Sie stehen am Rand einer Klippe und unter Ihnen breitet sich eine Landschaft aus, die aussieht, als hätte sie jemand auf einem anderen Planeten modelliert. Canyons erstrecken sich bis ins Unendliche, rote Felstürme ragen wie monumentale Skulpturen aus der Erde und Sie haben das Gefühl, gerade in einen Film eingetreten zu sein. Genau so haben Lukáš und ich uns gefühlt, als wir zum ersten Mal im Canyonlands National Park in Utah angekommen sind — einem der beeindruckendsten Orte, die wir je besucht haben.
Ehrlich gesagt? Canyonlands Utah hat uns mehr beeindruckt als der berühmtere Arches National Park gleich um die Ecke. Arches ist wunderschön, keine Frage — aber Canyonlands ist rau, riesig und wild auf eine Art, auf die kein Foto Sie vorbereiten kann. Es ist ein Ort, an dem Sie auf einem Aussichtspunkt stehen, auf Hunderte Quadratkilometer Schluchten und Tafelberge blicken und in Ihrem Kopf nur eines klingt: „Wow.“ 😅
In diesem Artikel finden Sie einen kompletten Reiseführer für den Canyonlands National Park — von den schönsten Aussichtspunkten und Wanderungen über praktische Tipps zur besten Reisezeit und Unterkunft bis hin zu Empfehlungen, wie Sie Canyonlands mit dem Arches National Park kombinieren können. Ich habe für Sie 14 Tipps zusammengestellt, was man sehen und unternehmen kann, damit Sie das Beste aus Ihrem Besuch herausholen — egal ob Sie einen halben Tag oder eine ganze Woche haben.

Zusammenfassung
- Canyonlands National Park ist in drei Hauptbereiche unterteilt: Island in the Sky (am leichtesten zugänglich), The Needles (wilde Wanderungen) und The Maze (extrem abgelegen).
- Die meisten Besucher fahren nach Island in the Sky, wo Sie ikonische Aussichtspunkte wie Mesa Arch, Grand View Point und Green River Overlook finden — und dafür reichen ein halber bis ein ganzer Tag.
- Mesa Arch bei Sonnenaufgang ist einer der meistfotografierten Orte in ganz Utah. Kommen Sie mindestens 30–45 Minuten vor Sonnenaufgang.
- Von Moab (der nächsten Stadt) sind es nach Island in the Sky etwa 40 Minuten mit dem Auto; zu den Needles etwa anderthalb Stunden.
- Der Park lässt sich hervorragend mit dem Arches National Park kombinieren — beide liegen nahe bei Moab.
- Der Eintritt beträgt $30 pro Auto (7 Tage, ca. 28 €) oder kostenlos mit dem America the Beautiful Pass ($80 pro Jahr, ca. 75 € — lohnt sich ab dem dritten Park).
- Im Park gibt es keine Restaurants oder Geschäfte — nehmen Sie ausreichend Proviant und vor allem Wasser mit.
- Die beste Reisezeit ist April–Mai und September–Oktober (angenehme Temperaturen, weniger Besucher).
- The Needles ist ein Paradies für Wanderer — weniger Touristen, bunt gestreifte Felsen und das Gefühl echten Abenteuers.
- Die White Rim Road ist ein epischer 4×4-Roadtrip, erfordert aber eine Genehmigung und mindestens 2–3 Tage.
Wann nach Canyonlands reisen und wie man hinkommt
Der Canyonlands National Park liegt im Südosten von Utah, unweit der Kleinstadt Moab, und ist das ganze Jahr über zugänglich. Allerdings ist nicht jede Jahreszeit gleich — und glauben Sie mir, der Unterschied zwischen einem Besuch im April und im Juli ist wie der Unterschied zwischen einem angenehmen Spaziergang und einem Überlebenstraining auf dem Mars.
Beste Reisezeit
Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind eindeutig die besten Zeiten für einen Besuch. Die Temperaturen liegen bei 15–25 °C, ideal zum Wandern. Im Frühling können Sie zudem auf Wildblumen in den Tälern treffen, im Herbst auf wunderschönes warmes Licht, das die roten Felsen in atemberaubenden Farbtönen erstrahlen lässt.
Sommer (Juni–August) ist brutal. Die Temperaturen übersteigen regelmäßig 38 °C und auf den Trails gibt es praktisch keinen Schatten. Wenn Sie im Sommer kommen, starten Sie Ihre Wanderungen früh morgens (idealerweise vor 7:00 Uhr) und nehmen Sie mindestens 3 Liter Wasser pro Person mit. Das ist keine Übertreibung — in der Wüste schleicht sich die Dehydrierung schneller an, als Sie denken.
Winter (November–März) ist ruhig und schön, aber rechnen Sie mit Temperaturen um den Gefrierpunkt in der Nacht und gelegentlichem Schnee. Einige Straßen (insbesondere Schotterpisten in Needles und The Maze) können unpassierbar sein.
Wie man nach Canyonlands kommt
Mit dem Auto von Moab ist bei Weitem am einfachsten. Zur Island in the Sky (nördlicher Teil) gelangen Sie über die UT-313, die Fahrt von Moab dauert etwa 35–40 Minuten. Zu The Needles (südlicher Teil) fahren Sie über die US-191 nach Süden und dann die UT-211, die Fahrt dauert etwa anderthalb Stunden. Achtung — zwischen Island in the Sky und Needles fährt man nicht „durch den Park“, sondern muss zurück auf die Hauptstraße. Die Entfernung zwischen den Eingängen beider Teile beträgt etwa 150 km und dauert ca. 2 Stunden.
Der nächste Flughafen ist der Canyonlands Field Airport (CNY) direkt bei Moab, der von Denver und Salt Lake City angeflogen wird. Der größere Flughafen in Salt Lake City (SLC) ist etwa 4 Stunden Fahrt entfernt — aber die Fahrt durch Utah ist an sich schon wunderschön. Von Deutschland aus gibt es gute Verbindungen nach Salt Lake City oder Denver, beispielsweise mit Lufthansa, United oder Delta, oft mit einem Umstieg.
Lukáš und ich haben langfristig gute Erfahrungen mit RentalCars, das wir überall auf der Welt nutzen. Ein Auto ist in Utah absolut unverzichtbar — öffentliche Verkehrsmittel zum Park gibt es nicht.

Eintritt in den Canyonlands National Park
Der Eintritt in den Park beträgt $30 pro PKW (ca. 28 €) und gilt 7 Tage. Ein Motorrad kostet $25, Fußgänger oder Radfahrer $15 pro Person. Wenn Sie vorhaben, mehrere Nationalparks in den USA zu besuchen (und in Utah gibt es fünf wunderschöne!), holen Sie sich gleich den America the Beautiful Pass für $80 (ca. 75 €) — er gilt ein ganzes Jahr für alle Nationalparks und Bundesgebiete in den USA. Bei uns hat er sich schon beim dritten Park gelohnt. Mehr über die Planung eines Roadtrips durch die Nationalparks der USA finden Sie in unserem Artikel.

Unterkunft und Kosten für einen Urlaub bei Canyonlands
Moab ist die Basis für Canyonlands und den Arches National Park und bietet Unterkünfte für jedes Budget — vom Zelten unter dem Sternenhimmel bis zu gemütlichen Boutique-Hotels. Nur Vorsicht: In der Hauptsaison (März–Oktober) sind die Unterkünfte schnell ausgebucht, also reservieren Sie rechtzeitig.
Unterkunft in Moab
Moab ist eindeutig der beste Ort zum Übernachten. Es ist ein kleines Wüstenstädtchen mit überraschend guter Infrastruktur — Restaurants, Cafés, Outdoor-Geschäfte und jede Menge Unterkünfte. Von Moab aus sind es nur kurze Fahrten zu beiden Hauptteilen des Parks und zum Arches.
Die Preise in der Hauptsaison bewegen sich ungefähr so:
- Hostel/Budget: $40–80 pro Nacht (ca. 37–75 €)
- Mittelklasse (Motel, Airbnb): $120–200 pro Nacht (ca. 112–185 €)
- Gehobene Kategorie (Hotel mit Pool): $200–350 pro Nacht (ca. 185–325 €)
Zu den beliebten Unterkünften gehören das Hoodoo Moab (stilvolles Hotel mit Pool und traumhaftem Blick auf die roten Felsen), das Gonzo Inn (Boutique-Hotel im Zentrum) oder das günstigere, aber saubere Moab Valley Inn. Im Winter fallen die Preise teilweise um die Hälfte.
Camping in Canyonlands
Wenn Sie gerne campen, ist ein Canyonlands Campground ein phänomenales Erlebnis. Direkt im Park gibt es zwei Campingplätze:
- Willow Flat Campground (Island in the Sky) — 12 Plätze, $15 pro Nacht, ohne Reservierung (first come, first served). Grundausstattung, Trockentoiletten, kein Wasser. Aber die Aussichten am Morgen…
- Squaw Flat Campground (Needles) — 26 Plätze, $20 pro Nacht, Reservierung über recreation.gov. Bessere Ausstattung, Trinkwasser vorhanden.
Beide Campingplätze füllen sich in der Saison sehr früh (Willow Flat oft bis 9:00 Uhr morgens). Wenn Sie kein Glück haben, gibt es rund um Moab zahlreiche private Campingplätze — zum Beispiel Sun Outdoor Arches Gateway oder ACT Campground, die Duschen und volle Ausstattung bieten.
Was kostet ein Ausflug nach Canyonlands — Budget
Orientierungsbudget für 3–4 Tage zu zweit (Moab + Canyonlands + Arches):
- Unterkunft (3 Nächte, Mittelklasse): $450–600 (ca. 420–560 €)
- Mietwagen (4 Tage): $200–300 (ca. 185–280 €)
- Benzin: $50–80 (ca. 47–75 €)
- Essen (Restaurants + Einkäufe): $200–300 (ca. 185–280 €)
- Eintritt (America the Beautiful Pass): $80 (ca. 75 €) oder $30 für Canyonlands + $30 für Arches
- Gesamt für zwei Personen: ca. $1.000–1.400 (ca. 930–1.300 €)
Auf unserer Reise durch Utah haben wir nicht extrem gespart — wir haben in Restaurants gegessen, in mittelpreisigen Unterkünften geschlafen und uns ab und zu eine geführte Tour gegönnt. Es geht aber auch deutlich günstiger — mit Zelt und Selbstversorgung.
Island in the Sky: 8 Orte, die Sie sehen müssen
Island in the Sky ist der meistbesuchte und am leichtesten zugängliche Teil des Canyonlands National Park. Stellen Sie sich eine riesige flache „Mesa“ (Tafelberg) vor, die sich 300 Meter über die umliegenden Canyons erhebt — und von allen Seiten Ausblicke bietet, bei denen Ihnen die Knie weich werden. Die Scenic Drive durch diesen Teil verläuft auf asphaltierter Straße und die meisten Aussichtspunkte sind direkt vom Parkplatz oder über kurze Spaziergänge erreichbar. Ideal für einen halben bis ganzen Tag.
1. Mesa Arch bei Sonnenaufgang — ikonisches Utah-Foto
Das ist das Foto, das Sie von tausenden Bildern kennen. Mesa Arch ist ein natürlicher Steinbogen direkt am Rand einer Klippe, der bei Sonnenaufgang von unten in orange-rotem Licht erstrahlt, reflektiert von den Canyons darunter. Es sieht buchstäblich so aus, als würde der Bogen brennen.
Der Weg zum Mesa Arch ist kurz — etwa 800 Meter hin und zurück mit minimalem Höhenunterschied. Jeder schafft ihn, auch Kinder. ABER: Wenn Sie den Sonnenaufgang sehen wollen, müssen Sie mindestens 30–45 Minuten vor der Morgendämmerung da sein, denn Fotografen und Touristen belegen die Plätze schon im Dunkeln. In der Hauptsaison sieht es dort aus wie im Kino — Reihen von Menschen mit Stativen, leises Flüstern und dann ein kollektives „Ahhh“, wenn der erste Sonnenstrahl durch den Bogen fällt. 😁
Auch wenn Sie den Sonnenaufgang verpassen, lohnt sich Mesa Arch zu jeder Tageszeit. Der Blick durch den Bogen auf den Washer Woman Arch und die Canyons im Hintergrund ist bei jedem Licht wunderschön.

2. Grand View Point — Ausblick bis ans Ende der Welt
Grand View Point ist die letzte Station auf der Scenic Drive in Island in the Sky — und es ist der Ausblick, der den gesamten Park definiert. Sie stehen auf einem Felsvorsprung und um Sie herum erstrecken sich in alle Richtungen Canyons, Mesas, Buttes und Schluchten in Rot-, Orange- und Weißtönen. An einem klaren Tag sehen Sie Dutzende Kilometer weit, bis zu den La Sal Mountains.
Der Grand View Point Overlook ist direkt vom Parkplatz zugänglich. Wenn Sie Zeit und Lust haben, machen Sie sich auf den Grand View Point Trail — er ist etwa 3 km hin und zurück auf einem flachen Felsgrat mit Aussichten zu beiden Seiten. Es ist keine anspruchsvolle Wanderung, aber das Gefühl, auf einem schmalen Grat mit Abgründen zu beiden Seiten zu gehen, ist unvergesslich.
Wir waren hier am Nachmittag, als die Sonne zu sinken begann und die gesamte Landschaft sich in eine Palette warmer Farben verwandelte. Wir saßen am Rand der Klippe mit den Beinen über dem Abgrund (natürlich sicher 😅) und haben einfach nur geschaut. Manchmal braucht man nichts zu tun — es reicht, einfach da zu sein.

3. Green River Overlook — der schönste Aussichtspunkt auf den Fluss
Green River Overlook ist vielleicht mein Lieblingsaussichtspunkt im gesamten Park. Sie stehen am Rand und unter Ihnen windet sich der Green River in einem perfekten Mäander durch den Canyon — wie ein riesiges grünes „U“, eingebettet in rote Felsen.
Die Abzweigung zum Aussichtspunkt führt von der Scenic Drive ab und es ist nur ein kurzer Spaziergang vom Parkplatz. Im Gegensatz zum Grand View Point sind hier deutlich weniger Besucher, sodass Sie die Aussicht in Ruhe genießen können. Am besten ist es hier morgens oder am späten Nachmittag, wenn die tiefstehende Sonne dramatische Schatten in die Canyons wirft.
4. Upheaval Dome — ein geologisches Rätsel
Upheaval Dome ist eine seltsame geologische Formation, die wie ein riesiger Krater mitten in der sonst flachen Mesa aussieht. Wissenschaftler streiten bis heute, ob er durch einen Meteoriteneinschlag oder durch Erosion einer Salzkuppel entstanden ist. Wie auch immer die Wahrheit aussieht — es ist ein faszinierender Anblick.
Zum ersten Aussichtspunkt (First Overlook) ist es ein leichter Spaziergang von etwa 800 Metern. Wenn Sie eine bessere Perspektive des gesamten „Kraters“ haben möchten, gehen Sie weiter zum Second Overlook — insgesamt etwa 2,5 km hin und zurück. Der Weg ist felsig, aber nicht besonders anspruchsvoll.
Upheaval Dome wird von den meisten Touristen übersprungen, weil er nicht so fotogen ist wie Mesa Arch oder Grand View Point. Aber gerade deshalb ist es hier angenehm ruhig — und das Gefühl, auf die Einschlagstelle eines Meteoriten zu blicken, ist einfach cool.

5. Shafer Canyon Overlook — Schwindelgefühle garantiert
Shafer Canyon Overlook ist einer der ersten Aussichtspunkte, auf die Sie nach der Einfahrt in Island in the Sky stoßen, und er versetzt Ihnen gleich einen ordentlichen Schlag. Sie stehen am Rand des Abgrunds und direkt unter Ihnen windet sich der Shafer Trail — eine kurvige Schotterstraße, die sich in Serpentinen hinunter in den Canyon schraubt. Es sieht aus wie eine Straße, die kein normaler Mensch befahren sollte. (Spoiler: Die Leute fahren dort.)
Der Aussichtspunkt liegt direkt an der Straße, Sie brauchen also keine Wanderung. Es ist ein perfekter Stopp gleich zu Beginn des Besuchs — er stimmt Sie auf das ein, was kommt.
6. White Rim Overlook Trail — kurze Wanderung mit epischem Finale
Wenn Sie etwas mehr wollen als nur am Geländer zu stehen, ist der White Rim Overlook Trail die perfekte Wahl. Er ist etwa 3 km hin und zurück auf relativ ebenem Gelände und am Ende erwartet Sie ein Blick hinunter auf die White Rim Road — die legendäre Offroad-Strecke, die sich 300 Meter unter Ihnen windet.
Die Wanderung ist nicht anspruchsvoll und für jeden durchschnittlich fitten Menschen machbar. Am Ende des Trails stehen Sie auf einem Felsvorsprung, von dem aus Sie beobachten können, wie weit unter Ihnen ab und zu ein Jeep über die White Rim Road fährt. Es ist auf eine seltsame Art meditativ.
7. Canyonlands Scenic Drive — Island in the Sky vom Autofenster
Wenn Sie wenig Zeit haben, ist die Canyonlands National Park Scenic Drive in Island in the Sky das Beste, was Sie tun können. Die Hauptstraße führt vom Besucherzentrum bis zum Grand View Point und ist etwa 20 km in eine Richtung lang. Entlang der Strecke finden Sie die meisten Hauptaussichtspunkte und Trailheads.
Die gesamte Scenic Drive mit kurzen Stopps schaffen Sie in 2–3 Stunden. Wenn Sie Mesa Arch und den Grand View Point Trail dazu nehmen, rechnen Sie mit einem halben Tag. Die Straße ist guter Asphalt und Sie brauchen kein Spezialfahrzeug.
Tipp: Starten Sie früh morgens bei Mesa Arch (Sonnenaufgang) und fahren Sie dann die Scenic Drive Richtung Grand View Point. Unterwegs halten Sie am Green River Overlook und Upheaval Dome. Am Nachmittag können Sie noch den Arches National Park schaffen — die Entfernung vom Arches National Park zu Canyonlands (Island in the Sky) beträgt nur etwa 40 Minuten Fahrt.
8. White Rim Road — 4×4-Abenteuer für Mutige
Die White Rim Road ist eine 160 km lange Offroad-Strecke, die sich auf halber Höhe zwischen Island in the Sky oben und den Flüssen unten entlang windet. Sie ist einer der berühmtesten 4×4-Roadtrips in Amerika und ein Erlebnis für’s ganze Leben.
Für die White Rim Road benötigen Sie ein Fahrzeug mit Allradantrieb und hoher Bodenfreiheit, eine Genehmigung vom Park (Permit, muss vorab über recreation.gov reserviert werden) und mindestens 2–3 Tage. Die meisten fahren sie in 2–3 Tagen mit Übernachtung auf primitiven Campingplätzen entlang der Strecke. Manche erfahrene Radfahrer schaffen es mit dem Mountainbike in 3–4 Tagen.
Das ist kein Ausflug für jeden — es ist eine abgelegene, anspruchsvolle Strecke ohne Handyempfang, ohne Wasser und ohne jegliche Infrastruktur. Aber wenn Sie Abenteuer lieben und Offroad-Erfahrung haben, ist es eines der epischsten Erlebnisse, die man in Utah haben kann.

The Needles: 4 Gründe, den wilden Süden zu besuchen
Der Needles Canyonlands District ist eine völlig andere Welt als Island in the Sky. Während Island in the Sky Panoramablicke von oben bietet, sind Sie in den Needles unten zwischen den Felsen — umgeben von bunten Türmen, Säulen und Felsnadeln, die der Gegend ihren Namen gegeben haben. Es ist ein Paradies für Wanderer und vermittelt das Gefühl echter Wildnis.
The Needles liegt etwa anderthalb Stunden Fahrt von Moab entfernt (über US-191 und UT-211) und zieht deutlich weniger Besucher an als Island in the Sky. Wenn Sie mindestens zwei Tage in Moab verbringen, widmen Sie einen Tag Island in the Sky und den anderen den Needles — Sie werden es nicht bereuen.
9. Chesler Park Loop — die schönste Wanderung in Canyonlands
Der Chesler Park Loop ist ein etwa 18 km langer Rundweg, der Sie durch das Herz des Needles Districts führt. Sie wandern durch enge Felsdurchgänge (Joints), offene Graswiesen umgeben von Felstürmen und eine Landschaft, die wie aus einem Fantasy-Film aussieht.
Die Wanderung ist mittelschwer — der Höhenunterschied ist nicht extrem, aber die Länge und das felsige Gelände erfordern eine solide Kondition und gute Wanderschuhe. Rechnen Sie mit 5–7 Stunden. Nehmen Sie ausreichend Wasser mit (mindestens 3 Liter pro Person) — in den Needles gibt es keine Trinkwasserquelle auf den Trails.

10. Slickrock Trail — leichte Wanderung für jeden
Wenn Sie keine 18 km wandern möchten, ist der Slickrock Trail eine perfekte kurze Alternative. Er ist etwa 4 km hin und zurück auf felsigem Gelände mit wunderschönen Ausblicken auf die umliegenden „Nadeln“ und entfernten Canyons. Der Trail ist gut mit Steinmännchen (Cairns) markiert und auch für weniger erfahrene Wanderer machbar.
Tipp: Der Slickrock Trail ist ideal für einen Spaziergang am späten Nachmittag, wenn die tiefstehende Sonne die bunten Felsformationen wunderschön beleuchtet.

11. Newspaper Rock — prähistorischer Comic
Auf dem Weg zu den Needles (entlang der UT-211) halten Sie am Newspaper Rock State Historical Monument. Es ist eine riesige Felswand, bedeckt mit Hunderten von Petroglyphen — Felsgravuren, die indigene Völker über Tausende von Jahren geschaffen haben. Sie finden Jägerfiguren, Tiere, Symbole und Muster, deren genaue Bedeutung bis heute niemand mit hundertprozentiger Sicherheit kennt.
Newspaper Rock liegt direkt an der Straße, der Stopp dauert 15–20 Minuten und ist kostenlos. Aber das Gefühl, Kunst zu betrachten, die Tausende von Jahren alt ist, ist unbezahlbar.

12. Cave Spring Trail — Besichtigung eines Cowboy-Camps
Der Cave Spring Trail ist ein kurzer Rundweg (ca. 1 km), der Sie an einem historischen Cowboy-Lager aus dem 19. Jahrhundert und prähistorischen Piktogrammen vorbeiführt. Der Weg führt auch über ein paar Felsleitern, was Kinder lieben.
Es ist ein idealer Trail für Familien mit Kindern oder für jeden, der einen schnellen Einblick in die Geschichte der Region haben möchte, ohne den ganzen Tag wandern zu müssen.
The Maze: Der abgelegenste Winkel des Parks
Werfen wir nun einen Blick auf den Teil, der für echte Abenteurer gemacht ist.
13. The Maze — nur für echte Abenteurer
The Maze ist der abgelegenste und am wenigsten besuchte Teil des Canyonlands National Park. Um hierher zu gelangen, benötigen Sie ein 4×4-Fahrzeug, Offroad-Erfahrung und mindestens 3 Tage. Der nächste Zugangspunkt ist über die Hans Flat Ranger Station, von wo es noch Stunden auf unbefestigten Straßen sind.
Zur Einordnung: The Maze empfängt pro Jahr weniger Besucher als Island in the Sky an einem einzigen Tag. Es gibt hier keinerlei Infrastruktur, keinen Handyempfang und die Ranger-Station ist Stunden entfernt. Es ist ein Ort für Menschen, die absolute Wildnis wollen — und darauf vorbereitet sind.
Wir sind nicht in The Maze gefahren (dafür hatten wir zu wenig Zeit und, ich gebe es zu, auch ein bisschen zu wenig Mut 😅), aber von Leuten, die dort waren, hören wir ein einheitliches Urteil: Es ist der wildeste und schönste Teil des gesamten Parks. Eines Tages werden wir hinfahren — versprochen.
14. Horseshoe Canyon — prähistorische Kunst von Weltrang
Der Horseshoe Canyon gehört technisch zu Canyonlands, liegt aber getrennt von den anderen Parkteilen. Die Hauptattraktion ist die Great Gallery — eine der bedeutendsten Sammlungen von Felskunst in Nordamerika. Die Malereien sind über 4.000 Jahre alt und zeigen überlebensgroße menschliche Figuren in einem gespenstischen Stil, der als „Barrier Canyon Style“ bezeichnet wird.
Die Wanderung zur Great Gallery ist etwa 10 km hin und zurück mit einem Abstieg von 230 Metern in den Canyon (und natürlich dem Aufstieg zurück). Die Zufahrt erfolgt über eine unbefestigte Straße, die nach Regen unpassierbar sein kann. Informieren Sie sich vorher bei der Ranger-Station über die Bedingungen.

Wo essen und trinken: Ratgeber für hungrige Reisende
Im Canyonlands National Park selbst gibt es kein Restaurant, keinen Laden und keinen Wasserautomaten. Nichts. Null. Das hier ist nicht Yellowstone — hier ist echte Wildnis. Alles an Essen und Wasser müssen Sie selbst mitbringen.
Verpflegung vor dem Ausflug
In Moab decken Sie sich im Supermarkt City Market (der größte Laden in der Stadt) oder im kleineren Village Market ein. Kaufen Sie ausreichend Wasser — wir empfehlen mindestens 3–4 Liter pro Person und Tag, besonders in den warmen Monaten.
Für den Trail packen Sie Sandwiches, Obst, Nüsse, Energieriegel und salzige Snacks ein (in der Wüste schwitzen Sie viel und verlieren Salze).
Restaurants in Moab
Moab ist ein kleines Städtchen, aber die Gastronomieszene ist überraschend gut:
- Quesadilla Mobilla — ein Food Truck mit phänomenalen Quesadillas. Die Schlange ist oft lang, aber es lohnt sich. Preise um die $10–14 (ca. 9–13 €).
- Thai Bella — das beste Thai-Restaurant der Stadt. Das Curry ist fantastisch und die Portionen großzügig.
- Antica Forma — italienisches Restaurant mit ausgezeichneter neapolitanischer Pizza. Netter Außenbereich.
- Love Muffin Café — hervorragendes Frühstück und Brunch. Kommen Sie früh, denn es bilden sich Schlangen.
- Milt’s Stop & Eat — klassischer amerikanischer Diner mit exzellenten Burgern und Milkshakes. Günstig, schnell, authentisch.
- Moab Brewery — lokale Brauerei mit solidem Essen und eigenen Bieren. Ideal nach einem ganztägigen Wandertag.
Kaffee-Tipp: Red Rock Bakery hat hervorragenden Kaffee und frisches Gebäck — die perfekte Anlaufstelle morgens auf dem Weg in den Park.
Wie man Canyonlands mit dem Arches National Park kombiniert
Der Arches National Park liegt buchstäblich um die Ecke — von Moab aus sind es nur 10 Minuten zum Arches und etwa 40 Minuten nach Island in the Sky. Es wäre eine Sünde, nicht beide zu besuchen. Hier ein Vorschlag, wie Sie es aufteilen können:
3-Tage-Plan:
- Tag 1: Island in the Sky — Mesa Arch (Sonnenaufgang), Scenic Drive, Grand View Point, Green River Overlook
- Tag 2: The Needles — Chesler Park Loop oder kürzere Wanderungen + Stopp am Newspaper Rock auf dem Weg
- Tag 3: Arches National Park — Delicate Arch (Sonnenuntergang!), Devils Garden, Landscape Arch
Wenn Sie nur 1 Tag haben: Konzentrieren Sie sich auf Island in the Sky (Scenic Drive + Mesa Arch + Grand View Point) und fahren Sie nachmittags in den Arches. Es ist intensiv, aber machbar.
Die Entfernung vom Arches National Park zu Canyonlands (Island in the Sky) beträgt etwa 50 km und die Fahrt dauert ungefähr 40 Minuten. Zwischen Arches und Needles sind es etwa 120 km (1,5 Stunden).
Praktische Tipps und Tricks
Was man einpacken sollte
Utah ist eine Wüste — kleiden und packen Sie entsprechend. Das Wichtigste:
- Ausreichend Wasser (3–4 Liter pro Person/Tag, nein, ich übertreibe nicht)
- Sonnencreme SPF 50+ und Hut — die UV-Strahlung auf einer Höhe von ca. 1.800 m ist intensiv
- Gute Wanderschuhe — das Gelände ist felsig und rutschig. Lesen Sie unsere Tipps für Wanderschuhe.
- Kleidungsschichten — morgens und abends kann es auch in der Saison kühl sein
- Taschenlampe/Stirnlampe — wenn Sie Mesa Arch bei Sonnenaufgang besuchen, ist es dunkel
- Weitere Ratschläge finden Sie in unserem Ratgeber wie man nur mit Handgepäck reist
Wo man Flüge findet
Günstige Flüge in die USA suchen Sie am besten auf Kiwi oder Skyscanner. Nach Salt Lake City fliegen Direktverbindungen von mehreren europäischen Städten, unter anderem von Frankfurt und München. Alternativ fliegen Sie mit einem Umstieg über London, Amsterdam oder einen anderen Hub.
Mietwagen
Ein Auto in Utah ist absolut unverzichtbar. Wir nutzen regelmäßig den Vergleich von RentalCars.com, wo Sie Angebote aller großen Mietwagenfirmen finden. Für Island in the Sky und die Hauptstraßen reicht ein normaler PKW. Für die White Rim Road, The Maze oder unbefestigte Straßen in den Needles brauchen Sie einen 4×4 mit hoher Bodenfreiheit.
Internet und eSIM
In Moab gibt es WiFi und Mobilfunkempfang problemlos. Im Park selbst gibt es praktisch keinen Empfang — weder auf Island in the Sky noch in den Needles oder The Maze. Laden Sie sich vorher Offline-Karten herunter (Google Maps oder maps.me) und eine Karte des Canyonlands National Park. Wenn Sie länger durch die USA reisen, lesen Sie unsere Bewertung der Holafly eSIM.
Reiseversicherung
Bei einer Reise in die USA sollten Sie die Versicherung keinesfalls unterschätzen — die Gesundheitsversorgung in Amerika ist astronomisch teuer. Lesen Sie unsere Bewertung von SafetyWing, die wir für längere Reisen nutzen.
FAQ — Häufige Fragen zum Canyonlands National Park
Was macht den Canyonlands National Park so besonders?
Canyonlands ist der größte Nationalpark in Utah und bietet eine der dramatischsten Canyonlandschaften der Welt. Im Gegensatz zum Grand Canyon, den man meist von einem Rand aus betrachtet, umgibt Canyonlands Sie von allen Seiten — Tafelberge, Buttes, Felsnadeln, Flüsse und Steinbögen in einer Landschaft, die fast außerirdisch wirkt. Es gibt hier auch deutlich weniger Touristen als im benachbarten Arches, sodass Sie die Wildnis in Ruhe genießen können.
Welcher Nationalpark ist besser — Arches oder Canyonlands?
Das hängt davon ab, was Sie suchen. Arches ist kompakter, fotogener und lässt sich leichter an einem halben Tag erkunden — ideal für alle, die ikonische Steinbögen sehen möchten. Canyonlands ist weitläufiger, wilder und bietet ein tieferes Erlebnis des amerikanischen Westens. Wir mögen Canyonlands lieber — es gibt mehr Weite, mehr Stille und das Gefühl der Endlosigkeit ist unübertrefflich. Aber ehrlich? Besuchen Sie beide. Von Moab aus ist es zu beiden nur ein Katzensprung.
Wie lange dauert eine Fahrt durch Canyonlands?
Die Scenic Drive in Island in the Sky (Hauptstraße vom Eingang zum Grand View Point) ist etwa 20 km in eine Richtung lang. Ohne Stopps durchfahren Sie sie in 30 Minuten, aber mit kurzen Halten an Aussichtspunkten rechnen Sie mit 2–3 Stunden. Wenn Sie Wanderungen hinzufügen (Mesa Arch, Grand View Point Trail), füllt das den gesamten Vormittag oder Nachmittag. Die Scenic Drive in den Needles ist kürzer, aber die Wanderungen sind länger.
Welche Stadt liegt am nächsten zum Canyonlands National Park?
Moab — es ist die nächste Stadt mit vollständiger Infrastruktur (Unterkünfte, Restaurants, Geschäfte, Tankstellen). Von Moab nach Island in the Sky sind es etwa 35–40 Minuten, zu den Needles ungefähr 1,5 Stunden. Moab ist gleichzeitig das Tor zum Arches National Park und die ideale Basis für die Erkundung der gesamten Region.
Wie viele Tage brauche ich für Canyonlands?
Für Island in the Sky (Scenic Drive + Hauptaussichtspunkte + Mesa Arch bei Sonnenaufgang) reichen ein halber bis ein ganzer Tag. Wenn Sie auch die Needles besuchen möchten, planen Sie einen weiteren Tag ein. Für die White Rim Road oder The Maze rechnen Sie mit 2–3 zusätzlichen Tagen. Ideal ist die Kombination: 1 Tag Island in the Sky + 1 Tag Needles + 1 Tag Arches = 3 Tage in Moab.
Brauche ich für Canyonlands ein Geländefahrzeug?
Für die Island in the Sky Scenic Drive und die Hauptaussichtspunkte NEIN — die Straße ist guter Asphalt und mit einem normalen PKW befahrbar. Für die Needles reicht auf der Hauptstraße ebenfalls ein normales Auto, aber einige Nebenstraßen (Elephant Hill, Salt Creek) erfordern 4×4. Für die White Rim Road und The Maze brauchen Sie unbedingt einen 4×4 mit hoher Bodenfreiheit.
Ist es im Canyonlands National Park gefährlich?
Der Park ist sicher, wenn Sie die grundlegenden Regeln des Wüstenwanderns beachten: Nehmen Sie ausreichend Wasser mit (Dehydrierung ist das Hauptrisiko), brechen Sie nicht in der Mittagshitze zu Wanderungen auf, bleiben Sie auf markierten Wegen und seien Sie vorsichtig an Klippenrändern — die meisten Aussichtspunkte haben kein Geländer. Auf Klapperschlangen sollten Sie besonders in den wärmeren Monaten achten — lassen Sie sich aber nicht abschrecken, Angriffe sind extrem selten. Handyempfang funktioniert im Park nicht, also sagen Sie immer jemandem, wohin Sie gehen, und haben Sie Offline-Karten dabei.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
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