Hand aufs Herz — wer von uns hat nicht schon diesen Moment erlebt, in dem auf der Abflugtafel das magische Wort DELAYED leuchtet und man sich fragt, ob man es noch schafft oder ob man am Flughafen übernachten muss? Lukáš und ich erleben das mit schöner Regelmäßigkeit, meine Mutter hat letztes Jahr gleich 3x ihren Flug verpasst. Und genau für sie habe ich angefangen zu recherchieren, ob man für diese Verspätungen nicht eine Flugentschädigung bekommen kann. So bin ich auf AirHelp gestoßen. In diesem Erfahrungsbericht erzähle ich euch alles, was ihr wissen müsst — was es kostet, welche AirHelp Erfahrungen andere Reisende gemacht haben, und vor allem ob sich der Service wirklich lohnt. 😉
Unsere Geschichte — wie wir zu AirHelp kamen
Alles begann letzten Mai. Meine Mutter (Lucka) kam von Sizilien zurück und die Reise wurde zum Albtraum. Der Flug von Palermo hatte fast drei Stunden Verspätung, in Zürich verpasste sie den Anschlussflug nach Prag und musste dort ungeplant übernachten. Klar, die Airline stellte ihr Hotel und Verpflegung, aber den Stress und die verlorene Zeit gibt einem niemand zurück… oder doch?
Als sie zu Hause ankam, haben wir den Fall bei AirHelp eingegeben. Keine komplizierten Formulare, kein Herumstreiten mit der Hotline. Wir haben einfach die Flugtickets hochgeladen.
Und das Ergebnis?
Kling! Auf ihrem Konto landeten 162,50 €. 💸 Und das ist nicht alles. Lukáš, als er einen Kurztrip nach Portugal machte und in Lissabon festsaß, bekam sogar 200 €, obwohl er Hotel und Verpflegung ebenfalls kostenlos bekam.
Um ehrlich zu sein, AirHelp ist keine Wohltätigkeitsorganisation. Von der erstrittenen Summe zogen sie ihre Provision ab (ca. 35 %). Aber Hand aufs Herz — alleine hätten wir diesen ganzen Papierkram mit der Airline nie durchgezogen. Wir hätten es sein lassen und das Geld wäre verfallen.
Meine neue Rechnung ist also klar: Es ist besser, „nur“ 65 % der Flugentschädigung bei Verspätung ohne Aufwand auf dem Konto zu haben, als stolze 100 % von null zu besitzen. Wenn euer Flug Verspätung hat, wartet das Geld auf euch. Lasst es nicht den Airlines. 😉

Zusammenfassung
Keine Zeit für den ganzen Artikel? Hier sind die wichtigsten Punkte:
- Was ist das: Ein Service, der für euch die Flugentschädigung bei Verspätung, Annullierung oder Überbuchung durchsetzt
- Was kostet es: 35 % der Entschädigung (bis zu 50 %, wenn der Fall vor Gericht geht)
- Was bekommt ihr: Von der maximalen Entschädigung von 600 EUR bleiben euch 390 EUR ohne Gericht oder 300 EUR mit Gericht
- Zahlung nur bei Erfolg: Wenn nichts erstritten wird, zahlt ihr nichts
- Deutsch: Ja — Web und Support sind auf Deutsch verfügbar
- Trustpilot: 4,6/5 aus 191.000+ Bewertungen
- Bearbeitungsdauer: Durchschnittlich 2–3 Monate, kann aber auch 6+ Monate dauern
- Alternative: Flightright (ab 20 % + MwSt.), ClaimCompass (25–35 %, Gerichtskosten inklusive)
- Lohnt es sich? Ja, wenn ihr es nicht selbst machen wollt/könnt. Nein, wenn ihr Zeit und Lust habt, es direkt mit der Airline zu versuchen

EU-Verordnung EC 261/2004 und eure Ansprüche
Bevor wir uns AirHelp selbst widmen, ist es wichtig zu verstehen, warum ihr überhaupt eine Entschädigung bekommen könnt. Das Ganze basiert auf einer europäischen Verordnung, die für uns Reisende absolut genial ist — nur wissen leider viel zu wenige davon.
Wer hat Anspruch auf Flugentschädigung
Die Verordnung EC 261/2004 ist ein Gesetz des Europäischen Parlaments, das Regeln für die Entschädigung von Fluggästen festlegt. Sie gilt für:
- Alle Flüge ab EU (jede Airline — auch die chinesische, die ihr bei Kiwi gefunden habt)
- Flüge in die EU (aber nur mit einer EU-Airline)
- Gilt auch für Flüge von/nach Island, Norwegen und der Schweiz
Flugentschädigung ab wann
- Verspätung von 3+ Stunden bei Ankunft am Zielflughafen
- Flugannullierung, die weniger als 14 Tage vorher angekündigt wurde
- Nichtbeförderung wegen Überbuchung (Overbooking)
- Verpasster Anschlussflug mit Ankunft 3+ Stunden nach der geplanten Zeit
Flugentschädigung Tabelle
| Flugdistanz | Entschädigung | Beispielstrecke |
| Bis 1.500 km | 250 EUR | Berlin → Rom, München → Barcelona |
| 1.500–3.500 km | 400 EUR | Frankfurt → Kanaren, Berlin → Istanbul |
| Über 3.500 km | 600 EUR | München → New York, Frankfurt → Bangkok |
Wann habt ihr KEINEN Anspruch
- Außergewöhnliche Umstände: Schlechtes Wetter, Vulkanasche, Sicherheitsbedrohungen, Streiks der Flugsicherung
- Rechtzeitige Benachrichtigung: Die Airline hat die Annullierung 14+ Tage vorher mitgeteilt
- Umleitung: Die Airline hat einen Alternativflug in einem akzeptablen Zeitfenster angeboten
Wichtige Information: Verjährungsfrist
In Deutschland habt ihr 3 Jahre ab dem Datum des Fluges Zeit, euren Anspruch geltend zu machen. Wenn euch also 2023 ein Flug gestrichen wurde und ihr das bisher nicht beansprucht habt — es ist noch Zeit! In anderen Ländern unterscheidet sich die Frist (in Belgien nur 1 Jahr, in Spanien bis zu 5 Jahre).
Was ist AirHelp und wie funktioniert es
AirHelp ist der weltweit größte Service zur Durchsetzung von Flugentschädigungen. Der Dienst existiert seit 2013, hat seinen Sitz in Berlin und hat bisher 28 Millionen Kunden geholfen. Sie haben Büros in ganz Europa (Berlin, Barcelona, Krakau, Danzig…) und rechtliche Vertretung in 35 Ländern.
Im Grunde genommen ist es ein Vermittler zwischen euch und der Airline. Ihr teilt ihnen mit, was passiert ist, sie prüfen euren Anspruch, und wenn ihr eine Chance auf Entschädigung habt, übernehmen sie die gesamte Kommunikation mit der Airline — einschließlich eines eventuellen Gerichtsverfahrens.
Wie es Schritt für Schritt funktioniert
Der gesamte Prozess ist überraschend einfach. So sieht es in der Praxis aus:
1. Flug eingeben (2 Minuten) Auf der Website von AirHelp.com oder in der mobilen App gebt ihr die Flugnummer oder die Reisedetails ein. Das System prüft sofort, ob euer Flug die Bedingungen für eine Entschädigung erfüllt — sozusagen ein eingebauter Flugentschädigung Rechner.
2. Anspruchsprüfung Das automatische System vergleicht die Daten eures Fluges — Verspätung, Grund der Annullierung, Entfernung — und sagt euch, ob ihr Anspruch habt und wie viel ihr bekommen könntet.
3. Vertragsunterzeichnung Wenn ihr fortfahren wollt, unterschreibt ihr elektronisch eine Vollmacht, mit der ihr AirHelp bevollmächtigt, in eurem Namen mit der Airline zu verhandeln.
4. Dokumente einreichen Achtung, das hat mich etwas überrascht: AirHelp verlangt einen Scan oder ein Foto des Personalausweises/Reisepasses erst nach Vertragsunterzeichnung, nicht vorher. Nichts Dramatisches, aber gut zu wissen.
5. AirHelp verhandelt mit der Airline Das Team stellt den Fall zusammen und kommuniziert mit der Airline. Ihr müsst in dieser Phase absolut nichts tun — einfach nur warten.
6. Rechtliche Schritte (falls nötig) Wenn die Airline sich weigert zu zahlen (und das passiert — besonders bei Wizz Air und anderen Billigfliegern 😅), kann AirHelp Klage einreichen. Für diesen rechtlichen Service wird allerdings ein Zuschlag berechnet.
7. Auszahlung der Entschädigung Wenn die Airline zahlt, zieht AirHelp seine Provision ab und überweist den Rest auf euer Konto.
Wie lange dauert es?
Das ist wohl der am wenigsten angenehme Teil:
- Einfache Fälle: 10 Tage bis wenige Wochen (besonders bei Ryanair, die relativ schnell zahlen)
- Standardfälle: 6–14 Wochen (ca. 2–3 Monate)
- Komplexe/gerichtliche Fälle: Bis zu 6–12 Monate
- Durchschnitt: Der geschätzte Durchschnitt liegt bei etwa 3 Monaten
Was kostet AirHelp — konkrete Beispiele
Und jetzt die entscheidende Frage — wie viel nimmt sich AirHelp eigentlich? Denn „kostenloser Service“ ist es definitiv nicht. Es funktioniert nach dem Prinzip „no win, no fee“ — wenn nichts erstritten wird, zahlt ihr nichts. Wenn sie aber Erfolg haben, ist die Provision nicht gerade gering.
Gebührenübersicht
| Gebührenart | Prozentsatz | Anmerkung |
| Servicegebühr | 35 % der Entschädigung | Inklusive MwSt. |
| Rechtsgebühr | +15 % der Entschädigung | Nur wenn der Fall vor Gericht geht |
| Gesamt ohne Gericht | 35 % | |
| Gesamt mit Gericht | 50 % |
Konkrete Beispiele — was euch wirklich bleibt
Schauen wir uns das mit realen Zahlen an, denn Prozente sind schön, aber Euro auf dem Konto sind schöner:
Beispiel 1: Flug Berlin → Rom (bis 1.500 km), Entschädigung 250 EUR
- Ohne Gericht: AirHelp nimmt 87,50 EUR → euch bleiben 162,50 EUR
- Mit Gericht: AirHelp nimmt 125 EUR → euch bleiben 125 EUR
Beispiel 2: Flug Frankfurt → Kanaren (1.500–3.500 km), Entschädigung 400 EUR
- Ohne Gericht: AirHelp nimmt 140 EUR → euch bleiben 260 EUR
- Mit Gericht: AirHelp nimmt 200 EUR → euch bleiben 200 EUR
Beispiel 3: Flug München → New York (über 3.500 km), Entschädigung 600 EUR
- Ohne Gericht: AirHelp nimmt 210 EUR → euch bleiben 390 EUR
- Mit Gericht: AirHelp nimmt 300 EUR → euch bleiben 300 EUR
Das ist immer noch gutes Geld, besonders dafür, dass ihr keinen Finger rühren musstet. Aber man muss ehrlich sagen, dass 35–50 % über dem Branchendurchschnitt liegt — es gibt Dienste, die weniger verlangen (dazu gleich mehr).
Realität der Reisenden
Ein Nutzer beschrieb, dass ihm von den erwarteten 500 EUR bei Wizz Air am Ende nur etwa 280 EUR blieben — eine Kombination aus AirHelp-Provision und weiteren Gebühren. Das ist schon eine kalte Dusche, wenn man ein halbes Jahr wartet und dann kaum die Hälfte bekommt. 😅
AirHelp+ Abo — lohnt es sich?
AirHelp bietet auch ein Abonnement namens AirHelp+ an, das niedrigere oder keine Gebühren bei der Entschädigung sowie einige Zusatzvorteile verspricht. Schauen wir mal, ob das Sinn macht.
Plansübersicht
| Plan | Preis/Jahr | Wichtigste Vorteile |
| Essential | 19,99 EUR | Niedrigere Servicegebühr |
| Smart | 39,99 EUR | 100 % Entschädigung ohne Gebühren, 3 Reisen, Lounge-Zugang |
| Complete | 49,99 EUR | Wie Smart, aber mehr Reisen |
| Pro | 99,99 EUR | 9 Reisen, volle Vorteile, Lounge-Zugang |
Hinweis: AirHelp ändert und aktualisiert die Pläne regelmäßig, das konkrete Angebot kann also abweichen.
Was AirHelp+ beinhaltet
- Keine Gebühren bei Entschädigung (bei höheren Plänen — ihr bekommt 100 %)
- AirPayout: Bis zu 100 EUR bei Flugstörung
- AirLuggage: Bis zu 100 EUR bei verspätetem Gepäck
- Zugang zu 1.300+ Flughafen-Lounges (bei Verspätung von 1+ Stunde oder Annullierung)
- Prioritätsbearbeitung eures Falls

Lohnt sich das?
Ehrlich gesagt? Es kommt darauf an, wie oft ihr fliegt.
Wenn ihr einmal im Jahr in den Urlaub fliegt, lohnt sich das Abo wahrscheinlich nicht. Die Chance, dass ihr eine Entschädigung braucht, ist relativ gering, und selbst wenn — der Unterschied zwischen 35 % Provision und 0 % Provision rechnet sich nur bei höheren Entschädigungen.
Beispiel: Bei einer Entschädigung von 400 EUR spart ihr bei der Provision 140 EUR. Aber für den Smart-Plan zahlt ihr 40 EUR, also beträgt die Nettoersparnis 100 EUR — allerdings nur, wenn es tatsächlich zu einem Problem kommt.
Wenn ihr aber 5x oder öfter im Jahr fliegt (Geschäftsreisen, digitaler Nomaden-Lifestyle), kann sich der Pro-Plan für 100 EUR im Jahr als eine Art Versicherung lohnen — vor allem wegen des Lounge-Zugangs bei Verspätungen und der automatischen Überwachung aller eurer Flüge.
Für die meisten Urlaubsreisenden würde ich aber sagen: Lasst das Abo sein und zahlt lieber die einmalige Provision, wenn ihr ein konkretes Problem habt.
Vorteile von AirHelp
Nach dem Studium Dutzender Bewertungen, diverser Reiseforen und eigener Erfahrung mit dem Prozess — hier ist eine Liste dessen, was AirHelp gut macht:
- ✅ Zahlung nur bei Erfolg — keine Vorabkosten, kein Risiko
- ✅ Komplettservice — ihr müsst nichts selbst erledigen, die gesamte Kommunikation mit der Airline wird übernommen
- ✅ Professionelle Rechtsvertretung in 35 Ländern inklusive Gerichtsverfahren
- ✅ Einfacher Prozess — das Ausfüllen des Formulars dauert buchstäblich 2 Minuten
- ✅ Mobile App — Flugverfolgung in Echtzeit + Benachrichtigungen über neue Ansprüche (auch rückwirkend!)
- ✅ Größter Anbieter auf dem Markt — Airlines kennen AirHelp und zahlen oft lieber schnell, als sich zu streiten
- ✅ 13+ Jahre Erfahrung und 28 Millionen betreute Kunden
- ✅ Transparente Kalkulation — ihr seht vorab die geschätzte Entschädigung und die Gebühren
- ✅ Hohe Trustpilot-Bewertung — 4,6/5 aus 191.000+ Bewertungen
- ✅ Funktioniert auch rückwirkend — ihr könnt Ansprüche für Flüge bis zu 3 Jahre zurück geltend machen
Nachteile von AirHelp
Und jetzt die weniger angenehme Seite. Denn nichts ist perfekt, und bei AirHelp gibt es ein paar Dinge, die mich ziemlich gestört haben:
- ❌ Hohe Provision von 35 % — über dem Branchendurchschnitt (Konkurrenz bietet ab 25 %)
- ❌ Bis zu 50 % bei Gerichtsverfahren — die Hälfte der Entschädigung geht an AirHelp
- ❌ Langes Warten — manche Fälle ziehen sich Monate hin, in Extremfällen über 6 Monate
- ❌ Dokumente erst nach Vertragsunterzeichnung — Scan des Ausweises/Reisepasses wird erst nach Vertragsunterschrift verlangt, nicht vorher (das hat mich etwas irritiert)
- ❌ Eingeschränkte Kommunikation — kein telefonischer Support, E-Mail-Antworten können dauern
- ❌ Google-Bewertung nur 2,3/5 — deutlicher Kontrast zu Trustpilot (4,6/5), was darauf hindeutet, dass zufriedene Kunden aktiv zur Bewertung auf Trustpilot aufgefordert werden
- ❌ Unpersönlicher Ansatz — manchmal wiederholte Anforderung von Dokumenten, das Gefühl, nur eine Nummer zu sein
- ❌ Kauf über Vermittler (Kiwi, eSky) erschwert den Prozess
Vergleich mit der Konkurrenz
AirHelp ist zwar der größte Anbieter, aber definitiv nicht der einzige. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Alternativen — wer ist also der beste Anbieter für Flugentschädigung? Schauen wir uns das genauer an.
Vergleichstabelle
| Service | Grundgebühr | Rechtsgebühr | Gesamt max. | Deutsch | Hauptvorteil |
| AirHelp | 35 % | +15 % | 50 % | ✅ | Größte Marke, globale Abdeckung |
| Flightright | 20–30 % + MwSt. | +14 % | ~44 % + MwSt. | ✅ | Pionier, starke EU-Expertise |
| ClaimCompass | 25–35 % | 0 % (inklusive) | 35 % | ❌ | Transparent, keine Extra-Gebühren |
| Flugrecht.de | ab 25 % + MwSt. | ? | ? | ✅ | Deutsche Firma, deutscher Support |
| EUclaim | 27 % | +18 % | 45 % | ✅ | Sofortauszahlung möglich |
Flightright
Flightright ist der deutsche Pionier in der Branche — sie sind genauso lange auf dem Markt wie AirHelp. Ihre Gebühren beginnen bei 20–30 % + MwSt. mit weiteren 14 % bei Gerichtsverfahren, was je nach Situation günstiger oder teurer sein kann. Sie haben eine starke Datenbank mit Urteilen und eine höhere Erfolgsquote bei komplexen EU-Fällen. Auf der anderen Seite kann die Auszahlung ebenfalls dauern.
Am besten geeignet für: Komplexe Rechtsfälle innerhalb der EU, besonders für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum.
ClaimCompass
ClaimCompass hat einen großen Vorteil: Die Gebühr von 25–35 % beinhaltet alles — inklusive eines eventuellen Gerichtsverfahrens. Keine Überraschungen, keine Nachzahlungen. Wenn euer Fall vor Gericht geht, zahlt ihr immer noch die gleiche Provision. Das ist ein riesiger Unterschied zu AirHelp, wo man bei Gericht auf 50 % kommt.
Am besten geeignet für: Alle, die eine transparente Festgebühr ohne Überraschungen wollen.
Flugrecht.de (deutsche Alternative)
Eine tolle Wahl für deutschsprachige Reisende. Flugrecht.de ist ein deutscher Anbieter mit deutschem Web und deutschem Kundensupport. Die Gebühren beginnen ab 25 % + MwSt., was deutlich weniger ist als bei AirHelp. Sie kümmern sich auch um Probleme mit Gepäck.
Nachteil: Geringere globale Abdeckung als AirHelp. Wenn ihr von Kuala Lumpur nach Sydney fliegt, hilft Flugrecht.de euch vermutlich nicht. Aber für Flüge von und nach Europa? Absolut ausreichend.
Am besten geeignet für: Deutschsprachige Reisende, die auf Deutsch kommunizieren möchten.
EUclaim (Sofortauszahlung möglich)
EUclaim hat ähnliche Gebühren wie AirHelp (27 %, bis 45 % mit Gericht). Aber sie haben eine einzigartige Option: die Möglichkeit einer Flugentschädigung Sofort Auszahlung. Das bedeutet, wenn ihr das Geld schnell braucht und nicht monatelang warten wollt, kann EUclaim euch einen Vorschuss auszahlen und dann selbst die Entschädigung mit der Airline klären. Natürlich gegen eine höhere Gebühr.
Am besten geeignet für: Alle, die ihr Geld sofort brauchen.
Was sagen Bewertungsportale?
Interessant ist der Vergleich der Bewertungen auf verschiedenen Portalen:
1. AirHelp — Trustpilot 4,6/5 2. Flightright — Trustpilot 4,4/5 3. ClaimCompass — Trustpilot 4,5/5 4. EUclaim — Trustpilot 4,3/5
AirHelp führt, aber die Google-Bewertung liegt mit nur 2,3/5 deutlich darunter. Das ist ein ziemlich auffälliger Unterschied zur redaktionellen Bewertung.
Wann AirHelp nutzen vs. selber machen
Das ist wohl der wichtigste Abschnitt des ganzen Artikels. Denn die Wahrheit ist, dass ihr die Flugentschädigung auch komplett selbst und kostenlos beantragen könnt. Die Frage ist, ob sich das für euch lohnt.
Wie man es selbst erledigt (DIY-Anleitung)
1. Direkt an die Airline schreiben — die meisten haben auf ihrer Website ein Formular für Beschwerden/Entschädigungen 2. Auf Antwort warten — die Airline sollte innerhalb von 6 Wochen antworten 3. Bei Ablehnung: An die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wenden — in Deutschland kostenlos 4. Wenn auch das nicht hilft: Klage beim Gericht einreichen
Wann lohnt es sich, selber zu machen
- ✅ Ihr habt einen klaren Fall (nachweisbare Verspätung von 3+ Stunden, keine außergewöhnlichen Umstände)
- ✅ Ihr sprecht die nötige Sprache (Kommunikation mit der Airline läuft meist auf Englisch oder Deutsch)
- ✅ Ihr habt Zeit und Geduld
- ✅ Ihr fliegt mit einer Airline, die dafür bekannt ist, Entschädigungen zu zahlen (z.B. Lufthansa, KLM)
- ✅ Ihr wollt nicht 35–50 % der Entschädigung abgeben
Wann lohnt sich AirHelp (oder ein anderer Service)
- ✅ Die Airline ignoriert euch oder lehnt ab (Wizz Air, easyJet — die lassen sich gerne Zeit 😅)
- ✅ Ihr habt keine Zeit und keine Lust auf Papierkram
- ✅ Der Fall ist kompliziert (Anschlussflüge, Umstiege, mehrere Flüge)
- ✅ Ihr fühlt euch beim juristischen Schriftverkehr unsicher
- ✅ Ihr fliegt mit Umstieg über mehrere Länder und wisst nicht, unter welche Zuständigkeit ihr fallt
- ✅ Ihr wollt einfach eure Ruhe haben und es stört euch nicht, nicht 100 % zu bekommen
Erfahrungen aus der Praxis
In Reiseforen wiederholt sich ein Gedanke: Bei manchen Airlines ist der DIY-Ansatz praktisch unmöglich. Wizz Air, Ryanair, easyJet — die ignorieren eure Anträge gerne, lehnen mit erfundenen Gründen ab oder schicken euch von Pontius zu Pilatus. In diesen Fällen hat ein Service wie AirHelp einen echten Mehrwert, weil die Airlines wissen, dass es sich nicht lohnt, sich mit einem professionellen Rechtsteam anzulegen.
Andererseits — ein Nutzer berichtete, dass Ryanair ihm die Entschädigung direkt innerhalb von 10 Tagen nach dem Absenden seines eigenen Formulars zahlte. Es geht also manchmal auch ohne Vermittler.

Fazit und Empfehlung
Nach gründlicher Recherche aller verfügbaren Informationen, Erfahrungen anderer Reisender und eigenem Test des Prozesses — hier ist mein ehrliches Urteil:
AirHelp ist ein guter Service, aber nicht unbedingt die beste Wahl für jeden.
Es ist wie mit dem teuren Koffer am Flughafen — er funktioniert super, sieht professionell aus, aber es gibt günstigere Alternativen, die im Grunde das Gleiche tun. 😉
Wem empfehle ich AirHelp
- Reisenden, die keine Zeit und keine Lust haben, sich mit Airlines zu streiten
- Menschen, die den bequemsten Weg suchen und die Provision nicht stört
- Allen, die ältere unbearbeitete Ansprüche haben — AirHelp hat eine großartige Funktion zur rückwirkenden Flugsuche
Wem empfehle ich eine Alternative
- Allen, die einen günstigeren Anbieter möchten → Flightright (ab 20 % + MwSt.) oder Flugrecht.de
- Allen, die keine Überraschungen bei den Gebühren wollen → ClaimCompass (Festpreis inklusive Gericht)
- Allen, die ihr Geld sofort brauchen → EUclaim (Sofortauszahlung möglich)
Wem empfehle ich den DIY-Ansatz
- Allen, die einen klaren Fall haben und etwas Geduld mitbringen
- Ihr spart 35–50 % — und das sind bei einer Entschädigung von 600 EUR echtes Geld (210–300 EUR)
Und noch ein Tipp zum Schluss: Bevor ihr das nächste Mal fliegt, vergesst nicht, eine ordentliche Reiseversicherung von SafetyWing abzuschließen, euch eine eSIM von Holafly zu besorgen und nachzuschauen, wie man richtig ins Handgepäck packt. Und falls dann mit dem Flug etwas schiefgeht — jetzt wisst ihr, an wen ihr euch wenden könnt. 😁
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist AirHelp kostenlos?
AirHelp funktioniert nach dem Prinzip „no win, no fee“ — wenn eure Entschädigung nicht durchgesetzt wird, zahlt ihr nichts. Wenn sie aber Erfolg haben, ziehen sie 35 % der erstrittenen Summe ab (bis zu 50 % bei Gerichtsverfahren). Also kostenlos ist es nicht — aber ihr riskiert nichts.
Wie lange dauert die Bearbeitung bei AirHelp?
Das hängt von der Komplexität des Falls ab. Einfache Fälle (bei denen die Airline kooperiert) können in 10 Tagen bis wenigen Wochen erledigt sein. Standardfälle dauern 2–3 Monate. Komplexe Fälle, die vor Gericht gehen, können 6–12 Monate dauern. Der Durchschnitt liegt bei etwa 3 Monaten.
Gibt es AirHelp auf Deutsch?
Ja! Die Website und der Kundenservice von AirHelp sind auf Deutsch verfügbar. Da das Unternehmen seinen Sitz in Berlin hat, ist die deutsche Sprachunterstützung gut ausgebaut. Die Formulare sind zudem sehr einfach gehalten und schnell auszufüllen.
Kann ich über AirHelp einen alten Flug geltend machen?
Ja! In Deutschland beträgt die Verjährungsfrist 3 Jahre ab dem Flugdatum. AirHelp hat eine Funktion, die eure alten Flüge durchsuchen kann (wenn ihr Zugriff auf die E-Mail mit den Buchungsbestätigungen gebt) und feststellt, ob ihr unbearbeitete Ansprüche habt. Viele Leute entdecken so rückwirkend, dass sie Anspruch auf eine Entschädigung hatten, ohne es zu wissen.
Was wenn die Airline außergewöhnliche Umstände behauptet?
Das ist die häufigste Ausrede der Airlines. „Außergewöhnliche Umstände“ (schlechtes Wetter, Streiks Dritter) befreien die Airline tatsächlich von der Zahlungspflicht. Allerdings missbrauchen Airlines diese Ausrede oft — zum Beispiel ist ein technischer Defekt des Flugzeugs meistens KEINE außergewöhnliche Umstände (die hätte die Airline vorhersehen können). AirHelp hat ein Juristenteam, das dies beurteilen und gegebenenfalls anfechten kann.
Lohnt sich das AirHelp+ Abo?
Für die meisten Urlaubsreisenden (1–2 Flüge pro Jahr) lohnt es sich eher nicht. Lohnen kann es sich für Vielflieger, die 5x oder öfter im Jahr fliegen — vor allem dank Lounge-Zugang bei Verspätungen und null Gebühren bei der Entschädigung. Für durchschnittliche Reisende empfehle ich eher die einmalige Nutzung des Services.
Ist AirHelp oder Flightright besser?
Das kommt auf eure Prioritäten an. AirHelp hat eine größere globale Abdeckung, eine stärkere Marke und mehr Erfahrung — Airlines verhandeln mit ihm bereitwilliger. Flightright bietet niedrigere Grundgebühren (ab 20 % + MwSt.) und eine starke EU-Rechtsexpertise. Für Standardfälle innerhalb Europas würde ich Flightright empfehlen. Für exotische Destinationen oder komplexe Fälle eher AirHelp.
Was wenn AirHelp meinen Anspruch ablehnt?
Wenn AirHelp einschätzt, dass euer Anspruch keine Erfolgsaussichten hat, werdet ihr informiert und der Fall wird geschlossen. In diesem Fall zahlt ihr nichts. Ihr könnt es aber bei einem anderen Anbieter versuchen (jeder hat einen etwas anderen Ansatz und eine andere Datenbank von Rechtsurteilen) oder es selbst direkt bei der Airline und eventuell über die Schlichtungsstelle SÖP versuchen.
Funktioniert AirHelp auch für Flüge außerhalb Europas?
Teilweise. Die Verordnung EC 261/2004 gilt für Flüge ab der EU (jede Airline) und Flüge in die EU (nur EU-Airlines). Für reine Nicht-EU-Flüge (z.B. Bangkok → Tokio mit einer thailändischen Airline) kann AirHelp nicht helfen, da die EU-Verordnung dort nicht gilt. Allerdings haben einige Länder eigene Entschädigungsregeln (USA, Kanada, Brasilien) und AirHelp kann auch dort unterstützen — das ist aber eher die Ausnahme.
Kann ich AirHelp nutzen, wenn ich über Kiwi.com gebucht habe?
Ja, das geht, aber rechnet damit, dass es etwas komplizierter sein kann. Der Kauf über einen Vermittler (Kiwi.com, eSky, Pelican…) bedeutet, dass AirHelp mehr Informationen recherchieren muss und die Kommunikation zwischen allen Parteien komplexer ist. Generell gilt — wenn ihr Tickets direkt bei der Airline kauft, ist der Entschädigungsprozess einfacher und schneller. Letzte Aktualisierung: Februar 2026. Informationen zu Preisen und Plänen von AirHelp können sich ändern — überprüft immer die aktuellen Bedingungen auf der Website des Anbieters. Lukáš und ich haben die Entschädigung für den verspäteten Flug aus Barcelona schließlich bekommen. Es hat zwar zweieinhalb Monate gedauert, aber 260 EUR pro Person (nach Abzug der Provision) landeten auf unserem Konto, gerade als wir den nächsten Trip planten. So ein netter kleiner Zuschuss von der Airline für das nächste Abenteuer. ☺️
