Wenn ich an die Sehenswürdigkeiten in Prag denke, erinnere ich mich daran, wie feuchtes Herbstlaub über das Kopfsteinpflaster glitt und Lukáš und ich zum ersten Mal die Nerudova-Gasse hinaufstiegen. Wir waren dort auf einem unserer ersten Dates spazieren. Es hatte etwas Magisches – obwohl ich auf einem Gymnasium mitten im historischen Zentrum zur Schule ging und danach nur ans andere Flussufer zur Uni wechselte. Ich bin im Herzen Prags aufgewachsen, und trotzdem fasziniert mich diese Stadt immer wieder aufs Neue. Kommt mit und entdeckt die schönsten Prag Sehenswürdigkeiten.

Zusammenfassung
- Die Prager Burg und der Veitsdom bilden das absolute Pflichtprogramm – plant dafür mindestens einen halben Tag ein.
- Die Karlsbrücke erlebt ihr nur frühmorgens in Ruhe, tagsüber gleicht sie einer vielbefahrenen Autobahn.
- Die Astronomische Uhr am Altstädter Ring dauert genau 45 Sekunden – plant euren ganzen Tagesablauf nicht drum herum.
- Der Vyšehrad ist eine perfekte Alternative für Familien mit Kindern: breite Wege und herrliche Aussichten ohne Menschenmassen.
- Das Jüdische Viertel (Josefov) birgt faszinierende Geschichte – ein Kombiticket für die Synagogen lohnt sich wirklich.
- Das Tanzende Haus betrachtet ihr am besten von außen; für die Aussicht geht lieber ins Café im obersten Stockwerk statt für die Aussichtsplattform zu zahlen.
- Der Vrtba-Garten ist ein absolutes Juwel, versteckt nahe dem Zentrum – ein barocker Terrassengarten, von dem kaum jemand weiß.
- Das Klementinum beherbergt eine der schönsten historischen Bibliotheken der Welt – Tickets sind schnell ausverkauft.
- Straßenbahn 22 ist unser Geheimtipp: Sie fährt an der Burg, der Kleinseite und am Vyšehrad vorbei und kostet nur einen Bruchteil eines Taxis.

Wann die Prager Sehenswürdigkeiten besuchen
Den richtigen Zeitpunkt zu wählen, ist die halbe Miete. Die Stadt verändert sich nicht nur mit den Jahreszeiten, sondern eigentlich mit jeder Stunde. Wer an Prags UNESCO-Welterbe denkt, hat meist sommerliches Licht im Kopf, das sich auf die roten Dächer legt – doch die Realität aufgeheizter Gassen kann ziemlich kräftezehrend sein.
Frühling und Sommer in vollem Gange
Im April und Mai taucht die Hänge des Petřín-Hügels in Rosa und die ersten Terrassen öffnen. Der Mai ist persönlich mein Lieblingsmonat: Die Tage werden länger und die Temperaturen erlauben ausgedehnte Spaziergänge ohne Jacke. Steht früh auf und geht zum Fluss, bevor der Rest der Stadt erwacht.
Von Juni bis August überrollt die Sommerhitze die Straßen und die Altstadt platzt aus allen Nähten. Wenn ich den aufgeheizten Pflastersteinen entkommen muss, flüchte ich in den Stromovka-Park oder in die Riegrovy sady.
Herbstlicht und Winter-Melancholie
September ist für mich objektiv der beste Monat. Goldenes Altweibersommer-Licht fällt sanft auf die Fassaden und die Temperaturen sinken auf ein angenehmes Maß. Fans klassischer Musik können sich das Festival Dvořákova Praha vormerken, das dieses Jahr vom 5.–23. 9. 2026 stattfindet.
Visuellen Genuss bietet das Signal Festival vom 15.–18. 10. 2026. Der Januar und Februar offenbaren dagegen die raue Seite der Stadt: Die Touristen verschwinden, die Gassen werden dunkel und die beißende Kälte treibt euch schnell in die nächste Kneipe zu einem deftigen Gulasch.
Wie viel Zeit braucht ihr
Ein Wochenende reicht für das grundlegendste goldene Dreieck. In zwei Tagen schafft ihr die Burg, schlendert durch die Altstadt und werft einen Blick auf die Kleinseite.
Vier bis fünf Tage sind allerdings die goldene Mitte. Die Pflichtstation erledigt ihr dann stressfrei, am dritten Tag steigt ihr zum Vyšehrad hinauf und die restliche Zeit widmet ihr dem ziellosen Umherstreifen durch Vinohrady oder Karlín.

Wo übernachten
Wenn ihr eine Basis sucht, von der aus alle wichtigen Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichbar sind, ihr aber gleichzeitig dem schlimmsten Nachtlärm entkommt, empfehle ich das The Julius Hotel am Senovážné-Platz. Wir haben hier bei unserem letzten Besuch in einer geräumigen One-Bedroom-Suite gewohnt, die uns genau den Komfort bot, den wir mit dem kleinen Jonáš brauchten. Das Interieur war so ruhig, dass Jonáš einschlief, bevor wir die Koffer ausgepackt hatten, und das Personal erinnerte sich auch am nächsten Tag an uns – das gewinnt mich jedes Mal. ☺️ Als Vegetarierin habe ich außerdem das üppige und kreative Frühstück geschätzt, bei dem Fleisch definitiv nicht die einzige Hauptrolle spielte. Vom Hotel aus seid ihr in zehn Minuten am Wenzelsplatz oder am Pulverturm. Aktuelle Preise und Verfügbarkeit könnt ihr über Booking.com prüfen.
20 Prag Sehenswürdigkeiten: Das Beste aus dem historischen Prag
Das ist der Teil des Guides, bei dem ich einfach nichts auslassen kann. Selbst als Einheimische, die hier zur Schule gegangen ist, empfinde ich beim Blick auf die Burgdächer vom Fluss aus so etwas wie Stolz – oder zumindest Nostalgie. 😁 Wenn ihr zum ersten Mal in der Metropole seid, gehören diese Punkte einfach auf jede Bucket-List. Ich empfehle, sie auf mehrere Tage aufzuteilen, damit das Bewundern nicht zum mechanischen Abhaken einer Liste wird.
Prager Burg
Der Komplex der Prager Burg bildet praktisch eine eigene Stadt über der Stadt. Durch seine Innenhöfe zu schlendern bedeutet, in einem Architekturlehrbuch zu blättern – von romanischen Fundamenten bis zu den Umgestaltungen des Architekten Josip Plečnik im zwanzigsten Jahrhundert. Genau hier hatten Lukáš und ich unser erstes Date, und bis heute erinnere ich mich an die besondere Stille, die sich am Goldenen Gässchen in den Abendstunden ausbreitet, wenn die größten Touristenmassen verschwunden sind.
Der Basisrundgang umfasst den Alten Königspalast, die St.-Georgs-Basilika, das Goldene Gässchen und den Veitsdom. Die Eintrittskarte kostet 18 € und das Gelände öffnet um 6:00 Uhr, wobei die historischen Gebäude erst ab 9:00 Uhr zugänglich sind. Am einfachsten erreicht ihr die Burg mit der Straßenbahn 22 bis zur Haltestelle Pražský hrad. Für eine ausführlichere Erkundung empfehle ich eine Buchung über GetYourGuide mit einem lokalen Guide.

Veitsdom
Der Veitsdom ist nicht nur die größte Kirche des Landes, sondern vor allem die unbestrittene Dominante des gesamten Burgkomplexes. Als ich an der Universität gotische Architektur fotografierte, verbrachte ich Stunden damit zu beobachten, wie das Morgenlicht die Farben durch die riesigen Buntglasfenster brach – an denen übrigens auch Alfons Mucha mitgewirkt hat. Der Bau dauerte fast sechs Jahrhunderte, was sich in einem perfekten Stilmix widerspiegelt.
Im Inneren findet ihr die Gräber böhmischer Könige und die wunderschöne Wenzelskapelle, deren Wände mit Halbedelsteinen bedeckt sind. Die Besichtigung des vorderen Kirchenschiffs ist kostenlos, für den Hauptbereich und die Königsgräber benötigt ihr jedoch das Kombiticket der Prager Burg. Geöffnet ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr, sonntags erst ab 12:00 Uhr wegen der Gottesdienste. 💡 Insider-Tipp: Der Südturm des Veitsdoms bietet meiner Meinung nach die beste Aussicht auf die Stadt. 287 enge Wendestufen führen hinauf, der Eintritt kostet separat 8 € und der Aufstieg ist anstrengend – aber es lohnt sich absolut.

Karlsbrücke
Die älteste noch stehende Brücke über die Moldau verbindet die Altstadt mit der Kleinseite seit dem vierzehnten Jahrhundert. Ihre dreißig barocken Statuen bilden eine Freiluftgalerie, die im Morgennebel fast mystisch wirkt. Tagsüber verwandelt sich die Brücke allerdings in eine pulsierende Ader voller Karikaturisten, Musiker und Tausender Besucher.
Der Spaziergang über die Karlsbrücke ist natürlich kostenlos und rund um die Uhr möglich. Wer eine ruhigere Atmosphäre erleben möchte, sollte eine Buchung über GetYourGuide für eine morgendliche Führung oder eine Fahrt mit einem Holzboot auf der Moldau in Betracht ziehen, das direkt unter den Bögen hindurchgleitet. Mehr Infos gibt es in unserem ausführlichen Artikel über die Karlsbrücke. 💡 Insider-Tipp: Kommt vor sieben Uhr morgens. Das ist die einzige Möglichkeit, die Statuen in Ruhe zu betrachten, ohne sich durch die Menge zu drängen – und ihr seht Fotografen, die auf die perfekte Lichtspiegelung auf dem Wasser warten.

Altstädter Ring und Astronomische Uhr
Das Herz des historischen Zentrums schlägt am Altstädter Ring. Er ist umgeben von prächtigen Palästen, überragt vom Jan-Hus-Denkmal, und dominiert wird er vom gotischen Turm des Altstädter Rathauses mit der berühmten Astronomischen Uhr (Orloj). Zu jeder vollen Stunde versammeln sich Hunderte Menschen darunter, um die Prozession der Apostel zu bestaunen.
Ich bin ehrlich: Plant nicht euren ganzen Tag um die Uhr herum – es ist eine 45-Sekunden-Show, die viele Besucher durch ihre Kürze eher überrascht. Es lohnt sich aber, 12 € für den Eintritt in den Rathausturm zu zahlen, von dem ihr einen fantastischen Rundumblick über den Platz habt. Geöffnet ist täglich von 9:00 bis 21:00 Uhr (montags ab 11:00 Uhr). Weitere Details findet ihr in unserem Text über den Altstädter Ring. 💡 Insider-Tipp: Statt in der Menge vor der Uhr zu stehen, geht lieber in den ersten Stock des Cafés im gegenüberliegenden Haus „U Minuty“. Vom Fenster aus seht ihr die Apostel direkt auf Augenhöhe.

Vyšehrad
Der Vyšehrad liegt mir besonders am Herzen und ist der Ort, an den ich regelmäßig aus dem überfüllten Zentrum flüchte. Der Legende nach ist es der älteste Sitz der böhmischen Fürsten – heute ein weitläufiger Park, umgeben von barocken Festungsmauern. Hier findet ihr die beeindruckende Basilika St. Peter und Paul sowie den angrenzenden Slavín-Friedhof, auf dem die bedeutendsten tschechischen Persönlichkeiten ruhen – von Antonín Dvořák bis Karel Čapek.
Mit Jonáš haben wir vor allem die breiten asphaltierten Wege geschätzt, auf denen man wunderbar mit dem Kinderwagen fahren kann, und die weitläufigen Rasenflächen, ideal für ein Picknick. Der Eintritt ins Gelände ist kostenlos, nur für die Basilika (5 €) und die Kasematten zahlt ihr einen kleinen Betrag. Ihr erreicht den Vyšehrad mit der Metro-Linie C bis zur Station Vyšehrad und seid nach zehn Minuten Fußweg am Tor. Einen ausführlichen Guide gibt es im Artikel Vyšehrad. 💡 Insider-Tipp: Die Festungsmauern bieten eine der besten Aussichten auf die Moldau und die Prager Burg. Holt euch einen Kaffee to go im Café Čekárna unter dem Vyšehrad und trinkt ihn oben auf den Mauern bei den Ziegelbastionen.

Petřín und Aussichtsturm
Der grüne Hügel über der Kleinseite ist das ganze Jahr über ein Zufluchtsort für alle, die Kopfsteinpflaster gegen Erde und Bäume tauschen wollen. Auf seinem Gipfel steht der Petřín-Aussichtsturm, eine verkleinerte Kopie des Pariser Eiffelturms von 1891, und gleich daneben das beliebte Spiegellabyrinth.
Die Standseilbahn auf den Petřín wird 2026 renoviert, deshalb erreicht ihr den Gipfel am besten mit der Straßenbahn 22 bis zur Haltestelle Pohořelec und von dort über einen angenehmen Spaziergang bergab, oder zu Fuß durch die Strahov-Gärten. Der Eintritt zum Aussichtsturm kostet 9 € und die Öffnungszeiten sind in der Saison von 9:00 bis 20:00 Uhr. Mehr erfahrt ihr im Artikel Petřín und Aussichtsturm. 💡 Insider-Tipp: Meidet die asphaltierten Hauptwege und spaziert stattdessen durch den Kinského-Garten am Südhang des Petřín. Dort gibt es wunderschöne Teiche, ein hölzernes Karpaten-Kirchlein und kaum Menschen.

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Erlebnisse entdecken
Sakrale Schätze und spirituelle Zentren
Kirchenbauten in Prag sind nicht nur für Gläubige interessant. Sie sind Galerien zeitgenössischer Kunst, Meisterwerke der Ingenieurskunst und oft Orte mit unglaublicher Akustik. Wenn euch der tiefere Kontext interessiert, schaut euch unseren Überblick Prager Kirchen und Synagogen an.
Teynkirche
Die Kirche Unserer Lieben Frau vor dem Teyn mit ihren ikonischen asymmetrischen Türmen dominiert den Altstädter Ring direkt neben dem Rathaus. Es ist ein faszinierender gotischer Bau, dessen Innenraum später barock umgestaltet wurde. Drinnen befindet sich das Grab des dänischen Astronomen Tycho Brahe.
Obwohl die Kirche riesig ist, finden viele Besucher den Eingang nur schwer, weil er sich hinter den Laubengängen der Häuser am Platz versteckt. Der Eintritt ist freiwillig (empfohlener Beitrag 2 €) und geöffnet ist normalerweise von Dienstag bis Sonntag, mit einer Mittagspause. 💡 Insider-Tipp: Achtet darauf, dass der rechte Turm (genannt Adam) etwas breiter und massiver ist als der linke (Eva). Diese bewusste Asymmetrie war in der Gotik üblich und symbolisierte das männliche und weibliche Prinzip.
St.-Nikolaus-Kirche auf der Kleinseite
Das Werk von Vater und Sohn Dientzenhofer ist der absolute Höhepunkt des Prager Barocks – und ehrlich gesagt, diese riesige Kuppel mit ihren Fresken fasziniert mich bis heute. Jedes Mal bleibe ich stehen und starre einfach nach oben, auch wenn ich schon hundertmal dort war. Dazu kommt, dass Mozart hier einst die Orgel spielte, was dem Ort eine ganz besondere Dimension verleiht. 😁
Das Innere ist wunderbar lichtdurchflutet und jedes Detail der Dekoration hat seinen festen Platz. Der Eintritt beträgt 5 € und geöffnet ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr. Direkt vor der Kirche halten Straßenbahnen an der Haltestelle Malostranské náměstí – ein großer Vorteil, wenn die Füße schon schwer sind. 💡 Insider-Tipp: Gegen einen separaten Eintritt könnt ihr den angrenzenden Glockenturm besteigen. Während des kommunistischen Regimes diente er als Beobachtungsposten der Staatssicherheit, von dem aus westliche Botschaften in der Umgebung überwacht wurden.

Loreta
Die Loreta auf dem Hradschin ist ein Wallfahrtsort mit einer einzigartigen Atmosphäre, der vom berühmten Glockenspiel dominiert wird. Zu jeder vollen Stunde erklingt im Innenhof die Melodie eines Marienlieds, gespielt von 27 Glocken aus dem späten siebzehnten Jahrhundert. Der Komplex umfasst eine Kopie des Heiligen Hauses, die barocke Kirche Christi Geburt und eine Schatzkammer, in der die Prager Sonne ausgestellt ist – eine Monstranz, besetzt mit mehr als sechstausend Diamanten.
Schon der Spaziergang durch die malerische Umgebung ist ein Erlebnis. Der volle Eintritt beträgt 9 €, geöffnet ist täglich außer montags von 10:00 bis 17:00 Uhr. Mehr über die Umgebung lest ihr im Artikel Strahov und Loreta. 💡 Insider-Tipp: Die Schatzkammer ist im Sommer angenehm kühl. Geht im Innenhof durch die Kreuzgänge mit Fresken, die recht brutale Märtyrergeschichten erzählen – ein interessanter Kontrast zu diesem ansonsten friedlichen Ort.

Kloster Strahov
Nur wenige Schritte von der Loreta entfernt liegt das Prämonstratenser-Kloster Strahov. Sein größter Anziehungspunkt ist die atemberaubende Bibliothek, unterteilt in den Philosophischen und den Theologischen Saal. Handgeschnitzte Holzregale, alte Globen und Deckengemälde wirken, als wären sie direkt einem Harry-Potter-Film entsprungen.
Wenn ihr hier in der abendlichen Stille steht, spürt ihr die echte historische Atmosphäre. Die Eintrittskarte zur Bibliothek kostet 6 €, geöffnet ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr (mit Mittagspause). Hinauf kommt ihr mit der Straßenbahn 22 bis zur Haltestelle Pohořelec. 💡 Insider-Tipp: Die Mönche brauen hier seit Jahrhunderten Bier. Die Klosterbrauerei Strahov direkt neben dem Innenhof serviert ein hervorragendes halbdunkles Spezialbier St. Norbert. Es gibt dort auch sehr gute vegetarische Gerichte – deshalb komme ich immer gerne wieder.

Jüdisches Viertel: Josefov
Josefov ist eines jener Viertel, in denen mir bei jedem Besuch der Atem stockt – nicht wegen der Architektur, sondern wegen dessen, was hier geschehen ist. Der Großteil des ursprünglichen Ghettos wurde um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert abgerissen, doch die wertvollsten Denkmäler blieben erhalten. Ich empfehle, das Kombiticket des Jüdischen Museums zu kaufen. Für einen breiteren Kontext lest unseren Guide Josefov und das jüdische Viertel.
Altneu-Synagoge
Eine der ältesten noch aktiven Synagogen Europas stammt aus dem dreizehnten Jahrhundert. Anders als viele andere Prager Bauten hat sie ihren ursprünglichen frühgotischen Charakter bewahrt. Sie ist von Legenden umrankt, die bekannteste davon ist die Geschichte des Golems, den Rabbi Löw angeblich auf dem Dachboden der Synagoge versteckt haben soll.
Das Innere ist dunkel, schlicht und zutiefst beeindruckend. Die Eintrittskarte gibt es einzeln für 11 € oder als Teil des erweiterten Rundgangs. Geöffnet ist täglich außer samstags und an jüdischen Feiertagen. 💡 Insider-Tipp: Achtet auf die kleinen Fenster in den Wänden. Früher verfolgten Frauen durch sie den Gottesdienst, da ihnen der Zutritt zum Hauptsaal verwehrt war und sie in angebauten Nebenräumen saßen.

Alter Jüdischer Friedhof
Ein Spaziergang über diesen Friedhof gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen. Wegen des Platzmangels wurde hier über Jahrhunderte in mehreren Schichten übereinander bestattet – an manchen Stellen sollen es bis zu zwölf sein. Das Ergebnis ist eine faszinierende Ansammlung von mehr als zwölftausend geneigten, efeuumrankten Grabsteinen.
Hier findet ihr auch das Grab von Rabbi Löw, in das Menschen bis heute Zettel mit ihren Wünschen stecken. Der Zugang ist Teil des Rundgangs durch das Jüdische Museum (Eintrittskarte 22 €). Auch hier lohnt es sich, Tickets und eventuell eine Führung im Voraus zu besorgen, zum Beispiel per Buchung über GetYourGuide. 💡 Insider-Tipp: Der Eingang zum Friedhof führt durch die Pinkas-Synagoge, die als Holocaust-Gedenkstätte dient. Die mit den Namen der Opfer beschriebenen Wände bringen euch schon vor dem eigentlichen Betreten des Friedhofs in absolute Stille.

Spanische Synagoge
Wenn die Altneu-Synagoge ein Beispiel für schlichte Gotik ist, dann ist die Spanische Synagoge ihr genaues Gegenteil. Im maurischen Stil im 19. Jahrhundert erbaut, erstrahlt sie innen in Gold, mit komplizierten geometrischen Mustern und Glasfenstern.
Sie erinnert eher an die Paläste der Alhambra in Andalusien als an ein mitteleuropäisches Gotteshaus. Auch sie gehört zum Rundgang des Jüdischen Museums und sieht nach ihrer jüngsten Renovierung absolut atemberaubend aus. Persönlich empfehle ich diesen Stopp allen, die detaillierte und reich verzierte Architektur lieben. 💡 Insider-Tipp: Abends finden in der Synagoge häufig Konzerte klassischer Musik statt. Die Akustik ist hervorragend und das golden angestrahlte Interieur hebt das Musikerlebnis auf ein ganz anderes Niveau.
Moderne Wahrzeichen und kontroverse Bauten
Nicht nur Türme und Barock machen die Stadt zu dem, was sie ist. Moderne Architektur entstand hier oft unter hitzigen Diskussionen und wurde nach und nach zu einem festen Bestandteil des Stadtbilds.
Tanzendes Haus
Das Werk von Frank Gehry und Vlado Milunić aus den goldenen Neunzigern spaltete die Gesellschaft in zwei Lager. Heute können wir uns das Moldau-Ufer an der Jirásek-Brücke ohne diesen dekonstruktivistischen Bau, inspiriert vom Tanzpaar Fred Astaire und Ginger Rogers, kaum noch vorstellen.
Im Inneren befinden sich Büros, eine Galerie und im obersten Stockwerk ein Restaurant mit Aussicht. Detailliert beschreibe ich das Gebäude im Artikel Tanzendes Haus. 💡 Insider-Tipp: Kauft nicht die überteuerte Eintrittskarte für die Aussichtsterrasse. Fahrt stattdessen mit dem Aufzug in die Glass Bar im obersten Stock, bestellt einen Kaffee oder Drink und habt die Aussicht zum Preis des Getränks.

Žižkov Fernsehturm
Das höchste Bauwerk der Stadt (216 Meter) sorgt bis heute für Diskussionsstoff. Der futuristische Sendeturm mit Aussichtskabinen wirkt zwischen den alten Žižkover Mietshäusern wie ein Raumschiff. Aus der Ferne seht ihr riesige schwarze Babys daran emporklettern – Laminatskulpturen von David Černý, die den Turm visuell aufgelockert haben.
Die Aussichtsplattform in 93 Metern Höhe bietet einen konkurrenzlosen 360-Grad-Rundblick. Der Grundeintritt beträgt 12 €, geöffnet ist bis Mitternacht. Aus dieser Höhe versteht ihr wirklich, wie weitläufig und wunderbar hügelig die Metropole ist. 💡 Insider-Tipp: Direkt unter dem Turm liegen die Mahlerovy sady und das großartige Restaurant Miminoo mit Sommerterrasse. Für Kinder gibt es einen Spielplatz – mit Jonáš verbringen wir dort ziemlich viel Zeit, während wir den Turm von unten bestaunen.
Rotierende Kopf von Franz Kafka
Ein weiteres Werk von David Černý, diesmal auf dem belebten Platz vor dem Einkaufszentrum Quadrio über der Metrostation Národní třída. Die kinetische Skulptur wiegt 39 Tonnen und besteht aus 42 beweglichen Schichten, die sich in regelmäßigen Abständen drehen und Kafkas Gesicht neu zusammensetzen.
Es ist eine moderne Hommage an den berühmten Schriftsteller – der übrigens auch in Deutschland zum Pflichtlesestoff gehört – und ein faszinierendes Beispiel für Ingenieurskunst, das man einfach live gesehen haben muss. Das Zuschauen ist selbstverständlich kostenlos. 💡 Insider-Tipp: Die Skulptur setzt sich jede volle Stunde für fünfzehn Minuten in Bewegung. Geht lieber abends hin, wenn sie beleuchtet ist und die glänzende Oberfläche die Lichter der Stadt reflektiert.

Prag Geheimtipps und Flucht vor den Massen
Manchmal braucht man einfach eine Pause und möchte sich verstecken. In all den Jahren, in denen ich im Zentrum gewohnt und zur Schule gegangen bin, habe ich eine Liste mit Orten gesammelt, an die man flüchten kann, wenn auf der Karlsbrücke kein Durchkommen mehr ist.
Vrtba-Garten
Das hier ist ein absolutes Juwel. Ein unscheinbarer Eingang in der Karmelitská-Straße führt euch in einen der schönsten barocken Terrassengärten Europas. Er wurde am Hang des Petřín angelegt und bietet wunderschön symmetrische Beete, Skulpturen von Matyáš Bernard Braun und einen herrlichen Blick auf die St.-Nikolaus-Kirche.
Jedes Mal, wenn ich hier eintrete, fühle ich mich wie in einer anderen Welt, weit weg vom Autolärm und den Touristenmassen. Geöffnet ist von April bis Oktober, der Eintritt kostet 5 €. 💡 Insider-Tipp: Der Garten ist ein beliebter Ort für Hochzeitsfotos. Geht am besten an einem Wochentag vormittags hin – am Wochenende müsst ihr Bräuten ausweichen.

Nový Svět
Das kleine Viertel, versteckt hinter der Prager Burg, wirkt wie aus einem anderen Jahrhundert. Verwinkelte Gassen, winzige Häuser mit Schindeldächern, absolute Stille. Einst lebte hier das arme Burggesinde, heute ist es für mich die reinste Form des alten Prags – ohne Museen, ohne Schaufenster, ohne Menschenmassen.
Es gibt hier eigentlich keine offizielle Touristenattraktion, und genau das macht den Reiz aus. Nur Ruhe, Kopfsteinpflaster und unglaublicher Charme. 💡 Insider-Tipp: Macht Halt im kleinen Café Kavárna Nový Svět. Sie haben ausgezeichneten Specialty Coffee und einen ruhigen Innenhof.

Klementinum und Barockbibliothek
Der weitläufige Komplex der ehemaligen Jesuitenkollegien direkt an der Karlsbrücke bietet eine Führung durch die Barockbibliothek, den Meridiansaal und den Astronomischen Turm. Die Bibliothek mit ihren historischen Globen ist schlichtweg atemberaubend und wirkt unglaublich majestätisch.
Besichtigungen sind nur mit Führung möglich und die Tickets für 15 € sind häufig ausverkauft. Wer Geschichte der Wissenschaft oder alte Bücher liebt, darf sich diesen Besuch auf keinen Fall entgehen lassen.
Waldstein-Garten
Der Sitz des tschechischen Senats verbirgt einen frei zugänglichen Garten voller Pfauen, Brunnen und mit einer riesigen künstlichen Tropfsteinwand (Grotte), in der bei genauerem Hinsehen Fratzen von Ungeheuern versteckt sind.
Es ist ein wunderbarer Ort zum Ausruhen nach der Erkundung der Kleinseite. Das Grün und das plätschernde Wasser erfrischen euch herrlich. Geöffnet ist von April bis Oktober, der Eintritt ist kostenlos. 💡 Insider-Tipp: Die Pfauen im Garten sind an Menschen gewöhnt, aber füttert sie nicht. Setzt euch lieber auf eine Bank mit Blick auf die Sala terrena und genießt die Ruhe.
Wo essen gehen
Nach einem ganzen Tag auf Kopfsteinpflaster meldet sich garantiert der Hunger. Genau das passiert Lukáš und mir jedes Mal, wenn wir die komplette Innenstadt abgelaufen haben. Zum Glück gibt es jede Menge Lokale, in denen es nicht nur um überteuertes Bier für Touristen geht, sondern auch um großartiges Essen und die gemütliche Atmosphäre, die wir suchen.
Als Vegetarierin habe ich außerdem einen ziemlich klaren Geschmack, was ein gutes Mittagessen ausmacht – deshalb meide ich die klassischen Kneipen mit schweren Soßen. Hier sind meine Lieblingsorte, in die ich gerne zurückkehre.
Eska in Karlín und gemütliche Bistros
Wenn wir frische Luft brauchen und dem überfüllten Zentrum entkommen wollen, steigen wir gerne mit der Familie in die Straßenbahn und fahren nach Karlín. Hier hat das Lokal Eska das Sagen – eine Kombination aus fantastischer Bäckerei und moderner tschechischer Gastronomie. Die Gerichte werden aus lokalen Zutaten zubereitet, und ihre Loupáčky (tschechisches Hefegebäck) oder das Brot aus dem Steinofen sind einfach legendär. Es ist genau die Art von Bistro, in dem man sich wohlfühlt und entspannt.
Wenn ihr etwas Gehobeneres sucht, probiert das Restaurant im Julius Hotel, das auch eine vegetarische Auswahl bietet. Es ist nicht überlaufen und liegt nur einen Katzensprung vom Náměstí Republiky entfernt.

Ein weiterer Lieblingstipp von mir ist das Maitrea unweit des Altstädter Rings. Es ist ein fantastisches vegetarisches Restaurant, versteckt in einer Seitenstraße, mit einem wunderschönen Interieur voller Holz und beruhigender Energie. Es bietet fleischlose Versionen traditioneller Gerichte sowie asiatische Fusion-Küche – das hat mich schon bei so mancher kräftezehrenden Erkundungstour durch die historischen Gassen gerettet.
Praktische Infos
Prag ist zum Glück eine kompakte Stadt und der öffentliche Nahverkehr funktioniert hervorragend – ein Auto braucht ihr wirklich nicht. Von Deutschland aus erreicht ihr Prag bequem: Von Berlin sind es mit dem FlixBus oder der Bahn nur etwa vier bis fünf Stunden, von München ungefähr ebenso. Auch Eurowings und Lufthansa fliegen regelmäßig den Flughafen Václav Havel (PRG) an. Wir sind mit Jonáš im Kinderwagen fast das gesamte Zentrum zu Fuß gelaufen und haben die Straßenbahn genommen, wenn uns die Steigungen zu viel wurden. 😅 Ein Einzelfahrschein für 30 Minuten kostet 1,20 €, für 90 Minuten 1,60 € und die 24-Stunden-Karte gibt es für 6 €. Fahrkarten kauft ihr an Automaten, in der App PID Lítačka oder direkt mit kontaktloser Karte an den orangefarbenen Terminals in Straßenbahnen und Bussen.
Wenn ihr mehrere kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten besuchen wollt (Orloj, Petřín, Jüdisches Viertel), rechnet nach, ob sich der Prague Visitor Pass für euch lohnt. Er funktioniert als Fahrkarte und Eintrittskarte in einem und spart euch Zeit in den Warteschlangen.
Häufig gestellte Fragen
Welche sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Prag?
Zum absoluten Pflichtprogramm gehören die Prager Burg mit dem Veitsdom, die Karlsbrücke, der Altstädter Ring mit der Astronomischen Uhr und das historische Viertel Josefov. Diese Orte bilden den Kern des UNESCO-Welterbes.
Wie viel Zeit brauche ich für eine Besichtigung von Prag?
Für einen ersten Überblick und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten empfehle ich mindestens drei Tage. Wenn ihr auch die Atmosphäre der Cafés, Parks und Randbezirke wie Karlín oder Vinohrady erleben wollt, plant vier bis fünf Tage ein.
Welche Sehenswürdigkeiten in Prag sind kostenlos?
Kostenlos sind der Spaziergang über die Karlsbrücke, das Gelände der Prager Burg (Innenhöfe und vorderer Teil des Veitsdoms), der Vyšehrad, der Waldstein-Garten sowie moderne Skulpturen und Installationen im öffentlichen Raum.
Wie funktioniert der öffentliche Nahverkehr in Prag?
Der ÖPNV besteht aus Metro, Straßenbahn und Bus. Die Fahrkarten sind Umsteigetickets und gelten auf Zeit (30 Minuten, 90 Minuten, 24 Stunden). Ihr kauft sie per App, am Automaten oder direkt im Fahrzeug mit kontaktloser Karte.
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