Arches National Park, Utah: 15 Tipps, was man sehen und unternehmen kann im Park mit über 2000 Bögen

Als Lukáš und ich zum ersten Mal durch das Tor des Arches National Park fuhren, erwartete ich eine Wüstenlandschaft mit ein paar Steinbögen am Straßenrand. Ein netter Ausflug für einen Nachmittag, dachte ich mir. Acht Stunden und zwanzigtausend Schritte später stand ich unter dem Delicate Arch bei Sonnenuntergang, mit offenem Mund und Tränen in den Augen, und flüsterte: „Das kann nicht echt sein.“ 😅

Und doch ist es echt. Der Arches Nationalpark Utah ist ein Ort, an dem die Natur über Millionen von Jahren geduldig Formen in den roten Sandstein geschnitzt hat, die selbst dem verrücktesten Bildhauer nicht eingefallen wären. Mehr als 2.000 natürliche Steinbögen an einem einzigen Ort — etwas Vergleichbares gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Vom filigranen Delicate Arch, den ihr vom Utah-Nummernschild kennt, über den monumentalen Landscape Arch mit einer Spannweite von fast 100 Metern, bis zum Double Arch, unter dem man sich wie eine Ameise in einer Kathedrale fühlt.

Der Park liegt im Südosten Utahs, nur wenige Minuten vom Städtchen Moab entfernt, und lässt sich hervorragend mit dem nahegelegenen Canyonlands und weiteren Parks des amerikanischen Südwestens kombinieren. In diesem Artikel bringe ich euch einen kompletten Reiseführer zum Arches National Park — 15 Tipps, was man sehen und unternehmen kann, praktische Hinweise zum Timed Entry (Reservierungssystem für den Eintritt), wo man in Moab übernachtet, was das Ganze kostet und wie ihr den Park in vollen Zügen genießt, selbst wenn ihr nur einen Tag habt.

Arches Nationalpark Utah
Arches National Park, Utah

Obsah článku

Zusammenfassung

  • Arches National Park liegt in Utah, direkt am Städtchen Moab — der Parkeingang ist nur 8 km vom Zentrum entfernt.
  • Im Park gibt es über 2.000 natürliche Steinbögen, darunter der ikonische Delicate Arch und der beeindruckende Landscape Arch.
  • Von April bis Oktober benötigt ihr eine Timed Entry Reservation (zeitgebundene Eintrittsbuchung) — reserviert auf recreation.gov, die Slots sind schnell ausverkauft.
  • Der Eintritt beträgt $30 pro Auto (ca. 28 €, gültig für 7 Tage). Wenn ihr mehrere Parks besucht, lohnt sich der America the Beautiful Pass für $80 (ca. 75 €).
  • Die beste Reisezeit ist April–Mai oder September–Oktober — angenehme Temperaturen um 20–25 °C und weniger Menschenmassen.
  • Durch den Park führt der 29 km lange Arches Scenic Drive — ihr fahrt ihn mit dem Auto, und von ihm gehen Abzweigungen zu den einzelnen Trails und Aussichtspunkten ab.
  • Der Delicate Arch Trail ist ein Must-do — 4,8 km hin und zurück, idealerweise 1–2 Stunden vor Sonnenuntergang.
  • Für Abenteurer: Fiery Furnace — ein Labyrinth aus Felsformationen, nur mit Genehmigung oder geführter Ranger-Tour zugänglich.
  • Der Devils Garden Trail am Ende der Straße bietet gleich mehrere Bögen, darunter den Landscape Arch.
  • Unterkünfte in Moab kosten ab ca. 80 € pro Nacht (Budget-Motel) bis über 180 € pro Nacht (gehobenes Hotel).
  • Der Park lässt sich wunderbar mit dem Canyonlands National Park kombinieren, der nur 40 Autominuten entfernt ist.
  • Plant für den ganzen Park mindestens einen vollen Tag, idealerweise zwei Tage.

Wann zum Arches National Park und wie kommt man hin

Der Arches National Park ist ein Wüstenpark, und das Wetter spielt eine absolut entscheidende Rolle dafür, wie ihr euren Besuch erlebt. Die Temperaturen verändern sich im Laufe des Jahres dramatisch, und manche Monate sind ehrlich gesagt ziemlich anstrengend. Hier ist mein ehrlicher Überblick, wann ihr herfahren solltet und was ihr besser meidet.

Beste Reisezeit

April und Mai sind wohl die absolut besten Monate. Die Temperaturen liegen bei 20–28 °C, die Tage sind lang und die Natur erwacht (ja, auch in der Wüste!). Ab und zu kann es windig sein, aber nichts, was euch aufhalten würde.

September und Oktober sind die zweite hervorragende Wahl — der Sommer ist vorbei, die Temperaturen sinken wieder auf angenehme 18–27 °C und die Menschenmassen werden deutlich dünner, besonders nach Mitte September.

Juni bis August — der Sommer im Arches ist brutal. Die Temperaturen übersteigen regelmäßig 38 °C und die Wege durch die Felsen werden zur glühenden Bratpfanne. Falls ihr im Sommer kommt, plant alle längeren Wanderungen auf den frühen Morgen (vor 8:00) oder den späten Nachmittag. Ausreichend Trinken ist absolute Pflicht — nehmt mindestens 2 Liter Wasser pro Person auf jede Wanderung mit. Wir haben einmal den Fehler gemacht, um zwei Uhr nachmittags im Juli zum Delicate Arch aufzubrechen… nie wieder. 😅

November bis März — der Park ist ganzjährig geöffnet, aber die Wintermonate bringen Temperaturen um den Gefrierpunkt (manchmal darunter) und gelegentlich Schnee. Andererseits — rote Felsen mit weißer Schneedecke sind absolut magisch, und ihr habt den Park praktisch für euch allein. Rechnet nur mit kürzeren Tagen und damit, dass manche Wege verschneit oder vereist sein können.

Landschaft mit roten Felsen und Bergen
Arches National Park, Utah

Wie kommt man zum Arches National Park

Falls ihr wissen wollt, wo der Arches National Park auf der Karte liegt — er befindet sich im Südosten Utahs, direkt am Städtchen Moab. Der Parkeingang ist buchstäblich 8 km vom Zentrum Moabs entfernt.

Mit dem Auto — das ist eindeutig die praktischste Variante. Ohne Auto kann man sich im Park nicht fortbewegen, öffentliche Verkehrsmittel gibt es hier nicht. Die nächsten größeren Städte:

  • Moab — 8 km (5 Minuten mit dem Auto) — Basis für die meisten Besucher
  • Grand Junction, Colorado — 180 km (2 Stunden) — nächster größerer Flughafen
  • Salt Lake City — 370 km (4 Stunden) — größter internationaler Flughafen der Region

Wir sind nach Salt Lake City geflogen und von dort mit dem Auto durch ganz Utah gefahren, was fantastisch war — die Landschaft unterwegs ist schon für sich ein Erlebnis. Von Deutschland aus gibt es gute Verbindungen nach Salt Lake City, etwa mit Delta oder United über die großen US-Drehkreuze. Lukáš und ich haben langfristig gute Erfahrungen mit RentalCars, die wir überall auf der Welt nutzen, und in Utah war es nicht anders. Ein Mietwagen ist hier absolute Notwendigkeit, nicht nur für Arches, sondern auch für die umliegenden Parks.

Per Flugzeug — der nächste Flughafen mit Linienflügen ist der Canyonlands Field Airport (CNY) direkt in Moab, den United Airlines von Denver aus anfliegt. Mehr Verbindungen findet ihr in Grand Junction (GJT) oder Salt Lake City (SLC). Günstige Flüge in die USA könnt ihr auf Vergleichsportalen wie Skyscanner oder Google Flights suchen — besonders bei Flügen mit Umstieg lassen sich oft gute Preise finden.

Timed Entry — Reservierung des Eintritts (wichtig!)

Seit 2022 gibt es im Arches National Park ein Timed Entry-System, also zeitgebundene Eintrittsreservierungen. Wenn ihr euren Besuch vom 1. April bis 31. Oktober plant, müsst ihr euch vorher einen Zeitslot auf der Website recreation.gov reservieren.

So funktioniert es:

  • Die Reservierungen öffnen 3 Monate im Voraus (z. B. Slots für Juni werden am 1. März freigeschaltet)
  • Slots sind innerhalb von Minuten ausverkauft — seid genau zum Freischaltungszeitpunkt auf der Website
  • Es kostet nur $2 pro Reservierung (plus Eintritt von $30 pro Auto)
  • Falls ihr keine Reservierung bekommt, gibt es eine Last-Minute-Lotterie — am Vortag wird eine begrenzte Anzahl von Slots freigegeben
  • Ohne Reservierung kommt ihr vor 7:00 Uhr morgens oder nach 16:00 Uhr in den Park (Zeiten können sich ändern, prüft auf nps.gov)

Mein Tipp: Besorgt euch den America the Beautiful Pass für $80 (ca. 75 €), wenn ihr mehr als zwei Nationalparks besuchen wollt. Der Pass gilt ein ganzes Jahr und deckt den Eintritt in alle Nationalparks und bundesstaatlichen Erholungsgebiete der USA ab. Die Zeitreservierung braucht ihr trotzdem — der Pass ersetzt nur das Eintrittsgeld, nicht das Timed Entry.

Unterkunft in Moab und Kosten des Arches National Park

Moab ist eindeutig die beste Basis für einen Besuch des Arches National Park. Es ist ein kleines Wüstenstädtchen mit überraschend guter Infrastruktur — Hotels, Restaurants, Fahrrad- und Jeep-Verleiher, Outdoor-Geschäfte. Alles, was ein Reisender braucht, an einem Ort. Vom Zentrum Moabs seid ihr in 5 Minuten am Parkeingang.

Unterkunft in Moab

Zu den beliebten Unterkünften gehören das Hoodoo Moab (stilvolles Hotel mit Pool und fantastischem Blick auf die roten Felsen), das Gonzo Inn (Boutique-Hotel im Zentrum) oder das günstigere, aber saubere Moab Valley Inn. Im Winter sinken die Preise manchmal um die Hälfte.

Was kostet ein Besuch im Arches

Hier ein orientierender Budgetplan für 3 Tage zu zweit (Arches + Canyonlands):

  • Eintritt Arches: $30 pro Auto / 7 Tage (oder $80 America the Beautiful Pass)
  • Timed Entry Reservierung: $2
  • Eintritt Canyonlands: $30 pro Auto / 7 Tage (im ABP enthalten)
  • Unterkunft (3 Nächte, Mittelklasse): ca. $150–250/Nacht → 420–700 € gesamt
  • Essen (Restaurant + gelegentlicher Einkauf): $40–80/Tag zu zweit → 110–220 € gesamt
  • Benzin: ca. $30–50 → 28–47 €
  • Gesamt für 3 Tage zu zweit: ca. 600–1.050 € (ohne Flüge und Mietwagen)

Die Preise in Moab sind nicht gerade niedrig — es ist ein Touristenort und die Einheimischen wissen das. Aber im Vergleich zu einigen anderen Parkdestinationen in den USA (ich schaue dich an, Jackson Hole 😅) ist es immer noch erschwinglich.

Arches National Park: 15 Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Schauen wir uns das Beste an, was der Arches National Park zu bieten hat. Der Park ist überraschend kompakt — die Hauptstraße (Arches Scenic Drive) ist nur 29 km lang und von ihr gehen kurze Abzweigungen zu den einzelnen Trails und Aussichtspunkten ab. Dennoch kann man hier locker zwei volle Tage verbringen, denn die Anzahl an Bögen, Felsformationen und Wanderungen ist einfach unglaublich. Ich ordne die Tipps grob in der Reihenfolge, wie ihr ihnen bei der Fahrt durch den Park vom Eingang aus begegnet.

1. Arches Scenic Drive — eine Fahrt, die schon für sich ein Erlebnis ist

Ja, man kann den Arches National Park mit dem Auto durchfahren — und die Fahrt ist schon für sich eines der Highlights. Der Arches Scenic Drive führt euch auf einer 29 km langen Strecke durch den gesamten Park, die vom Wüstental über rote Felswände bis zum Devils Garden am Ende aufsteigt. Unterwegs gibt es Aussichtspunkte, Parkplätze an den Trailheads und Dutzende Felsformationen, die direkt vom Auto aus sichtbar sind.

Aber ehrlich? Wenn ihr nur durchfahrt ohne auszusteigen, verpasst ihr 90 % dessen, was Arches so besonders macht. Die meisten Bögen erfordern mindestens einen kurzen Spaziergang. Betrachtet den Scenic Drive als das Rückgrat eures Tages — parken, spazieren, fotografieren und dann zur nächsten Station weiterfahren.

Praktischer Tipp: Die Parkplätze an beliebten Trailheads (Delicate Arch, Devils Garden) füllen sich in der Saison schon gegen 8–9 Uhr morgens. Entweder startet ihr früh oder umgekehrt am Nachmittag, wenn sich Plätze wieder freimachen.

2. Park Avenue Viewpoint & Trail — Empfangskomitee aus Sandstein

Gleich nach dem Parkeingang erreicht ihr den ersten Haltepunkt — den Park Avenue Viewpoint. Der Name ist kein Zufall: Die riesigen Felstürme auf beiden Seiten des Tals erinnern an die Wolkenkratzer von Manhattan. Nur dass diese Wolkenkratzer Millionen Jahre alt sind und eine deutlich schönere Farbe haben. 😉

Wenn ihr Zeit habt, geht den Park Avenue Trail (1,6 km in eine Richtung, Einwegstrecke — ihr braucht entweder zwei Autos oder geht den gleichen Weg zurück). Man wandert am Boden der Schlucht zwischen den Türmen entlang, und es ist eine wunderbare Einführung in das, was euch im Park erwartet. Wir sind ihn hin und zurück gegangen (3,2 km insgesamt) und haben etwa 45 Minuten gebraucht.

Arches National Park

3. Balanced Rock — ein Felsen, der der Schwerkraft trotzt

Diese 39 Meter hohe Felsformation sieht aus, als müsste sie jeden Moment umfallen. Ein riesiger Felsbrocken, der auf einem dünnen „Bein“ aus weicherem Sandstein balanciert — sieht aus wie Photoshop, ist aber echt. Balanced Rock ist direkt von der Straße aus sichtbar und die kurze Runde um ihn herum (500 Meter) dauert nur 15 Minuten.

Es ist ein toller Stopp zum Beine-Vertreten und Fotografieren. Bei Sonnenuntergang leuchtet der Felsen förmlich orange — wenn ihr abends vom Park zurückfahrt, haltet hier an.

Balanced Rock, Arches National Park, Utah

4. The Windows Section — drei Bögen an einem Ort

Dies ist einer der fotogensten Bereiche des Parks und gleichzeitig einer der am leichtesten zugänglichen. Eine kurze Abzweigung von der Hauptstraße führt euch zu einem Parkplatz, von dem zwei kurze Trails zum North Window, South Window und Turret Arch führen.

Der Windows Trail (1,6 km Rundweg) bringt euch zu beiden „Fenstern“ — riesigen Bögen in der Felswand. Ihr geht hindurch und der Blick durch sie auf die Wüstenlandschaft ist atemberaubend. Verpasst nicht den Weg hinter die Windows (nicht nur zu ihnen hin) — von der anderen Seite ist die Aussicht noch besser und es gehen deutlich weniger Leute dorthin.

Turret Arch liegt gegenüber auf der anderen Seite des Parkplatzes und erfordert weitere 10 Minuten Fußweg. Ein kleinerer, aber wunderschön geformter Bogen mit einem Turm daneben — von hier aus kann man den klassischen Blick auf beide Windows gleichzeitig fotografieren.

Die gesamte Windows Section dauert eine bis anderthalb Stunden und ist ideal für Familien mit Kindern oder für alle, die keine langen Wanderungen machen möchten.

The Windows Section, Arches National Park

5. Double Arch — zwei Bögen, ein Staunen

Direkt gegenüber der Abzweigung zu den Windows findet ihr den Parkplatz für den Double Arch — und das ist eine meiner absoluten Lieblingsstationen im gesamten Park. Double Arch besteht aus zwei massiven Bögen, die sich ein „Bein“ teilen. Der größere hat eine Spannweite von über 45 Metern und eine Höhe von 32 Metern.

Der Weg dorthin ist einfach und kurz (800 Meter hin und zurück auf ebenem Gelände), aber das Erlebnis ist gewaltig. Man steht darunter und fühlt sich winzig. Der Klang hallt dort wunderschön wider und das Licht, das am späten Nachmittag durch beide Bögen fällt, ist absolut magisch.

Fun Fact: Den Double Arch kennt ihr vielleicht aus der Eröffnungsszene von Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Ja, hier wurde gedreht.

Double Arch, Utah

6. Delicate Arch — Utahs Ikone und Must-do Nummer eins

Und jetzt kommen wir zum Highlight. Delicate Arch ist wohl die meistfotografierte natürliche Formation in ganz Utah — ihr findet ihn auf dem Utah-Nummernschild, auf Briefmarken und auf Millionen von Instagram-Fotos. Und glaubt mir, in echt ist er noch besser.

Der Delicate Arch Trail ist 4,8 km hin und zurück mit etwa 146 Höhenmetern. Es ist kein Spaziergang — die letzten 800 Meter führen über nackten Fels ohne Schatten, und im Sommer kann es hier wirklich heiß werden. Rechnet mit 1,5–3 Stunden für die gesamte Wanderung (abhängig vom Tempo und davon, wie lange ihr am Bogen stehen und staunen wollt — wir waren eine Stunde dort 😅).

Beste Zeit: Startet 1,5–2 Stunden vor Sonnenuntergang. Ihr kommt genau rechtzeitig oben an, um zu sehen, wie der Bogen allmählich seine Farben von Orange über Rot bis Tiefviolett wechselt. Das ist einer jener Momente, für die man reist. Nehmt eine Stirnlampe für den Rückweg mit — ihr geht im Dunkeln zurück, aber der Trail ist gut markiert.

Falls ihr die Wanderung nicht machen wollt oder könnt: Es gibt zwei Viewpoints auf den Delicate Arch, die von der Straße aus erreichbar sind (Lower und Upper Viewpoint, zusammen 800 Meter Fußweg), aber ehrlich — das ist wie die Mona Lisa durch beschlagenes Glas anzuschauen. Wenn ihr körperlich dazu in der Lage seid, geht den Trail. Es lohnt sich.

Vergesst nicht, genügend Wasser mitzunehmen (mindestens einen Liter pro Person), Sonnenbrille, Mütze und gute Wanderschuhe — das Gelände ist felsig und rutschig.

Delicate Arch, Utah

7. Fiery Furnace — Labyrinth für Abenteurer (mit Genehmigung!)

Die Fiery Furnace ist ein enges Labyrinth aus Felsrippen, schmalen Durchgängen und versteckten Bögen, das man nur mit einer geführten Ranger-Tour oder einer Spezialgenehmigung betreten kann. Und es ist eines der beeindruckendsten Erlebnisse im gesamten Park.

Die Ranger-Tour (ca. 3 Stunden, $10/Person) ist fantastisch — der Ranger führt euch durch das Labyrinth, zeigt euch versteckte Bögen, erklärt die Geologie und sorgt dafür, dass ihr euch nicht verirrt (was ohne Führer leicht passieren könnte). Die Touren werden auf recreation.gov reserviert und sind schnell ausverkauft — reserviert Monate im Voraus.

Selbständiger Zutritt mit Genehmigung ist möglich, aber ihr müsst zuerst ein Online-Orientierungsvideo absolvieren und nachweisen, dass ihr ohne markierte Wege navigieren könnt. Die Genehmigung kostet $6 und ist auf recreation.gov erhältlich. Das ist nichts für Anfänger — im Labyrinth gibt es keine Markierungen und man kann sich leicht verirren.

Wir sind mit dem Ranger gegangen und bereuen es nicht. Die Führerin war unglaublich kompetent, zeigte uns Miniaturbögen, die wir allein nie gefunden hätten, und das ganze Erlebnis war intimer als alles andere im Park (die Gruppen haben maximal 20 Teilnehmer).

8. Sand Dune Arch — geheime Oase zwischen den Felsen

Das ist mein Geheimtipp für Familien mit Kindern oder für den Moment, wenn ihr eine Pause von der Hitze braucht. Sand Dune Arch versteckt sich zwischen hohen Felswänden, die natürlichen Schatten spenden, und unter dem Bogen liegt weicher Sand, in dem Kinder (und seien wir ehrlich, auch Erwachsene) gerne spielen.

Der Trail ist kurz — nur 500 Meter hin und zurück auf einem sandigen Pfad zwischen Felsrippen. Es ist ein bisschen wie die Entdeckung eines geheimen Gartens. Selbst im heißesten Sommer ist es hier ein paar Grad kühler.

9. Broken Arch — überraschenderweise noch ganz

Der Name täuscht — Broken Arch ist in Wirklichkeit gar nicht zerbrochen. Er hat zwar einen Riss am Scheitel, hält aber immer noch zusammen. Der Trail dorthin (2 km Rundweg) führt über eine offene Wüstenwiese mit Wildblumen im Frühling und ist ein angenehmer, leichter Spaziergang.

Bonus: Broken Arch ist auch vom Devils Garden Campground aus zugänglich — wenn ihr dort zeltet, habt ihr ihn buchstäblich hinter eurem Zelt.

10. Devils Garden Trail — Paradies der Bögen am Ende der Straße

Der Devils Garden Trail ganz am Ende des Arches Scenic Drive ist die längste und umfangreichste Route im Park. Auf seiner vollen Länge (11,6 km hin und zurück) begegnet ihr mindestens sieben benannten Bögen und unzähligen weiteren Felsformationen.

Die meisten Besucher gehen nur bis zum Landscape Arch (erste Meile, siehe Tipp #11) und kehren um. Aber wenn ihr Zeit und Kondition habt, geht weiter — der Trail verwandelt sich nach dem Landscape Arch von einem bequemen Weg in eine abenteuerliche Route über Felsrippen mit Cairns (Steinmarkierungen), und die Belohnung sind Bögen wie Partition Arch, Navajo Arch, Double O Arch und Dark Angel (ein Felsturm ganz am Ende).

Der gesamte Trail dauert 3–5 Stunden und erfordert gute Fitness, ausreichend Wasser (3+ Liter im Sommer) und ordentliche Wanderschuhe. Der Primitive Trail auf dem Rückweg ist weniger besucht und bietet eine ganz andere Perspektive.

11. Landscape Arch — der längste Bogen Nordamerikas

Der Landscape Arch ist mit einer Spannweite von fast 93 Metern der längste natürliche Steinbogen Nordamerikas (und einer der längsten der Welt). Er ist unglaublich dünn und elegant — an seiner schmalsten Stelle misst er nur wenige Meter. Er sieht aus, als könnte er jeden Moment einstürzen.

Und das ist gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt. 1991 brach ein Stück von etwa 18 Metern ab, und seitdem ist es verboten, darunter hindurchzugehen. Geologen schätzen, dass der Bogen eines Tages einstürzen wird — niemand weiß wann, aber allein die Tatsache, dass ihr ihn noch stehend seht, ist ein bisschen wie ein Lottogewinn.

Der Weg zum Landscape Arch ist einfach — 2,6 km hin und zurück auf einem gut gepflegten Pfad vom Devils Garden Parkplatz. Das schafft praktisch jeder.

12. Panorama Point und La Sal Mountains Viewpoint — Ausblicke in alle Richtungen

Zwei Aussichtspunkte entlang der Hauptstraße, die viele Besucher im Vorbeifahren ignorieren, weil sie es eilig haben, zu den Bögen zu kommen. Ein Fehler! Der Panorama Point bietet einen 360-Grad-Blick über den gesamten Park und die umgebende Landschaft — an einem klaren Tag seht ihr bis zu den schneebedeckten La Sal Mountains, was einen unglaublichen Kontrast zur roten Wüste im Vordergrund bildet.

Der Stopp dauert nur 10 Minuten und die Fotos von hier gehören zu den besten, die ihr aus dem Park mitnehmt.

Courthouse Towers & Petrified Dunes — Wüstenkathedralen

13. Courthouse Towers & Petrified Dunes — Wüstenkathedralen

Gleich nach Park Avenue erreicht ihr den Bereich der Courthouse Towers — massive Felstürme mit den Namen Three Gossips (Drei Tratschtanten), Sheep Rock und Tower of Babel (Turm von Babel). Es sind keine Bögen, aber imposante Felsformationen, die einen Stopp verdienen.

Etwas weiter befinden sich die Petrified Dunes — versteinerte Sanddünen, auf denen man frei herumspazieren kann. Es ist eine surreale Landschaft, in der man sich wie auf dem Mars fühlt. Ein perfekter Ort für Fotografen bei Sonnenauf- oder -untergang.

14. Fiery Furnace Viewpoint — wenn ihr keine Genehmigung habt

Falls es euch nicht gelungen ist, eine Genehmigung oder Reservierung für die Ranger-Tour in die Fiery Furnace zu bekommen (siehe Tipp #7), haltet zumindest am Fiery Furnace Viewpoint. Vom Aussichtspunkt seht ihr das Labyrinth der Felsrippen von oben, und bei Sonnenuntergang, wenn die Felsen orange und rot aufleuchten, versteht ihr, warum dieses Gebiet „Feuriger Ofen“ heißt.

Arches Nationalpark Utah
Arches National Park, Utah

15. Kombination mit Canyonlands — zwei Parks, ein Ausflug

Das ist kein Tipp direkt aus Arches, aber es wäre dumm, ihn nicht zu erwähnen. Der Canyonlands National Park liegt nur etwa 40 Fahrminuten von Moab entfernt und ist eine völlig andere Welt. Während Arches für Bögen und Felsformationen steht, bietet Canyonlands riesige Schluchten, Mesas und Aussichtspunkte, bei denen einem schwindelig wird.

Die Sektion Island in the Sky ist am leichtesten zugänglich und lässt sich bequem in einem halben Tag besuchen — die Aussichtspunkte Grand View Point und Mesa Arch (ein kleiner Bogen mit ikonischem Blick auf die Schlucht bei Sonnenaufgang) sind absolutes Must-do.

Unser Tipp: Einen Tag für Arches einplanen, den zweiten Tag für Canyonlands Island in the Sky. Wenn ihr noch einen dritten Tag habt, fahrt zum Dead Horse Point State Park — die Aussicht ist vergleichbar mit dem Grand Canyon und es sind nur ein Bruchteil der Besucher dort.

Canyonlands
Canyonlands National Park, Utah

Essen und Trinken: Wo man in Moab essen kann

Moab ist für ein Wüstenstädtchen überraschend gut aufgestellt, was Restaurants angeht. Nach einem Tag im Park, an dem ihr von Müsliriegeln und Wasser aus dem Camelbak gelebt habt, werdet ihr ein ordentliches Essen mehr schätzen als je zuvor.

Frühstück und Kaffee

Love Muffin Café — unser Frühstücksfavorit Nummer eins. Hausgemachte Muffins, hervorragende Eggs Benedict und solider Kaffee. Morgens gibt es zwar eine Schlange, aber es geht schnell. Falls ihr Specialty Coffee liebt, Moab Coffee Roasters rösten direkt in der Stadt und haben großartigen Espresso.

Mittag- und Abendessen

Quesadilla Mobilla — ein Food Truck mit (Überraschung!) Quesadillas, die aber so gut sind, dass sich Schlangen bilden. Frisch, kreative Füllungen zu vernünftigen Preisen ($8–12).

Antica Forma — die beste Pizza in Moab. Neapolitanischer Stil, dünner Teig, hochwertige Zutaten. Für eine kleine Stadt in der Wüste überraschend authentische italienische Küche.

Desert Bistro — wenn ihr etwas Gehobenes wollt, ist das wohl das beste Restaurant der Stadt. Saisonale Karte, lokale Zutaten, schönes Ambiente. Die Preise entsprechen der Qualität ($25–45 für ein Hauptgericht), aber nach einem Tag in der Wüste habt ihr es euch verdient. Reserviert im Voraus.

Moab Brewery — lokale Brauerei mit ordentlichem Essen und ausgezeichnetem Craft-Bier. Das Dead Horse Amber Ale ist ein Klassiker. Ideal für einen entspannten Abend nach einem anstrengenden Tag.

Einkaufen und Picknick

City Market (Moab) — der größte Supermarkt der Stadt. Deckt euch hier mit Wasser, Obst, Trail Mix und Sandwiches für die Ausflüge ein. Im Park gibt es keine Geschäfte oder Restaurants — alles muss mitgebracht werden.

Praktische Tipps für den Besuch des Arches National Park

Was einpacken

Arches ist ein Wüstenpark mit minimalem Schatten. Absolute Notwendigkeiten:

  • Wasser, Wasser, Wasser — mindestens 2–3 Liter pro Person pro Tag. Im Sommer eher mehr.
  • Sonnenschutz — Creme mit hohem LSF, Hut, Sonnenbrille
  • Gute Wanderschuhe — das Felsgelände ist uneben und rutschig. Schaut euch unseren Wanderschuh-Guide an.
  • Stirnlampe — falls ihr den Sonnenuntergang am Delicate Arch plant, geht es im Dunkeln zurück
  • Kleidungsschichten — morgens und abends kann es auch in der Saison kühl sein (Wüstenklima = enorme Temperaturschwankungen)
  • Wollt ihr nur mit Handgepäck reisen? Wir haben einen kompletten Guide dafür.

Reiseversicherung und eSIM

Für Reisen in die USA solltet ihr auf keinen Fall die Reiseversicherung unterschätzen — medizinische Versorgung in Amerika kostet astronomische Summen und eine Rettungsaktion im Nationalpark kann mehrere tausend Dollar kosten. Schaut euch unsere Bewertung von SafetyWing an, die wir für längere Reisen nutzen.

Was das Internet betrifft, sind amerikanische eSIM-Karten heute zum Glück unkompliziert. Lest unsere Bewertung von Holafly — in Moab hatten wir ausgezeichneten Empfang, im Park selbst ist die Abdeckung begrenzt (was eigentlich gut ist — Digital Detox in der Wüste 😊).

Sicherheit im Park

  • Wilde Tiere nicht füttern und keinen Abstand unterschreiten — im Park leben Füchse, Kaninchen und gelegentlich Kojoten
  • Bleibt auf den markierten Wegen — die biologische Bodenkruste (Cryptobiotic Soil) ist ein fragiles Ökosystem, das Jahrzehnte zur Regeneration braucht
  • Vorsicht vor Blitzen — die Monsunsaison (Juli–September) bringt Nachmittagsgewitter. Auf Felsplateaus seid ihr der höchste Punkt — bei Gewitter sofort absteigen
  • Flash Floods — nach Regen können sich enge Schluchten schnell mit Wasser füllen. Behaltet die Wettervorhersage im Blick

FAQ — Häufig gestellte Fragen zum Arches National Park

Kann man den Arches National Park nur mit dem Auto durchfahren?

Ja, durch den Park führt der 29 km lange Arches Scenic Drive und zahlreiche Felsformationen (Balanced Rock, Courthouse Towers, Petrified Dunes) sind direkt vom Auto aus sichtbar. Aber ehrlich — ihr würdet das Beste verpassen. Delicate Arch, Devils Garden, Fiery Furnace und die meisten Bögen in der Windows Section erfordern zumindest einen kurzen Spaziergang. Steigt mindestens bei den Windows (10 Minuten Fußweg) und beim Double Arch (5 Minuten Fußweg) aus, um wenigstens etwas Kontakt mit den Felsen aus der Nähe zu haben.

Wofür ist der Arches National Park berühmt?

Der Arches National Park ist berühmt für seine mehr als 2.000 natürlichen Steinbögen — es ist die größte Konzentration natürlicher Steinbögen auf der Welt. Am bekanntesten ist der Delicate Arch, die Ikone des Bundesstaates Utah, die auch auf dem Nummernschild zu finden ist. Weitere berühmte Bögen sind der Landscape Arch (der längste in Nordamerika mit einer Spannweite von 93 Metern), der Double Arch (bekannt aus dem Film Indiana Jones) und die Windows — ein Paar von Bögen in einer Felswand.

Welche Stadt liegt am nächsten zum Arches National Park?

Die nächste Stadt ist Moab, Utah — der Parkeingang ist nur 8 km (5 Fahrminuten) vom Zentrum Moabs entfernt. Moab ist die Basis für die meisten Besucher und bietet ein breites Angebot an Unterkünften, Restaurants, Geschäften und Outdoor-Diensten. Die nächste größere Stadt mit internationalem Flughafen ist Salt Lake City (370 km, 4 Stunden mit dem Auto).

Was kostet der Eintritt in den Arches National Park?

Der Eintritt beträgt $30 pro PKW (ca. 28 €) und gilt 7 Tage. Ein Motorrad kostet $25, Eintritt zu Fuß oder mit dem Fahrrad $15 pro Person. Wenn ihr mehrere Nationalparks besuchen wollt, lohnt sich der America the Beautiful Pass für $80 (ca. 75 €), der ein ganzes Jahr Eintritt in alle Nationalparks der USA abdeckt. Von April bis Oktober benötigt ihr zusätzlich eine Timed Entry Reservation für $2 auf recreation.gov.

Wie viel Zeit braucht man für den Arches National Park?

Das hängt davon ab, was ihr sehen wollt. Minimum sind 4–5 Stunden — dann schafft ihr den Scenic Drive, Windows, Double Arch und Balanced Rock mit dem Auto und kurzen Stopps. Ein voller Tag ermöglicht auch den Delicate Arch Trail und Devils Garden bis zum Landscape Arch. Zwei Tage sind ideal — ihr schafft alle wichtigen Trails, Fiery Furnace und könnt Sonnenauf- und -untergänge ohne Hetze genießen. Wir haben zwei Tage hier verbracht und wollten mehr.

Brauche ich eine Reservierung für den Arches?

Von April bis Oktober ja — hier gilt das Timed Entry-System, also zeitgebundene Eintrittsreservierungen. Die Reservierung erfolgt auf recreation.gov für eine Gebühr von $2 und wird 3 Monate im Voraus freigeschaltet. Die Slots sind sehr schnell ausverkauft (innerhalb von Minuten), also seid genau zum Freischaltungszeitpunkt auf der Website. Alternativ könnt ihr ohne Reservierung vor 7:00 Uhr morgens oder nach 16:00 Uhr eintreten (Zeiten können abweichen — prüft die aktuellen Regeln auf nps.gov). In den Wintermonaten (November–März) braucht ihr keine Reservierung.


Kann man Arches mit Canyonlands kombinieren?

Auf jeden Fall, und wir empfehlen es wärmstens! Der Canyonlands National Park (Sektion Island in the Sky) ist nur etwa 40 Fahrminuten von Moab entfernt und bietet ein völlig anderes, aber ebenso beeindruckendes Erlebnis — tiefe Schluchten, die Aussichtspunkte Mesa Arch und Grand View Point. Der ideale Plan ist, einen Tag Arches und den zweiten Tag Canyonlands zu widmen. Wenn ihr Zeit habt, nehmt noch den Dead Horse Point State Park dazu und plant einen ganzen Roadtrip durch die Nationalparks der USA.

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