziege.

„Ja klar, haben wir.“ antworte ich und er sieht überrascht aus.

„Und wie viele besitzt du?“ Erst jetzt wird mir klar, dass er nicht fragt, ob es in Deutschland Ziegen gibt, sondern ob wir zu Hause welche haben.

„Naja, wir haben keine zu Hause. Aber in Deutschland haben manche Leute welche.“ erkläre ich.

„Aber ihr solltet zu Hause Ziegen haben. So eine Ziege, das ist eine sehr gute Sache. Du solltest mindestens eine haben, am besten aber zwei oder drei.“ belehrt mich der Ugander und ich spiele amüsiert mit dem Gedanken an Ziegen in unserer kleinen Berliner Wohnung.

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Eine jener Unterkünfte, bei der man gerne etwas mehr bezahlt (fotografiert mit Canon 6D)

Heute sitze ich in einem dieser teuren Touristenhotels am Lake Mburo National Park, wo wir tagsüber Zebras beobachten. Wir kamen wegen des Internets hierher – das natürlich nicht funktioniert – aber wir haben uns in diese Oase der Ruhe verliebt. Und beschlossen, hier zu bleiben. Morgen erwartet uns die letzte Safari, und dann machen wir uns langsam auf den Heimweg.

Mburo Safari Lodge
Mburo Safari Lodge (fotografiert mit Canon 6D)
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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